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HUMANITÄRE KRISE IM MITTELMEER UND POLITISCHE WELTGESCHEHEN

Transkription

Es wurden kritische Situationen im Libanon mit militärischer Eskalation und humanitären Folgen diskutiert. Zudem wurden die UN-Resolutionen gegen Israel und die Veränderung der EU-Mission Irini zur Migrationsabwehr analysiert. Auf lokaler Ebene wurde die Arbeit der Streetworker in Berlin-Neukölln vorgestellt, die mit jugendlichen Menschen in benachteiligten Quartieren arbeiten.

Just Chatting
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Stream-Beginn und Absage des Interviews

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Der Stream startet ohne Bild des Streamers aufgrund technischer Probleme. Eigentlich sollte ein Interview mit Erik Marquardt stattfinden, das jedoch kurzfristig abgesagt werden musste. Grund sowohl die Erreichbarkeit von Marquardt als auch technische Probleme mit den Kameras. Der Stream gibt dennoch einen Einblick in die bevorstehenden Pläne, insbesondere eine Reise nach Norwegen im Anschluss an den Stream, wo von Mittwoch bis Freitag Livestreams geplant sind.

Norwegen-Expedition mit Greenpeace

00:09:47

In der kommenden Woche steht eine Reise nach Norwegen an, wo gemeinsam mit Greenpeace Live-Streams geplant sind. Konkret soll mit dem Schiff Witness vor Norwegen die Celtic Explorer abgeholt werden, ein Forschungsschiff von Greenpeace. Dort wurden in den letzten Wochen Daten aus der Tiefsee gesammelt. Geplant sind Schiffstouren, möglicherweise Delfin- und Walbeobachtungen sowie ein Interview mit Forschenden über Tiefseebergbau und dessen Bedeutung. Der Streamer hat extra eine neue Kamera dafür gekauft.

Kolumbianische Präsidentschaftswahlen

00:24:02

Bei den kürzlich abgehaltenen Präsidentschaftswahlen in Kolumbinien hat keiner der beiden Hauptkandidaten die erforderliche Mehrheit erreicht. In die Stichwahl am 31. Mai gehen der rechtsgerichtete Anwalt De La Espriella und der linke Senator Cepeda. Cepeda will die Reformen des bisherigen Amtsinhabers Petro fortsetzen, während De La Espriella für einen harten Sicherheitskurs wirbt. Der Wahlkampf war von einer angespannten Sicherheitslage und Anschlägen überschattet.

Deutschlands Rolle im UN-Sicherheitsrat

00:27:20

Deutschland wirbt aktiv um einen Sitz im UN-Sicherheitsrat. Außenminister Wadepol betont dabei die Rolle Deutschlands als Vermittler und Vertreter der internationalen regelbasierten Ordnung. Die Bewerbung erfordert eine Zweidrittelmehrheit der UN-Mitgliedstaaten. Wadepol betont, dass Deutschland zwar eine besondere Verantwortung für Israel habe, aber auch das internationale Recht verteidige und an Siedlungspolitik kritisiere. Die Bewerbung wird jedoch als Herausforderung gesehen, da sie möglicherweise Stimmen aus globalen Süden kosten könnte.

Israel auf UN-Schwarzer Liste

00:33:10

Die UN hat Israel auf ihre schwarze Liste von Akteuren gesetzt, denen in Konflikten systematische sexuelle Gewalt vorgeworfen wird. Ein aktueller Bericht wirft israelischen Soldaten sexuelle Gewalt gegen Palästinenser vor, einschließlich Vergewaltigungen und Schüssen auf Genitalien. Israel reagierte empört und brach den Kontakt mit dem UN-Generalsekretariat unter Guterres ab. Russland befindet sich ebenfalls auf dieser Liste. Der Bericht wirft beiden Ländern zudem wiederholt den Zugang für UN-Ermittler vor.

