Aktuelle Messungen offenholen, dass die Erwärmung seit der Industrialisierung massiv zugenommen hat. Besonders Europa erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Die Überschreitung planetarer Grenzen führt zu beschleunigten Kipppunkten, die Stabilisierung der Temperaturen erscheint unmöglich. Die Auswirkungen auf Ökosysteme, Landwirtschaft und menschliche Gesellschaften sind bereits jetzt spürbar und werden sich weiter verschärfen.
Einführung in den Stream
00:22:4000:22:40 Ne, die hat, mein Bruder macht so Orchideen-Züchterungen oder so, der macht gerade seinen zweiten Doktor in Biologie und der macht so Artenschutz, arbeitet für, ich glaube sogar für das Bundesland, um diese Naturschutzgebiete zu kennzeichnen und kämpft da gegen Behörden und so. Und der macht dann immer so Abschnitte, schickt die meiner Frau und die zieht die dann groß. Also auch Orchideen, nicht nur... Ja, ja, ja, ja.
00:23:07 Nach dir sind Insekten benannt und ich habe eine Orchidee, die nach mir benannt ist. Wie heißt sie denn? Keine Ahnung. Irgendwas mit Karl. Irgendwas mit Karl auf Latein. Karlos schlag nicht tot. Aber ist sie demnächst besonders schön oder interessant? Ich glaube, die ist besonders groß. Ich weiß nicht, ob das ein Kompliment ist. Vielleicht.
00:23:32 Auf jeden Fall ein Kompliment, der man nach wem was benennt. Nee, bei Orchideen geht das schnell. Die gibt es wie Sand am Meer. Da machst du einfach so eine Kreuzung und dann hast du eine neue. Das gilt auch. Bei uns gilt das ja nur, wenn es eine eigene Art ist. Nee, bei Orchideen kannst du einfach kreuzen und wenn es was Neues ist, ist es was Neues und darf benannt werden. Das ist dann ganz nett. Ich wäre da ja mega neugierig an deiner Stelle und würde mir wissen, wie das aussieht.
00:24:04 Die ist auf jeden Fall zweifarbig, was sie wohl besonders macht. Die ist lila und so rosa. Nice. So, ich gucke jetzt mal, dass ich euch schon... Aber ihr seid jetzt zu sehen, aber es sind alles Freunde. Es sind alles Freunde und liebe Menschen. Ja, was wir sagen, ist ja auch öffentlich. So, da. So müsste das dann funktionieren.
00:24:37 dass wir das alles ganz geschmeidig übertragen bekommen gleich. Cool. Kannst ruhig rausziehen, ganz komplett rausziehen. Und dann? Ja, Klaus Hock, ja, probier's mal. Nice. Arme Hase. Ganz schön.
00:25:07 Leute schreiben jemand Schlaues. Du bist ein gern gesehener Gast hier. Ich glaube, wir haben jeden der Time-is-up-Vorträge geguckt und es wurde ja auch tatsächlich sukzessiv immer schlimmer. Am Anfang hat man sich gefreut. Es ist tatsächlich so, es wird tatsächlich immer schlimmer. Das ist wirklich messbar, die Wahrheit.
00:25:30 Also ich sehe natürlich immer nur Zoom jetzt. Also wenn irgendwas bei euch passiert, müsst ihr mir das sagen. Ja, wir haben alles. Ich glaube, da passiert auch nichts Großartiges. Die haben alle ihre Notizblöcke rausgeholt zum Mitschreiben und sind bereit. Aber wenn ich irgendwas machen soll, müsst ihr mir das halt sagen, weil wie gesagt, ich sehe nur die Zoom-Bildschirme.
00:26:03 Er hat mir gesagt, du kannst auch das Pop-Out an der Seite mit den weiteren Camps zur Seite schieben, das nur Mark zu sehen ist. Das machen wir, wenn der Vortrag anfängt. Wenn der Vortrag anfängt. Sobald wir da anfangen, kommt nur der Vortrag. Ich glaube, ich kann das auch nicht so wirklich noch lauter stellen. Meine Prediction, wir sind Fakt. Du kannst ja gerne predikten, aber das ist ja...
00:26:52 Jetzt auch nicht. Ich glaube, da gewinnst du nicht viel Geld, wenn das deine Prediction ist. Die Quoten stehen ganz gut darauf, dass es sich nicht äußerst gut zum Besseren gewandelt hätte.
00:27:23 Marc könnte sich auch den Chat als Pop-Out irgendwo hinmachen. Der will, glaube ich, während des Vortrags gar nicht lesen, was ihr zu sagen habt. Also den... Meint ihr den... Ich sehe ja nur den Zoom-Chat. Ja. Nee, wir haben so ein... Das ist besser so, glaub mir. Weil wir kennen das ja aus deinen Vorträgen, wenn einer aufsteht oder sich rührt oder wandelt, dass dann instant unterbrochen wird, damit die Leute den Raum bekommen. Und das musst du dir vorstellen auf Crack. Das ist der Twitch-Chat.
00:27:52 Aber wie bleibst du da so ruhig? Das ist ja irre. Man kriegt da ein dickes Fell tatsächlich, was das angeht. Verstehe. Du bist das Antidot. Du bist das Crack-Antidot. Ja, aber die gehören noch zu den Vernünftigeren auf der Plattform. Das kann man auch. Das muss man auch festhalten. Die sind schon ganz in Ordnung.
Stream-Aufbau und Format
00:28:2000:28:20 Ja, ja, der Vortrag kommt auch auf YouTube. Der wird auf YouTube hochgeladen, wird kostenlos überall zur Verfügung gestellt. Auch hier kann man sich den angucken, man kann den VOD angucken. Das wird auf allen Kanälen veröffentlicht werden. Geplant sind 90 Minuten. Und zwar haben wir uns gewünscht, dass es 90 Minuten ein wenig inhaltlicher wird. Ich habe euch angekündigt, als ihr seid nicht das EU-Parlament, mit euch kann man umgehen wie mit Erwachsenen.
00:28:45 Und ich habe auch gesagt, der Großteil von euch ist schon vegan. Also falls ihr nicht vegan seid, dann werdet einfach jetzt schnell vegan. Und dann gibt es auch später nichts zu meckern. Inhalte. Ja, macht mal ein 269, wenn ihr schon vegan seid. Das ist mal ein Überblick, wie viel von euch tausende. Ja, es sind viele. Es sind viele. Wir haben viele Veganer schon hier. Die Leute wissen... Nice. Finde ich gut.
00:29:23 Ja, als Nicht-Veganer gucken macht es auch keinen Spaß, deine Sachen. Ich glaube, ich kenne es nicht als Nicht-Veganer, aber ich glaube, wenn man nicht vegan ist und dann die Vorträge sieht, dann macht es keinen großen Spaß. Das glaube ich nicht. Sollte man nicht machen. Magst du schon mal dieses Vortragsding einrichten und starten, dass ich gucken kann, wie ich das dann am besten so eindüsel, dass das auch gut zu sehen und zu hören ist? Ich? Ja. Ja, also klar, ich gehe auf Share.
00:30:26 Das wäre das Bild, was ihr seht. Moment, ich muss aber vorher noch diesen verdammten Laserpointer anmachen. Jetzt geht das schon wieder nicht. Das geht auch, wenn du lange auf die Maus drückst. Dann geht auch ein Laserpointer an. Oh, das probiere ich direkt mal aus. Nee, bei mir macht er das nicht. Du hast ja noch nicht die Präsentation geteilt. Ja, hast recht. Genau so ist es. Du hast recht. So.
00:31:12 Ist das das, was ihr braucht? Genau, aber du musst das noch so einrichten, dass du wieder unten links zu sehen bist. Achso, nee, ist egal, können wir lassen. Ich weiß nicht, ich war mir nicht sicher, ob das vielleicht dann irgendwas verdeckt von den Bildern oder so. Ich glaube, das geht. Ich glaube, das ist gerade für YouTube immer besser. Die Leute wollen ja dich sehen. Ah, okay. 90% der Leute geht es doch nicht um Inhalte, sondern um Personenkult. Gut, gut.
00:31:39 Gucken, wo das vorhin, vorhin konnte ich das machen, Presenter Layout, aber jetzt weiß ich schon wirklich, ja, verrückt jetzt. Wisst ihr, wo das Presenter Layout ist? Jetzt ist es auf einmal wieder weg. Vorhin war es noch da. Ich kenne mich da bedauerlicherweise gar nicht mit aus. Okay, okay, gut, gut. Nein, nein, es geht jetzt nur um Zoom, Häschen. Ach, ich soll ein Twitch-Chat fragen.
00:32:23 Witzscher, kennt sich irgendeiner mit Zoom aus und weiß, wie man ein Presenter-Layout einstellt? Das ist eine tödliche Frage, weil jetzt weiß es jeder und ungefähr 95 Prozent davon sind... Ja, ich bin dran.
00:33:10 Also ja, eure Fragen, wir haben schon einige Fragen gesammelt, aber ihr habt auch nach dem Vortrag noch die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Macht das nur, also wenn ihr die während des Vortrags entwickelt, dann schreibt die gerne schon auf und merkt die euch und wir sammeln die dann nach dem Vortrag und stellen sie Mark. Und die guten werden auch dann beantwortet, die schlechten werden aussortiert und ignoriert.
00:33:39 Also wenn tatsächlich jemand noch eine Idee hätte, wo man das Present-Delight einstellen kann, dann will man jetzt nämlich ein Video zeigen, das ist jetzt vielleicht ein bisschen bescheuert. Ich bin auch schon in den Einstellungen. So, wir jubeln.
00:33:53 Also falls bei Twitch... Also da müsste das ja eigentlich jetzt hier passieren. Aber ist von der KI die Antwort, ne? Also ich weiß nicht, ob das zu gebrauchen ist. Ah doch, ich sehe es schon, ja, alles klar.
00:34:22 Over the shoulder? Nee, das wollen wir nicht. As background. Da wäre ich jetzt irgendwie... Das Problem ist, dass ich mich nachher nicht sehe. Also wenn ich was verdecke, dann weiß ich es nicht. Da müsstet ihr mir das dann eventuell sagen. Aber so könnte ich das jetzt machen. Müsstest du mal gucken. Ja, so ist Tiptop. Ja? Okay, Moment. Immer noch Tiptop? Ja, so ist Tiptop. Ah, gut. Okay.
00:34:49 Ich glaube, das ist so klein unten links in der Ecke, dass da gar nichts von liegt. Die meisten Grafiken sind ja alle zentralisiert. Okay. Gut. So, jetzt muss ich nur gucken, ob ich das vielleicht noch so eingestellt kriege. Ja, so ist das tiptop, oder? Das mit 1111 habe ich schon gemacht. Aber so ist tiptop. Ne, so sind wir gut.
00:36:15 Von unserer Seite aus wären wir startklar. Ja, gut. Dann kann ich auch starten. Soll ich einfach starten? Ja, dann können wir einfach starten. Gut, Moment, die Ines macht doch gerade Krach im Hintergrund. Ich warte mal gerade, bis sie fertig ist. Okay, also jetzt ist 20.12 Uhr. Ich würde dann je nachdem 90 Minuten machen. Ihr könnt mich natürlich auch jederzeit unterbrechen. Das ist natürlich überhaupt kein Problem.
00:36:48 Vortrag hieß schon immer Time is up. Also das habe ich jetzt nicht mehr irgendwie ausgedacht, weil es alles immer gruseliger wurde. Und die Updates beziehen sich darauf, dass ich die Vorträge jedes Mal komplett neu mache. Also ich nehme immer die neuesten Daten und erzähle auch, wenn ich historische Sachen sage, sehr, sehr häufig neue historische Sachen, damit ihr, wenn ihr wollt, die anderen Vorträge unter umweltvorträge.net mit Ä, könnt ihr die auch gerne angucken. Jetzt bewegt sich meine Präsentation nicht weiter.
Klimawandel und Wissenschaftliche Daten
00:37:1800:37:18 Jetzt ist alles abgestürzt. Moment. Ich bin Marc Benecke, Kriminalbiologe vom Beruf und die Vorträge laufen an sehr verschiedenen Einrichtungen. Also zum Beispiel könnt ihr hier...
00:37:37 sehen, dass ich das für Fridays schon gemacht habe, für das Naturhistorische Museum in Bern, Uni Köln und so weiter, das könnt ihr selber lesen, aber eben auch für das Europäische Parlament und die Finanzgruppe Hochschule für Finanzwirtschaft und Management. Das ist manchmal ein bisschen gruselig für die, weil ich da natürlich dann auch ein bisschen was Wirtschaftliches erzähle und da wissen die selber nicht, wie sie überhaupt darauf reagieren sollen, weil natürlich ist, ich sage dann halt, okay, Gewinnmaximierung führt halt zu den ganzen Problemen, die wir haben und
00:38:04 Die leben natürlich alle davon und sehr viele Leute planen ja auch ihre ganze Lebensplanung darauf. Deswegen führt das also öfter mal zu Schwierigkeiten. Warte mal, ich muss nochmal den Laserpointer einstellen, der ist jetzt schon wieder weg. Tut mir sehr leid, ich weiß nicht, worum das passiert. Gerade eben war es noch überhaupt kein Problem. Und auch an den Universitäten ist es so, dass die Studierenden teilweise natürlich...
00:38:51 schon alles Wissen haben, aber dass es dann manchmal auf höheren Ebenen irgendwie versandet. Zum Beispiel gab es eine Universitätsbesetzung, nachdem ich in Göttingen den Vortrag gehalten habe, wie ihr hier sehen könnt. Also da wurde der Hörsaal besetzt und dann war die einzige Forderung war, dass draußen ein Plakat, ein Banner angebracht werden soll, auf dem steht, dass die Universität sich bemühen wird oder erklären wird, bis zu dem und dem Jahr so klimaneutral wie möglich zu werden. Da hat sich die Universität nicht zu bereit erklärt.
00:39:17 leuchtet mir überhaupt nicht ein, wo ist das Problem? Also ich bin normalerweise jemand, der als Biologe gerne und so hat das auch alles angefangen, dass ich mich da reingefuchst habe in das ganze Thema, die Umwelt betrachte. Hier seht ihr uns auf einem Friedhof in Berlin vor ein paar Tagen. Da lebt schon fast gar nichts mehr. Das ist mir schon vor längerer Zeit aufgefallen. Da habe ich mich sehr gewundert, wie in so einer ungestörten Umgebung da nichts passieren kann. Ich fotografiere dann halt normalerweise einfach irgendwelche Blümelein und Insekten und stelle die dann zum Beispiel bei einem Naturalist ein. Ein Naturalist ist so eine
00:39:47 Datenbank, wo man weltweit eben dann alles, was man findet, einstellen kann. Da seht ihr das, da Ameisen, Fliegen, Hasen, Trauer, Rosenkäfer oder hier meine Lieblinge, die Fliegen, mit denen ich im Beruf auch sehr viel zu tun habe, weil die uns sagen, wie lang zum Beispiel eine Leiche besiedelt war durch die Larven, also die Kinder von diesen Fliegen. Ich mag aber auch alle anderen Tiere, also ich habe jetzt keine Lieblingstiere oder sowas. Zum Beispiel auf dem Friedhof da in Berlin vor ein paar Tagen haben wir diese fantastische Spinne gefunden, egal ob ihr die mögt oder nicht. Ich glaube, wir können uns einigen...
00:40:17 dass die sehr elegant gekleidet ist, hier mit dem silbernen Streifen und diesen tollen Beinen, die wie Strumpfhosen oder sowas aussehen. Also es ist absolut fantastisch. Und auch mein Patentier im Naturoekonomium in Berlin, die Markus Mücke oder die Markus Fliege Bibio, finde ich auch ganz toll, weil ich die auch mal auf einem alten Friedhof schon während der Zeit meiner Diplomarbeit gefunden habe. Also ich zeige euch das nur, weil...
00:40:41 Das Ganze ist wirklich daraus entstanden, dass ich gesehen habe, dass es halt immer weniger Tiere gibt. Das hier ist jetzt auch in Berlin vor ein paar Tagen gewesen. Das war das einzige Tier, was wir überhaupt gesehen haben. Da in der Nähe, da habe ich was über den Führerbunker gemacht. Den gibt es ja noch, den Führerbunker, also unter der Erde ist er ja noch. Und das war dann die einzige Begegnung mit Leben, die ich da gesehen habe, war dieser Käfer. Ich bin natürlich nicht der Einzige, der sich für diese Tiere interessiert. Alle Biologen und Biologinnen sowieso. Hier der Sittich, der ist nicht echt hier oben. Aber schon Charles Darwin hat gesagt,
00:41:10 und entdeckt und gemessen vor allen Dingen, das ist das wichtige, er hat es gemessen.
00:41:14 dass ohne zum Beispiel Regenwürmer, was auch jetzt ein Riesenproblem geworden ist in den nächsten Jahren, überhaupt kein Landbau oder wie auch immer ihr das nennen wollt, Ackerwirtschaft oder sowas mehr möglich ist. Und er hat das schön ausgerechnet, eins meiner Lieblingsbücher, nicht nur von Charles Darwin, sondern überhaupt, weil da schon vorgemacht wurde oder er vorgemacht hat, wie Messen eben die Grundlage für wirtschaftliche, soziale, kulturelle und alle anderen Entscheidungen trifft. Damals galt das noch als sehr kauzig, weil da war natürlich die Erde noch nicht so vertrocknet oder überschwemmt und da gab es noch genug von den Regenbüren.
00:41:44 Würmern, aber die Gedanken darüber haben sich die Menschen schon sehr, sehr lange gemacht. Der Insektenschwund ist etwas, eines der wenigen Dinge, die sich gut eingearbeitet haben ins Bewusstsein der Menschen. Manche machen da Witze drüber, manche finden es erfreulich, weil sie eh keine Krabbeltiere mögen, also besonders keine Spinnen und Fliegen und was weiß ich, Mücken und sowas. Aber insgesamt...
Insektensterben und ökologische Folgen
00:42:0600:42:06 Hat sich das so weit eingearbeitet, dass hier der Bayerische Rundfunk Anfang des Jahres gemeldet hat, und das ist jetzt schon eine sehr biologische Meldung, dass die Arten, die eine Wiese bewohnen, sich kaum noch von denen...
00:42:17 von Wiesen am Alpenrand unterscheiden und es sind nur noch wenig anspruchsvolle Insekten. Also selbst Landschaften, die auf den ersten Blick noch so romantisch und vielleicht auch artenreich erscheinen könnten, nicht für Biologen oder Biologinnen, aber so für das Auge des Menschen, der da durch die Landschaft reist oder schweift, selbst da ist also schon echt richtig schlecht. Und wenn man sich die echten Meldungen dazu anguckt, das ist das, wozu ich...
00:42:39 euch auch ermutigen würde, wenn ihr mal solche Meldungen seht, schaut euch immer die Originalmeldungen an und dann kann man auf die Universitätsseiten oder in die Originalveröffentlichungen gehen. Und da steht es dann eben, Bayerische Wiesen sind laut einer neuen Studie der Uni Würzburg.
00:42:50 eintönigste Insektenhabitate. Das muss man sich mal vorstellen. Typischerweise stellt man sich solche blühenden, gerade Wiesen, die nicht so oft gemäht werden, ja als ein Hort der Artenvielfalt vor. Die Zeiten sind vorbei. Das ist eben genau das, warum dieses Update hier mir jetzt auch besonders wichtig ist, was wir gerade hier machen. Es hat sich in den letzten Monaten dermaßen ins Katastrophale entwickelt, dass es da für mich als Biologisch schon gar keine Worte mehr für gibt. Und diese Meldung ist eine davon. Also überraschend bieten Äcker
00:43:19 und Siedlungen mehr Vielfalt als das Grünland. Also wenn ihr euch das Video nochmal anschaut hier, das müsst ihr euch mal auf der Zunge zergehen lassen, das sehen wir auch in anderen Großstädten, dass zum Beispiel die Stare, jetzt sind sie auch alle tot, aber anfangs alle nach Berlin reingeflohen sind, sodass man dachte, okay, die Stadt bietet diesen Tieren, die außerhalb gar nichts mehr zu fressen finden und keinen Lebensraum mehr finden, noch irgendeine Umgebung.
00:43:39 Aber selbst die hat es jetzt auch weggehämmert. Also ihr seht ja ein irres Beispiel dafür und das Ganze wird dann sehr hochrangig veröffentlicht. Das wisst ihr vielleicht hier aus eurer Community. Die meisten anderen wissen das aber oft nicht und denken, das wäre so ein kauziges Thema für so wollsockige Menschen, die halt gerne irgendwelche Tiere retten.
00:43:57 wie man sich das in den 1960er, 70er Jahren vielleicht vorgestellt hat. Das ist aber nicht so. Hier seht ihr, dass das in der Nature-Gruppe vorgestellt wird oder auch in der Science. Das werdet ihr gleich noch sehen, auch von diesem Jahr, 15. Januar 2026. Vergleichsweise schnell auch angenommen. Das bedeutet, da war auch eine hohe Dringlichkeit. Man hat gesagt, überarbeiten Sie das Paper noch ein bisschen, aber wir möchten das wirklich gerne.
00:44:19 veröffentlichen diese sogenannte Homogenisierung oder wie ihr gerade gehört habt, dass halt nichts mehr groß da ist und nichts mehr lebt, durch die intensive Landwirtschaft. Das führt zu diesem Verlust der Artenvielfalt und der Verlust ist unfassbar rasant. Ich will da heute gar nicht so drauf eingehen, weil ich da schon ein paar andere Vorträge zugehalten habe, aber die meisten von euch, die jünger sind, das will ich nur kurz sagen, auch wenn ich mich jetzt sehr alt anhöre, bin ich ja vielleicht auch, haben überhaupt keine
00:44:46 Man nennt das Baseline-Shift, also haben überhaupt keinen Maßstab mehr dafür, wie viel Leben früher wirklich unterwegs war, wie die Luft war voller Eintagsfliegen, voller Schmetterlinge, also auch so Tiere, die man jetzt nicht als ekelig oder gruselig oder lästig ansieht. Das war alles, alles voll damit. Unvorstellbar für heutige Verhältnisse, wo, wie ich am Anfang zeigte, man Glück hat, wenn man noch einen einzelnen Käfer oder irgendwie eine einzelne Spinne mal irgendwo trifft. Das hier ist jetzt eben aus Nature Communications.
00:45:15 Normalerweise zeige ich keine Texte. Ich will aber hier nur mal einfach so, um es mal gemacht zu haben, euch zeigen, wie dann so der Professor an der Universität Göttingen in dem Fall aus einer umfangreichen Studie den Schluss zieht. Die Landwirtschaft ist die Stellschraube. Also wenn es jetzt um Insektenvielfalt nur ginge und damit zusammenhängende Artenvielfalt, natürlich auch Würmer, Bakterien und alles andere, dann könnte man Anreize schaffen, dass die Felder kleiner und vielfältiger sind. Und dann würde das klappen. Dasselbe gilt für Gartenbesitzerinnen und Gartenbesitzer, für die ich übrigens auch schon Vorträge gehalten habe. Also reine Gartenbesitzer, Gartenbesitzer.
00:45:44 Wir sehen das auch in vielen Ländern, dass überhaupt nur noch in Vorgärten auch noch Ansätze von Artenvielfalt im Sinne von Wildbienen, Vögeln und so weiter anzutreffen sind. Und die Tiere, gerade die Vögel, da sieht man es besonders gut, gleiten wirklich nur noch von Vorgarten zu Vorgarten. Und der Rest der Stadt ist für die eine reine Wüste geworden, in der die nichts mehr essen, aber auch nichts mehr trinken können.
00:46:06 Das nur als kleine Einleitung, wie dem auch sei, das wusstet ihr vielleicht schon und wie gesagt, gerade das Arten- und Insektensterben ist den meisten Menschen auch genügend im Bewusstsein und dass die Landwirtschaft natürlich durch die Ackergifte, die dort maßenhaft aufgebracht werden, die auch in unserer Lebenszeit nicht mehr verschwinden werden, weil die gar nicht abbaubar sind und die dann auch alle benachbarten Naturschutzgebiete töten, bewiesen, gemessen, besonders in Deutschland. Da ist die erste Studie dazu überhaupt erschienen, die Krefelder Studie.
00:46:35 Da haben aber auch alle anderen Länder nachgezogen, obwohl das am Anfang gar keiner geglaubt hat. Das wisst ihr vielleicht. Jetzt können wir mal ganz, ganz kurz in etwas Historisches reinschauen, nur damit ihr besonders, ich weiß, ich höre mich jetzt wie Opa an, ja, aber für die Jüngeren, damit ihr seht, wie krass die Lüge und die Verdrehung und die Verblendung und die Ausblendung stattgefunden hat, die wir bisher hatten.
00:47:01 Eine Veröffentlichung, die sehr selten erwähnt wird, die stammt aus dem Jahr 1975 aus der Science. Das ist die Zeitschrift, wo so Nobelpreisträger und Nobelpreisträgerinnen veröffentlichen. Wenn ich in dieser Liga jemals was veröffentliche, das ist schon passiert, dann sind das so Buchkritiken oder so. Dann darf der Markt, darf man ein Buch rezensieren, aber bestimmt keinen Artikel da veröffentlichen. Das Schriftbild sieht jetzt ein bisschen altertümlich aus, weil es halt eben von 1975 ist. Und da seht ihr, damals hat der Kollege geschrieben, sind wir...
00:47:30 am Rande einer sehr starken Erwärmung. Das wusste ich als Kind auch schon und auch in meinem ersten Buch, was ich geschrieben habe in den 1990er Jahren, ist schon ein eigenes Kapitel drin über diese Erwärmung, die
00:47:44 Also damals Menschen, die Zugang zu Bildung hatten oder die einfach auch nur Fernsehen geguckt haben und dann eben nicht nur Quatsch-Sendungen geguckt haben. Damals gab es ja nur wenige Fernsehsender, ich glaube zwei oder drei oder so. Da wurde das auch regelmäßig besprochen. Das war jetzt nicht irgendwie Geheimwissen. Ich zeige euch mal hier, das ist dieselbe Veröffentlichung, die ihr gerade gesehen habt. Die ist von der Columbia University, von einem Kollegen. Ich habe das extra mal so ein bisschen schief gelassen. Da seht ihr...
00:48:06 Auf der linken Seite, die Temperaturveränderungen hat er da ausgerechnet und vorhergesagt 1975, also hier 1,2 Grad war da die Grenze. Man wollte sich überhaupt nicht vorstellen, dass das jemals auch nur in die Nähe von 1,5 Grad kommt. Oder natürlich auch eine Abkühlung, die damals auch noch zur Diskussion stand, weil manche Leute noch dachten, das war auch auf Seite 1 von so populärwissenschaftlichen Zeitschriften, es könnte alles viel kälter werden. Und dann seht ihr hier die Jahre, da hat er jetzt also ab 1800.
00:48:32 Hat er diese wechselhaften, großen Schwankungen, die es in der Natur und der Temperatur gibt, hat er überlagert mit dem, was jetzt durch das Kohlenstoffdioxid an Erwärmung dazukommt. Und was wirklich verblüffend ist an dieser Veröffentlichung ist und auch an allem anderen, was damals schon veröffentlicht wurde, also Club of Rome, wo es darum ging, dass das Wachstum halt begrenzt ist, man kann nicht immer weiter wachsen, das geht einfach nicht, ist, wie genau das ist. Ich habe es euch hier nochmal...
00:49:00 rausgezogen und die Quellen dazu geschrieben, wenn ihr das nochmal nachgucken wollt, da seht ihr jetzt eben, dass diese Temperaturen hier auf einmal sehr, sehr stark ansteigen. Sagen wir mal, aller, aller spätestens 2000, in Wirklichkeit aber auch schon viel früher. Und das ist genau das, was wir jetzt sehen. Das zeige ich euch auch gleich noch. Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, den man in den 70er Jahren wirklich nur mit sehr, sehr viel Mut auch veröffentlichen konnte, weil normalerweise solche Veröffentlichungen dann...
00:49:25 eigentlich hätten abgelehnt werden müssen, weil man sagt, also hören Sie mal, wie soll das denn jetzt auf einmal so rasant hochsteigen? Das ist...
