Es wurde eine eingehende Untersuchung marxistischer Theorien zur Reproduktionsarbeit durchgeführt, wobei die Analyse zeigte, dass Arbeit weit mehr umfasst als nur Lohnarbeit. Der Fokus lag auf der Erweiterung des klassischen marxistischen Arbeitsbegriffs durch Berücksichtigung von Tätigkeiten wie Erziehung, Gesundheitsversorgung und emotionale Stabilisation. Es wurde herausgearbeitet, dass der Reproduktionsapparat als essentielle Grundvoraussetzung des Kapitalverhältnisses fungiert und historisch vor allem Frauen zugewiesen wurde.

Just Chatting
00:00:00

Just Chatting

Einleitung und Einführung in das Thema

00:23:09

00:23:09 Das Ministerium zur Bekämpfung und Förderung von Propaganda präsentiert, in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kommunikations- und Übertragungstechnologie, unsere rote Sonne. Zum Wohle der Allgemeinheit erhält sie faschistische Abgründe. Gegen die Kapitalistenschweine lässt sie die Arbeiterklasse nie im Stich. Sie sprengt die Ketten der Tiere und Arbeiter. Zahlreiche Unterstützer stärken ihre sozialistischen Fronten.

00:24:40 Die Xenonscheinwerfer ihrer Mercedes-Limousine bringen gekonnt Konterrevolutionäre von der Fahrbahn auf. Ein Schure SM7B. Wenn die Arbeiterklasse wieder einmal Rat benötigt oder sich die Ereignisse überschlagen, ist sie da, um mit ihren Strahlen den Spross des Sozialismus zu nähren. Nur ein Knall stand zwischen albtraumhaftem Kapitalismus und aufstrebendem Sozialismus. Die Manifestation unserer entschlossenen roten Sonne.

00:32:11 Feminismus als Extravurst zu behandeln klingt so, als wäre etwas von außen herangetragen worden, in dem Fall an den Marxismus, das die marxistische Analyse selbst schon beinhaltet und moralisch auflädt oder sogar im Kern von der Sache ablenkt. Der Kern... Ja. Gutes Video. Alhamdulillah. Gutes Video. Sehr hart.

Kritik am verengten marxistischen Arbeitsbegriff

00:32:40

00:32:40 Base, ist doch ein gutes Video. Achso, das geht noch 30 Minuten weiter. Kilo, du geile Sau. Vielen herzlichen Dank. Vielen herzlichen Dank. Muchas gracias. Wir sehen uns gleich. Aber vorher ein Video auch für dich mal, ne? Du scheiß kleiner linker Makado. Jetzt schauen wir uns dieses Video an. Ich weiß nicht, ob ich da intellektuell drauf vorbereitet bin.

00:33:13 Mein geistiges Innenleben wird sterben. Ich glaube nicht. Vielleicht kann man... Wobei, ich glaube, sie ist Anarchistin, oder? Da wird einiges von meinem Innenleben sterben. Alhamdulillah. Oh, sieben. Zwanzig Subs jedes Mal, wenn aus Individuum oder Betroffenheit geschlossen wird. Mal sehen. Ähm... Alhamdulillah.

00:33:40 Ach, von der war auch Marxismus vs. Anarchismus. Ach, ich hab keine Ahnung, ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht, aber ich geh da undogmatisch an. Wie immer, der Anspruch ist es, nicht dogmatisch zu sein. Vielleicht findet man da ja einige gute Argumente. Und ganz ehrlich, ganz ehrlich, ein gutes Argument darf alles mit mir machen.

00:34:04 Und wenn wir jetzt hier gute Argumente dafür bekommen, dann werde ich mich ab morgen feministischer Marxist nennen.

00:34:11 Ich meine, ich glaube da noch nicht so wirklich dran, weil ich nenne mich ja auch nicht antirassistischer Marxist, aber vielleicht werden hier ja gute Argumente gebracht. Einfach anschauen, die Argumente anhören und sich auf die Sache und den Gegenstand einlassen. Das ist hier wichtig. So funktioniert undogmatisches Denken. Das ist undogmatisches Denken. So wollen wir rangehen. Deswegen ist auch gut.

00:34:39 Wenn wir uns da jetzt vielleicht erstmal keine Levi-Kritik zuvor her durchlesen. Weil Levi geht ja auch immer ein wenig stürmisch mit anarchistischem Denken um. Mal sehen, was wir daus machen können. Das Video heißt jedenfalls, ist Feminismus eine Extrawurst des Marxismus? Und ich verstehe den Titel noch nicht mal, um ganz ehrlich zu sein. Also, Fairplay.

00:35:08 Gibt es Marxisten und Marxistinnen da draußen, die sich hinstellen und sagen, ach komm, wisst ihr was? Meine Agitation beginnt und endet am Werkstor.

00:35:21 So klassisch-marxistisch-leninistisches Denken. Alles, was in der Fabrik passiert, ist relevant. Alles, was außerhalb der Fabrik passiert, ist es nicht mehr. Das ist natürlich viel zu kurz gegriffen. Das ist dann aber auch kein vernünftiger Marxismus. Der tatsächliche Marxismus denkt natürlich auch und analysiert den Gegenstand in Gänze.

00:35:46 Und damit automatisch auch den Reproduktionsapparat einer kapitalistischen Gesellschaft. Das ist jetzt keine große Nummer. Aber wir schauen uns das trotzdem mal an. Vielleicht können wir ja noch was lernen.

00:36:06 Feminismus als Extrawurst zu behandeln klingt so, als wäre etwas von außen herangetragen worden, in dem Fall an den Marxismus, das die marxistische Analyse selbst schon beinhaltet und moralisch auflädt oder sogar... Also tatsächlich ist der gesamte Reproduktionsapparat und damit natürlich auch die patriarchale Geschlechterrolle innerhalb des Kapitalismus im Marxismus mit inbegriffen, ja. Das stimmt. Das ist korrekt.

00:36:29 Und von einem feministischen Marxismus zu sprechen, ist deshalb genauso sinnvoll, wie von einem antirassistischen Marxismus zu sprechen. Ja, das kannst du machen, aber es ist dann eben eine Extrawurst. Im Kern von der Sache ablenkt. Der Kern der Sache dreht sich um die Analyse von Kapital, Lohnarbeit, Eigentum, Produktionsmittel, Krise, Staat und Revolution. Und?

00:37:04 Dem Reproduktionsapparat. Für manche Marxisten erscheint der Feminismus als theoretisch zweitrangiger Impuls. Und ja, genau diese Sortierung ist Ausdruck eines Problems. Denn diese Sortierung setzt voraus, dass man die kapitalistische Gesellschaft sinnvoll analysieren kann, ohne die gesellschaftliche Reproduktion des Lebens systematisch mitzudenken. Wo hat das jemals irgendjemand getan, der nicht dogmatisch ML ist und sich mit Theorie noch nicht, also...

00:37:34 nicht so wirklich beschäftigt hat. Mir fällt kein Marxist ein, der den Reproduktionsapparat einfach als etwas Zweitrangiges zur Seite schiebt und sagt, haltet euer Maul.

00:37:57 ... beziehungsweise nur mit dem zu arbeiten, was der klassische Marxismus erarbeitet hat. Und genau das geht nicht, beziehungsweise das geht schon, nur bleibt dann der eigene Anspruch auf halber Strecke stehen. Wieso, weshalb, warum, darauf gehe ich jetzt in diesem Video ein, aber... Der Ausgangspunkt Marxismus ist seit der Kritik der deutschen Ideologie schlichtweg das wirkliche Leben der Leute, das ist korrekt, spätestens seit MEW 3.

00:38:24 ist das Leben der Menschen, also das wirkliche Leben der Menschen inklusive auch des Reproduktionsapparates außerhalb des Werktores, der Marxismus. Also wenn du dich hinstellst und als Marxist behauptest, dass der Reproduktionsapparat nicht dazugehöre, dann ist das kein Startschuss für...

00:38:44 Theoretiker jetzt den Feminismus damit einzubringen, sondern ist die Person, die das so reproduziert, schlichtweg mit einem falschen, schlechten, nicht vollständig behandelten Marxismusbegriff unterwegs. Der Anspruch an den Marxismus muss sein, den Gegenstand vollständig zu bestimmen. Und zu einer vollständigen Bestimmung des Gegenstandes gehört selbstverständlich auch der gesamte Reproduktionsapparat. Das ist ja...

00:39:14 Das ist ja auch der Grund, warum ich sage, dass ein feministischer Marxismus genauso sinnvoll ist wie ein antirassistischer oder ein antisemitischer Marxismus ist. Das ist ein zusätzliches Adjektiv, das nicht vonnöten ist. Weil wenn du den Marxismus als vollständige Gegenstandsbestimmung siehst, dann gehört das natürlich dazu. Ist ja klar.

00:39:42 Da geht es dann eher um Lagerpädagogik als um tatsächliche Gegenstandsbestimmung. Zuerst ein paar Vorworte noch. Ein riesen Dankeschön für die Spendenbeiträge. Das hilft auf jeden Fall. Ich bin aktuell auch irgendwie überfordert und leider auch noch krank, aber ich gebe mein Bestes, um dem Ganzen auch irgendwie gerecht zu werden. So, und heute?

00:40:04 kommt ein Beitrag von mir, der sehr abstrakt sein wird und ich werde nicht alle mit dem Gesagten abholen können, aber ich werde einzelne Begriffe auch wieder in der Infobox zumindest kurz anreißen und euch bitten, wenn etwas nicht verständlich war oder ist, das auch zu kommentieren, in der Hoffnung, dass ihr euch gegenseitig auch austauschen könnt, weil ich es nicht schaffen werde, auf alles einzugehen. Jedenfalls, wenn ihr diese Arbeit unterstützen wollt,

00:40:33 Auch dazu findet ihr die Links in der Infobox. Ganz, ganz, ganz lieben Dank und bitte vergisst nicht, bleibt konstruktiv. Wie immer gilt auch für mich, dass ich die Weisheit nicht vom Löffel gegessen habe. Also wenn ihr Kritik, Anregungen oder Fragen habt, ihr kennt das Prozedere, schreibt sie gerne in die Kommentare. Und wir starten jetzt einfach rein. Der ein oder andere hat es vielleicht schon geahnt, es geht nicht nur, aber auch um den verengten marxistischen...

00:41:01 Arbeitsbegriff. Arbeit erscheint im klassischen Marxismus selbstverständlich als Lohnarbeit, das heißt als die Tätigkeit, die im Kapitalismus auf dem... Nein. Allerspätestens nach MEW 3, deutsche Ideologie, ist der klassische Arbeitsbegriff eben nicht mehr nur die Lohnarbeit. Ansonsten bräuchte es ja auch den Begriff der Lohnarbeit gar nicht. Arbeit umfasst sehr viel mehr.

00:41:30 Und das ist auch, also das wurde nicht nur von Marx und Engels so niedergeschrieben, sondern das wurde auch in der weiteren Ausarbeitung des Marxismus sehr, sehr häufig klar gemacht. So Essen, Schlafen, Wohnen, Erziehung von Kindern, die Gesundheitsversorgung der Menschen innerhalb einer Gesellschaft, die emotionale Stabilisation der Menschen innerhalb einer Gesellschaft, Bildung, Kinderaufzucht, all das.

Reproduktionsapparat als zentraler Bestandteil des Kapitalismus

00:41:58

00:41:58 ist nicht außerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft. All das ist ja nicht außerhalb dieses Kapitalismus, sondern ein essentieller Teil. Er gehört zu seiner Reproduktion. Thorafmann, vielen herzlichen Dank. For 65 Tacken. Muss ich gucken, ob du was geschrieben hast, mein Freund. Gott, ich hab's gesagt, Entschuldigung. Neuer Monat hast du einfach nur geschrieben. Okay, ey, dankeschön, Thoraf. Vielen herzlichen Dank. Vielen, vielen Dank.

00:42:37 verkauft wird, in Betrieben organisiert ist und sich in den Prozess der Verwertung einfügt. Das ist für die Analyse, das Kapitalverhältnis natürlich unverzichtbar, aber es reicht nicht aus. Denn wer hätte es gedacht, Lohnarbeit fällt nicht vom Himmel, die Arbeitskraft ist kein Naturphänomen, das sich morgens irgendwie geschniegelt. Ja, nee, sorry, aber da muss ich direkt unterbrechen, weil da wird es theoretisch einfach unscharf. Also...

00:43:03 Das Problem, dass sich jetzt meinetwegen Frauen mit dem oder innerhalb von vielen marxistischen Kreisen nicht angesprochen fühlen, mal komplett dahingestellt. Aber der Grund dafür ist kein verengter Arbeitsbegriff. Das ist einfach theoretisch komplett an den Haaren herbeigezogen und unscharf. Man tut hier so, als ob Marx irgendwann niedergeschrieben hätte, Lohnarbeit ist alles, was anstrengt.

00:43:31 Und das stimmt einfach nicht. Das ist nicht wahr. Lohnarbeit beschreibt im Marxismus eine bestimmte Tätigkeit. Und zwar immer dann, wenn Arbeitskraft aus einer wirtschaftlichen und dann auch damit gesellschaftlichen, also sozioökonomischen Notwendigkeit, als Ware verkauft wird. Also vom Kapital angewendet. Und dann wird aus dieser Arbeitskraft

00:43:58 neue Ware produziert, beziehungsweise Mehrwert. Und das lässt dann Kapital akkumulieren. Das ist kein verengter Arbeitsbegriff. Lohnarbeit ist sehr speziell und Arbeit ist nicht etwas, das anstrengt. Lohnarbeit ist nicht einfach irgendetwas Anstrengendes. Es gibt Lohnarbeit, die anstrengend ist, dann gibt es Lohnarbeit, die ist es nicht. Dann gibt es Lohnarbeit, die ist körperlich anstrengend und dann gibt es welche, die ist es nicht. Dann gibt es welche, die ist sehr intellektuell anspruchsvoll und dann gibt es welche, die ist es nicht. Ja?

00:44:29 Gartenarbeit ist auch anstrengend, aber keine Lohnarbeit. Das ist korrekt. ... am Werkstor einfindet, sondern die Arbeitskraft muss jeden Tag wiederhergestellt werden. Damit meine ich, dass sie gepflegt, ernährt, versorgt, sozialisiert, psychisch stabilisiert, beziehungsweise über einen langen Zeitraum überhaupt erst...

00:44:53 hervorgebracht werden muss, sodass Menschen funktionieren, pünktlich sind, sich konzentrieren können, nicht verhungern, halbwegs sauber angezogen oder gesundheitlich einsatzfähig bleiben. Und das ist das Ergebnis gesellschaftlicher Arbeit. Und jetzt dürft ihr mal raten, wem genau diese Arbeit nicht nur historisch im besonderen Maße zugewiesen wurde, ohne dass sie in der gleichen Weise als gesellschaftliche Arbeit anerkannt wurde. Das heißt nicht, dass...

00:45:19 Marxisten nie von Reproduktion gesprochen hätten. Marx selbst spricht in verschiedenen Stellen von der Reproduktion der Arbeitskraft. Und natürlich gibt es in der marxistischen Tradition immer wieder Versuche, diesen Begriff systematisch auszubauen. Das eigentliche Problem liegt aber darin, dass Reproduktion oft nur als stummer, vorausgesetzter Hintergrund vorkommt und nicht als eigenständiger Ort, als...

00:45:45 Herrschaft beziehungsweise... Überhaupt nicht. Marx selber schreibt davon, dass der gesamte Reproduktionsapparat, also die Reproduktionsarbeit einer jeden kapitalistischen Gesellschaft die notwendige Grundvoraussetzung des Kapitalverhältnisses selbst ist. Und dass genau deswegen und dann auch wegen der Instandsetzung des bürgerlichen Staates und der Herrschaft, die dahinter steckt, der bürgerliche Familienapparat ins Private verlagert worden ist.

00:46:18 Karl, innerhalb der historischen marxistischen Bewegung gab es diese Verkürzung auf produktive aka vermeintliche Arbeit aber schon. Ja, was interessiert mich das jetzt? Also was soll denn, das ist dann einfach falsch.

00:46:30 Gibt es das? Selbstverständlich. Das macht es dann aber falsch. Und die Antwort auf diese falsche Theorie ist dann nicht, dass wir feministisch davor packen, sondern dass wir den Gegenstand vollständig analysieren. Und dazu gehört auch für Marx und Engels und alle anderen Marxisten, die irgendwann mal irgendetwas niedergeschrieben haben, eben der Reproduktionsapparat.

00:47:01 Beutungsort, in der Disziplinierung und gesellschaftliche Organisation stattfindet. Und hier setzt die materialistisch-feministische Kritik an, die jetzt... Die was? ...Herschaft bzw. Ausbeutungsort, in der Disziplinierung und Gesellschaftsschaffter Hintergrund vorkommt und nicht als eigenständiger Ort, als Herrschaft bzw. Ausbeutungsort. Boah, ich hasse, ich hasse Anarchisten, Alter.

00:47:27 Ich hasse Anarchisten. Wisst ihr, warum? Aber nicht die Einzelperson dahinter. Ich hasse anarchistische Theorie und anarchistisches Denken, weil sie mit Begriffen, also die machen eines und das regt mich so unfassbar auf. Sie gehen mit Begriffen, selbst in theoretischen Aufarbeitungen oder Zuarbeitungen, nicht präzise um. Wo ist denn die bürgerliche private Familie ein Ausbeutungsort?

00:47:54 Herrschaft drauf geschissen, bei Anarchisten ist alles Herrschaft. Aber wo ist das ein Ausbeutungsort? Du kannst doch nicht von notwendigen marxistischen Ergänzungen sprechen innerhalb der ansonsten unvollständigen Theorie und es dann damit materialistisch machen und dann gleichzeitig von einem privaten Ausbeutungsort sprechen in der bürgerlichen Familie. Das funktioniert nicht.

