WALLRAFF UNDERCOVER IM KAUFLAND

Enthüllung bei Kaufland: Hygieneskandal durch Team Wallraff aufgedeckt

Transkription

Es wurde durch Team Wallraff eine systematische Untersuchung von 50 Kaufland-Filialen in Auftrag gegeben. In über 80 % der Fälle wurde bei einer Kontrolle Schimmel in Kühltheken entdeckt, teilweise um das 300-fache des zulässigen Werts. Es wurde auch eine massive Keimbelastung bei Hähnchenfleischprodukten festgestellt. In einer Filiale in Bad Tölz wird gezeigt, wie Mitarbeiter angewiesen werden, abgelaufene Lebensmittel umzuverpacken und Schimmel vom Käse zu schneiden.

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Einleitung und die wiederentdeckten Hitler-Pferde

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Der Stream beginnt mit einer wichtigen Vernehmung im Zusammenhang mit einem vorherigen Fall. Daraufhin wird der Fall der wiederentdeckten Hitler-Pferde detailliert erläutert. Es handelt sich um zwei monumentale Pferdeskulpturen von Arno Breker, die vor Hitlers Reichskanzlei standen und nach dem Krieg galten als zerstört. 80 Jahre später tauchten sie in Westdeutschland bei der Tochter von Heinrich Himmler auf. Diese plante, die Kunstwerke für acht Millionen Euro auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen, um Geld für ehemalige SS-Offiziere zu erwirtschaften.

Fund und Beschlagnahmung der Skulpturen

00:04:42

Nach einem anonymen Hinweis wurden die Pferde in einer Halle in Bad Dürkheim bei Mannheim aufgefunden. Die Entdeckung sorgte weltweit für Schlagzeilen und wurde als Sensation bezeichnet, da sie sich nur zehn Kilometer vom Streamer entfernt befanden. Bei der Beschlagnahmung durch die Polizei wurden die Skulpturen an roten Gurten festgeschnallt, was Spuren an den Statuen hinterließ. Die Kunstwerke wurden anschließend zur Ausstellung "Enthüllt" in die Zitadelle Spandau nach Berlin gebracht.

Umgang mit und Debatte über Nazikunst

00:07:20

Es wird eine intensive Debatte über den Umgang mit der aufgefundenen Kunst geführt. Die Skulpturen bewusst nicht restauriert, um die Spuren der Zeit sichtbar zu lassen. Der Streamer argumentiert, dass solche faschistische Ideologie in Form von Kunst extrem gefährlich ist, da sie manipulieren und die Bevölkerung unterwerfen soll. Die Kunstwerke dürfen daher nicht privat ausgestellt oder gehandhabt werden, sondern gehören in einen kontrollierten musealen Raum, um ihre toxische Wirkung zu neutralisieren und die Öffentlichkeit zu bilden.

Persönliche Anekdoten und Themenwechsel

00:30:10

Nach der tiefgehenden Diskussion wechselt der Stream zu persönlichen Anekdoten und unterhaltsamen Themen. Es wird über MMA-Kämpfe gesprochen, die der Streamer gesehen hat, darunter ein Fight des Influencers "Flying Uwe", den er zunächst für einen legitimen Kämpfer hielt. Anschließend erinnert er sich an seine frühere Karriere als E-Sport-Caster bei "Summoners Inn" und beschreibt die Arbeitsbedingungen, den geringen Lohn und den Verlust seiner Wohnung in einer für ihn frustrierenden Zeit.

Einblicke in einen Kaufland-Undercover-Stream

00:55:07

Der Streamer lenkt die Aufmerksamkeit auf einen anderen Live-Stream, der von Team Wallraff im Kaufland aufgezeichnet wurde. Er zeigt Ausschnitte und reagiert darauf. Es geht um mangelnde Hygiene in den Kaufdetekten, insbesondere um ranzige und verdorbene Lebensmittel. Dabei wird humorvoll und provokant über die Eignung des Streamers "Kilo" für einen solchen Undercover-Einsatz gescherzt, da er sofort auffallen würde. Es wird auch kurz auf die schlecht bezahlte und undankbare Arbeit im Einzelhandel eingegangen.