00:49:33 Dann veröffentliche ich das mal in einer kleineren Zeitschrift und nicht in der wichtigsten Forschungszeitschrift des Planeten Erde. Da kriegt man dann so einen netten Brief, da steht dann drin, wenden Sie sich an eine kleinere Zeitschrift. Derselbe Kollege hat dann viele Jahre später, also wie gesagt, vorhin das war 75, jetzt sind wir 97, also ungefähr 20 Jahre später, hat er dann tatsächlich, weil er das nicht immer weiter in den großen Zeitschriften reinhämmern konnte, weil die gesagt haben, ja, wir haben das ja jetzt veröffentlicht, hat er das jetzt hier zum Beispiel auch mal in so einer kleineren Zeitschrift, die ihr nur schwer finden werdet,
00:50:02 von der Geological Society of America nochmal veröffentlicht, dass derselbe Kollege, auch wieder von der Columbia University, ich habe das hier nochmal reingeschrieben und da seht ihr jetzt eigentlich eine sehr ähnliche Art der Darstellung, aber hier hat er jetzt an der Seite, wo ihr den Punkt seht, hat er die Kohlenstoffdioxidkonzentration angegeben, also unten ist wenig sozusagen oder weniger, Teile pro Millionenteile, also 200 und oben ist mehr, also 700 und dann hat er
00:50:31 Aus dem, was ihr vorhin schon gesehen habt, hat er jetzt abgeleitet, wie das in der Vergangenheit und in der Zukunft aussehen könnte. Das ist also eine wesentlich genauere Darstellung und die ist sehr überraschend, wie ihr gleich sehen werdet. Und zwar ist er hier 18.000 Jahre zurückgegangen. Man kann heute auch noch viel weiter zurückgehen. Das macht man über Bohrkerne aus Eis. Die sind leider großteils in den USA gelagert und werden mit großer Wahrscheinlichkeit vernichtet werden.
00:50:56 Heißt, die Daten, die wir jetzt, also weil die neue Regierung das nicht möchte, dass man weiter daran forscht und nicht nur das nicht möchte, sondern dafür sorgt, dass die Daten auch vernichtet werden. Das haben leider schon viele Kollegen und Kolleginnen von mir jetzt live miterlebt im letzten Jahr. Und dann hat er aus diesen Eiskernen, die ihr hier seht, hat er das also zurückgerechnet, natürlich mit vielen Kollegen, fängt dann hier jetzt 1900 an, sagen wir mal so, irgendwie grob der Bereich der Industrialisierung. Und jetzt wird es spannend, jetzt hat er zusätzlich noch echte Messdaten benutzt und hat dann...
00:51:25 ausgerechnet, wie der Kohlenstoffdioxid-Gehalt in der Luft steigen müsste. Und ihr könnt sehen, das ist jetzt hier angegeben, das hatte ich ja vorhin schon gesagt, links und rechts. Und achtet mal drauf, er schreibt jetzt hier Likely Future 2050 oder wir können hier auf 2025 gehen und schaut mal nach, wo der rote Punkt ist, bei welchen Werten der ist. Also da hat er sowas irgendwas über 400 vorhergesagt. Und wenn wir uns jetzt mal die Werte von heute anschauen, also das sind tatsächlich die Werte von heute. Ich habe die bis zum 3. Mai.
00:51:52 konnte ich die runterladen von der NOAA. Das ist die Organisation, die in den USA für Wettervorhersage, Klimavorhersage zuständig ist. Alles, was mit Klima zusammenhängt, dürfen die eigentlich nicht mehr machen, seit die neue Regierung dran ist. Es wurden auch schon Teile sehr stark eingeschmolzen und geschlossen, aber die Kohlenstoffdioxiddaten werden noch veröffentlicht. Meistens von Moaloha, da ist eigentlich ein Sternwarte, da werden die täglich veröffentlicht. Und da könnt ihr jetzt sehen, dass die Vorhersage komplett richtig war.
00:52:20 Und das war damals noch schwierig, wirklich, also auch von den Rechnern her und von der Modellbildung und so weiter. Und wenn ihr jetzt hier mal schaut, hier seht ihr unten das Jahr 2016 und dann hier das Jahr 2026. Und da, wo der rote Punkt ist, wieder die Kohlenstoffdioxidkonzentration in Teilen pro Million. Unten sind jetzt 390, oben sind 440. Und dann, das finde ich besonders wichtig, wenn ihr mit anderen Leuten sprecht, es sind die Daten aus sehr vielen verschiedenen Mestellen. Das ist jetzt nicht irgendwie eine Mestelle oder die Leute, die Forscher.
00:52:50 Forscher haben sich irgendwas geeinigt oder so, sondern es sind völlig verschiedene Mestellen. Also eine ist hier am Südpol, das ist die gelbe Linie, die ihr da unten seht. Da schwankt das jetzt zum Beispiel weniger stark. Dann seht ihr hier Mauna Loa, was ich gerade erwähnt habe, wo die Sternwarte ist und noch andere. Und alle zeigen immer dasselbe. Es steigt nicht nur an, sondern es steigt genau so an, wie der Kollege das damals schon berechnet hat. Das sage ich euch nur deswegen, also den Jüngeren sozusagen, weil lasst euch nicht erzählen, dass irgendeiner das nicht gewusst hätte.
00:53:18 Weil normalerweise hört man, die Ölindustrie wusste das.
00:53:21 Und die hat das immer vertuscht. Das stimmt auch, natürlich, da braucht man gar nicht drüber reden, die Dokumente sind ja auch bekannt, aber auch jeder andere wusste das. Also eure Eltern und Großeltern, solange die Zugang zu Bildungen hatten und wie gesagt Fernsehen geguckt haben, wussten das auch. Also das ist übergeschwappt in so ganz normale Sendungen, die dann abends in den wenigen Fernsehprogrammen liefen. Und wie ich schon sagte, ich habe es als Kind schon gewusst und dann auch in mein erstes Buch mit reingenommen, als selbstverständliche Tatsache. Das war überhaupt nicht irgendwie strittig oder sowas. Also dieses Anzweifeln.
00:53:50 lügen das ist dann irgendwie als wolke darum entstanden also ihr seht die ergebnisse stimmten und was mich nicht so
00:53:59 Fröhlich stimmt, ich wollte heute nochmal gucken, was Mona Loa meldet. Und ihr könnt jetzt sehen, hier in dem grünen Quadrat, die Daten sind nicht mehr da. Ich hoffe mal, dass sie denen nicht den Saft abgedreht haben, weil das wurde nämlich angekündigt, dass das nicht mehr erwünscht ist, dass die Kohlenstoffdioxiddaten dort erhoben werden. Es kann natürlich auch sein, dass es andere Gründe hat, aber ich habe in meinem bisherigen Leben noch nie erlebt, dass über mehrere Tage keine Kohlenstoffdioxiddaten mehr da waren. Es ändert aber natürlich überhaupt nichts an dem, was ihr seht.
Globale Erwärmung und Mediale Darstellung
00:54:2500:54:25 was über Jahrzehnte bekannt ist. Und wenn wir uns das jetzt mal über einen langen Zeitraum angucken, ihr habt ja vorhin gesehen, es geht über 18.000 Jahre, man kann auch jeden beliebigen anderen Zeitraum nehmen. Da seht ihr hier jetzt einfach so eine Linie, die zeigt, wie stark die Temperatur abweicht von einem Mittelwert. Die Mittelwerte kann man verschieden legen, zum Beispiel manche nehmen 1960 bis 1990, andere nehmen auch völlig andere Werte. Darum geht es aber nicht. Ihr seht, egal wie man das legt,
00:54:52 Wir hatten tatsächlich früher eine Abkühlung, die eben dazu führte, wie ich vorhin auch schon sagte, dass man gefürchtet hat, dass die ganze Welt sich wieder mit Eis jetzt sofort überzieht. Und hier wurde jetzt eben die Dampfmaschine erfunden und dann...
00:55:07 Ist schon klar, dass die Leute am Anfang da noch nichts so stark gespürt haben von der Erwärmung, auch wenn das dann schon veröffentlicht war und auch sehr, sehr früh schon bekannt war. Also lange von 1975, lange, lange, lange davor war das schon bekannt. Und ihr seht aber jetzt auf einmal, wie das so rasant hochschnellt. Und das ist die Besonderheit. Das ist die Schwierigkeit und das ist das, was...
00:55:26 sagen wir mal beängstigend und katastrophal ist, wie ich das vorhin schon angedeutet habe. Ihr kennt das als Klimastreifen wahrscheinlich. Die Klimastreifen, für die, die mich kennen, die sind eigentlich genau dieselbe Darstellung wie die, die ihr hier seht. Nur hat man das jetzt eingefärbt sozusagen.
00:55:40 Und hat die Werte jetzt mal in die Höhle gezogen. Das wurde auch schon in Leipzig mal auf den Boden gemalt und das gibt es auch woanders, das kann ich gleich noch zeigen. Und hier könnt ihr auch sehr schön sehen, dass in der Lebenszeit von Leuten, mit denen ihr vielleicht noch irgendwie Berührung hattet, also Urgroßeltern, Großeltern, Eltern und so weiter oder Schriftstücke oder Erzählungen von denen, je nachdem wie jung ihr seid, die haben tatsächlich am Anfang eben gedacht, naja, das schwankt halt so ein bisschen hin und her. Mag ja sein, dass es ein bisschen wärmer wird, das ist aber eigentlich ganz gut, wenn es wärmer wird, weil dadurch muss man nicht so viel heizen im Wind.
00:56:10 Und im Sommer wird es nicht so glühend heiß. Und dann, und das ist eben das, warum jetzt wir sehr große Probleme mit älteren Menschen haben, in Gesprächen, was dazu führt, dass man mit denen teilweise überhaupt nicht mehr reden kann. Die vergessen halt, dass spätestens, nehmen wir mal hier ab dem Jahr 2000, genauer gesagt 2003 war es in Deutschland, so krasse Hitze...
00:56:30 Anstiege gemessen wurden, also milliardenfach, also im Minutentakt von sehr, sehr vielen Wetterstationen überall, dass das jetzt hier einfach knallrot wird. Ich wurde dann gebeten, bitte kein Rot mehr zu verwenden, weil das so alarmierend sei und die Menschen sich dann unwohl fühlen. Nur das Problem ist, also natürlich hören wir dann zu, also alle Leute, die das machen und sagen, okay, aber die Frage ist, welche Farbe man jetzt danach nehmen möchte. Einige sind schon dazu übergegangen, das jetzt so zu machen, dass dann hinterher weiß kommt. Also da fängt man sozusagen wieder von vorne an.
00:57:00 Aber da merkt ihr schon, was für ein Irrsinn das ist, wenn das die einzige Sorge der Leute ist, dass die Farbe so alarmierend ist. Also das ist ein bisschen gruselig. Ihr seht ja das. Das ist der Bahnhof Cottbus. Da waren wir vor ein paar Tagen, die Ines und ich.
00:57:12 Und da seht ihr hier oben, der ist ungefähr 2016 bis 2018 fertig gebaut worden. Und da seht ihr eben die Klimastreifen, die hat die Deutsche Bahn da also sehr groß bei der Renovierung des Bahnhofs dran gemacht. Und da merkt ihr, da seht ihr schon, dass vor zehn Jahren halt eben dieses Knallrote noch nicht so vorhanden war, sodass die Leute also dieses Märchen, was sie heute noch erzählen, dann teilweise mit sich tragen oder vielleicht auch selber dran glauben und sagen, nee, das ist doch alles nicht so schlimm, das schwankt nicht so. Also man muss immer überlegen.
00:57:38 Was nimmt eine Person als Lebenserfahrung mit und was nimmt eine Person als Grundlinie mit? Und bei den alten Menschen ist es leider so, dass sie natürlich irgendwie das, was gegenwärtig stattfindet, nicht so stark in Erinnerung mehr haben, sondern teilweise eben eher die Vergangenheit, die wirklich anders war. Also auch noch in der Lebenszeit von diesen...
00:57:55 wie soll ich sagen, Menschen, die gar nicht mit Absicht lügen. Jetzt kommt eine Darstellung, die findet ihr vielleicht ein bisschen unübersichtlich. Ich zeige euch das aber mal, wenn ihr euch selber informieren wollt, weil der Peter Carter zum Beispiel so in Eigeninitiative, der sucht immer die neuen Informationen raus und manchmal stößt er einen auf etwas, was einem vorher gar nicht klar ist. Ich will euch das hier nochmal zeigen. Also, wir gehen mal langsam da durch. Also, hier unten sind einfach wieder die Jahre angegeben, von 1950 über 2000 bis 2025. Das ist alles ein bisschen nerdig. Der ist halt so nerdig.
00:58:25 und liebt seine Daten und dann hat er hier angegeben
00:58:29 Wie viel Grad Celsius im Vergleich zu den vorindustriellen Bedingungen habt ihr ja vorhin gesehen, Einführung der Dampfmaschine oder was auch immer man daneben will, welche Bedingungen davor herrschen? Wir haben das 1,5 Grad Ziel lange gerissen, lange, lange, lange gerissen. Das ist nicht der Punkt. Hier seht ihr auch, da hat er noch so eine vulkanische Kühlung, hat er hier noch eingezeichnet, die natürlich auch dazu führen kann, dass wenn nicht so viel Sonne einstrahlen kann, es noch ein bisschen kühler wird, was ja auch durch den Wegfall von Schwefel auf den Meeren dazu führt, dass es jetzt noch schneller wird.
00:58:59 wärmer wird, weil der Ausstoß von Schwefel aus Schornstein wurde begrenzt.
00:59:04 Und dadurch hat man jetzt noch mehr Sonneneinstrahlung, die auf die Erde knallt. Aber der Hauptpunkt ist was ganz anderes. Also ihr seht jetzt hier, ist dieser Temperaturenstieg, den ihr alle kennt. Und jetzt kommen die Modelle. Also es gibt ja zum Beispiel vom Internationalen Klimarat und von vielen anderen gibt es ja so Modelle. Und die spalten sich immer auf. Also ihr könnt sehen, es gibt zum Beispiel hier vom IPCC ein Modell, das heißt 2,6 oder 4,5 oder 7 oder 8,5. Das sind verschiedene Rechengrundlagen. Und die Frage ist halt immer,
00:59:33 Und dann
00:59:34 Wovon reden wir eigentlich? Also wie dramatisch und wie schnell ist es jetzt eigentlich das Ganze? Und das hat der Kollege Peter Carter hier sehr, sehr schön gemacht. Der hat jetzt mal ganz genau die Daten, ich vergrößere euch das, ich zeige euch extra mal so ein bisschen nerdige Bilder, damit ihr das mal sehen könnt, die auch so ein bisschen pixeln. Und wir sehen, dass wir im Worst Case sind. Also wenn wir die Daten nehmen, die vorhanden sind, obwohl das hier sich noch nicht so stark aufgespaltet hat, wie das jetzt bei den IPCC-Modellen dann bis zum Jahr 2100, weil man bis vor ein paar Jahren dachte, das Ganze schlägt erst zwei.
01:00:03 voll durch, daher kommt diese Zahl. Wir wissen jetzt, dass das natürlich sich schon um 50 Jahre nach vorne verlegt hat in den letzten Jahren, aber wir sind im Worst-Case-Szenario. Und das Problem beim IPCC ist, dass IPCC dadurch, dass die ölfördernden Länder offiziell als Stellungnahme in Pressekonferenzen und so, haben die gesagt, wir werden jeden Tropfen Öl fördern, bis zum letzten Tropfen. Das haben alle ölfördernden Länder gesagt, nicht nur die, die wir so arabisch nennen, sondern auch alle anderen Länder, zum Beispiel die nordischen Ölfördernden.
01:00:33 einige der nordischen Länder in Europa, die haben selber zwar sehr, sehr viel grüne Energie, verkaufen aber trotzdem das Öl. Also es wird dann woanders verbrannt. Und deswegen, das wissen wir auch seit ein paar Jahren schon, aber jetzt sieht man es überdeutlich, wir sind im Worst-Case-Szenario und das IPCC wird das nicht berichten. Also die sind immer diplomatischer geworden in letzter Zeit, damit die ölfördernden Länder eben die Erklärungen mit unterschreiben. Sonst hat man halt keine internationalen Erklärungen. Und deswegen...
01:01:01 ist der Ton von denen halt so ein bisschen mild geworden. Wenn wir jetzt mal die Temperaturen anschauen, also wir sind im Worst Case, okay, aber was bedeutet das? Und dann seht ihr, es gab All-Time-High-Levels 2025 with no end in sight. Das liegt daran, dass eben die Modelle mittlerweile, wie ihr schon gesehen habt, seit 1975 richtig sind.
01:01:22 Also die sind schon seit Jahrzehnten richtig. Und jetzt wissen wir ganz sicher, dass es keinen Weg zurück gibt. Es gibt keine Technik auf dieser Erde, die uns irgendwie erlaubt, das Kohlenstoffdioxid schnell aus der Luft rauszuholen, außer riesige Aufforstungen. Die würden aber auch 20 Jahre dauern, weil die Bäume am Anfang noch nicht viel Kohlenstoffdioxid binden und die Wälder. Da braucht man 20 bis 30 Jahre. Das heißt, wir wissen ganz sicher, dass das weitergeht. Und hier seht ihr jetzt etwas, was in den letzten Wochen...
01:01:47 sehr, sehr starke Wellen geschlagen hat. Das kann ich euch am Ende vielleicht noch zeigen. Nämlich, dass sich hier der, nennen wir es mal, der ozeanische Gürtel oder so, so stark aufheizt. Das hat sich 2025 schon abgezeichnet. Und in meinen letzten Vorträgen könnt ihr auch sehen,
01:02:01 dass das am Anfang noch gar nicht so beachtet wurde, aber dass das Meer immer wärmer wurde und zwar auch in immer tieferen Tiefen. Das erzeugt sehr, sehr viele Probleme, unter anderem auch, dass die Umwälzung nicht mehr stattfinden kann, aber eben auch, dass ganze Meeresströmungen ins Erliegen kommen und dass natürlich die ganzen Tiere sterben und die natürlichen Netze zusammenbrechen. Hier seht ihr das in Deutschland wahrscheinlich bekannteste Institut, das PEK, das Potsdam-Institut, was also Klimaforschung macht. Und die melden hier also 50 bis 64 Prozent dieser Hitzewellen.
01:02:30 die wir sehen, also dieser gigantischen Hitzewellen, da komme ich gleich noch zu, ist tatsächlich durch die Erwärmung von den Küstengewässern getrieben. Also das ist nicht einfach nur die Sonne, die einfach so jetzt runterknallt, wie man das im Alltag so kennt, dann wird einem heiß, sondern das ist die wahnsinnige, bis in die tiefste Tiefe reichende Erwärmung der Meere.
01:02:49 Mehr dazu könnt ihr, wie gesagt, in den vorherigen Vorträgen von mir sehen. Und ich weiß nicht, ob ihr euch daran erinnert. Vieles wird ja sehr schnell vergessen von den Katastrophen. Wir hatten im April, hatten wir den Strongest Storm on Planet. Da seht ihr den Sturm. Das konnte man auch live verfolgen, nicht nur im Weather Channel, sondern in sehr, sehr, sehr vielen Kanälen. Also da gibt es alles Mögliche. Wenn Tuski und wie die Programme alle heißen, wenn ihr euch dafür interessiert, findet ihr die auch sofort. Und das war ein super Typhoon. Sinlaku hieß der. Und da waren Böen bis zu 350 Stundenkilometer.
01:03:19 Jetzt war das so, dass das hier in dem Fall eher so kleine Inseln und sowas getroffen hat, aber wenn solche...
01:03:25 Taifuns, starke Winde, wenn die irgendwo auftreten, da gibt es keine Anpassung mehr. Also das heißt, die Konservativen sagen ja immer, mein Gott, dann sollen sich halt die Leute einfach anpassen. Wir können es jetzt eh nicht mehr ändern, dass die Welt sich so stark verändert und wir werden auch das Öl verwenden und alles andere, was fossile Quellen sind. Aber da könnt ihr euch nicht dran anpassen. Also wenn solche Stürme irgendwo lang wehen, dann ist einfach hinterher alles kaputt, auch in Städten, die...
Extremwetter und soziale Folgen
01:03:5201:03:52 aus Stein gebaute Häuser haben. Also dann werden zum Beispiel regelmäßig die Dächer abgedeckt, die Stromversorgung bricht zusammen, es gibt wahnsinnige Fluten und so weiter. Und das kann dann auch in Industrieländern örtlich, auch rein finanziell schon gar nicht mehr gestemmt werden, geschweige denn baulich. Jetzt fragt ihr euch, vieles davon habt ihr schon gehört, was ich euch bis jetzt gezeigt habe, manches noch nicht. Und jetzt fragt ihr euch, wahrscheinlich wie manche andere Leute, warum ist das nicht präsenter? Also warum ist das nicht eine...
01:04:18 viel wichtigere Meldungen, die im Grunde genommen mehr oder weniger jeden Tag früher auf den Zeitungen auf Seite 1 steht oder heutzutage dann eben im Internet, in Foren, in Communities und so weiter. Und das stimmt nicht so ganz, muss ich dazu sagen. Also es ist gar nicht so, dass die Wahrnehmung so stark abgenommen hat. Es gab eine Studie dazu, sehr, sehr neu von der University of Colorado in Boulder.
01:04:43 Und die zeigt, wie die Los Angeles Times, die New York Times, das Wall Street Journal, die Washington Post, USA Today im Laufe der Jahre, ihr seht hier von 2000 bis 2025, wie es angeblich so einen Peak gab, so vor, sagen wir mal, zwei, drei Jahren, wo sehr, sehr viel über die Klimaveränderungen berichtet wurde. Und das nimmt jetzt wieder sehr stark ab.
01:05:02 Angeblich in den USA. Jetzt darf man aber nicht vergessen, in den USA sind die politischen Rahmenbedingungen so, dass diese genannten Zeitungen, die ihr hier seht, die kämpfen alle ums politische Überleben, weil natürlich die Regierung alles daran setzt, dass möglichst so viel wie möglich, ich sag mal jetzt freundlich, andere Meldungen in diesen Zeitungen erscheinen. Die Washington Post kämpft da besonders stark und die New York Times in den USA, sagt man so, die kämpfen eigentlich nur noch da.
01:05:29 Das Einzige, wofür die kämpfen, ist, den Trump zu überleben. Also ob es überhaupt noch eine Berichterstattung in herkömmlicher Form geben darf. Deswegen würde ich das nicht ganz so ernst nehmen, weil wenn ich zum Beispiel ausgerechnet in Chemnitz, das ist ja jetzt sicher nicht die Stadt, die dafür steht, dass die hauptsächlich für Umweltberichterstattung in der freien Presse, das ist die größte und auch eine sehr gute Zeitung dort, Tageszeitung, sind, dann werdet ihr mit Erstaunen feststellen, dass sehr oft auch in der bürgerlichen und konservativen Presse das steht.
01:05:58 Ich kann euch das Thema kurz zeigen, hier falte ich die gerade zusammen. Und da seht ihr, steht also direkt vorne Klimabericht Europa erlebte 2025 Extremwetter. Also ich hatte die nach Berlin mitgenommen, nicht wundern, dass da die BVG im Hintergrund fährt. Ich hatte die in Berlin dabei, die Zeitung. Und es ist auch so, dass wenn man jetzt zum Beispiel die, also ich habe noch nie einen Fernseher in meinem Leben gehabt, aber es gibt ja.
01:06:20 Und heute läuft es auch eh im Internet. Aber die Tagesschau ist ja eine relativ bekannte Sendung. Da ist es sehr wohl so, dass sowohl auf den Webseiten als auch sonst so die eben melden. Europa hat sich seit 1980 doppelt so schnell erwärmt wie der globale Durchschnitt. Und als Quelle nehmen die dann auch tatsächlich die World Meteorological Organization, wo jetzt kein Mensch sagen kann, dass die Daten in irgendeiner Weise strittig sind. Also das ist, wer das behauptet, mit dem braucht man halt kein Gespräch mehr führen. Ja, das wäre so, als ob ich jetzt sagen würde.
01:06:44 Ihr träumt nur, dass ich hier einen Vortrag halte. Ihr seid in Wirklichkeit gar nicht wach. Möglich ist das vielleicht schon, aber da brauchen wir kein Gespräch mehr weiterführen. Und dass Europa sich so schnell erwärmt, das ist natürlich jetzt auch für euch besorgniserregend, logischerweise. Und interessanterweise sind nicht nur deutsche Welle und so weiter.
01:07:02 sondern eben auch die Europäische Union und Copernicus hier unten, das ist das Satellitensystem und das sonstige Mesystem, was wir haben für Erdbeobachtungen unabhängig von den US-amerikanischen und sonstigen Satelliten, zeigen das eben stark und die berichten das auch regelmäßig. Also auch hier kann man jetzt nicht ernsthaft sagen, das wird irgendwie verschwiegen oder es gibt jetzt keine Berichterstattung darüber. Hier ist übrigens noch ganz interessant, hier könnt ihr sehen in gelb.
01:07:26 Es sind die globalen Landtemperaturen angegeben. Hier wäre das minus 1,5 Grad, hier plus 1 Grad Celsius. Und dann hier sagen wir seit 1960 bis 2026 angegeben.
01:07:37 Und Europa ist relativ gesehen, hat es eben eine besonders starke Beschleunigung. Man darf aber nicht vergessen, dass am Nordpol und übrigens entgegen dem, was man sonst immer so hört, das stimmt nämlich gar nicht, auch am Südpol eine extrem schnelle Erwärmung stattfindet. Also ob Europa jetzt besonders arm dran ist oder nicht, das ist relativ egal, weil ihr seht, seit einiger Zeit geht es eben mit einer ungekannten Geschwindigkeit voran, die aber vorhergesagt worden war.
Europäische Erwärmung und Forschungsdaten
01:08:0301:08:03 Auch andere, also Radio Gong, ich zeige euch das nur mal, damit ihr nicht vielleicht diese Märchen aufsitzt, was ihr vielleicht mal gehört habt. Auch Radio Gong, das ist so ein Alltagssender, meldet, wärmster Februar ever in München. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist das der wärmste 27. Februar, obwohl das sozusagen nur 18,5 Grad waren. Aber trotzdem möchten die sehr wohl, dass das bekannt wird. Und der Guardian, der bekannt ist dafür, dass er da ein bisschen weniger mild formuliert, der schreibt dann eben, wir sind jetzt da, die Bedrohung ist da, wir sind mitten in der...
01:08:32 Klimakrise drin, 24. März 2026 und weist natürlich auf die ganzen Brände hin. Die Brände, die weltweit stattfinden, habe ich in vorherigen Vorträgen besprochen. Das mache ich heute nicht mehr. Nur damit ihr eine Größenordnung kriegt. Die Waldbrände, die wir in den letzten Jahren haben, sind pro Jahr größer als Kontinente. Also die haben die Fläche eines gesamten Kontinents zum Beispiel von Europa aufgefressen.
01:08:59 unfassbare Schäden, die auch durch nichts in unseren Lebenszeiten wieder ausgleichbar sind. Das ist überhaupt nicht möglich. Wie gesagt, ich zeige normalerweise keinen Text, aber ihr wolltet ja ein bisschen mehr Inhalt, deswegen mache ich das ausnahmsweise mal. Es ist eine nie gekannte Hitzewelle, die die Temperaturen hier um 20 bis 30 Grad Fahrenheit hochgepusht hat.
01:09:20 Da wurde damals schon angekündigt, also das habt ihr ja gesehen, das war im März 2026, da wurde schon angekündigt, sehr viele Hitzerekorde werden gebrochen und das ist tatsächlich so im harmloseren Fall, also das zeige ich euch gleich noch, im harmloseren Fall ist es so, dass man über die Kirschblüte geht, das ist etwas, was so ein bisschen netter ist, da kann man nur noch so eine rosa Kirschblüte reinmalen. Da seht ihr, dass seit dem Jahr 812 bis 2026 wird sehr, sehr streng, wird geguckt, wann die Kirschen blühen. Normalerweise in Jahren.
01:09:50 Japan ursprünglich. Das wurde auch sehr, sehr ernst genommen. Also viele von euch schmutzeln jetzt vielleicht und denken so, was ist denn das für Quatsch? Aber das ist aus kulturellen Gründen, wird das extrem ernst genommen. Die Daten sind absolut zuverlässig und ihr könnt sehen.
01:10:03 Die gucken dann immer, wie viele Tage nach dem 1. Januar, also 70 Tage nach dem 1. Januar, 100 Tage nach dem 1. Januar, 130 Tage nach dem 1. Januar. Wann blühen die? Und ihr seht, dass die Kurve dann eben in letzter Zeit rasant runtergegangen ist. Natürlich gibt es eine breite Streuung der Punkte, das könnt ihr hier sehen. Aber man kann jetzt diese Mittelwerte, in dem Fall 30 Jahre Mittelwerte, ermitteln. Und da seht ihr genau dasselbe. Es gab schon immer Schwankungen, auf jeden Fall. Oma und Opa haben recht. Darum geht es überhaupt nicht. Es geht aber darum, dass in den letzten Jahren das eben rasant...
01:10:32 entweder hochgeht, wenn es in die Temperatur geht, oder bei der Kirschblüte, weil die eben wärmeabhängig ist, rasant schnell runtergeht. Und das gab es vorher eben nicht in dieser Form. Und diese wärmsten...
01:10:43 Monate oder die wärmsten Tage und so weiter, die sehen wir jetzt eben die ganze Zeit. Also nur noch mal kurz, um ein bisschen kurz in die Vergangenheit zu gehen. Also es ist dann der so und so viel wärmste Dezember gewesen, letztes Jahr 2025, ändert aber gar nichts daran, dass wenn ihr mal hier seit 1980 guckt bis 2025 und hier nochmal die Temperaturen von 0 Grad bis 1,5 Grad über den Mittelwert, der hier angegeben wurde, das war in dem Fall.