00:48:22 in der Disziplinierung und gesellschaftliche Organisation stattfindet. Und hier setzt die materialistisch-feministische Kritik an, die jetzt nicht sagt, Marx ist wertlos oder das klasse keine Rolle spielt. Im Gegenteil, sie sagt, wenn die gesellschaftliche Reproduktion des Lebens nicht ins Zentrum der Analyse rückt, dann bleibt die Rede von kapitalistischer Totalität unvollständig.

00:48:46 Mal ein ganz einfaches Beispiel, warum das wichtig ist. Stell dir zwei Menschen vor, die beide im Krankenhaus arbeiten und deshalb Lohn bekommen. Auf der Ebene der offiziellen Ökonomie sieht das zunächst auch gleich aus. Beide verkaufen ihre Arbeitskraft, beide werden ausgebeutet, beide stehen im gleichen Feld. Aber wenn die eine Person nach der Schicht...

00:49:06 nach Hause kommt und dann noch Kinder versorgen, einkaufen, kochen, mit der Schule kommunizieren und die gesamte Wochenlogik des Haushalts im Kopf behalten muss, während die andere Person nach Feierabend frei hat, dann ist offensichtlich

00:49:21 Was die formale Gleichheit in Lohnverhältnis nicht dieselbe gesellschaftliche Lage bedeutet und wenn wir konsequent sind, dürfen wir Reproduktion nicht außerhalb der eigentlichen Analyse verstehen. Den Satz verstehe ich nicht. Ist damit jetzt gemeint, dass... Also erstmal ist es ja keine neue Erkenntnis, dass eine gemeinsame Klassenlage nicht eine identische Lebenslage voraussetzt. Und...

00:49:45 Dass zwei lohnabhängige unterschiedliche Lebenslagen haben, heißt nicht, dass die Klassenbestimmung falsch oder unvollständig sei. Lohnabhängigkeit ist ja eine objektive Stellung zu Kapital und Eigentum. Da ist ja selbst, wenn man so denken würde, die individuelle Lebenslage, die dann durchaus unterschiedlich sein kann und ist, kein Grund davon, einer unvollständigen oder falschen Klassenbestimmung zu sprechen.

00:50:16 Was wiederum nicht bedeutet, dass der klassische Marxismus inhärent mit dem Feminismus wäre. Viele orthodoxe Marxisten reagieren meistens auf so einen Einwand mit der bekannten Hierarchie von Haupt- und Nebenwiderspruch. Der Hauptwiderspruch, so die Vorstellung, läuft zwischen Kapital und

Haupt- und Nebenwiderspruch und feministische Kritik

00:50:37

00:50:37 und Arbeit. Alles andere sei davon abgeleitet oder werde jedenfalls von dort aus bestimmt. Die Frauenfrage wiederum... Was, wann, wann, also wo, wo holt man das her? Das ist, das ist so ein, das ist so ein, keine Ahnung, da ist der Maoismus mit in 15 Übersetzungen ins Deutsche gerutscht und dann hat das mal jemand so, so gesagt wahrscheinlich. Alhamdulillah, Frau Sieben.

00:51:16 wird zwar nicht vollständig geleugnet, aber man verschiebt sie in einen zweiten Rang. So nach dem Motto, wir kümmern uns später darum, können wir auch später strategisch besprechen, später mal moralisch. Ulf geht direkt Crash-out. Ja, diese Haupt- und Nebenwiderspruchsgeschichte ist eine Notwendigkeit in der maoistischen Revolutionsbewegung gewesen. Weißt du? Also...

00:51:37 Mao hat gesagt, um es mal komplett zu verkürzen, Mao brauchte eine ideologische Rechtfertigung, beispielsweise mit der nationalen Bourgeoisie zusammenzuarbeiten. Und deswegen hat er in Haupt- und Nebenwidersprüche differenziert, die es dann im Nachhinein irgendwann mal zu lösen gebe. Es ist aber nicht so, dass im orthodoxen Marxismus da großartig von Haupt- und Nebenwidersprüchen schwadrolliert werden würde. Das ist mir jetzt so nicht bekannt.

00:52:11 Also, Ulf hat es gerade geschrieben, der Kampf gegen Lohnarbeit und Kapital rückt bei einem imperialistischen Kampf gegen Japan in den zweiten Rang. Also eine Zusammenarbeit mit der nationalen Bourgeoisie und Industrie ist auch mit reproduzierten Lohnarbeit und Kapitalzuständen zu tolerieren, weil es zunächst erstmal diesen Hauptwiderspruch zu lösen gilt.

00:52:40 Reagierst du auch auf die Anni The Duck Fights? Ich hab mich echt gefragt, wann da jemand drauf reagiert. Ich war von Anfang an Team Anni und deswegen bin ich raus aus der Nummer und das ist nicht Teil meines Contents. Er hat ja sogar diese Idee von einem dritten Stand. Und dann später auch noch ausgearbeitet von einem vierten und dann wurde das noch weiter ausgearbeitet und schlag mich tot. Aber das ist jetzt im orthodoxen Marxismus nicht so wirklich zu finden.

00:53:10 Dafür sein, auch wenn manche Marxisten das natürlich nicht von sich so behaupten würden, denn sie denken das ja alles mit und die Befreiung der Frau sei ja schon mit einbeschlossen. Well, well. Dann nimmt jemand in Anspruch, dass wir ihm vertrauen sollten, dass der Intersektionale zum Beispiel... Ist mir scheißegal, ob Frauen vertrauen. Das ist ja wirklich scheißegal.

00:53:30 Ich mache doch mein theoretisches Fundament nicht davon abhängig, ob das von mir analysierte und gesagte von Frauen misstrauisch oder nicht aufgenommen wird. Das ändert doch nichts an der Analyse des Gegenstandes.

00:53:48 ... der intersektionale Feminismus ja schon mitgedacht wurde oder mitgedacht wird und die Unterdrückung ein Ende haben wird. Ich mache es ganz kurz an der Stelle, I don't trust you, ein bisschen Geschichte studieren würde an der Stelle vielleicht ganz gut tun, um zu sehen, dass genau diese Frage in revolutionären Kämpfen immer wieder überhört wurde und infolgedessen auch nicht gerade glaubwürdig erscheint. Aber wir machen mal weiter. Diese Rangordnung unterstellt, dass man Klassenverhältnisse...

00:54:16 History ist ein ganz gutes Ding, aber wie gesagt, wenn es darum geht, einen Gegenstand zu bestimmen, dann ist es erstmal komplett egal, ob man da jetzt in der Vergangenheit Menschen gehabt hat, die unvollständig oder falsch gehandelt haben. Das macht ja die Theorie nicht ergänzungswürdig.

00:54:34 Du kannst dich hinstellen und sagen, historisch gesehen haben relativ viele realsozialistische Staaten gezeigt, dass das mit der Gleichberechtigung der Geschlechter eine Nebenrolle eingenommen hat. Das ist korrekt. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt am Marxismus rumdoktern müssen und da jetzt irgendwie noch lustige Adjektive davor oder dahinter packen. Wie gesagt, beim Marxismus geht es um eine vollständige Analyse des Gegenstandes. Und wenn die erfolgt,

00:55:04 dann braucht man keinen Zusatz feministisch. Genauso wie man keinen Zusatz braucht antirassistisch. Und man braucht auch keinen Zusatz antikapitalistisch. Den braucht man da nicht. Das ist keine Vertrauensfrage. Das ist auch keine Frage der Geschichte. Und erst recht nicht von, keine Ahnung, von Gefühlen oder so. Das ist eine Frage von einer vollständigen oder unvollständigen, falschen oder richtigen Theorie.

00:55:34 Du tust so, als würde jeder jedenkliche tiefsitzende Frauenhass sofort aufhören würden, sobald wir um Kommunismus sind. Ich nehme erstmal einen Schwanz aus der Hand und fahre mal einen Gang runter. Ich spreche nicht über gesellschaftliche Verhältnisse, die dann irgendwann mal von dir in welcher Form auch immer vorzufinden sind. Ich spreche um die Notwendigkeit des Adjektives Feminismus beim Marxismus. Das ist...

00:56:03 Diskurs. Nicht, was du dir jetzt dazu denkst oder ausdenkst oder mutmaßt oder sonst so in deinem Bauch findest. Es geht um die Frage, braucht der Marxismus den Zusatz feministisch, antirassistisch, antikapitalistisch etc. pp.

00:56:28 auch dann noch begriffen hat, wenn man nicht begreift, wie Arbeitskraft überhaupt hervorgebracht und reproduziert wird. Also ein Hauptwiderspruch. Feminismus ist kein Adjektiv, sondern ein Substantiv. Nimm mal Schwanz aus dem Mund. Gut. Das mag beim Wort Feminismus tatsächlich stimmen, aber beim feministischen Marxismus wird dann aus diesem Substantiv tatsächlich ein Adjektiv.

00:56:53 seine eigenen gesellschaftlichen Voraussetzungen nicht mehr mitdenkt, ist kein starker materialistischer Begriff, sondern bereits eine Abstraktion. Woran man das merkt? Naja, an der Stelle, wo die Abwehr gegen Feminismus nicht nur politisch, sondern erkenntnistheoretisch funktioniert. Vieles, was cis-männliche Marxisten selbst nicht alltäglich erfahren, wirkt für sie leicht nachrangig, wenn nicht als selbstverständlich zuständig für...

00:57:21 Care markiert wird, wenn ich in derselben Weise mit sexualisierter Gewalt... Jedes Mal, wenn Betroffenheit ins Spiel kommt, wird ein inhaltlicher Vortrag schwach, bedauerlicherweise. Weil dann wird vom eigentlichen Gegenstand...

00:57:34 auf die Person desjenigen, der dann theoretisiert ausgewichen. Und natürlich gibt es sowas wie männliche Boniertheit, da müssen wir ja gar nicht drüber sprechen. Existiert das? Ja. Existiert das in der Vergangenheit? Ja. Das ändert aber nichts daran, dass der Marxismus als solches den Zusatz feministisch nicht braucht.

00:57:55 Verstehst du? Ich will ja nicht beschönigen, dass es zuhauf Männer gibt oder meinetwegen auch alle Männer das nicht begreifen oder nicht begreifen können. Das ändert aber nichts an der marxistischen Theorie.

00:58:14 Altrechnen muss, wenn nicht in derselben Weise als emotional organisierende Instanz des Alltags fungiert, erlebt Herrschaft primär als Lohnabhängigkeit, Klassenmacht und staatlichen Zwang. Und das ist auch nicht falsch. Es ist aber nicht das Ganze, aber genau aus dieser Teilperspektive wird dann zumindest oft eine schlechte Universalität gemacht. Die eigene Erfahrung der strukturellen Gesellschaftlichkeit wird als allgemeines

Materialistisch-feministische Erweiterung des Arbeiterbegriffs

00:58:43

00:58:43 gesetzt, während andere Herrschaftsformen als Partikular erscheinen. Das sollte zumindest mal einen kleinen Einblick geben, warum die materialistisch-feministischen Erweiterung des Arbeiterbegriffs so wichtig ist. Und Spoiler, es geht nicht darum, jede... Nene, nene, nene, halt, stopp, halt, stopp. Auch der Arbeiterbegriff ist ja... hat ja einen Inhalt, der nicht einfach ergänzt werden kann, nur weil es einem passt.

00:59:17 Da geht es einfach nur darum, den Marxismus nicht zu verwässern.

00:59:28 Form menschlicher Aktivität unterschiedslos Arbeit zu nennen und damit Gefahr zu laufen, die marxistische Wertetheorie zu verwässern. Es geht darum, sichtbar zu machen, dass der Kapitalismus auf einem riesigen Bereich gesellschaftlicher notwendiger Tätigkeit ruht, die gerade deshalb unsichtbar und verfügbar bleibt, weil sie nicht in derselben Weise als öffentliche, politische und gesellschaftliche Arbeit erscheint. Die klassische Hausarbeit ist dafür...

00:59:57 Zumindest ein naheliegendes Beispiel, aber auch nicht das einzige und vor allem nicht eine private Kleinigkeit. Es geht um Tätigkeiten ohne die weder Erwerbsarbeit noch soziale Kontinuität noch politische...

01:00:10 Bei marxistischen Feminismus geht es ja eigentlich nicht darum, dass marxistische Theorie eine Erweiterung braucht, sondern dass in marxistischen Bewegungen Feminismus als marxistisches Thema begriffen werden muss. Siehste, genau deswegen hasse ich so einen Schwachsinn, weil diese kulturkämpferischen Debatten vom eigentlichen Gegenstand nur ablenken können. Also ist deine...

01:00:33 Dein Vorschlag ist jetzt also, dass wir einen feministischen Marxismus nicht ausgrund einer theoretischen Notwendigkeit ergänzend ansetzen, sondern weil Männer uns in linken Bewegungen grundsätzlich verdächtig erscheinen sollten. Also wir haben die Notwendigkeit, einen feministischen Marxismus...

01:00:58 uns auf die Fahne zu schreiben, weil wenn du das nicht tust, dann bist du erst mal entweder selbst aus einer männlichen zumindest dann mindestens Teilperspektive unterwegs und damit dann grundsätzlich verdächtig. Also du machst so ein Psychologie-des-Gegners-Ding draus oder was?

01:01:27 Lol, nein, das habe ich nie gesagt. Doch, das hast du geschrieben. Genau das hast du geschrieben. Du hast geschrieben, bei marxistischem Feminismus geht es ja eigentlich nicht darum, dass marxistische Theorien Erweiterung braucht. Gut, wenn der marxistische, wenn der, wenn der Marxismus keine Erweiterung braucht, wieso erweitern wir ihn dann mit feministisch?

01:01:45 Wenn du sagst, wir brauchen feministischen Marxismus, dann heißt das, dass der Marxismus als solches nicht feministisch ist. Und dass ich deswegen von außen eine theoretische Ergänzung anführen muss. Und zwar Feminismus. Das sagst du. Und ich sage, das ist falsch. Du brauchst keinen feministischen Marxismus in der Theorie, du brauchst keinen antirassistischen Marxismus in der Theorie und du brauchst auch keinen antikapitalistischen Marxismus.

01:02:24 ...politische Verfügbarkeit, Aufrechterhaltung werden aufrechterhalten werden könnten. Wenn etwa eine linke Gruppe sich abends zu einem langen Plenum trifft, dann setzt diese Form politischer Verfügbarkeit bereits voraus, dass für manche Menschen jemand anderes den Alltag im Hintergrund organisiert oder dass sie selbst diese Reproduktionsarbeit nach der Politik noch zusätzlich leistet.

01:02:49 Die bittere Erkenntnis daraus, die politische Form auch der Marxisten ist nicht neutral. Auch sie lebt von einer geschlechtlich organisierten Hintergrundarbeit, die selten mitreflektiert wird. Aber dafür haben wir ja den marxistischen Feminismus. Dazu muss man auch vollständigerweise sagen, Marx und Engels haben... Marxistischer Feminismus ist wieder was anderes, ne? Ein marxistischer Feminismus hat definitiv eine Daseinsberechtigung. Da müssen wir ja drüber sprechen.

01:03:17 Und wenn du dich marxistische Feministin nennst, dann ist das auch vollkommen in Ordnung. Mir geht es speziell darum, dass der Marxismus unvollständig sei ohne den Feminismus. Und das stimmt nicht.

01:03:31 die Reproduktion der Arbeitskraft zumindest in Teilen im Blick gehabt. Zum Beispiel in Kapitel 6 von Das Kapital, da bestimmt er ihren Wert über die notwendigen Lebensmittel zu ihrer Erhaltung inklusive der Reproduktion der Arbeiterklasse über Familie und Kinder. In Kapitel 23 zeigt er, dass die individuelle Konsumtion der ArbeiterInnen funktional Teil der Reproduktion des Kapitals ist, weil

Marx' Behandlung der Reproduktion und ihre Lücken

01:03:56

01:03:56 So die Arbeitskraft und damit das Kapitalverhältnis selbst immer wieder hergestellt werden. Was er aber nicht ausarbeitet, ist die konkrete soziale Organisation dieser Reproduktion und warum genau diese gesellschaftliche notwendige Arbeit... Das macht er nicht im Kapital. Deswegen, ne? MEW 3. Aber im Kapital macht er das nicht.

01:04:20 historisch nicht nur weiblich kodiert, sondern auch gleichzeitig... Können wir Frauen auf dem Weg zum Sozialismus eine Absicherung geben? Fakt ist ja, dass die Frau in jedem System den Kürzungen gezogen hat. Wenn ich in jedem System beschissen worden wäre, würde ich auch misstrauisch... Was interessiert mich denn, ob du misstrauisch bist oder nicht? Hier geht es doch um die Richtigkeit einer Analyse des Gegenstands. Und nicht um irgendwelche beschissenen Gefühle.

01:04:51 Wenn wir da so ein Gefühlsdringen draus machen wollen, dann ist das ein ganz anderer Diskurs. Aber auf den habe ich keinen Bock. Ich will und kann nicht über Gefühle diskutieren. Das geht nicht. Wie soll ich denn über Gefühle diskutieren? Wie soll ich denn mit jemandem diskutieren, der mir sagt, nee, mein Gefühl sagt mir, ich kann dem nicht vertrauen. Ja gut, herzlichen Glückwunsch. Dann geht das halt nicht. Hier geht es doch um die Richtigkeit einer Theorie.

01:05:18 Und die These, die hier in den Raum geworfen wird, ist, dass der Marxismus eine theoretische Agenzung benötigt, und zwar eine feministische. Und ich sage, nein, das stimmt nicht. Es benötigt keinen feministischen Marxismus. Okay, jetzt mal Butter bei die Fische. Man kann nachweisen, dass der Kapitalismus das Allgemeine ist, das den Kampf der Frauen notwendig macht. Ja, das, ja, absolut.

