Harte Strafen, Schulden, Knast – Klima-Protest am Ende? !snocks !naturtreu
Klima-Proteste: Hohe Strafen und finanzielle Risiken für Aktivisten
Klimaaktivisten sehen sich massiven juristischen Konsequenzen ausgesetzt. Neben Gefängnisstrafen drohen hohe Schulden durch Bußgelder und Schadensersatzforderungen. Dies gefährdet die Finanzierung von Protesten und stellt die Bewegung vor existenzielle Herausforderungen. Die Entwicklung wirft Fragen zum zivilen Ungehorsam als Mittel des politischen Protests auf.
Stream-Einleitung und Technikvorbereitung
00:00:0000:00:00 Mal klicken, dann sieht der Chat ein bisschen Regie. Entschuldigung, ich bin so stolz da drauf. Hallo, hallo, hallo. Oh mein Gott, oh mein Gott. Nice. Ich liebe alles. Passt. Danke dir, Lori. Du bist die Beste. Oh, und da ist sie weg. Bis später. Bis später. Tschüssi. Hallo, Chat. Wartet kurz, ich muss euch noch... Ich hab euch noch nicht da, Leute. Beruhigt euch. Ich hab euch... Ich seh euch noch gar nicht.
00:00:33 Guten Morgen. Ich habe noch Techniktest mit Dori gehabt. Das hat ein bisschen gedauert, weil wir mehr Einstellungen haben. Oh Gott, diese Studie sieht so schön aus. Ich bin wirklich... Ich sage es, wie es ist. Mir geht ein bisschen einer ab. Wartet kurz. Ich habe auch die Benachrichtigung. Das stimmt natürlich gar nichts. Ich mache mal die Überschrift noch. Ich bin sofort da.
00:01:05 Warte mal kurz. Was schreibe ich denn in die Überschrift? Ähm, äh, ab zwölf Gaming und Politik Live Talk. Klingt geil, oder?
00:01:21 Also, das mache ich glaube ich selbst. Dann nochmal auf ein neues Guten Morgen, Kim. Guten Morgen, ich grüße euch. Du siehst unser Anglitz noch gar nicht. Jetzt sehe ich euch. Oli Boss, ich danke dir für dein Prime. Schön, dass du da bist. Einen wunderschönen guten Morgen. Jetzt sehe ich euch so. Ich mache mir mal Musik an und euch auch. Und dann mache ich die Tür zu. Es ist nämlich kein Hund da, außer Maxim. Der sitzt drüben und streamt drüben.
00:01:54 So, jetzt komme ich einmal zur Ruhe hier. Einen wunderschönen guten Morgen. Wie geht's euch? Habt ihr das Gefühl, ihr könnt in diesen wunderschönen, traumhaften Mittwoch mit mir starten? Guten Morgen, Handshakes. Hallo, Timon. Hallo, Kuro. Hallo, Micha. Hallo, Stateflu. Guten Morgen, Diebel. Schön, dass du da bist. Einen wunderschönen guten Morgen. Es ist so schön. Es klappt alles. Ich liebe es irgendwie. Die Technik ist so eingespielt mittlerweile.
00:02:23 dass ich drei Kabel einstecke. Für den Stream jetzt habe ich ein bisschen was umgestellt. Da habe ich was mehr gebraucht, weil wir noch euch als Chateinblendung brauchen, weil ihr sehr aktiv daran teilnehmen werdet. Aber insgesamt ist es immer so smooth. Es ist so wundervoll. Ich muss noch ein, zwei Sachen kommunizieren. Weil ich heute Morgen noch mal mich eine halbe Stunde mit dem wundervollen Maxim zusammengesetzt habe. Wundert euch da nicht.
00:02:50 Wir dürfen alle teilnehmen, wir dürfen alle teilnehmen, ja? Maxim wird euch betreuen. Maxim wird euch betreuen und ich freue mich da sehr drauf, tatsächlich. Richtiger Profi mittlerweile, übel. Also auch die Regie, es ist alles, keine Ahnung, es ist halt eine normale Regie. Ich bin schon ein bisschen stolz drauf, muss ich ganz ehrlich sagen. Richtig Bock drauf nachher. Ich habe richtig Lust auf den Talk. Ich mag das irgendwie. Früher war das immer so ein, heute ist was Specialiges und anstrengend und so. Und mittlerweile ist es so eingespielt.
00:03:18 Das ist irgendwie einfach nur noch Vorfreude. Das ist richtig cool. Benehmt euch also. Wir wollen, dass Maxim immer wiederkommt. Ja, wir wollen, dass Maxim immer wiederkommt. Deswegen benehmt euch. Exakt. Schneekönigin, guten Morgen. Danke dir für 36 Monate. Vielen, vielen Dank dafür. Wir bekommen sogar einen Betreuer. Ihr bekommt diesmal sogar einen Betreuer, ja? Tatsache. Tatsache. So sieht es aus.
Kritische AfD-Analyse und Intelligenzdebatte
00:03:4800:03:48 Okay, ich muss gleich noch ein, zwei Sachen schreiben. Aber wir machen erst einen wunderschönen Start hier. Weil wir haben ja noch Zeit. Also wir haben noch locker bis um 12 Uhr Zeit, unser eigenes Streamprogramm zu machen. Heute Abend Ines Schwertner und Beatrix von Storch in der Talkshow. Ist das die... Ach nee, Quatsch. Nee, Blödsinn. Da ist ja der Ösi zu Gast. Dann ist diese Woche eine ganz schwierige Talkshow-Woche. Könnte das sein? Aber warum setzt man denn bei Lanz?
00:04:20 Aber warum denn Beatrice von Storch? Warum? Womit haben wir das verdient? Also ernsthaft? Ja, ich meine, die AfD ist so gesellschaftsfähig, da sind wir mittlerweile angekommen, dass sich da auch keiner mehr groß drüber wundert, dass wir eine Beatrice von Storch in den Talkshows haben. Und es auch keinen Aufschrei gibt. Wir sind halt echt kein Demonstrationsland. Also die gestrige Maischberger Sendung hätte auch GästInnen, die nun ja. War da der Österreicher, der...
00:04:49 Nee, nicht FPÖ. Wie heißt er?
00:04:58 Kurz. Kurz war doch da, oder? Aber warum nur die zweite Reihe der AfD? Das ist nicht die zweite Reihe der AfD. Ich glaube, Frau von Storch ist viel mehr erste Reihe, als wir denken. Ich glaube, Frau Beatrice von Storch wird noch sehr viel relevanter werden. Da war Precht und redete über Meinungsfreiheit. Ja gut, das brauchen wir nicht sehen. Da haben wir jetzt nicht mehr. Gestern war Restl da und der Rest war gruselig. Okay, ich ähm, also...
00:05:26 Ich bin nicht böse drum. Wir haben noch Miosga von am Sonntag. Da war wenigstens Klingenbeil. Also Frau Schwertner, Sie und die AfD haben ja eines gemeinsam. Bei den letzten Wahlen haben Sie beide sehr stark zugelegt. Offenbar werden die Ränder stärker. Was sind denn sonst noch Ihre Gemeinsamkeiten? Ich sehe die Frage kommen. Oh, ich dachte ganz kurz, die wäre schon gestellt worden. Aber wie ernsthaft ich sie auch vorlese, weil ich so denke, ja, kann gut sein. Kann gut sein, dass die gestellt wurde.
00:05:51 Oh Mann. Ja, also ich bin für alles offen, sag ich mal. Ich bin jetzt nicht so erpicht, ja, erpicht da drauf, Frau Beatrice von Storch zu sehen, um ganz ehrlich zu sein. Die kommt doch zu 100 Prozent. Weiß ich nicht. Also wir müssen ja keine... Macht die Hasen nicht scheu, Leute. Wir müssen das ja nicht vorwegnehmen schon. Ich mach kurz die Camps im Hintergrund aus, damit die noch ein bisschen ruhen können, ja? Ich glaub nicht, dass die vorkommen. Ich glaub wirklich nicht. Ich möchte etwas sagen, das passiert nicht.
00:06:28 Ich möchte einfach sagen, dass die nicht kommt. Es funktioniert einfach alles. Aber warte mal. Ich dachte kurz, warum habe ich denn kein Bild auf dem Fernseher? Jetzt ist das Bild. Jetzt passt das auch. Ich überlege gerade, ob ich euch denn was größer mache. Ich bin mir nicht so sicher, ob Maxim schlechte Augen hat, um ehrlich zu sein.
00:07:30 Mach mal eins größer, oder? So ist, glaube ich, schöner. Oh, ich habe richtig Bock auf diesen Stream, muss ich sagen. Ich würde das so pauschal jetzt nicht sagen. Ich glaube auch nicht, dass Frau von Storch dumm ist. Frau von Storch hat nicht unsere Ansichten, aber dumm ist die Frau ganz, ganz sicherlich nicht. Also, also für sure wirklich nicht. Ich würde die nicht als dumm abstempeln.
00:07:58 Also, die ist nicht dumm. Das ist schon lange nicht mehr. War sie auch nie. Da ist so viel Systematik hinten dran. Die sind ziemlich geschickt sogar, würde ich sagen. Also, weiß ich nicht. Frau von Storch ist auch nicht dumm. Die hat auch eine sehr lange Familienhistorie, die nicht zu unterschätzen ist. Da wäre ich sehr vorsichtig mit. Weiß ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass eine...
00:08:21 dass eine Ines Schwertner da automatisch gewinnt. Also die AfD ist vor allem so gerissen, dass die, glaube ich, das ganz gut rausmoderiert bekommen unter sich. Ich glaube, ich würde da nicht so drauf wetten. Ich würde da wirklich nicht drauf wetten, Leute. Macht euch nicht die Hoffnung. Von Storch ist vor allem super vernetzt und ziemlich gefährlich. Ja, das glaube ich nämlich auch. Ich wäre da nicht so locker. Also ich bin mir sehr sicher, dass gerade über Frau von Storch werden wir auch noch eine Dokumentation bekommen. Bin ich mir sehr, sehr sicher.
00:08:50 Die AfD nicht, aber von Storch halte ich persönlich einfach für wirklich nicht besonders schlau. Ja, das stimmt, aber ich glaube, das stimmt nicht. Und schlau sein und rechtsradikal sein schließt sich ja auch nicht aus. Äh, nee, ich glaube, dass Frau von Storch gerade mit ihrer Familienhistorie politisch unglaublich verankert ist. Und schlau können wir jetzt drüber diskutieren. Sie ist aber vor allem politisch unglaublich erfahren. Ähm, ich würde da jetzt nicht sagen, weiß nicht. Frau von Storch wird halt einfach Fakten läuten, da kann man nicht gewinnen. Nee.
00:09:18 Exakt. Und ob wir das jetzt als schlau oder nicht schlau bezeichnen, da können wir, glaube ich, wirklich drüber diskutieren. Und dass diese Partei einfach wirklich die ekelhaftesten Rechtsaußenansichten und Menschen hat, da brauchen wir auch nicht drüber diskutieren. Aber ob sie schlau ist oder nicht, ich halte die alle für sehr intelligent. Die haben halt eine sehr tiefsitzende rechte Ideologie. Das heißt aber nicht, dass die dumm sind.
00:09:43 Sie wollte die Sonne verklagen. Die Sonne verklagen ist genauso wie das Schnitzel von Alice Weidel in Meme. Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass Frau Weidel wirklich denkt, dass sie uns das Schnitzel wegnehmen wollen. Das ist Meme-Material, was einfach Potenzial hatte, durch die Decke zu gehen und in ganz Social Media verbreitet wurde. Und das hat hervorragend geklappt. Bis heute.
00:10:05 Weiß ich nicht. Das war doch gezielt dumm formuliert. Das war komplett gezielt dumm formuliert. Die einen Anhänger feiern es, weil es so dumm ist und die anderen glauben es, weil sie wirklich dumm sind. Ich weiß nicht. Also ich glaube, wir müssen die sehr, sehr viel ernster nehmen. Und ich glaube, dass Frau von Storch für uns vielleicht da anders wegkommt. Das macht auch jede Partei ein.
00:10:28 Also so sich auf Bühnen stellen und Lügen und vor allem das komplette Gegenteil vom Parteiprogramm behaupten, das macht in der Form nur die AfD. Die CDU kommt da mittlerweile nah ran, also ich gebe dir recht, Friedrich Merz kommt da auch dran, der hat ja auch Sachen behauptet, die Tage, die einfach in einer Minute zu widerlegen waren, wie diese, niemand hat jemals gesagt, ein Bürgergeld spart man 30 Milliarden, das war ja sehr schnell widerlegt.
00:10:52 Aber so dreist Lügen und vor allem der ganz, ganz große Unterschied ist nicht nur die Lügen, sondern die Wissenschaftsfeindlichkeit. Das ist der große Unterschied. Ich möchte gleich vorab noch an die Tabletten erinnern. Ich habe es gelesen, danke dir. Rechtsradikale Ideologien haben die alle, aber auch bei der AfD gibt es mehr oder weniger intelligente Personen. Halte zum Beispiel Höcke leider für sehr intelligent. Ja, und ich glaube eben, dass Frau von Storch da auch drunter zählt, sonst wäre sie nicht so weit gekommen. Ich weiß nicht. Oder zumindest mal gerissen.
00:11:19 Ob schlau oder nicht, ich glaube, die Diskussion ist überflüssig. Schlechte Promos, rein psychisch sogar doppelt so effektiv wie gute. Es ist auf jeden Fall Promo und es hat funktioniert. Also auch das Meme wird ja auch hier verwendet, auch von mir. Ich bin bei der Bundestagswahl und da geht nix. Man muss sich fragen, wo ist das Geld bei der BW? Bundeswehr? Bundeswehr. Können wir aufhören, Abkürzungen zu schreiben? Die machen mir den Stream echt seit ein paar Wochen richtig hart, muss ich gestehen.
Politische Lügen vs. Wissenschaftsfeindlichkeit
00:11:4500:11:45 Und ich habe es zum Glück auch schon bei LocoLea gehört, dass sie auch meinte, bitte hört auf, Abkürzung zu schreiben. Bitte schreibt es einfach aus oder schreibt bunt oder so. Das sind zwei Buchstaben mehr. Wo ist das Geld und das Ganze, was gesagt wurde? Naja gut, das ist die Frage, wo es eingesetzt wird, ne? Das hat doch niemals jemals gesagt mit den 30 Mal. Niemals jemals gesagt. Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen, wo Naturwissenschaft...
00:12:07 Naturwissenschaftler und philosophisch erklärt wurde, dass rechte Ideologie richtig dämlich und selbstzerstörlich ist. War sehr spannend. Ja, gut, okay. Das ist jetzt aber auch nichts Neues, oder? Aber es hilft uns ja alles nichts. Ist ja alles nichts, was funktioniert, ne?
00:12:22 März hat im Zusammenhang mit Migration und Abschiebung gestern gesagt, man habe noch Probleme im Stadtbild, aber würde diese wegen der Abschiebung ja noch in den Griff bekommen. Und Woidke stand daneben und hat genickt. Ja, ich habe es gesehen. Ich habe auch den Clip gesehen. Im Stadtbild ist gemeint, dass man durch den Park läuft und dort grillen halt Leute, die für Menschen, die sich daran stören, halt nicht klar Deutsch gelesen sind.
00:12:48 Ja, nicht bei uns, wo es gesagt wurde, dass es da eingesetzt wird. Gut, das kann ich jetzt nicht beurteilen. Ich habe keine Ahnung, wo du bei der Bundeswehr arbeitest. Ich glaube dir das, ja. Glaube ich dir. Aber das ist eine Lüge, die ein bisschen zu unterscheiden ist von der AfD. Also, Lumpi, vielleicht kommen wir überein, wenn ich sage, wir haben politische Lügen. Das passiert schon immer und durch alle Parteien.