Erfahrungen aus der Einzelhandels-Ausbildung

00:58:03

Ausgehend vom Kaufland-Stream teilt der Streamer eine persönliche Geschichte aus seiner Zeit in der Einzelhandels-Ausbildung. Er erzählt von einem Überfall in einer Tankstelle, an dem er als Kassierer beteiligt war. Beschreibt die entspannte und fast spaßige Art, mit der er die Situation gehandhabt hat und gibt eine klare Haltung ab, dass Angestellte bei Überfällen niemals ihr Leben für das Geld des Unternehmens riskieren sollten. Er kritisiert die Haltung, dass man für den Arbeitgeber sterben sollte.

Begegnung mit faschistischen Gruppen in der Öffentlichkeit

01:04:39

Der Streamer berichtet von einem persönlichen Erlebnis in seiner Heimatstadt, als er auf eine Gruppe von Jugendlichen mit offenkundig faschistischen Symbolen (eisernes Kreuz auf dem T-Shirt) traf. Er beschreibt, wie er diese provoziert und angesprochen hat, um ihre Reaktion zu testen. Die Gruppe wurde laut ihm klein und verunsichert. Der Streamer sieht darin ein Zeichen, dass diese Jugendlichen noch nicht die Konsequenzen ihres Handelns kennen und eine größere Bedrohung darstellen.

Alltagsrassismus und rechtsextreme Tendenzen im Osten Deutschlands

01:08:32

Es folgt eine ernste Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus und Alltagsrassismus, insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern. Der Streamer schildert Erzählungen von Freunden, die die dortige als extrem beschreiben. Als Beispiel wird eine Szene in einer Bahn erwähnt, in der eine Familie mit Kopftuch von anderen Passagieren mit feindlichen Blicken angesehen wird. Der Streamer äußert die ernste Vermutung, dass die extreme Rechte in Deutschland innerhalb eines Jahres an Einfluss gewinnen wird, ähnlich wie in den 90er Jahren.

Gewalt und Zivilcourage in der Diskussion

01:09:40

Der Streamer diskutiert die Gefahren von rechter Gewalt und die mangelnde Wirksamkeit von Zivilcourage. Er argumentiert, dass rechtsextreme Gruppen gewaltbereit und bewaffnet sind, während Linke pazifistisch sind. Zivilcourage im heutigen Sinne sei oft wirkungslos, da Hilfe nur in der Überzahl geleistet werde. echter Einsatz erfordere die Bereitschaft, selbst zu verletzen oder zu sterben, was nur in gewaltbereiten linken Gruppen zu finden sei.

Praktische Tipps für Zivilcourage im Alltag

01:13:50

Für alltägliche Situationen gibt der Streamer praktische Ratschläge, wie man den Bystander-Effekt durchbrechen kann. Die effizienteste Methode sei es, andere Menschen direkt anzusprechen, Augenkontakt herzustellen und sie zur gemeinsamen Konfrontation aufzufordern. Das setze jedoch voraus, dass man bereit sei, selbst Gewalt auszuüben und das Risiko einzugehen, verletzt zu werden.

Gefahr des Straßenkampfes

01:16:18

Der Streamer unterscheidet zwischen kontrolliertem Kampfsport und unkontrollierten Straßenschlägereien. Im Straßenkampf gebe es keine Fairness oder Regeln, es ginge nur um die Maximierung von Schaden und Verletzungen. Die Umgebung mit Asphalt, scharfen Kanten und Gegenständen sei extrem gefährlich und im Gegensatz zum Sport völlig unvorhersehbar.

Team Wallraff Undercover-Recherche bei Kaufland

01:20:49

Der Streamer wechselt zum eigentlichen Thema des Videos: der Undercover-Recherche von Team Wallraff im Supermarkt Kaufland. Es geht um die Schleusung von investigativen Mitarbeitern in die Filialen. Themen wie Hygienemängel, Mäusebefall, das systematische Verlängern von Mindesthaltbarkeitsdaten und der Druck auf Mitarbeiter stehen im Fokus der Enthüllungen.