01:11:07 Die präindustrielle Zeit 1850 bis 1900. Dann seht ihr einfach immer dasselbe. Es geht halt hier hoch und zwar sehr, sehr schnell hoch. Auch hier nochmal kurz zu den Daten. Die stammen jetzt hier. Das sind die europäischen Daten von ECMWF. Das ist auch das europäische Programm. Und Copernicus kennt ihr schon. Es ist aber egal, wo man hinguckt. Man sieht überall auf der Welt dasselbe. Und das machen wir jetzt mal. Wir gucken mal woanders hin. Das sind Daten, die die University of Maine gesammelt hat in den USA.
Extreme Temperaturen und globale Auswirkungen
01:11:3201:11:32 Die Daten stammen sehr häufig von der NASA oder eben von den europäischen Programmen und werden zusammengefasst. Für die, die es interessiert, hier, wo der rote Punkt rechts oben ist, von Climate Reanalyzer, den könnt ihr gratis und werbefrei jederzeit benutzen. Und dann seht ihr das am 13. April 2026, 44 Grad Celsius.
01:11:49 in Indien waren. Die Inder sind extrem krass davon betroffen. Ich habe da Kollegen und Kolleginnen, die posten eigentlich nur noch, wenn die mir irgendwas schicken, Fotos oder Videos von Tieren, die sich irgendwie versuchen, in den Schatten zu drücken oder ins Wasser springen. Also ich habe in den letzten Wochen überhaupt gar keine anderen Videos mehr gesehen. Also eigentlich wollen die mir nur die Tiere zeigen, aber man kriegt die Tiere überhaupt nur noch vor die Kamera, wenn die sich gerade in, ja, wie soll ich sagen, ich möchte schon fast sagen Todesangst oder zumindest sie wissen, dass
01:12:19 dass das kaum überlebbar ist, die Tiere, oder eben an so einem Wassernapf oder mehreren Wassernäpfen aufhalten. Das kriegt man in Deutschland gar nicht so mit. Wenn ihr aufs Wirtschaftliche gehen wollt, was euch in eurer Community vielleicht stark interessiert, führt das natürlich auch dazu, dass sehr, sehr viele Produkte, die in Indien hergestellt werden, an die man gar nicht so denkt, vorwiegend Medikamente, die werden natürlich auch bald nicht mehr lieferbar sein. Und es gibt aber keine anderen Orte, wo die Produkte noch hergestellt werden. Das wird also im ärztlich-medizinischen Krankenhaus und so weiter Bereich noch sehr, sehr groß.
Klimawandel und wirtschaftliche Konsequenzen
01:12:4801:12:48 Probleme nach sich ziehen, weil die natürlich nicht beliebig von den irren Temperaturen, die da herrschen, dass sie da abkühlen können. Und so kommt ein Rekord nach dem anderen. Wir gucken mal nach Japan. Nur für die von euch, die sich mehr für Europa interessieren oder die hören, das sei angeblich nicht überall auf der Welt so. 13. April, 29,3 Grad. Und da denkt man jetzt auch wieder, ja, so schlimm ist das doch gar nicht. Aber das ist mega schlimm.
Extremwetterereignisse und Datenanalyse
01:13:1001:13:10 Es tut mir leid, dass ich immer sage für die Jüngeren, okay, bitte nicht böse sein, aber wir haben früher schulfrei bekommen bei Temperaturen, also hitzefrei bekommen bei Temperaturen, die weit, weit, weit unter dieser Temperatur lagen. Also nur, dass ihr seht, das hat also schon die Grenzen des Kulturellen gesprengt, die ich in meiner Schulzeit beispielsweise noch kannte. Und hier seht ihr auch die Abweichung, die ist auch interessant, von minus sechs vom Durchschnittswert.
01:13:34 bis zu plus 6 wäre rot und ihr seht eben, hier ist wieder alles rot und jetzt wisst ihr schon, was dann wieder als Kritik kommt. Müsst ihr das rot machen, könnt ihr da nicht eine nettere Farbe für nehmen? Ja, okay, wow. Dasselbe gilt, egal wo man hinguckt.
01:13:47 Auch in Ländern, in denen man es gar nicht erwarten würde. Das ist jetzt noch aus dem Sommer 2025. Das ist so, man nennt das dann Pvennu-Skandinavische Region. Also ihr seht ja hier, ihr könnt ja auch an der Form der Länder erkennen, welche Länder hier gemeint sind. Und wenn ihr dann in die neuen Berichte immer guckt, die heißen meistens European State of the Climate, die werden rausgegeben, der Deutsche Wetterdienst gibt die Daten aber auch raus, dann seht ihr wieder dasselbe. Wir haben zu Zeiten, wo, also oder in Regionen, wo man das überhaupt...
01:14:11 eigentlich sich überhaupt nicht vorstellen kann, dass da 35 Grad Celsius sind, ja, im hohen Norden, das sprengt einem das Gehirn, selbst jetzt, wo ich das sage. Und wie stark ist die Abweichung? Vielleicht ist das ja gar nicht so schlimm, vielleicht war es ja schon immer ab und zu mal so warm. Nö, wenn man das also mit den Juli-Temperaturen vergleicht, die sonst so herrschen, dann seht ihr eben hier wieder diese Einfärbung im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961 bis 1990 in dem Fall. Die Hitzewellen wurden da vom Deutschen Wetterdienst eben verwendet und von den anderen.
01:14:40 die ihr schon kennt, Copernicus, etc.
01:14:43 Und da seht ihr eben, wir sind hier auf jeden Fall im roten Bereich, von dem man eigentlich angenommen hat, dass der keine Rolle mehr spielen würde. Ihr wisst ja jetzt, das will ich jetzt hier nicht mehr begründen, weil das schon sehr, sehr lange sehr gut untersucht ist, dass die Erwärmung durch das Kohlenstoffdioxid kommt. Und auch hier, egal welche Darstellung ihr seht, wenn ihr jetzt hier zum Arctic Blocksburg zum Beispiel geht, dann seht ihr, wenn man sich das Kohlenstoffdioxid nur anschaut und hier Net Zero nimmt, dann sind wir immer nicht nur weit da drüber im Laufe der Jahre.
Kohlendioxid und Net Zero Ziele
01:15:1201:15:12 1964 bis 2026, sondern wir sehen auch die Steigung. Aber das Hauptproblem ist, was sehr, sehr leicht vergessen wird, wir kommen überhaupt nicht mehr auf Net Zero runter. Also wir hätten vor zwei Jahren, hätten wir Net Zero erreichen müssen, um überhaupt noch eine vernünftige Chance darauf zu haben, dass wirtschaftlich, sozial, kulturell und politisch nicht alles zusammenbricht. Und wir sind da halt komplett die ganze Zeit von entfernt, also schon in den 1960er Jahren. Aber als man dann wirklich wusste, dass jetzt die Zeit knapp wird, nämlich
01:15:41 vor zwei Jahren. Das kann ich euch vielleicht gleich noch zeigen.
01:15:44 ging es halt wieder weiter bergauf und es ist nichts passiert. Egal, wie ihr die Darstellung euch anschauen wollt, es tut mir leid, dass das scheinbar sich so wiederholt, aber mir ist wichtig, dass ihr versteht, es ist nicht von der Darstellung abhängig, es ist nicht von der Agentur abhängig, die sich das anguckt. Es hat damit überhaupt nichts zu tun, wenn man sich hier die Teile pro Millionen anguckt, kennt ihr schon, hier unten 250 in dem Fall, hier oben 425 und ihr wisst ja schon, so wie es vorhergesagt war, schon in den 70er Jahren sind wir dann, wenn man hier seit 1600 guckt, bis 2025 sind wir hier.
01:16:14 den wir überhaupt gar nicht haben wollen. Ich zeige euch das nur, weil je nachdem, wie man den Ausschnitt wählt, sieht es halt mal mehr oder weniger steil aus. Aber es spielt wirklich keine Rolle. Die Klimastreifen kennt ihr schon. Auch hier kann man sehr, sehr schöne Sachen mitmachen. Man kann die zum Beispiel nach Monaten unterteilen, weil auch hier manchmal behauptet wird, das sei monatsabhängig oder von irgendwas anderem. Und es gibt mittlerweile die Klimastreifen hier seit 1850 bis 2026 oder 25. Ihr seht, dass die jetzt überall im Tiefroten sind in allen Monaten. Also nicht monatsabhängig. Gibt es auch für Einzelhandel.
01:16:43 Städte schon. Also wenn ihr wollt, könnt ihr das auch für einzelne Städte machen. Da müsst ihr aber ganz tapfer sein, wenn ihr aus Baden-Württemberg beispielsweise kommt, weil das, was ihr da seht, das wollt ihr wahrscheinlich lieber nicht sehen, besonders auch nicht die Zukunftsberechnungen, die, wie ich jetzt schon sehr, sehr oft gesagt habe, heute eben ganz sicher stimmen, also schon seit Jahrzehnten korrekt sind. Auch die Gletscher sind ein uraltes Thema. Ich habe im Naturkundemuseum in Wien, im Museum für
Gletscherschmelze und Kipppunkte
01:17:0801:17:08 Naturgeschichte, Naturkunde, Naturhistorisches Museum, wie auch immer man das nennen möchte, habe ich schon vor vielen, vielen Jahren Ausstellungen dazu gesehen, wie die Gletscher sich zurückziehen. Das habt ihr auch alle schon gehört. Gähn, super langweilig. Aber was ihr vielleicht nicht mitbekommen habt, ist, wie unglaublich schnell das geht. Und zwar jetzt nicht nur im Nordpolbereich oder im Norden, sondern eben auch bei den Gletschern. Es gab nämlich diese Extreme Losses. Also der Decline, der ist genauso wie alles, was ich euch bisher gezeigt habe, geht er also steil in die Höhe.
01:17:37 Und wenn man dann einfach mal ein Jahr oder selbst ein halbes Jahr nicht die neuen wissenschaftlichen Daten sich anguckt und dann wieder reinguckt, dann trifft ein echter Schlag oder der Eisberg oder was auch immer euch trifft, weil das jetzt so schnell geht. Das sind diese berühmten Kipunkte, wenn man so will. Die passen ja hier zu dem Bild, weil da gerade auch was kippt. Die sind jetzt wirklich nicht nur die planetaren Grenzen.
01:17:57 sind weitgehend überschritten, sondern eben auch die Kipunkte, für die eben die letzte Generation und Extinction Rebellion und alle anderen immer belächelt wurden. Und wo man gesagt hat, jetzt hör doch mal auf, das Wort zu sagen, also bitte kein Rot mehr verwenden und bitte das Wort nicht mehr sagen. Okay, dann sagen wir das Wort halt nicht mehr, wir messen es aber trotzdem. Hier seht ihr zum Beispiel, wie schnell das gegangen ist bei einem riesengroßen...
01:18:19 Eisberg, der hieß A23A und da seht ihr schon da so vom European, also die Daten stammen vom US National Ice Center, sagen wir mal so und da seht ihr finally melted away. Also man hat jetzt wirklich nur noch drauf gewartet, hier seht ihr die Aussehnung in Quadratkilometern, das war im Juni, also sagen wir Sommer 2024, wenn man so will und dann auf einmal passierte das, deswegen zeige ich euch das die ganze Zeit und dann auf einmal macht es
01:18:45 Und dann ist es weg. Also da könnt ihr euch vorstellen, wenn man hier, wie ich gerade schon sagte, ein, zwei Jahre einfach die Daten sich nicht angeguckt hat, dann denkt man sich so, hey, ist das jetzt ein Messfehler? Oder was ist denn jetzt passiert? Ich habe gar nicht mitbekommen, dass das so krass ist, aber es ist so krass. Hier seht ihr nochmal das Logo. Ich tue die manchmal rein von den Stationen, die das gemessen haben. Und The Conversation, die sich da neuerdings auch reinhängen, haben hier von der Newcastle University
01:19:08 Diese schöne Meldung gebracht am 24. Februar. Rain is coming to Antarctica. Here is how it will change the frozen continent. Was wir nämlich jetzt haben, das war schon lange bekannt, dass es passieren wird. Aber was wir jetzt sehen ist, dass zum Beispiel das, was im ersten Moment sich gut anhört, also dass man sagt, ah Regen, das ist doch eigentlich eine gute Sache, mal abgesehen von den Fluten.
01:19:27 Und alles andere, zum Beispiel der falsch eingeschätzte Meeresspiegel, das ist ja auch vor ein paar Monaten oder Wochen rausgekommen. Und vieles andere führt dazu, dass alles noch viel schneller geht. Also nicht nur das, was ihr bisher gesehen habt, sondern wir haben jetzt auch noch dieses Zusammenspiel aus Regen, Dürre, falsch geschätzten Meeresspiegel, Methanfreilegung, die Offenlegung von großen Teilen, die im heutigen Russland liegen, im Permafrost und so weiter. Und das erleben wir jetzt gerade. Also seit Anfang des Jahres.
01:19:56 hat sich nochmal grundlegend alles geändert, weil jetzt die ineinandergreifenden, wenn ihr so wollt, stufenartigen oder kaskadenartigen oder sich vernetzenden, kipunktartigen Vorgänge messbar vorliegen. Und zwar in der schlimmsten möglichen Weise. Also da gibt es keinen, den kleinsten Hoffnungsschimmer davon. So was könnt ihr...
Meeresspiegelanstieg und Folgen
01:20:1401:20:14 auch sehen. Ich habe ja gesagt, das wird auch sehr, sehr hochrangig veröffentlicht. Hier ist es jetzt wieder aus der Nature-Gruppe, nicht in der eigentlichen Nature, aber Nature, Reliefs in Earth and Environment. Das wird sehr, sehr streng begutachtet und da macht man etwas, was man wirklich früher nicht gemacht hätte. Da hätte man nicht gesagt, ja, wir schreiben jetzt mal eine Studie darüber, wie die Gletschermassen sich verändert haben in einem Jahr. Da hätte man gesagt, komm, das kannst du alle 20 Jahre mal veröffentlichen. Aber ihr seht auch die Dringlichkeit im akademischen Bereich.
01:20:39 ist jetzt jedem klar, der da arbeitet. Es gibt keinen einzigen Forscher und keine einzige Forscherin, die irgendetwas von dem, was ihr bis jetzt gesehen habt, auch nur ansatzweise in Zweifel ziehen, hinterfragen oder denken, das könnte irgendeine andere Erklärung noch haben. Das ist also nicht so.
01:20:55 Und wir wollen mal gar nicht darüber reden, wie Yale University hier veröffentlicht hat, auch vor ein paar Tagen, dass natürlich, wie ich vorhin schon kurz angedeutet habe, nicht nur der Impact, den der Meeresspiegelanstieg hat, dass der natürlich gigantisch ist. Also jetzt habt ihr ja wahrscheinlich gesehen, Küsten brechen ab, ganze Landlinien in Italien und in anderen Ländern müssen komplett evakuiert werden von einer Minute auf die andere. Das könnt ihr in meinen letzten Vorträgen sehen. Also wirklich, da kommt jemand und sagt, guten Tag, Sie müssen jetzt Ihr Haus verabschieden.
01:21:25 verlassen für immer und sie nehmen das mit, was sie in ihren Händen tragen können. Nein, sie haben keine 20 Minuten. In Europa wohlgemerkt und nicht nur in Europa, natürlich auch woanders. Aber das zweite Problem ist, dass die Meeresspiegelhöhe, das weiß man jetzt eben seit ein paar Wochen, komplett falsch gemessen worden war. Die Gründe dafür könnt ihr selber nachlesen. Das heißt, der Meeresspiegel ist schon viel, viel höher, als wir das Anfang des Jahres noch dachten. Das kommt jetzt also auch noch dazu. Also ihr merkt schon, es wird nicht besser, wo man hinguckt.
01:21:54 Wenn ihr euch nicht für diese rein wissenschaftlichen Veröffentlichungen interessiert, könnt ihr euch das hier auch in solchen allgemeinverständlichen Veröffentlichungen angucken. Da seht ihr das. Und nochmal, das geht jetzt wirklich sehr, sehr schnell. Das ist von April 2026. Und falls ihr das nicht gesehen habt, könnt das, wie gesagt, in meinen anderen Vorträgen...
Soziale und kulturelle Auswirkungen
01:22:2101:22:21 den vorigen sehen, wie eben Menschen von einem Tag auf den anderen ihren Lebensraum verlassen müssen. Einen der, also eben, ich weiß gar kein Wort dafür, bizarr, lustig, tragik, komisch, verrückt Fälle sind dann so einzelne Menschen, die berichten, was sie mitgenommen haben. Da hat zum Beispiel in Europa ein Bäcker, hat als einzigen Gegenstand, den er retten konnte aus seiner Lebensumgebung, ist seine Backmaschine, weil er eben Bäcker ist. Dann haben sie ihm erlaubt, seine Backmaschine mitzunehmen. Das ist das Einzige, was...
01:22:49 der er noch besitzt von seinem frühen Leben und seine Hose und sein Hemd.
01:22:54 Die Pinguine, die ja neben Eisbären natürlich allen sehr gut bekannt sind, die hat es auch sehr, sehr, sehr stark erwischt. Hier war ja letztes Jahr und vorletztes Jahr immer noch die Rede davon, dass man da nicht so ein Drama machen soll. Das wäre also alles gar nicht so schlimm. Wenn man sich aber die Originalmessungen mal anschaut, dann sieht man auch da, das sage ich nur nebenbei, falls ihr jüngere Geschwister oder sowas habt, die eben Eisbären und Pinguine und sowas gut finden, weil sie das vielleicht in irgendwelchen Animationsfilmen gesehen haben, die sind natürlich sowohl von dem schmelzenden Eis als auch von den
01:23:24 Netzwerkszusammenbrüchen, also kurz gesagt dem, was die fressen können und wo die leben können und wo die brüten können, sind die auch sehr, sehr stark betroffen. Und das war schon vor zwei Jahren im Guardian, der wie gesagt etwas strenger ist und etwas früher berichtet. Da habt ihr das vielleicht gehört. Tausende von Pingreen-Babys sind gestorben. Das hat damals also große Aufmerksamkeit weltweit erzeugt, weil die ja so niedlich sind, die Tiere. Und es ist aber tatsächlich so.
01:23:47 dass das jetzt, wenn man an die Brutplätze oder Lebensräume von denen guckt, dann sieht man, dass es da so starke Veränderungen zum Beispiel des Eises gibt, wie ihr das hier sehen könnt, dass sie einfach jetzt auch vor unseren Augen alle sterben werden. The showing the Arctic Sea Ice Anomaly von November 2022, also das ist wie gesagt schon was älter. Dann seht ihr, Entschuldigung.
01:24:08 Dann seht ihr hier die Anomalie dargestellt, also da geht es jetzt nach links, also 0% Anomalie wäre halt weiß und wenn es kälter geworden wäre, wäre es blau geworden und wenn es wärmer geworden ist, haben sie es hier rötlich gemacht und da seht ihr eben, dass in diesen Bereichen...
01:24:23 Für die Tiere nichts mehr zu holen ist und man geht heutzutage schon so weit und da seht ihr eben auch, dass das schon in der bürgerlichen Presse auch zu finden ist, in der BBC hier in dem Fall, am 10. April 2026, every drop of water counts und das bezieht sich jetzt nicht auf die nördlichen Bereiche, von denen ich hier ein bisschen häufiger geredet habe, sondern eben die Gletscher in Argentinien. Der Stand heute ist, also jetzt Mai, 9. Mai 2026, dass sehr große Communities bald kein Wasser mehr haben werden, weil sie auf das Gletscherwasser, das Schmelzende angewiesen sind.
01:24:53 Hier ist es noch eher so ein Fall, wo man sagt, naja, okay, dann können die halt kein Wein mehr anbauen. Aber wenn natürlich euer Familienbetrieb daraus besteht, dass ihr Wein anbaut mit dem Wasser, was dann eben vom Berg runterkommt, dann ist es für diese Familien und aber auch für die ganze Wirtschaft, volkswirtschaftlich, betriebswirtschaftlich und auch sonst in allen anderen Bereichen ist das natürlich nicht so eine Kleinigkeit, weil ihr könnt ja sagen, ich trinke keinen Wein, dann sollen die halt was anderes trinken, aber darum geht es ja nicht. Es geht ja um die wirtschaftlichen Verwerfungen, die jetzt massenhaft stattfinden vor unseren Augen.
01:25:23 Da will ich jetzt mal sehen, wie weit wir da noch kommen. Ihr habt vielleicht gehört, dass durch diese schon genannten Veränderungen der Meerestemperaturen möglicherweise ein Super-El Nino entstehen könnte. Ich will da noch nicht so stark darauf eingehen, obwohl zwar alle Kolleginnen und ich der Meinung sind, dass die Zeichen sehr, sehr stark darauf stehen. Aber wenn man es mal rein statistisch sieht, müssen wir noch ungefähr zwei Monate warten, bis wir da ganz sicher sein können. Es ist aber so, dass es das auch schon in die bürgerliche Presse hier von der Deutschen Welle und so weiter geschafft hat.
01:25:52 eben ein Hinweis darauf, dass es sehr wohl auch Menschen gibt, die im Bereich der Berichterstattung unterwegs sind, die einfach versuchen, so gut es geht, sei es im Internet oder in Radiosendungen oder
01:26:03 Irgendwas, wo man eben noch Leute trifft, die ein bisschen interessierter sind, eventuell anzusprechen und sie darauf vorbereitet. Wenn diese El Nino-artigen Erscheinungen kommen, hat sich was gegenüber früher verändert. Wir können danach keine Abkühlung mehr erwarten. Bis vor ein paar Jahren war das so, dass es dann sehr, sehr warm wurde, durch die Meerestemperaturen getrieben und dann auch wurden alle anderen Temperaturen gestiegen. Es gab dann mehr Regen, mehr Fluten, mehr Dürren und so weiter.
01:26:26 Aber diese Hoffnung ist uns jetzt ganz sicher durch die Klimamodelle genommen. Ihr habt ja gesehen, dass die zutreffend sind. Und wir wissen, dass wenn der nächste Super-El Nino kommt, dass wir dann nicht mehr, ja wie soll ich sagen, wünschen, hoffen, glauben.
01:26:39 denken dürfen, dass es danach wieder kühler wird, sondern was jetzt passiert ist, das wird auf jeden Fall einfach eine neue Stufe der Erwärmung erzeugen und der Extremwetterereignisse, von der es auch keine Rückkehr mehr gibt in der Lebenszeit, die ihr und eure Enkel und so weiter haben werden. Also das ist nicht möglich. Ich wiederhole es nochmal. Es gibt kein technisches Mittel und auch keine Aufforstung, die das schnell genug bewerkstelligen kann, besonders in Zeiten, wo eben jetzt die Wälder einfach im Prinzip alle abbrennen oder verkauft werden für Klopapier, irgendwelche
01:27:08 anderen Produkte, die daraus hergestellt werden. Auch in Deutschland
01:27:12 haben die Extremwetterereignisse sich nicht gebessert. Ich habe schon vor mehreren Jahren den Dürremonitor immer gerne gezeigt, hier vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Und ich zeige euch jetzt mal nicht die letzten Jahre, um das nicht so historisch zu machen. Ihr seht aber, dass auch das Umweltministerium das veröffentlicht. Also man kann jetzt nicht sagen, dass da irgendwie von Regierungsseite das irgendwie verheimlicht würde. Und ihr seht, gelb wäre ungewöhnlich trocken. Also wir reden jetzt hier als Baseline von ungewöhnlich trocken. Wir reden gar nicht davon.
01:27:39 gute Bewässerung oder so, das steht schon gar nicht mehr zur Debatte, da redet schon gar keiner mehr drüber. Und dann gehen wir über hellorange, moderate Dürre bis zu, sagen wir mal dunkelviolett, außergewöhnliche Dürre. Und wenn wir jetzt mal hier durch Deutschland gehen, das war die Winterdürre.
01:27:52 die wir da hatten, dann seht ihr eben, dass wir da jede Menge vor diesen tiefvioletten Bereichen hatten. Und als ich das erste Mal so einen Vortrag gehalten habe, hat mein Gehirn, also ich erinnere mich noch daran, hat mein Gehirn wirklich gesagt, Marc, das wird besser werden. Das ist irgendeine verrückte Schwankung über die letzten 30, 40 Jahre, aber es ist nicht so. Jedes Jahr, wie ich euch jetzt schon mehrfach angedeutet habe, wird es also krasser und dürrer, beziehungsweise in anderen Regionen überfluteter. Und in Brandenburg und Berlin, das wissen die, die aus dieser Region kommen, da ist das komplett durch die Presse.
01:28:21 gegangen, nicht nur der Tagesschau, sondern auch sonst überall. 10. April 2026, schon im Frühling sind die Böden mal wieder zu trocken. Dabei gab es im Winter doch so viel Schnee. Wie kann das sein? Fragen jetzt Oma und Opa. Zurecht, also ich meine das nicht lustig, ich werte die nicht ab oder so. Die sagen zurecht, es gab doch so viel Schnee, mehr als vielleicht sonst. Ja, aber es ist nicht genug, um den Wasserverlust auszugleichen. Das Problem sind nicht einfach nur die Niederschläge, sondern dass die ganze Erde uns komplett weg trocknet.
01:28:49 Dieses stufenartige, was ich euch gerade schon beim möglichen Super-In-In-Yo, wann auch immer der kommt, also nach jetzigen, sagen wir, Voraussagen der Menschen, die ein bisschen schneller damit sind, wird das Ende des Jahres kommen. Vorsichtigere Menschen sagen halt, okay, das...
01:29:05 Wenn wir Glück haben, dauert es noch ein paar Jahre. Das ändert aber nichts daran, dass das passiert, was ihr hier seht. Hier unten sind wieder die Jahre angegeben. 1970 bis 2000, sagen wir mal, hier wäre jetzt irgendwo 26 oder so, also heute. Und dann seht ihr die Geschwindigkeit der Erwärmung. Das war eine Veröffentlichung, wo ich euch jetzt hier einfach nur so ein Internet, so eine Darstellung zeige, die sehr viel, also auch bei Menschen, die so entweder
01:29:29 sich schon damit abgefunden haben, dass das alles sehr viel wärmer wird und sehr katastrophal ist, aber auch bei den etwas besondereren Menschen hat das sehr viel Augenbrauenheben erzeugt, weil das ist eine sehr, sehr schöne Darstellung. Ihr seht nämlich hier, wenn ihr das jetzt nicht so kurvenartig darstellt, wie ich das vorhin euch die ganze Zeit gezeigt habe, oder mit den Farben, die abgestuft sind, dann haben wir gesehen,
01:29:48 dass es eigentlich schon, sagen wir mal 2012, 2013, diesen Sprung gegeben hat, der eben so eine Stufe darstellt. Man kann natürlich immer eine Kurve da durchlegen. Das wisst ihr alle. Viele von euch sind ja Nerds und wissen, wie man Kurven ausrechnen kann. Aber in Wahrheit ist es tatsächlich ein Sprung. Und damit sind wir auch schon wieder bei denen, wie auch immer ihr das nennen wollt, Kipunkten oder was weiß ich was. Also bei Änderungen, die in stufenartiger Weise immer genau in die Richtung gehen, die katastrophal ist.
01:30:18 Sorge, ihr braucht nichts hiervon sehen. Ich möchte euch nur zeigen, dass ihr die Quellen sehr gut prüfen könnt. Das stammt nämlich hier von einer sehr, sehr großen Arbeitsgruppe. Und das ist mir deswegen wichtig, das zu betonen, weil ihr werdet das Problem nicht haben. Aber ich werde ständig angesprochen darauf, ob das nicht einzelne Leute aus bestimmten Ländern sind, die bestimmte Interessen verfolgen oder sonst irgendwas. Und ihr könnt ja eben sehen, da ist Brüssel, University of Oxford, Frankreich, Vereinigte Staaten von Amerika, Niederlande, Kanada, Indien.
01:30:45 Australien, Japan und Beijing, also China und Italien. Also mehr geht überhaupt nicht mehr. Das heißt, ihr wisst das wahrscheinlich alle, aber mir ist das unheimlich wichtig zu betonen, dass es weltweit, wie ich vorhin schon sagte, keinen einzigen Forscher und keine einzige Forscherin mehr gibt, die, was ihr gleich am Ende nochmal sehen werdet, nicht...
01:31:07 auf Seiten der Berechnungsseite, also nicht von dem, was sie privat sagen oder auf einer Konferenz sagen, aber nicht wissen, dass diese ganzen Sprünge jetzt allerspätestens 2026 stattgefunden haben, also wahrscheinlich aber eher schon in den 2010er Jahren, wie ihr das vorhin gesehen habt. Und diese...