01:05:56 entwertet und privatisiert wird. Also der marxistische Feminismus verdoppelt Marxismus nicht, sondern füllt eine Leerstelle aus, die bei ihm angelegt ist, aber nicht... Nein, nein, nein, nein. Du hast nur eine Leerstelle, wenn du es nicht gelesen hast. Also sorry, aber das ist ja... Du füllst damit keine Leerstelle. Du füllst damit keine Leerstelle.

01:06:31 Wo habe ich gesagt, dass es feministischer Marxismus als Erweiterung der Theorie braucht? Dann sag mir doch mal bitte, was du mit feministischem Marxismus meinst, wenn nicht eine Erweiterung der Theorie. Marxismus ist eine vollständige Theorie. Wenn du sagst, ich bin Marxist und das ist der Marxismus. Warum feministisch?

01:07:05 Ich habe bisher feministischen Marxismus eher so erlebt, dass es da um Verhaltensweisen und Ausschlüsse in linken Räumen geht. Es geht nicht um den theoretischen Diskurs, sondern um das Erlebte. Ja, dann lass doch die Theorie da raus. Ich habe die Theorie nie da reingebracht. Okay, find dich gleich. Was machst du, wenn du sagst, feministischer Marxismus? Fällt dir da irgendetwas ein auf das?

01:07:56 Man schließen könnte, dass du da irgendwie Theorie mit reingebracht hättest. Digga, das ist krass. Das ist wirklich verrückt, oder? Das muss ein Ragebait sein. Alhamdulillah. Die klammert halt die Theorie aus und legt den Schwerpunkt ihrer Kritik auf ihr Misstrauen gegenüber Individuen, die sich als Marxisten verstehen, aka Männer. Ja, ist auch Volke Norden und darf sie auch machen. Ist vollkommen cool. Aber das heißt nicht, dass der Marxismus nicht vollständig ist. Also, komplett fucking Butter bei die Fische. Selbst...

Notwendigkeit eines feministischen Marxismus?

01:08:53

01:08:53 will und kann ich niemanden absprechen. Misstrauen gegenüber Männern, Misstrauen gegenüber Männern in linken Gruppen, Misstrauen gegenüber männlichen Marxisten, alles cool. Alles fucking cool. Aber daraus ist noch lange nicht erwiesen, dass der Marxismus als Theorie unvollständig sei und eine feministische Ergänzung benötigt. Ist es nicht.

01:09:28 zu den Fragen, dass Feminismus durchbuchstabiert wird. Als kleine Anekdote, da hat doch wirklich jemand in den Kommentaren einen Vergleich gezogen, dass die Bedeutung des marxistischen Feminismus genauso tautologisch sei, wie sich als antikapitalistischen Marxisten zu bezeichnen. Und ja, tatsächlich wäre es nicht von Nöten herauszustellen, dass man ein antikapitalistischer Marxist ist. All genau das ja.

01:09:55 Der Kern ist. So aber nicht mit dem Feminismus. Doch. Der ist nicht Kernanalyse. Auch da sollte man einen Schritt weiter gehen und vielleicht... Der Reproduktionsapparat ist Teil einer vollständigen marxistischen Analyse.

01:10:11 ...differenzieren, wenn ich zum Beispiel sage, ich bin eine weibliche Frau, je nach Normvorstellung und davon ausgehe, es sei nicht notwendig, zur Definition der Weiblichkeit voranzustellen. Noch mal. ...differenzieren, wenn ich zum Beispiel sage, ich bin eine weibliche Frau, je nach Normvorstellung und davon ausgehe, es sei nicht notwendig, zur Definition der Weiblichkeit voranzustellen.

01:10:40 da die Frau in sich ja schon selbst weiblich sei. Nee, wirklich, bezeichne dich selbst, wie du willst. Es ist mir wirklich scheißegal. Es interessiert mich gar nicht. Bezeichne dich als weibliche Frau, als männliche Frau, als feministische Frau, als antifeministische Frau. Bezeichne dich auch meinetwegen als feministische Marxistin oder als marxistische Feministin. Das interessiert absolut niemanden.

01:11:08 Dissens bekommen wir ab dem Moment, wo du mir erklären möchtest, ohne gute Argumente, dass der Marxismus den Reproduktionsapparat und die Rolle der Frau innerhalb unserer kapitalistisch feinen Gesellschaft nicht ausreichend analytisch behandeln würde. Und das ist falsch.

01:11:26 Das ist falsch. Da kannst du dich hinstellen und sagen, okay, ich habe aber Marxismus, Marxisten in meinem Umfeld, die das nicht begriffen haben. Ist in Ordnung, klar. Falsch. Es gab historisch realsozialistische Bewegungen, die die Geschlechterverhältnisse nicht begriffen haben. Korrekt, geschenkt, alles in Ordnung. Es heißt aber nicht, dass der Marxismus als solches die Ergänzung feministisch benötigt.

01:11:52 um eine vollständig materialistische Erklärung zu geben. Das ist mein Dissens. Diese Logik erschüttert mich ein bisschen, but well, well, we should know better. Ich kann eine biologische Frau sein und zugleich nicht weiblich. Ich kann Marxist sein und zugleich nicht feministisch. Weshalb es von Bedeutung sein kann, Feminismus auch... Nein, das geht nicht. ...anzusprechen. Vielleicht wird jetzt zumindest ein bisschen klarer, warum Marxistisch...

01:12:34 feministische Autoren wie Silvia Federici oder Frigga Haug dabei so eine große Rolle spielen. Federici zeigt nämlich in Aufstand aus der Küche, dass Reproduktionsarbeit, die Kommens und Sorge nicht außerhalb des Kapitalismus liegen, sondern im Zentrum seiner gesellschaftlichen Funktionsweise und in Kalibaren und die Hexe geht sie sogar noch weiter und beschreibt die Entstehung des Kapitalismus als gewaltsame Reorganisation von Geschlechterverhältnissen bzw.

01:13:03 Körpern und reproduktiven Fähigkeiten. Die Hexenverfolgung scheint dort nicht als irrationales Anhängsel einer vormodernen Welt, sondern als Teil eines historischen Prozesses, in dem Frauenkörper diszipliniert, soziale Macht zerstört und Reproduktion neu geordnet wurde. Frieger Haug wiederum verschiebt das Problem mehr in das Theoretische, indem

01:13:30 Sie dann darauf besteht, dass Geschlechterverhältnisse nicht nur als kulturellen Überbau, sondern als Produktionsverhältnisse eigener Art zu begreifen. Diese Formel von Geschlechterverhältnisse sind Produktionsverhältnisse eigener Art.

Kritik an der Auflösung des Produktionsbegriffs

01:14:09

01:14:09 Das kann man aber auch nur denken, wenn man davon ausgeht, dass Marx als Produktionsverhältnis einfach sämtliche gesellschaftlichen Verhältnisse meint, in denen irgendetwas Lebensnotwendiges geschieht. Und das ist ja grundsätzlich verkehrt. Produktionsverhältnisse bestimmen gesellschaftliche Formen der Produktion. Eigentum.

01:14:33 Verfügung über Produktionsmittel, Trennung der Produzenten von denen, die die Arbeit leisten, Lohnarbeit ist da das beste Beispiel, Kapital, aber doch nicht Körper, also doch nicht Geschlecht.

01:14:54 Für den Fall, ich habe das nicht gelesen, aber für den Fall, dass es da steht, hätte ich eine Frage und zwar, was wird denn jetzt genau produziert und wer verfügt über die Produktionsbedingungen und inwiefern ist das irgendwo niedergeschrieben und wird mit einem Gewaltmonopol verteidigt? Also was ist die Form der Aneignung dahinter?

01:15:27 Sie will doch jetzt gerade den Kampf der Frau vom Kapitalismus trennen und weigert sich das als Einheit zu sehen. Ja, ja, ja, ja, ja, das ist ja dann genau die Extrawurst, wenn du sagst, okay, wir haben jetzt hier Geschlechterverhältnisse und diese Geschlechterverhältnisse sind ganz eigene Produktionsverhältnisse innerhalb des Kapitalismus, die jetzt vom Marxismus nicht definiert werden. Und ich kann sagen, warum sie im Marxismus so nicht definiert werden, weil es verkehrt ist.

01:15:52 Damit Geschlechterverhältnisse ein Produktionsverhältnis eigener Art sein könnten, müsste man ja bestimmen können, was wird produziert, wer verfügt über welche Produktionsbedingungen, wie hat man sich diese Form angeeignet, wo genau ist jetzt der Zwang, der jetzt in welcher herrschenden Klasse auch wie verhältnistechnisch niedergelegt wird. Und dann könnte man modern werden und sagen, okay, und

01:16:21 Über sämtliche Produktionsverhältnisse herrscht ja, also die Grundvoraussetzung dieser Produktionsverhältnisse ist ja das niedergeschriebene Gesetz des bürgerlichen Staates. Und wie werden diese Produktionsverhältnisse verteidigt? Naja, durch ein Gewaltenmonopol. Also wie passt das jetzt da zusammen? Alhamdulillah 72. Ja, der müsste unabhängig von Geld und Eigentum sein. Richtig. Das wollte ich damit sagen. Der muss unabhängig von Geld und Eigentum sein.

01:17:02 Produktionsverhältnisse ist wichtig, weil sie eine bestimmte marxistische Selbstverständlichkeit... Du willst den Produktionsverhältnissebegriff schärfen, machst ihn aber damit weicher, weil du ihn löst von den Kerneigenschaften, die ihn ausmachen, um ihn in einer Gesellschaft bestimmen zu können. Wir können Produktionsverhältnisse als Marxisten sehr klar bestimmen, indem wir uns anschauen...

01:17:25 Da liegt ein Zwang. Und wir können bestimmen, wo dieser Zwang ist. Gesellschaftlich oder tatsächlich in Eigentumsverhältnissen. Wir können sagen, was innerhalb dieser Produktionsverhältnisse produziert wird. Wir können sagen, wer über die Produktionsbedingungen verfügt. Und wir können sagen, in welcher Form die Anleitung stattgefunden hat.

01:17:42 Das können wir alles bestimmen. Und damit sind Produktionsverhältnisse ein in sich geschlossener, theoretischer Bereich unserer Bestimmung als Marxisten. Und wenn du sagst, ich will ihn schärfer machen, indem ich da jetzt irgendwelche Geschlechterrollen reinbaue, die jetzt aber grundsätzlich von Eigentum, Kapital und Geld als Tauschmittel jetzt mal weit hergeholt getrennt sind, dann mache ich den Begriff nicht schärfer, sondern ich mache ihn weicher.

01:18:08 Du kannst ja nicht einfach alles gesellschaftlich Notwendige in den Bereich der Produktion drängen und dann einen eigenen Begriff dafür finden. Das ist keine Ergänzung von Marx.

01:18:22 ...Aufbricht. Viele Marxisten sprechen über Produktionsverhältnissen nämlich so, als betreffen sie vor allem Eigentumsverfügungen über Produktionsmittel, Klassenlage und den unmittelbaren Produktionsprozess. Und das ist alles... Und das macht ihn bestimmbar. Das ist ja das Ding. Das macht ihn bestimmbar. Du könntest ja nicht einfach irgendwelche Begriffe für irgendetwas verwenden und dann denken, okay, aber jetzt in der Bestimmung wird es dann schwierig. ...Aber auch...

01:18:49 Hier stellt sich die Frage, wie eng dieser Begriff gefasst ist. Wenn gesellschaftliche Produktion... Ja, ein anthropologisches Aufziehen von Produktionsverhältnissen ist dann aber kein marxistisches Produktionsverhältnis. Du entfernst dich dann, wie du richtigerweise sagst, gänzlich vom Marxismus. Das kannst du auch gerne machen, das interessiert mich überhaupt nicht. So mach das von mir aus. Nimm den Begriff und mach damit dein völlig eigenes. Aber das hat nichts mehr mit Marxismus zu tun.

01:19:15 nicht nur die Produktion von Waren, sondern auch die Produktion und Reproduktion des Lebens meint, dann gehören Geschlechterverhältnisse notwendig dazu. Also so die klassischen Fragen von wer kocht, wer pflegt, wer versorgt, wer erzieht, wer organisiert, wer emotionale Restverwertung übernimmt, wer für verletzliche Körper zuständig gemacht wird.

Marxistische Gesellschaftsanalyse

01:19:38

01:19:38 All das ist nicht bloß kulturelle Begleitmusik, sondern Teil der Weise, wie eine Gesellschaft sich selbst reproduziert. Wie gesagt, deutsche Ideologie, einfach mal lesen, MEW 3, das haben Marx und Engels auch schon herausgefunden. Dass du das nicht in dieser Form im Kapital findest, ist vernünftig, kann man...

01:19:57 Man kann natürlich kritisieren, dass nicht alles in einem Buch steht, aber der Marxismus beruft sich ja nicht nur oder ausschließlich auf das Kapital. Das Kapital ist die Grundvoraussetzung, da wurden dann Beobachtungen gemacht und Verhältnisse analysiert und dann wurde versucht, das Ganze zu bestimmen. Aber zum gesellschaftlichen Beisammensein innerhalb einer kapitalistischen Grundordnung gehört ja auch mehr. Der gesamte Reproduktionsapparat ist auch niedergeschrieben, ist Teil.

Feministische Kritik am Marxismus

01:20:25

01:20:25 Daraus folgt auch, dass die Frauenfrage nicht erst dann beginnt, wenn Frauen weniger Lohn erhalten als Männer. Selbst wenn man sich einen Zustand vorstellt, in dem Männer und Frauen bei gleicher Tätigkeit exakt denselben Lohn bekämen, bleibt ja die Struktur bestehen, solange Reproduktionsarbeit weiter geschlechtlich verteilt. Moment, halt, stopp, halt, stopp, halt, stopp. Was hat das jetzt mit Marxismus zu tun, wenn Männer und Frauen den gleichen Lohn bekommen?

01:20:52 Was? Wo? Wo? Wo? Ich habe das falsch verstanden? Also, bleibt in dem Halten als Männer, selbst wenn man sich einen Zustand vorstellt, in dem Männer und Frauen bei gleicher Tätigkeit exakt denselben Lohn bekämen. Gut, okay. Was hat das mit Marxismus zu tun? Marxisten fordern nicht, dass Männer und Frauen bei gleicher Tätigkeit den gleichen Lohn bekommen.

01:21:21 bleibt ja die Struktur bestehen, solange Reproduktionsarbeit weiter geschlechtlich verteilt ist. Ja, weil bei Lohnauszahlungen nicht nur der Reproduktionsapparat für die kapitalistische Mehrwertschöpfung bleibt, sondern eben auch der gesamte Lohnarbeitsapparat.

01:21:38 Also, dann gibt es vielleicht gleiche Löhne, aber ungleiche Zeiten, ungleiche Erschöpfung, ungleiche Zuständigkeiten, ungleiche Verfügbarkeit und deshalb kann die Frauenfrage bzw. die feministische Analyse nicht alleine in Erwerbsgleichheit aufgehen. Im Marxismus geht es nicht um Erwerbsgleichheit. Ich habe noch nie irgendwo irgendetwas über Erwerbsgleichheit gelesen. Also wirklich noch nie.

01:22:06 Hilft mir mal, hat irgendeiner mal eine marxistische Theorie gelesen, wo es um Erwerbsgleichheit ging? Das ist ein anschauliches Beispiel, dafür nehmen wir mal den Begriff. Ich meine, dass wir sowas wie eine feministische Sozialdemokratie bräuchten. Da bin ich vollständig dabei. Wenn ihr euch Sozialdemokraten nennt, dann bitte packt das feministisch davor. Aber ihr habt ja dann ohnehin nichts begriffen.

01:22:35 Mental Load oder mentale Last. Lohn als kritischer Begriff ist nun weg und damit auch die gesamte Bestimmung von Lohn. Damit ist jetzt nicht einfach gemeint, dass Menschen gestresst sind. Gemeint ist eine ständige, unsichtbare Organisationsarbeit, die dafür sorgt, dass ein Haushalt, eine Familie oder ein sonstiges Sorgeverhältnis überhaupt funktioniert. Und warum sag ich das? Na, weil sie die alltägliche Ordnung dessen gewährleistet.

01:23:03 was dann in der offiziellen Ökonomie als selbstverständlich funktionierende Lebensmittel ist. Ich glaube, dass der Fehler daran ist, dass sie einfach nicht weiß, dass der gesamte Reproduktionsapparat einer kapitalistischen Gesellschaft durchaus theoretisch-marxistisch definiert ist und ständig kritisiert wird.

01:23:27 ... die Lebenswelt vorausgesetzt wird. Also können wir feststellen, dass Verteilungskämpfe nie bloß um Geld gehen. Sie sind immer auch macht... ... marxistische Marxisten führen keine Verteilungskämpfe um Geld. ... kämpfe um gesellschaftliche Standpunkte und Zuständigkeiten von Rollen. Wer nicht zuständig sein muss, ist freier. Wer für andere planen und sorgen darf oder muss, befindet sich...

01:23:53 zumindest in einer anderen gesellschaftlichen Lage als jemand, dessen Zeit stärker als

01:23:58 Also, das auch nochmal, um es nochmal klar zu machen.

Maoismus und Produktivkräfte

01:24:23

01:24:23 Maoisten sprechen von Nebenwidersprüchen und Hauptwidersprüchen aufgrund einer ideologischen Notwendigkeit des antiimperialistischen Kampfes gegen Japan. Die brauchten irgendein theoretisches Fundament, um klarzumachen, warum jetzt derzeit erstmal keine Eigentumsverhältnisse aufgehoben werden können, sondern die ganzen feinen Gelder und Ressourcen der nationalen Bourgeoisie benötigt werden, um gegen Japan zu kämpfen. Deswegen hat man gesagt Hauptwiderspruch und Nebenwidersprüche.