Militärische Eskalation im Libanon

00:40:35

Trotz vereinbarter Waffenruhe hat Ministerpräsident Netanyahu eine Ausweitung des militärischen Vordringens im Libanon angeordnet. Israelische Truppen rückten weiter in den Norden vor und brachten strategische Positionen unter ihre Kontrolle. Die Operation erfolgte nach Beschuss durch die Hisbollah-Miliz. Die libanesische Regierung und die UN werfen Israel vor, gegen die Waffenruhe zu verstoßen. Frankreich forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Seit März wurden im Libanon über 3.370 Menschen getötet und mehr als 1,2 Millionen vertrieben.

EU-Mittelmeermission Irini

00:47:20

Die EU-Mittelmeermission Irini zur Durchsetzung des Waffenembargos gegen Libyen wird neu ausgerichtet. Statt Waffenkontrollen soll die Mission künftig nur noch als Migrationsabwehr dienen. Griechenland und Frankreich lassen das ursprüngliche UN-Mandat auslaufen und stattdessen unterstützt die EU das abtrünnige Ostlibyen mit Überwachungstechnik und der Ausbildung libyschen Personals zur Flüchtlingsboot-Abfangen. Die libysche Küstenwache, die aus EU-Geldern finanziert wird, ist bekannt dafür, auch auf NGO-Schiffe zu schießen.

EU-Mission Irini umstrukturiert

00:49:48

Die EU-Mission Irini wird von einer Waffenembargo-Überwachung zu einer Migrationsabwehrmission umgebaut. Der Fokus verlagert sich von der Verhinderung von Waffenschmuggel auf die Abwehr von Migration. Dabei wird Ostlibien, das bisher kaum einbezogen war, nun stärker eingebunden. Die neue Ausrichtung geht insbesondere auf Griechenland und Frankreich zurück, die ursprünglich die Resolution zum Waffenembargo entworfen hatten. Bisher war Libyen vor allem als Ausgangspunkt für Fluchtrouten relevant, die EU verfolgt nun jedoch eine sogenannte Ein-Libyen-Politik, die die Rivalität zwischen Tripolis und Benghazi mit Geld und Aktivitäten übertüncht.

EU finanziert libysche Grenzkontrollen

00:51:43

Laut Vertragsentwurf soll die EU-Mission Irini in der ostlibischen Hauptstadt Benghazi ein maritimes Lagezentrum errichten und in Tobruk einen Überwachungsturm mit Radar- und Sensortechnik aufbauen. Diese Infrastruktur soll dauerhaft in libyschem Besitz übergehen. Gleichzeitig wird libysches Personal auf Schiffen der Mission sowie in EU-Ausbildungszentren und direkt in Libyen geschult. Die Kurse umfassen IT-Systeme, Boardingverfahren und Radarführung sowie einen einstündigen Menschenrechtskurs. Die EU betont jedoch, dass sie für Handlungen libyscher Kräfte keine Verantwortung übernehmen werde.

Kritik an EU-Migrationspolitik im Mittelmeer

00:53:10

Der Streamer kritisiert scharf die EU-Politik im Mittelmeer, bei der libysche Küstenwache mit EU-Geld, Ausrüstung und Technologie ausgerüstet wird, um Flüchtlinge auf dem Meer abzufangen und nach Libyen zurückzuholen. Diese sogenannten Pullbacks werden als Pushbacks durch die Hintertür bezeichnet. Frontex übernimmt dabei die Luftaufklärung. Kritiker weisen darauf hin, dass in Libyen systematisch Misshandlungen, Folter und Tod von Geflüchteten an der Tagesordnung sind und 90 Prozent der Geretteten Folterzeichen aufweisen. Die EU wolle Menschen nun aktiv an der Flucht hindern und sterben lassen.