00:13:13 Und wir haben wissenschaftsfeindliche Verleugnungen und Lügen und das kommt von der AfD. Ich glaube, da würde ich schon einen Unterschied machen. Weil an diese politischen Lügen haben wir uns leider so ekelhaft gewöhnt, dass man sagen kann, ja, dass ein Politiker lügt, das überrascht keinen mehr. Und das ist ja traurig. Aber es gibt schon einen Unterschied zwischen rechtsextremen Wissenschaftsverleugnungen.
00:13:38 und politischen Lügen, an die wir uns einfach gewöhnt haben, weil es einfach ein normales Bild unserer Politik widerspiegelt. Hallo Schenks, ich grüße dich, guten Morgen. Manchmal hilft es, wenn mir schlaue Menschen meine Werte bestätigen und mir sagen, dass gewisse Ansichten super feindlich und gefährlich sind. Einfach Support für mich.
00:13:58 Ähm, wenn Freunde dich darauf hinweisen, meinst du? Ja, for sure. Ich unterbreche mich auch immer noch häufig. Ich bin extrem in Rollenbildern aufgewachsen. Ich erwische mich dabei auch. Das ist so anerzogen, so internalisiert und so sozialisiert. Das haben wir alle, for sure. Frag mich manchmal, wie AfD-Argumentationslogik in der Grundschule funktionieren würde. Mathe, was ist 2 plus 2, 5? Oh, Michael, das ist aber falsch. Meinungsfreiheit und Neutralitätspflicht? Keine Ahnung. Es ist, also, ich, ja.
00:14:25 Ich bin dem irgendwie überdrüssig. So die Methodiken der AfD kennen wir alle. Und wir reden, falls euch das auffällt, gar nicht so häufig über die AfD. Wir reden sehr, sehr viel über die Oppositionspartei Die Linke und über die Koalitionsparteien, weil ich dieses ständige Reden über, wie dumm die AfD ist, einfach nicht für zielführend halte. Ist euch das aufgefallen, dass wir eigentlich sehr wenig über AfD reden?
00:14:48 dass wir sehr viel innenpolitisches und Weltgeschehen und aktuelle Politik machen und die AfD da nicht immer so krass stattfindet. Wir reden ziemlich wenig über die AfD. Und ich glaube, es bringt auch, also to be honest, glaube ich, bringt es auch nichts, die AfD auf dem Level ständig zu thematisieren. Aber kann ich mit falsch liegen, ne?
00:15:11 Was genau ist eigentlich mit intelligent gemeint, wenn wir darüber sprechen, dass AfD-Mitglieder... Okay, aus der Diskussion bin ich ausgestiegen, die fand ich nicht so spannend. Wir können uns darauf einigen, dass Ines hochintelligent ist, sie ist politisch hochgebildet und sticht in my opinion damit auch aus der Fraktion nochmal heraus. Aus welcher Fraktion? Obwohl ich da von der Partei, meinst du? Nö, ich finde, dass die Linke tatsächlich einige sehr...
00:15:36 sehr intelligente Menschen hat. Ich weiß nicht, ob man sie so als herausstechend bezeichnen muss. Also eine Heidi Reichenick halte ich auch für sehr intelligent. Eine Jan von Aachen auch.
00:15:49 Aber ja, muss ein bisschen Ines glazen, höre ihr sehr gerne zu. Ja, ich bin nicht so der Fan davon, wenn man slightly dann andere, also dieses sie sticht heraus, hat für mich immer so, schwingt so ein bisschen mit, dass sie ist die intelligenteste von allen, weil alle anderen reichen ihr nicht das Wasser und da bin ich irgendwie nicht so der Fan von. Liegt insbesondere daran, dass die AfD nahezu keine Inhalte bietet. Ja, aber man kann die AfD schon lang und breit besprechen.
00:16:16 Also sie reden ja auch viel, wenn der Tag lang ist. Man kann ja schon, ich halte die AfD nur für nicht so spannend. Ich würde gerne, also wir haben wirklich elementare Probleme in der Bundesrepublik und rede lieber über versehen politische Themen als über die AfD. Aber das ist irgendwie so unterschwellig passiert. Ich habe das nicht mit Absicht gemacht, um ehrlich zu sein. Clips, to be honest, zur AfD ist das Allermeiste schon gesagt. Ja, eben. So, man kann sie auch nicht mehr entzaubern.
00:16:43 Ich hatte gestern mit der Rosa-Lux-Stiftung ein Interview, die machen eine Studie. Das war sehr spannend. Und die haben auch gemeint, da ging es ganz kurz nur über dieses, wen lädst du ein, AfD-Politiker. Und da ging es auch ganz kurz um dieses, muss man sie nicht stellen und so als Standardfrage. Und ich war so, nee, brauchen wir nicht drüber reden. Sehe ich gar nicht und es auch mehrfach widerlegt, dass es funktioniert.
00:17:06 Habe ich gar nicht gefühlt. Appreciaten ohne abwerten müssen wir halt noch ein bisschen lernen. Ja, irgendwie schon. Ich habe das ja auch. Ich finde die ganzen Regierungen furchtbar. Gehe deswegen seit 15 Jahren nicht mehr wählen. Egal, was man wählt, es wird nicht besser. Ja, das ist schlimm, ne? Ich halte das wirklich für ein großes Problem in unserer Politik, dass Politik einfach so unnahbar und so verlogen geworden ist, dass man sagt, es ist mir scheißegal, wer gerade regiert. Es ist vom Regen in die Traufe.
00:17:34 Ich bin sehr nah dran an marginalisierten Gruppen. Also gerade schwarze Menschen habe ich im Freundeskreis. Ich habe trans Menschen im Freundeskreis. Und da sind auch viele genauso Politikverdrossen wie du, obwohl es sie direkt betrifft. Sie sagen nur, ich gehe halt wählen, dass es Hauptsache nicht die AfD wird. Weil wenn es die AfD wird, dann überlebe ich in diesem Land einfach nicht mehr. Und deswegen gehen meine Freunde noch wählen. Aber ich habe genauso Politikverdrossene Menschen, die auch...
00:18:01 selbst von Marginalisierungen betroffen sind, die sagen, ich sehe da nichts mehr drin. Ich verstehe das. Gibt es das Interview irgendwo später zu lesen? Das Interview nicht, weil es Teil der Studie ist. Ich glaube nicht, dass das komplette Interview irgendwo, also es ist kein Zeitungsartikel, sondern es ist einfach Teil einer politischen Studie. Aber das kommt, da gebe ich euch auf jeden Fall was zu. Wird halt aber auch erst recht nicht besser, wenn man sich nicht mehr beteiligt. Nee, exakt das so. Also...
00:18:27 Lumpi, die einzigen Möglichkeiten, die wir als Bevölkerung haben, ist zu demonstrieren, wenn uns was nicht passt und wählen zu gehen. Und ich muss sagen, dass ich diese beiden Möglichkeiten schon sehr stark in Anspruch nehme, weil ich es nicht auf mir sitzen lassen kann, was da zusammenregiert wird. Bei stark marginalisierten Gruppen ist der Unterschied zwischen den Parteien aber tatsächlich noch am größten. Das ja, das auf jeden Fall.
00:18:47 Danke fürs Bescheid geben, wenn die Studie raus... Ja, mach ich. Werde ich tun. Okay, ihr wundervollen Menschen, ich will nicht so lange labern, weil ich gerne relativ schnell in ein Thema rein starten würde, bevor wir zu viel Zeit verdüdeln. Bin ich ein Nazi, wenn ich ein Deutschland-T-Shirt trage und die Deutschland-Flagge im Zimmer habe? Also wenn das die einzigen Kriterien ist, nach denen ich dich bewerten soll, nee, das ist jetzt nicht die Definition von einem Nazi.
Debatte um Symbole und Klimaprotest-Konsequenzen
00:19:1200:19:12 Darf ich eine Rückfrage stellen, auf die du auch tatsächlich antwortest? Weil ich habe ganz oft Leute, die hier reinkommen, eine erste Nachricht reinflaggen, dann meine Antwort abwarten und dann nie wieder was schreiben. Deswegen, Janik, wenn ich dir jetzt eine Rückfrage stelle, beantwortest du sie mir auch? Gibt auch noch mehr Möglichkeiten Engagement in Gewerkschaften und Vereinen zum Beispiel? Ja, definitiv, aber dafür muss man auch erstmal die Zeit haben. Ja, okay, nice. Warum kommst du rein und warum ist das deine erste Frage? Was willst du damit bezwecken?
00:19:38 Also wie siehst du diesen Stream, dass das deine erste Frage ist? Es ist ja eine absolute Bullshit-Frage, wenn man mal drüber nachdenkt. Wie kommst du da drauf? Ich muss Gläser tauschen, das war eigentlich mein Ersatzglas. Na gut, jetzt habe ich draus genuckelt, jetzt muss ich es mir auch hinstellen. Mit Herrschaft meine ich monetär. Also weder AfD noch Linke werden die Herrschaftsverhältnisse großartig ändern, aber der Unterschied für BPOC und queere Menschen ist gigantisch. Ja, definitiv, ja.
00:20:08 Ich glaube, ich werde heute Mittag erst essen, Kuro. Nur, dass du Bescheid weißt. Ich habe gar keinen Hunger. Ich habe heute Nacht um 11 oder so noch gegessen. Oder um 10? Ich weiß gar nicht genau. Ich habe auf jeden Fall gestern mir Zimtminis geholt. Zum ersten Mal seit 20 Jahren, seit meiner Kindheit irgendwie. Weil ich festgestellt habe, dass sie vegan sind. Richtig geil. Sind fast alles vegan. Ich bin gestern irgendwie alle Süßigkeiten, alle Cornflakes meiner Jugend durchgegangen und habe festgestellt, dass das meiste vegan ist. Richtig geil. Okay.
00:20:37 Ihr wundervollen Menschen, wir haben aktuell eine laufende Sitzung, ne? Ah, die kommt erst heute Nachmittag. Habt ihr mitbekommen, dass Bundeswehr jetzt doch umgestellt wird oder nochmal besprochen wird auf Lotteriesystem quasi? Also, dass die Bundeswehr ausgelost wird, damit wir doch genug Menschen zusammen kriegen? Ich hatte das in der Kindheit nie, aber ich hatte die in der Kindheit auch nie. Ich hatte die ein-, zweimal bei Freunden.
00:21:03 Wir hatten nur ganz normale Cornflakes ohne Süß, ohne irgendwas. Diese trockenen. Aber das ist doch geplatzt. Ich dachte, dass darüber nochmal besprochen wird tatsächlich. Also die Zeitungen titeln schon Bundeswehrlotterie.
00:21:20 Maxime erzählt, er streamt aus dem Knast. Was hast du mit ihm gemacht? Bitte? Er sitzt in meinem Wohnzimmer. Wie die Tribute von Panem. Genau, ja. Ich dachte, das war ein Witz der Heute-Show. Nicht wirklich, oder? Es ist auf jeden Fall besprochen worden. Es ist noch nicht durch. Soweit ich weiß. Aber ein Scherz ist es nicht. Nee. Wir haben sich zerstritten und es kurzfristig abgesagt. Ist auch in den News. Ah, Wild. Schau an.
Geiselkrise in Israel und Kritik an Medienberichterstattung
00:21:4500:21:45 Ja, ne, kriege ich noch eine Antwort oder war das ja nur nicht ernst gemeint? Dein Stream-Tippel ist, dass er aus dem Bau streamt. Also die denken schon alle, dass du den eingesperrt hast. Das ist ja wohl eine absolute Frechheit, Leute. Ich möchte ganz kurz melden, dass ich Maxim nicht eingesperrt habe. Also wirklich. Warum habe ich denn keinen Ton? Ah, guck mal, ich habe ein extra Ticket bekommen.
00:22:27 Junge, dieses Mikrofon. Unfassbar. Ich habe dem gerade noch einen Ingwertee gemacht und einen Kaffee. Das ist ja wohl eine absolute Frechheit. Das Einzige, wie du wirklich beweisen kannst, dass du mich hier nicht eingesperrt hast, ist, wenn du nochmal den Wasserkocher aktivierst. Der steht in der Küche. Und dass ich mir nochmal Ingwertee und Kaffee machen kann. Unfassbar. Eine andere Möglichkeit, deine Unschuld.
00:23:08 vor dem Millionenpublikum hier zu beweisen, gibt es nicht. Unmöglich ist das. Unmöglich, Leute. Okay, also, passt auf, wir machen jetzt einen Deal-Chat.
00:23:21 Wir machen jetzt einen Deal. Und zwar, ich mache mir jetzt einen Tee und mache mir selbst auch mal einen Kaffee. Gab es auch vegane Croissants für Maxime? Ne, ich glaube es hackt. Die hole ich mir, wenn ich alleine bin. Das ist ein teuer Hallo. Schade auf deinem Chat, der hat auch einfach nur schade geantwortet. Wir machen jetzt einen Deal. Ihr sucht aus, was wir gleich schauen. Ich gebe das jetzt in eure Klassenzimmerhände. Ja? Ich gebe das in eure Klassenzimmerhände.
00:23:48 Achso, weil viele linke Menschen, die ich getroffen habe, das schon als Nazi abstempeln, wollte eine Meinung von dir hören, weil du mehr konstruktiver aussiehst.
00:23:55 Ich sehe konstruktiver aus. Da hätte ich direkt die nächste Nachfrage. Naja, danke dir, Janik. Ich mache mir jetzt einen Kaffee. Mache mir lecker Milch dazu warm. Und ihr sucht innerhalb dieser zwei Minuten aus, was wir schauen. Und das wird dann auch geschaut. Haben wir eine Auswahl? Ich möchte keine, also am liebsten was Langes. Also irgendwie Talkshow-Länge. Nichts Kurzes ist die Bedingung.
00:24:23 Und am liebsten was Innenpolitisches. Weil wir machen heute Innenpolitik. Wir haben heute noch Jens Jedi Ula zu Gast. Habe ich euch gesagt. Wir reden heute noch über Politik und Gaming. Ja? Ich hätte am liebsten eine Talkshow zum Reinkommen. Kommt schon ein bisschen drauf an, was für eine Deutschlandflagge da hängt, to be honest. Normale Deutschlandflagge, hat er gesagt.
00:24:45 Schwarz-Rot-Gold. Scheiße, hässlich unsere Flagge. Ist traurig. Aber können wir ja nichts dran ändern. Sollen sie doch machen. Mir doch wurscht. Können wir darüber reden, wie frech es von der Bahn ist, dass die einfach die Haltestellen nicht anfahren, um ihre Statistiken zu erreichen? Es ist die Bahn. So, ich bin sofort wieder da. Gebt mir zwei Minuten. So.
00:27:54 Nenon, ich danke dir für 102 Monate. Und Luxion, danke dir für 38 Monate. What the fuck? Vielen Dank dafür. So, ich habe einen Kaffee. Ich habe gerade gesehen, ich habe mich verkauft. Das heißt, es ist nicht mal ein veganer Kaffee. Lünscht mich nicht. Die Auge haben mich mega. Ich habe so Aufregingskaffee gekauft und damit es schnell gehen kann, weil die anderen jetzt langsam leer sind. Und ich habe mich verkauft. Ich habe die Classic gekauft. Und die Classics sind zwei in eins mit Milchpulver.
00:28:23 So eine kakker.
00:28:26 Wird mir auch immer wieder eine Pride-Flag aufhängen. Viel hübscher als so lame schwarz-rot-gold, sind wir ehrlich. Ja, mein Gott. Das sind halt alles Symboliken. Gibt halt Menschen, die sich von Vielfalt bevormundet fühlen. 102 Monate, das ist schon ein Brett. Übel, oder? Ja, sehe ich auch so. Ich bin schon ganz schön lange auf der Plattform. Du hast dich schon vor Ewigkeiten verkauft. Ich habe mich vor Ewigkeiten schon verkauft. Ich esse auch manchmal Quarkbällchen. Ich mag keine Quarkbällchen, ich bin ganz ehrlich. Habe ich nicht verstanden. Egal. Was schauen wir, Leute?