01:24:53 Das ist, wenn Marxisten von Haupt- und Nebenwidersprüchen sprechen. Da spricht man über eine Eigenart des frühen Maoismus und das kann man dann tatsächlich unendlich weiter spinnen und das wird auch unendlich weitergesponnen. In ganz, ganz vielen Schriften und Gedankenzügen von realsozialistischen Bewegungen etc. pp. überall auf diesem Planeten. Hat aber erstmal nichts mit orthodoxem Marxismus zu tun. Orthodoxer Marxismus spricht nicht von Haupt- und Nebenwidersprüchen.

01:25:20 Noch eine andere Annahme, nämlich die Vorstellung, die Entwicklung der Produktivkräfte werde solche Probleme früher oder später objektiv lösen. Das ist die bekannte Schulversion der marxistischen Geschichtsphilosophie. Die Produktivkräfte entwickeln sich, die alten Produktionsverhältnisse werden zur Fessel, irgendwann kommt der Bruch, eine neue Gesellschaftsform entsteht. Diese Erzählung klingt...

Kritik am Manifest der Kommunistischen Partei

01:25:46

01:25:46 Voll erstrebenswert, blendet aber gerade den Bereich aus, in dem gesellschaftlich entschieden wird, wie technische Möglichkeiten in reale soziale Verhältnisse übersetzt werden. Ja, wenn man das Manifest der kommunistischen Partei als einzige und alleinstehende Grundlage seines Marxismus nimmt, dann stimmt das. Dann bist du aber auch kein Marxist. Dann hast du eine aufpeitschende Auftragsarbeit gelesen.

01:26:16 Für die Frauenfrage wäre das unzureichend. Nehmen wir die Waschmaschine, das klassische Beispiel. Natürlich bedeutet ihre Einführung eine... Ich denke, das ist auch wirklich der dümmste Rotz, den Marx hier geschrieben hat. Ganz ehrlich, das Manifest hat drei, vier echt heftig, heftig sitzende Punchlines, aber...

01:26:37 Ich würde jetzt auch nicht Legacy von Kollegah als ideologisch-theoretisches Fundament meines Denkens nehmen. Versteht ihr? Kann man sich darauf einigen, das hat geile Punchlines, aber darüber hinaus, weiß ich nicht, Digi. Manifest ist ein Banger, ja, genau, das Manifest ist ein Banger, das kann man so sagen.

01:27:02 Also körperliche Arbeit reduziert Zeitaufwand und verändert die materielle Basis der Hausarbeit. Aber daraus folgt nicht automatisch. Man liest das Manifest doch nur für die Punchlines, oder? Grundsätzlich, ich weiß nicht, ob es belesende Marxisten gibt, die das Manifest...

01:27:23 überhaupt empfehlen. Ich kenne eigentlich nur Menschen, die es in Gänze kritisieren. Da gibt es ein paar sehr gute Ausarbeitungen, nicht nur vom GS, sondern auch von 99 zu 1 in Videoform, dass man sich reinziehen kann, weil das Manifest eben tatsächlich totarsch ist. Also das darf man nicht vergessen. Das ist eine Auftragsarbeit gewesen, die jetzt keine theoretisch-ideologische Tiefe hat, sondern eher zwei, drei Punchlines setzen sollte, die dann ...

01:27:49 potenziell propagandistisch genutzt werden können. Und der Grund, warum es immer noch eine so enorme Aufmerksamkeit genießt und immer noch diesen Status als das kommunistische Schriftstück überhaupt ist, weil, und das ist jetzt einfach eine Unterstellung, also ich unterstelle das jetzt einfach, ganz, ganz viele eben auch keinen Bock haben, viel zu lesen und deswegen sagen, lies das Manifest.

01:28:17 Arbeiter aller Länder, vereinigt euch, mehr brauchst du nicht. Das ist so dieser Mythos, zeig einem Lohnarbeiter eine rote Fahne und er will zum Revolutzer. Das Manifest existiert nur, damit Liptats Schattenboxen betreiben können gegen Scheinpunkte.

01:28:46 Jemand muss die Wäsche weiterhin sehen, einsammeln, sortieren, waschen, aufhängen, zusammenlegen und wegräumen. Und vor allem bleibt häufig dieselbe Person dafür verantwortlich. Die Produktivkraft ist also zwar gestiegen, aber das soziale Verhältnis, in dem die Arbeit verteilt ist, muss sich deshalb noch lange nicht verändert haben. Und dasselbe gilt für Kita. Was ist mit Lohnpreis Profit?

Reproduktionsarbeit im Kapitalismus

01:29:13

01:29:13 Macht folgendes bei Dingen von Marx. Schaut euch an, wann der Mann geboren worden ist und dann schaut euch an, wann er gestorben ist. Alles, was in Richtung Sterbealter ging, Banger. Alles, was ganz, ganz früh kam, wurde irgendwann später nochmal weiter ausgearbeitet.

01:29:38 für Ganztagsschulen oder Homeoffice. Jeder dieser Entwicklungen kann reale Entlastung bringen. Gleichzeitig lässt... Update mal die Buchliste. Ey, Levi, alter, ich könnte die Buchliste derzeit gar nicht aktualisieren. Es ging gar nicht. Ich würde mittlerweile...

01:29:59 auf Individualfragen differenzierter antworten, weil ich glaube, es gibt keine Liste, die man jemandem geben kann, nach dem Motto, lies das und du wirst glücklich. Ich glaube, das ist so individuell abhängig, wo eine Person gerade steht, was ihn interessiert, in welche Bereiche er zunächst reinschalten muss, um andere zu begreifen. Das ist, I don't fucking know. Am Ende des Tages geht das Kapital immer.

01:30:27 Das ist mein Ding. Das Kapital geht immer. Kannst du nochmal kurz zusammenfassen, was deine Kritik bisher war? Es waren jetzt 60 Minuten, in denen ich mir den Mund fusselig geredet habe. Ich versuche mal, meine Kritik bis hierhin zusammenzufassen. Du bist das, ne? Solidarisch. Ich meine das wirklich solidarisch. Ich mag dich gerne.

01:31:04 Du kritisierst Marxisten und nicht den Marxismus. Und wenn du dich hinstellst und sagst, der Marxismus benötigt eine feministische, theoretische Ergänzung, dann musst du belegen, wo denn diese Lücken sind.

01:31:23 Du musst sagen, der Marxismus, dann beruf dich auf Marx, auf Engels oder auf alle, die dann jemals irgendwas geschrieben haben, hat den gesamten Reproduktionsapparat und die Aufgabe der Geschlechter in einer kapitalistischen Ordnung nicht vollständig analysiert. Wenn du das behauptest und dann sagst, deswegen brauchen wir feministische Literatur, die den Marxismus ergänzt,

01:31:49 dann musst du diese These tatsächlich erstmal belegen. Und die halte ich für grundlegend verkehrt. Weil der gesamte Reproduktionsapparat im Marxismus vollständig als Gegenstand analysiert und von vielen, vielen anderen kritisiert worden ist. Die Ergänzung feministischer Marxismus ergibt in der Theorie keinen Sinn, in meinen Augen. Es ist keine Notwendigkeit.

01:32:17 Wenn du sagst, ich als Frau vertraue Männern nicht, ist geschenkt, mach was du willst. Die Richtigkeit einer Theorie, die Vollständigkeit der Analyse eines Gegenstands, bemisst sich nicht danach, ob du als Betroffene von was auch immer jetzt einer anderen Person vertraust oder nicht. Das spielt für die Vollständigkeit der Analyse des Gegenstandes keine Rolle. Du tust aber so, als wäre das der Fall. Und aufgrund dieses Gefühls, dass du glaubst, okay,

01:32:45 Alte Realsozialisten haben die Geschlechterrolle nicht vollständig begriffen und verstanden und gesellschaftlich umgesetzt. Geschenkt, alles klar. Derzeitige linke Macker sind nicht feministisch auch geschenkt und nennen sich Marxist auch geschenkt. Das ändert aber nichts an der vollständigen Analyse des Gegenstandes des Marxismus. Und genau deswegen benötigt der Marxismus kein neues Adjektiv. Braucht er nicht. Benötigt er nicht. Ob du das brauchst oder nicht.

01:33:12 Ist mir scheißegal. Nenn dich von mir aus marxistische Feministin oder feministische Marxistin oder weibliche Frau oder sonst irgendwas interessiert fucking niemanden. Hier geht es um die Vollständigkeit der Analyse eines Gegenstandes und die macht der Marxismus inklusive aller reproduktionsapparatlichen Ergänzungen.

01:33:38 Wie sieht's denn der politische Ebene aus? Würdest du da Differenz machen? Ich verstehe die Frage nicht. Das musst du nochmal für einen Trottel neu stellen. Nagelt es euch im Kopf, jedes Adjektiv und alles, was meint, eine Addition zu sein, ist eine Revision. Richtig. Die Methode ist vollständig, gibt nur falsche und richtige Anwendungen. Auch richtig, würde ich auch zustimmen.

01:34:55 Meinst du damit, ob es Frauenfeinde in linken Bewegungen gibt oder wie? Meint das wahrscheinlich parteipolitisch? Nein, die Linke ist keine marxistische Partei. Ich bin kein Parteipolitiker oder Fan von Parteipolitik. Ich bin auch kein Kaderpolitiker. Welche Ergänzungen ihr euren parlamentarisch-pluralistischen Parteien geben wollt, ist mir scheißegal. Und wenn die sich marxistisch nennen, dann sollen die das auch gerne machen, sie sind es aber nicht.

Marxistische Feminismus-Diskussion

01:35:49

01:35:49 Entlastung nicht automatisch Befreiung heißt. Der Kitaplatz muss trotzdem organisiert werden, die Tasche muss trotzdem gepackt werden, das Kind muss bei Krankheit trotzdem betreut werden und Homeoffice spart vielleicht die Fahrzeit, kann aber genauso auch dazu führen, dass Erwerbsarbeit und Sorgearbeit räumlich und zeitlich noch stärker ineinander fließen. Also auch hier gilt wieder,

01:36:13 Mir wäre es jetzt auch nicht bekannt, dass es orthodoxe Marxisten gibt, die für Homeoffice werben. Wie sieht das auf der politischen Ebene aus? Du meintest, in der Theorie würdest du keine Ergänzung an Sinnvoller achten. Wenn wir aber politisch outcallen, nee, auch da, also Theorie ist Politik. Also natürlich, natürlich ist der Marxismus auch politisch.

01:36:39 Würdest du es aber politisch outcallen und das Ziel ist zu vereinen, ich meine nicht homogen, eher auf einer strategischen Ebene eine Tür für Fitness aufzuhalten? Okay, ich glaube, ich habe verstanden, was du meinst. Ich glaube, wir haben da ein Verständigungsproblem. Wenn ich sage, der Marxismus braucht keine feministische Ergänzung, dann meine ich, ach, Flintas, Entschuldigung, Flintas, nicht Fitness.

01:37:13 Pass auf, wenn ich sage, der Marxismus braucht keine feministische Ergänzung, dann sage ich damit nicht, dass Linke da draußen alles Feministen sind. Das sage ich damit nicht. Ich sage damit nur, dass der Marxismus...

01:37:30 Den Gegenstand vollständig analysiert, inklusive des gesamten Reproduktionsapparates, inklusive der Ungleichbehandlung von Geschlechtern innerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft. Das ist bereits getan. Der Marxismus behandelt den Gegenstand vollständig.

01:37:50 Wenn du sagst, das tut er nicht und er benötigt den Zusatz feministisch, dann musst du das nachvollziehbar für mich belegen. Wenn du das tust, nenne ich mich ab morgen feministischer Marxist.

01:38:09 Silvia Federici hat die notwendige feministische Ergänzung geleistet und Marx und Engels wichtig erweitert. Nee, sie hat den Produktionsapparat als Begriff verwässert. So, Federici hat den Marxismus genommen und hat ihn statt ihn zu schärfen verwässert. Aber auch an dich. Grundsätzlich bin ich ja auch da offen. Ich bin da ja offen.

01:38:42 Roman, jetzt hast du sie herausgefordert. Oh Gott, Alter, jetzt hört doch mal bitte auf da aus allem möglichen Scheiß irgend so ein... Ich hasse das, ich hasse das, das ist doch keine Herausforderung. Ich bin doch nicht der ultimative Marxist oder der Marxismus selbst. Du kannst niemanden herausfordern, wenn er sagt, der Marxismus benötigt eine feministisch-theoretische Ergänzung. Das ist doch keine Herausforderung. Da kannst du dich auch hinstellen und kannst irgendwie versuchen, Pi vollständig zu bestimmen. Du wirst kein Ergebnis bekommen.

01:39:11 Das ist nun mal so.

01:39:14 Zur Frage von Frederici, wenn du sagst, dass es eine sinnvolle Ergänzung ist, also dass die Ergänzung, dass Geschlechterverhältnisse ein Produktionsverhältnis eigener Art wären und du nennst das eine sinnvolle Ergänzung oder eine Schärfung oder ein vollständig feministischer Materialismus, dann beantworte mir mal folgende Frage, weil Produktionsverhältnis marxistisch definiert ist. Wo werden Geschlechterverhältnisse,

01:39:45 Also folgende Fragen über Geschlechterverhältnisse. Was wird produziert? Wer verfügt über die Produktionsbedingungen der Geschlechterverhältnisse? Was ist die Form der Aneignung? Also was sorgt dafür, dass diese Produktionsverhältnisse der Geschlechterverhältnisse da bleiben, wo sie sind? Und wer ist die herrschende Klasse dieses Verhältnisses? Das muss ja dann der Mann sein.

01:40:20 Und das musst du mir bitte wirklich mal belegen. Die klassische Antwort von Frederici-Fans darauf ist übrigens immer, ja, aber Frauen leisten ja Kehrarbeit. Die leisten Kehrarbeit.

01:40:48 Die Männer profitieren davon, Stichwort herrschende Klasse, die Männer produzieren dann von dieser kostenlosen Care-Arbeit und Gesellschaft als solches reproduziert sich nun mal aufgrund der Frau. Dann ist das richtig, dann ist das aber auch schon von Marx und Engels bedacht worden und es ist dann einfach nur eine gesellschaftliche Reproduktionsordnung.

01:41:20 Es geht um die Analyse der Entstehungsbedingungen in vorkapitalistischen Zeiten. Ich gebe dir recht bezüglich der gegenwärtigen Produktionsverhältnisse. Gut, wenn es aber um Entstehungsbedingungen in vorkapitalistischen Zeiten geht, wieso sprechen wir dann von neuen Produktionsverhältnissen ihrer Art von Geschlechterrollen und nennen es Marxismus? Das ist ja keine Ergänzung zum Marxismus dann.

01:41:43 Wir können uns ja nicht einfach ausdenken, dass Geschlechterverhältnisse jetzt ein Produktionsverhältnis sind und sagen dann, dass wir mit dieser Bestimmung den Marxismus ergänzen. Das tun wir nicht. Wir verwässern ihn. Das Patriarchat ist die herrschende Klasse. Okay, jetzt wird's albern.

Technische Entwicklungen und Machtverhältnisse

01:42:08

01:42:08 Also A führt direkt nach B, sondern ein Feld von gesellschaftlichen Kämpfen und Aushandlungen und leider auch Privilegienverteidigung. Was wir hier sehen können, ist, dass gesellschaftliche Möglichkeiten nicht einfach per se emanzipativ wirken, sondern immer in bestehenden Machtverhältnissen übersetzt werden.

01:42:30 Technische Erleichterung kann also eine andere Form von Überlastung hervorbringen, wenn die Zuständigkeit gleich bleibt und auch die öffentliche Infrastruktur kann eine begrenzte Vergesellschaft... Jetzt sind wir aber ganz weit weg vom eigentlichen Thema des Marxismus, oder?

01:42:55 ... von Sorge bedeuten und gleichzeitig sich auf alten Geschlechternormen ausruhen. Produktivkraftentwicklung stellt nur Möglichkeiten bereit, mehr nicht. Ob diese Möglichkeiten in neue Freiheit, neue Umverteilung oder bloß in eine modernisierte Form der Herrschaft übersetzt werden, ist eine politische Frage. Jetzt aber erstmal ein paar Gedanken zur Forderung nach Vergesellschaftung von Reproduktionsarbeit. Bitte nicht!

01:43:27 Bitte nicht. Also keine Ahnung, wer von einer Gesell... also wer... wer spricht denn von einer Vergesellschaftung des Reproduktionsapparates?

01:43:57 Wenn du sagst, ich wünsche mir eine Vergesellschaftung der Reproduktionsarbeit, Arbeit, dann okay, dann sprechen wir über Schulen, über Bildungseinrichtungen, dann sprechen wir über Kindertagesbetreuung und so, die dann natürlich in einer kommunistischen Gesellschaft nochmal in einem ganz anderen Ausmaß von Nöten wäre, dann klar, aber der Reproduktionsapparat, der soll doch nicht vergesellschaftet werden.

01:44:23 Welcher Marxist spricht denn davon, Frauenkörper zu vergesellschaften und männliches Spermium der Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Vor allem ist die Annahme ja, dass dann ohne diese Weisung, also ohne jemanden, der mit einem beschissenen Klemmbrett vor dir steht, der Mensch als Lebewesen sich nicht mehr fortpflanzen würde.

01:44:48 Sorge und so weiter nicht länger als Privatschicksal einzelner Familien und vor allem einzelner Menschen behandelt werden, sondern als gemeinsame Aufgabe, die kollektiv, institutionell und öffentlich organisiert sein muss. Dabei kann man auf jeden Fall auch sagen, dass Marx hier die Reproduktion der Arbeitskraft und die Reproduktion des Kapitalverhältnisses anlegt und Engels sogar skizziert.