Fußball als politisches Instrument

01:09:47

Der Streamer analysiert, wie Fußball, insbesondere im Kontext der anstehenden WM 2026 in den USA, als politisches Instrument instrumentalisiert wird. Er diskutiert den Fall Bosnien-Herzegowina, dessen Fans einen 15 Jahre alten Song über das Auswandern in den USA zur inoffiziellen WM-Hymne machten. Gleichzeitig geht er auf die politischen Spannungen rund den Iran bei der WM ein und wie Footballstaaten wie Usbekistan Fußball gezielt für ihre internationale Imagepflege nutzen. Auch die Arbeitskämpfe und Proteste rund um die WM in den USA, insbesondere gegen den Einsatz von ICE, werden thematisiert.

WM in den USA zwischen Enthusiasmus und Protest

01:34:19

In der zweiten Hälfte des Streams dreht sich viel um die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA. Während manche Fans sich auf das Ereignis freuen, gibt es auch massive Kritik: Die Ticketpreise sind extrem hoch und für viele unerreichbar. Zudem sorgt der geplante Einsatz von ICE (Immigration and Customs Enforcement) bei der Sicherheit der WM für Besorgnis. Gewerkschaften drohen mit Streiks, da sie die Präsenz von ICE als Bedrohung für marginalisierte Mitarbeiter und Fans sehen. Gleichzeitig wird die politische Instrumentalisierung der WM durch Trump und die FIFA kritisiert.

Leidenschaft und Leistungsgesellschaft

01:48:06

Im Stream wird über die Leistungsgesellschaft gesprochen und wie Menschen mit ihrer Leidenschaft umgehen. Es wird diskutiert, dass Leidenschaften sich im Laufe des Lebens ändern können und auch im Alter noch neu entstehen können. Der Streamer erwähnt seine Faszination für mechanische und anatomische Aspekte des menschlichen Körpers, sowie das Interesse an unterschiedlichen Körperkonstitutionen anstelle klassischer Schönheitsideale. Auch äußert er sich über die Bedeutung von Faszination und Leidenschaft im Leben und wie diese sich entwickeln können.

Fußball in Usbekistan

01:51:07

Es wird über die Veränderungen im usbekischen Fußball gesprochen. Seit 2019 fördert der Präsident den Fußball und steigt die Bedeutung der Sportart kontinuierlich. Die Regierung baut Trainingsanlagen und unterstützt die Nationalmannschaft intensiv. Die Spieler fühlen sich vom Staat unterstützt und es herrscht ein Gefühl von Stolz und Einigkeit. Die Sportausgaben haben sich mehr als verzehnfacht und belaufen sich auf etwa 250 Millionen Dollar im Jahr. Die Nationalmannschaft wird als Symbol des neuen, modernen Usbekistans angesehen.

Frauenfußball und patriarchale Strukturen

01:54:10

Es wird über die schlechte Situation des Frauenfußballs in Deutschland gesprochen. Der Frauenfußball wird finanziell schlecht behandelt und benachteiligt im Vergleich zum Männerfußball. Diese Benachteiligung wird als strukturelles Problem des Patriarchats beschrieben. Frauen werden systematisch weniger gefördert und haben weniger Ressourcen zur Verfügung. Auch im Gaming-Bereich gibt es ähnliche Ungleichheiten, wo Jungen früh an Konsolen herangeführt werden, während Mädchen weniger Chance auf Förderung haben. Es wird argumentiert, dass diese Systeme erhalten bleiben sollen, anstatt sich zu ändern.

Diskussion über Fußball und Frauenförderung

02:00:27

Es wird über die Situation im deutschen Fußball weiter diskutiert, insbesondere über die Behandlung von Frauenfußballmannschaften. Viele reine Frauenfußballmannschaften werden von Vereinen mit erfolgreichen Männermannschaften aus der Bundesliga gedrängt. Der FCB-Frauen teilt sich möglicherweise nicht mehr das Stadion mit den Männern. Es wird auch auf die Situation beim usbekischen Fußball Pachtakor eingegangen, der Tabellenführer der Nationalliga ist und fünf Spieler in der Nationalmannschaft hat. Trotzdem gibt es nur wenige Zuschauer bei Spielen.