01:31:23 ganzen Eisbergzusammenbrüche, hier nochmal aus der Conversation, aber natürlich mit Originaldaten von Copernicus, also der europäischen Mestation, die das oft über Satelliten messen, aber es gibt auch andere Möglichkeiten, die messen eben, dass jetzt auf einmal so komische Erdbeben auftreten, also Eisberg-Erdbeben, von denen hatte ich noch nie was gehört in meinem Leben bis Ende letzten Jahres und die kommen eben daher, dass auch die Doomsday-Glaciers, also die, wo man sagt, wenn die jetzt schmelzen und wenn das in der Geschwindigkeit vorangeht, dann gute Nacht, die haben jetzt eben schon
01:31:53 diese Erschütterungen, die, wie wir jetzt wissen, ein Vorzeichen dafür sind, dass die in der vorhin schon gezeigten rasanten Art dann auf einmal innerhalb kürzester Zeit, also vorhin habt ihr das gesehen, innerhalb von zwei Jahren oder so, auf einmal fast weg sind oder ganz weg sind. Ich habe euch mal ganz neue Daten dazu vorhin noch rausgezogen, auch wenn das vielleicht langweilig ist und ihr denkt, warum zeigt er denn immer wieder dasselbe oder so, aber mir ist wichtig, dass es nicht auf die Darstellungsweise ankommt. Hier seht ihr nochmal immer Januar bis Dezember unten angegeben und
01:32:22 Dann hier seht ihr die Menge des Eises, die vorhanden ist, also von 0, von wenig bis 16. Das habt ihr ja vorhin schon gesehen, also das sind dann meistens Quadratkilometer, Millionen und so. Und wenn man jetzt mal nicht so eine Mittellinie nimmt, wie ihr die hier sehen könnt, also 1991 bis 2020, das ist die Medianlinie, das ist diese getüpfelte, gepünkelte Linie, die hier durchgeht, sondern einfach die Werte auch mal komplett aufträgt, immer jedes Jahr stupide von 1978.
01:32:49 bis in dem Fall jetzt 2024, dann kriegt ihr so ein graues Hintergrundrauschen, was eigentlich einem sehr gut zeigt, wie krass die Veränderungen sind. Wir sind jetzt ja hier am 9. Mai 2026 und wenn wir jetzt mal auf 2026 gucken, das ist diese dunkelblaue Linie, wo der rote Punkt hier gerade lang geht, dann seht ihr, wir unterschreiten alles, was es jemals gab. Da braucht man überhaupt nicht mehr groß zu rechnen und Statistiken zu machen, sondern wir sehen einfach auch 2025, dass wir unterhalb von allem Bekannten liegen oder wenn ihr so wollt,
01:33:17 außerhalb dieses Bereiches, wo dann halt irgendwelche Leute sagen, man könne sich da anpassen, weil die das halt in den 1970er, 80er, 90er Jahren technisch vielleicht noch konnten. Das geht aber jetzt nicht mehr. Also wir sind jetzt in dieser Phase angekommen, wo wir immer unterhalb dieser Werte sind. Hier nochmal wieder die Ausdehnung, auch wieder des Eises im Norden. Hier könnt ihr sehen, unten ist wenig, oben ist viel. Und dann gehen wir wieder vom 1. Januar, in diesem Fall jetzt nur bis Mai, weil wir ja Mai haben.
01:33:42 Habe ich das jetzt nur mal von Januar bis Mai hier dargestellt oder beziehungsweise der Kollege Sam Canara hat es gemacht. Ich habe es dann von ihm erhalten bis zum 7. Mai 2026. Und da seht ihr, wenn man eben die ganzen Jahre genau wie in dem vorigen Bild hier immer einträgt, jetzt in dem Fall farbig, also 1979 wäre jetzt hier einfach mal so dunkelblau und dann geht es über hellblau, über gelb.
01:34:02 geht es dann weiter, also einfach nur damit das farbig dargestellt ist, dann seht ihr eben heute, 2026, sind wir unterhalb dessen, was wir bisher kannten. Könnt ihr jetzt schon mitsprechen, ich hämmer es euch aber trotzdem nochmal ein, weil meine Erfahrung ist, dass erst so nach dem siebten Mal, wenn man es das siebte Mal gesehen hat, glaubt das Gehirn das überhaupt erst oder nimmt das überhaupt wahr, indem wir jetzt mal die sozusagen fernöstlichen Daten nehmen, hier unten seht ihr das, das ist das National Institute for Polar Research, hier habe ich einfach nochmal das Logo rauskopiert mit den Originaldaten, auch hier wieder, wie viel Eis gab es,
01:34:31 Hier ist wenig Eis, hier ist viel Eis. Also ihr kennt die Darstellung jetzt schon. Ich will es euch nur nochmal zeigen, weil sie haben es jetzt hier wieder mal mit Mittelwerten gemacht. 1980er Jahre waren hier oben, da gab es noch viel Eis oder mehr Eis. 1990er wird weniger. Ihr könnt jetzt schon mitsprechen. Und dann, wo sind wir jetzt? 2026 natürlich beim Record Low. Und das wird auf keinen Fall besser werden, aus den Gründen, die ich euch schon angedeutet habe.
01:34:54 Ich will euch ja jetzt nicht zu Tode nerven damit, sondern ich will euch nur noch mal kurz zeigen, welche...
01:35:02 Veränderungen man auch in eine andere Richtung hier sehen kann. Also da, falls ihr euch dafür nicht interessiert habt, im Winter war es zum Beispiel so, das war am 4. Februar 2026, ihr seht hier ein Luftbild von Manhattan, hier ist der Central Park, hier ist Manhattan, hier unten habe ich früher gewohnt, wo der rote Punkt ist, am East Village, das sind jetzt NASA-Daten, hier ist Queens, also die meisten von euch können sich das, glaube ich, ungefähr vorstellen und dann seht ihr hier Eis. Also hier war auf einmal alles total vereist und dann haben alle gesagt, wo ist denn jetzt hier die Klima?
01:35:29 Erwärmung, die sehen wir jetzt nicht. Da gab es also Dutzende von Videos auch bei TikTok dazu und in Wirklichkeit ist es halt so, wie ihr wisst, es gibt halt Extremwetter. Das heißt, die Winter werden besonders, falls der...
01:35:41 Falls die große Strömung, die Wärme hier besonders nach England, Irland und so weiter bringt, falls die sich jetzt noch weiter verschiebt, dann werden wir halt auch wesentlich kältere Winter haben, aber eben auch brüllend heiße Sommer, was dazu führt, dass natürlich Pflanzen und so weiter überhaupt nicht mehr damit klarkommen. Weil selbst wenn eine Pflanze hat, die Dürre gut aushalten kann, dann kann die aber trotzdem nicht diese Mega-Erkaltungen aushalten. So sah das damals aus. Hier seht ihr das einfach von der Webseite, für die, die das nicht verfolgt haben, weil euch für die USA vielleicht nicht interessiert, gigantische Eisschollen, die alles zugefroren haben. Und da hat also wirklich jemand lustigerweise...
01:36:11 also Annie Mix darunter gepostet, the real day after tomorrow, weil es tatsächlich auch schon so war, dass in Spielfilmen früher schon gezeigt wurde, dass der Meeresspiegel auf jeden Fall ansteigt, wovon natürlich dann solche Küstenstädte besonders stark betroffen sind. Aber es gab eben auch schon Überlegungen, dass es eben vereisen könnte. Und da schreibt jemand anders, born and raised in New York City, I'd never in my life have I seen the Hudson this frozen. Also das sind also auch in die andere Richtung absolute Extrem-Ausschläge. Wenn euch das interessieren sollte, könnt ihr hier mal googeln oder bei TikTok gucken.
01:36:40 jede Menge von diesen Videos, die, wenn ihr schon mal öfter in New York wart oder wie ich früher da gearbeitet habe, weil ich habe früher in der Rechtsmedizin in New York als Biologe gearbeitet, die einem wirklich die Sprache verschlagen. Also selbst ich habe das auch noch nie gesehen. Und so kommt es, dass wenn ihr euch mal Übersichtskarten anguckt, dann werdet ihr feststellen, dass zum Beispiel für die USA, wenn ihr mal den, nennen wir das mal Winter, Dezember bis Februar, 25 bis 26, wenn ihr das Temperature-Ranking nehmt, also wie warm oder wie kalt war es da, wenn wir mal neben 1895 zum Beispiel hier
01:37:10 96 als Ursprungswert, also nicht als Baseline, sondern als Ursprungswert und dann halt sagt, okay, das wärmste ist jetzt hier braun, das kälteste ist jetzt pink in diesem Fall, dann seht ihr eben, dass die USA richtig geteilt sind. Hier habt ihr auf der einen Seite, auf der Ostküste, habt ihr diese extremen Eisschollen, aber was die meisten Leute in Deutschland nicht mitbekommen haben, weil natürlich die meisten New York...
01:37:31 kennen und da schon mal irgendwie vielleicht in urlaub waren oder sonst irgendwas ist dass der rest der usa wenn ihr weiter investiert komplett weggebrutzelt sind also immer warm ist top 5 oder warm ist ever und guckt euch mal an wie viel warm ist ever war
01:37:44 Das ist unfassbar. Und das sage ich als jemand, der seit zehn Jahren diese Daten zusammenstellt. Das hätte selbst ich nicht erwartet, dass das ein dermaßenes Weggebrutzel gibt in den Vereinigten Staaten. Und dann schwankt das halt manchmal hin und her. In Florida zum Beispiel, was in den USA so als, weiß ich nicht, ein Ort ist, wo alte Leute hingehen und wo Sicherheit und Wärme herrschen.
01:38:04 Da ist es wie in Brandenburg eben auch, 67% von Florida sind im Februar in extremer Trockenheit gewesen. Und ich erinnere nochmal daran, diese Dürre-Monitore fangen bereits mit Dürre an. Die fangen überhaupt nicht mit Normalzustand oder gut gewässert oder sowas an. Also das ist nicht der Fall. Nur damit ihr euch nicht irgendwie täuschen lasst. Jetzt hat das manchmal dann auch natürlich...
01:38:28 Also es gibt für mich dann immer so kleine Schlaglichter, die ich ganz interessant finde und die dann dazu führen, dass Menschen ein bisschen rechnen. Diese Berechnung haben manche von euch vielleicht schon gesehen. Die Erhitzung der Erde, die wir haben, entspricht ungefähr der, nennen wir es mal Energie, die zwölf Atombomben, die auf Hiroshima abgeworfen wurden. Da wurden ja keine zwölf abgeworfen, wie ihr alle wisst.
01:38:53 die Stärke von zwölf Atombomben, wie sie auf Hiroshima eine gefallen ist, pro Sekunde, mit dieser Geschwindigkeit erheizt sich die Erde auf. Und ich glaube, egal, ob ihr euch für Atomkraft oder Atomexplosionen oder sowas interessiert oder nicht, und ist auch egal, wie viel Zeta, Joule oder sonst was sind, aber das sind ja Werte, die, wenn ihr das vielleicht morgen oder übermorgen euch nochmal überlegt, wo ihr sagt, das kann doch gar nicht sein, das habe ich nicht gewusst, das kann ich mir nicht vorstellen, das ist, das, hä?
01:39:21 Wie ist das überhaupt möglich? Und sogar die ultrakonservativen Medien.
01:39:26 wie hier die Sonntagszeitung einer großen Boulevardzeitung, verpacken das so, dass das für die Leute halt irgendwie noch zu verstehen ist. Hier schreibt also Franka Gruse-Gering, die hier die Gartenkolumne macht am 19. März 2026, stimmt es, dass man keine Hortensien mehr pflanzen sollte? Und Begründung, also meistens denkt man ja an Insekten, dass die Insekten vielleicht gar nicht von diesen Tierpflanzen leben können. Aber nein, Hortensien soll man nicht mehr pflanzen, denn es ging den Pflanzen immer schlechter im Gespräch mit der Boulevardzeitung. Der Grund sind hohe Tämme.
01:39:55 Temperaturen und die heißen und trockenen Sommer. Also selbst wenn ihr einfach so ein ultrakonservativer Gärtner oder Gärtnerin seid, ist bei euch angekommen, dass diese Energiemenge, die bei uns in der Luft, in der Erde und im Wasser ist, dass sie einfach nicht mehr funktioniert. Also das finde ich schon, wie soll ich sagen, bemerkenswert, das Ganze. Und ich will jetzt hier mal ein bisschen abkürzen, damit wir mehr Zeit für Diskussionen noch haben und euch zum Abschluss nur noch mal so ein paar kleine Schlaglichter zeigen.
01:40:22 Und das dann zusammenbinden und dann auch pünktlich Schluss machen. Ich fange mal hier an. Diese Bilder zeige ich euch jetzt noch und dann machen wir Schluss.
01:40:29 Ihr kennt ja jetzt schon diese Klimastreifen, die kennt ihr wahrscheinlich auch schon was länger. Hier hat der Kollege Ad Hawkins was Schönes gemacht, das ist von der University of Reading in England. Und jetzt seht ihr, hier fängt es halt an, irgendwo, sagen wir mal, 1850 oder sowas, und dann geht es weiter. Ihr wisst ja schon, man kann die dann ein bisschen breiter ziehen, um das besser zu sehen. Und jetzt hat er was Schönes eingeführt. Er hat jetzt gesagt, okay, wir haben jetzt 2025, 2026, wir sehen, dass wir in einem Bereich sind, der, sagen wir, treppenstufenartig...
01:40:53 alles ausgehebelt hat, egal wo wir hingucken, was wir vorher kannten, auch in den Jahren davor. Und die Möglichkeiten wären jetzt, dass wir, wenn wir Rapid Action machen würden, dann landen wir in einer 2 Grad Celsius erwärmten Welt. Das war die, die man nach dem sogenannten Pariser Abkommen ja unbedingt vermeiden wollte. Also wo damals, als die Tagung war, alle gesagt haben, wir dürfen auf gar keinen Fall ohne jede Ausrede
01:41:16 über 2 Grad Celsius kommen. Das darf nicht passieren. Da darf keine Politik, keine Religion und nichts uns in die Wege kommen. Wenn wir das machen würden und sagen würden, realistisch, okay, 2 Grad haben wir auf jeden Fall, das wäre durch sehr, sehr schnelle Maßnahmen, dann würden wir trotzdem in der violetten Welt landen. Und wenn wir die Late Action haben, was wir jetzt haben, also keine Policy, es gibt keine Klimaschutzpolicy, die in den letzten 10 Jahren beschlossen wurde, die wirklich nennenswert umgesetzt wurde. Da gibt es auch eigene Veröffentlichungen zu, könnt ihr auch in meinen letzten Vorträgen sehen.
01:41:44 Das ist alles nicht passiert. Entweder verschleppt worden oder sogar komplett rückgängig gemacht worden. Dann landen wir in der Drei-Grad-Welt und das ist noch sehr, sehr freundlich gedacht. Wir werden nicht in der Drei-Grad-Welt lachen. Ihr habt gerade vorhin gesehen am Anfang, wir sind in Wirklichkeit, sind wir im Worst-Case-Szenario. Manche von euch haben vielleicht gesehen, wie viele Grad das sind. Und da landen wir jetzt in irgendeiner tiefvioletten Farbe, wo die menschlichen Kulturen, die wir kennen, absolut ausgeschlossen sind, dass es sie noch gibt. Ich weiß nicht, ob ihr mich hier unten in dem Bild sehen könnt. Ich kann mich nicht sehen. Da gibt es ganze Bücher zu, die historisch...
01:42:14 zeigen, was alleine durch Wetter, wir reden jetzt gar nicht vom Klima, was alleine Wetterschwankungen schon bewirkt haben, dass nämlich alle Kriege und alle Kulturen, die jemals davon betroffen sind, entschieden, sicher, entschieden durch Klima- und Wettereinwirkungen stattgefunden haben und nicht durch die Klugheit von irgendwelchen Schlachtherren oder Frauen. Napoleons Russlands Feldzug, der Krieg in den Alpen, die US-Streitkräfte auf den Philippinen, die Ardennen-Schlacht, Sowjetunion.
Politische Maßnahmen und alternative Lösungsansätze
01:42:4001:42:40 Und so weiter. Wenn euch das interessiert, das sieht ein bisschen dumm aus, das Buch, weil der Deutsche Verlag so ein blöden Titelbild da drauf gemacht hat. Aber das ist auch gut untersucht, dass in Wirklichkeit das Aussterben von Kulturen immer von solchen Treibern stattgefunden hat, passiert ist. Ich will nur ganz kurz noch ein paar kleine Schlaglichter setzen und wie gesagt, keine Sorge, pünktlich Schluss machen.
01:43:02 Ihr habt ja vielleicht schon mal gehört, wie ich vorhin erwähnt habe, dass man überlegt, in die Luft wieder sehr, sehr viele Partikel, Schadstoffe im Grunde genommen einzubringen. Ursprünglich war das Schwefel auf dem Meer, was dazu geführt hat, dass die Sonne nicht so einstrahlen konnte oder eben künstlich irgendwie Wolken erzeugen will, was natürlich jedes Mal schief geht. Das hat man letztes Jahr gesehen. Da haben einige Länder versucht, künstliche Beregnungen zu machen und sind dann in Fluten versunken. Sehr reiche Länder oder Regionen, das...
01:43:29 funktioniert nicht, das können Menschen leider nicht so steuern, wie sie das gerne hätten. Und dann gäbe es natürlich noch die Möglichkeit,
01:43:34 die Sonne zurückzustrahlen. Also sie kommt auf die Erde. Wir haben keine Partikelschutzschicht, Staub oder sonstigen Schmutz, der das abhält. Aber das geht jetzt leider auch nicht, weil alles das, was die Sonne zurückstrahlt, jetzt leider weggeschmolzen ist oder vor unseren Augen wegschmilzt. Das nennt man Albedo. Und da könnt ihr jetzt hier wieder sehen, das ist die Menge der Rückstrahlungskraft, die wir auf der Erde haben. Unten ist jetzt wenig und oben ist viel. Und dann ist das hier über die Jahre wieder dargestellt, von 2003 bis 2026. Und das hat wieder Peter Carter gemacht, aber ursprünglich...
01:44:04 von Elliot Jacobson gepostet. Das sind so Leute, die immer schon sehr, sehr früh sich die Messungen ziehen und gucken, dass man das möglichst früh berichtet mit NASA-Daten.
01:44:13 Und ihr seht eben, die Rückstrahlkraft der Erde nimmt eben genau mit dieser rasanten Geschwindigkeit ab. Jetzt könnt ihr natürlich sagen, Mark oder NASA oder Peter oder Elliot, ihr zieht aber hier die Achse ganz schön auseinander. Aber ja, deswegen habe ich euch vorhin so oft die Darstellung gezeigt. Nein, daran liegt es nicht. Es liegt nicht daran, dass irgendeiner die Achsen verändert, sondern es liegt daran, dass wir wirklich in einer treppenstufenartigen Verschlechterung von allem, was wir messen, sind absolut egal. Ihr habt es jetzt gehört, Dürre, Hitze, Rückstrahlung.
01:44:43 oder sonst irgendwas, Kohlenstoffdioxid. Und was jetzt neuerdings dazu kommt, ist eben, dass immer mehr Chemikalien eingesetzt werden, weil es klar ist, sollen die Gewinne maximiert gesteigert werden. Wir haben ja nicht mehr so viele Ernten, die wir überhaupt aus der Erde rausholen können. Also das ist ja ein Riesenproblem. Und jetzt sagen die Menschen, wie sie...
01:45:03 das auch tatsächlich richtig gemacht haben. Ja, wir haben doch Kunstdünger eingeführt. Dann auf einmal gab es viel zu viel zu essen und wir mussten Tomaten ins Meer kippen. Und dieses Jahr ist schon der erste deutsche Landwirt hingegangen und hat alle seine Kartoffeln verschenkt, weil er viel zu viele Kartoffeln hatte. Das ist schon richtig. Aber wir wissen halt gleichzeitig, dass das nur vorübergehend zu sein wird, weil die Chemikalien jetzt ausgebracht werden und wie ich schon vorhin sagte, die auch nicht mehr weggehen aus der Erde und die auch die ganzen Naturschutzgebiete sichtbar gemessen zerstören. In Deutschland wird das laufend gemessen, seit über 100 Jahren.
01:45:33 Das ist also nicht jetzt irgendwie so ein Studentenprojekt oder so was, ein Studierendeprojekt. Da seht ihr, dass die Chemikalien, die jetzt freigegeben werden, die Vereinigten Staaten sind da Vorreiter, die haben das jetzt schon gemacht im letzten Jahr. Die geben einfach alles frei und sagen, das brauchen wir nicht erforschen. Wir müssen wirtschaftliche Freiheit gewährleisten. Der wahre Grund ist aber natürlich,
01:45:53 der dahinter steckt, dass man jetzt das letzte aus der Erde noch rausholen möchte oder Produkte herstellen möchte, die man dann gewinnmaximierend verkaufen kann. Und nichts davon ist erforscht und der Druck auf die Europäische Union steigt jetzt gigantisch. Selbst in der Europäischen Union sind die meisten verwendeten Chemikalien überhaupt nicht erforscht. Das seht ihr hier, der Großteil ist überhaupt nicht erforscht. Das sind auch Daten von der EU, also von der European Environment Agency. Das ist jetzt nicht irgendwie, weil da korrektiv steht, das ist jetzt nicht irgendein geheimes Leak oder sowas. Das ist überhaupt nicht strittig.
01:46:23 Aber es wird wahrscheinlich dahin kommen, dass wenn das jetzt, ich denke mal in den nächsten Monaten so weitergeht mit der USA und Deutschland, die sich dann der Politik der USA natürlich anpassen wollen oder müssen oder was auch immer, dass das dahin kommt, dass also sozusagen einfach alles ausgebracht werden kann, wo wir als Biologen und Biologinnen wissen und auch sehen und auch messen vor allen Dingen, dass das natürlich absolut schief geht. Ich zeige euch mal so ein Beispiel, da braucht ihr nicht genau hingucken, aber ich will so ein bisschen wieder auch an den Anfang anknüpfen. Hier seht ihr zum Beispiel Pflanzenfamilien.
01:46:52 Auf der rechten Seite, wo der rote Punkt jetzt ist, und auf der linken Seite seht ihr Wildbienen oder Bienen, die mit diesen Pflanzen in Verbindung stehen. Und das hier ist wirklich ein Netzwerk, wo ihr schon sagt, wow, ist das krass, wer macht sich denn so eine Arbeit und guckt, welche Pflanzen mit welchen Bestäubern hier in Verbindung stehen. Ihr könnt das auch nachgucken, das ist eine neue Veröffentlichung von Februar 2026. Aber wenn ihr meine alten Vorträge geht, dann...
01:47:17 zeige ich das auch mal für ganz andere Lebensnetzwerke. Das hier ist die echte Matrix. Also ich meine die Spielfilmserie Matrix. Also das ist das, womit wir Biologen arbeiten. Wir gucken uns alles an. Schleimpilze, Bakterien, Vögel, Regenwürmer, Menschen.
01:47:33 Wasser, Luft, Temperatur und alles andere, Einzeller und so weiter. Und ihr müsst euch das jetzt sozusagen wie auf so einem, weiß ich nicht, psychedelischen Trip mal vorstellen. Also guckt mal in dieses Dings da rein, wo die Lebensnetzwerke dargestellt sind, die super vielfältig und super kompliziert sind. Und stellt euch das jetzt sozusagen, wenn es das gäbe, 4D vor, oder 5D oder so. Das ist meine Welt, in der ich mich aufhalte.
01:47:56 Und jeder einzelne Ast davon ist in letzter Zeit durchgeschnitten worden oder fast jeder. Wir haben fast keine Bestäuber mehr. Es gibt schon ein großes Land auf der Welt, wo Menschen mit Pinseln von Hand die Bestäubung durchführen müssen, weil die Lebewesen alle tot sind. Und auf den Friedhöfen, die ich euch am Anfang, ganz am Anfang gezeigt habe, habe ich ja auch schon gesagt, und Friedhöfe sind ja recht ruhige und jetzt nicht mit irgendwelchen Ackergiften versehene Flächen, sehen wir seit mehreren Jahren auch kein Leben mehr.
01:48:22 Die sind tot. Also die sind jetzt zu Totenackern geworden, wie Friedhöfe ja früher hießen, weil die Tiere eben in so stark miteinander vernetzten Lebensbedingungen sind, dass nur noch die sogenannten Generalisten, also die Lebewesen, die so mehr oder weniger mit allem klarkommen, dieses Jahr und letztes Jahr habt ihr das gesehen, das waren die Kohlweißlinge. Das sind die einzigen Schmetterlinge, die man überhaupt noch sieht. Ab und zu mal einen vielleicht oder zwei oder am Bahndamm vielleicht auch mal fünf, von denen früher die Luft...
01:48:47 voll war, wie ich das schon erwähnt habe. Das sind so Generalisten und die sterben jetzt aber auch gerade, das merkt man. Und man hört und sieht nichts mehr, kein Summen, kein Zwitscher, nichts mehr. Dazu gab es auch schon 1960 eine Veröffentlichung, Silent Spring hieß die. Der Frühling, wo die Vögel ja am meisten singen, ist halt leise geworden und das könnt ihr jetzt schon sehen, überall, dass selbst in guten Gärten das passiert. Und hier ist ein englischer Kollege von mir, der hängt sich da mega rein. Der Green Earth Organics 1, könnt ihr den finden bei Insta und der rechnet immer jeden Tag gefühlt.
01:49:16 jeden Tag vor, wie stark zum Beispiel Glyphosat, das ist eines dieser Ackergifte, die man nie mehr wegkriegt, die also auch viel stärker sind, also bis zu 10.000-fach stärker sind als das DDT, was unsere, also in meinem Fall Eltern und Großeltern, in eurem Fall wahrscheinlich Urgroßeltern, so gefürchtet haben und was dann auch verboten wurde in Europa. Da sagt man heute, okay, das ist verboten, das nehmen wir nicht mehr, dafür nehmen wir jetzt was, was 10.000-fach stärker ist, aber nicht nur das, im United Kingdom.
01:49:44 ist aber die Menge, die verwendet wurde, auch direkt mal ums Tausendfache gestiegen in der letzten Zeit. Also da merkt ihr schon, in welchen Dimensionen wir uns da bewegen. Also wir reden da direkt von Potenzen, also Zehnerpotenzen, die da überschritten werden. In dem Fall ist diese Tausendfache Steigerung seit 1990 hat die Stadt gefunden und die ist auch wahrscheinlich einer der Gründe dafür, dass wir eben in den Naturschutzgebieten, worüber wir uns sehr gewundert haben am Anfang,
01:50:10 dass wir da eben auch dieses wahnsinnige Sterben beobachten, weil diese Ackergifte werden natürlich rübergeweht und die zersetzen sich auch nicht. Also zumindest nicht in nennenswerter Zeit. Im Vorgespräch haben wir schon gesagt, man könnte durch Landwirtschaft und durch pflanzliche Ernährung sehr, sehr viel machen. Auch hier nur noch ganz, ganz kurz.
01:50:28 Da könnt ihr sehr, sehr gut auch bei World in Data, könnt ihr nachgucken, die haben das unter einer guten Lizenz, sodass man da also nicht kein Abo kaufen muss oder so. Und da seht ihr eben, dass die Landwirtschaft tatsächlich der schnellste Stellhebel wäre. Ihr habt ja vorhin gesehen.
01:50:44 dass wir auf jeden Fall in der Zweigrad-Welt nicht mehr landen können, weil die Policies nicht umgesetzt werden, die politischen oder eben rückgängig gemacht werden, wie schon gesagt. Und deswegen wünscht man sich ja was, was man sofort machen kann. Und alles, was landwirtschaftlich ist, könnte man sofort machen. Man könnte die Ackergifte stark runterfahren, man könnte auch pflanzliche Ernährung umstellen. Natürlich nicht für irgendwelche Leute, die jetzt irgendwo in einer...
01:51:06 winzigen Gegend der Welt leben, wo sie darauf angewiesen sind, auf irgendwelche Tierprodukte, davon rede ich nicht, sondern von unserer Industriegesellschaft und man könnte unglaublich viel einsparen. Ihr seht zum Beispiel
01:51:17 Wenn man Business as usual macht, dann hätte man hier, wie viel das auch immer ist, also 1.356 Billionen Tonnen, hätte man an Kohlenstoffdioxid, was da vorhanden ist und wie können wir das einsparen? Zum Beispiel dadurch, dass wir uns pflanzlich ernähren. Ihr seht eben, dass hier dann die verschiedenen Chancen angegeben werden unter den verschiedenen Klimaregimes mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten. Aber ich zeige euch das nur mal, um die Größenordnung zu sehen. Das ist also das, was früher in meinem Fall...