01:45:15 eine sozialistische Gesellschaft, die Hausarbeit und Kindererziehung in der Gesellschaften müsste. Aber diese explizite politische Forderung, also Reproduktionsarbeit als eigenständigen Bereich konsequent zu vergesellschaften und sie als Kernfrage feministischer Klassenpolitik zu behandeln, ist eine marxistisch-feministische Weiterführung und keine bloße Wiederholung dessen, was bei Marx schon fertig vorliegt. Ich höre das nochmal.

01:45:44 Ich will den Gedanken mal ernst nehmen.

01:45:48 sondern als gemeinsame Aufgabe, die kollektiv, institutionell und öffentlich organisiert sein muss. Das ist jetzt Kinderbetreuung beispielsweise. Da sprechen wir jetzt nicht über Reproduktion und nicht über den Reproduktionsapparat, sondern wir sprechen über Reproduktionsarbeit. Also Kinderbetreuung, Kindertagesbetreuung, Schulen, Bildungseinrichtungen etc. pp. Alles was den Heranwachsenden

01:46:16 Gesellschaftsteilnehmer zu einem vollständig erwachsenen Gesellschaftsteilnehmer macht. Oder klassisch im derzeitigen System gesprochen, alles was das Kind zum Lohnarbeiter macht.

01:46:27 Okay, check. Dabei kann man auf jeden Fall auch sagen, dass Marx hier die Reproduktion der Arbeitskraft und die Reproduktion des Kapitalverhältnisses anlegt und Engels sogar skizziert eine sozialistische Gesellschaft, die Hausarbeit und Kindererziehung in der Gesellschaften müsste. Aber diese explizit...

01:46:53 Die politische Forderung, also Reproduktionsarbeit als eigenständigen Bereich konsequent zu vergesellschaften und sie als Kernfrage feministischer Klassen... Nein, nein, nein. Okay, Gedanke ernst genommen, folgende Frage. Frage an die feministischen Marxistinnen. Welchen Zweck erfüllt denn Reproduktionsarbeit im Kapitalismus? Und welchen Zweck erfüllt Reproduktionsarbeit eben nicht im Kapitalismus?

01:47:22 Und welchen Zweck sollte Reproduktionsarbeit innerhalb einer vernünftigen Gesellschaft haben? Politik zu behandeln ist eine marxistisch-feministische Weiterführung und keine bloße Wiederholung der... Aber du würdest doch nicht sagen, dass die Benachteiligung von Frauen zu 100% aus den kapitalistischen Verhältnissen erklärt werden kann, oder? Doch. Ja, doch.

01:48:08 Also im materialistischen Sinne wäre doch mit Einführung des Kommunismus nicht automatisch die Benachteiligung von Frauen abgeschafft. Wie sollen denn Frauen im Kommunismus benachteiligt werden? Also einfach als Gegenfrage. Wo siehst du denn da die Lücke? Wenn du da irgendwo eine Lücke siehst, dann musst du ja automatisch davon ausgehen, dass der Mann als solches irgendwie aus seiner Natur heraus die Frau unterdrücken würde.

01:48:50 Unterdrückung hat ja immer einen Zweck. Du brauchst ja irgendein Verhältnis, das Unterdrückung überhaupt erst möglich macht. Mit irgendetwas muss man ja denjenigen, der unterdrückt wird, auch unterdrücken können. Da braucht es ja irgendein Verhältnis für. Welches Verhältnis wäre das denn im Kommunismus? Wie entsteht Gender Pay Gap? Gute Frage.

01:49:46 ... was bei Marx schon fertig vorliegt. Und wer diese Frage als nachgeordnet betrachtet mag oder kann nicht, so ganz verstehen, wie zentral die Organisation von Reproduktionen für jede Gesellschaft ist. Oder, ich nenne das Namen mal beim Kind,

01:50:03 Ohne es weiter auszuführen, ist vielleicht ein Cis-Mann, der noch Klärungsbedarf hat oder einfach andere Interessen verfolgt, von Reproduktionen für jede Gesellschaft ist. Oder, ich nenne das Namen mal beim Kind,

Klassenbegriff und feministische Kritik

01:50:19

01:50:19 Ohne es weiter auszuführen, ist vielleicht ein CIS-Mann, der noch Klärungsbedarf hat oder einfach andere Interessen verfolgt. Fragt euch das auch gerne einmal selbst. Okay, dann jetzt meine Frage. In einer Gesellschaft nach Marx, in der die kapitalistischen Widersprüche aufgehoben sind, welche Interessen hat denn dann ein CIS-Mann?

01:50:51 um sich dann mit welchem Verhältnis in welcher Form unterdrückerisch gegenüber Frauen zu stellen.

01:51:01 Einfach mal weiter und schauen, warum die historische Trennung von der Frauenbewegung und der Arbeiterbewegung nicht unbedingt reine... Ich denke, das Problem ist eher, ob sich das durch Eigentumsverhältnisse aufgebaute Patriarchat und seine Auswirkungen durch die Umstellung der Produktion von alleine auflösen wird. Macht über andere fühlt sich für manche halt gut an. Okay, dann dröseln wir das jetzt mal auf.

01:51:36 Du schreibst selber, dass das Patriarchat sich durch Eigentumsverhältnisse aufgebaut hat und sich auch am Leben hält. Wenn diese Eigentumsverhältnisse, also diese Hierarchie durch Eigentum aufgehoben ist, mit was will man sich denn dann über die Frau stellen als Mann? Oder noch anders ausgedrückt, wie willst du eine patriarchale Ordnung ohne die dazugehörig notwendigen Eigentumstitel halten?

01:52:04 Und auch das ist etwas, das Engels und Marx ja niedergeschrieben haben. Mit Gewalt. Ja, okay, mit Gewalt. Da ist wieder die Annahme, dass der Mann einfach von Natur aus gerne Frauen schlägt. Dagegen kann ich nicht argumentieren. Wenn du davon ausgehst, dann ist das nun mal so. Kann ich dir nicht helfen. Wenn du davon ausgehst, dass Gewalt in der privaten bürgerlichen Familie eine Natürlichkeit ist, dann ist das nun mal so. Kann ich dir nicht helfen.

01:52:50 Das ist ja genau das, was Federici eingeordnet hat, bevor es kapitalistische Produktionsweise gab, richtig. Die Produktionsweise als solches war nicht kapitalistisch, sondern feudal oder anderweitig. Aber eine Kerneigenschaft einer Gesellschaft gab es auch damals, und zwar Eigentumstitel und Unterschiede, die genau so eine Hierarchie überhaupt erst ermöglicht haben.

01:53:13 Nee, nicht von Natur aus, aber es hat sich halt festgesetzt. Es muss halt aufgelöst werden. Die Frage ist, wie und ob das nur mit der Umstellung der Produktionsweise geht. Okay, okay. Und was ist dann deine Lösung, dass Cis-Heten sich reflektieren sollen oder was? Ist das dann deine notwendig theoretische Ergänzung, die im Marxismus fehlt?

01:53:34 Also gut, wir wissen, dass die patriarchalkapitalistische Gesellschaftsordnung Machtverhältnisse ins Private umlagert, weil nur dort Macht ausgeübt werden kann und dass der Herrschaftsanspruch des Mannes aufgrund der Eigentumstitel auch im Privaten über die Frau erhoben wird. Das nennt sich dann Unterdrückung der Frau in einer patriarchalkapitalistischen Gesellschaft. Und indem wir die Eigentumsverhältnisse auflösen, ist damit aber noch nichts getan, denn wir müssen jetzt auch noch dafür sorgen, dass, und jetzt kommt die theoretische Ergänzung, weiße Cis-Häten sich reflektieren.

01:54:04 Diese Ergänzung kannst du literally mit jeder materiell unterdrückten Minderheit auf diesem Planeten anführen. Und damit öffnest du Tür und Tor eben nicht nur für feministischen Marxismus, sondern auch für antirassistischen Marxismus, für, ähm, für, keine Ahnung, für, für, für alles, wirklich, für fucking alles.

01:54:30 Der Marxismus begründet, dass die patriarchale Unterdrückung der Frau innerhalb dieser feinen Gesellschaft auf die Produktions- und Eigentumsverhältnisse zurückzuführen ist. Sie ist erklärbar. Und deswegen folgt dann die Erkenntnis, dass durch Auflösung dieser Widersprüche auch eine Auflösung, wer nennt es dann meinetwegen Hierarchie, geschieht.

01:55:05 Wenn du sagst, das reicht nicht aus, dann braucht man dafür eine Erklärung. Und die kann nicht aus dem Bauch kommen oder aus dem Misstrauen oder aus dem, naja, im Kapitalismus ist das nun mal so. Was ist mit moralischem Druck nach dem Motto, Männer sagen Frauen, du als Frau musst Kinder bekommen und das gesunde Aufwachsen gewähren, Urvertrauen anerziehen, weil das nur Frauen können?

01:55:36 Das wäre zumindest von Eigentumsverhältnissen unabhängig. Ich habe gar keinen Plan, Sorry, Frage, nur interessiert. Okay, never mind, dann muss ich da auch nicht so drauf eingehen. Meine kleine Sache. Wenn ihr versteht, soziale Verhältnisse leiten sich aus den Produktionsverhältnissen ab, solltet ihr vielleicht auch nicht maßlos überschätzen und Behauptungen stellen, welche Maßnahmen notwendig sind, bevor die Umwälzung überhaupt stattfand. Ihr habt nämlich überhaupt keine Belege darüber, wie nach Umwälzung die Verhältnisse sich entwickeln.

01:56:14 analytische Erklärung für Verhältnisse. Im simpelsten erklärt durch Widersprüche einer kapitalistisch-patriarchalen Gesellschaft oder patriarchalkapitalistischen Gesellschaft. Die Auflösung dieser Widersprüche muss dann auch zu einer Auflösung dieser Machtverhältnisse in der privaten bürgerlichen Familie führen. Wenn ihr jetzt sagt, dem glaube ich nicht, weil ich Männern nicht vertraue, dann könnt ihr das gerne machen.

01:56:45 Das ist dann aber kein Grund, um den Marxismus als unvollständig zu bezeichnen. Weil Bauchgefühl bestätigt und belegt oder beweist keine Unvollständigkeit.

01:57:03 Missverständnisgeschichte ist. Sozialistische Arbeiterbewegungen waren oft um den männlichen Industriearbeiter herum organisiert. Das bedeutet vor allem in Betrieben, in Gewerkschaften, in Parteien und in der öffentlichen Politik. Und, guess what, Themen wie zur Schwangerschaft, zur Hausarbeit, zu Care, häusliche Gewalt, Sexualmoral, Kinderbetreuung und Reproduktion passten nicht so richtig in dieses Raster, weil sie als

01:57:32 private Angelegenheit oder als spätere Folgefrage abgetan wurde. Korrekt. Und deshalb mussten Frauenbewegungen sich häufig eigens formieren. Korrekt. Nicht weil... Korrekt. Alles korrekt. Ist alles korrekt. Das ist alles korrekt. Sagt aber nichts über die Vollständigkeit oder Unvollständigkeit des Marxismus aus.

01:57:55 ein Partikularinteresse, also in dem Fall die Interessen der Frau gegen das Allgemeine gesetzt werden sollte, sondern weil diese angeblich allgemeine viele Erfahrungen und Interesse von anderen Gruppen, in dem Fall, wie gesagt, der Frau, gar nicht berücksichtigt wurde. Vielleicht ist das... Jetzt aber mal meine Frage. Mit dieser Herleitung, wenn das deine Herleitung ist, um zu belegen,

01:58:24 dass der Marxismus als Begriff nicht vollständig ist und den Zusatz Feminismus benötigt oder feministisch benötigt. Warum gilt das dann nicht für Rassismus oder für irgendeinen anderen Ismus, Ableismus? Warum gilt das dann nicht dafür? Wenn du alle gesellschaftlich reproduzierten Diskriminierungen aufgrund der Eigentumsverhältnisse innerhalb des Kapitalismus als

01:58:54 das existiert derzeit und deswegen bin ich misstrauisch, dass das dann auch im Sozialismus oder Kommunismus aufgelöst wird, nur weil die Widersprüche sich aufgehoben haben, dann müsstest du doch konsequenterweise jede Bewegung sozialer Gerechtigkeit als Adjektiv vor den Marxismus packen. Oder wo ist jetzt mein Denkfehler?

01:59:59 Nee, nee, Frauen werden aufgrund der Verwertung bei der Reproduktion der Arbeitskraft besonders diskriminiert oder so. Dann schau dir mal bitte Migranten an, Alter. Oder Menschen mit Behinderung. I got some bad news for you. Das war ein sogenannter Jokus. Bin ich schon.

02:00:24 Ich habe das abgeleitet und habe ein hoffentlich dazu gedacht. Auch ein Grund dafür, warum in linken Debatten so ein bestimmter Ton aufkommt, sobald materialistisch-feministische Positionen die Organisation des Alltags zum politischen Gegenstand machen. Das heißt dann... Warum hängst du dich die ganze Zeit auf ein Bauchgefühl auf? Weil keine Theorie geliefert wurde? Also das beruht ja alles auf dem Bauchgefühl.

02:00:51 Ich habe noch nichts gehört, dass in irgendeiner Form eine konkret notwendige analytische Ergänzung zum Marxismus liefert. Und deswegen leite ich ab, dass das so ein Bauchgefühl ist. Dann hast du nicht zugehört. Ich glaube, zugehört zu haben. Welche konkrete theoretische Ergänzung habe ich denn überhört? Hast du marxistisch-feministische Theorie gelesen? Der Einfachheit halber sage ich jetzt nein. Und deswegen habe ich ja gefragt, was dann die notwendige Ergänzung ist.

02:02:00 Aber egal, was ich hier antworte, ich habe wahrscheinlich nicht zu viel davon gelesen. Also man hat nie ausreichend gelesen, bis man alles davon gelesen hat. Ich habe nicht alles davon gelesen. Ich habe Federici gelesen und Federici ist eine Verwässerung des Marxismus. Also Federici nimmt einfach marxistische Begriffe, packt dann eine ganze Schippe bürgerliche Moral obendrauf und verwässert das.

02:02:35 Und eine dieser Verwässerungen, die auch von dir angesprochen worden sind, habe ich ja auch hier ausführlich dargestellt. Also Geschlechterverhältnisse als Produktionsverhältnis. Produktionsverhältnis ist ein klar definierter Begriff mit gesellschaftlicher Aufgabe. Und wenn du diese gesellschaftlichen Attribute oder diese Attribute des Begriffes als solches nicht auf die Geschlechterrollen reproduzieren kannst oder diese dann nicht bestimmen kannst, dann wird es halt schwer, es als solches zu bezeichnen, ohne den Begriff dann zu verwässern.

02:03:10 Oft jetzt werde Politik psychologisiert, veralltäglich oder Moraldödelei praktiziert, auch wenn genau das Gegenteil der Fall ist. Der Alltag wird nicht politisiert, weil jemand plötzlich private Gefühle zum Thema macht, sondern weil sich im Alltag die materielle Organisation gesellschaftlicher Notwendigkeit eben verdichtet. Und die sogenannten...

02:03:34 marxistisch-feministischen Fragen sind keine persönlichen Marotten, sondern eine mikrologische Form gesellschaftlicher Herrschaft. Und wenn man diesen Punkt nicht versteht, bleibt die Vorstellung von Klasse einfach verkürzt bzw. zu grob. Klasse ist nicht einfach eine Position innerhalb des Produktionsprozesses.

02:03:54 so wichtig diese Position auch sein mag, Klasse ist auch nicht einfach eine Lebensform oder eine Weise, wie Zeit strukturiert wird und Abhängigkeit organisiert ist, wie Sicherheit und Unsicherheit verteilt wird und wie groß oder klein Handlungsfähigkeiten bleiben. Man kann nicht ernsthaft von proletarischer Existenz sprechen und dabei so tun, als wäre es nebensächlich, ob jemand nach der Schicht frei hat.

02:04:20 oder ob danach die gesamte zweite Schicht erst beginnt. Ein männlicher Industriearbeiter und eine Flinter-Dienstleistungsarbeiterin mit Sorgeverantwortung teilen vielleicht Lohnabhängigkeit, aber sie bewohnen diese Lohnabhängigkeit nicht auf eine identische Weise. Das heißt auch, dass der berühmte Satz, man dürfe die Arbeiterklasse nicht spalten, so oft

02:04:46 Aber ich habe jetzt noch keine Definition des Klassenbegriffes gehört, wie er denn hier verwendet wird.

02:05:14 Ich habe gehört, was er nicht ist. Das letzte Mal, als ich darüber nachgedacht habe, was Klasse ist, dann war das ein ökonomischer Begriff, der den gesellschaftlichen Status innerhalb einer Gesellschaft bezeichnet. Welche Theorie wäre denn angenehm? Willst du Empfehlungen? Klar, ich lese alles. Ein gutes Argument kann alles mit mir machen. Ich verstehe die Frage nicht. Der Klassenbegriff ist ja ein ökonomischer. Innerhalb einer Klasse gibt es unterschiedliche Milieus, selbstverständlich. Aber der Klassenbegriff ist ja erstmal ein ökonomisch definierter.

02:06:05 Was auch meine Position ist, mit analysiert zu werden, dann spaltet das nicht nachträglich eine in sich geschlossene Einheit, sondern macht überhaupt erst einmal sichtbar, dass diese Einheit nur als schlechte Abstraktion existierte, solange bestimmte Formen der Herrschaft unsichtbar bleiben. Auch ein Beispiel dafür ist die politische Rede von Emanzipation.

02:06:31 Durch Erwerbsarbeit. Natürlich steckt darin ein reales Moment der Befreiung. Wer eigenes Geld verdient, ist unter Umständen weniger. Direkt abhängig kann sich auch eher lösen, hat zum Beispiel andere Möglichkeiten oder andere Kontakte, andere soziale Räume. Aber wenn Erwerbsarbeit auf eine Struktur trifft, in der Reproduktionsarbeit nicht anders verteilt wird, dann entsteht sehr, sehr leicht keine Befreiung, sondern eine Verschiebung von Lasten.

