Sonntagabend LIVE 19:00 Uhr - zu Gast: Landratskandidat Dietmar Friedhoff (AfD)
Landratswahl: AfD-Kandidat Friedhoff wirbt für Veränderung von unten
Bei der bevorstehenden Landratswahl in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich der AfD-Kandidat Dietmar Friedhoff zur Wahl. Er bezeichnet das Amt des Landrats als entscheidende Schnittstelle für die Umsetzung politischer Beschlüsse. Friedhoff nennt Migration die zentrale Herausforderung und kündigt an, sich gegen eine geplante Unterbringung von Flüchtlingen zu stemmen. Zudem will er die Infrastruktur und die Wirtschaftskraft des Kreises stärken.
Vorstellung des Gastgebers und des Themas
00:01:26Der Streamer begrüßt das Publikum auf verschiedenen Plattformen und stellt den besonderen Anlass des Abends vor: Die bevorstehende Landratswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Er hebt hervor, dass in vier der sechs Landkreise die AfD die Chance hat, den Landrat zu stellen und begrüßt den Gast, den AfD-Landratskandidaten Dietmar Friedhoff aus Ludwigslust-Parchim. Der Streamer erwähnt, dass die Wahl kurzfristig anberaumt ist und es sich um eine wichtige Wahl handelt.
Wer ist Dietmar Friedhoff?
00:06:36Der Kandidat stellt sich persönlich vor: Geboren 1966 in Hagen als Westfale, ist er verheiratet mit drei Kindern und Enkelkindern. Er ist Diplomingenieur der Elektrotechnik und Oberstleutnant der Reserve. Nach 32 Jahren in der Industrie, unter anderem bei ABB, trat er 2015 in die AfD ein und war von 2017 bis 2021 Mitglied des Bundestages, wo er afrikapolitischer Sprecher war. Er bewusst sich für die Landratswahl, um als Exekutivpolitiker vor Ort Veränderungen herbeizuführen.
Die Bedeutung des Amtes des Landrats
00:12:06Es wird erklärt, dass der Landrat der Chef der Verwaltung mit etwa 1200 Mitarbeitern und die Exekutive vor Ort ist, während der Kreistag die Legislative bildet. Er ist die entscheidende Schnittstelle, um politische Beschlüsse umzusetzen und die Verwaltung zu lenken. Friedhoff betont, dass die Landratswahlen im Gegensatz zu anderen Wahlen extrem wichtig sind, da sie direkten Einfluss auf die Lebensbedingungen der Menschen haben und die AfD die Möglichkeit hat, von unten nach oben das System zu verändern.
Schlüsselthemen: Migration und Infrastruktur
00:14:47Friedhoff nennt die Migration die „Mutter aller Probleme“ seit 2015 und beschreibt, wie die Politik der oberen Ebenen vom Landrat umgesetzt werden muss. Er kritisiert konkret die geplante Unterbringung von bis zu 500 Flüchtlingen in einer kleinen Gemeinde und kündigt an, sich als Landrat dagegen zu stemmen. Als zweite große Herausforderung sieht er die marode Infrastruktur, die fehlende ärztliche Versorgung und die Abwanderung junger Menschen. Er will Unternehmen ansiedeln, um den Kreislauf zu durchbrechen und den Landkreis wirtschaftlich attraktiver zu machen.
Wirtschaft und Energie als zentrale Lösungsansätze
00:22:43Um die Wirtschaft zu stärken und junge Leute zu halten, will Friedhoff die energieintensive Industrie durch bezahlbare Energiepreise wieder wettbewerbsfähig machen, indem er auf den Energietexas mit 7 Cent pro Kilowattstunde verweist. Als Landrat will er Bürokratie abbauen und die Verwaltung wie ein Unternehmen führen, effektiver und strategischer arbeiten. Er sieht die Landratsämter als entscheidenden Hebel, um von unten auf eine Veränderung der Politik in Bund und Land einzuwirken, insbesondere wenn die AfD nächstes den Ministerpräsidenten stellt.
Entscheidungsmacht und juristische Grenzen des Landrats
00:32:36Es wird die Frage gestellt, ob ein Landrat wie der texanische Governor Grenzen schließen oder Migranten in andere Bundesländer „umsiedeln“ kann. Friedhoff bestätigt, dass Landräte Rückgrat beweisen und sich nicht zu „Erfüllungsgehilfen illegaler Politik“ machen dürfen. Er betont die Notwendigkeit, juristische Entscheidungen sorgfältig zu prüfen, aber auch den Willen zur Veränderung zu zeigen, wie es in der Coronazeit möglich war. Der Charakter des Entscheidungsträgers ist entscheidend.
Wahlkampfstrategie und Mobilisierung der Wähler
00:43:38Der Streamer und der Kandidat diskutieren die Wahlmodalitäten: Der Landrat wird für sieben Jahre gewählt und benötigt im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Mit einer Wahlbeteiligung von nur 32 % sieht Friedhoff eine große Chance. Sein Appell an die Wähler ist, die bei der Bundestagswahl die AfD gewählt haben: Wenn diese zu 90 bis 100 % am 11. Mai wählen, kann die AfD den Landrat direkt im ersten Wahlgang gewinnen und eine Stichwahl mit möglicher Koalition der anderen Parteien verhindern.