01:51:46 unsere Großelterngeneration gesagt hat, die so Ökos aus den 70ern waren, die haben gesagt, Essen ist Politik und das kann ich nur bestätigen, Essen ist Politik, weil das ist eine der Entscheidungen, die ihr immer habt, selbst wenn man euch das Wahlrecht wegnimmt, was in den USA jetzt ja für bestimmte Bevölkerungsgruppen, unter anderem Frauen und andere Bevölkerungsgruppen passiert, selbst wenn man euch das Wahlrecht wegnimmt, euch wird zunächst mal
Klimafolgen der Ernährung
01:52:0601:52:06 in der kürzeren Zukunft keiner verbieten, dass ihr euch pflanzlich ernährt. Für die, wie gesagt, ihr könnt jetzt weghören, wenn ihr das wisst. Die meisten von euch wissen das wahrscheinlich. Aber hier vom World Resources Institute ist es nochmal schön dargestellt. Da seht ihr eben, was die totalen Kohlenstoffdioxid-Ausstoße sind. Und da haben wir Sojabohnen, Erdnüsse und so weiter. Und da kommen wir jetzt auch schon zu tierischem Gewebe. Moment, ich muss gerade jemanden reinlassen. Hier möchte jemand reingelassen werden.
01:52:33 Dann Schrimps und so weiter. Und dann sieht er diesen Sprung. Und das ist eben das Entscheidende, wo man auch Menschen, die jetzt dieses, ich weiß nicht, was das sein soll, Flexitaria, ich verstehe den Begriff nicht. Also entweder ich ernähre mich pflanzlich oder nicht, aber gut. Also aber wo dann selbst Menschen, die jetzt auf Beef verzichten würden, also auf Rindfleisch, auf Lammfleisch und auf Ziegenfleisch, die würden hier also schon riesige Mengen Kohlenstoffdioxid einsparen. Und ich persönlich habe für mich also Practice What You Preach gemacht. Ich bin da natürlich, also ich bin ja sowieso, ich ernähre mich eh pflanzlich.
01:53:02 esse natürlich jetzt auch keine Avocados und so weiter. Aber ich habe zum Beispiel auch Kaffee gestrichen. Da werden die meisten von euch jetzt sagen, okay, der Marc ist verrückt geworden, wir klinken uns jetzt aus, also wir wollen nicht einen Vortrag von einem Irren hören. Aber das kann man ruhig auch mal machen. Da bricht einem auch kein Zacken aus der Krone raus. Also mir ist zumindest keiner rausgebrochen. Und wenn ihr also solche Gespräche in der Familie führt, ist eine sehr gute Quelle. Harvard University, die haben so einen Footprint Calculator. Die Harvard University ist wohl...
Wasser- und Phosphorverbrauch
01:53:2801:53:28 Aber zumindest bei Leuten, die noch Ansätze von Zugang zu Bildung haben, gilt die jetzt wohl nicht als irgendwie schlechte Universität, sondern im Gegenteil als der gute. Und die rechnen das dann aus auf Kohlenstoffdioxid. Aber was mir sehr wichtig ist, auch auf Wasser. Da haben wir auch schon ein bisschen drüber geredet. Das könnt ihr euch einfach runterladen. Und hier seht ihr eben, die pflanzliche Ernährung spart am meisten Wasser.
01:53:48 Also da wird am wenigsten Wasser verbraucht und die Omnivoren und die Karnivoren, die verbrauchen halt am meisten Wasser. Und Wasser ist eben das, wie ihr bei dem Dürremonitor gesehen habt und so weiter, was sehr, sehr, sehr schwere Probleme jetzt schon erzeugt, während wir hier gerade sitzen, auch wenn ihr das vielleicht gerade nicht spürt. Dasselbe gilt auch, da denken auch viele nicht dran, zum Beispiel an Phosphorbedarf. Das könnt ihr euch jetzt hier...
01:54:08 Das sind jetzt ältere Daten aus der veröffentlichten Umweltschutz und Messer und Gabel. Da gibt es natürlich auch neue Daten dazu. Da könnt ihr auch das sehen, wie ist das, wenn man sich pflanzlich ernährt und man braucht auch viel weniger Phosphor, was wiederum viel weniger Überdüngung erzeugt. Was für die kaputten Böden, die jetzt schon komplett kaputt sind. Ich hatte schon gesagt, wir haben nicht mehr viele Ernten, die wir aus diesen Böden rausholen können. Und wo alle immer denken, da knallen wir immer mehr drauf, immer mehr drauf. Und das kann man eine Zeit lang machen, aber irgendwann funktioniert es nicht mehr. Da seht ihr, dass auch hier die pflanzliche Ernährung weit überlegen ist, den vegetarischen. Weil ich höre eben oft, dass vegetarisch angeblich schon genau...
01:54:38 gut sein das ist aber nicht wahr es ist nicht wahr steht nicht mit den messungen in einklang
01:54:42 Und dasselbe, das wissen vielleicht viele von euch. Ich habe es aber hier nochmal von der Bahnseite runtergeholt, die hier so ein relativ, naja, gewolltes Meme hier umgebastelt haben. 22. April, die haben es selber nochmal gepostet. Flugzeug, CO2-Verbrauch auf der Kurzstrecke, wenn man so will, von Berlin nach München, 158 Kilo, Bahn 0,09 Kilo. Also ihr habt es in der Hand. Es wird euch keiner zwingen, mit dem Flugzeug zu fliegen. Und auch wir, meine Frau und ich, haben die Probleme mit der Bahn, dass sie immer unpünktlich ist. Wir haben dann einfach unseren ganzen...
Verkehrsmittelwahl
01:55:1101:55:11 Also wir haben jetzt viel mehr Zeit eingeplant. Ich verdiene dadurch viel weniger Geld als vorher. Viel, viel, viel weniger Geld als vorher. Aber ich möchte eben das tun, was ich sage und nicht einfach nur einen Vortrag halten und dann sagen, ja, weiß ich nicht, ist halt so, aber meinen Handlungsspielraum, den möchte ich nicht nutzen. Ich möchte meinen Handlungsspielraum nutzen und das sollten auch alle anderen Leute tun. Und hier seht ihr mal, wie krass das ist. Ich weiß nicht, ob euch das überhaupt bewusst ist.
01:55:36 Und öffentlicher Personennahverkehr, um beim Schlaglichtartigen zu bleiben in den letzten Minuten hier, könnt ihr hier mal sehen, ist halt auch eine Schwierigkeit, weil wenn ihr mit internationalen Menschen redet, das hier ist von Amazing Maps vom 20. April 2026, das wusste ich überhaupt nicht, weil ich immer nur in New York gelebt habe und ansonsten ab ganz selten mal in anderen Städten war, wo Kongresse waren.
ÖPNV weltweit
01:55:5801:55:58 Da seht ihr hier, wie viel öffentlichen Personennahverkehr es überhaupt gibt. Also hier seht ihr, mehr als 5% der Bevölkerung nutzen öffentlichen Personennahverkehr. Also das hängt teilweise damit zusammen, dass es den gar nicht gibt. Es ist aber in Städten wie Los Angeles so, die haben eigentlich durchaus modernen Halbwegs, naja, also Ansätze von modernem Nahverkehr. Aber Los Angeles zählt, Achtung festhalten, zu den Städten weltweit, in denen die Bevölkerung sich
01:56:26 am meisten weigert, öffentlichen Personennahverkehr zu benutzen. Die weigern sich einfach, die machen es einfach nicht.
01:56:32 Und wenn ihr mal diese grauen Flächen hier seht, dann ist natürlich ganz finster. Das heißt, da nutzen also grundsätzlich im Großteil der Vereinigten Staaten, das gilt aber auch für viele andere Länder, weniger als 5% der Leute öffentlich-personennahverkehr und dann wieder, ne, ne, ne, ne, der ist aber so schlecht, der ÖPNV. Ja, okay, aber ihr könnt auch das machen, was ich gerade gesagt habe, was Ines und ich machen. Man kann auch sagen, na gut, ich möchte aber nicht Teil davon sein, dass es halt immer schlimmer wird und meinen Handlungsspürer nutzen. Also benutze ich dann halt, ja, dann verdiene ich auch weniger Geld, dann benutze ich dann halt trotzdem öffentlich-personennahverkehr.
01:57:00 Auch wenn es länger dauert. Und jetzt, ich weiß nicht, ob ihr den Ton hören könnt, vielleicht könnt ihr den Ton hören, will ich euch was vorspielen, was so ungefähr eine Minute dauert, damit ihr mal seht, dass ich jetzt nicht irgendein Drumer bin, der der Meinung ist, alles ist vorbei und es wird immer schlimmer. Und weil ich aus einer Generation komme, wo dann auch Atomwaffen immer mehr...
Klimakrise und Zukunft
01:57:2301:57:23 Wir sind ohne Exageration, eine Trajektorie und Einfälle, die die möglichen Möglichkeit der menschlichen Zivilisation zu verhindern.
01:57:47 Wenn wir weitergehen, ich kann nicht sehen, dass diese Zivilisation zu Ende dieses Jahrhunderts endet.
01:57:56 Wir werden sehen, dass sich die Länder wie Vietnam
01:58:24 Es wird 95% unter der Wurzeln in 30 Jahren sein. Es ist sehr frustrierend als Klimawandel, zu wissen, dass wir in großen Gefahr und die Welt ist, wirklich. Und niemand macht nichts über das. Von etwas wie 2040 bis 2050, die Wahrnehmung ist, dass Europa-Agriculturen verbreitet werden, zu produzieren.
01:58:50 Wenn wir mehr als wir, mit Unchecked Emissions weitergehen, werden wir über ein Teil der Welt bekommen.
01:59:21 Das ist so dark und so bleak. Ich sehe tropics, dass es unheimlich ist, weil es zu hot ist, dass es zu humid und hot ist, dass unsere Böden nicht mehr da leben. Und ich sehe, dass es, vielleicht, hundreds of millions Menschen, die Leute zu gehen und zu coolerer Bereichen ist. Und das ist die Beginn.
01:59:51 Und wenn ihr jetzt irgendwie denkt, Gänsehaut bekommen habt oder heult, ihr seid nicht die Ersten. Ich habe im Europaparlament einen Vortrag gehalten, den könnt ihr auch im Netz sehen, da haben die Leute, und da habe ich nicht diese krassen Sachen gezeigt, die zeige ich das erste Mal jemals, seit zehn Jahren zeige ich diese Sachen, die ich euch jetzt hier zeige, da haben die Leute geheult. Also das ist sehr, sehr gut nachzuvollziehen und ich glaube,
02:00:16 dass der Hauptgrund dafür ist, dass die einzelnen Menschen jetzt nicht nur sagen, okay, unsere Kinder, unsere Enkel und so weiter, die werden keine Welt mehr haben, wie wir sie kennen, keine Nahrung, keine Zivilisation, sondern auch, dass sie sagen, warum bewege ich nicht endlich mal meinen Arsch? Warum bewege ich nicht heute Abend meinen Arsch und nutze meinen Handlungsspielraum? Und damit ihr das hier seht von Chatham House, da war Executive Secretary von UN Climate Change da und Executive Director
02:00:45 von so einer örtlichen Veranstaltung und die haben
02:00:48 gesagt, wir haben noch zwei Jahre, um die Erde zu retten. Das bezog sich darauf, dass die Policies umgesetzt werden. Damals waren die Policies noch nicht komplett einkassiert, vor zwei Jahren. Und jetzt habt ihr gesehen, was passiert ist, denn ich habe ja schon verraten, das war vor zwei Jahren, ich zeige es Ihnen nochmal, das war am 10. April 2024. Also vor ziemlich genau zwei Jahren hätte man diese Möglichkeiten gehabt. Die Policies haben sich nicht geändert. Es gibt ein paar verzweifelte Maßnahmen mit Aufforstungen, besonders auch in China und so weiter. Aber das Wichtige ist,
02:01:18 Ihr habt die ganzen Kurven jetzt gesehen. Ich habe euch ganz, ganz, ganz viele Kurven gezeigt. Ich kann euch auch gerne noch mal mehr zeigen, wenn ihr das eines Tages noch mal wollt und das updaten. Aber nicht nur die Leute, die ihr gerade in den Videos gesehen habt, die vor ein paar Jahren gesprochen haben, sondern auch jede andere Organisation, einschließlich der Vereinten Nationen, sagt dasselbe. Es gibt keine abweichenden Meinungen mehr im Mai 2026 dazu. Und auch 2026 wird Super, El Niño oder nicht, wieder...
02:01:46 vermutlich eins der heißesten oder das heißeste Jahr, aber gleichzeitig haben wir die Schwierigkeit, und das solltet ihr nicht vergessen, wenn ihr mit anderen Leuten redet, dass wir dieses Treppenstufenartige haben. Also das ist wie in so einer kaputten Beziehung, wo man sagt, okay, weiß ich nicht, mein Partner oder meine Partnerin...
02:02:01 Die überschreiten jede rote Linie und ich wäre schon mal froh, wenn die zehnte rote Linie wieder zurückgenommen worden wäre bis zur neunten roten Linie. Genau da sind wir. Es sind also alle roten Linien schon längst überschritten und wenn es wieder das heißeste Jahr wird, ist das nicht einfach nur das heißeste Jahr, sondern das ist die nächste Treppenstufe, die das schlagartig wieder hochkatapultiert. Damit kommen die letzten drei Bilder, glaube ich. Nur damit ihr es nochmal seht, wenn ihr jetzt zum Climate Reanalyzer geht, das hatte ich euch ja schon angeboten, dass ihr das vielleicht mal machen könnt, wenn ihr euch...
02:02:29 rein nerden wollt, der wird betrieben von der University of Maine, die ihr jetzt schon kennt, dann seht ihr eben, ich habe euch da dieses Hintergrundrauschen vorgestellt, wie man das macht, also hier sind die Grad Celsius einfach so jetzt mal angegeben, also in dem Fall jetzt 24 Grad bis 30 Grad Celsius als Meeresoberflächentemperatur angegeben, Sekunde, Moment, Entschuldigung.
02:02:50 Und wenn ihr das wieder rausvergrößert, so wie ihr das von Peter Carter am Anfang gesehen habt, seht ihr eben das Hintergrundrauschen, zeigt eine völlig andere, wie soll ich sagen, Dimension des Ganzen. Also wir gehen jetzt hier, wenn wir die Tage hier unten, die Jahrestage von Anfang Januar bis Dezember, wie ihr das schon kennt, einfügt, sehen wir halt diese Schwankungen der Temperaturen und jetzt auf einmal.
02:03:14 geht das auf einmal hier rasend hoch. Da seht ihr wieder diese rote Linie. Entschuldigung, dass sie schon wieder rot ist. Stellt sie euch in einer anderen Farbe vor. Und das sind diese Kipunkte, Sprünge, wie auch immer Sie sie nennen wollen. Die sehen wir jetzt dauernd. Und das sind jetzt eben die allerneuesten Daten dazu. Direkt aus dem Climate Reanalyzer nochmal. Ich weiß, ich habe es schon zehnmal gesagt. Egal, wo wir das auf der Welt messen.
02:03:38 Jede Station, egal in welchem Land, misst dasselbe. Die einzige Möglichkeit ist in den USA, einfach die Stationen dicht zu machen, die ganzen Forscher und Forscherinnen zu entlassen, die Eiskerne zu vernichten und zu verbieten, dass die Daten weiter veröffentlicht werden. Aber das ist die einzige Lösung, die es überhaupt noch gibt, um an andere Daten zu kommen. Heute, das hätte ich nicht gedacht, ich habe ja gesagt, wir wollen ein bisschen vorsichtig sein, super El Niño oder nicht, das wissen wir erst vielleicht in zwei Monaten, aber die Washington Post hat heute allen Ernstes ganz, ganz vorne gepostet, ein Upcoming El Niño.
02:04:08 be the strongest in over a century und da habe ich mich schon sehr gewundert weil die natürlich um den trump zu überleben jetzt nicht unbedingt sich anlegen wollen mit der jeweiligen regierung zumindest nicht was klima angeht haben sie aber gemacht und ratet mal welche daten sie genommen haben erinnert ihr euch die daten aus mona lohr waren ja nicht mehr da auf einmal die anfang mai daten die washington post hat die europäischen daten verwendet
02:04:30 Wahrscheinlich, vermutlich, ich weiß es nicht, kein Zufall. Ich werde meine Kolleginnen und Kollegen mal fragen, ob das jetzt Zufall ist oder nicht, aber eigentlich haben die selber Daten dafür, da brauchen die jetzt nicht die europäischen Daten. Damit habt ihr es geschafft, am Ende noch eine gute Nachricht. Das ZDF hat gerade erst veröffentlicht vor wenigen Tagen.
02:04:48 Also am 5. Mai. Die Jugendlichen haben weniger Angst vor dem Klimawandel. Dem Thema wird auch weniger Wichtigkeit zugesprochen. Ich finde die Abbildung dazu auch super geil. So eine junge Frau, die also da in der Wiese sitzt und einfach ohne Angst vor dem Klimawandel offenbar ihr Leben führen kann und aber sich dann wahrscheinlich auch nicht die Daten angucken möchte.
Jugendliche und Klimawandel
02:05:1002:05:10 Aus derselben Studie, die sich über die jungen Leute hier, die von jungen Leuten handelt, hat man hier gefragt von der Silienus Jugendforschung, das könnte ich auch als PDF runterladen, diese Online-Befragung 2000 Jugendliche, 14 bis 17. Das finde ich eigentlich das allerlustigste, das habe ich jetzt Ende gestellt. Da wurden die Jugendlichen, die sich jetzt immer weniger Angst und Sorgen um den Klimawandel machen, wurden die gefragt, was würde er denn tun, was jetzt nicht so viel Aufwand ist.
02:05:31 um dem Klimawandel so ein bisschen entgegenzutreten. Die Barmer hat da mitgemacht, das ist diese Sinus-Studie, die Barmer hat die bezahlt. Und dann seht ihr, ein Drittel der Jugendlichen würde digitale Medien ein bisschen weniger benutzen, weil die natürlich, da bin ich jetzt gar nicht drauf eingegangen, weil die natürlich auch katastrophale Folgen für die Umwelt haben. Das wisst ihr ja wahrscheinlich, diese Rechenzentren, die jetzt empor sprießen. Ein Drittel würde vielleicht auch kein Fleisch essen und ein Drittel würde vielleicht auch keine Milchprodukte essen. Das ist natürlich der totale Wahnsinn. Man würde ja erwarten, dass bei jungen Leuten das bei 100 Prozent liegt.
02:06:00 Dass sie dann sagen, okay, das ist ja das Allermindeste, das ist ja der Vorschulkindergarten. Keine Tierprodukte verwenden und digitale Medien vielleicht ein bisschen sparsamer benutzen. Aber weit gefehlt. Die deutschen Jugendlichen haben weniger Sorgen vor Klima und auch nur ein Drittel könnte sich vorstellen, da irgendwas zu machen. Und damit sind wir in der Fragerunde und ich danke euch für eure 90-minütige Aufmerksamkeit.
02:06:34 Und Cut und Applaus und Feuer. Ich gucke mal, dass ich die anderen Teilnehmenden wieder eingeblendet bekomme. Sitzen ja hier alle ganz gespannt. Ich mache das mal so. Ich glaube, so sieht man das. So sieht man uns alle. Ja, war jetzt nicht das, was ich mir vorgestellt habe, um ganz ehrlich zu sein. Ich dachte, es gibt gute Nachrichten. Ich habe eigentlich die letzten...
02:07:03 Es gibt ja eine gute Nachricht. Die Jugendlichen haben keine Angst mehr davor. Was ist die gute Nachricht? Ja, ich weiß nicht, ob das so eine gute Nachricht ist. Natürlich nicht. Das ist ein absolutes Desaster. Aber das wirklich Positive daran ist, wenn man anguckt, dass irgendwie 1,5 Prozent aller deutschen vegan leben, haben wir fast das 200-fache Potenzial in jungen Menschen. Das ist doch schon mal was. Das ist doch das Mindeste.
02:07:29 Nur, wie gesagt, wir haben jetzt, das ist die Besonderheit 2026, weswegen dieser Vortrag auch so besonders ist, wir erleben jetzt dieses Treppenwasserfallartige oder Treppenstufenartige Zusammenbrechen von allem. Das heißt, also bitte zitiert unseren Host jetzt hier nicht, er macht nur Witze, nicht wahr? Ja, das ist auch noch nicht offizieller Teil, das wird auch nirgendwo hochgeladen. Das ist nur spaßig, falls jemand sich was zu trinken holen möchte oder nochmal auf Toilette gehen.
02:07:56 Wir haben so eine Pufferphase von fünf Minuten zwischen den Dingern drin. Also wenn ihr euch jetzt nochmal sammeln möchtet, wenn ihr die Tränen wegwischen möchtet, wenn ihr euren Verstand nochmal ein wenig ordnen müsst für die Fragen, die dann jetzt gleich gestellt werden können, dann habt ihr jetzt fünf Minuten Zeit. In fünf Minuten werden sich dann alle Anwesenden außer mir nochmal vorstellen. Und wir geben nochmal allen die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wir haben ganz, ganz viele Experten hier, die wirklich...
02:08:24 die allermeisten Fragen, die ihr zu dem Thema stellen könnt, auch beantworten könnt. Deswegen nutzt die Chance, die kriegt man nicht allzu häufig, denke ich.
02:08:42 Fünf Minuten heulen gehen, wird hier gesagt. Ja, du, ich glaube, dass man, wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, kommt man früher oder später an den Punkt, wo man nicht mehr so ganz weiß, was man tun soll. Ich glaube, das geht allen so. Aber heulen ist ja jetzt keine unangemessene Reaktion. Also das ist ja eine sinnvolle, weiterführende Reaktion. Kein Problem. Du sagst, dass der Vortrag, wo die im Europaparlament geheult haben, dass der gar nicht so hart gewesen wäre. Gab es da richtig so einen Kollaps wie in so einem Horrorfilm im Kino?
02:09:12 Das war, also die Frage aus dem Publikum war irgendwie, ja, aber das gibt es doch gar nicht. Wieso passiert denn dann nichts? Wieso tut denn jetzt keiner was? Also da ist offenbar die Reibung entstanden, weil viele Menschen eben der Auffassung sind, dass Regierungsorganisationen Gott...
02:09:34 Oder sonst irgendjemand die Policies umsetzt, die ja wie gesagt auch alle beschlossen waren. Aber ich fürchte, dass, oder nicht ich fürchte, ich erlebe das, dass die Menschen das wirklich in die Verzweiflung treibt. Und ich hatte eben auch einige, ich hatte jetzt schon ein paar von den Daten gezeigt, aber ich glaube, dass eben die Policies nicht umgesetzt werden, das treibt die politischen Menschen in den Wahnsinn.
02:09:58 Und das waren Abgeordnete oder waren das nur Zuhörer und Zuhörerinnen? Politisch interessierte Menschen, die da reingerieselt sind. Die Abgeordneten, das war, muss man dazu sagen, der letzte Vortrag war freitags nachmittags und da arbeitet keiner mehr in Europa. Also ab freitags mittags kann man da eigentlich keinen normalen Menschen, der dort arbeitet, mehr antreffen. Aber wir haben auch schon Abgeordnete gehabt, die auch da drin saßen und die...
02:10:27 Die sind eigentlich eher daran interessiert, wie eben Policies umgesetzt werden können, weil denen das Ausmaß des Dramas, das ist nicht so vorrangig für die. Die möchten halt hauptsächlich, dass die Wirtschaft und ihre Wähler und Wählerinnen halt zufrieden sind. Ja, ich habe was Klimapolitik angeht eine interessante Ausarbeitung von ein paar Wochen erst gelesen.
02:10:52 dass das gar nicht am Willen der einzelnen Abgeordneten lege oder an den Programminhalten. Also man wäre da schon bereit, das zu machen, aber man will nicht der Erste sein. Durch diese Konkurrenz der Staaten stellen die sich alle hin und sagen, guck mal, wenn wir jetzt anfangen würden, hier unsere Wirtschaft zurückzudrehen, dann fallen wir zurück, weil alle anderen machen das ja nicht. Ja, das stimmt, das müsste man aber gar nicht. Also das, was ich privat jetzt mache, die Wirtschaft privat zurückzudrehen, müsste man nicht machen, weil die Länder, die eben...
02:11:20 versuchen, neue Techniken und neue Technologien nach vorne zu bringen. Die haben ja gar keinen wirtschaftlichen Schaden. Und das Zweite ist, es stimmt auch nachweislich nicht, weil in Europa sehen wir das, weil ich ja oft so Petitionen, die aber eben auf Europaebene rechtlich wirksam sind, also nicht jetzt irgendwie bei Init oder so was, ja, Change.org, sondern echte Europapetitionen, wo mindestens eine Million Leute unterschreiben müssen und sich auch ausweisen müssen, mitmache. Und die werden grundsätzlich nicht durchgeführt.
02:11:49 die jetzt gerade hängt, ist Stop Finning, also dass Haien, die Flossen, also die Finns nicht mehr abgeschnitten werden. Und da ist keiner, da muss das egal, wer vorangeht oder nicht. Das wäre eine europäische Aktion, die überhaupt nicht dazu führt, dass irgendein Land in Rückschritt kommt. Die einzigen, die sich da extrem gegen sperren, sind spanische Fischer. Das wäre aber kein Problem. Die könnte man problemlos mit einem EU-Strukturprogramm in etwas anderes bringen. Also wenn jemand sagt, wir wollen nicht die Ersten sein, das ist eine der klassischen zehn Ausreden.
02:12:21 Ich glaube, gebt mir mal eine Eins, wenn ihr alle wieder da seid. Die Leute, die nämlich nicht da sind, die können jetzt nämlich nicht Eins schreiben und dann ist es in Ordnung. Dann wirkt das immer so, als ob man partizipieren könnte. Dabei ist es nicht. Also ich glaube, der Großteil der Leute sind da, deswegen wollen wir anfangen. Ich glaube, wir machen es so, dass ihr euch einfach nochmal vorspringt, dass wir nochmal einen Clean Cut haben, weil wir das nochmal gesondert hochladen. Also wir machen dann erst diesen Vortrag alleinstehend, der kommt ja auch bei dir.
02:12:47 Sollen wir den, hast du den selber mitgeschnitten oder soll ich dir den zukommen lassen? Angeblich ja, aber ich sag's dir hinterher. Naja, ansonsten laden wir den auch nochmal hoch. Und den machen wir dann nochmal gesondert. Also ich würde dann jetzt für die Leute, die das dann schneiden, nochmal anfangen.
02:13:02 Hallo und herzlich willkommen zu einer sehr besonderen Ausgabe von Karl kommentiert Kommentare. Die gibt es nämlich schon seit acht Jahren ungefähr nicht mehr. Und es ist auch direkt eine Lüge im ersten Satz, denn ich kommentiere hier überhaupt gar nichts. Ich habe Experten und Expertinnen hier, die sehr viel schlauer sind, was diese Sachen anbelangt, als ich es jemals werden könnte. Aber weil wir eine interessierte Community sind und daran bedacht sind, hier auch Fragen beantworten zu lassen, habt ihr jetzt die Möglichkeit, also ihr nicht mehr, wenn ihr das seht auf YouTube, aber ihr im Live-Chat habt die Möglichkeit, eure Fragen zu den Klimaforgen,
02:13:32 Vorträgen von Marc Benecke beantwortet zu bekommen. Und zwar nicht nur von Marc Benecke, sondern auch von zwei anderen Expertinnen, die hier da sind. Also wenn ihr wollt, könnt ihr euch ganz gerne nochmal ganz kurz vorstellen. Ich glaube, ihr seid gemutet. Margareta magst du anfangen.
02:13:57 Gerne, eigentlich habe ich dich gezeigt, aber danke. Bei mir ist es eher so, ich bin Biodiversitätsforscherin, also ich bin gar nicht so im Klima-Business drinnen, habe auch ein bisschen einen Überblick natürlich, aber das war ein ganz toller Vortrag, Marc, von dir, super toll. Mein Name ist Margreta Hartlip, ich arbeite an der Universität Wien, gerade auch in Science Policy Themen, auch in der Politikwissenschaft und sehr, sehr, sehr viel auch mit dem österreichischen Biodiversitätsrat zusammen.
02:14:26 Genau, es ist so viel zu mir. Lisa? Hi, ich bin Lisa Pettinger, ich bin Klimaaktivistin aus München und bin unter anderem deswegen, also wegen meiner politischen Tätigkeit, vom Lehramt ausgeschlossen worden, weil ich nämlich radikal gegen den Kapitalismus bin und ich ziehe aus all den schlauen Fakten, die Marc gerade genannt hat, komplett andere Schlüsse. Also ich glaube, wir werden eine sehr angeregte Diskussion führen.
02:14:56 Ja, also ich bin Marc. Ich hatte vorhin einen Vortrag gehalten. Ich bin Biologe und Kriminalbiologe eigentlich, aber eigentlich jemand, der Käfer und Pflanzen und so weiter gut findet und habe aus einer Serie, die eigentlich ursprünglich über Jahrhunderte von Millionen Jahren zurückging, für ein Naturkundemuseum in Bern vor ungefähr zehn Jahren oder so, habe ich dann angefangen, immer die neuesten Messungen zu Umweltveränderungen zusammenzustellen, sowohl was Tiere und Pflanzen angeht, als auch
02:15:25 was man sonst so kennt, Gletscher, Kohlenstoffdioxid und so weiter. Ich glaube, wir fangen mit der fantastischen Frage an, die jemals irgendjemand gestellt hat, weil vor ein paar Jahren ging mal dieses, wir haben noch so und so viele Ernten rum. Da kann ich mich noch ganz gut dran erinnern. Das war auch ein Vortrag, ich glaube, vor zwei oder drei Jahren von dir gewesen ist, wo du ganz schockiert gesagt hast, wir haben nur noch, ich glaube, es waren 30 Ernten. 30 Ernten oder so. Hat sich da irgendwas geändert? Ist das besser geworden? Haben wir jetzt mehr Ernten, die wir noch aus dem Boden ziehen können?