Persönliche Anekdoten und Technikfrust

01:38:20

Die Unterhaltung wechselt zu persönlichen Anekdoten. Der Streamer erzählt vom Klauen eines veganen Käses und seiner moralischen Rechtfertigung, das Geld später als Schenkung an den Geschäftsführer zu überweisen. Zudem teilt er eine witzige Geschichte über einen Kollegen, der einen neuen PC sofort komplett auseinanderbauen wollte, und thematisiert seine eigene mangelnde technische Expertise.

Dokumentation von Hygieneproblemen

01:42:21

Der Streamer stellt die Kernaussagen der Undercover-Recherche von Team Wallraff bei Kaufland detailliert vor. Es werden schwere Vorwürfe von Kunden und Mitarbeitern genannt, darunter starker Mäusebefall, der zur Betriebsschließung führen kann, und die systematische Manipulation von Mindesthaltbarkeitsdaten. Die Recherche soll in 50 Filialen durchgeführt werden, um festzustellen, ob es sich um Einzelfälle oder ein systematisches Problem handelt.

Technische Schwierigkeiten und Stream-Konfiguration

01:50:35

Der Streamer beschäftigt sich mit technischen Problemen während des Live-Streams. Er berichtet davon, dass er den gemeinsamen Chat nicht sehen kann und bittet im Chat um Hilfe. Schließlich wird der gemeinsame Chat erfolgreich aktiviert, was das Streaming-Erlebnis für alle verbessert. Dies führt zu kleineren Interaktionen mit den Zuschauern und Grußbotschaften.

Aufdeckung von Mäusebefall und Beginn der Undercover-Recherche

01:54:17

Auf Fotos einer Zuschauerin ist eine tote Babymaus auf einer Landbrottüte in einer Kauflandfiliale in Homburg zu sehen, was auf einen größeren Mäusebefall hindeutet. Der Reporter des Streams, Lina, bekommt eine Zusage als Verkäuferin in dieser Filiale und beginnt im Juli 2024 seine Arbeit. Er stellt fest, dass die Filiale als eine der sanierungsbedürftigsten gilt und arbeitet unter der Leitung seines Vorgesetzten Martin. Der Vertrag läuft über drei Monate Probezeit.

Hygienemängel und baulicher Zustand des Ladens

01:55:58

Bei der Erstbesichtigung des riesigen Ladens fallen sofort mehrere Mängel auf. Das gesamte Gebäude wirkt alt und unhygienisch. Es gibt rund 40 offene Kühltheken und 16 geschlossene Kühltruhen. Direkt vor den Kühlgeräten sind wiederholt schwarz-gelbe Bänder und Pfützen zu sehen, die einen mangelhaften Zustand andeuten. Diesen Zustand bestätigt auch ein ehemaliger Mitarbeiter, der betont, dass die Technik veraltet und die Tiefkühltruhen sehr alt sind.

Enorme Hygieneprobleme an der Frischetheke

02:22:10

Bei der Arbeit hinter der Frischetheke werden katastrophale Hygienemängel offenbart. Produkte vom Vortag werden in gelben Kisten aus dem Kühl geholt und erneut ausgelegt. Die gemessene Temperatur des Fleisches liegt bei 4,8 Grad, weit über dem erlaubten Limit von unter 2 Grad, das jedoch fälschlicherweise immer als 1,8 Grad dokumentiert wird. Kollegen geben zu, diese Werte aus Bequemlichkeit zu fälschen und eine ordnungsgemäße Kühlkette nicht einzuhalten.

Mäusekot im Backbereich und unhygienische Arbeitsbedingungen

02:37:39

Im Backbereich werden bei der Arbeit an Brotrohlingen erhebliche Hygienemängel entdeckt. Auf dem Boden und in den Rollis, in denen das Brot gestapelt wird, ist überall Mäusekot zu finden. Dies ekelt Reporter und Kollegen gleichermaßen an. Die Mitarbeiter tragen dicke schwarze Handschuhe, nicht aus Hygiene-Gründen, sondern zur Selbstschutz vor den sauren Fleischabfällen. Die Angestellten geben zu, Reinigungsarbeiten aus Zeitmangel zu vernachlässigen und über das Problem des Mäusebefalls hinwegzusehen.