00:28:55 Nach diesen Kriterien sehe ich, to be honest, nur Miosga. Auf Maischberger hätte ich echt keine Lust hier bei den GästInnen. Naja gut, aber wir haben ja auch noch Markus Lanz, ne? Der läuft ja irgendwie drei, viermal die Woche. Otli hat eine milchalternative Version mit Popcorn-Geschmack. Ja, habe ich letztens bei einer Freundin getrunken. Ist ganz geil. Ist wirklich ganz geil. Ich bin über 30, ich bin morgens eh vielfaltig.
00:29:18 Okay, dann würde ich sagen, schauen wir mal in Mioska und Klingbeil rein, weil das Thema auch sehr, sehr aktuell ist. Ich hätte da gar nichts dagegen, um ehrlich zu sein. Was kostet uns der Aufschwung, Herr Klingbeil? Es ist aber nicht nur Herr Klingbeil, es ist auch mit dabei Ökonomin, Junge. Monika Schnitzer und Journalist Markus Preis. Da habe ich schon sehr viel Bock drauf, muss ich sagen. Wie sieht es bei euch aus? Darf ich da reingehen?
00:29:47 Mit dem Witz bist du nicht Ü30, sondern Ü50. Der kam nicht von mir. Ich sag's, wie es ist. Währdienst- und Losverfahren bei Lanz stand schon zur Debatte, oder? Stand noch nicht zur Debatte, aber Lanz ist immer...
00:29:59 Boah, mir wurde gerade gesagt, bei Lanz ist auch Precht und so wieder. Warte mal, ich gucke mal rein. Aber ich habe nicht so Bock auf Markus Lanz, bin ich ganz ehrlich. Lasst mich mal kurz schauen. Vom 14. Oktober zu den Sparplänen von Schwarz-Rot sowie über die Traumata der Ex-Geiseln in Israel und ihre Angehörigen über deren Hoffnung. Ja, ich habe nur mitbekommen, dass Israel auch wieder Gaza beschossen hat. Aus Versehen natürlich. Und nur, ne, weil ich...
00:30:25 Ich fand es auch so geil, dass Israel sich beschwert hat, dass die Hamas halt nicht alle, auch nicht alle Leichen quasi rausgibt und die Hamas so, naja, ihr habt uns komplett zerbombt. Also es gibt viele, die wir einfach nicht mehr finden. Es ist einfach, ihr schaut euch den Gazastreifen an, ihr habt uns komplett zerbombt. Wo, wie, also wir haben die nicht aus den Trümmern rausgeholt, nee, das stimmt.
00:30:50 Ich finde es so absurd, was gerade in Gaza wieder passiert und die deutsche Berichterstattung ist wieder eine Farce dazu. Wir machen das Thema heute nicht auf, vielleicht machen wir es morgen auf, ja. Die Hamas wird einen Fick gegeben haben auf irgendwelche Geiseln, die in irgendwelchen Trümmern liegen. Also selbstverständlich. Aber es ist so offensichtlich, wie Israel Ausreden sucht, den Gazastreifen weiter zu bebomben. Das, was noch übrig ist.
00:31:16 Auch schon vorher? Natürlich auch schon vorher. Es ist eine Terrororganisation. Was willst du von mir hören? Das ist hier jedem klar. Die Hamas ist eine beschissene Terrororganisation. Was willst du da hören? Sie benutzen aber die Hamas, um die palästinensische Bevölkerung weiter zu ermorden. Das ist das Ding.
00:31:36 Dass man überhaupt denkt, man macht einen Deal mit der Hamas. Dass die weltpolitische Bühne denkt, dass man mit der Hamas einen Deal machen kann. Das ist schon das Problem an der Sache. Und Netanyahu weiß das ganz genau.
00:31:53 Also ich bitte euch. So, das machen wir morgen als Thema. Können wir gerne morgen drüber reden. Liz Niko, danke dir für drei Monate im Voraus. Vielen, vielen Dank dafür. Dankeschön. Bei Lanz gab es Sparpläne. Ich muss gerade mal gucken. Ich sehe die Gäste nie. Ich finde die Markus-Sanz-Seite echt so ein bisschen meh. Also mehr dazu hier. Dort sind Ulrike Herrmann. Schaue ich mir sehr, sehr gerne an.
00:32:17 Ich finde es so geil, dass auch das so geschrieben wird, ne? Es geht nie um Gaza. Es geht um Israel und die Perspektive für die Region. So, fickt euch doch bitte.
00:32:42 Efrat Machikawa, Geiselangehörige. Die Nichte des vor acht Monaten aus der Geiselhaft der Hamas befreite Gali Moses spricht über die Traumata, der Ex-Ges muss horrible gewesen sein. Also das Leid dieser von den Hamas entführten, sowohl den Angehörigen in erster Linie, aber natürlich den Betroffenen selbst. Was ein unfassbarer Horror das sein muss. Okay, das geht mir zu sehr ins Gaza-Thema. Wir können Markus Lanz sehr gerne morgen machen.
00:33:09 Oder Gaza per se als Thema. Muss nicht mit Lanz sein. Aber ich glaube, ich fühle dann heute, weil wir heute so in Politikthema gehen, fühle ich eher Miosker.
00:33:20 Ich dachte, wir schauen jetzt Miosga, das schieben wir schon seit Montag. Und du wolltest doch innenpolizei. Ja, ja, beruhig dich doch. Ich hab das alles im Griff. Ich mach das schon eine Weile. Alles gut. Gibt's da auch mal Angehörige von PalästinenserInnen? Die sind so sehr damit beschäftigt, zu schauen, wer überhaupt rauskommt. Also Israel hat auch Geiseln freigelassen, to be fair, ne? Haben sie auch. Panik. Ja, direkt die Landspanik kickt direkt. Okay, seid ihr bereit für Miosga? Seid ihr bereit für Klingbeil? Seid ihr bereit für die SPD, Leute?
00:33:52 Wann war Precht bei Lanz? Wann ist Precht nicht bei Lanz? Kann ich dir nicht sagen. Ich will es auch nicht sehen.
00:34:01 Hallo in die Runde. Hallo Joshi. Einen wunderschönen guten Morgen. Ich grüße dich. Ich bin bereit. Okay, dann würde ich sagen, schauen wir einfach mal rein. Gebt gern euren Senf dazu. Ich bin gespannt, was Klingbeil zu sagen hat. Das Video ist von Sonntag, also sehr aktuell. Recht war mal wieder bei Thilo. Ja, keine Ahnung. Ich glaube, wenn du erfolgreich so eine Sendung machst, musst du auch jeden einladen.
00:34:30 Ich werde nie bereit für Klingbeil sein. Haben wir gar keine Wahl, muss ich sagen. Abstimmverzögerung und Lanz löst Stress hier bei mir aus. Kuro, ich verspreche dir, ich werde es irgendwann mal nutzen, wenn du irgendwann mal nicht da bist und Markus Lanz schauen, damit du es nicht ertragen musst. Vielleicht setze ich dann Dori auf einen freien Tag an dem Tag, damit sie mit dir genießen kann, dass sie es verpasst. Sanity, guten Morgen, ich grüße dich. Okay, here we go, ihr Lieben. Deutschland wird aufgemöbelt, schön gemacht und ans Laufen.
Entscheidung für Miosga und technische Regie-Probleme
00:35:0000:35:01 Deutschland wird aufgemöbelt. Deutschland wird durchgemöbelt. Das ist dann also durchgefögelt. Oder wird aufgemischt sowas wie durchgeprügelt. Aber aufgemöbelt ist ja auch geil. Das hat diese Bundesregierung nicht nur versprochen, sondern auch so viel Geld aufgenommen wie keine Regierung zuvor, um Brücken, Schienen und Schulklos wieder in Ordnung zu bringen. In der nächsten Woche nun soll es endlich losgehen mit den Milliarden. Nur...
00:35:29 Kommen Sie auch wirklich da an, wo Sie hin sollen? In die Kommunen und in die Auftragsbücher der Unternehmen? Was kostet uns der Aufschwung, Herr Klingbeil? Das fragen wir heute den Finanzminister und Vizekanzler. Ich bin unschuldig. Da tagt einfach. Ich bin's nicht, Leute. Ich bin flüssig. Deutschland wird vermöbelt. Genau. Deutschland. Fertig für den Straßenstrich. Nicht witzig. Deutschland wird durchgenudelt. Ja, einmal komplett durchgenudelt.
00:35:56 Später in der Sendung die Ökonomin Monika Schnitzer und den Leiter.
00:37:23 Oh, ich bin gemutet. Warum bin ich gemutet? Wer hat mich gemutet? Wer von euch war das? Sorry, ich habe nur kurz gesagt, dass ich das Video runterlade, weil mir das zu un... Also das ruckelt immer und ich glaube, es liegt am Internet. Ich war es nicht. Ja, ja, ja. Kennst du Maja Göpel? Yes, natürlich kennen wir sie. Ich habe nur kurz erzählt, auf welchem Messen ich sie schon getroffen habe. Ist aber nicht so wichtig. Komm rein, das erste, was ich höre, ist durchgefügelt. Da musste ich erst mal sicherstellen, ob ich einen richtigen Stream würden.
00:37:50 Ja, weil wir sonst quasi nie vulgär sind hier. Ich bin unschuldig, diese Macht habe ich nicht. Schuldig? Ah ja. Okay, ist gleich runtergeladen, so lange schauen wir noch im Browser. ...des ARD-Hauptstadtstudios Markus Preiß. Schönen guten Abend Ihnen zu Hause und willkommen hier im Studio. Hallo. Da ist kein lieber Kaffee, ich sag's nicht. Herzlich willkommen. Schön, dass Sie da sind.
Kritik an Klingbeils Israel-Politik im Interview
00:38:2200:38:26 Wir müssen, wenn Sie mir das gestatten, mit den Bildern beginnen, die uns dieses Wochenende aus Israel erreichen. Überglückliche Israelis sehen wir da genauso wie jubelnde Palästinenser. Und ein US-Präsident, den Sie hier in Tel Aviv für einen Erlöser feiern. Wie Sie ihn einfach wie ein Gott in Ihrer Stadt aufgehangen haben, wirklich.
00:38:53 Gibt es eigentlich irgendjemanden, der da auch immer an die Ärzte denken muss? Und dieses, ich habe mir einen Gott aus dem Wald mitgenommen. Ich muss ein bisschen, ein bisschen muss ich da mal dran denken. So, ihr habt das Video runtergeladen in Schön. Da ist es.
00:39:13 Wie für einen Erlöser feiern. Nach zwei Jahren Krieg schweigen die Waffen und die Freilassung der letzten verbliebenen von Hamas gekidnappten Geiseln steht kurz bevor. 22 Geiseln sollen am Leben sein, darunter auch mindestens sechs Menschen mit deutscher Staatsangehörigkeit.
00:39:33 Herr Klingmeier, was überwiegt bei Ihnen? Hoffnung oder Skepsis? Ich möchte gerne Hoffnung haben. Also natürlich muss ich Ihnen ganz offen sagen, dass man jetzt auf jede Meldung guckt, dass man immer wieder fragt, kann auf den letzten Metern jetzt noch was schief gehen? Aber es ist insgesamt eine Woche, die auch mir viel Hoffnung gibt, dass es jetzt zu einem Frieden kommen kann und dass wir darauf auch einen nachhaltigen Frieden aufbauen. Und wenn die Geiseln jetzt zeitnah freikommen.
00:39:59 Der Montag steht jetzt ja unmittelbar in der Öffentlichkeit da. Dann wäre das ein, glaube ich, wirklich wichtiges Zeichen der Hoffnung. Ich frage mich immer, was bedeutet das für die Familien, die seit zwei Jahren bangen?
00:40:11 Ich glaube, dass das Thema hier gerade abgefrühstückt wird. Ich mag sowas nie. Ich mag es immer sehr, wenn Themen explizit besprochen werden. Gerade bei Markus Lanz finde ich es immer sehr problematisch, dass da GästInnen sitzen, die eingeladen wurden. Aber naja, eigentlich zu was ganz anderem sprechen sollten. Die sitzen dann da eine halbe Stunde nebendran und blicken in der Luft rum.
00:40:34 Herr Klingbeil kann natürlich als Spitzenpolitiker auch was zu Gaza-Israel sagen. Das muss er. Das ist keine Beleidigung, das ist eine Tatsache. Na gut, okay, wir probieren es wenigstens, okay? Keinen hier zu beleidigen. Wir probieren es. Das funktioniert hier auch nicht immer. Aber eigentlich spricht er natürlich gleich zu innenpolitischen Themen. Das Thema Gaza-Israel ist schon irgendwo anverwandt, weil es auch mit Verteidigung zu tun hat, weil es auch mit Waffenlieferung zu tun hat.
00:40:59 Ich bin mir sehr sicher, dass sie gleich den Bogen kriegen. Ich bin nie Fan davon, weil das nie explizit zum Thema ist. Also es wird jetzt irgendein Blabla sein, um das Thema einmal eingebracht zu haben, dann geht man zum nächsten über. Ist nicht so meins. Endlich freigelassen werden. Was muss das für ein unerträgliches Leid sein, das die Geiseln selbst erlebt haben? Und wenn das vorbei ist, das wäre eine große Hoffnung. Wie erklären Sie sich, dass, sagen wir mal, der etwas...
00:41:24 unkonventionelle, undiplomatische, zum Teil sogar brachiale Stil des US-Präsidenten dazu geführt hat, dass es immerhin jetzt zu einer Waffenruhe kommt und wahrscheinlich ja zu den Freilassungen der Geiseln und der damit etwas geschafft hat, was US-Präsidenten vor ihm nicht geschafft haben.
00:41:41 Vielleicht ist es genau diese Brachialität, aber man muss schon sagen, ohne Donald Trump hätte es das nicht gegeben. Das ist sein Verdienst, das will ich auch so klar benennen. Die USA haben ein wahnsinniges Gewicht in der Region. Sie können beeinflussen, in welche Richtung es geht. Und das hat Donald Trump erarbeitet sich und hat darauf hingewirkt, auch gegenüber Netanyahu, gegenüber den Palästinensern, gegenüber den arabischen Ländern, auch dass es jetzt zu dieser Unterzeichnung dann noch in Ägypten kommen kann, hoffentlich. Ich gehe davon aus, dass das klappt.
00:42:08 Und das ist für die Region insgesamt eine große Hoffnung. Und neben Katar, neben der Türkei, neben Ägypten ist das auch der Verdienst von Donald Trump vor allem. Weshalb dieses Wochenende sehr viele kommentiert haben, allein für die Freilassung der Geiseln und die Waffenruhe, gebührt ihm der Friedensnobelpreis. Finden Sie das auch? Naja, es ist ja anders entschieden. Das ist so eine dumme Diskussion. Also immer wieder krass zu sehen, wie unsere Medien dem Auferliegen sich treiben zu lassen von dem, was Trump liefert.
00:42:36 Also dass beim Friedensnobelpreis nur noch über Trump geredet wird, ist sein Verdienst und es hat wirklich, wirklich funktioniert. Wirklich sein Verdienst, höre von so vielen Amerikanischen das Gegenteil. Von Amerikanern meinst du, von welchen, also in welchem Bezug? Könnte daran, doch, es gibt schon viele, die das unironisch fordern. Könnte daran liegen, dass Netanyahu sich geweigert hat, den gleichen Plan mit Biden umzusetzen, weil er ihn halt nicht erpresst hat.
00:43:01 Also das Trump zuzuschreiben, ist auch schon wild irgendwie. Eine Trumpistin hat doch gewonnen, was wollen sie denn noch? Ja, Trump fand das trotzdem nicht geil, auch wenn sie gemeint hat, ich widme den Preis, Trump. Also naja, sind die Hamas schon entwaffnet, ohne die Entwaffnung wird es keinen Frieden geben. Im Plan steht auch drin, dass die Hamas sich rausbegleiten lässt aus Gaza.