Internet in Russland

02:08:14

Es wird über die Internetbegrenzungen in Russland gesprochen. Viele Plattformen wie YouTube, Instagram und Telegram sind gesperrt oder werden verlangsamt. Die Behörden versuchen, den Einfluss westlicher Plattformen zu begrenzen und propagieren ein russisches eigenes Internet. Es wird über die Auswirkungen auf die Bevölkerung gesprochen, die sich an diese Einschränkungen gewöhnt haben. Viele befürchten, dass dies nur eine Generalprobe für eine totale Abschaltung des Internets ist.

Propaganda und Kontrollmechanismen

02:11:54

Die russische Propaganda nutzt verschiedene Methoden, um die Bevölkerung auf die Internetbegrenzungen vorzubereiten. Im Staatsfernsehen werden die Einschränkungen als notwendig für die Sicherheit dargestellt. Propagandisten vergleichen das Internet mit einer Drogensucht und fordern Gebete vor der Internetnutzung. Es wird auch über den staatlichen Messenger 'Max' gesprochen, der als Ersatz für gesperrte Plattformen dienen soll, aber als umständlich und unbenutzerfreundlich beschrieben wird.

Alltagsleben ohne Internet in Moskau

02:28:30

Ein anonymer Reporter berichtet aus Moskau, wie das Leben ohne mobiles Internet funktioniert. Viele kleine Unternehmen haben in den ersten Tagen des Shutdowns bis zu fünf Milliarden Rubel verloren. Menschen sind von Navigationssystemen abhängig und haben Schwierigkeiten ohne Internet zurechtzukommen. Während sich die einen über die Situation beschweren, akzeptieren die anderen stillschweigend die Einschränkungen. Viele sind sich unsicher über die wahren Gründe für die Internetbegrenzungen.

Messenger und Kommunikation

02:36:33

Es wird über verschiedene Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal, Telegram und Threema diskutiert. Der Streamer erzählt von seinen Erfahrungen mit diesen Plattformen und wie seine Gewohnheiten sich verändert haben. Immer mehr Menschen wechseln zu Signal wegen Datenschutzbedenken gegenüber WhatsApp. Der Übergang wird aber erschwert, da viele Kontakte weiterhin WhatsApp nutzen. Auch die Kosten früherer Messenger wie Threema werden thematisiert, die als Hürde für den Wechsel galten.

Planänderung und Signal-Nutzung

02:42:24

Ich habe bisher Signal nicht gebraucht und mache alles über WhatsApp, Discord und Instagram. Signal ist jetzt meine Wahl bei progressiven Menschlees, Gruppen, NGOs und Organisationen. Ich frage nach Bezug zu Berlin-Neukölln, da mein Bruder dort wohnt. Ich habe wenig Bezug zu Neukölln und frage nach einem Reaktiv, das aus zwei PNGs besteht: eine Stillerfassung und eine Bewegterfassung. Ich habe sogar einen V-Tubing-Charakter und werde mit der neuen Puls-Reportage nach Neukölln gehen.

Streetworker in Berlin-Neukölln

02:43:03

Ein Freund und meine Ex wohnen in Neukölln, ständig gibt es Nina-Warnungen wegen der Gefahr. Ich werde drei Tage als Streetworkerin in Berlin-Neukölln unterwegs sein und sehe mich an, was Streetworker machen. Ich finde heraus, dass es sich emotional sehr belastend anfühlen kann und frage nach der Bedeutung der Arbeit für Jugendliche. Nach dem Amtsgericht besuche ich Yassin und Jesper vom Verein Gangway, die Streetworker sind und Jugendliche zu ihrer Verhandlung begleiten. Ihre Hauptaufgabe ist, für die Jugendlichen da zu sein und Unterstützung zu bieten.