Mäusebefall und Hygienemängel im Kaufland

02:44:42

Ein Lebensmittelkontrolleur bestätigt die von Wallraff dokumentierten extremen Mäusebefälle im Kaufland. Bei einem starken Befall, bei dem Lebensmittel angefressen sind und Mäuse in Toastbrot leben, müsse laut dem Experten der Betrieb sofort geschlossen werden. Ein effektiver Schädlingsbefall erfordere eine komplette Räumung, gründliche Reinigung und die intensive Arbeit eines professionellen Bekämpfers, der Zeit hat, das Problem von Grund auf zu lösen. Wallraff berichtet zudem, dass Mitarbeiter wegen hoher Arbeitsbelastung und fehlender Unterstützung Schwierigkeiten haben, solche Vorfälle zeitnah zu beseitigen. Dies wird von einem ehemaligen Kauflandhausleiter bestätigt, der den enormen Druck und den mehrtägigen Mehraufwand beschreibt, um selbst kleinere Befälle zu beseitigen.

Systemische Probleme bei Kühlung und Kühltheken

03:02:15

Wallraffs Reporter decken in 50 Kaufland-Filialen bundesweit Mängel bei den Kühl- und Gefriertheken auf. Typische Anzeichen für marode Geräte sind gelb-schwarze Auffangbodenbänder, stark beschlagene Scheiben und Wasserpfützen an den Böden, was auf defekte Dichtungen oder verstopfte Leitungen hindeutet. Anstatt die Probleme zu beheben, werden in manchen Filialen nur provisorische Lösungen wie Eimer oder Wischlappen verwendet. Experten warnen, dass solche Feuchtigkeitsansammlungen ein Nährboden für gesundheitsgefährdende Keime sein können und die Lebensmittelqualität durch Eiskristalle beeinträchtigen wird. Die hygienischen Zustände werden als nicht nur auf einzelne Filialen beschränkt, sondern als systemisches Problem des Unternehmens angesehen.

Umgang mit Mitarbeitern und Sparpolitik

03:22:00

Die Dokumentation beleuchtet den hohen Druck und die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, unter denen Kaufland-Mitarbeiter leiden. Wallraff stellt die These auf, dass die katastrophalen Zustände nicht auf mangelnden Einsatz der Angestellten zurückzuführen sind, sondern eine direkte Folge von Sparmaßnahmen der milliardenschweren Schwarzgruppe sind. Im Fokus stehen geplante Entlassungen von 350 Mitarbeitern am Logistikstandort Donnersdorf, die durch billigere Arbeitskräfte über Werkverträge aus Osteuropa ersetzt werden sollen. Kritisiert wird, dass der Konzern sich so aus seiner Verantwortung für Arbeitsrechte und Sicherheitsschutz stiehlt, während er politisch das Bild eines Arbeitgebers pflegt, der sich für seine Mitarbeiter einsetzt.

Keimbelastung in Hähnchenfleischprodukten

03:31:43

In einer großangelegten Untersuchung kauft Wallraffs Team in 10 verschiedenen Kaufland-Filialen jeweils drei Hähnchenfleischprodukte ein, um sie in einem Labor auf Keime testen zu lassen. Das Ergebnis ist alarmierend: Bei 15 von 30 Proben, also bei der Hälfte der getesteten Produkte, wurden Campylobacter-Bakterien nachgewiesen. Diese Darmbakterien, die tierischen Kot enthalten, können schwere Darminfektionen mit blutigem Durchfall verursachen, die besonders für Kinder, ältere und immungeschwächte Menschen lebensbedrohlich sein können. Experten bezeichnen diesen Befund als ekelerregend und auf die Massentierhaltung in der Zucht zurückzuführen.

Hygienemängel und Antibiotikaresistenzen bei Kaufland

03:36:02

Der Streamer beklagt massive Hygieneprobleme bei Kaufland, wie den massenhaften Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung, der zu resistenten Keimen führe. Diese würden sich auf die Fleischprodukte auswirken und beim Verzehr zu schweren gesundheitlichen Folgen wie blutigem Durchfall führen können. Kaufland weise diese Vorwürfe zurück und gibt an, dass Behördenproben beanstandet wurden, wobei Unstimmigkeiten und Hinweise auf mögliche Manipulationen im Raum stehen.