00:43:25 Es scheitert ja gerade schon daran, alle Geiseln freizulassen, beziehungsweise auch alle Leichnamen rauszugeben, weil die Hamas auch sagt, wir haben gar nicht mehr alle Leichnamen, wir können das gar nicht alles erfüllen. Und ja, also ich, Netanyahu wird jeden Vorwand nutzen, um Gaza weiter zu bombardieren. Dessen bin ich so der festen Überzeugung, dass ich an diesem sogenannten Friedensplan, also für mich hat der noch nie viel Bedeutung gehabt.
00:43:52 Das hat jetzt viel Bedeutung, weil tatsächlich Geiseln freikommen, auch von Hamas Seite. Das ist unglaublich wichtig, aber auch viele, viele, viele Palästinenser setzen in Gefangenschaft. Das ist unglaublich wichtig und das ist auf jeden Fall ein Mehrgewinn für die palästinensische Bevölkerung in Gaza selbst. Weiß ich nicht, ob es den Riesenunterschied macht.
00:44:15 Das will ich auch gar nicht kommentieren. Und ich glaube, bei einer solchen Entscheidung wird ja nicht nur auf ein solches Ereignis, nochmal, da hat er seine Verdienste, da trägt er einen großen Anteil, da gebüht ihm Dank für. Aber wenn ich mir die innenpolitische Situation in den USA angucke, dann ist das alles andere als befriedet. Da gibt es gerade eine wahnsinnige Polarisierung und ich glaube, so etwas wird dann auch.
00:44:33 Bei einem Friedenswahlpreis? Ich bin deutscher Politiker. Ich sitze nicht in diesem Komitee. Ich kenne die Entscheidung nicht. Er hat sich sehr massiv beworben. Er hat auch etwas erreicht. Wenn es diese Unterzeichnung morgen gibt, dafür gebührt ihm Dank. Aber es gibt auch eine innenpolitische Situation in den USA, die ich schon bedenklich finde. Die ihn unwürdig machte für so einen Preis. Die ich bedenklich finde. Wenn dort Fernsehsendungen abgesetzt werden, wenn dort Oppositionelle auch...
00:45:01 diskreditiert werden. Das ist alles eine Situation, wo ich als jemand, der in den USA gelebt hat, der dieses Land wirklich liebt, mir große Gedanken mache und darauf gucke und sage, das ist nicht die USA, wie ich sie kenne. Sie haben ja Klingbeil gerade in den vergangenen Monaten die Kriegsführung Israels häufig kritisiert und auch immer wieder angemahnt, man möge sich da an das Völkerrecht halten. Wenn der Krieg jetzt zu Ende sein sollte, zumindest eine Waffenruhe in Stand bleiben sollte, ist dann wieder...
00:45:30 Alles gut. Wie sollte der Umgang Deutschlands mit Netanjahu sein? Nein, wir haben schon noch. Also erst mal ist das eine Möglichkeit für einen Neustart. Das gilt für alles auch. Das muss man dann auch so bewerten. Wir sollten dann auch mithelfen als Deutschland, wie man dort einen nachhaltigen Frieden haben kann. Da geht es auch um unser Engagement, sowohl in diesem Peace Board, aber auch in der Frage des Wiederaufbaus, auch gegenüber Israel, gegenüber den anderen Ländern in der Region.
00:45:55 Aber natürlich war die Kritik an Netanyahu berechtigt. Also Israel hat an ganz vielen Stellen auch die völkerrechtliche Basis in der Kriegsführung verlassen. Und ich will einmal hier sagen, wenn ich ins Westjordanland gucke, um das es ja gerade nicht geht, wir reden gerade vom Gazastreifen, dann erleben wir da einen aggressiven Siedlungsbau, wo ich Sorge habe, dass der nächste Konflikt entstehen könnte. Diese Sorge habe ich, die muss man auch artikulieren können. Und trotzdem werden wir als Bundesregierung alles tun, um bei einem Friedensprozess zu unterstützen.
00:46:21 Es sind ja noch viele offene Fragen, die im Laufe dieses Friedensplans noch diskutiert werden müssen. Sollte sich Israel denn zumindest, kann man so viel schon sagen, an dem Wiederaufbau beteiligen?
00:46:34 Ich glaube, dass es darum geht, dass alle sich darum beteiligen. Und auch Israel muss ja ein Interesse an einer stabilen Situation im Gazastreifen haben. Und wir werden das als Deutschland tun. Ich glaube, das ist das Differenzierteste, was wir bekommen, um ehrlich zu sein. Ich bin so drüber, was dieses Thema betrifft, dass sogar ein, aber auch Israel muss das Interesse haben, das Differenzierteste ist, was ich von unserer Politik gerade erwarten kann irgendwie.
00:47:01 Also ich möchte es fast positiv framen, weil ich so denke, ja, du weißt genau, was abgeht. Aber das ist irgendwie nicht the bare minimum, sondern das ist irgendwie das Größte, was ich erwartet habe. Das ist so traurig, es tut mir leid, es ist ein Verzweiflungslachen. Mehr habe ich nicht erwartet. Und das finde ich schon für Klingbeil schon, ist es nicht unfassbar traurig? Es ist unfassbar traurig. Aber, also habt ihr mehr Ansprüche, wenn ein Spitzenpolitiker über das Thema spricht?
00:47:30 Die sind so gefangen. Unsere Beziehungen zu Israel sind so krass. Also ich habe nichts anderes erwartet. Und ich glaube, man kann auch nichts anderes erwarten. So traurig das klingt, wirklich. Die internationale Gemeinschaft tut das. Sollte sich Israel auch finanziell beteiligen? Das muss man jetzt alles miteinander besprechen. Das muss man alles miteinander besprechen. Aber klar ist, das wird viel Geld kosten, dieser ganze Wiederaufbau. Viele arabische Länder werden sich daran beteiligen. Die USA werden sich beteiligen. Wir werden es als Europa auch tun.
00:47:58 Und wir müssen gucken, dass die Menschen schnell vernünftig im Gazastreifen leben können. In welchem Umfang sollte sich Deutschland beteiligen? Der Kanzler hat ja gesagt, wir sollten uns federführend am Wiederaufbau. Federführend geht es ja vor allem darum, dass wir jetzt mit der Wiederaufbaukonferenz, die wir mit Ägypten zusammen veranstalten, da auch politische Führung übernehmen. Es geht um technisches Know-how, das wir haben. Wir sind gut da drin, auch Dinge.
00:48:20 Dinge durchzuführen, zu organisieren, zu planen. Da haben wir eine ziemlich große Kompetenz in Deutschland. Aber natürlich wird es am Ende auch um die finanziellen Fragen gehen. Das muss jetzt aber alles geklärt werden. Erst mal sollte morgen die Überschrift getan werden, die Geiseln sollten freigelassen werden und dann werden wir uns auch wieder aufbauen. Also es gibt noch keinen Betrag, keinen Haushaltsrahmen, den Sie mir schon nennen könnten. In welcher Form? Den gibt es nicht. Und alle haben gerade erstmal die Hoffnung, dass es jetzt wirklich alles in geordnete Bahnen verläuft und dass wir zu diesem Friedensprozess kommen.
00:48:45 Werden wir eigentlich auch wieder uneingeschränkt Waffen liefern? Es gab ja ein Waffenembargo und wenn der Krieg jetzt nicht mehr stattfindet, dann... Was ja auch geleakt worden ist, dass das nie so stattgefunden hat, nur so am Rande. Aber es ist sehr spannend. Das sind die spannenderen Fragen, muss ich ganz ehrlich sagen, als dieser dämliche Friedensnobelpreis. Hallo Eke, ich grüß dich. Bis wieder.
00:49:03 Am Anfang steht ja das Existenzrecht Israels und Israel ist ja nach wie vor bedroht. Also wenn ich mir den Iran, die Husi-Rebellen, wenn ich mir andere angucke, Israel ist bedroht von Nachbarn auch. Und wir haben immer gesagt, wir... Mich würde ja die Frage noch freuen, wo bombardiert Israel eigentlich gerade überall? Haben Sie das auf dem Schirm?
00:49:24 Das ist komplett irrelevant, ne? Wir sind auch bereit, Waffen zu liefern, wenn es darum geht, dass Israel seine Existenz verteidigt. Und das heißt, wir werden das, was wir entschieden haben, dass wir keine Waffen liefern, die direkt auch im Umfeld mit dem Gaza-Vorgehen eingesetzt werden können. Dass wir das dann natürlich auch überprüfen im Bundessicherheitsrat. Das werden wir irgendwann in der Regierung miteinander besprechen. Aber das Existenzrecht Israels muss gewährleistet sein und da werden wir als Deutschland immer unterstützen. Gut, aber dass wir... Ich glaube, Israel hat auch die Übersicht verloren. Glaube ich nicht. Ich glaube, das ist alles sehr...
00:49:54 Sehr durchgeplant, um ehrlich zu sein. Also nochmal, das Existenzrecht Israels spricht niemand ab. Das ist selbstverständlich. Ich weiß, dass es da auch andere Meinungen zu gibt. Den möchte ich mich nicht anschließen. Für mich werden einfach systematisch immer wieder die relevanten Fragen einfach ausgelassen und Israel massiv aus der Verantwortung genommen von Deutschland. Und das ist das Problem an der Sache. So keiner spricht oder ich spreche Israel niemals das Existenzrecht ab.
00:50:22 Ich spreche niemals ab, dass die Hamas Geiseln genommen hat, maltretiert hat, ermordet hat, gefoltert hat. Das ist alles existent. Das steht aber neben einem Israel, das genauso mordet, das genauso einen Völkermord gerade begeht und auch in anderen Ländern wütet. Und das muss sich irgendwo, muss das noch in einer ...
00:50:47 in der Waage stehen oder es muss irgendwo eine Begründung dafür geben. Und es ist nicht die Zeit, Israel unter Generalschutz zu stellen. Das stört mich extrem. Und das sind, ne, die Frage mit, werden wieder Waffen geliefert, war eine Frage, die in die richtige Richtung geht, weil Deutschland sich da ja aktiv daran beteiligt. Das ist das größte Problem eigentlich. Nicht nur, dass wir Israel nicht sanktionieren, sondern dass wir es auch dabei unterstützen.
00:51:16 Wir sind maßgeblich da mit dran beteiligt, als Deutsche, als Deutschland. Und dass die Fragen zum Beispiel nicht gestellt werden, wo bombardiert gerade Israel noch und können wir auf die anderen Konflikte gerade auch genauso ehrlich schauen, das wird halt komplett ausgelassen. Guten Morgen, Lara. Entwaffnung ist ein Buzzword für die Aufgabe zur Schlagung sämtlicher künftiger palästinensischer Emanzipation auf Selbstbestimmung. Ja, das ganze Thema ist einfach verbrannt.
00:51:45 Einfach verbrannt. Nicht genauso, Gaza ist vollkommen vom Erdboden gleich gemacht worden. Ja, komplett. Wenn ihr euch Bilder vorher, nachher von Gaza anschaut, das ist nicht mehr existent. Da steht kein Stein mehr auf dem anderen.
00:51:58 Das Problem ist nicht Existenzrecht, das Problem ist Existenzrecht als Apartheid. Ja.
00:52:24 Aber bis zu diesem Diskussionspunkt kommen wir ja gar nicht. Also nicht mal annähernd.
00:52:32 eingeschränkt Waffen geliefert haben, nachdem klar war, dass Israel Gaza Stadt angreifen würde. Da hat der Bundeskanzler entschieden, das wird wieder rückgängig gemacht, wenn der Krieg jetzt tatsächlich zu Ende sei. Also das haben wir gemeinsam entschieden und wir werden auch gemeinsam die neue Situation bewerten. Aber Sie verstehen, das ist nicht das Erste, an das ich jetzt denke, wenn wir kurz davor sind, dass die Geistern freigelassen werden, dass es zur Unterzeichnung des Friedensabkommens kommt. Aber wir werden die Situation neu bewerten und für uns ist wichtig in der Bundesregierung, dass das Existenzrecht Israels
00:53:00 gewährleistet ist. Und dafür werden wir unseren Beitrag leisten. Ich möchte gerne noch zu dem anderen großen Konflikt ganz kurz kommen, weil ich weiß, dass Sie von den EU-Finanzministern aus Luxemburg kommen, wo Sie darüber gesprochen haben, ob die eingefrorenen russischen Vermögen in der Höhe von ungefähr 140 Milliarden
Eingefrorene russische Vermögen für Ukraine-Hilfen
00:53:2000:53:20 zur Verfügung gestellt werden könnten für die Ukraine-Hilfen. Das ging bislang nicht, weil man immer gesagt hat, das gehört den Russen, das sind Eigentumsrechte. Und jetzt haben Sie einen nicht ganz unkomplizierten, aber doch direkten Mechanismus gefunden, um diese Gelder vielleicht doch der Ukraine zur Verfügung zu stellen. Es geht nicht darum, dass wir das Geld selbst nehmen, aber dass wir mit diesem Geld quasi Kredite schaffen für die Ukraine. Und das wollen wir tun.
00:53:50 Wir wollen die Ukraine unterstützen in dem Kampf, den sie führen muss gegen die russische Aggression. Wollen die anderen das auch? Wir diskutieren das innerhalb der Europäischen Union, aber es zeichnet sich schon ab, dass die Mehrheit das will. Und das ist erstmal gut. Natürlich brauchen wir einen gemeinsamen Weg. Wir haben auch die Unterstützung der Amerikaner. Das war auch lange unklar, wie die Amerikaner das wollen. Die Belgier wollten nicht, weil bei denen das Geld liegt. Weil bei den Belgiern das Geld liegt. Und die sagen natürlich vorsichtig. Am Ende kann es ja sein, dass man das Geld zurückzahlen muss. Und was bedeutet das für den belgischen Haushalt? Also diese Schritte gehen wir jetzt alle. Aber ich bin mir sicher, wir kriegen dann in den nächsten Wochen.
Vergleich von Krisen: Ukraine, Gaza, Sudan und Jemen
00:54:1900:54:19 vernünftige Lösung hin. Putin sei schlimmer als Hamas, hat der ukrainische Außenminister vor zwei Tagen gepostet, fast schon als, so verstehe ich das zumindest, verzweifelter Versuch, die Aufmerksamkeit der weltöffentlichen... Krass, das habe ich gar nicht mitbekommen. Boah. Habe ich das mitbekommen? Also es ist natürlich schon ein berechtigter Einwand, sage ich mal.
00:54:51 Ich finde es ein bisschen, also ja, wir reden schon weniger über die Ukraine, das stimmt schon. Aber ich finde es schon ein bisschen unangenehm, um ehrlich zu sein, so ein Kommentar. Man kann ihn so und so deuten, Leitvergleichsdebatten. Ich glaube, es ist die Verzweiflung, aus der da aus der Ukraine gesprochen wird. Aber ich finde es schon irgendwie nicht, ich habe es gar nicht mitbekommen. Und eigentlich, also dadurch, dass ich es nicht mitbekommen habe, kann ich irgendwie gar nicht so fies darüber reden.
00:55:28 Weil dann hat er ja recht, ne? Er hat ja recht, wenn er sagt, Putin ist schlimmer als die Hamas. Hallo, wo ist unsere Beachtung? Und ich habe es nicht mal mitbekommen. Da kann er ja jetzt gar nichts zu sagen. Das wäre ja richtig fies, ne?
00:55:41 In linken US-Kreisen geht es nur darum, dass der Plan aus Bidens Zeit stammt. Trump ihn aber mit Netanyahu abgestimmt hat, um politisch davon zu profitieren. Dagegen wirken unsere Diskussionen fast tiefgründig. Okay, gut, aber die Diskussion kann ich aber auch verstehen. Das ist natürlich. Wir reden auch überhaupt nicht über den Sudan. Hier schon. Wir haben hier über den Sudan gesprochen, aber in der allgemeinen Berichterstattung, wir haben hier viel zu wenig über den Jemen gesprochen. Den Jemen, den haben wir sehr wenig auf dem Schirm. In Sudan haben wir einen Stream auf jeden Fall zugesprochen. Definitiv zu wenig, for sure.