Programmpunkte zur Unterstützung von Familien und Landwirten
00:47:28Im weiteren Verlauf des Gesprächs werden konkrete Programmpunkte angesprochen. Um Familien zu fördern, denkt Friedhoff darüber nach ein „Begrüßungsgeld“ für jedes in Mecklenburg geborene Kind mit deutschem Pass einzuführen und Bürokratie für Bauwillige zu reduzieren, damit junge Familien leichter bauen können. Für Landwirte will er entlasten, indem er auf Landkreisebene unzwingende Auflagen abbaut und aktiv an den Bauernprotesten teilnimmt. Ziel ist, die Leistung des Handwerks und der Landwirtschaft wieder wertzuschätzen und den Höfesterben entgegenzuwirken.
Steuersenkungen und Haushaltsentlastungen
00:52:02Die Forderung nach Entlastungen statt Geschenken wird diskutiert. Friedhoff erläutert, dass Landräte zwar Spielraum bei Kreisumlagen und Grundsteuern haben, bei Steuersenkungen jedoch auf die Unterstützung des Ministerpräsidenten angewiesen sind. Er betont, dass geringere Steuern die Attraktivität erhöhen und beklagt die hohen Steuereinnahmen des Bundesstaats, die durch Migrations- und Ukraine-Hilfe aufgebraucht werden, was die Bürger belastet und den Staat in einen Selbstbedienungsmodus versetzt.
Persönlicher Werdegang und Umzug nach Mecklenburg
00:54:18Auf die Frage, warum er nach Mecklenburg-Vorpommern gezogen ist, erzählt Friedhoff, dass ihn der Kreisverband Südwest-Mecklenburg nach längerer Überlegung überzeugt hat. Er hebt die Lebensqualität und politische Aufbruchsstimmung im Osten hervor und sieht hier die Chance, effektiv Veränderung zu bewirken. Seine berufliche Karriere führte ihn bereits durch verschiedene Bundesländer, was ihm einen breiten Überblick über Deutschland verschaffte.
Politische Strategie und Wahlaufruf
00:55:48Friedhoff sieht im Osten Deutschlands den entscheidenden Ort für politischen Wandel und glaubt, dass von hier aus eine Veränderung für die ganze Bundesrepublik ausgehen kann. Er betont die Wichtigkeit der anstehenden Landratswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 11. Mai als entscheidenden Schritt, um Schnittstellen im System zu besetzen und die Basis für zukünftige Wahlerfolge zu schaffen, darunter auch eine mögliche Ministerpräsidentenwahl.
Systemkritik und notwendiger Kampf
00:57:52Der Kandidat bezeichnet den deutschen Staat als unfassbaren Selbstbedienungsstaat, der von einer korrupten Politikerkaste durchseucht sei. Veränderung sei kein leichter Prozess, sondern erfordere sieben Jahre knallharter Arbeit und das Aushalten von Konflikten. Als Landrat sei man jeden Tag gefordert und könne durch eine menschliche und nahbare Art die Angst vor der AfD nehmen und Teil des Volkes sein.
Internationale Erfahrungen und Ukraine-Politik
01:03:02Friedhoff unterstreicht seine umfangreichen internationalen Erfahrungen, insbesondere durch fast 24 Besuche in afrikanischen Ländern in den letzten acht Jahren als afrikapolitischer Sprecher. Diese verleihen ihm Glaubwürdigkeit in Themen wie Migration und Klima. Zur Ukraine-Politik stellt er klar, dass er humanitäre Hilfe befürwortet, aber Militärhilfe ablehnt, und betont die deutsche Mitschuld am Konflikt durch den Maidan-Putsch.
Wahlaufruf an die Wähler
01:03:53Im direkten Appell an die Zuschauer aus Mecklenburg-Vorpommern ruft Friedhoff zu einer hohen Wahlbeteiligung auf und betont, dass die Wahl am 11. Mai eine der wichtigsten des Jahres sei. Er wendet sich besonders an junge Wähler im Alter von 16 bis 18 Jahren und fordert alle auf, ihre Verwandten und Bekannten zu mobilisieren, um das blaue Wunder zu ermöglichen und Deutschland und den Landkreis gemeinsam zu gestalten.
Direkte Demokratie und weitere Themen
01:12:58Zu einer Zuschauerfrage erklärt Friedhoff, dass die AfD grundsätzlich mehr direkte Demokratie befürwortet, wie etwa die Volkswahl des Bundespräsidenten. Bei der Frage nach den Kompetenzen eines Landrats klärt er, dass dieser zwar bei Gewerbe- und Grundsteuern sowie Bürokratieabbau für Unternehmen Einfluss nehmen kann, bei den meisten Unternehmenssteuern aber vom Bund abhängig ist. Er bekräftigt auch seine klablehnende Haltung zur Ukraine-Militärhilfe.
CDU-Kritik und 'Arsch der Woche'
01:15:54Friedhoff zitiert die umstrittene Rede von CDU-Politikerin Prien, die die DNA der Partei als 'links' und 'antifaschistisch' bezeichnet, und sieht darin ein Zeichen für eine weitere Linksverschiebung. Als Reaktion auf aktuelle Geschehnisse werden Kevin Kühnert und Markus Söder vom Publikum zum 'Arsch der Woche' gewählt, und Friedhoff kritisiert Söder für seine angebliche Haltungslosigkeit in der Atomkraftfrage.