Gerichtsverhandlung und Streetworker-Einsatz

02:46:04

Yassin und Jesper erzählen, dass sie nicht verantwortlich dafür sind, dass die Jugendlichen keine Schlimmes mehr tun, aber das Vorhandensein von Sozialarbeitern im Jugendgericht gewichtig ist. Vor der Verhandlung spreche ich mit einem 10-jährigen Jugendlichen namens Bilal, der in eine Schlägerei verwickelt war und jetzt eine Anzeige hat. Die Verhandlung ist nicht öffentlich, daher darf die Kamera nicht mit rein. Ich werde beobachten, wie Streetworker sonst arbeiten und hatte einen Tag vorher schon einen Einblick in ihre Straßensozialarbeit erhalten.

Erfahrungen mit Gerichten und Straftaten

02:48:39

Viele Zuschauer teilen ihre Erfahrungen mit Gerichten und Straftaten. Es geht um Klagen gegen Facebook, Cannabisbesitz, Autounfälle, Personalausweis nicht aktualisiert, Diebstähle, Vandalismus und mehr. Ein Zuschauer war mit 14 wegen Sachbeschädigung und schwerer Brandstiftung angezeigt, ein anderer hat wegen Molotow-Cocktails geworfen. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich die Lebensläufe sind und wie oft Jugendliche schon mit dem Justizsystem in Kontakt kommen. Die Streetworker bemerken, dass die meisten jungen Menschen, mit denen sie arbeiten, einen Migrationshintergrund haben und oft von Stigmatisierung, Diskriminierung und Rassismus betroffen sind.

Tägliche Arbeit der Streetworker

02:53:54

Streetworker machen aufsuchende Jugendsozialarbeit und gehen aktiv an Orte, an denen sich Jugendliche aufhalten. Sie basieren ihre Arbeit auf Freiwilligkeit und sind viel unterwegs. Oft treffen sie viele Jugendliche, aber manchmal auch keinen. Sie haben einen guten Fahrplan und versuchen, Jugendliche anzusprechen und ihnen Gangway vorzustellen. Sie bekommen ein Team-Shirt und eine Tasche mit Materialien wie Erste-Hilfe-Set, Stressbälle, Feuerzeuge, Kaugummis und Kondome. Drogenkonsum ist eines von vielen Themen, mit denen sie konfrontiert sein können, aber auch Gewalt, Wohnungslosigkeit oder Hilfe bei Schul- oder Ausbildungsfragen.

Gentrifizierung und Armutsquote in Neukölln

02:57:10

Yassin und Jesper erzählen, dass man in Neukölln die Gentrifizierung sehr spürt und viele Jugendliche frustriert sind, weil sich ihre Welt stark verändert hat. Berlin zählt zu den Bundesländern mit einem besonders hohen Anteil armutsgefährdeter Menschen und Neukölln hat innerhalb Berlins die höchste Armutsquote unter jungen Menschen. Nachdem Yassi zu einem anderen Termin muss, gehen Ron und ich zu zweit weiter. Wir besuchen das Kinder- und Jugendzentrum Manege, wo die Streetworker immer wieder vorbeikommen, um zu sehen, ob ihre Arbeit gebraucht wird.

Erste Anspracheversuche und Herausforderungen

03:00:03

Nach etwa drei Stunden treffen wir endlich zwei Jugendliche, die ich ansprechen will. Ich bin etwas aufgeregt und frage, ob sie öfter in der Gegend sind und ob sie Gangway kennen. Die Kinder sind misstrauisch und verweisen auf die Anweisung ihrer Mamas, nicht mit Fremden zu reden. Trotzdem versuche ich, ihnen die Angebote von Gangway zu erklären, aber sie haben wenig Interesse. Die Ansprache ist nicht einfach, und ich habe großen Respekt vor den Streetworkern, die täglich diese Herausforderungen meistern. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen merken, dass echtes Interesse an ihnen besteht.