02:06:58 Aber auch da muss man sich doch mal fairerweise mit der marxistischen Theorie beschäftigen und feststellen, dass die Widersprüche, die überhaupt so eine Zuteilung im Reproduktionsapparat möglich machen, im Kommunismus gar nicht mehr existent sind. Also auch da, weg von der Sache hin zum Zweck. Es geht doch um die Inkapitalismus.

02:07:32 untergeordnete und nicht vorhandene Bewertung und Wertschätzung von Reproduktionsarbeit. Deswegen fordern ja viele liberal-feministische Bewegungen auch einfach relativ schlicht eine Bezahlung von Care-Arbeit, womit dann plötzlich alles getan wäre. Also bitte nicht selektieren in dem, was du hören möchtest. Ich selektiere doch nicht, was ich hören möchte. Das ist, glaube ich, ein unfairer Vorwurf. Ich habe jetzt nur noch wirklich keine tatsächlich theoretische Lücke im Marxismus gefunden, die jetzt irgendwie durch den Feminismus ergänzt werden würde, außer

02:08:07 Sehr bürgerlich-moralische Ergänzungen, die sich eher in der Milieuklassifizierung wiederfinden lassen und damit Tür und Tor öffnen würden für sämtliche Ergänzungen sämtlicher marginalisierter Gruppen in einer kapitalistischen Gesellschaft. Also wenn der feministische Marxismus eine Daseinsberechtigung hat nach dieser Darstellung der Argumente, dann hätte ja auch jede andere Form der Sozialgerechtigkeitsbewegung eine adjektive Ergänzung verdient. Und das überzeugt mich einfach nicht.

02:08:37 Als Materialist. Der gesamte Reproduktionsapparat wurde vollständig analysiert und immer wieder kritisiert von orthodoxen Marxisten. Nope. Also allerspätestens nach deutscher Ideologie kannst du da nicht Nein sagen, glaube ich.

02:09:21 Das würde bedeuten, dass man nicht statt des alten Modells arbeitet, sondern zusätzlich zu ihm. Das nennt man doppelte Belastung. Man hat nicht nur viel zu tun, sondern man bedient gleichzeitig zwei Logiken, die beide gesellschaftlich als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Und hier mal eine kleine Szene, an der wir das von der abstrakten Ebene runterholen können. Stell dir vor, zwei Personen kommen.

02:09:47 am Abend nach Hause, beide waren den ganzen Tag arbeiten, beide sind müde, aber nur eine von ihnen hat im Kopf, dass noch eingekauft werden muss, dass morgen das Kind früh los muss, dass die Wäsche noch nass in der Maschine liegt. Die andere Person hilft vielleicht sogar, aber Hilfe ist nicht dasselbe wie Zuständigkeit. Also nicht nur wer etwas tut, sondern wer für das Funktionieren des Ganzen verantwortlich gemacht wird und

02:10:14 Das ist für den materialistischen Feminismus ein entscheidender Punkt. Und an der Stelle kommen wir auch ganz gut zu dem Begriff.

02:10:22 Mir fällt keine Interpretation orthodox-marxistischer Gesellschaften an, in der die Care-Arbeit nicht als gesellschaftstragende Tätigkeit im gleichen Maße behandelt werden würde wie produzierende Tätigkeiten. Diese Trennung von gesellschaftlich notwendiger und dann auch mehrwert erzeugender Warenproduktionsarbeit, die findest du ja ausschließlich im Kapitalismus.

02:10:55 An welchen Stellen siehst du Reproduktion ausgearbeitet? Ich sehe ihn an keiner nicht ausgearbeitet. Also für mich ist der Gegenstand der kapitalistischen Gesellschaft im Marxismus vollständig ausgearbeitet und analysiert. Vollständig. Mir will nicht einfallen, wo das nicht der Fall ist. ...begriff der Familie in marxistischen Diskussionen, der so oft so ungenau bleibt. Wie gesagt, MEW 3 spätestens nach deutscher Ideologie...

02:11:41 Kannst du einen Deckel drauf machen. Da geht es um das gesamte gesellschaftliche Leben eines Teilnehmers im Kapitalismus.

02:11:52 Ich finde nicht damit eigentlich, Familie erscheint in diesen Diskussionen entweder als ideologisches Herrschaftsinstrument oder als Ort privater Reproduktion. Und beides stimmt, aber beides bleibt zu abstrakt, wenn man nicht auch fragt, wie genau Familie als Form gesellschaftlicher Notwendigkeit überhaupt funktioniert. In anderen Worten, die bürgerliche Kleinfamilie ist nicht einfach nur ein ideologischer Ort von Wärme und...

02:12:19 Moral, sie ist eine gesellschaftliche Struktur, in der enorme Mengen an Sorge, Erziehung, Pflege, Trost und Alltagsorganisationen privatisiert werden und deshalb... Aber jetzt Gegenfrage. Und das hast du im orthodoxen Marxismus nirgends gefunden, diese Erkenntnis. Du willst also sagen, zu dieser Erkenntnis kannst du nicht kommen, wenn du keine explizite feministische Literatur liest.

02:12:57 Funktioniert sie auch so gut für alle kapitalistische Gesellschaften, weil sie gesellschaftliche Kosten klein rechnet, indem sie in Liebe, in Pflicht und weibliche Zuständigkeit übersetzt wird. Und unter anderem ist es auch aus diesem Grund irreführend, von Wahlfreiheit zu sprechen. Ja, das stimmt, natürlich. Viele Frauen...

Doppelbelastung und marxistische Kritik

02:13:22

02:13:22 haben heute andere Optionen, die frühere Generationen nicht hatten, aber die Optionen innerhalb einer Struktur sind nicht dasselbe wie Freiheit von der Struktur. Wenn jemand frei wählen darf, ob sie Karriere doppelte Belastungen will oder finanzielle Abhängigkeit und vielleicht... I'm sorry, aber wir sind doch ganz weit weg vom Marxismus hier gerade, oder? Ist nicht meine Aufgabe über die Karriere der Frau im Kapitalismus zu philosophieren?

02:13:50 Das juckt mich gar nicht. Das juckt auch keinen Marxisten.

02:13:58 ... auch ein bisschen mehr Zeit zu Hause, dann ist das nicht gerade eine große Emanzipation, sondern ein extrem... Niemand spricht doch, also das ist doch genau marxistische Kritik an liberalem Feminismus. Diese Doppelbelastung. Und das ist auch marxistische Kritik an realsozialistischen Staaten der Vergangenheit. Dazu einfach Verweis auf sämtliche DDR-Artikel des GS beispielsweise.

02:14:23 wo genau auch diese Doppelbelastung der Frau innerhalb einer realsozialistischen Gesellschaft kritisiert worden ist. In der DDR...

02:14:31 gab es eine Beschäftigungsquote von weit über 80 Prozent jedenfalls, auch unter den Frauen. Und trotzdem haben über 90 Prozent der Care-Arbeit eben auch diese Frauen gesprochen. Da gab es also eine Doppelbelastung. Diese Doppelbelastung hat was mit dem Zweck der Produktion zu tun, eines Staates, der sich im Freihandel bewähren musste. Das ist Gegenstand der Kritik.

Kapitalistische Bedingungen und Ideologie der Wahl

02:15:01

02:15:01 Schlecht arrangiert ausweiten. Kannst du mal die Kapitel nennen? Ich kann dir die gerade zuschicken, wenn du magst. Wenn du Discord hast, schreib mir einfach, dann schick ich dir das gerade zu. Ich hab das alles. In PDF und in EPUB und in allem drum und dran.

02:15:26 ... kapitalistischer Bedingungen und damit verdeckt die Ideologie der Wahl, dass die gesellschaftliche Organisation von Reproduktion gar nicht grundlegend verändert wurde, sondern nur individualisiert und flexibilisiert wird. Hoffentlich wird auch an dieser Stelle verständlich, warum ein marxistischer Feminismus...

02:15:47 ...so beharrlich auf Vergesellschaftung drängt, nicht weil der Staat automatisch das bessere Familienmitglied wäre oder weil jede kollektive Form emanzipatorisch ist, sondern weil die private Kleinfamilie als zentrale Bearbeitungsinstanz gesellschaftlicher, notwendiger für Frauen fasst. Nochmal, nochmal, nochmal, nochmal, das Bild muss ich nochmal hören. ...belastung, will oder finanzielle Abhängigkeit und vielleicht...

02:16:11 Andere Optionen, die frühere Generationen nicht hatten, aber die Optionen innerhalb einer Struktur sind nicht dasselbe wie Freiheit von der Struktur. Wenn jemand frei wählen darf, ob sie Karriere doppelte Belastung will oder finanzielle Abhängigkeit und vielleicht auch ein bisschen mehr Zeit zu Hause, dann... Also, das vielleicht nochmal. Finanzielle Abhängigkeit im Kommunismus, wie? Wie? Doppelbelastung? Ein Ding der Freiwilligkeit.

02:16:40 Gesellschaftlich notwendige Arbeit muss geleistet werden, die ist sehr viel geringer als im Kapitalismus. Da weiß man noch gar nicht, in welchem Ausmaß da überhaupt eine Belastung stattfinden würde und vor allem weiß man noch nicht, inwiefern dann Belastung doppelt sein kann. Weil der Zweck der Produktion, der gesamten gesellschaftlichen Arbeit, auch im Reproduktionsapparat, ja eine vollständig andere ist.

02:17:03 ist das nicht gerade eine große Emanzipation, sondern eine extrem schlecht arrangierte Auswahl innerhalb patriarchalkapitalistischer Bedingungen. Und damit verdeckt die Ideologie der Wahl, dass die gesellschaftliche Organisation von Reproduktion gar nicht grundlegend verändert wurde, sondern nur individualisiert und flexibilisiert wird. Hoffentlich wird auch an dieser Stelle verständlich, warum ein marxistischer Feminismus

02:17:31 so beharrlich auf Vergesellschaftung drängt, nicht weil der Staat automatisch das bessere Familienmitglied wäre oder weil jede kollektive Form emanzipatorisch ist, sondern weil die private Kleinfamilie als zentrale Bearbeitungsinstanz gesellschaftlicher, notwendiger für Frauen fast immer eine Falle bleibt, solange Sorge, Pflege, Erziehung und Alltagsorganisation primär privat aufgefangen werden müssen.

02:17:57 werden sie auch weiterhin entlang bestehender Machtachsen verteilt. Dann wird selbst die modernisierte Gleichstellung immer wieder in den alten Mechanismus zurücklaufen, nachdem irgendjemand die unsichtbare Basisarbeit schon machen wird. Ja, deswegen ist liberaler Feminismus für die Katz und Sozialdemokratie nicht zu gebrauchen und ihr Revolutionisten könnt euch mal an meinen kommunistischen Eiern vergehen. Richtig.

Reproduktionskrisen im Kapitalismus

02:18:27

02:18:27 Sobald man das begreift, verändert sich hoffentlich auch der Blick auf Krisen. Die Krise des Kapitalismus ist dann eben nicht nur die klassische Überproduktionskrise, Finanzkrise und der Akkumulationskrise. Es gibt auch eine Reproduktionskrise. Es gibt Pflegekrisen, Erschöpfungskrisen, Krisen sozialer Infrastruktur, Krisen der Gesundheit und der alltäglichen Versorgung. Und diese Krisen treten nicht neben die eigentliche...

02:18:55 sondern markieren Stellen, an denen die Gesellschaft ihre eigenen Voraussetzungen nicht mehr stabil reproduzieren kann. Gerade deshalb ist die berühmte männliche marxistische Geste, man müsse ja aber bitte wieder zum Eigentlichen zurückkehren, so.

02:19:13 Unerquicklich. Denn zum eigentlichen Zurückkehren heißt in diesem Fall meist nur zum sichtbaren Zurückkehren und das Unsichtbare weiter zu verbrauchen. Das heißt zur Fabrik, zur Ware, zum Lohn, zum Staat zurückzukehren, ohne zu fragen, auf welche alltäglichen Infrastruktur all das aufruht. Materialistisch gesehen wäre das kein Rückweg zum Kern, sondern eine Flucht vor ihm. Wenn man also sagt,

02:19:39 Feminismus sei eine Extrawurst des Marxismus, dann sollte man den Satz vielleicht sogar noch radikaler verstehen. Feminismus ist der Punkt, an dem Marxismus gezwungen wird, sich selbst gegen seine eigene Verkürzung zu verteidigen. Und... Verteidigt euch den lieben langen fucking Tag gegen... gegen...

02:20:06 In der Selbstbezeichnung herum watschelnde Marxisten, die davon sprechen, dass der private oder der privatisierte Reproduktionsapparat eine untergeordnete Rolle spielen würde. Verteidigt euch den lieben langen Tag gegen Maoisten, die von Haupt- und Nebenwidersprüchen sprechen. Macht das gerne. Aber das ist keine Schwäche des Marxismus oder eine Unvollständigkeit des Marxismus.

02:20:34 sondern wenn überhaupt nur eine Schwäche der dann selbsternannten Marxisten geschenkt.

Männlicher Universalismus im Marxismus

02:20:52

02:20:52 Und er muss dann seine Begriffe erweitern, seine falschen Allgemeinheiten aufbrechen, seine blinden Stellen anerkennen und aufhören, die männlich kodierte Form proletarischer Erfahrung mit der Totalität des Sozialen zu verwechseln. Und vielleicht wird die Kritik sogar noch deutlicher, wenn man sich fragt, warum bestimmte Männer in linken Zusammenhängen ihre eigene politische Form so selten als geschlechtlich markiert wahrnehmen. Wer jederzeit...

02:21:20 zu einem Treffen kommen kann, wer stundenlang theoretisch diskutieren kann, könnte ich mir jetzt auch vorstellen, empfindet das schnell als Neutralität und dass diese Neutralität oft auf einer unsichtbaren Infrastruktur der Reproduktion aufgibt. Ich bin reich und ich scheiß auf alles! Uns geht es schlechter als gestern, aber besser als morgen und heute fühlt sich fast perfekt an, denn wir sind noch nicht gestorben.

02:21:49 fällt nur auf, wenn jemand sie auch benennt. Und genau dann wirkt feministische Kritik für manche wie eine Störung, obwohl sie in Wahrheit nur die verborgene Voraussetzung eines ohnehin ungleichen Zustands offenlegt. Es lohnt sich deshalb die Figur des männlichen

02:22:06 Universalismus in der marxistischen Tradition nicht moralisch, sondern historisch zu betrachten. Die Konzentration auf Lohnarbeit, Betrieb, Fabrik und Staat entstand, wie ich schon vorhin angedeutet habe, nicht zufällig, sondern sie entsprach einer bestimmten Erfahrung von Gesellschaft, die für viele Männer

02:22:24 der Arbeiterbewegung tatsächlich die Zentrale war. Problematisch wird es dann aber, wo aus dieser historischen Perspektive der Anspruch auf Allgemeinheit gemacht wird. Das verstehe ich nicht so ganz. Das ist ja alles geschenkt. Haben sich vergangene marxistische, kommunistische Bewegungen auf das Werkstor konzentriert und dann ihren Aktivismus oder ihre Agitation dort beginnen lassen und beim Verlassen der Werkstore wieder beendet? Ja.

02:22:54 Absolut ist das passiert. Gab es in vergangenen und auch in derzeitigen kommunistischen Bewegungen einen Fokus auf Lohnarbeit? Absolut. Gibt es Marxisten, die den privaten Reproduktionsapparat als Gänze nicht begriffen haben oder nicht in der Form kritisieren, wie es notwendig ist? Absolut. Das ist dann aber immer noch kein Zeichen für eine Unvollständigkeit des Marxismus.

02:23:30 Die Fabrik zum Modell des Ganzen und alles, was nicht direkt in ihr erscheint, erscheint zweitrangig. Und genau diese Verengung kritisiert der materialistische Feminismus. Das ist übrigens auch der Grund, warum feministische Theorie nicht einfach durch gute Absichten ersetzt werden kann. Es reicht nicht zu sagen, man sei natürlich auch für Gleichberechtigung oder finde Care wichtig. Entscheidend ist, ob die eigenen Begriffe überhaupt fassen können, was sie da vermeintlich mitmachen.

02:23:59 Ich verstehe dich for real manchmal nicht. Einerseits bist du sehr GSP-nah, andererseits empfiehlst du die deutsche Ideologie. Wo habe ich das genau empfohlen? Die von der MG als wissenschaftlich unhaltbare mythologische Grundlage des Marxismus beschrieben wird. Und die MG hat ja hier auch recht, die deutsche Ideologie verfällt genau dem, was sie an Junghegel jahland kritisiert. Ja, aber erfüllt doch den Zweck, wenn es darum geht, auch den privaten, gesellschaftlich organisierten Reproduktionsapparat zu definieren und zu analysieren, oder nicht?

02:24:31 Was verstehst du daran nicht? Und das ist dann die Grundlage für sehr viele wichtige und sinnvolle Ergänzungen einer kapitalistischen Gesellschaft und ihrer Organisation als Ganzes. Mal so eine blöde Frage an euch beide. Wen jucken die Begriffe, wenn es nicht dem Handeln im Grunde entspricht? Das ist halt gar keine Ahnung, was das ist. Also ich verstehe, ich kann mich anstrengen, das zu verstehen und tue es nicht.

02:25:03 Aber das ist doch so, allein dieser Satz Es gibt nicht den einen Marxismus und den anderen. Den gibt es nicht. Ist mir zumindest nicht klar.

Theorieergänzung oder -vollständigheit?

02:25:18

02:25:39 ...bleiben, wenn seine Vertreter subjektiv guten Willens sind. So, das war der erste Teil. Und im zweiten Teil wird es darum gehen, was Walter Benjamins Geschichtsbild eigentlich damit zu tun hat. Und um Argumente von orthodoxen Marxisten und warum Feminismus keine Extrawurst ist, sondern der Punkt, an dem Marxismus wirklich materialistischer werden muss. Ich schätze heute sehr sensibel wegen Tod, Arsch. Das habe ich jetzt nicht verstanden.