02:16:01 Die können die beiden anderen ruhig anfangen. Naja, das Ding ist ja schon, dass es total unterschiedlich ist, wo, oder? Also es gibt ja schon auch unterschiedliche Studienlagen, aber auf dem afrikanischen Kontinent kommt es ja jetzt schon zu brutalen Missernten. Also 2022 hat eine Dürre im Horn von Afrika dazu geführt, dass sich die Zahl der verhungernden, also gerade verhungernden Kinder auf 20 Millionen verdoppelt hat innerhalb von, ich glaube, fünf Monaten.
02:16:30 wegen der Dürre, während das hier eben noch nicht so arg ist. Also keine Ahnung, wir hatten letztes Jahr eine gute Kartoffelernte. Aber es rückt halt immer näher. Und ich meine, auch hier gibt es immer wieder Missernten, die aber noch relativ begrenzt sind. Und es weitet sich aber immer weiter aus. Und dass sozusagen die Weltbevölkerung...
02:16:52 bald nicht mehr ernährt werden kann, ist, glaube ich, sehr klar. Und das liegt aber nicht daran, dass es zu viele Menschen sind, sondern dass einfach dieses Klima einfach unwiederbringlich zerstört wird. Und das stößt natürlich die ganz große Frage der Flucht auch an. Also ich würde ja sagen, dass die EU-Außengrenzen, die gerade so hochgefahren werden,
02:17:10 eigentlich einen total direkten Zusammenhang mit der Klimakrise haben und dass eben PolitikerInnen sich sehr bewusst sind, dass immer mehr Menschen flüchten müssen, weil sie kein Essen mehr finden werden und andere Klimafolgeschäden nicht mehr überleben werden. Und das ist, glaube ich, auch eine große Frage, die man sich als umwelt- und klimainteressierte Person fragen muss. Oder ich finde, wo wir uns eigentlich solidarisch zeigen müssen in Ländern, wo eben quasi die
02:17:35 zu dem jeweiligen Zeitpunkt noch okay sind, dass man diese Menschen solidarisch aufnimmt und da eben auch solidarische Lösungen findet. Ja, also ich kann da eh nichts zu sagen. Ne, Margareta, sag du doch was.
02:17:58 Ja, ich stimme eh zu. Leider ist gerade im globalen Süden, der eh sowieso schon von globalen Morden komplett ausgebreitet wird, die trifft es am meisten. Gerade jetzt mit dem Diversitätsverlust, Klimawandel und so weiter. Und natürlich führt es zu Konflikten.
02:18:19 Ja, ich würde noch ergänzen, falls diese Strömungen, auf die ich heute nicht eingegangen bin, die Meeresströmungen, die unter anderem die Umwälzung behindern, aber eben auch den Wärmetransport. Da ist mittlerweile, oder jetzt, 2026, der Stand der Forschung aus diesen Veröffentlichungen, die ich da so angedeutet habe, dass in England und so weiter gar keine Landwirtschaft mehr möglich sein wird.
02:18:42 Habt ihr vielleicht schon mal gehört. Also das kommt jetzt noch oben drauf. Aber das, was ich am meisten sehe, ist tatsächlich, dass einfach nichts mehr lebt. Also man kann in diesen toten Böden auch mit diesen Regenwürmern, die immer kleiner werden, gemessen und dieser Vereinheitlichung nur noch auf diese paar Arten, die es da gibt, kann man einfach keine sinnvolle Landwirtschaft mehr betreiben. Also die Anzahl der Ernten, das kann man natürlich jetzt nicht gut vorhersagen. Es kann ja auch viel schneller gehen noch.
02:19:08 Aber ihr habt ja vorhin diese Zusammenstellung der Forscher und Forscherinnen, da habt ihr ja auch gehört, die das ja eher so gesamtschaulich angesehen haben oder betrachtet haben, dass es, wie ihr ja vorhin auch schon gehört habt von der Lisa, dass es egal ist, wo das herkommt. Also ob die Böden das jetzt hergeben oder die Bestäuber oder die Anzahl von Giften, die man in die Erde kippt, aber es gibt keinen einzigen Lichtblick in dieser Richtung.
02:19:36 Jetzt versuche ich mich mal in die Denklage eines normalen deutsch-bürgerlichen Boomers hinein zu versetzen, weil ich glaube, dass die Leute, die das hier hören, schon ein Stück weit begriffen haben, dass es ernster wird. Also wir sind ja eine ziemlich antikapitalistische Tropic. So könnte man schon sagen. Ich glaube, die wissen schon, worum es geht. Aber die treffen immer wieder auf Leute, die ihnen dann sagen, guck mal, also wir haben doch jetzt eine Lebensmittelproduktion, die hochgerechnet um die 12 Milliarden Menschen ernähren könnte. Und davon schmeißen wir...
02:20:05 33 Prozent weg. 33 Prozent aller produzierten Lebensmittel werden weggeworfen. Ob jetzt in der Produktion bereits oder noch bevor es überhaupt in die Produktion ging oder dann irgendwann beim Konsumenten, der es im Elika kauft. In Europa gibt es keinen Supermarkt, der leer steht. Alle sind immer bombenvoll und alles wird immer überfüllter. Wie kann man derzeit einem dieser Menschen, die das wahrnehmen, klar machen, dass es trotzdem in Zukunft weniger wird und dass wir tatsächliche Ressourcenkriege führen werden?
02:20:34 wenn die Prognosen stimmen sollten, wovon man, glaube ich, wenn man dir zuhört, mag ausgehen sollte. Also wie macht man denen das begreiflich? Also wie kann ein so voller Rewe-Markt den normalen, uninteressierten oder nur milde interessierten Mann davon überzeugen, dass wir Ernteausfälle zu befürchten haben? Nee, Lisa fang ich an.
Konsumkritik vs. Systemkritik
02:20:5802:20:58 Also ich glaube, das ist eine schwierige Frage, weil dieses Klimathema allgemein einfach nicht mehr so gut zieht. Also ich bin ja Teil von der Klimagruppe und wir sind tatsächlich, glaube ich, gefühlt so eine von vielleicht drei Klimagruppen in ganz Deutschland, die noch Wachstum haben, also wo noch weitere Leute dazukommen. Teilweise gehen auch Leute dann in Antifa oder irgendwie Antimilitarismusbereich, aber...
02:21:20 Wir kriegen schon immer noch neue Leute. Währenddessen stirbt die ganze Klimabewegung um uns herum total aus, weil dieses Thema einfach sich gerade für die meisten Leute nicht...
02:21:29 wie das Dringendste anfühlt. Das hast du ja auch gerade gesagt, Marc, dass das in der Sinus-Studie eben auch bei den Jugendlichen gezeigt wurde. Wobei ich nicht mit moralischem Zeigefinger sagen würde, diese blöden Jugendlichen, die müssen das doch viel ernster nehmen, sondern halt eher einfach als Produkt der Gegebenheiten sehen würde, dass es eben nicht mehr in den Zeitungen ist, dass auch Lehrkräfte sicherlich nicht mehr so viel damit irgendwie machen und einfach Krieg sich viel augenblicklicher anfühlt.
02:21:56 Und ich glaube, der Grund, warum wir noch wachsen als Klimatreffen, ist, dass wir gerade die Klimakrise und die Umweltkrise mit den jetzigen Themen verbinden, nämlich ganz viel mit Krieg. Und also du hast jetzt sehr viel auch über Konsumkritik geredet, Marc, aber ich würde sagen, dass das eigentlich der falsche Ansatz ist, weil es erstens zu Abwehrreaktanzreaktionen führt. Also genau das ist, glaube ich, was ich nicht machen würde, um einen Boomer zu überzeugen.
02:22:24 oder auch andere Leute, weil man sich dann schuldig fühlt und sich zurückzieht oder in so einen Defensivmodus geht, sondern eben es zu verbinden und zu zeigen, welche
02:22:35 kapitalistischen Interessen eigentlich dahinterstehen, dass wir Krieg haben. Krieg findet ja jetzt schon statt und auch dieser Krieg in Iran, das ist ein Ressourcenkrieg, da geht es um Öl. Und da geht es auch darum, China von den Absatzmärkten fernzuhalten. Also es ist eigentlich schon eine Vollstufe von dem Krieg, der zwischen den USA und China irgendwie noch weiter eskalieren wird. Ich glaube, allein mit dem Klimathema können wir gerade wenig Leute mitnehmen.
02:23:04 weil es einfach nicht so präsent gerade ist. Und damit es aber in irgendeiner Form präsent bleibt, ist es, glaube ich, total wichtig, es mit den aktuellen, ganz brennenden Sorgen der Leute zu verbinden. Also mit dem Sozialabbau verbinden, mit eben gerade bei jungen Leuten Wehrpflicht, das ist ja auch ein Jugend-Zukunftsthema, genauso wie die Klimakrise, zu verbinden und eben zu zeigen, dass der Grund, dass es uns allen immer beschissener geht,
02:23:31 Nicht ist, dass Leute falsch konsumieren, sondern dass es einfach ganz klare kapitalistische Mechanismen wie Profitmaximierung, Wachstumszwang und so weiter dahinter gibt, die dazu führen. Und vielleicht auch noch zu dieser Konsumkritik, also ich bin auch Veganerin und ich bin auch schon seit Jahren nicht mehr geflogen.
02:23:49 keine Ahnung, habe kein Auto, also ich habe einen Führerschein, aber ich weiß nicht, wenn ich das letzte Mal Auto gefahren bin, so dass ich gar nicht mehr richtig gut fahren kann. Aber ich mache das eher, um glaubwürdiger zu sein, nicht weil ich das Gefühl habe, dass es was bringt. Und ich finde, in dieser Konsumkritik kann man sich sehr schnell wie so
02:24:04 Eine Person fühlen, die wirklich richtig viel was macht, aber letztendlich ist es ehrlich gesagt scheißegal, weil solange das US-Militär der größte Ölverbraucher der Welt ist und so wahnsinnig viel CO2 rausballert, können wir leben, wie wir wollen. Das ist scheißegal. Oder solange ein Privatjet-Flug von Rom nach Glasgow mehr verbraucht als eine durchschnittlich in Deutschland lebende Person pro Jahr.
02:24:24 brauchen wir uns nicht verrückt machen mit dem, wie wir gerade konsumieren, sondern ich finde, diese ganze Energie, die wir in diese Konsumkritik reinfließen lassen, bei uns selbst und bei anderen, die sollten wir eigentlich in einen Bewegungsaufbau reinfließen, damit wir, egal ob das jetzt über das Klimathema ist, ob das über das Faschismus-Thema ist, über das Kriegsthema ist oder Feminismus, wie auch immer, dass wir eine sozialistische Bewegung aufbauen, die dieses System abschafft.
02:24:50 Weil nur wenn wir dieses System abschaffen, können wir einfach diese Mechanismen im Kapitalismus beenden, die unsere Erde zerstören. Und da will ich meine Energie reinsetzen und nicht darin mir zu überlegen, kaufe ich jetzt die Bio-Gurke, die in Plastik eingepackt ist, oder die Gurke, die konventionell angebaut ist, aber nicht Plastik hat. Sorry, wenn ich es jetzt ein bisschen überspitzt habe. Willst du was sagen, Margarita?
02:25:24 Ich dachte, du sagst vielleicht was. Nein, ich wollte nur eigentlich dazu anhängen, weil ich habe mir auch von deinem Vortrag so ein paar Sachen aufgeschrieben und gerade diese Privatschats und vor allem Inlandsflüge, also das ist ja gerade so in der Debatte, ob das gestrichen werden soll. Also es sind auf jeden Fall schon, sag ich mal, größere Schritte. Aber ja, es braucht auf jeden Fall noch mehr.
02:25:49 Ich glaube, das Problem ist vor allem meiner Meinung nach reiche Menschen. Die brauchen einfach viel mehr Ressourcen als normale Menschen, wie wir zum Beispiel. Und da müsste man auch einen Hebel dran setzen, politisch vor allem auch.
02:26:07 Also ich denke ja, oder ich rede ja super viel mit Leuten, egal, die da auch rein stolpern, also gerade Museum oder so, die sich politisch dafür vielleicht überhaupt nicht interessieren oder mit alten Ökos oder sonst irgendwas. Und mir fällt auf, dass, wenn ich das für mich selber nicht durchführen kann, diese vielleicht auch wertlose, vorbildhafte Lebensweise, dann...
02:26:31 ist es natürlich vollkommen ausgeschlossen, das von anderen zu fordern. Also das ist schon richtig, dass das vielleicht von der Menge des Kohlenstoffdioxids oder so ohne Bedeutung ist. Aber ich denke, dass, wenn du den ersten Schritt nicht durchführen kannst, dich so zu benehmen, wie du, also practice what you preach, was ich vorhin im Vortrag gesagt habe, wenn du das nicht machst,
02:26:49 dann hast du halt ein Problem. Nicht nur, was die Glaubwürdigkeit angeht, weil vielleicht glauben die Leute alles, aber sagen, ist mir egal, mache ich trotzdem nicht. Kann schon sein, dass die Person recht hat, aber ist mir sowieso auch egal. Sondern ich glaube echt, dass man es durch eine persönliche...
02:27:04 als Vorbild für sich selber. Also selber zeigen, okay, ich habe Handlungsspielraum, ich mache das. Und kann dann eben auch Größeres fordern, also auch vor mir selber, weil ich sage, ich habe das nicht nur, ich fordere das nicht nur und ich habe vielleicht nur eine kleine Einwirkung auf dieser Welt, sondern ich habe es vorgemacht und mich selber wohnen. Zum Beispiel das mit dem Kaffee, das war für mich echt eine interessante Erfahrung. Also das einfach mal auszuprobieren, dass das geht. Ich sage jetzt nicht, dass andere Leute das machen sollen und ich sage auch nicht, dass das die Welt ändert, aber dann kann ich
02:27:33 wenigstens sagen, diese Dinge, die so wenig sind, die so geringe Handlungen erfordern und
02:27:41 aber so groß erscheinen für den durchschnittlichen westlichen Menschen, keinen Kaffee mehr zu trinken, die kann man durchführen und so machen wir das zum Beispiel auch politisch. Wir machen auch ganz viel Quatsch, wenn wir politische Aktionen machen, aber die Leute sollen sehen, dass sie einen Antrag stellen können, dass der Antrag rechtlich wirksam ist und so weiter. Und ob das dann klappt oder nicht klappt, ist eine andere Frage. Also es geht so ein bisschen um Selbstvertrauen, Selbstermächtigung, Selbstwirksamkeit. Aber um auf die Frage mit dem Supermarkt nochmal zu kommen, dass der Supermarkt voll ist, das war die Ursprungsfrage.
02:28:10 Das ist natürlich eine ganz böse Frage, weil er ist halt, wie wir gerade schon in der vorigen Fragerunde gesagt haben, der ist ja sonst im Rest der Welt eben gerade nicht voll. Und ich möchte noch mal einen draufsetzen.
02:28:20 Wir haben auf dem Kongress in den USA gearbeitet und haben dann extra einfach im Supermarkt was gekauft und so weiter. Es gab überhaupt kein vernünftiges Essen und das war so unfassbar teuer, dass der einzige Supermarkt, der richtig im deutschen, europäischen Sinne voll war, also wie so ein typischer deutscher Supermarkt, da konnte kein normaler Mensch einkaufen. Das war einfach, also wir haben pro Einkauf, wir nennen das Snacken. Also das sind so ein paar Oliven, ein bisschen Brot.
02:28:47 Und wenn es geht, wenn sie es haben, irgendeinen veganen Käse oder so, also wirklich, oder ein paar Tomaten, also wirklich nichts. Wir sind an keinem Tag rausgegangen, glaube ich, wo wir nicht 60 Dollar dafür hingelegt haben. Und das war in Baltimore, also einer Stadt, die als demokratisch aufgeklärt liberal gilt. Also das heißt, der Supermarkt war vielleicht voll, nur es kann sich keiner leisten, da was zu kaufen.
02:29:09 Ich finde übrigens, dass sich das wunderbar miteinander vereinbaren lässt, weil rein inhaltlich bin ich natürlich bei Lisa. Ich meine, es ist auch kein Geheimnis für die Leute, die das sehen. Ich bin nämlich selber Marxist. Also das ist jetzt kein großes Geheimnis, dass ich weiß, dass es mit dem Kapitalismus nicht funktionieren wird aufgrund der Systemlogik und der Sachzwänge, die da existieren. Aber trotzdem würde ich die eigenen Handlungen nicht so negieren. Ich bin da mittlerweile glücklicherweise mit mir im Reinen und habe so ein bisschen...
02:29:39 den mich selber gefragt wie ich überhaupt da hingekommen bin so zu denken wie ich jetzt denke und das waren persönliche konsumentscheidungen und um einen sehr sehr schlauen menschen zu zitieren der mir vor ein paar wochen mal folgendes geschrieben hat ich habe auch kein problem damit nicht vegane marxisten lapper zu nennen niemand kann mir erzählen dass leute die nicht in der lage sind auf tierleichen zu verzichten bereit sind irgendeine umwälzung herbeizuführen und das fand ich ganz interessant weil das ist ja wirklich so das bare minimum was man tun kann so ich glaube auch
02:30:08 nicht, dass Konsumkritik jetzt bei Einzelnen irgendeine systemische Veränderung herbeiführen werden, aber die Leute, mit denen ich mich organisiere, von denen ist doch dann das Bärminimum zumindest zu erwarten. Deswegen finde ich es auch ganz vernünftig, da immer noch eine Einstiegsmethode für Leute, die dann irgendwann systemkritisch oder systemumwälzend oder neuordnend oder wie auch immer man das dann nennen möchte.
02:30:30 Zu erwarten, dass man doch im eigenen Leben dann zumindest darauf achtet, wenn man es denn kann, was wir alle in den westlichen Demokratien können, das dann da wegzulassen.
02:30:41 Ich finde das spannend, dass du das als Form der Selbstermächtigung benennst. Ich glaube, das kann es sein, aber ich glaube, es kann auch das Gegenteil sein, nämlich dann, wenn man scheitert, weil man eben vielleicht nicht so eine gute Impulskontrolle hat. Das hat dann vielleicht auch ein bisschen was mit der eigenen psychischen Tendenzen zu tun. Aber ich finde Konsumkritik vereinzelt.
02:31:05 weil man eben auch sich sehr auf sich selbst konzentriert. Und da gibt es auch umweltpsychologische Untersuchungen, die zeigen, dass quasi diejenigen Leute, die mehr auf dieser Konsumebene was fürs Klima tun, mehr auch Angst haben und mehr Scham und Schuld empfinden. Also das sind ja sehr, also das sind...
02:31:27 Emotionen, die eher dazu führen, dass man sich sozial zurückzieht und auf sich selbst zieht, während diejenigen Leute, die da jetzt nicht ihren Fokus drauf legen, sondern eben eher auf Demos organisieren oder dabei sein, mit anderen Leuten drüber reden, gemeinsam eben irgendwie zu organisieren, eher Wut empfinden. Und Wut ist in der Psychologie eigentlich...
02:31:50 immer das, was Bewegungen antreibt. Und Bewegungen sind das, was die großen Veränderungen antreiben. Und deswegen finde ich eigentlich, es kann eine Selbstermächtigung sein, es kann aber, finde ich, auch genau ins Gegenteil umschlagen. Und das kann man natürlich bei Bewegungen auch sein. Also Klimabewegung waren wahnsinnig viele Leute auf der Straße und was haben wir gekriegt? Nichts. Klimabewegung heißt aber auch, finde ich, für viele Leute, dass sie mit Kriminalisierung und Repression Kontakt gefunden haben, ich ja auch.
02:32:17 Und ich finde, das ist eigentlich was, was noch weiter politisiert, was noch weiter diesen Bruch mit dem System und auch gewissermaßen mit dem kapitalistischen Staat vorantreibt, wo dann eben noch viel mehr auch ein Bewusstsein entstehen kann, dass das es nicht sein kann und dass man es anders machen muss. Und ich finde, Marc, du hast total cool und grandios wirklich zusammengefasst, was so der Stand der Wissenschaft ist.
02:32:42 Ich merke auch bei mir selber immer wieder, dass ich da manchmal so ein paar Monate hinterher hinke, weil ich einfach irgendwie in so einem Bewusstsein von, okay, es wird alles scheiße ist und ich will mir gar nicht so genau die Daten anhören. Deswegen war das super hilfreich von dir, dass du das heute so gemacht hast. Aber ich glaube, also meine Schlussfolgerung ist halt nicht, dass ich anderen was vorpreache, weil du sagst ja quasi, man muss glaubwürdig sein, um auch was preachen zu können.
02:33:05 So, das würde ich auch sehen, auf jeden Fall. Aber ich glaube, meine Perspektive ist eben nicht zu preachen und meine Perspektive ist auch nicht vom Staat zu fordern. Ich fordere nichts von einem Staat, der super viel Subventionen in Autokonzerne steckt, der KlimaaktivistInnen vor den Profiten von Kohlekonzernen wegballert in Lützerath und so weiter. Das ist ein Staat, der hat nicht meine Interessen im Sinn, sondern die Interessen der Großkonzerne.
02:33:34 Ich habe eine Perspektive, die sozusagen davon abseits so ein bisschen stattfindet, nämlich in einer Bewegung und Gewerkschaften, die eigentlich ein Klassenbewusstsein entwickeln müssen. Und dieses Klassenbewusstsein muss unbedingt Klima beinhalten, weil das ist ja unser Interesse. Unser Interesse ist, dass wir auf einem Planeten leben, der Lebensbedingungen hat, die für uns alle reichen und die für uns alle gut sind.
02:33:58 Da, glaube ich, braucht es eben eine Gegenmacht, die wir aufbauen, eine Gegenmacht zu diesem System, das uns sagt, dass die Verantwortung komplett bei uns liegt und wir ja quasi selber die ganze Zeit entscheiden würden, dass es so scheiße läuft. Und eine Gegenmacht zu diesem Staat, der letztendlich so tut, als wäre er super demokratisch, aber letztendlich die wirtschaftlichen Entscheidungen bei den großen Konzernen mehr oder minder lässt und genau das Gegenteil macht, als die Würde des Menschen zu schützen, was ja im Grundgesetz Nummer eins ist.
02:34:27 sondern die Würde des Menschen komplett unterbindet, komplett zerstört. Und mit diesem System möchte ich nichts zu tun haben. Ich möchte, dass wir was Besseres aufbauen, ein System, in dem die Wirtschaft geplant ist, und zwar geplant anhand von menschlichen Bedürfnissen und anhand von planetaren Grenzen. Und dazu brauchen wir diese ganze Klimawissenschaft. Aber diese ganze Klimawissenschaft, finde ich, zeigt uns noch nicht, was der Weg auf einer gesellschaftlichen Systemebene ist. Und ich finde, da müssen wir andere Wege finden, die eben nicht mit dem...
02:34:56 Also nicht mit dem Kapitalismus vereinbar sind, weil der eben unsere Lebensgrundlage zerstört. Ja, ich glaube, eine Follow-up-Frage, die ich gerade gelesen habe, passt da, glaube ich, ganz gut da rein. Denn was man immer so, auch wenn denn, das Klimathema ist gar nicht mehr groß. Ich glaube, das haben wir alle festgestellt, das muss man ja immer mal erzählen. Es ist nicht mehr so, als ob da jetzt im Mainstream-Programm darüber Bericht erstattet werden würde. 2021 in den Bundestagswahlen war Klima das Thema Nummer eins.
02:35:22 Fridays for Future waren mit Millionen von Jugendlichen überall auf diesem Planeten auf der Straße. Es gab mit Extinction Rebellion und mit anderen Klimaorganisationen auch radikalere Herangehensweisen, auch hier in Deutschland.
02:35:35 oder bei euch in Deutschland, in Irland, gab es mit der letzten Generation eine dann doch eher sehr friedlich und sehr moderat fordernde Gruppe, die aber als die neue RAF bezeichnet und geframed worden ist. Also man hat schon gesehen, das Thema war 2021 und ich glaube so bis 2022 schon relativ groß.
02:35:58 Bei der letzten Bundestagswahl hat das dann keine Rolle mehr gespielt. Also in der letzten Bundestagswahl ist zumindest in meiner Erinnerung, und ich habe das glaube ich relativ intensiv verfolgt und begleitet, hat der Klimaschutz, wenn überhaupt, nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt.
02:36:13 Kann das daran liegen, oder das ist einfach mal eine offene Frage, die ich in die Runde werfen würde, kann das daran liegen, dass sich die Entscheidungsträger alle durchaus über die Realität im Klaren sind und das dann auch einhergehend mit dem ist, was Marc jetzt in den letzten drei Vorträgen, glaube ich, immer wieder dann auch so als Schlussfolgerung gezogen hat, dass es da gar nicht so wirklich viel gibt an Dingen, die man jetzt noch tun konnte, außer, ja,
02:36:42 Vorbereitung auf den Kollaps oder Prävention von den allerschlimmsten Konsequenzen, die da kommen könnten. Also ganz konkret die Frage, die gestellt wurde, gibt es denn überhaupt, das ist ein bisschen simpel, aber gibt es überhaupt noch irgendetwas, das wir tun können? Also ihr könnt ruhig anfangen. Margarita, ich habe schon sehr viel gesagt, magst du mal anfangen? Ich habe es gerade nicht verstanden. Ich hätte eigentlich eine andere Frage an dich gehabt, aber vielleicht...
02:37:24 versuche ich kurz meine Gedanken zu fassen. Also es gab ja ganz, ganz viele Vorschläge, was wir tun können, die ganzen letzten Jahre, die ganzen letzten Jahrzehnte. Und es wurde ja nichts davon umgesetzt. Also das ist ja irgendwie das Absurde, dass es ja ganz, ganz viele Ideen und Lösungsvorschläge gab, aber irgendwie nichts passiert ist. Und jetzt, wir driften ja halt immer noch mehr einfach runter. Und je länger wir nichts machen, desto schlimmer wird es ja am Ende. Also das würde ich sagen, ist ein...
02:37:54 ein Blödsinn, dass wir hätten nichts machen können. Also es wurde einfach verpasst. Und da freue ich mich gerade auch so, weil ich ja eher im Umweltschutzthema, im Lebensraumschutz, im Artenschutzthema drin bin und dieses Thema ist nie groß geworden. Und das ist aber eigentlich genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger, auch für unsere Lebensgrundlage, als es ja Ernährung darauf basieren und so weiter.
02:38:20 Aber die, ich würde sagen, die Auswirkungen sind jetzt nicht so spürbar wie gerade beim Klima, wo ja die Häuser weggeschwemmt werden, zum Beispiel unsere Ernteausfälle weggedörrt werden und so weiter. Aber wir wissen es ja aus den 90er Jahren, wenn wir dann mit dem Auto gefahren sind, die Gewinnschutzscheibe war voll mit Insekten. Heutzutage ist ja nichts mehr an Insekten. Glaubt mir keiner übrigens. Also das wäre...
02:38:47 Margarete, ich würde sagen, das glaubt dir keiner von den Kids, die hier unterwegs sind. Ich habe genau das mit der Windschutzscheibe und den hunderten, tausenden von Fliegen, die auf der Fensterbank, ich bin auf dem Dorf groß geworden, lagen, jeden Sommer. Das glaubt dir keiner. Mir glaubt keiner, dass man mit offenem Mund nicht Fahrrad fahren konnte.
02:39:06 Und ich bin jetzt Mitte, Ende 30, also nicht so, dass ich jetzt ein Greis wäre oder so und vom Krieg erzähle. Das ist greifbar in unserer Generation der Fall, dass man sich daran erinnern kann, dass in den jugendlichen Jahren hat's einen Mund aufgemacht im Sommer und du hattest halt 40 Fliegen und warst nicht mehr vegan im Mund. Und mittlerweile gibt's die gar nicht mehr.
Klimakrise und politische Untätigkeit
02:39:3002:39:30 Genau, du wolltest kurz an Lisa da fragen, wie können wir es schaffen, also dieses Klimathema ist ja leider irgendwie ziemlich nach hinten irgendwie losgegangen, dabei wäre es so wichtig gewesen, wie können wir vielleicht aus den ganzen Learnings das irgendwie schaffen, dass wir das Thema entweder wieder groß machen, anders irgendwie aufziehen oder auch dieses Thema, wie schaffen wir, dass die Lebensräume erhalten werden, dass die Umwelt, die Natur erhalten werden, auch groß wird.
02:39:56 Also das war nur kurz meine Gedanken zu dem, was du davor erzählt hast, dass wir es auch irgendwie durch so eine Kurve gemeinsam noch irgendwie kriegen können.