00:56:11 Aber es sind gerade so viele Brandherde und natürlich dürfen wir auch die Ukraine an der Stelle nicht vergessen. Ich verstehe den Einwand. Ich finde dieses Leid mit Leid vergleichen trotzdem schwierig. Deswegen koppel ich solche Themen eigentlich auch immer ganz gerne. Wir reden heute über Gaza, wir reden morgen über den Sudan und übermorgen über den Jemen, damit irgendwie jeder so seinen Anteil auch bekommt, ohne dass wir das Leid miteinander vergleichen, warum wir da jetzt gerade drüber reden. Ich meinte auch generell nicht dich.
00:56:36 Ich bin einfach besser, danke dir. Ja, ich hör's raus. Ich hör's raus. Das ist nämlich verkürzt. Sogar die Hamas hat dem Waffenstillstand und Friedensbemühungen zugestimmt. Im Gegenteil. Moskau setzt den sinnlosen Krieg fort, den es begonnen hat. Ein Krieg, den es nicht gewinnen kann und wird. Von wem ist das Zitat? Wen zitierst du gerade? Sudan hatten wir hier dezitiert mehrfach.
00:56:59 Dediziert meinst du? Wir versuchen allgemein relativ vielfältig alles auf dem Schirm zu haben. Ja, es ist nicht möglich, ne? Aber wir sind ja auch kein Nachrichtensender, sondern ein Twitch-Stream, ne? Also ich schreibe mir jetzt nie auf die Fahne, alle Themen auf dem Schirm zu haben. Wir geben uns schon sehr viel Mühe. Ah, Außenminister der Ukraine, okay, dankeschön. Wir haben schon sehr, sehr viel auf dem Schirm, aber in den deutschen Medien, ja, in der deutschen Medien, weil Sudan war auch einmal, Jemen wüsste ich jetzt tatsächlich gar nicht.
00:57:25 Sehr, sehr wenig auf jeden Fall. Ja, definitiv. Definitiv. Bin ich auch dabei. Kim hat auch kein Millionenbudget. Oh, das wäre so geil, Leute. Stellt euch vor, ich könnte mir so ein fünfköpfiges Redaktionsteam leiten.
00:57:50 So ein Redaktionsteam, wo einer hier ist, nur Gäste begrüßt. Einer quasi plant, welche Gäste kommen. Einer macht Inhalt. Zwei machen inhaltliche Sachen. Das wäre so geil, Leute. Das wäre so geil. Ging also nicht um das Leid, sondern eher darum, dass man selbst mit der Hamas verhandeln kann und Russland es bis heute nicht hinbekommt. Ja, dass man selbst mit der Hamas so rum. Ja, sehe ich. Imagine all the Redaktionsteams. Das wäre so geil. Das wäre so nice.
00:58:18 Alles abseits Gaza und Ukraine ist von den Krisen in Deutschlandmedien super schwer zu verfolgen, leider. Ja, definitiv. Würde das gerne begrüßen, übernehmen. Kaffee kochen kann ich jetzt bei dir. Ich habe kein Geld dafür, aber es wäre schön. Es wäre schön. Es wäre geil. Objektiv korrekt, Putin ist schlimmer als die Hamas. Das eine ist der Staatschef einer Nuklearmacht. Das andere ist eine politische Gruppierung, die nicht mal die Kontrolle über eine Stadt der Größe von Dresden, ohne Zugang zu internationalen Märkten, ohne Kontrolle über das eigene Wasser.
00:58:43 Ja, ich vergleiche das nicht. Ich muss das auch nicht ausdiskutieren, was davon jetzt schlimmer ist. Es geht ja darum, dass kritisiert wird, dass mit der Hamas eine, was auch immer, für eine Einigung gefunden wird und in der Ukraine seit drei Jahren Krieg herrscht und keiner auf unserer Weltbühne das in den Griff bekommt.
00:59:05 Die Themen in den Nachrichten übergreifend mal zu visualisieren, fände ich richtig interessant. Ja, mach doch mal. Such dir ein, zwei Programmierer, tut es mal. Finde ich eine gute Idee. In deutschen Medien verteidigen sich entweder westliche weiße Menschen in ihren Ländern oder sie verteidigungsbomben sich in andere Länder oder sie verteidigen sich wirtschaftlich gegen die bösen Chinesen. Immer derselbe Rotz? Ja, ist mir ein bisschen zu undifferenziert, aber ich weiß, worauf du hinaus willst.
00:59:27 Ist mir ein bisschen zu undifferenziert. Kann wieder ein bisschen zurückzugewinnen. Trauen Sie eigentlich auch Trump zu Putin so unter Druck zu setzen, dass der auch an die Verhandlungstilfe kommt? Trump ist schon einer der zentralen Akteure. China auch. Aber wir haben jetzt innerhalb der G7 unter den Finanzministern. Wir werden uns jetzt auch in Washington nächste Woche treffen.
00:59:47 Wir haben schon einen Prozess, wo wir versuchen, den Druck auf Putin hochzufahren. Und da ist es gut, dass wir die Amerikaner an unserer Seite haben, dass die auch sagen, wir machen Druck. Wir wollen über die eingefrorenen russischen Vermögen, auch über die Frage, wie kann man nochmal handelspolitisch Druck machen auf Russland, da wollen wir den Druck auf Putin hochfahren. Und am Ende ist es die Frage, kriegen wir China überzeugt, kriegen wir auch Indien überzeugt, aber kriegen wir auch sehr klar hin, dass die Amerikaner, dass Donald Trump Druck auf Putin machen.
01:00:14 Wenn das funktioniert, glaube ich, kann es helfen, dass am Ende auch Putin seine Position verändert und wir vielleicht einem Frieden in der Ukraine auch näher kommen.
01:00:21 Das waren Herr Kingberg jetzt vor allem Fragen an den Vizekanzler und den Finanzminister. Sind diese Ihnen eigentlich lieber als Fragen an den SPD-Chef? Ach, diese Unterscheidung merke ich eigentlich immer gar nicht so. Ich habe jetzt auch beim Finanzministertreffen, war es dann auf einmal in der Tickermeldung der SPD-Vorsitzende. Also ich glaube, das kann man nicht. Ich bin eine eigene Person. Wenn ich Sie jetzt zum Beispiel frage, ob es gut ist, die Stromsteuer, nicht wie versprochen.
01:00:46 für alle zu senken, auch für die Privathaushalte, dann würde... Ist es ein weirdes Hopping in Themen oder meine ich das nur? Also jetzt nicht böse gemeint, scheinbar ist der Redaktionsplan beim Joska heute sehr lang, aber es ist schon ein wildes Hopping in Themen, oder? Also ich finde es ein bisschen schwer nachzuvollziehen, wo sind wir denn jetzt eigentlich gerade, weil sie so in Themen springt. Hat Klingbeil schon so oft abgesagt, dass man jetzt das Gefühl hat, man muss richtig viel abfrühstücken? I don't know.
01:01:15 Würd gern mehr differenzieren, aber das müssten sich die deutschen Medien erstmal wieder verdienen. Sorry, I know. Ja, ja, ja. Alles okay. Du kannst ja auch deinen Frust rauslassen. Auf der Ebene sind wir da. Nee, es ist nicht, mir gefällt es bis dato auch nicht. Es ist wild, oder?
01:01:29 Der Finanzminister eigentlich antworten, das ist okay, weil es kostet nicht so viel. Aber der SPD-Chef müsste sagen, es ist Mist. Der SPD-Vorsitzende sagt Ihnen sehr klar, dass wir eine Priorität setzen mussten in der Regierung. Und diese Priorität sehr klar war, es gibt Arbeitsplätze in der Industrie, die sind gefährdet. Das sagt, es ist Regierungsmittel. Nein, das sagt Ihnen auch der SPD-Vorsitzende, weswegen wir in unserem Programm gar nicht die Absenkung der Stromsteuer für alle pauschal drin hatten, sondern gesagt haben, nur für die produzierenden Unternehmen, für die Industrie wollen wir das machen.
01:01:56 Und diese Entscheidung haben wir am Ende auch getroffen. Also es gibt natürlich Spannungsverhältnisse. Es gibt mal Widersprüche auch, die ich aushalten muss. Aber am Ende gibt es schon meistens eine sehr klare Linie. Und an der Stelle bin ich nun echt auch sehr klar, dass der Schritt richtig war. Wie kriegen Sie das eigentlich persönlich hin, diese drei Ämterhäufungen? Sie sind, Sie müssen über die Finanzen wachen. Alle wollen. Okay, also wir sind jetzt von Außenpolitik Gaza zu Außenpolitik. Wie gesagt, hier sitzt nur Klingbeil. Außenpolitik.
01:02:23 Gaza-Israel, Außenpolitik Ukraine-Russland, Außenpolitik Trump, Friedensnobelpreis-Trump. Über die eigentliche Friedensnobelpreisträgerin wurde witzigerweise gar nicht geredet in dem Zusammenhang. Dann ging es um die Strompreisbremse.
01:02:42 Und jetzt geht es darum, wie es Klingbeil persönlich geht. So, und das alles in zwölf Minuten. Das ist eine Moderationsmeisterleistung. Das haben wir selten erlebt, muss man sagen. Ständig Geld von einem, was ich mir auch nicht lustig vorstelle. Sie sind auf internationalen Bühnen. By the way, gibt es zur Stromsteuer einen Faktencheck. Die haben genau 30 Sekunden über die Stromsteuer gesprochen.
01:03:08 In welcher Welt war da jetzt in 30 Sekunden was nicht richtig dran? Schickst du mal einen Link rein? Also wenn sie da jetzt auch noch einen Faktencheck machen mussten, macht es ja noch witziger. Die tut mir etwas leid, selten wurden noch weniger über die eigentliche Preisträgerin gesprochen. Ich interessiere mich auch nicht, für den muss ich gestehen. Aber es ist schon witzig, es ist schon sehr ironisch, dass es nicht mal geschafft wurde, wenn man es schon erwähnt, zu sagen, wer sie ist.
01:03:34 wer ihn jetzt wirklich bekommen hat. Oder habe ich es verpasst? Kann auch sein, dass ich es übersehen habe. Also schon, habt ihr schon über die Dame, die den Nobelpreis bekommen hat, geredet? Nee, tatsächlich nicht. Ich muss gestehen, dass ich nicht viel auf diesen Nobelpreis gebe, aber schon vorher nicht. So, Faktencheck. Strompreis. Hier. Hat die SPD im Wahlkampf eine Senkung der Stromsteuer für alle gefordert und warum kam keine Senkung? Aber ist es nicht, kommt es vielleicht nochmal?
01:04:06 Ich glaube, das kommt noch, um ehrlich zu sein. Okay, Lars Klingel als Darstellung in der Sendung ist korrekt. Das reicht uns, oder? Das reicht uns. Fängt zu Beginn an. Das ist ganz oben. Ab Minute elf. Ah doch, das war das aber. Warte kurz. Okay, gut, aber das Fazit ist, alles okay, war alles korrekt. Dann brauchen wir es nicht durchgehen. Ne, sind wir mal ehrlich.
01:04:37 Dann müssen sie die sozialdemokratische Seele wärmen und noch im Wahlkreis rumlaufen. Wie wuppt man das? Wenig Schlaf, viel Teamarbeit. Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber warum macht man einen Faktencheck über etwas, was korrekt war? Also wäre nicht der Faktencheck sinniger immer zu machen, wenn irgendwas nicht korrekt war? Oder habe ich Faktenchecks falsch verstanden? Also...
01:05:01 Möchte man damit vermeiden, dass Leute denken, da war irgendwas nicht korrekt oder was? Ich will Ihnen aber schon sagen, für mich ist das ein Privileg, das alles machen zu dürfen. Ich komme aus sehr einfachen Verhältnissen. Meine Mutter ist Verkäuferin gewesen, mein Vater ist Unteroffizier gewesen. In anderen Ländern hätte ich das niemals an die Spitze einer Partei oder ins Vizekanzleramt geschafft.
01:05:20 Ich darf das gerade alles machen. Ich darf das Land mitführen. Und das ist für mich schon etwas, wo ich sehr viel Kraft rausziehe und wo ich auch sehr viel Motivation rausziehe, das alles machen zu können. Aber es geht. Ich bin Teamplayer. Ich habe ein gutes Team um mich rum, sowohl politisch als auch bei den Mitarbeitern. Ich bin gut im Organisieren und so kriegt man das dann auch alles zusammen hin.
01:05:38 Und dann haben Sie noch ein kleines Kind. Das darf ich fragen, weil Sie es selber öffentlich gemacht haben und weil das ja meist nur Frauen gefragt wird. Und als ich Kinder bekam, haben immer alle gefragt, wie kriegst du das hin? Wie kriegen Sie das hin? Ich kriege es hin, aber Sie haben recht damit, dass man diese Frage im Jahr 2025 eigentlich gar keiner mehr stellen sollte. Keiner Frau, kein Mann. Ich gebe zu, das ist für Frauen häufig eine schwierige Debatte. Das finde ich auch total falsch.
01:06:01 Wenn ich jetzt zum Beispiel darauf gucke, was mache ich als Finanzminister, dann gebe ich ja mit Absicht, weil ich das für richtig halt auch sehr viel... Es ist jetzt ein, wir stellen diese Frage eigentlich nur Frauen, deswegen machen wir ausgleichende Gerechtigkeit und anstatt Frauen das einfach nicht mehr zu fragen, fragen wir es jetzt auch Männer?
01:06:16 viel Geld in den Ausbau von Kitas, weil ich finde, wir müssen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken. Und diese Frage gehört nicht in ein modernes Land und in ein Jahr 2025. Dann kommen wir jetzt wieder zurück zum Finanzminister, reden kurz über das Bürgergeld oder die Reform desselben, das jetzt neue Grundsicherung heißen soll und nochmal wie viel Geld Ihnen bringen soll?
01:06:37 Das kann ich eher sagen, wenn der Gesetzentwurf vorliegt. Die Union hat ja immer zweistellige Mehrheiten. Am wichtigsten ist, dass wir Menschen in Arbeit bringen. Darum muss es jetzt gehen. Das spart am Ende sehr viel Geld. Aber wie viel Einsparpotenzial erwarten Sie? Das kann ich Ihnen heute nicht sagen. Ich glaube, dass es vor allem darum geht, dass wir die Wirtschaft ankurbeln. Der neue Gesprächsleitfaden sieht nicht mehr vor, irgendwelche Milliardenbeträgen um sich zu schmeißen, sondern einfach nur noch zu sagen,
01:07:04 Alles gut. Wir wissen gar nicht, was wir einsparen. Dass wir dafür sorgen, dass Menschen in Arbeit kommen. Das spart richtig Geld. 100.000 Menschen in Arbeit sind ungefähr 1 bis 1,5 Milliarden, die wir weniger ausgeben. Die wir weniger ausgeben. Das kriegen wir hin. Aber jetzt geht es darum, das umzusetzen, was wir da beschlossen haben. Also dann war dieses ganze Gezeter über Wochen von der Union.
01:07:27 Immer ein zweistelliger Milliardenbetrag, der sich dann immer weiter verringerte. Und Ihre Arbeitsministerin hat jetzt bei der Pressekonferenz am Donnerstag gesagt, Geld spielt überhaupt keine Rolle. War das dann alles ein...
01:07:43 Wie soll ich sagen, eine Stimmungsmache der Union und ein Teil dieses Kulturkampfs, den Sie selber angesprochen haben? Ich habe ja gesagt, ich habe keine Diskussionsveranstaltung gehabt, wo es nicht um das Bürgergeld ging, und zwar in einer aufgeheizten Stimmung. Ich bin total froh, dass wir das Thema jetzt endlich angehen, weil ich auch ein Interesse daran habe, dass wir in dieser Gesellschaft dann nicht andauernd darüber streiten. Wir brauchen einen Sozialstaat, der sich kümmert um Menschen, denen es nicht gut geht. Da lasse ich auch nicht zu, dass der angegriffen wird. Aber wir haben gesehen, doch in den letzten Jahren beim Bürgergeld, das ist Missbrauch.