Schimmelbefall in Filialen und mangelhafte Reinigung

03:38:40

In einer Kaufland-Filiale in Bad Tölz werden erhebliche Schimmelprobleme aufgedeckt, insbesondere in Kühltheken, an Regalen und in Auffangschalen. Der Vorwurf lautet, dass an der Reinigung gespart werde, da nur eine Reinigungskraft für den gesamten Laden zuständig sei. Die Bezahlung und die Hierarchie im Unternehmen werden als ausbeuterisch kritisiert, da Angestellte unter Druck gesetzt und für den Zustand verantwortlich gemacht würden.

Hierarchie und Druck im Unternehmen

03:45:31

Die Untersuchung offenbart ein hierarchisches System, in dem Druck von oben nach unten ausgeübt wird. Vor Besuchen von Führungskräften wie dem Regionalleiter werden die Mitarbeiter unter Hochdruck angewiesen, den Laden makellos zu präsentieren, was zu Chaos und stressigen Überstunden führt. Dieses System fördere Angst und Ausbeutung und diene dazu, den Konzerninteressen über die Gesundheit und das Wohlbefinden der Angestellten zu stellen.

Ergebnisse der Undercover-Recherchen

04:03:56

Ein Team aus fünf Reportern überprüft in 50 Kaufland-Filialen in Deutschland und findet in über 80 Prozent der Fälle Schimmel. Laboranalysen bestätigen die massiven Hygienemängel; in einer Probe werden 3000 koloniebildende Einheiten Schimmel pro Fläche gefunden, was das 300-fache des erlaubten Höchstwerts ist. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Grundreinigungen nicht regelmäßig oder nur unzureichend durchgeführt werden.

Test alternder Lebensmittel und öffentliche Reaktion

04:13:19

Als Reaktion auf die Vorwürfe startet der Streamer ein Experiment, indem er einen sieben Monate abgelaufenen Vlei-Joghurt öffnet und präsentiert. Dieser ist zwar nicht verschimmelt, unterstreicht aber das generelle Problem der Haltbarkeit und Hygiene. Die Zuschauer werden aufgefordert, ihre eigenen Kühlschränke zu kontrollieren und über abgelaufene Produkte zu berichten, was zu einer öffentlichen Aufräumaktion führt.

Systematische Vernachlässigung der Reinigung

04:17:58

Die Recherchen legen dar, dass die Vernachlässigung der Hygiene kein Einzelfall ist, sondern systematisch ist. Schimmel bilde sich über einen längeren Zeitraum und sei ein klares Indiz dafür, dass reguläre Reinigungen ausblieben. Verantwortliche für Kühltheken bestätigen zwar die Notwendigkeit wöchentlicher Reinigungen, in der Praxis würden diese jedoch aus Kostengründen nicht oder nur unzureichend umgesetzt.

Abschluss und Appell an die Zuschauer

04:25:03

Der Streamer fasst die Ergebnisse der Recherche zusammen und konstatiert, dass die Hygienestandards bei Kaufland systematisch missachtet würden. Im abschließenden Appell fordert er die Zuschauer auf, ihre Kühlschränke und Supermärkte kritisch zu prüfen. Die über 4000 Zuschauer werden quasi zu einer mobilen Kontrolltruppe, die potenziell mehr für die Lebensmittelhygiene tut als der Konzern selbst.

Schimmelbefunde und systematische Probleme

04:25:58

Reporter entdeckten bei 80 Prozent von 50 getesteten Kaufland-Filialen Schimmel in den Kühltheken. Dies deutet nicht auf Einzelfälle, sondern auf ein grundsätzliches und systematisches Problem hin. Die Frage ist, ob die Führungskräfte diese Mängel tolerieren und wo diese überhaupt ausgebildet werden. Viele leitende Mitarbeitende von Kaufland absolvieren ihre Ausbildung seit 2010 am Bildungscampus in Heilbronn, wo auch Lidf seine Führungskräfte ausbildet.