02:40:05 Also ich glaube, Kurve kriegen ist, wie Marc das ja schon beschrieben hat, wirklich ein schwieriges Thema. Und schon lange eigentlich. Also ich habe vorhin überlegt, ich habe mit 23, habe ich mich entschieden, keine Kinder in die Welt zu setzen, weil die Zukunft scheiße wird. Und das ist vor sieben Jahren. Also, dass es eigentlich richtig schlimm wird, ist schon länger bekannt. Und ich meine, die letzten Jahre haben gezeigt, dass unsere Regierungen einfach überhaupt gar kein Interesse haben, auch egal, ob jetzt die Grünen oder die Union.
Militarisierung als größte Umweltsünde
02:40:3302:40:33 da irgendwas besser zu machen. Natürlich müsste man noch diese ganzen technischen Forderungen von Energiewende und Verkehrswende und so weiter umsetzen. Man müsste vor allem auch, also wenn man wirklich an Umwelt- und Klimathemen interessiert ist, dann muss man sich ganz, ganz, ganz klar gegen jede Form von Militarisierung stellen, weil das ist wirklich die klima- und umweltschädlichste Sache überhaupt auf diesem Planeten. Und da muss man auch gar nicht Pazifistin dafür sein, sondern weil
02:41:02 Selbst wenn man sich nicht dafür interessiert, dass Menschen von Kain-Drohnen weggebombt werden, dann muss man sich als Umwelt- oder Klimamensch wirklich gegen Militarisierung stellen. Ich finde, es gibt auch genügend andere Gründe. So, schau dir Gaza an. Aber was wir jetzt noch tun können, also ich glaube, was wirklich am wenigsten oder am meisten CO2 einsparen würde, wäre das US-Militär komplett zu zerlegen. Und ja, ist so.
02:41:28 Und also, der Iran ist ein klerikal-faschistisches Drecksregime, aber gut, dass die der USA die Stirn bieten und diese kack-imperialistische Scheißmacht da nicht einfach mal so komplett machen kann, was sie immer machen. Und das wäre eigentlich das Erste. Man müsste wirklich das US-Militär zerlegen. Und ich meine, in den USA braut sich ja auch immer mehr auf.
02:41:54 auf der auf der besseren Seite mehr Kraft da ist als auf der schlechteren, das wage ich zu bezweifeln, aber ich glaube, dass es de facto so sein wird, dass wir erstmal sowohl gesellschaftlich als auch ökologisch in eine richtige Scheißzeit kommen und dass wir da auch gewissermaßen durch müssen und bei der ökologischen Sache ist halt das Problem, dass ganz viel davon irreversibel ist. Das heißt, es geht wirklich darum, ganz viele von denen Klimawandel folgen oder Klimakatastrophen folgen, muss man eigentlich sagen.
Solidarität und Kapitalismuskritik
02:42:2202:42:22 irgendwie so solidarisch verwalten, wie es nur geht. Und auch dazu müssen wir aus dem Kapitalismus reißen. Weil Kapitalismus zeigt uns gerade, die Superreichen bauen sich Bunker, die sie irgendwie mit automatisierten Maschinengewehren und sowas ausstatten, damit bloß keine Menschen da sich irgendwie was zu essen holen.
02:42:40 Die EU-Außengrenzen werden zum Teil rausverlagert Richtung Tunesien, sodass die Menschen jetzt auch in der Wiese sterben, wenn sie irgendwie an die Grenzen kommen wollen. Und das Mittelmeer, da ertrinken immer mehr Leute. Es gibt Schläger-Trupps. In Griechenland gibt es die ganze Zeit irgendwelche Gerichtsprozesse gegen Leute, die geflüchtet sind, weil sie angeblich Schlepper wären und Menschenhandel treiben würden.
02:43:07 Ich weiß nicht mal, wo dieser Gedanke angefangen hat, aber wir sehen, dass es immer unsolidarischer wird. Und das zeigt auch, dass der Kapitalismus mit den Klimakrisenfolgen nicht solidarisch umgehen wird. Das heißt, sowohl um die Klimakrise in irgendeiner Form, so weit wie es geht, noch irgendwie einzudämmen, als auch mit den Folgen irgendwie solidarisch menschlich, an Menschenrechten orientiert umzugehen, brauchen wir ein anderes System.
02:43:32 Da ist natürlich jetzt das Problem, dass wir gesellschaftlich auch einen wahnsinnigen Rechtsdruck haben. Also irgendwie eine klassenkämpferische Perspektive, die die Gewerkschaften nach vorne steht und Gewerkschaften, die radikal links verortet sind, die wirklich einen Arbeitskampf führen, der auch ein politischer Kampf ist, wo es nicht nur um irgendwie ein paar Prozente mehr Lohn und ein bisschen bessere Arbeitsbedingungen geht. Das haben wir gerade nicht.
02:43:52 Das ist de facto die Situation. Wir haben eine wahnsinnig eskalierende Klimakrise, wir haben einen Rechtsrutsch und wir haben SPD-geführte Gewerkschaften, die total weichgespült sind. Aber das ist, glaube ich, unsere Aufgabe als Linke, dass wir eben an diesem Klassenbewusstsein arbeiten, dass wir zeigen, es gibt eine Klasse, die uns komplett ausbeutet, sei es auf Arbeiterebene, also auf Arbeitsrechtsebene, als auch auf Klimaebene, als auch in Richtung Rechtsruck gehend und so weiter.
Klassenbewusstsein als Perspektive
02:44:2002:44:20 Dieses Klassenbewusstsein müssen wir an der Basis schaffen, weil nur die Basis der Gewerkschaften kann letztendlich die Gewerkschaft auch ein bisschen umkrempeln. Das ist, glaube ich, die einzige Perspektive, die wir wirklich haben, also von einem wirklich wirkungsvollen Hebel, nicht von einem Hebel, wo wir uns selber mal ein bisschen besser fühlen, dass wir irgendwie auch was machen und nicht Teil des Ganzen sind, sondern ein Hebel, der wirklich eine Gegenmacht zu diesem System aufbauen kann. Und das ist der Klassenkampf und das ist der politische Streik und eben ein politischer Arbeitskampf.
02:44:48 Da sind wir gerade überhaupt nicht und das ist verheerend. Also das ist leider keine wahnsinnig hoffnungsgebende Perspektive, die ich hier gerade irgendwie anbieten kann. Aber ich glaube, es ist die einzige Perspektive, die wir haben. Und das, was mir Kraft gibt, ist zum einen die Wut über diese wahnsinnig ungerechten Verhältnisse, aber schon auch der Blick in die Geschichte, weil auch Frauen...
02:45:11 für das Frauenwahlrecht jahrzehntelang gekämpft haben und manche von ihnen haben es nicht mehr erlebt, manche von ihnen sind gestorben, bevor es gekommen ist. Aber das ist das Vermächtnis, auf dem ich jetzt leben darf. Und das ist auch, finde ich, also da sehe ich unsere Verantwortung, dass wir eben auch ein Vermächtnis schaffen, das zeigt, also dass die Welt irgendwie auch noch so weit, wie es geht, in den Bedingungen, die scheiße sind, zu einer besseren Welt macht. Und ich finde, das ist unsere Aufgabe.
Naturschutz und technische Lösungsansätze
02:45:3602:45:36 Mir fällt dazu auch noch was Technokratisches ein. Es wurde ja vor ungefähr fünf Jahren oder so, gab es ja die Überlegung, dass man ein Drittel der Gewässer unter Totalschutz stellen müsste. Sonst geht überhaupt nichts mehr. Und währenddessen jetzt die ganzen Korallenriffe und so weiter, jetzt endgültig gestorben, also jetzt 2026. Oder zumindest in dem Maße, dass das jetzt einfach, da gibt es überhaupt nichts mehr zu diskutieren. Und tatsächlich hat man dann auf Regierungsebenen
02:46:05 von der Regierung, die wir haben, zumindest schon mal gesagt, ja, wir stehen gut da, wenn wir tatsächlich mal 30 Prozent der Land- und Wasserflächen wirklich unter Naturschutz stellen. Und das ist ja auch durchgekommen. Jetzt ist natürlich die Frage, wie kannst du, also du hast ja gerade gesagt, es gibt zu wenige von den, nennen wir sie mal Graswurzeligen, Solidarischen, wie auch immer du die nennen möchtest, Bewegungen, ob man nicht auch auf dem technokratischen Weg, um auf die Frage zurückzukommen.
02:46:30 hinkriegen könnte, dass zumindest auch was das Vermächtnis angeht, was du gerade angesprochen hast, noch mildernde, im wahrsten Sinne des Wortes, Umgebungen, also jetzt echte, messbare Umgebungen da sind. Und diese 30-Prozent-Sache, die wäre sehr wirksam. Also zum Beispiel mal unabhängig von allem anderen, was wir bisher besprochen haben, wenn es eine Möglichkeit gäbe, dass alle gut dastehen, egal wer, und sagen, okay, das mit den geschützten Räumen kriegen wir hin, dann sieht man zum Beispiel, dass es im Wasser,
02:46:58 Was ja eigentlich auch alles miteinander zusammenhängt, die Wässer der Erde, die hängen ja schon miteinander zusammen, aber da kriegt man sehr schnelle Bestandserholungen. Nicht gerade von den Korallen oder so, aber von anderen Lebewesen. Und wenn man jetzt zum Beispiel auch noch Regionen schützt, die noch nicht von den Ackergiften so stark zerstört sind oder wo nicht schon die ganzen Lebensnetzwerke auch in der Erde kaputt gegangen sind, die können sich auch erholen. Also auf die Frage, was könnte man jetzt mal unabhängig von politischen Systemen wechseln und allem anderen tun, wäre da schon was zu machen.
02:47:26 Und da weiß ich gar nicht, ob das so sehr von der Industrie kommt oder woran das liegt. Sehen wir es dann halt nicht, wie ich das vorhin schon mit dem Stop Finning sagte. Also wenn man eigentlich eine sehr einfache Maßnahme, wo auch jeder eigentlich Ja zu sagen kann, durchführen möchte, dann säuft die ab. Und ich bin nicht immer so sicher, ob das rein kapitalistisch ist oder ob das auch an so einer...
02:47:46 fatalistischen Scheißegalhaltung liegt, die viele Menschen haben, dass die dann einfach sagen, hier in meinem Nahraum möchte ich jetzt entweder was schützen oder ich möchte, dass das hier funktioniert oder dass meine Familie hinreichend gut geht und so weiter und die Ressourcen da sind. Und das ist vielleicht noch eine darunterliegende Problematik, weil ich meine, ich kenne ja, ich habe ja Systeme gesehen.
02:48:06 in vielen Ländern oder mehreren Ländern, die sich entweder sozialistisch oder kommunistisch oder sonst was genannt haben. Und gescheitert ist es oft natürlich an dem ganzen Terror, den die da von außen erlebt haben und so, das ist klar. Aber auch daran, dass tatsächlich die Motivation der Menschen, mal echte Solidarität außerhalb des Gelabers zu leben, die war halt oft einfach wirklich erkennbar nicht da. Also vielleicht ist da noch eine Schicht dazwischen, in diesen ganzen politischen, die eben...
02:48:33 Ja, die ich jetzt mal Scheißegal-Schichten nennen möchte. Und wie man die angepackt kriegt, das ist eine andere Frage. Weil in der Menschheitsgeschichte bisher war es ja so, dass am Ende des Tages, wenn es eine echte Umwälzung gab, musste das den Leuten persönlich auf die Pelle rücken. Es gab ja noch keine Umwälzung aus Solidarität. Die ist ja nicht erfolgt. Also deswegen wäre das für die politisch Interessierten hier, die zugucken, wäre ich mal interessiert, könnte mir auch gerne noch E-Mails schicken, wie ihr dieses Scheißegal-Schicht mal bearbeiten möchtet.
02:49:03 Naja, also ich habe da Ideen zu, wie man diese scheiß Egal-Geschichte angehen könnte. Und zwar, indem man den Leuten tatsächlich in der Produktion ihre Interessen befriedigen lässt. Also ganz, ganz viele...
Entfremdung und Solidarität in der Arbeitswelt
02:49:1702:49:17 erleben in ihrem Alltag eine Entfremdung von allem, was passiert. Also sie gehen morgens zur Arbeit und müssen dann irgendetwas tun und es ist eigentlich schon völlig egal, was sie tun. Es geht nur darum, dass am Ende dann Lohnball rauskommt, weil darum gehen die Leute arbeiten, um ihre Grundbedürfnisse befriedigt zu bekommen. Die wollen irgendwie an der Kohle rankommen. Es ist scheißegal mit was. Es ist nicht mehr so, dass ein überwältigender Anteil der Menschen irgendwas aus einer tatsächlichen Überzeugung heraus machen würde. Also die Leute findest du eigentlich nur noch in der Pflege.
02:49:46 Oder in anderen Berufen, die so im sozialen Sektor sind, wo man auch nicht viel Geld verdienen kann. Aber die allermeisten Menschen gehen arbeiten, um Lohn zu bekommen. Und wenn man eine gesellschaftliche Produktion schaffen würde, in der die Menschen dann mit ihrer Arbeit mitbekommen, dass das, was sie da machen, nicht einfach nur für einen Geldschein ist, sondern um tatsächlich irgendetwas zu befriedigen, was ihnen selbst nützt und...
02:50:14 anderen Menschen in ihrer Gesellschaft, dann kann man den Leuten dieses Gefühl der Solidarität wieder beibringen. Also, oder man, die müssen es sich selber beibringen, ne? Das ist eine Ermächtigung, die stattfindet. Und dafür, dafür muss man aber dann die, die Eigentumsverhältnisse so regeln, dass halt niemand mehr Geld damit verdienen kann, weil solange da jemand Geld mit verdient, sehen wir so Dinge wie...
02:50:35 in Chile oder Argentinien oder in Brasilien, da gab es ja dieses riesige Projekt, dass auch ein Regenwald renaturiert werden sollte. Und auch da hat man meines Wissens nach, da kennst du dich besser aus als ich oder ihr kennt euch alle besser aus als ich, aber meines Wissens nach kann man auch bei so einem Regenwald innerhalb von 10, 15 Jahren erstaunliche Fortschritte sehen. Dass das Ding wieder blüht und dass da wieder Tiere sich ansiedeln, dass das Ausgestorben gedachte oder zumindest vom Bestand bedrohte.
02:51:03 Tierarten wieder anfangen sich zu vermehren und man sieht da tatsächlich einen Benefit. Und sobald dann irgendein Nationalstaat ins Spiel kommt und realisiert, okay, aber damit können wir jetzt Geld verdienen, indem wir CO2-Emissionszertifikate verkaufen oder indem wir dies machen oder jenes machen, da wird dann wieder ein Keil dazwischen gedrängt und das Ding wird wieder zu Geld gemacht. Und ich glaube, dass solange dieser Faktor Geld immer noch eine Rolle spielt, solange die erste Bestrebung immer die ist, dass Menschen versuchen, aus Geld mehr Geld zu machen.
02:51:31 Solange wird es sehr, sehr schwer, auch in der gesellschaftlichen Bevölkerung irgendeine Form von Solidarität tatsächlich flächendeckend rüberzubringen.
02:51:42 Ich würde kurz kurz zu den Regenwäldern, da wollte ich nur kurz einhaken. Es sind 30 Jahre tatsächlich, da gibt es gerade ganz, ganz eine frische Studie, die rausgekommen ist, die groß angelegt in Ecuadorianischen Regenwäldern das untersucht hat. Und da sind sie auf 30 Jahre gekommen, wo die eigentlich relativ gut dann wiederhergestellt ist. Es ist jetzt nicht eine Ausrede, dass wir jetzt alles abholzen und einfach 30 Jahre warten. Das ist es.
02:52:08 dann nicht. Also so gut ist es dann auch nicht wieder hergestellt, aber es ist dann zumindest wieder für einen schönen Level. Aber es geht. Das ist ja das Ding. Es geht. Es ist nicht für immer tot. So 30 Jahre ist jetzt auch lange Zeit, aber das könnten wir noch alle miterleben hier.
02:52:23 Ja, zumindest als Vermächtnis halt. Das ist der Punkt. Also ob das, wie gesagt, unsere gesellschaftlichen Strukturen überleben. Ich habe euch jetzt die härtesten Aussagen von den Leuten in diesem Filmschnitt nicht gezeigt, aber der eine Kollege hat ja schon gesagt, das sind hunderte von Millionen Toten und das ist, wie gesagt, der Stand von vor ein paar Jahren. Also der aktuelle Stand sieht ein bisschen anders aus. Und das kann also schon sein.
02:52:44 Das macht keinen Vorteil bei diesen Wäldern, die ja auch heutzutage schon ein bisschen kindlich wirken oder so, ist aber tatsächlich, dass die dann auch mal Kohlenstoffdioxid binden. Also langfristig oder als Vermächtnis ist das tatsächlich gar keine schlechte Idee, diese mindestens 30 Prozent oder eben noch mehr als komplette Unberuhbarkeit anzusehen.
02:53:05 Das ist auf jeden Fall wirksam. Das hat nur mit der Generation und der nächsten oder unseren Enkeln oder sowas, für die Generation wird das nicht genügend Wirksamkeit entfalten. Aber die Idee mit dem Vermächtnis finde ich sehr, sehr gut. Und auch da muss ich jetzt wieder irgendwie hier so die blöde Nachrichten ein bisschen überbringen gefühlt. Also mit diesen 30 mal 30, diese 30 Prozent Natur.
02:53:30 Reservate sozusagen, ist auch nicht ganz problemlos, weil erstens, was ist mit den anderen 70 Prozent? Dürfen wir die komplett zerstören? So, okay, ich glaube nicht, dass diese 30 Prozent die komplette Erde tragen können. Und zweitens, es gibt eine NGO, die mit und für Indigene arbeitet und Teil des Ganzen ist auch, dass bei diesen Unberührbarkeits...
02:53:56 Orten sozusagen auch wirklich indigene Menschen von ihrem Land verdrängt werden. Obwohl es Studien gibt, dass Ökosysteme, die von Indigenen teilweise bestellt werden oder die dort eben leben und mit der Natur in einer Interaktion sind, biodiverser und besser und nachhaltiger und also wirklich einfach besser funktionieren.
02:54:22 als Orte, an denen alle Menschen vertrieben sind. Also da werden Menschen wirklich unter heftigster Gewalt teilweise, also keine Ahnung, in Tansania sind Leute von ihrem angestammten Land wirklich weggeschossen worden. Da wurde dann einfach Feuer eröffnet und ein paar sind gestorben und ein paar hatten dann noch drei Kugeln in der Wade stecken und so, vertrieben worden, um da eben einen Naturpark sozusagen zu eröffnen. Und ich finde, das kann es halt eigentlich auch nicht sein.
02:54:51 Zum einen. Und es ist auch ökologisch nicht sinnvoll. Und was halt schon auch teilweise passiert, ist, dass dann genau diese Orte für die Trophäenjagd für irgendwelche weißen Europäer innen freigegeben werden. Also dass dann da irgendwie so Safari-mäßig ab und zu mal reingefahren werden kann, um irgendein Tier zu erlegen. Und es ist leider einfach auch super problematisch. Und auch da, weil da wieder dann Interessen entstehen.
02:55:16 Zu dem Thema davor, irgendwie diese Scheißegal-Schicht sozusagen. Also ich finde, dass es gerade eben noch Leute in der Pflege gibt, in der Kita, in sozialen Berufen, zeigt eigentlich, dass es wahnsinnig viele Menschen gibt, die diese Scheißegal-Haltung noch nicht haben, weil die sich komplett ausbeuten lassen für ein höheres Gut für andere Leute. Aber dass es eben auch viele gibt, die eine Scheißegal-Haltung haben, ich würde sagen, ein Anteil von denen sind einfach Menschen, die...
02:55:43 komplett schon mit ihrem eigenen Leben überfordert sind und die einfach gar keine Kapazitäten mehr haben, sich für irgendwas anderes zu interessieren oder sich damit auseinanderzusetzen. Und ein anderer Teil ist halt einfach Produkt der kapitalistischen Gesellschaft, weil wir werden ja total auf Konkurrenz, auf Ellenbogengesellschaft getrimmt. Also wenn ich mir manchmal anhöre, was Jugendliche sagen, so Sachen wie, sie wollen der neue Elon Musk sein, weil dann können sie machen, was sie wollen und wen sie dann ausbeuten, ist ihnen scheißegal, weil Hauptsache sie sind ganz oben.
02:56:13 sozusagen auf der Pyramide. Das finde ich total gruselig, aber ich finde, es ist auch so ein gutes Abbild unserer Gesellschaft und dessen, was wir eigentlich für Werte immer wieder mitgegeben bekommen. Und das ist dann natürlich auch zum einen gewissermaßen, also zu einem gewissen Grad, eine Vorbedingung für...
02:56:35 einen Klassenkampf und für einen gesellschaftlichen Umbruch, aber schon auch Aufgabe eines gesellschaftlichen Umbruchs, wieder andere Werte erlebbar zu machen und auch uns gegenseitig beizubringen, eine soziale Haltung zu haben. Aber ich finde, da gibt es auch schöne Beispiele. Ich meine, Kuba ist ja gerade komplett am Arsch, weil die USA sie einfach komplett runterrocken. Aber Kuba hat während Corona
02:57:01 Ärzte in die ganze Welt geschickt, bis nach Italien hin, um eben dieser Pandemie solidarisch zu begegnen. Und ich finde, das ist ein schönes Beispiel, wie ein Land, das auch da schon recht arm war, trotzdem aufgrund seines sozialistischen Systems ein so gutes Gesundheitssystem hatte, dass es dann auch noch in die ganze Welt abgegeben hat sozusagen. Und ich finde, es gibt immer wieder positive Beispiele, wie es anders laufen kann.
02:57:27 die muss man eigentlich viel mehr zeigen, also um diese Alternativlosigkeit auch aufzubrechen, um zu zeigen, es ist nicht alles diese kapitalistische Ego, Hyperindividualismus, Zerstörungsnormalität, sondern es gibt ganz viele andere Projekte und die kann man groß machen und wir brauchen mehr davon. Und es ist möglich. Ich glaube, das ist total wichtig auch, weil ich glaube, ein Teil dieser ...
02:57:51 Scheißegal-Haltung ist ein Gefühl von Alternativlosigkeit, von Ohnmacht, von es geht halt immer so weiter. Und das ist aber eben nicht der Fall. Also es ist kein geschichtliches Naturgesetz, das es so weitergeben muss. Das hängt an uns.
02:58:09 Ja, ich glaube, das ist Marc auch ein riesiger Fan von. Ich glaube, beim letzten Gespräch, das wir hatten, hat Marc gesagt, dass ihm eigentlich dieses Labern und Leute, die immer drumherum labern, komplett auf die Nerven gehen oder zumindest nicht auf die Nerven gehen, aber eben egal sind und ihn damit in Ruhe lassen sollen. Weil was für ihn zählt, sind halt Menschen, die tatsächlich das, was sie tun können, auch tun.
02:58:28 Also dass man auch Dinge einfach anpackt und dass man anfängt, Dinge zu tun. Die Leute, Menschen, die anfangen, Dinge zu tun, sich zu organisieren, sind Menschen, die sich dann gegen diese Konkurrenzrealität und den Normalzustand, den wir hier erleben müssen, stellen. Und ich glaube, daraus kann man dann sehr, sehr viel Hoffnung ziehen. Aber die ursprüngliche Frage wurde, glaube ich, auch noch nicht so ganz beantwortet. Nicht, dass das schlimm wäre, also ich finde, das ist ein sehr, sehr fruchtbares Gespräch, aber was man noch tun könnte und wie viel...
02:58:57 Ja, ich weiß nicht, ob Hoffnung da das... Aber Hoffnung ist immer so der Begriff, der immer... Ist ja auch ein Konsumgut. Hoffnung ist ja ein politisches Konsumgut. Aber bleiben wir dabei. Konsumieren wir alle mal ein kleines Gläschen Hoffnung. Wie viel davon gibt's denn noch? Also wie viel ist noch in der Flasche? Wenn man sich die ganzen Messungen anschaut, dann wird man ja feststellen, dass da gut ausgeschenkt worden ist in den letzten Jahren.
Globale Abkommen und Hoffnung
02:59:2102:59:21 Ich wollte gerade ein globales Hoffnungsbeispiel zum Beispiel geben. Ich weiß nicht, ob ihr davon gehört habt, aber es ist vor kurzem ein Hochseeabkommen ratifiziert worden, auf globaler, weltweiter Ebene, was eigentlich sehr cool ist, weil die Hochsee war bis jetzt rechtsfreier Raum. Da konnte jeder und jede tun und lassen, was sie wollten. Von Fischerei, von Ölbohrungen, von Zerstörung, von...
02:59:48 einfach auch mit dem Schiff irgendwo hinfahren. Und jetzt haben sie es geschafft, und das ist auch das erste Mal, dass sie das global so gemacht haben, dass sie es nur mit einer Mehrheitsbestimmung gemacht haben. Also die Mehrheit aller Länder global, die haben zugestimmt, also es waren so bei 60 Prozent bei der Hürde, und sie haben dieses Abkommen gemacht, dass die Hochsee, was 20 Seemeilen von den Küsten entfernt ist, weil der Küstenraum, der gehört noch jeweils zu den Ländern. Aber alles, was...
03:00:17 außerhalb dieser 200 Seemeilen ist, ist jetzt unter Schutz gestellt, unter Anführungszeichen, aber es ist auf jeden Fall nicht mehr rechtsfreier Raum. Und da wird jetzt versucht, auf globaler Ebene auszuhandeln. Also das nächste Jahr gibt es auch so eine Coop, also Conference of Parties dazu, wie das ausgehandelt wird und wie man das umsetzen kann, dass man einfach dann nicht mehr die Umwelt in der Ruchsie zerstört.
03:00:43 Da wackelt es meine Hoffnung dazu. Lisa kocht jetzt, weil wir Marxisten sagen, okay, dieses Recht muss halt auch irgendjemand schreiben und durchsetzen und wer das macht, ist jetzt auch, ne? Also, ob die es jetzt auch nicht so allzu viel verlassen hat. Ich wollte noch nicht Lisa immer... Ja, wir sind die neuen Piraten, das ist mega geil.
03:01:01 Ich kann mir das sehr gut vorstellen. Ich wollte natürlich schon wieder Lisa, den Boomer, die Buhfrau spielen lassen. Ich kann es auch machen. Brauche ich Hoffnung, wenn ich Entschlossenheit habe? Brauche ich Hoffnung, wenn ich Wut habe? Ich glaube, Hoffnung ist für ganz, ganz viele, die so im Einstieg sind, ein Indikator davor, ob irgendwas überhaupt lohnenswert ist. Deswegen wird die Frage auch eigentlich immer gestellt.
03:01:27 Ganz, ganz viele fragen immer davon, wie viel ist denn überhaupt noch möglich oder kann ich einfach einen Kopf in den Sand stecken und mich irgendwie auf Schlimmste vorbereiten, damit ich dann nicht enttäuscht bin. Und darum ging es halt eher so ein bisschen. So ganz, ganz viele müssen ja zunächst einmal so dieses Mindestmaß an Hoffnung, dass noch irgendwas möglich ist, in sich oder der Gesellschaft finden, um dann die Wut oder den Zorn oder die Entschlossenheit zu entwickeln. Ich glaube, da trifft man sich dann irgendwo. Ich würde es mal umdrehen.
03:01:56 Dadurch, dass die messbaren Bedingungen nicht die klassische Hoffnung aus dem Kinderbuch zulassen, ist die einzige Möglichkeit, den Handlungsspielraum zu nutzen, den man hat.
03:02:12 Und den muss man selber feststecken. Und mit allem, was wir bisher schon gesprochen haben, natürlich. Also das gehört natürlich dazu. Aber das ist, glaube ich, eine neue Situation. Also es gab natürlich immer in der Menschheit Situationen, wo klar war, dass jetzt keine Hoffnung besteht. Ich hatte das vorhin im Vortrag schon gesagt, mit diesem schlechten Buchtitel, aber das ist ein gutes Beispiel. Ich meine, die Kulturen wussten, dass sie untergehen. Das war denen klar. Weil wenn sie nichts mehr zu essen haben oder ihre Grenzen nicht sichern können oder weiß der Teufel, was da los war.
03:02:41 dann war schon klar, dass das nicht funktionieren kann. Aber ich glaube, der Unterschied ist, dass es diesmal wirklich die ganze Menschheit betrifft. Das ist auch allen klar. Also auf politischer Ebene. Ich meine, die reden ja alle miteinander. Es gab ja jetzt zuletzt auch diese Einzelgespräche, also wo immer einzelne Länder mit einem anderen Land einzeln geredet haben. Das ist ja extra als Format eingeführt worden mal im Bereich von Klima- und Umweltschutz.
03:03:00 Und deswegen hat man, wenn du so willst, ist das auch eine Chance, dass man sagt, okay, vergiss mal die Hoffnung jetzt, die kannst du haben oder nicht. Das ist persönlicher Geschmack, wie Religion oder Sportverein, den man gut findet oder Musik, die man gut findet. Das braucht man gar nicht antasten. Aber überleg dir mal, was du mit der Zeit...