01:08:12 auch gibt, dass es auch Dinge gibt, die ich nicht unter dem Gerechtigkeitsaspekt verkaufen kann, wenn jemand den dritten, den vierten Termin nicht wahrnimmt, wenn jemand arbeiten könnte und nicht arbeiten geht, wenn jemand schwarz arbeitet und Bürgergeld empfängt.
Bürgergeld-Sanktionen und Systemkritik
01:08:2501:08:25 Da haben wir gesagt, das wollen wir ändern. Das haben wir übrigens unter der Ampel schon als Gesetz auf dem Tisch gehabt. Jetzt können wir es umsetzen. Und deswegen bin ich auch froh, dass so ein gesellschaftlicher Konflikt jetzt endlich mal befriedet werden kann. Aber ich habe nie gesagt, wir sparen da 10 Milliarden ein. Und manchmal tut es ja Not, dass man die Debatte im Konkreten führt, um dann zu sehen, je näher man rankommt, desto schwieriger ist es dann manchmal, Sachen auch zu lösen. Gucken wir uns mal an, was da inhaltlich jetzt...
01:08:50 vor allem verändert und beschlossen wurde, der Staat gibt Menschen Geld, wenn sie in Not sind. Und das Mindeste, was die tun müssen, ist, zu Terminen zu erscheinen. Also eine vergleichsweise kleine Kooperation. Und der Beschluss sagt jetzt, wenn jemand zum dritten verabredeten Termin nicht erscheint, dann kriegt er kein Geld. Ist das...
01:09:10 Ein großer Wurf oder eigentlich nur eine folgerichtige, selbstverständliche Entscheidung? Ich halte das für folgerichtig. Und das haben wir als SPD aber auch schon in der letzten Legislatur gesagt. Doch, wir haben in der letzten Legislatur schon konkret Gesetze auf den Tisch gelegt, wie wir das Bürgergeld ändern wollen. Ich sage nicht, dass wir immer auf dem richtigen Weg waren. Die SPD hat sich manchmal auch zu wenig um die arbeitende Mitte gekümmert und zu sehr um dieses Thema gekümmert. Und es ist richtig, auch aus dem Blick.
01:09:37 Oder dass der Brille von jemandem, der zweieinhalb, dreitausend Euro verdient und jeden Tag arbeiten geht, ist es genau richtig zu sagen, wer sich nicht an Regeln hält, der kriegt auch Sanktionen. Aber wenn Sie das jetzt so sagen, hätte die SPD das Bürgergeld auch ohne die Union? Ist er am Schwitzen? Hat man Angst vor so einem Interview gehabt? Es wirkt ein bisschen, als würde er da was vorstellen. Vielleicht ist es aber auch nur mein Eindruck.
01:10:05 Ich war immer dafür, dass wir das verändern. Und das steht auch in unserem Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2025 schon drin, dass wir zur Veränderung beim Bürgergeld... Die neuen Termine kommen im Fünftagetag. Die drei verpassten hast du nach zwei Wochen Briefkasten nicht öffnen. Ich möchte wirklich einmal ergänzen, dass wir all diese Eventualitäten in den letzten Wochen immer wieder durchgespielt haben. Wir hatten auch vor ein paar Wochen einen Chat, wo Menschen, die schon mal im Bürgergeld waren oder auf Jobsuche waren und Arbeitslosengeld bezogen haben, ihre Erfahrungen geteilt haben.
01:10:34 Das ging von, der Brief kam nicht an oder kam zu spät nach dem Termin, das kam nach Gängeleien, das kam nach, das Arbeitsamt hat das gesagt und jenes, mein Bearbeiter ist so und so. Es gibt ganz, ganz, ganz, ganz viele Erfahrungen von Menschen, die Erfahrungen im Arbeitsamt oder dem Jobcenter gemacht haben, weswegen diese Änderung ganz schwierig ist. In unserer Politik wird das immer so dargestellt.
01:10:58 als würde man diese fünf Verpassten nie erreichen. Ich frage mich ja immer, warum haben sie dann sowas überhaupt auf den Plan gerufen, wenn sie sagen, sowas wird eh nie erreicht. Das ist aber ein anderes Thema. Aber die Realität sieht einfach so aus, dass es sehr wohl möglich ist, dass du da sehr schnell bei null Euro bist. Auch wenn das vielleicht für arbeitende Menschen, die nach dem Leistungsprinzip gehen, nie krank waren, keinen Unfall hatten, keine Kehrarbeit leisten müssen etc. vielleicht ein bisschen unverständlich ist.
01:11:27 Klingbeil ist der Paul Löbe der Neuzeit. Er schwitzt, weil er weiß, dass dieses Gespräch für seine Bewerbung bei der CDU gesichtet wird. Ich wäre da auch vorsichtig, wenn der zukünftige Arbeitgeber zuschaut. Es wirkt auch wie so ein Bewerbungsgespräch.
01:11:39 Also das, was da beschlossen wurde, da wird ganz lang und breit gesagt, ja, das wird ja eh nicht passieren, nur für die absoluten Totalverweigerer. Dass das aber nicht der Realität entspricht, glaube ich, das ist uns hier allen klar. Ich bin auch im Bürgergeld, das soll alles nur noch über die App laufen. Blöd nur, wenn man einen eingetragenen Betreuer hat, dann funktioniert die App nicht. Ah, das wusste ich zum Beispiel gar nicht.
01:12:03 Wieso läuft die es dann nicht über die App? Weil dein Betreuer quasi Hand drüber hält und da keinen Zugang haben darf, laut Datenschutz? Oder das wäre jetzt mein Guess. So, auch solche Sachen sind schwierig, ne? Ich unterstütze regelmäßig Menschen, die von Sanktionen betroffen sind, teilweise privat, teilweise über sanktionsfrei. Das ist eine Farce. Ich meine, dass wir aus der Zivilbevölkerung heraus so einen Verein haben wie sanktionsfrei, zeigt doch, dass unser System nicht funktioniert.
01:12:34 Also ich finde es unglaublich menschenverachtend. Hier sitzt kein AfDler, hier sitzt auch kein CDUler. Da könnte man noch diskutieren. Traurig genug, dass die CDU so weit abgerutscht ist. Aber hier sitzt ein Sozialdemokrat. Das ist eigentlich der Mensch, der die arbeitende Bevölkerung vertreten soll, im Ursprung der SPD. Betreuer und ich haben keinen Zugriff, weil das System es einfach blockt. Ach ja, wild. Okay, das wusste ich gar nicht.
01:13:03 Und wie kommuniziert ihr mit dem Arbeitsamt? Über postalisch und Telefon oder was? Termine kommen manchmal auch gar nicht über die App. Die können das ausschalten und nur per Post schicken, wenn sie dich nerven wollen. Ah, kursartig. Also wenn sie mal checken wollen, ob du auch wirklich zu Hause bist und nicht gerade Urlaub machst, den du nicht angemeldet hast und Family besuchst oder so? Ein Sozialdemokrat, der vor drei Minuten noch betont hat, dass er aus so einfachen Verhältnissen kommt. Ja, ja, klar.
01:13:30 Ich finde es furchtbar menschenverachtend. Ich hätte gerne mal ein Hintergrundgespräch mit so einem Klingbeil, wo er eigentlich mal offen reden dürfte. Ich würde gerne mal wirklich auf ganz menschlicher Ebene persönlich mit ihm reden, losgelöst von der Politik. Wirklich einen Kaffee trinken, in seinem Urlaub, mit Abstand am liebsten noch. Also krass, wie menschenfeindlich unsere Politik mittlerweile ist.
01:13:59 Ich war bis vorletztes Jahr noch in der Aufstockung. Ich konnte online die Formulare zuverlässiger einreichen, auch noch Sonntagabend, aber Briefe vom Amt sind trotzdem hängen geblieben. Ja, großartig, ne? Die Freundin hat vom Jobcenter gesagt bekommen, wenn sie in den Briefkasten werfen, ist die Chance 50 Prozent, dass es verloren geht. Großartig. Also eine Mitarbeiterin vom Jobcenter sagt sowas.
01:14:22 Man ist halt so unglaublich darauf angewiesen, ob man einen netten Bearbeiter hat oder nicht. Ich hatte ja in Köln eine großartige Bearbeiterin, ganz, ganz liebe Frau, sehr viel Mühe gegeben, wirklich sehr nett, sehr wohlwollend und trotzdem direkt und alles drum durchgesetzt. Dann ziehe ich nach Spandau um und habe da so einen Wichser. Also man ist halt so bearbeiterabhängig.
01:14:47 Werden diese Briefe eigentlich per Rückschein verschickt, muss er dann nachweislich zugestellt werden, wenn solche Sanktionen eingesetzt werden? Das kann ich dir nicht sagen, das weiß ich nicht. Als Grund für E-Mail-App, ah, ist hier okay. Ich hatte immer richtig Glück mit meinen betreuenden Personen. Ich hatte aber auch das Gefühl, dass die lieber zu einem Single-Mom in Arbeit sind, als zu alleinstehenden Arbeitslosen. For sure. Stell dir vor, du wirst jetzt noch wirklich migrantisch gelesen oder, keine Ahnung, sprichst nicht fehlerfrei Deutsch oder, oder, oder.
01:15:16 Sanktionen kommen im gelben Umschlag. Okay, I see. Termine sollten bei mir zu mir und meinem Betreuer geschickt werden. Bekam ein Brief mit 10% Kürzung an Drogen. Mit Betreuer gesprochen, weder er noch ich hatten Terminbrief bekommen. Kürzungen wurden nur nicht durchgezogen, weil ich von Hartz IV in Grundsicherung gewechselt bin. Kurz drauf. Horrible. Wirklich horrible. Meiner Untermieterin haben sie mal sämtliche Gelder gesperrt, weil das Amt eine Beziehung unterstellt hat. Wie willst du etwas beweisen, was nicht ist? Das ist super classy übrigens.
01:15:45 Sie wohnen mit einem Menschen zusammen. Sie sind in einer Beziehung. Super, super classy. Das habe ich auch schon gehört. Das hatte ich auch schon.
01:15:53 Ich habe meiner Friseurin mal eine Waschmaschine gekauft, weil die Waschmaschine ist kaputt gegangen. Und sie meinte, bis ich das jetzt durch habe, sie ist krank geschrieben und hat mir quasi geschrieben und meinte, ich weiß gar nicht, was ich tun soll. Also wirklich katastrophal. Und die hätte fünf Gutachter einbestellen müssen, Mutter, allein wohnt mit zwei kleinen Kindern oder zwei schulpflichtigen Kindern, aber trotzdem jung.
01:16:21 hätte fünf Gutachten einbestellen müssen, damit man fünf Angebote hat, die man dann einreicht beim Arbeitsamt, um irgendwann eventuell vielleicht eine neue Waschmaschine zu bekommen, während sie mit zwei Kindern zu Hause sitzt. Und was macht die Waschmaschine im Waschbecken? Schruppt? Keine Ahnung. Also es ist wirklich, es ist so ein gängelndes, ekelhaftes System, wirklich.
01:16:48 Auch elektronische Benachrichtigungen dauern zwei Tage. Wir sind einfach, also bevor wir Sanktionen aussprechen, muss das System einfach mal fehlerfrei laufen. Das ist das Schlimme eigentlich. Und ich verstehe nicht, dass arbeitende Menschen sich da so von den Medien treiben lassen und da mit draufkloppen. Das kann ich mir wirklich, ich finde das furchtbar. Kontroverser Take. Wenn die Abhängigkeit von BetreuerInnen wirklich so krass volatil ist und so unterschiedlich,
01:17:17 Dann wäre eine Zukunft, wo BetreuerInnen teilweise durch KI ersetzt werden, vielleicht sogar irgendwann wünschenswert, kommt ja auch stark aufs Prompten an, könnte theoretisch besser funktionieren als der Status Quo. Das ist keine Diskussion, die ich eingehen würde. Ich hätte lieber ein System, das eben nicht so BetreuerInnen abhängig ist. Die Lösung ist nicht KI, die Lösung ist ein System zu schaffen, das nicht so menschenfeindlich ist. Wenn du das System einfach...
01:17:49 Mit KI ersetzt kann es immer noch genauso menschenfeindlich sein, weil die KI lernt ja auch von den BetreuerInnen. Auf gar keinen Fall. Das verstehe ich nicht ganz. Warum werden CDU und AfD in einem Atemzug als politische Gegenseite zu einer SPD genannt? Wer hat das getan? Ich wünsche, das könnte man noch tun.
01:18:07 Also wenn das so rüberkam von mir, würdest du sowas nicht hören, weil gerade die SPD hat ja komplett ihr Profil verloren. Die SPD wird ja von der CDU mitgetrieben und lässt sich auch mittreiben. Wo die SPD gerade steht, ist glaube ich niemandem klar, weil sie eigentlich immer die Partei der arbeitenden Bevölkerung war und das ist sie schon lange nicht mehr. Also das verlieren sie auch gerade in dieser Regierung weiter. Wo die SPD in drei Jahren steht,
01:18:35 Ich kann es dir nicht sagen. Aber ich weiß auch nicht, wer diese Aussage gerade getroffen haben soll, um ehrlich zu sein. Vielleicht magst du mir das nochmal sagen. Ohne gesetzlichen Betreuer würde ich seit zehn Jahren auf der Straße leben, wegen der Willkür der Jobcenter. Ja, und das passiert eben auch mit diesen Sanktionen. Was dazu führen wird, sind, wir werden mehr wohnungslose Menschen haben. Würde das Gegenteil daraus schließen, weniger Willkür zulassen, weniger persönliches Wohlwollend, mehr Rechenschaftspflicht der Betreuenden.
01:19:04 Wie soll das aussehen? Was ist eine Rechenschaftspflicht für Betreuende? Beziehe gerade Krankengeld und Krankengeld ist nun von Krankenkasse zur Agentur für Arbeit gewechselt und seitdem renne ich dem Geld hinterher und muss Anträge doppelt und dreifach ausfüllen und warte nun seit einem halben Monat schon drauf, dass ich Geld bekomme. Ich habe das Glück, dass ich eine Familie habe, die das aufhängt, aber hätte ich die nicht, würde ich nun nicht wissen, wie ich was zu essen kaufen soll oder Miete und Co. Fakt nur ab dieses Amt. Ja, verstehe ich komplett.
01:19:32 Betreuende, Betreuer vom Arbeitsamt, dumm formuliert. Ja, ja, also Mitarbeiter vom Arbeitsamt, genau. Das habe ich auch so verstanden. Meine Frage steht trotzdem. Im Mixtalk war vor kurzem eine Jobcenter-Mitarbeiterin, die hat schon davon berichtet, dass sich das Klima im Jobcenter bereits jetzt immer negativer wird. Das wird mit den neuen Regeln noch ekliger und menschenfeindlicher werden. Ja, die tragen es auch mit, ne? Oder müssen es mittragen. Du kriegst ja langsam als Mitarbeiter auch an die Hände gebunden, ne?
SPD-Krise und Positionierung zu AfD und CDU
01:20:0201:20:02 Geld kommen müssen. Unter Gerechtigkeitsaspekten, und das ist ja mein Blickwinkel, nochmal von Menschen, die arbeiten, die für zweieinhalb, dreieinhalb, dreitausend Euro arbeiten, ist es nicht erklärbar, dass jemand...
01:20:14 Geld vom Staat bekommt und nicht arbeiten geht oder Termine verstand. Und auf der anderen Seite geht es trotzdem darum, dass man sich darum kümmert, dass der Sozialstaat funktioniert und dass wir uns um Menschen kümmern, die gerade nicht können und die gerade nicht arbeiten können. So wie die SPD das Bürgergeld erschaffen hat, fanden das ganz viele Leute ungerecht. Warum haben Sie das jetzt erst? Big Bang, danke für 42 Monate. Dankeschön.