Angstkultur auf dem Bildungscampus

04:27:49

Eine Professorin namens Regine W. berichtet von einer Kultur der Angst auf dem Campus. Viele Mitarbeitende gehen mit Angst zur Arbeit, da angeblich Dinge aufgebauscht werden, um sie unter Druck zu setzen. Kollegen würden massive Konsequenzen fürchten, wenn sie Studenten durchfallen lassen oder Noten vergäben, die nicht den Erwartungen entsprachen. Solche Kritikgespräche und die Androhung von Problemen sollen gängige Praktiken sein.

Verbrauchertäuschung durch manipulierte Haltbarkeitsdaten

04:37:06

In der Filiale Bad Tölz werden demnach abgelaufene Antipasti-Salate in kleinere Schüsschen umgefüllt und mit einem neuen, manipulierten Mindesthaltbarkeitsdatum versehen. Eine Kollegin bestätigt dieses Vorgehen, bei dem das alte Etikett entfernt wird und die Ware frisch erscheint. Dies ist eine Täuschung am Verbraucher, der meint, frische Ware zu kaufen, während er stattdessen abgelaufene erhält.

Vermischung von abgelaufenen Lebensmitteln

04:42:42

Ein Kürbisgarnelensalat, der laut Verzeichnis heute verkauft werden muss, soll laut Anweisung mit neuer Ware vermischt werden, um ihn weiter zu verkaufen. Die Kollegin Erika instruiert den Reporter, die älteren Salate unter die neuen zu tun. Dieses Vermischen ist eine klare Verbrauchertäuschung, da es unmöglich ist, nachzuverfolgen, wie alt der eigentliche Salat ist, besonders bei leicht verderblichen Produkten wie Garnelen.

Schimmelkäse wird umetikettiert und verkauft

04:46:39

An der Käsetheke werden angeblich abgelaufene oder bereits verschimmelte Käsesorten durch Abschneiden des Schimmels 'rettet' und anschließend neu verpackt und mit einem neuen Haltbarkeitsdatum versehen. Eine Kollegin lacht über Bedenken des Reporters und fordert ihn auf, den Schimmel abzupulen, da 'der weiße Schimmel genießbar' sei. Dieses Vorgehen ist nicht nur eine Täuschung, sondern auch potenziell gesundheitsgefährdend, da der Schimmel durch den Käse gewachsen sein könnte.

Umsatzdruck und Demütigung von Mitarbeitern

04:57:14

Ein ehemaliger Hausleiter von Kaufland berichtet vom enormen Umsatzdruck. Es gäbe tägliche 'Top 5' und 'Flop 5'-Listen, in denen Filialen je nach Umsatz öffentlich gerangiert würden. Wer in der 'Flop 5' landet, werde negativ bewertet und aufgefordert, schnell Maßnahmen zu ergreifen. Dieses System fühlt sich für die Mitarbeiter wie eine öffentliche Demütigung an und zwingt sie dazu, Hygienestandards zu vernachlässigen, um nicht negativ aufzufallen.

Kaufland reagiert und beschreibt Praktiken als unzulässig

05:05:29

Kaufland nimmt in einer Stellungnahme Stellung zu den Vorwürfen und betont, dass Hygiene und Produktqualität oberste Priorität hätten. Die dargestellten Praktiken, wie das Umetikettieren von Lebensmitteln oder das Abschneiden von Schimmel, seien definitiv nicht den Vorgaben des Unternehmens entsprechend. Man habe die Umsetzung der Prozesse in der Filiale Bad Tölz auf den Prüfstand gestellt, bestätigt aber gleichzeitig, dass das Unternehmen Rekordgewinne erzielt.

Persistierende Mängel und systemisches Versagen

05:17:22

Ein weiterer Besuch in der Filiale Bad Tölz zeigt, dass sich an den Mängeln nichts geändert hat. Käse mit dunkelgrünen Schimmelflecken wird weiter verkauft, indem der Schimmel abgeschneidet wird. Dies sind keine Einzelfälle, sondern alltägliche Zustände im Konzern des reichsten Deutschen. Das Unternehmen prahlt mit Werten wie Respekt und Vertrauen, aber dokumentiertes Verhalten wie ausbeuterischer Druck auf Mitarbeiter und Missachtung der Lebensmittelsicherheit zeigen ein systemisches Versagen.