02:26:19 Aber Todarsch muss doch nicht sein, Alter. Was ist das für eine Polemik? Finde ich persönlich einen drüber, just saying. Ja, aber auch da muss man ja sagen, dass die Bewertung grundsätzlich ja auch bei jedem anderen Video oder jeder anderen Kreaturin eine andere wäre, oder? Also wenn Ulf hier irgendetwas Todarsch nennt, nachdem er sich hier zweieinhalb Stunden die Finger wundgeschrieben hat, dann...

02:26:42 Naja, also ich bin mir ziemlich sicher, dass hier die erstellende Person nicht als tot Arsch bezeichnet oder beleidigt worden wäre. Wie sinnvoll ist denn, wie sinnvoll ist denn, auf die Vollständigkeit einer Theorie zu beharren, wenn die Mehrheit der sich darauf vermeintlich Beziehenden das nicht adäquat darauf beziehen? Okay, da müssen wir jetzt, da muss ich jetzt ausholen.

02:27:20 Aber das kriegen wir auch hin. Hypothetisch sagen wir, es gibt ein Buch und dieses Buch heißt Das Regal. Und auf Seite 159 im Buch Das Regal steht Regale sind blau. Jetzt hast du dann Menschen und die lesen dieses Buch. Und die sagen

Diskurs über Nation und Ethnie

02:29:02

02:29:02 Regale können ausschließlich rot sein. Regale sind rot, müssen rot sein und alles andere, das nicht rot ist, kann auch kein Regal sein. Und jetzt kommt dann jemand von außen und sagt, wir brauchen...

02:29:21 Einen blau-regaligenen Regal. Also wir müssen dafür sorgen, dass das Regal notwendigerweise ergänzt wird, durch den Zusatz, dass Regale auch blau sein können. Und dann kommt jemand um die Ecke und sagt, das ist doch Quatsch, das steht doch auf Seite 159, dass Regale blau sind. Jetzt die Frage, muss jetzt die Theorie ergänzt werden, um den Faktor, dass Regale auch blau sein können, oder gilt es, die...

02:29:50 sogenannten Regalisten darüber aufzuklären und zu kritisieren, dass sie das nicht vollständig begriffen haben. Also was ist hier der Fall? Muss die Theorie ergänzt werden oder sollten die, die sagen, dass sie dieser Ideologie folgen, das Ding vielleicht mal vollständig lesen? Warum ist denn das Regal blau? Der ist jetzt nicht so tief, wie du denkst, um ganz ehrlich zu sein.

02:30:34 Also ich hab ja jetzt, also das ist ja, das Regal existiert nicht und das ist auch keine Ausarbeitung darüber, wie Regale sind, ob die blau sind oder warum sie es sind. Es geht einfach nur darum, dass das da drin steht. Und nicht so tief. Ich! Und ich scheiß auf alles! Leg den Chat in Essigessenz ein und stell das Glas über Nacht auf den Hildegard-Orgon-Akkumulator. Dann sollte der das morgen wieder passen. Genau. Meine These ist einfach in den Raum gestellt.

02:31:35 dass es unnötig ist, dem Regal vorzuwerfen, dass dort blaue Regale nicht erwähnt worden sind. Das steht da drin. Kannst du eine Beize aus Stahlwolle und Essig herstellen, funktioniert gut bei gerbstoffreichen Hölzern, wie zum Beispiel Eiche. Digga, guck dir diese Hände an. Das sind keine Hände von Leuten, die mit Beize und oder Stahlwolle umgehen sollten. Das geht mies in die Hose.

02:32:42 Man muss schon festhalten, eine deutsche Ideologie wird mit abstrakten, überhistorischen Kategorien hantiert, korrekt, und aus diesen Verallgemeinerungen ist später jeder plumpe Basisüberbauschematismus destilliert worden, der im Marxismus-Linismus zum dogmatischen Histomat verküchert ist. Das ist auch korrekt. Das ist sehr viel schöner ausgedrückt, als ich das könnte, aber das ist absolut korrekt, ja. Aber es ist auch keine Empfehlung, das zu lesen und allem hinterherzulaufen, was da steht, sondern es ging nur darum, dass das der theoretische...

02:33:10 Punkt ist, an dem klar wird, dass auch der privatisierte Reproduktionsapparat und damit auch die Aufgabe und Rolle der Frau innerhalb einer kapitalistischen Gesellschaft theoretisch aufgefasst worden ist. Und dass spätestens ab da das dann eben auch eine Rolle spielt.

02:33:35 Also du kannst dich nicht hinstellen und sagen, ey, mir ist sowieso, ich weiß nicht, ob es an mir liegt, aber ich würde fast behaupten, dass ich da echt aufmerksam versucht habe zuzuhören und mir ist noch nicht, also mir ist wirklich, wenn du mich jetzt fragen würdest, könnte ich dir nicht sagen, was denn jetzt im Marxismus nicht bedacht worden ist, wenn wir über...

02:34:01 die patriarchale Herrschaft des Mannes über die Frau im Kapitalismus sprechen. Im Marxismus wurde nicht bedacht, wie Cis-Heten in Lesegruppen mit Frauen umgehen oder so. Ja, aber da haben wir ja auch keinen Dissens. Wenn es darum geht, Marxisten zu kritisieren, you go, girl. Wirklich.

02:34:52 Ich habe auch kein Problem damit, wenn man sich feministischer Marxist nennt oder feministische Marxistin oder marxistische Feministin oder wie auch immer. Da kann man wirklich sich sämtliche Attribute zuschreiben, die man möchte. Ist mir komplett egal. Ich habe das Video eher als Kritik am liberalen Feminismus verstanden. Da haben wir völlig unterschiedliche Videos gesehen, um ganz ehrlich zu sein. Aber ich würde ihr durchaus zutrauen, den liberalen Feminismus genauso zu verachten, wie ich das tue.

02:36:02 Aber wie gesagt, wenn Talk ist oder du in den Podcast kommen willst, jederzeit. Ich bin jederzeit gewillt und offen, darüber zu debattieren und mir noch weitere Argumente anzuhören. Dekadent attackiert mich. Ach Gott, was ist das schon wieder? Das Clickbait, oder? Nee, ist nicht Clickbait.

02:37:48 Wenn das ein Video von mir ist, ne, ist ein Video von... Ich bin ein bisschen leise. ... ist ein Video von René Wolf. So, jetzt müssten wir alle gleich laut sein. Sag nochmal kurz was. Ja, hallo. Nochmal. Test, test. Mensch, hab ich dich immer noch nicht laut genug gestellt. So, jetzt müsste es passieren. Dann bin ich mal gespannt, was die rote Sonne zu uns beiden sagt.

02:38:21 Ja, also Dekalent hat auf mich und nur ein Gedanke reagiert, beziehungsweise er hat auf ein Video von René Wolf über uns beide reagiert. Das ist jetzt, glaube ich, ganz richtig zusammengefasst. René Wolf zerfetzt den Agitator und seinen Freund. Ich möchte übrigens an dieser Stelle nochmal betonen, dass ich mit den Titeln, Thumbnails und sonstigen Verarbeitungen nichts zu tun habe.

02:38:48 ein Banger-Titel und der hat genau das gemacht, was damit erreicht werden sollte und zwar, dass Leute draufklicken, aber das war jetzt nicht mein Anspruch. Karl reagiert auf René Wolf. Also ich hatte dich jetzt einmal zu Gast und du bist schon mein Freund. Ich würde sagen, das ist ein Rekord. Ja, immer gerne wieder.

02:39:09 Ja, dann fangen wir mal an.

02:39:35 Das geht aber nicht anders. Wenn du gehörst zur Sekte, mach keinen Fehler. Die Fehler sind schon gemacht, der Titel ist ganz klar. Meinungsfreiheit und die Nation. Dekaldent erzählt Unsinn hinter der Charaktermaske. Erstens, stimmt es ja gar nicht, dass ich das will. Das ist ja völliger Quatsch. Das hört man ja schon, wenn man sich die Stimme anhört. Und zweitens, das ist auch eine freche Angelegenheit. Eine freche Angelegenheit, dass es Unsinn erzählt. Aber ich bin nicht dran, welcher Unsinn wollte er sagen. Ich bin ja immer offen für uns. Guter Argument. Ein gutes Argument kann alles sein. Meinungsfreiheit und die Nation. Dekaldent erzählt Unsinn hinter der Charaktermaske. Von RB Deutsch spricht Deutsch, Reni Wolf auf YouTube. Let's go. Du scheiße, Mann. Trotzdem Fiebertraummomente.

02:39:59 Ich hab irgendwo auch noch ne Montamonika rumfliegen. Also ich bin nochmal von dem Heimdienst entführt oder so, dann mach ich auf, dann werd ich einfach geweckt mit so Filmmaterial. Was ist denn jetzt? Also ich... Da immer zusammen... Ich glaube, das hier ist der aktuelle, glaube ich. Das ist, glaube ich, der aktuelle René Wolf. Das ist für die Leute, die mit dem Twitch-Game nicht so ganz, nicht so ganz klarkommen, weil sie in den letzten zweieinhalb Jahren von mir sowas nicht gesehen haben. Ich bereite mich ganz langsam darauf vor, hier mehr mein Gehirn ab und angelegentlich zu frittieren.

02:40:28 Und zur absoluten Gehirnfrittierung gehört eben industrieller Natur auch her, dass dann halt auch ein paar mehr Kameras zu sehen sind. Wir haben mittlerweile eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben Kameras im Bild. Ich glaube, es kann getoppt werden.

02:40:55 Das war doch eher so ein kleiner Udo. Eine kleine Udo, ne, um... Ich will meine letzten zwei Minuten wieder zurück, Herr Maki. Du wirst noch viel mehr zurückhaben, wenn wir fertig sind. Kennst du René-Wolf-Videos noch nicht? Nein, ich hab einmal was von René-Wolf gesehen, da war er mit Sella im Stream und wir haben auch Spaß in den Sella-Stream geguckt, bei Christoph'n Sofa. Ich hab den auch das erste Mal durch das Video gesehen und ja, schon ganz besonderer. Aber ich würde trotzdem sehr gerne mit einer von den beiden Nasen mal gerne darüber reden, dass die Jungs gleich ankreiden werden. So, wir können mal weitermachen. Er kann sich auf Discord anschreiben. Also bei René-Wolf ist die Wahrscheinlichkeit sogar relativ hoch, dass er antwortet. Aber bei Dekalent würde ich sagen, so mittel ist schlecht, wenn du den anschreibst. Ich hab's nur unter das Video

02:41:23 Ja, bei mir sind die Chancen, dass ich antworte bei meiner eigenen Muttermittel, bist schlecht. Also das sollte man denen auch nicht zur Last legen, muss ich ganz ehrlich sein. Wenn die jetzt gerade hier wären, könnten die sofort in ein Tor kommen, das ist alles cool. Aber wenn man mir schreibt und glaubt zu Antworten, Junge... Nee, das sieht er nicht. Antworte mir mal, Artie Rainbow Tears. Warte mal, ich gucke mal kurz dein Profilbild an. Schlecht.

02:41:58 Arti Rainbow Tears. Ich habe keine Nachricht von Arti Rainbow Tears. Ich habe keine Ahnung, wer du bist oder was du mir wann wo geschrieben hast. Tut mir sehr leid. Ich kann es bezeugen. Ich bin mir sicher, wenn ich jetzt auf Levi's... Und Levi ist wirklich ein sehr lieber Genosse von mir. Ich bin mir sicher, dass ich ungelesene... Ich habe ungelesene... Digga, ich habe ungelesene Manifeste von Levi.

02:42:29 Wenn man sich umblickt, besteht die Kapitalismuskritik fast nur noch aus der Anlage. Die wirkliche Arbeit am Begriff ist ein unzumutbarer akademischer Luxus. Ich denke, ich werde hiermit meinem Anspruch gerecht, kompromisslos zu sein und zu beweisen, der Verrat an der Befreiung liegt in der geräuschlosen Übernahme bürgerlicher Kategorien. Okay, bla bla bla bla bla. Lies das mal, falls du Zeit findest. Und ein gesamter Artikel. Wow!

02:42:57 Ich hab von Levi ungefähr so ein Ding inklusive einem 30-seitigen Artikel gerade noch auf ungelesen gehabt, der jetzt gelesen worden ist und im Verlauf des Tages behandelt wird. Da sprechen jetzt zu viele Leute. Wer spricht denn da jetzt alles? Hat in den, weiß ich nicht, 80er Jahren dieses Lied geschrieben. Es ging um die Welt sozusagen. Wirklich jubelst.

02:43:30 Ich habe mir den, ich habe mir den Kommanderkrieg angeschaut und wenn Schlaganfall nicht live bei Twitch überträgt und das so Geld macht, der ist einfach nicht anzunehmen als Streamer. Das ist, wer wirklich außerhalb seines Streams Schlaganfall abfeiert, der ist nicht anzunehmen für mich. Und die Leute, die alle sagten, ja Freiheit ist die einzige, die zählt und ich nehme mir jetzt die Freiheit, die nämlich wirklich zur Freiheit gehört, nämlich die Beschenkung. So, ich höre jetzt nicht nur meine eigenen Worte, sondern ich höre mich jetzt auch unter Kopfhörer. Und Freiheit ist... Aber ein gut gemeinter Tipp an Karl, er sollte aufhören, das Ding an dem Ding dazu ziehen. Ich will jetzt keine, das Ding nicht klassifizieren mit Schauschul-Trompete, die Hauptschul-Trompete, den Stick oder sonst was. Aber das ist das nicht gesund. Und ich habe mal einen Artikel gelesen,

02:43:59 Ich lauf zum Kühlschrank und auf Toilette, wozu brauche ich Lungenvolumen? Danke für den Ratschlag, ich hätte noch einen Ratschlag. Also ich möchte erstmal den Ratschlag liebevollerweise abweisen, mit dem Vermerk darauf, dass ich schwer nikotinabhängig bin.

02:44:28 Ich weiß jetzt aber auch nicht, welcher von den Anime-Figuren mit mir gerade gesprochen hat. Keine Ahnung, ob das er hier ist oder ob das jetzt er hier ist. Einer von beiden wird auf jeden Fall diesen Ratschlag gegeben haben. Ein guter Gedanke. Warum ist das ein guter Gedanke? Wenn etwas tatsächlich frei ist, dann muss diese Freiheit ja auch nirgends niedergeschrieben sein.

02:44:53 Immer wenn eine Freiheit irgendwo niedergeschrieben ist, ist das automatisch mit einhergehend mit der Beschränkung dieser. Es steht ja auch nirgends im Grundgesetz, dass man jederzeit die Freiheit hat zu atmen. Warum? Naja, weil Atmen eben so ein bisschen dazugehört. Und das muss man ja jetzt nicht irgendwie restriktieren oder deren Freiheit, äh, oder deren Freiheit, die man her leisten. Diese 600.000 Euro Rolls Royce habe ich innerhalb von einem Monat verdient.

02:45:20 Und ihr seid arm.

02:45:25 Achso, falls ihr übrigens fragt, warum das gerade geguckt wird, weil wir Zeit bis zum Podcast noch killen müssen und ich mir Zeit hatte für ein normales Video, also gucke ich mir jetzt einfach privat ein Video von René Wolf an. Das mache ich gelegentlich, wenn ich Zeit zu killen habe, dass ich was von René Wolf gucke, weil da ab und an mal richtig witzige Sachen rauskommen, wie beispielsweise, der dürfte mir nicht im realen Leben begegnen. Übrigens auch ein Hügel, auf dem ich sterben werde, dass René Wolf unhatbar ist.

02:45:53 hat einfach, da werde ich ihn jetzt auslinken sogar, und zwar steht das tatsächlich im Grundgesetz drin, ja, denn das Recht auf körperliche Unversehrtheit, das also betrifft das ja, und jedes Recht, und da haben die GSPler ja auch, also Recht mit eigentlich, ist, ja, also garantiert von einer Gewaltinstanz, ne, Rechte sind, ja, die hat sich jemand ausgedacht, ne, die sind nicht echt, die kannst du nicht empirisch nachweisen, das sind einfach Erlässe von einer Gewalt, ja, von einer Gewaltinstanz halt, ne, also, das heißt, ja, nee, das ist schon irgendwie so ausdefiniert, genau, das ist auch das Recht hier zu armen in Deutschland, das kann man dir zum Beispiel wegnehmen, wenn man dich einzieht und dann irgendwie...

02:46:22 und das passiert einfach eine meinung ist halt nun mal da wenn du zehn menschen in diesem raum hast du auch zehn meinungen in diesem raum und muss nirgendwo die freiheit dieser meinung niederschreiben es sei denn du willst sie irgendwo einschenken

02:46:42 Meinungsfreiheit gehen. Dazu hat Dekadent ein Video verfasst, produziert, von seinem Team produzieren lassen, auf Charaktermasten. Das ist sein Skandal, hätte ich fast gesagt. Aber es passt doch ein bisschen. Sein YouTube-Kanal, sein neuer YouTube-Kanal. Und da geht es um Meinungsfreiheit. Ich glaube, langfristig kann ich das nicht. Langfristig ist das wirklich nichts, worauf ihr euch bei mir drauf verlassen könnt, dass das P passiert. Ich finde das furchtbar, sich Gesagtes über Gesagtes von sich selbst im Gesagten dann nochmal anzuhören und dann darüber zu sprechen. Da verliert man doch vollständig den Überblick. Wir reagieren jetzt. Agi?

02:47:14 Und noch einer mit noch einem auf René Wolf, der auf Agi und noch einen reagiert, der auf mich reagiert. Während ich darauf reagiere. Und jetzt wird dann nochmal drauf reagiert. Und dann macht René Wolf ein Video darüber und dann reagiere ich drauf. Was ist denn das? Wer soll denn da noch mitkommen?