01:20:39 Du hast das wortwörtlich gesagt, kann natürlich unglücklich ausgedrückt gewesen sein. Was habe ich wortwörtlich gesagt? Dass die CDU und die AfD ein Gegenpol sind zur SPD? Warte mal, ich muss mir gerade mal durchlesen, was deine erste Nachricht war.
01:20:55 Verstehe ich das nicht ganz? Warum werden CDU und AfD in einem Atemzug als politische Gegenseite zur SPD genannt? Ich mache seit sechs Jahren hauptberuflich Politik. Es käme mir nicht in den Sinn. Wortwörtlich. Also erst mal sagst du wortwörtlich und wirfst das in den selben Satz mit, ist es unglücklich ausgedrückt. Aber okay, Chats, ganz kurz. Dürft ihr mir gerne ganz, ganz ehrlich spiegeln. Habe ich gesagt, dass CDU und AfD ein Gegenpol zur SPD sind? Beziehungsweise umgekehrt?
01:21:26 Meines Erachtens ist die Profillosigkeit und das Verkennen ihrer klassischen Ursprünge eine Problematik. Alles Parteien, die AfD, nehme ich da mal aufgrund ihrer kompletten Desillusionen raus. Okay, ja, also mag alles sein. Mich schockiert ein bisschen, wie du meine Worte verortest. Magst du selbst im VOD oder mag jemand im Chat mal im VOD schauen, was ich da gesagt habe, wie da jemand drauf kommt? Also nee, also die SPD ordnen wir auch schon lange ein, auch politisch.
01:21:52 Die SPD ist kein Gegenpuls zur CDU und AfD. Das ist auch nicht unglücklich ausgedrückt. Vielleicht blickt es einfach an dir als Zuhörer, dass du da was falsch verstanden hast. Das kann vielleicht auch sein. Könnte auch eine Option sein, die bei dir aufploppt. Nur so als Input. Erkannt und geändert.
01:22:09 Wir haben es nicht jetzt erst erkannt, aber wir haben es jetzt auch unter meiner Führung geändert und das war mir wichtig. Ich meine, wir sehen hier gerade quasi ein Bewerbungsgespräch von Klingbeil für die CDU. In welcher Welt ist das ein Regenpol zur CDU? In der Ampel gab es auch Gesetze, die gesagt haben, wir gehen hart vor gegen Totalverweigerer. Schaust dir einfach nochmal an, ich fand das undifferenziert. Undifferenziert kann sein, aber du sagst, ich hätte es wortwörtlich so gesagt.
01:22:39 Vielleicht möchtest du auch einfach nochmal reflektieren, ob du das vielleicht so rausgehört hast und es vielleicht unglücklich formuliert war und du es so verstanden hast. Aber wortwörtlich habe ich das so mit Sicherheit niemals gesagt. Hart vor gegen Menschen, die beim Schwarzarbeiten erwischt werden. Das haben wir in der Ampel schon gehabt. Trotzdem.
01:23:00 Fragen wir uns und das fragen sich auch ganz viele andere. Also ich kann jetzt zitieren den Duisburger Oberbürgermeister, der gesagt hat, die SPD hat einen totalen Fehler gemacht, dass sie gerade am Bürgergeld zu erkennen, sich nicht um die Klientel arbeitet. Aber Frau Miosga, ich sage auch hier gerade, diesen Fehler korrigieren wir jetzt. Ich will die SPD auf einen anderen Weg bringen. Ich will die SPD auf einen Weg bringen, wo es darum geht, dass wir uns um Menschen kümmern. Und das muss der Hauptfokus sein, wo jemand arbeitet, wo jemand sich anstrengt, wo jemand was leistet in diesem Land. Und da gehört aber nicht dazu, dass ich rigor... Ich meine, die FDP ist komplett...
01:23:29 baden gegangen über Jahre und jetzt final und nicht mal mehr im Bundestag mit diesem Take. In welcher Welt glaubt denn die SPD, dass es eine gute Idee ist, dieses Narrativ, der wer arbeitet, der wird was bekommen oder wer was leistet, wird was bekommen, ein gutes Thema ist für die eigene Zielgruppe, wie auch immer diese Zielgruppe noch aussieht. Das ist so crazy. Die CDU hat das auch komplett übernommen. Das sind ja Takes.
01:23:56 wo die CDU und die SPD dasselbe von sich geben. Merz sagt das ja genauso. Das ist ja ein kompletter FDP-Take. Komplett.
01:24:05 Oh je, der Shadowgun schreibt. Hab auch jahrelang mit denen kämpfen müssen, obwohl klar war, dass ich durch meinen Gesundheitszustand überhaupt nicht lebensfähig bin. Man kann wirklich keinem erklären, was es ein Kampf war, bis ich zur Frührente kam. Und trotzdem habe ich eigentlich bei weitem nicht die Unterstützung bekommen, die ich dafür gebraucht hätte. Die Politik macht sich damit noch mehr Probleme. Ja, und ich glaube, ich glaube, Max, gerade wenn wir Menschen haben, die durch Unfall oder Krankheit, vor allem chronische Erkrankungen,
01:24:30 in diese Gelder reinrutschen, dann haben wir eh schon Lücken in unserem Auffangnetz, in unserem sozialen und gerade machen wir weitere, wir reißen quasi wirklich große Löcher in diese sozialen Auffangnetze.
01:24:47 Es ist schon katastrophal, die Leute, die nicht anders können, so leben wollen. Ja, ich meine, und gerade auch Menschen, die einfach chronisch erkrankt sind. Ich denke auch an ME-CFS, Menschen, die sich auch gar nicht immer um alles kümmern können aufgrund ihres Gesundheitszustandes. Da fallen so viele Menschen durchs Netz ohnehin schon und jetzt noch viel, viel mehr.
01:25:12 Und ich wundere mich, ich habe das ja gestern schon gesagt, ich bin wirklich extrem verwundert, dass gerade SPD-Anhängerschaften nicht auf den Straßen stehen und demonstrieren. Weil das doch eigentlich, also die SPD zerstört doch gerade ihr eigenes Erbe. Ich verstehe nicht, dass die Bevölkerung in Deutschland das so hinnimmt. Ich kann es wirklich nicht nachvollziehen. Doro, ich danke dir für 20 Monate. Vielen, vielen, vielen Dank dafür.
01:25:40 groß über den Sozialstaat rede. Ich will, dass wir einen Sozialstaat haben, der funktionieren. Aber ich muss doch jetzt einfach sehen, es gibt eine massive gesellschaftliche Debatte darüber. Es gibt diesen Missbrauch. Es gibt überall die Diskussion auch um das Bürgergeld. Übrigens, ich rede auch gern über die Frage von Steuerbetrug. Ich rede gern darüber, was reiche Menschen in diesem Land sich erlauben können, wenn es darum geht, sich auf Kosten der Allgemeinheit auch zu bereichern.
01:26:01 Aber es ist total richtig und ich sage Ihnen, deswegen ist das auch nichts, was man mir aufzwingen musste, sondern es ist richtig, dass die SPD diesen Weg jetzt geht. Ich will das auch. Ich möchte, dass wir zur Veränderung beim Bürgergeld Richtung neue Grundsicherung kommen. Und dafür haben wir jetzt die ersten Sachen vorgelegt und ich finde das richtig. Dass Sie diese Ungerechtigkeit jetzt erst korrigieren, das sagen ganz viele Zahlen, hat auch dazu geführt, auch dazu geführt, dass die SPD weiter abgestürzt ist und im Gegenzug die AfD weiter dazu gewinnt. Wie wollen Sie dagegen steuern?
01:26:29 Ich glaube, dass man Vertrauen in der Politik sehr schnell verliert und es sehr lange braucht, es zurückzugewinnen. Aber es geht jetzt um ein paar Sachen, die wir richtig machen müssen. Wir reden gleich sicherlich noch mit den anderen Gästen über das Sondervermögen, wo es darum geht, dass wir massiv in dieses Land investieren, dass wir es modernisieren, dass wir gucken, wie wir Infrastruktur, aber auch Kitas und Schulen ausbauen. Also das klare Signal an die Bürgerinnen und Bürger, das Land funktioniert besser.
01:26:52 Und dann geht es für mich aber auch darum, dass wir in der Regierung vernünftig zusammenarbeiten. Weniger Streit. Das hat die Ampel wahnsinnig geprägt. Wir hatten jetzt auch erste Sachen, die mich betrübt haben in der neuen Regierung. Deswegen war es gut, dass wir im Koalitionsausschuss wirklich Entscheidungen getroffen haben. Und ich bin mir sicher, über diesen Weg kann man die AfD auch wieder klein erklären. Uns ist online ein Post aufgefallen von der SPD, der ein bisschen... Sorry, wer soll das denn glauben?
01:27:22 Wer gerade wächst, ist die AfD, die CDU wird den Stand halten, die SPD bei der nächsten Wahl, das wird traurig werden. Und gerade mit solchen Aussagen gibt es einfach alternative Parteien. Da braucht man die SPD nicht für wählen, dann wählt man das Original und das ist dann irgendwo auch schon irgendwo CDU verortet. Schwierig, keine Ahnung. Ich weiß nicht, was man damit bewirken will. Ich glaube, es führt zu nichts. Ich glaube nicht.
01:27:48 dass die SPD gerade ernsthaft weiß, worauf das hinausläuft. Einblick darüber gibt, wie Sie der AfD auch begegnen wollen. Vielleicht gucken wir uns den mal zusammen an. Umfrage, welche Partei kann soziale Gerechtigkeit? Ist die SPD ganz weit vorne, danach kommt die Linke, die CDU, CSU und dann, und das haben wir jetzt aus Übersichtsgründen etwas vergrößert, ist das zu sehen. Herr Klingmar, darf ich eine Frage dazu stellen? Auch wenn Sie mir den Ausdruck verzeihen, ist die AfD. Warte ganz kurz, wo war das?
01:28:21 Ah, bei der SPD selbst. Warte kurz. Zusammen an. Umfrage, welche Partei kann soziale Gerechtigkeit? Ist die SPD ganz weit vorne? Danach kommt die... Forschungsgruppe Wahlen, Politbarometer. Wann war das denn? September 2225. 1200 Befragte. Linke, die CDU, CSU und dann...
01:28:43 Und das haben wir jetzt aus Übersichtsgründen etwas vergrößert. Ist das zu sehen? Ist die SPD keine Frage dazu stellen? Auch wenn Sie mir den Ausdruck verzeihen. Ist die AfD scheiße oder diese Marketing-Idee? Das war der offizielle SPD-Account.
01:29:01 Das ist ja witzig. Habe ich nicht mitbekommen. War euch scheinbar nicht wichtig genug, diese Grafik, mir die reinzuspielen? Ich sage, die AfD ist eine rechtsextreme Partei. Die hat Führungspersonen, das hat der Verfassungsschutz nun festgestellt. Aber wie wollen Sie Leute zurückholen, denen Sie attestierend angerufen haben? Als ich das gesehen habe, habe ich sofort angerufen und gesagt, das akzeptiere ich nicht.
01:29:21 Das müsste mittlerweile auch entfernt sein von den Seiten. Doch, es müsste mittlerweile entfernt sein. Vor einer Stunde habe ich geguckt. Können wir gerne einen Faktencheck machen. Machen wir. Aber ich habe sehr... Könnt ihr mal gucken, ob diese Grafik noch da ist. Das ist jetzt interessant! Oh mein Gott, man hat die AfD als braunen Kackehaufen dargestellt, der sie ist. Oh nein! Ist das wirklich so schlimm von einem offiziellen Partei-Account? Findet ihr das schlimm? Ist das so ein Thema?
01:29:46 Also das ist doch ein Lückenfüller-Thema, oder nicht? Aber warum steht er nicht dazu? Weil er es nicht gut findet. Er findet es nicht gut. Er kann in seiner Funktion das auch nicht gut finden. Aber ist es so... Schlimm ist, dass die SPD auf Platz 1 war. Ja, schlimm ist, dass die SPD auf Platz 1 war.
01:30:03 Vor allem, warte mal ganz kurz, ich will die Grafik noch mal sehen. Die Linke dahinter, dann CDU, CDU, also soziale Gerechtigkeit, die CDU, CSU. In welcher Welt? In welcher Welt denkt man das denn? Die hat Führungspersonen, das hat der Verfassungsschutz nun festgestellt. Aber wie wollen Sie Leute zurückholen, denen Sie attestieren, anrufen zu gehen? Als ich das gesehen habe, habe ich sofort angerufen und gesagt, das akzeptiere ich nicht.
01:30:31 Das müsste mittlerweile auch entfernt sein von den Seiten. Doch, es müsste mittlerweile entfernt sein. Von einer Stunde habe ich geguckt. Können wir gerne einen Faktencheck machen. Machen wir. Aber ich habe sehr deutlich gemacht gegenüber dem Generalsekretär und auch gegenüber anderen, dass ich das nicht akzeptiere. Die AfD ist eine rechtsextreme Partei. Ich gehe immer hart ins Gericht mit den Leuten, die dort Verantwortung übernehmen, die im Bundestag für die sitzen, die im Parteivorstand sind.
01:30:53 Aber was ich nicht mitmache, ist diejenigen zu beschimpfen, die ihr Kreuz mal bei der AfD gemacht haben. Das glaube ich nämlich, das ist der falsche Weg. Das tut man aber nicht. Der Kackhaufen geht ja explizit an die AfD und nicht an die AfD-Wählerschaft. Ich differenziere da ja auch sehr klar. Also ich habe auf der Straße ja Straßenumfragen gemacht und da wurde sehr deutlich, dass die Leute gar keinen Plan haben, was sie wählen. Das ist super traurig und das kann man verurteilen. Aber das macht eine AfD weder nicht zu einem Nazi oder einem Rechtsextremen.
01:31:19 Aber diese Grafik zeigt ja, also dieser Kackenhaufen steht ja nicht für die Wählerschaft, sondern für die AfD. Also die Argumentation ist doch jetzt genauso Banane. Deswegen ist diese Social-Media-Kachel ein völlig falsches Signal. Es gibt Leute, die die AfD wählen, die überzeugte Rechtsextremien. Ich finde es so etwas unseriös. Ja, mein Gott.
01:31:42 Ich finde es jetzt aber auch nicht dramatisch. Die kriege ich nicht zurück. Aber es gibt auch Leute, die sich im Streit in der Ampel abgewandt haben von der klassischen Politik. Es gibt welche, die sind enttäuscht, dass der Bus nicht fährt, dass die Schule nicht saniert ist. Die sind vielleicht über die Russland-Politik enttäuscht. Die haben sich abgewandt. Aber ich glaube, da kann man viel auch zurückgewinnen. Und darauf sollten wir uns konzentrieren. Ich möchte nicht die Wähler der AfD beschimpfen. Ist das so? Ich kann mich absolut nicht erinnern. Das Klingbeil sich jemals stark gegen die AfD gestellt hat. Doch mit Worten tun sie das alle. Also auch Merz, by the way.
01:32:12 Also die sind alle, nein, AfD geht gar nicht, bla, blub. Die Frage ist, wie viel Gewicht man in diese Worte reinlegt. Also in Klingbeils Worte lege ich da noch ein bisschen Gewicht rein, in Merz Worte zum Beispiel gar nicht. Aber sie grenzen sich schon alle von der AfD ab. Sagen alle, geht gar nicht, geht gar nicht, geht gar nicht. Aber die Taten und andere, anderes ist da halt.
01:32:39 steht dem halt irgendwie konträr. Aber so gerade in Talkshows und so grenzen sie sich schon alle sehr, sehr klar ab. Also auch, dass er hier sehr klar sagt, die AfD ist Rechtsextrempunkt. Hallo, Everdeen, ich grüß dich. Also. Die Media Post auch von mir zurück. Noch online zumindest bei Threads. Wir gucken nach.