Persönliche Grenzerfahrungen der Streetworker

03:02:41

Ron erzählt von einer Grenzerfahrung in seinem Job, bei der eine junge Frau am Alexanderplatz Suizid begangen hat. Der Suizid ist an seinem Geburtstag passiert, was ihn emotional sehr belastet hat. Er gibt zu, dass er manchmal denkt, den Job nicht mehr machen zu können, aber die Arbeit mit den Jugendlichen und seinem Team macht ihm Spaß. Ich selbst habe ebenfalls gelernt, als Streetworker muss man manchmal eine Distanz wahren, um abschalten zu können, aber es ist oft schwerer als man denkt. Ron hat nach diesem Ereignis einen neuen Weg gefunden und freut sich auf die Arbeit mit den Jugendlichen in Neukölln.

Behördliche Herausforderungen und Bürokratie

03:06:27

Bei der offenen Sprechstunde hilft Musa, der seit sechs Monaten aus der Haft ist und keine Arbeitserlaubnis hat, weil er nur eine Duldung besitzt und wegen bewaffnetem Raub in Haft saß. Wir sortieren seine Dokumente und stellen fest, dass seine Duldung bald abläuft. Wir müssen schnell die Ausländerbehörde kontaktieren, um die Duldung zu verlängern. Die Bürokratie ist kompliziert und unübersichtlich, besonders für Menschen mit Deutsch als Fremdsprache oder ohne Unterstützung. Die Streetworker helfen, Briefe von Behörden zu verstehen und Termine zu organisieren.

Gruppenaktion mit Jugendlichen

03:11:24

Jesper und Yasin bringen mich zu einer Gruppenaktion, wo ich Bilal und seinen Freund vom Gericht wiedertrifft. Meine Aufgabe ist, die Jungs besser kennenzulernen und ihnen zu zeigen, dass ich echtes Interesse an ihnen habe. Die Gruppenaktionen können unterschiedlich aussehen, heute treffen wir eine befreundete Jungsgruppe zum Essen. Die meisten der Jungs sind unter 18, und ich fühle mich als einzige Frau wohl. Wir sprechen über Themen wie Rollenbilder und Polizei. Die Jungs erzählen von ihren Erfahrungen mit Razzien und Polizeiobservierungen, was sehr emotional wird.

Emotionale Belastung und Balance im Job

03:19:37

Die Beziehung zu den Jugendlichen ist oft sehr intensiv, aber man muss sich eine gewisse Distanz bewahren, um abschauen zu können. Ron erzählt, dass er Fälle hatte, in denen er sich entscheiden musste, nicht weiter zu unterstützen, besonders bei sexualisierter Gewalt. Es ist nicht einfach, diese Balance zu finden, und manchmal wachsen einem bestimmte Jugendliche ans Herz, deren Schicksal einen fertig macht. Trotz der emotionalen Belastung macht die Arbeit mit den Jugendlichen und dem Team in Neukölln Ron viel Spaß, und ich habe ebenfalls großen Respekt vor dieser wichtigen Arbeit.

Abschied und Norwegen-Planung

03:23:45

Ich bedanke mich für den Einblick in die Streetworker-Arbeit und erwähne, dass wir in letzter Zeit zu wenig PULS-Reportagen geschaut haben. Ich kündige meinen Flug nach Norwegen an und erwähne, dass ich am nächsten Tag nicht live sein werde. Ich präsentiere den Plan für die Tage in Norwegen, wo wir viel mit dem Schiff unterwegs sein werden, Wale und Delfine sehen und Interviews mit Forschenden führen. Ich freue mich besonders auf die Themen Tiefsee und Tiefseebergbau und hoffe, ein politisches Interview einbauen zu können. Ich bittet um Unterstützung für die Deep Arctic Challenge und verabschiede mich für den Tag.