02:47:40 Freiheit. Dazu äußern sich zwei junge Denker, das ist der Agitator der sozialen Marktwirtschaft, man könnte auch sagen, Agitator des Kapitalismus, jetzt wie es heute, das kommt doch selber hinaus, und ein Genosse, äh, Genosse, ich rede immer von dem, das stimmt nicht, mein Genosse, ein neuer Kumpel vom Agi, der sehr belesen ist, müssen wir jetzt aufpassen, der wird teilweise ein bisschen abstrakt, der hat auch Hegel gelesen, nein, hab ich nicht, der hat schon mal Hegel gelesen, so, äh, und, äh, die diskutieren jedenfalls über dieses Video von Dekalbent und wir gehen sofort rein und bitteschön.

02:48:01 in der eine ziemlich absachte sache wie meinungsfreiheit vertreten und behandelt wird man guckt einfach rein weil man weiß ja irgendwie was was die beiden jungs wissen das

02:48:29 das von der stunden mit drei kompletten vollkorten die aufeinander reagieren bestätigt also erstens wäre ich vorsichtig nicht selber ein vollkorten da wäre ich schon mal vorsichtig also ich bin ich bin ein troppel aber ich würde nicht sagen ich bin vollkorten zweitens das wie aber ich habe es gesagt dass ich noch viel schlimmer hier geht natürlich nicht eine halb stunden ist sei denn ich reagiere darauf und die zeit ich darauf reagiere die wird ja immer nur länger wenn leute wie du so was schreiben dass mich dann zum reden fahren lasst also vielleicht lässt du dich mal auf den inhalt einer stadt direkt hier von der seite anzukommen und auch mehr zu betteln das sind die liebsten zuschauer die kommen und sagen ey freunde was ist denn hier los kommt alle mit

02:48:59 ich habe auch viel über israel und palestina gesehen da ist ja eine der bester ich glaube sowieso dass der agitator rechts ist von den von den linken damals verstoßen worden ist

02:49:21 Ja, so kann man das zusammenfassen. Beziehungsweise, ich war ja DSW-Unterstützerin. Bruder, ich schwör, der hat eine riesige Deutschlandflagge hinter sich, weil Voke gemein zu ihm gewesen sind. Ich schwör, da bleibe ich. Auf dem Berg sterbe ich auch. Dann haben die das dann in Thüringen gemacht. Also, die haben jetzt nicht aktiv gesagt, wir wollen dich nicht, aber die haben eine Politik gemacht, die ich halt nicht unterstützen kann.

02:49:38 Aber wer ist nicht von den Linken verstoßen worden? Ja, wer ist verstoßen worden? Also hat halt in Thüringen die gleiche Politik gemacht wie die Linkspartei, wie die CDU, wie die SPD und dafür... Ist doch Stolzmonat. Was ist Stolzmonat? Ach, ist Pride Month oder was? Und dann kommen wieder Nazis und sagen... Das ist doch auch mit Deutschland. Was nimmt mit Deutschland los?

02:49:58 Das ist ja wirklich verrückt, Alter. Naja, das zu bewerten liegt mir jetzt mal außen vor. Doch, wisst du was? Ich will es kurz bemerken. Was ist denn das eigentlich für eine lächerlich nationalistische Strömung, wenn du Angst vor einer bescheuerten Regenbogenflagge hast und dann Angst im Juni deine Daseinsberechtigung zu verlieren?

02:50:13 Außerdem müssen wir uns eh keine Gedanken machen. Hier, fucking Vogue ist eh vorbei. Fucking Regenbogenflaggen siehst du nirgends mehr. Ist echt vorbei, das Ding. War auch so ein Corona-Trend wie Veganismus. Da hat man mal so ein paar Jahre so getan, als ob man sich um Schwule kümmern würde. Und dann wird das direkt wieder, wenn es gegen Russland geht, beiseite getreten. Fucking nichts mehr. Dafür wird die Partei nicht unterstützt. Und deswegen bin ich jetzt nicht mehr bei...

02:50:36 den Linken, wenn man das so subsumieren will. Also deswegen hoffe ich jetzt quasi, dass in den ostdeutschen Bundesländern die AfD an die Macht kommt und dass die... Ich hab dir das Highlight aus den Videos geschickt, wenn du dir den Podcast nicht mehr komplett... Du hast mir ein Highlight von dem Video geschickt, oder was? Ich hätte es ja besser gefunden, wenn Lenin und Stalin wieder populär geworden wären und nicht dieser Gegenstandpunkt. Mein Häuschen ist ja um deine Dach... ...die mal ordentlich, ordentlich meddelt.

Politische Verortung und Dissens

02:51:10

02:51:10 Ich bin das kann mir auch kann mir auch kein anderer irgendwas erzählen Ich glaube der agitator der war ja am anfang tatsächlich so im komplett liberal linken spektrum unterwegs Wurde dann verstoßen und ist jetzt rechts oder weiß ich nicht ob er sich rechts nennt oder so jedenfalls ist ja Rechts links ist auch immer eine auslegungssache kann man sich entscheiden

02:51:31 Ich bin verwirrt, sie sagt, sie war links, aber hofft, dass die AfD gewählt wird. Ich verstehe das gerade nicht. Moment mal, hast du gerade den Agitator gemissgendert? Oder guckst du einen anderen Stream und bist im falschen Chat gelandet?

02:52:02 Oder meinst du mich damit? Weil falls du mich damit meinst, dann wäre ich, also das mit der Zuordnung in links, das ist in Ordnung bei unpolitischen Gruppen, da nenne ich mich selber auch links, ne, so wenn mich auf dem Alexanderplatz jemand fragen würde, warum auch immer er das tun sollte und ich auf dem Alexanderplatz stehen sollte. Ey, sag mal, wo stehst du denn so eigentlich politisch, würde ich sagen. Links, links, links, wir sind alle links. Aber tatsächlich würde ich das bei Leuten, denen ich politisch was zutraue, so auch nicht mehr verkürzt tun, ne?

02:52:31 Und Höcke würde ich nicht wählen, aber das jetzt, also ich würde sagen, von allen Leuten würde ich Höcke am wenigsten wählen, aber auch allgemein ist das mit dem Wählen so eine Nummer bei mir. Und da dachtet ihr, ihr habt mich, ne? Aber das mit dem Wählen ist bei mir eine Nummer in Deutschland, weil ich kein deutscher Staatsbürger bin. Also kann ich auch gar nicht da wählen, ne? Deswegen, ha.

02:52:53 Ja, wer entscheidet über die Meinungsfreiheit der Staat? Schachmatt, du unterstützt den Staat, du Nationalist. Jetzt haben wir dich. Ja, Wahnsinn, man könnte fast sagen, dass das bei jedem Recht so ist und deswegen einfach der Staat gar nicht existieren darf, damit wir alle uns frei aussehen dürfen. Ja, deswegen lehnt der GSP so etwas wie Grundrechte ab, weil die vom Staat gewährt werden. Aber es ist ja in sich widersprüchlich, das habe ich schon im Chat geschrieben. Also die Ablehnung der Grundrechte ist eine Formulierung, die auf dem Level ist wie, die lehnen das, was ich mir unter Demokratie vorstelle, ab.

02:53:20 Bei Grundrechten hat ja jeder auch so eine eigene Vorstellung davon, was das jetzt ist. Also da wird es dann immer ein bisschen philosophisch. Man spinnt sich da relativ viel ein und sagt dann, okay, unter Grundrechten verstehe ich dies und jenes. Unter Demokratie verstehe ich dies und jenes. Unter Meinungsfreiheit verstehe ich dies und jenes. Und das ist ja alles ganz schön. Ihr könnt ja ja alles Mögliche darunter verstehen. Das ist vollkommen in Ordnung.

02:53:45 Aber in der Realität manifestieren sich diese Rechte eben vollständig anders. Und zwar zur Verteidigung und Herrichtung einer klassenorientierten Gesellschaft, die nach Eigentum getrennt ist. Und wenn man dann all diese Dinge nach ihrem tatsächlichen Nutzen definiert, dann wird es schwierig. Und dann kann man sich hinstellen und sagen, das Grundgesetz, so wie es ist,

02:54:10 hat nun mal eine Funktion. Diese lehne ich ab. Das heißt aber nicht, dass ich gegen Grundrechte bin. Also nicht gegen das, was man so im normalen Verstand als Grundrecht bezeichnen würde. Diese Leute setzen, also das alleine ist schon eine Satzung, die in der Funktion irgendeine Form der Gewalt voraussetzt, die das ermöglicht. Selbst wenn das nur aus immanenten Kritik heraus passiert, ja dann kannst du einfach, also weiter.

02:54:35 Nein, überhaupt nicht. Das ist nur, dass wir von Zuhörern und Zuhörerinnen mehr erwarten.

02:55:05 Also die Erwartungshaltung, bitte Agi und sein Kollege sollen 2v2 gegen mich und Ulf machen, wenn die Eier haben. Lass uns anders machen. Lass uns sagen, lass uns eine offizielle Ansage, weil wir müssen noch Reichweite dahinter packen. Lass uns sagen, lass uns hier abbrechen und sagen, Agitator und er hier und der andere gegen Ulf, Levi und mich.

02:55:37 Und das Resultat ist einfach Weimar. Das Resultat ist einfach, du hast einfach nur einen großen Kampf der Präferenzen und irgendwann gewinnt halt die Präferenz, die am salientesten und aggressivsten ist. Happy Birthday.

02:55:50 Also da muss es einen Erlauber geben, der dir erlaubt, was du sowieso jeden Tag tust, nämlich dir eine Meinung bilden. Das ist so wie, wenn es einen Erlauber gibt. Das Ding ist, Ulf, Lieben und ich boxen uns ja auch gelegentlich mal miteinander. Das ist eigentlich immer relativ erkenntnisreich. Aber das ist ja auch dieses, dieser Diskurs würde eher Früchte tragen, als dass da jetzt irgendwie polarisiert werden würde. Ich halte da ja ohnehin nichts davon.

02:56:22 Ich bin quasi weg davon, mit dem Finger auf so einen Einzeltypen und dessen Perspektive zu zeigen und daran irgendwelche Verhältnisse auszumachen.

02:56:39 du darfst atmen und wir haben bei corona gesehen ja der staat kann auch ganz schnell mal sagen du darfst atmen aber nur auf eine bestimmte art und nur an gewissen orten und die schule abholen menschen ist in ordnung jetzt habe ich mich bei den querdenker noch beliebt gemacht die verleumdung das ist das ist das egal das ganze vergaten vertreten hat ja volksverhetzung gehört abgeschafft ja natürlich volksverhetzung wenn du meinungsfreiheit spricht sondern das erste was dazu einfällt ist dass die volksverhetzung abgeschafft gehört das ist immer so ein bisschen zu sagen also ich würde dann abschaffen das würde dann abschaffen

02:57:05 das ist ja was er das vorschlag also folgt so aufgebläht und das eigentlich nicht rein sollte

02:57:21 grundsätzlich ist die auslegung des volksverhetzung paragrafen ist ja einer der der ein wenig merkwürdig ist also muss man ja schon das muss man sich schon eingestehen was in den letzten zweieinhalb jahren als volksverhetzung vor den griechen in deutschland landet

02:57:40 jetzt ist interessant kann es mal sagen dass es das gehört zwar nicht unbedingt zum thema aber wenn man zwei drei stunden langes trinken muss man nicht ein thema bleiben und natürlich das geht darum das thema gekommen und das kann ich damit zu tun die seiten könnte die ich auch abbekommen haben zwei stunden langes macht man nicht mein thema bleiben das ist das kein ist ich bin damit ich bin ganz offen kann es nicht in dem orientieren was dekadent so meinungsfreiheit aber jetzt kommt eine interessante definition davon was nation überhaupt bedeutet

02:58:09 Ja, also schuld ich an allen Punkten eine Anlage noch was soll ich sagen.

Begriffsdefinition Nation und Ethnie

02:58:23

02:58:23 Das funktioniert schon. Also wenn ich mir darüber nachdenke, bin ich jetzt schon gebildet ein Abo da zu lassen eigentlich. Also ich werde das mal vorwegnehmen, weil die Antwort so lange dauert. Eine Nation kommt vom griechischen... Grundsätzlich als jemand, der sich selber jetzt nicht intellektuell nennt, aber der zumindest schon mal das Blättern innerhalb eines Buches von der rechten Abfolge her durchgemacht hat. Wenn jemand mit dem Wikipedia-Worthherkunftserklärung um die Ecke kommt, sobald er anfängt, einen Begriff inhaltlich zu definieren, ist meistens vorbei. Dann könnt ihr meistens aufhören zuzuhören. Das Wort Nation kommt von den griechischen Nazio und heißt eigentlich nur hinten rein. Und deswegen würde ich sagen, rein hinten mit der Nation in Deutschland, aus und nach raus. Immer wenn die so anfangen, kannst du echt aufhören. In den meisten Fällen.

02:58:53 und nation ist dasselbe und wir fragen mich warum man warum man da ist nicht mit den worten kommen sollte man mit das inhalt geben möchte die ethnis und nation ist dasselbe problem ist nicht

02:59:21 Ey, Kollege, lass uns das bitte, lass uns das auch zum Gegenstand unseres Diskurses machen. Jetzt haben die keine Chance mehr. An der Stelle machen wir jetzt den großen Cliffhanger. Lasst uns gerne folgenden Aufhänger für unseren Diskurs.

02:59:49 Nächste Woche machen wir das. Oder diese Woche noch. Freitag, Samstag, wie auch immer. Je nachdem. Lasst ihnen das zukommen. Die kriegen das bestimmt irgendwie mit. Lasst uns darüber sprechen, ob Nation und Ethnie tatsächlich das Gleiche ist. Lasst uns das als großen Aufhänger unseres Diskurses nehmen. Ist Nation und Ethnie dasselbe?

03:00:12 dasselbe im Wortsinn. Staat ist das reelle Machtkonstrukt in der Welt und die Nation ist so die spirituelle, sag ich mal, der Anspruch einer Gemeinschaft zu existieren und der Ethnos ist einfach das biologische Unterbau. Also Ethnos ist die Biologie, Nation ist irgendwie das spirituelle Kulturkonstrukt, der Staat ist das echte, tatsächliche in der Welt.

03:00:40 Er wird halt ausweichen, indem er sagt vom Wortsinn her. Naja, kann er ja jetzt spätestens nicht mehr machen. Ja, verrückt. Irgendwas mit Ausseine raus, deswegen. Alles klar. Ja, wie gesagt, so weit waren wir noch gar nicht. Da hast du vollkommen recht. Aber es ging an der Stelle darum, dass GSKLA die Worten Nation und Staat Austausch wahr verwenden. Also das hat der Kommentator gemacht. Das hätte ich glaube ich auch im Stream gesagt. Ich glaube nicht, dass das ein Kategorienfehler ist, sondern die definieren Wort einfach anders, als wir es normalerweise machen würden.

03:01:04 ja das lege ich einfach ab die können die finden was sie wollen aber das hat eine historische bedeutung nicht

03:01:14 Ja sicher nicht, aber die werden nicht verwendet. Nee, aber die hat ja da einen Chef verwendet, also deswegen der Punkt da. So sind wir überhaupt drauf gekommen. Machen wir mal weiter. Oder warte mal, Busti, bist du überhaupt noch da? Ich bin noch da, ich versuche, ich zu folgen. Wer? Busti, bist du überhaupt noch da? Busti. Ein neuer Player hat den Raum betreten. Ich werde jetzt mal gucken, ob im Podcastraum schon Leute drin sind. Ähm, ja. Im Podcastraum sind schon Leute drin. Hallo, hallo. Ich bin gleich für euch da. Kilo hat gesagt, ich soll mal ein bisschen Zeit lassen, deswegen mache ich hier nochmal ab, Mo, ja? Ja, ja, mach mal, mach mal, mach mal.

03:01:43 Das ist doch ein schöner Aufhänger. Ich sehe drei, ich habe drei. Wie wäre es denn, wenn wir da einen Diskurs draus bauen? Das wäre doch geil. Hätte doch was. Aufhänger, Ist Nation und Ethnie tatsächlich das Gleiche. Historisch. Drei gegen drei auf Twisted Treeline. Ach komm. Also man kann ja wirklich viel sagen, aber so vom reinen

03:02:14 Ich finde ja keinen von denen jetzt auf einer persönlichen Ebene kacke, weil ich den nicht kenne. Also der einzigen, den ich so ein bisschen, wo ich ein bisschen mehr zugehört habe, ist Agitator. Und beim Agitator bin ich mir immer noch darüber, also ich bin immer noch sicher und auf dem beschissenen Berg stehe ich auch, der ist jetzt rechts verordnet, weil ihn die Linken verstoßen haben. Auf dem Berg stehe ich. Hätten die Linken ihn damals mit offenen Armen willkommen, wird er jetzt da sitzen und keine Deutschlandflagge im Hintergrund haben.

03:02:43 Bin ich mir sicher. Das ist halt eine scheiß Idee, weil bei dem Thema bin ich halt bei denen. Das wird dir dann ultra interessant. Das wird dir dann ultra interessant. Ich will mit dem Baumkopf über Hegel reden. Ich kann nicht mehr. Oh, das ist auch interessant. Der hat viel zu Hegel. Also viel Falsches von dem. Aber du bist so ein kleiner Hegel-Experte. Das könnte tatsächlich interessant werden. Also richtig interessant.

03:03:27 Hallo! Hallo! Hallo Deutschland! Hallo Deutschland! So, ich gehe rüber zum Podcast zu neidern, ja? Kommt alle mit? Nee, ich bleib hier. Also im Voice bleib ich hier. Das ist nur für die Leute im Jet. Im Jet. Im Düsenjet? Im Düsenjet. Ja, okay, okay, okay.