03:03:18 machen willst, die du jetzt wirklich hast. Mal ganz unabhängig, ob du es als Vermächtnis sehen willst oder als persönlichen Handlungsspielraum oder als Ermächtigung oder als politisches Konstrukt, ist völlig egal, aber was willst du in den nächsten fünf Minuten machen, in den nächsten zehn Minuten machen und von mir aus, das scheint sehr wirksam zu sein, ich weiß jetzt zwar nicht warum, dich aber auch fragen,
03:03:38 Kannst du wirklich sagen, ob du mitgemacht hast bei etwas, von dem du wusstest, dass es sehr schädlich ist? Oder hast du mitgemacht bei etwas, von dem du nicht wusstest, ob das jetzt sehr viel Aussicht auf Erfolg hat, aber was auf jeden Fall eine soziale, freundliche und im Rahmen des Möglichen wirksame Handlungen ist? Und das scheint tatsächlich viele Leute zu beeindrucken. Also dann zu sagen, nee, also ich möchte nicht Teil davon sein, von etwas Schädlichem, Unsozialem.
03:04:03 Unfriedlichen und so. Und dann kann man es eben wieder auf die Handlungsebene bringen. Dann kann man sagen, ja, dann machst du das denn jetzt auch heute Abend? Oder ist das jetzt nur Rumlaberei, was du vorhin auch schon gesagt hast? Also das ist so Feedback, was ich kriege. Also wenn die Leute mal irgendwas geändert haben in ihrem Verhalten, dann haben sie gesagt, weil ich nicht teil sein wollte von dem erkennbar Schlechten. Und da brauchst du interessanterweise keine Hoffnung für.
03:04:31 Ja, ich glaube, ich mache jetzt einfach mal hier eine Frage, die jetzt, guck mal, ihr stellt alle nur Fragen, wann es vorbei ist. Also ganz, ganz, ganz viele Leute fragen, ja, haben wir jetzt noch bis 22.50 Uhr oder wo, wann ist vorbei, wie ist sonst irgendwas? Wir können ja bis 23 Uhr machen.
03:04:50 Ja, ja, bis 23 Uhr hatte ich jetzt auch geplant, um nicht zu viel von eurer Zeit zu klauen, weil ganz viel von den Fragen wiederholt sich auf diesen Handlungsspielraum und die Zeit, die uns überhaupt noch irgendwie zur Verfügung bleibt. Aber eine interessante, die ich ein paar Mal gelesen habe, das immer frei so umformuliere, dass er alle hoffentlich befriedigt, die sie gestellt haben. Es wird immer von 20, von 2100 gesprochen. Und im letzten Vortrag von dir wurde diese Zahl reduziert. Also da wurde gesagt, 2100 ist...
03:05:19 eher so eine Zahl, die man nicht mehr benutzen sollte, weil alle Messungen, die wir zur Verfügung haben, auf eine andere Zahl schließen lassen. Hat sich da irgendwas geändert seit dem letzten Vortrag? Ich glaube, da waren wir bei 2050. Ja genau, also das hatte ich auch einen Nebensatz nur gesagt heute, bei dem heutigen Vortrag, könnt ihr euch auch nochmal angucken bei YouTube. Da habe ich auch gesagt, man hat ursprünglich immer von 2100 geredet. Das hatte allerdings auch den Grund, dass das natürlich dann noch zwei Generationen oder wie auch immer man das rechnen möchte oder drei,
03:05:49 in der Zukunft war, um einfach politisch noch ein bisschen rumzuschachern. Von den Messdaten her, wenn die Kollegen, die ich auch zwischendurch zitiert habe, die ich auch normalerweise nicht so in den Vordergrund stelle, die schon sehr, sehr früh Mustererkennung machen und so, also diese neurodivergente Leute, die schon sehr, sehr früh versuchen, Muster zu sehen, auch wenn sie noch nicht so viele Messdaten haben. Ich muss sagen, die hatten bisher alle recht. Also ich habe ein Beispiel gezeigt mit dem von 1975, der die Veröffentlichung in der Science machte. Es gibt, wie gesagt, auch noch ältere Sachen.
03:06:17 Und wenn du mit denen in Verbindung stehst, in welcher Weise auch immer, wo ich halt täglich immer die ganzen Daten dadurch siebe, die die liefern, reden wir auf jeden Fall davon, dass halt 2050 man jetzt einfach mal so als Ziel nehmen kann, was diese Bio-Netzwerkssachen angeht. Also dass bis dahin eben Nahrung produziert werden kann und vielleicht teilweise die Hitze noch aushält, natürlich in den meisten Ländern und Regionen nicht mehr. Viele gehen jetzt aber auch hin und...
03:06:45 versuchen, technische Lösungen zu finden durch Besprengungsanlagen und dies und das und dann diese großen Schirme und so weiter. Da wird man sehen, ob das geht. Also das hat ja den Nachteil, dass die Leute dann häufig sehr, sehr beleibt werden dadurch, also weil die nicht mehr vor die Tür gehen können bei diesen Temperaturen. Hocken die wie in den sehr, sehr reichen arabischen Ländern. Die haben ja irre Obesity-Rates, weil die einfach überhaupt nicht mehr vor die Tür gehen können. Die sitzen halt nur noch in ihren, gehen von einem kühlen Raum in den nächsten kühlen Raum.
03:07:11 Und also das kann man alles nicht so gut kontrollieren. Aber die, also über 2050 hinaus, ernsthaft mit dem, was ich heute gezeigt habe und was ich heute nicht so gezeigt habe, was vielleicht eher auch eine Frage, eine biologische Frage ist, da könnte ja die Margarita vielleicht auch nochmal einen Vortrag zu halten und die Daten zusammenstellen. Da gibt es gar, da gibt es nichts mehr zu sehen. Da ist nichts mehr zu sehen jenseits von 2050, nichts mehr. Also auch die, wie ich schon mehrmals erwähnte, habe vorhin in dem Vortrag.
03:07:39 und auch in anderen Vorträgen, da habe ich die Geschwindigkeiten des Artensterbens ja auch gar nicht gezeigt. Also es wird ja manchmal von sehr schlauen Trickstern wird ja gesagt, ja, aber es sind ja so viele Arten noch nicht beschrieben und bekannt und so. Also ja, aber darum geht es nicht, weil wir messen ja trotzdem in bestimmten Bereichen, nehmen wir jetzt mal nur Wildbienen, die jeder niedlich findet.
03:07:58 Da messen wir ja trotzdem, wie viel es von denen gibt. Oder Fliegen, die jetzt nicht so viele niedlich finden. Aber da gibt es auch genügend Kolleginnen und Kollegen. Und deswegen ist unsere Sicht jenseits von 2050, da ist nichts mehr. Egal, wo ich hingucke. Also egal, ob ich die Klimaleute frage. Ich habe ja, wie gesagt, von den älteren Leuten habe ich ja schon was eingespielt, gerade eben diesen Clip. Das waren ja schon ältere Aussagen, die sich ja teilweise noch auf 2100 bezogen haben. Dann von den ganzen Biologen und Biologinnen, mit denen ich rede, die eben super kautzig sind, teilweise bestenfalls auf dem Kongress reden.
03:08:27 aber niemals auf einer politischen Veranstaltung oder auf TikTok oder YouTube oder so auftauchen würden. Egal wen ich frage, wenn ich die immer sage, zeig mir doch bitte mal deine Messungen, zeig mir deine Daten, was sie ja sehr gerne tun, dann ist da nichts mehr.
03:08:40 Da ist einfach gar nichts mehr, weil, wie ich schon vorhin in dem Vortrag kurz andeutete, welche Lebewesen sollen noch übrig bleiben, die zum Beispiel, um jetzt mal ein Beispiel zu nennen, mit super Dürre, aber auch mit totaler Kälte klarkommen. Da gibt es nicht mehr viel. Oder Lebewesen, die, worüber ich jetzt überhaupt nicht geredet habe, die mit extremer Versalzung klarkommen. Da bleibt auch nichts übrig mit dem, was mit unserer Kultur, die wir kennen, noch in Einklang steht. Und ich finde das auch jetzt nicht so...
03:09:07 Ich finde das nicht so schlimm, weil, wie ich ja gerade schon sagte, wir können ja versuchen, das zu tun, was wir tun können. Ich habe aber auch schon, das habe ich auch noch, normalerweise erzähle ich es nicht, aber jetzt, wo ihr das fragt, ich habe ja früher, ich habe in Philippinen früher gearbeitet, da habe ich ein Labor aufgebaut. Und da haben die gesagt, Marc, du musst auch mal zu den Leuten in den Bergen gehen. Und da bin ich zu den Leuten, oder Hügeln, so. Und da bin ich zu denen mal hingegangen und da gab es auch welche, die konnten die Sprachen übersetzen.
03:09:32 weil die da sehr viele verschiedene Sprachen haben. Und dann haben mir die älteren Leute da, das war Mitte der 1990er Jahre, dann haben die mir ganz ruhig erzählt, und das würde ich auch nochmal den Zuschauerinnen und Zuschauern mitgeben, die haben gesagt, wir sterben jetzt aus. Dann habe ich gesagt, was soll das heißen, ihr sterbt aus. Dann haben die gesagt, ja, also die jungen Leute gehen alle in die Täler.
03:09:50 weil die Geld verdienen wollen, das ist wieder euer Thema, weil die einen höheren, scheinbar Lebensstatus erreichen wollen mit mehr Gütern und mehr Geld. Und dann haben wir uns zusammengesetzt und haben beschlossen, dass wir jetzt aussterben.
03:10:04 Und aus deren Sicht war das jetzt nicht so bitter, wie sich das jetzt vielleicht anhört, weil die gesagt haben, wir geben nur unsere Kultur auf, aber die jüngeren Leute, die in die Täler gehen, das sind ja trotzdem unsere Nachkommen, die leben dann halt ihr Leben, wie sie wollen und wir können dann nicht mehr mithalten. Und genauso ist das halt mit dem, ich halte es ein letztes Mal in die Kamera, mit all diesen hier hauptsächlich auf Kriege und Auseinandersetzungen und Kulturzusammenbrüche bezogenen Buch.
03:10:32 Wir wissen, dass das passiert. Also das ist jetzt ja nicht so, als ob die Menschheit das erste Mal vor so einer, wenn du so willst, globalen Krise oder für das, was die Menschen halt überschauen konnten, was deren Welt war, ein Land, ein Königreich oder sonst irgendwas stand. Und da gab es dann halt früher, als ich jünger war, gab es...
03:10:51 dann eher aus christlichem Bereich immer die Aussage, ja, ist doch egal. Dann lass uns doch trotzdem so lange weitermachen, wie wir halt sinnvoll, vernünftig und wie ich schon vorhin sagte, sozial und friedlich oder wie ihr sagen würdet, solidarisch weitermachen können. Also deswegen finde ich das total egal, ob man jetzt bis 2030, 2050 oder 2100 guckt. Aber wissenschaftlich gesehen ist die Sicht jenseits von 2050, ist da nichts mehr. Da sehen wir nur noch Nebel. Wir wissen nicht, was dann...
03:11:15 was da noch geht. Man darf auch nicht vergessen, letzter Punkt dazu, dass es ja auch schon komplette Menschheitszusammenbrüche gab. Also nicht nur die großen Arten sterben, die wir gesehen haben.
03:11:25 Also sechs, jetzt sind wir ja im sechsten großen Artensterben, wo wirklich im ganz großen Stil alles ausradiert wird, sondern wir haben ja auch schon Menschheitszusammenbrüche gesehen, weil es gab ja verschiedene Linien der Menschheit und einzelne Linien davon sind natürlich komplett ausgestorben, das ist klar, aber auch die Linie, in der wir uns jetzt gerade befinden, die hat auch schon mal einen totalen Tiefpunkt erlebt, wo auch nur noch ein paar...
03:11:46 vermutlich tausend Menschen gelebt haben. Also da muss man sich auch mal gerade machen. Und jenseits, ich meine klar, ihr seid jetzt eher an Politik und wirtschaftlichen Dingen und Solidarität und so interessiert, aber wenn man es aus biologischer Sicht mal über Jahrzehntausende sich anschaut oder noch länger, dann finde ich, dass wir zumindest als einzige
03:12:09 Weil du vorhin gesagt hast, eine sinnvolle Arbeit, da hattest du doch auch meine Frage zu dem Scheißegal gesagt. Also dass man Menschen irgendwas Sinnstiftendes gibt, was gut ist. Dann könnten wir doch sagen, wir möchten jetzt als sinnstiftende weltweite Aufgabe haben, dass wir alles tun,
03:12:24 was sinnvoll mit dem Stand der Wissenschaft, aber auch der Sozialwissenschaften, Kulturwissenschaften, Psychologie usw. ein Einklang bestehendes zu tun. Und dann brauche ich mich gar nicht fragen, ob es 2030, 2050 oder 2100 ist. Ich meine, wenn ihr die eine Kurve gesehen habt mit dem Extremanstieg am Ende, wo das alles rot wurde in diesem vergleichsweise kurzen Zeitraum. Ich meine, wenn das noch ein paar Jahre so weitergeht.
03:12:45 dann ist das ja aus, wie soll man das sagen, nennen wir ruhig kriegerischen Gründen, weil ihr da mehrmals von Kriegen geredet habt. Oder nennen wir es geostrategischen Gründen. Dann ist es schon aus geostrategischen Gründen ja gar nicht mehr möglich, die Kulturen aufrechtzuerhalten, die wir kennen. Also deswegen würde ich, ich weiß, das hört sich komisch an, aber vergesst die Jahreszahl. Macht, was ihr könnt und was in Einklang mit dem Wissen steht. Und dann finde ich, dann ist das gut.
03:13:13 oder sinnstiftbar. Du magst das auch wenn das war die verfassungskonformste Handlungsaufforderung die man Marxisten glaube ich jemals gegeben hat von daher alles
03:13:21 Besser kann man es nicht machen. Ich will nur Margarita noch eine Frage stellen, weil Margarita ganz, ganz wenig bislang über ihren Tätigkeitsbereich sprechen konnte und weil ich finde, dass sie da herausragende Arbeit leistet und da auch ganz viele Fragen in die Richtung kamen und ich möchte die jetzt einfach mal so ein bisschen kumulativ zusammenfassen in das große Atemsterben. So, Marc hat gerade gesagt, das sechste große Atemsterben. Viele haben das schon gehört, die allermeisten können es auch rezitieren, aber keiner weiß so wirklich, was damit anzufangen.
03:13:50 Inwieweit ist denn dieses Artensterben überhaupt relevant für uns? Was bedeutet das und wie hängt das mit deiner Arbeit zusammen?
Artensterben und seine Konsequenzen
03:14:0003:14:00 Es gab Artensterben schon davor und wir sind im sechsten Artensterben, aber das Artensterben, was wir jetzt gerade haben, ist menschgemacht. Die Wissenschaft sagt das einfach und das war so schlimm wie noch nie. Es gibt den Weltbiodiversitätsrat, also IDBES, falls ihr es irgendjemand schon mal gehört habt, der hat auch einen Bericht rausgebracht und wir haben im Moment
03:14:24 Also wir haben viel mehr Arten auf der Welt, aber wir haben noch nicht alle bestimmt. Also wir wissen noch nicht, welche Art überhaupt wie heißt, weil wir einfach noch gar nicht alles gefunden haben und noch gar nicht alles irgendwie benannt haben. Aber wir haben so, sag ich mal, ein bisschen mehr als acht Millionen Arten bestimmt. Und von diesen acht Millionen Arten sind über eine Million Arten gefährdet, kurz vor dem Aussterben bedroht. Also es ist ein riesiger Gesamtanteil. Und da reden wir von Tieren.
03:14:53 von Säugetieren bis Insekten und so weiter, von Pflanzen, von Pilzen und so weiter. Also sind weltweit alle betroffen im Grunde. Und natürlich gibt es Arten, die auch Gewinner sind, also die profitieren. Also was man auch sieht, so Wärmegewinner, weil es passiert ja auch, dass in Afrika eh schon Ernteausfälle sind, aber dann kommt eine Heuschreckenplage und frisst auch noch alles weg, weil die davon profitieren, dass sie...
03:15:20 ja, gerade die Wärme haben und dann ist wieder weniger Ernte weg. Also das fällt auf uns auch zurück, weil Schädlinger, die profitieren uns auch durch Sachen dann wieder wegfressen. Kurz zusammengefasst.
03:15:36 Oder halt auch andere Arten, die eigentlich, ich glaube mit Jack haben es ein paar geschrieben, ich habe schon ewig lang kein Schmetterling mehr gesehen. Also gerade so Tiere, die wir eigentlich kennen aus unserer Kindheit oder von denen unsere Großeltern uns möglicherweise irgendwann mal zählt hätten, die gibt es einfach nicht mehr oder die sieht man einfach nicht mehr so häufig. Und diese Arten, die versuchen ja halt auch immer, irgendwo hinzukommen.
03:16:01 wo sie halt noch besser überleben könnten. Und manche können sich halt schneller ausbreiten und manche weniger schnell. Und zum Beispiel, manche können ja dann in den Alpen einen Berg hinaufgehen, weil oben ist es irgendwann ein bisschen kühler, aber irgendwann ist der Berg auch zu Ende und die Art ist auch ausgestorben. Aber ein Baum kann jetzt nicht so schnell einen Berg raufgehen oder sonstiges. Und da sind auch dann die Berge zu hoch, aber vielleicht irgendein Vogel kann drüber fliegen. Also je nach Unterschied, ob da irgendwie... Ja, aber...
03:16:30 Ich glaube vorhin wurde das auch erwähnt mit der Bestäubung, also wir sind auf jeden Fall sehr, sehr, sehr stark von Insekten angewiesen, die ja auch unsere Nahrung bestäuben. Wenn die ausfällt, also das versucht man eher auch in Ökosystemdienstleistungen zu berechnen, das sind auch ein paar Milliarden an Euro oder US-Dollar wird das berechnet eigentlich, die das eigentlich für uns wert ist.
03:16:54 Weil man versucht das natürlich alles immer kapitalistisch, wirtschaftlich irgendwie aufzubereiten, damit die Leute das irgendwie verstehen. Und das sind halt Milliarden von US-Dollars, die uns das eigentlich wertvoll ist, dass wir Bestäubung haben. Und angenommen, das würde uns alles wegfallen. Es gibt eh schon so, das hat Marc vorhin erzählt in seinem Vortrag, wo in China dann nachbestäubt wird, händisch oder so. Und zahl das mal. Ja.
03:17:21 Jetzt kennen die allermeisten, die sich so über den Durchschnitt mit dem Artensterben beschäftigen, kennen die Krefeld-Studie. Ich glaube, Krefeld sagt den allermeisten was, 75 Prozent an Biomasse, die da weniger geworden ist in einem Zeitraum, der da gemessen worden ist. Gibt es da irgendwelche Updates oder gibt es da Entwarnungen? Ich weiß, das ist eine dumme Frage. Es gibt wahrscheinlich keine Entwarnung, oder?
03:17:47 Also Entwarnung im Sinne von, also ich habe ja gesagt, es gibt auch Klimagewinner. Also es gibt schon welche, die davon profitieren, aber es ist jetzt keine Entwarnung. Und die, die eh selten waren, die verschwinden halt dann ganz. Also wir verlieren einfach die Arten. Aber es kann sein, dass die Biomasse mehr wird. Also das könnte schon theoretisch sein.
03:18:10 Mit Heuschrecken. Eigentlich mögen ja Insekten auch lernen. Aber da wird Lisa ein großer Fan von sein. Wenn es dann zu viele Heuschrecken gibt, gibt es bestimmt irgendein Startup, was das dann in London und Berlin ins Eis packt. Das gibt es ja jetzt schon. Da wird es einen Weg und eine Möglichkeit geben.
03:18:28 wieder Geld dort machen. Ich will nicht zu viel Zeit von euch rauben, es ist eine ganz, ganz fantastische Angelegenheit hier, die wir gemeinsam haben durften. Ich will euch aber noch in den letzten fünf Minuten die Möglichkeit geben, euch das von der Seele zu reden, was ihr noch sagen wollen würdet. Also falls ihr an 3000 sind live und weiß nicht wie vieles danach, also vornehmlich vegane Marxisten noch irgendwas richten wollt und Lisa bitte für dich verfassungsfreundlich bleiben.
03:18:54 Den Rest machen wir dann mal privat. Was gibt es da noch mitzugeben? Welche Erkenntnis sollte man jetzt mitnehmen? Was sollte man machen? Welche Handlungsaufforderungen gibt es? Ich glaube, das wurde ganz, ganz oft gesagt. Und Lisa, es war ein Witz mit den Verfassungsfreunden. Ich lege voll los, Alter. Ich sitze eh in Irland.
03:19:16 Dann ballere ich mal los. Ich habe vorhin gesagt, der Iran soll die US-Militärbasen zerstören. Das ist, glaube ich, das Schlimmste, was ich ungefähr sagen kann. Und hier nochmal gesagt, Iran hat ein Drecksregime, aber ich glaube, das Wichtigste, was zu tun ist, ist wirklich den US-Imperialismus zu zerlegen und grundsätzlich sich so ganz klar, wie es geht, gegen Militarisierung zu organisieren und zu positionieren, um auch nicht nur die Welt...
03:19:43 vor einem Dritten Weltkrieg zu bewahren, sondern eben auch vor noch mehr Klimakatastrophe.
03:19:51 Ich würde ein bisschen kurz Eigenwerbung machen. Also ihr habt es vielleicht schon gesehen, ich habe mich nicht als Lisa Pöttinger hier in meinem Namen beschrieben, sondern als lastlisalern.de. Wenn ihr mich unterstützen wollt gegen mein Berufsverbot und wissen wollt, was da genau los ist, könnt ihr auf die Webseite gehen und danach schauen. Letztendlich will ja Freistaat mich ja gerade mundtot machen und dem könnt ihr auch entgegenwirken, indem ihr mein Buch erwerbt oder euch ein Solibuch umsonst beim Ökom Verlag holt.
03:20:17 Das hilft auf jeden Fall auch. Ich glaube, wie gesagt, dass wir eine Perspektive brauchen, die über den Kapitalismus hinausgeht, eine Perspektive von einem anderen Gesellschaftssystem, das eine geplante Wirtschaft nach menschlichen Bedürfnissen und planetaren Grenzen hat. Und das kriegen wir nicht, indem wir, sorry, jetzt kommt der Diss, alle nur vor unseren Laptops hocken und uns irgendwelche Streams anschauen, sondern indem wir uns organisieren. Also geht in eine Gruppe und macht was und organisiert euch politisch.
03:20:44 Weil es reicht nicht, einfach eine Meinung zu haben und die ins Internet zu schreiben, sondern man muss auch real eine Gegenmacht aufbauen. Und das tun wir in unseren Gruppen. Das tun wir, wenn wir uns mit anderen Menschen zusammentun. Und ich glaube, das ist das, was ich eigentlich am liebsten allen gerne mitgeben möchte. Sehr gut. Margarita, your turn.
Kleine Handlungsoptionen und politische Organisation
03:21:0703:21:07 Danke. Lisa hat jetzt sehr, sehr, sehr groß angesetzt, was ich auch sehr cool finde. Deswegen habe ich mir gedacht, ich beginne quasi im Kleinen. Allein schon, wenn ihr in Städten wohnt oder so. Ihr seht ja die Parks, da sind alle Rasen bis auf drei Zentimeter runtergeschnitten. Auch schon eine coole Methode, sich nicht vom Rasenmäher zu legen, natürlich nicht, aber irgendwie halt da auch zu sagen, hey...
03:21:34 warum müssen wir über das Mähen? Lass doch die Wiese wachsen. Das ist für Pflanzenvielfalt, Insektenvielfalt und so weiter. Und man weiß ja auch, dass schöne Natur den Menschen gut tut. Aber auch vielleicht in den eigenen Gärten nicht jede Woche mähen gehen, immer irgendwie so ein Naturflächer lassen und vielleicht auch nicht Schottergärten machen. Also ich habe mir gedacht, ich mache so kleine Beispiele, wo vielleicht jeder irgendwie auch aktiv und mitmachen kann.
03:22:01 Das mache ich allein aus Faulheit schon. Also wenn du bei uns in den Garten sehen würdest, dann wärst du sehr froh, glaube ich. Aber ich bin so ein Füli-Füli-Veganer. Also wenn ich mich im Sommer dann mal durchringen lasse, weil Besuch kommt oder so und ich dann mit dem Rasenmäher, dann breche ich nach der Hälfte ab, weil ich dann irgendeinen Federflieder fliegen sehe und denke, jetzt kann ich doch jetzt nicht abschneiden. Und ich bin auch zu faul. Also vielen Dank für den Ratschlag. Marc.
03:22:28 die letzten Worte, die ersten und die letzten gebühren dir. Ich finde aber den Begriff, der Füli-Füli-Veganer, den mag ich sehr. Der faule Füli-Füli-Veganer finde ich sehr, sehr gut. Kann ich biologisch nur unterstützen. Das ist genau die richtige Technik, ernst gemeint. Das hatte ich vorhin auch kurz erwähnt in dem Vortrag, dass man teilweise auch in Innenstädten überhaupt da nur noch die Tiere hat und so weiter. Also wenn man jetzt von größeren Städten redet. Ja, ich würde in der Mitte ansetzen, also wenn wir das Große und das Kleine hatten, ich würde in der Mitte dann sagen,
03:22:57 Schaut euch die Messungen an. Also für die, die den Vortrag gesehen haben, für die anderen nicht, aber ihr könnt es euch ja angucken, wenn ihr wollt. Die Messungen sind wirklich da und sie sind auch gut aufbereitet. Und ich glaube, dass es tatsächlich auch eine Persönlichkeitsfärbung ist. Lisa hat ja vorhin auch was gesagt mit so Impulskontrolle und persönlicher Färbung und so. Und das ist ja auch gut so. Jeder und jede soll ja so sein, wie er oder sie will.
03:23:21 Aber das ändert nichts an den Messdaten. Also jeder kann ja verschiedene Schlüsse draus ziehen, verschiedene Wege gehen, die hoffentlich eben in eine menschenfreundliche Richtung natürlich gehen. Aber gleicht die Daten ab. Weil was dieses Jahr passiert ist, also jetzt bis Mai 2026, seit Anfang des Jahres, dass selbst die, die den Vortrag gesehen haben, ihr werdet davon...
03:23:48 Euer Gehirn wird 98% aussortieren, weil ihr sagt, nee, das ist zu krass, ey. Und es ist halt leider so krass. Also schaut euch die Messungen an, vor allen Dingen, solange es noch geht. Und dann noch was eher für die Forscher, Nerds, Forscherinnen, IT-Leute und alle anderen, die hier zuschauen. Helft uns, die Daten zu sichern. Wir sind gerade in einer wirklich großen Datenvernichtungskampagne. Das habe ich vorhin auch erwähnt, für die, die es nicht gehört haben. Es werden auch die...
03:24:13 Die eigentlichen Dinge, die man bemessen kann, also auch nachträglich noch, die werden auch vernichtet, nicht nur die Daten. Also das fände ich gut, wenn wir jetzt hier, wenn wir schon in so einer Nerd-Community sind, wenn ein paar Leute uns auch noch beim Daten retten helfen würden. Die Schlussfolgerungen könnt ihr selber ziehen, ihr seid alle Erwachsenen.
03:24:31 Die meisten sind das zumindest. Die meisten sind erwachsen. Das war's mit Time is Up und der Fragerunde danach. Vielen, vielen herzlichen Dank an alle Anwesenden, die sich das Ganze angehört haben. Vielen Dank an alle, die Fragen gestellt haben, auch wenn es immer die gleichen gewesen sind. Aber was will man auch fragen bei so einem Thema? Ich glaube, Klimawandel ist ein Thema, das, glaube ich, die allermeisten hier überhaupt erst politisiert haben. Die sind alle in dem Alter, dass sie mit Fridays for Future dann angefangen haben und sich dann so weit...
03:24:56 entwickelt haben, dass sie jetzt da stehen, wo sie stehen. Ich hoffe, dass wir in Zukunft alle beisammen stehen, Schulter an Schulter und dafür kämpfen, dass dieser Planet ein besserer wird. Das sind die Worte, die ich eigentlich immer zum Abschluss wähle für mich selbst an die Leute. Wenn ihr was machen wollt, macht den Planeten besser und zwar gemeinsam, denn nur da können wir es. Vielen Dank an euch. Alle Links von allen Beteiligten sind überall verlinkt. Lasst Lisa lehren.
03:25:22 Eine Herzensangelegenheit, weil der Frau will man tatsächlich an die Geldbörse und wir alle wissen, wenn man Frauen an die Geldbörse will, dann ist das oder Menschen allgemein an die Geldbörse will, dann ist das Existenz niederringend. Vielen, vielen Dank. Wir sind raus und wir hören uns bestimmt in Zukunft nochmal wieder in ähnlicher Konstellation. Tschüssikowski.