01:32:58 Sie haben gerade nachgeguckt. Sie haben mir gerade gesagt, bei Instagram ist er weg, aber bei Threads ist er noch zu sehen. Wie wichtig ist die richtige Kommunikation, Herr Klingbeil? In dem Leitantrag des SPD-Vorstands für den jüngsten Bundesparteitag im Juni steht der Satz, wir dürfen uns nicht hinter Floskeln verstecken, sondern müssen aufrichtig und transparent kommunizieren. Keine Floskeln mehr. Ist das auch eine Empfehlung von Lars Klingbeil an Lars Klingbeil? Ja, natürlich.
01:33:21 Also natürlich ist das eine Empfehlung, weil auch ich manchmal natürlich abrutsche und floske. So, stopp, bevor Sie weiterreden. Das habe ich gewusst. Da kommt das. Da freut sie sich.
01:33:33 Kriegen wir wieder eine Situation, in der Leistung sich wirklich lohnt und Menschen, die fleißig sind, vorankommen. Diejenigen, die fleißig sind in diesem Land, die sich wirklich anstrengen, die arbeiten gehen, die jeden Tag unterwegs sind, die das Land am Laufen halten. Die morgens fleißig aufstehen, die sich kümmern, die sich an die Regeln halten, die die Kinder haben, in den Vereinen sind, die dafür sorgen, dass dieses Land läuft. Also die, die fleißig sind, die sich jeden Tag anstrengen, die das Land zusammenhalten. Dass die fleißigen Menschen in diesem Land wirklich auch merken, es geht in der Politik und bei den politischen Entscheidungen um sie.
Soziale Gerechtigkeit und Leistungsdebatte
01:34:0301:34:03 dich anstrengst im Leben, dann kommst du voran. Sei fleißig, halt dich an die Regeln, guck, dass du arbeitest und du kommst voran im Leben. Ich wollte jetzt sagen, es klingt wie so ein Werbefilm, der auf dem Arbeitsamt laufen könnte. Mach was aus dir, sei fleißig, dann kommst du auch voran im Leben. Es klingt so nach, ich keine Ahnung, frisch auf dem Arbeitsamt und hol dir noch mal Mut irgendwo her.
01:34:29 Es ist einfach der FDP-Take, mit dem die FDP bei der letzten Wahl einfach nur noch baden gegangen ist. Dieser FDP-Take funktioniert nur vor vier Jahren mit einem Christian Lindner, oh mein Gott, mir ist fast der Name nicht eingefallen, der von Uni zu Uni getingelt ist. Da hat das funktioniert. Noxpower, ich danke dir für dein Prime im zweiten Monat. Vielen, vielen Dank dafür. Also ja, schreib dich nicht ab. Lern lesen und schreiben. Es ist wirklich keine Ahnung.
01:34:57 Was passiert eigentlich, wenn wirklich 30% arbeitslos werden durch Automatisierung? Reden wir dann immer noch über Leistung, die sich lohnen muss? Nee. Natürlich, also ...
01:35:12 Das ist nochmal ein ganz anderes Thema, ja? Da muss ich drüber nachdenken. Das kann ich klingen, weil jetzt nicht spontan fragen. Im Verein sein bringt da auch nichts. Nach 15 Jahren Ehrenamt muss ich sagen, es wird immer mühsamer, Geld zu sammeln, weil auch Firmen nichts mehr geben wollen. Du meinst für Vereine per se oder was? Oder von welchen Vereinen reden wir gerade? Ich bin durch die ständigen Arztbesuche dermaßen geschädigt, dass ich Schwierigkeiten habe, Termine wahrzunehmen.
01:35:37 Durch die Rente muss ich mir zum Glück jetzt weniger Gedanken machen, aber was ist mit den Leuten, die es soweit nicht geschafft haben? Ich habe es nur geschafft, weil meine Mutter mir geholfen hat. Was ist, wenn da so eine Hilfe fehlt? Ja, gerade auch Krankheit ist einfach fast schon ein Garant dafür, zu vereinsamen. Dafür haben wir auch, also das traue ich mich schon mal gar nicht zu sagen. Weißt du, was ich mich auch nicht traue zu sagen, weil ich Angst habe, dass direkt jemand draufhaut? Ich habe ja super Probleme, meinen Briefkasten zu leeren.
01:36:03 Ich habe das Glück, dass ich privilegiert bin und Geld habe und Strafen bezahlen kann. Habe ich auch immer mal wieder. Ich habe unendlich Probleme mit meinem Briefkasten. Und ich weiß, dass es ganz, ganz viele gibt. Ich weiß, dass es zum Beispiel auch viele Leute gibt, die mit dem öffentlichen Nahverkehr ein Problem haben, keine Bahn fahren können, keinen Bus fahren können. Also du musst es dir leisten können, arbeitslos zu sein. Für mich wäre, also ich weiß, dass ich vor Corona hatte ich richtig Probleme, auch Termine wahrzunehmen.
01:36:32 einfach auch aufgrund des Weges und so. Und ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die unter sozialen Zwängen leiden. Das heißt, wenn wir darüber reden, dass diese Sanktionen halt schnell greifen, muss ich immer dran denken, wie es mir selbst damit gehen würde, wenn ich allein schon immer gezwungen wäre. Und das sind ja dann immer auch Hiobsbotschaften. Also wenn ich schon einen Brief vom Arbeitsamt erwarte, dann habe ich noch mehr Probleme, an den Briefkasten zu gehen.
01:36:58 Und ich muss immer an die Menschen denken, denen es so geht wie mir, die arbeitslos sind und keinen Job haben. Ich hätte damit schon Probleme.
01:37:06 Und ich weiß, dass es ganz viele gibt. Und dazu kommt eben noch sowas wie, kann ich mir überhaupt leisten, mit der Bahn zum Arbeitsamt zu fahren? Das ist ein Punkt. Kann ich überhaupt freie Bahn fahren? Habe ich mit dem Bahnfahren vielleicht ein Problem? Wie komme ich hin? Etc. pp. Weil ganz oft sind Jobcenter und Arbeitscenter ja auch im hinterletzten Eck. Ich musste in Köln. In Köln ist das in Ossendorf. Köln-Ossendorf. Wirklich im hinterletzten Eck. Da, wo es halt hingehört, der Jobcenter.
Bürokratische Hürden und chronische Krankheit
01:37:3301:37:33 Ich glaube, dieses Briefkastenproblem ist aber größer bei Leuten, die viele Verpflichtungen eingehen, von negativen Post kommen können. Ich habe jetzt noch nicht so viele negative Post bekommen und habe das Problem trotzdem. Es ist völlig unabhängig von dessen, was du erwartest. Es ist ein Briefkastenproblem, es ist ein generalisiertes Problem, es ist ein systemisches Problem. Es ist auch total unrealistisch. Ich kriege sehr viele Finanzamtbriefe. Ich habe hier in Schapel liegen, weil ich letzte Woche gelehrt habe, nach zwei Wochen mal wieder.
01:38:01 Das sind alles runde Steuersachen. Das ist nichts Schlimmes. Überhaupt nichts Schlimmes. Gar nichts Schlimmes. Ich habe selten was Schlimmes im Briefkasten.
01:38:09 Aber ich habe das Problem trotzdem. Hätte ich gerade keinen Job, würde ich wahrscheinlich auch nichts mehr bekommen. Ich habe nur noch wenig Kraft, mich um alles zu kümmern gerade. Ich schaffe meinen Job und das war es dann auch. Mehr geht nicht mehr. Was ist mit Menschen, die krank sind? Menschen, die chronisch krank sind? Und bitte, ich finde das wirklich eins der schlimmsten Beispiele ist für mich ME-CFS. Das sind Menschen, die nicht mal mehr mit Licht leben können ganz oft. Oder diese absoluten Crash-Outs haben. Was glaubt ihr?
01:38:36 was es für chronisch kranke Menschen bedeutet, einen Arbeitsamttermin wahrzunehmen. Und all diese Menschen werden von dem hier in dem Frame sehr lächelnden Klingbeil einfach überhaupt nicht beachtet. Und ich weiß nicht, das ist das, was ich meine, wenn ich sage, ich finde es menschenfeindlich. Weil immer nur darüber gesprochen wird, wer verweigert. Und das ist die absolute Seltenheit. Das sind so wenige Menschen in Deutschland. Und in das gleiche Raster fallen eben aber auch zum Beispiel viele chronisch kranke Menschen.
01:39:07 Ich kenne das auch mit der Angst, wenn ich den Kasten leere, ist meist nur so Standardkram drin, bei mir auch, und trotzdem brauche ich jedes Mal zwei Wochen. Das ist eine Farce. Es ist auch peinlich. Es ist peinlich, darüber zu reden. Es ist peinlich, darüber zu reden, dass man den Briefkasten nicht lernen kann als 35-jährige Frau. Und natürlich machen sich da auch Leute drüber lustig, die dieses Problem noch nie hatten. Ich habe da zum ersten Mal drüber geredet, als ich bei nebenan.de, das ist sowas wie bei Kleinanzeigen,
01:39:32 gelesen habe, dass ein Mensch jemand sucht, der ihm regelmäßig den Briefkasten leert und einfach nur zur Haustür bringt. Und da habe ich zum ersten Mal gedacht, ah krass, ich bin damit gar nicht alleine. Das haben richtig viele, dieses Problem. Und dann hat mir gerade meine Nachbarin ein Glas Brühe und Nudeln für die Tür gestellt, weil ich wegen Corona niemanden sehen kann. Aber das ist dann so halt eine Lösung, die hier funktioniert, weil eine tolle Nachbarschaft habe, ein Privileg, dass keines sein sollte. Und ich finde Rebelli, das sollte.
01:40:02 gängig sein. Ich träume ja von einer Gemeinwohlökonomie, von einem Gemeinwohlgedanken. In Köln gab es mal Ansätze dazu, dass wir einfach Nachbarschaft wieder aktiv leben. Dass wir wieder wissen, ich weiß, dass das sehr fernab der Realität klingt, aber ich finde es geil, wenn man sich gegenseitig wieder unterstützt.
01:40:26 Wenn wir generell wieder zu dem Stand kommen, dass wir einfach gegenseitig aufeinander aufpassen oder auch auf Kinder aufpassen etc. Chronisch Kranke fallen aber in der Regel in die Berufsunfähigkeitsrente. Ja, aber liest ihr doch mal durch, was der Chat schreibt. Wir hatten ja schon chronisch Kranke, die genau ihre Erfahrungen geschildert haben. Dieses in der Regel ist immer schön gedacht, vor allem von Unbeteiligten, die noch nie in der Position waren.
01:40:50 Was du da alles ausfüllen musst, wie viele Termine du wahrnehmen musst, wie gut dein Bearbeiter sein muss, das dann auch umzusetzen etc. Das ist alles schön, diese Theorie, die Praxis sieht aber leider anders aus. Was willst du von mir hören? Und wie lange das alles dauert, das musst du erst mal finanziell überbrücken können, dir die Miete über drei Monate oder auch nur einen Monat leisten zu können.
Absurde Systemregelungen und Sozialpolitik
01:41:1401:41:14 Gar nicht so fern, weil wir das hier halt tatsächlich so machen in Weddingen. Einfach irgendwie so eine Hausgemeinschaft geworden. Voll schön, ja. Mega, mega, mega schön. Und du musst auch erst einmal anerkannt werden, ja. Wir haben vor drei Wochen darüber gesprochen, dass Menschen mit Amputationen regelmäßig nachweisen müssen, dass sie immer noch eine Amputation haben, um ihren Behindertenausweis weiter zu verlängern.
01:41:39 Nur so als Beispiel. Wir haben total absurde Regelungen in unserem System. Und gerade wenn man unbeteiligt ist, hat man da einfach keinen Plan von. Ich weiß auch vieles nicht. Ich weiß vieles nur aus Erzählungen. Und vieles, weil ich Kontakt einfach zu vor allem Menschen mit Behinderung hatte in meinem vorherigen Job. Jesus, dass es auch wild ist. Komplett wild.
01:42:02 Ich hatte auch, als wir diese Diskussion hatten, hatten wir einen Querschnittsgelähmten im Chat, der auch meinte, ich weiß nicht, was die erwarten, aber Spontanheilung habe ich leider noch nicht erfahren und trotzdem muss ich es immer wieder nachweisen, dass ich auf einen Rollstuhl angewiesen bin. Wir haben teilweise Leute, die erstmal nicht einen Rollstuhl beantragen müssen und wisst ihr, wie das lange dauert?
01:42:22 Da geht es nicht darum, einen Monat zu überbrücken, wenn man kein Geld hat, sondern da geht es Zeit zu überbrücken, wenn man nicht aus dem Bett kommt, weil man bettlägerig ist, weil man den Rollstuhl nicht finanziert bekommt. Billow-Rollstuhl, by the way, ne? Also gerade elektrischer Rollstuhl oder so, ist ja nochmal ein ganz anderes Thema. Blinde müssen das auch immer wieder nachweisen, auf Papier nicht barrierefrei. Ich muss ab und zu mal einen Lacher raushauen, weil ich es so absurd finde. Ich kämpfe 20 Jahre, bin seit 10 lebensunfähig und bekomme seit 2 Jahren Rente.
01:42:59 Die Bürokratie hierzulande ist auch eine Vollkatastrophe. Ja, und wisst ihr, wo man jetzt entbürokratisiert hat? Bei Bauunternehmen, bei Anträgen. Wenn man keine Antwort bekommt, ist es halt zugelassen.
01:43:12 Da hat man entbürokratisiert. Auf das Durcheinander freue ich mich ja noch richtig. Aber bloß nicht bei den ganz unten an der Nahrungskette ansetzen. Nach drei Monaten, ja. Das ist Wahnsinn. Irgendwer hat gestern auch im Discord geschrieben, was wurde da beantragt? Wohnberechtigungsschein oder so? Im Mai? Und das Arbeitsamt hat jetzt rückgemeldet, sie sind erst im Juni oder Juli? Das ist einfach komplett absurd.
01:43:46 Da werden dann immer Nachfragen gestellt, dann gelten die drei Monate wieder neu. Ja, das hoffe ich doch. Aber Bauen ist doch wichtig, oder? Naja, erstmal wäre es wichtig, den Leerstand wieder fit zu machen. Also Politik entburekratisiert sehr, sehr gerne, wenn es um Bauunternehmen geht, die die Wirtschaft vermeintlich ankurbeln. Mein Vater ist während der Zeit der Prüfung, ob er noch Pflegestufe 3 oder doch schon 5 ist, gestorben. Wow.
Gemeinschaft vs. Systemversagen
01:44:1501:44:15 Das ist ein schöner Gedanke mit dem gemeinschaftlichen Wohnen. Das Problem ist halt, dass es sehr schnell in einem kommunistischen Brei enden kann. Jede Leistung, die erbringt wird für die Gemeinschaft, ist gleich viel wert. Ein fundamentales Problem. Menschen können unterschiedlich viel helfen und nehmen unterschiedlich viel Hilfe an. Das ist ein schöner Gedanke, aber nach zwei Jahren in einer Gemeinschaft muss ich sagen, dass es für mich null funktioniert. Ich glaube auch nicht, dass es für jeden funktioniert. Ich rede auch nicht von einer kommunistischen Kommune, in der man aufs Land zieht, sich fünf Tiny-Häuser hinstellt, sondern ich rede von der Stadt.
01:44:45 wo man einfach ein bisschen mehr wieder auf seinen Nachbarn achtet oder der Alleinanziehenden Mutti anbietet, mal einen Tag auf die Kinder aufzupassen, wenn die Kids von der Schule zu Hause bleiben müssen, weil sie krank sind. Wir haben so viele Probleme und ich träume wirklich, weil ich aber auch nicht mehr an unsere Politik an der Stelle glaube. Deswegen träume ich davon, dass wir das ausgleichen mit einer Gesellschaft, die stark ist, sich dem entgegensetzt und sagt, wir sind noch menschlich.
01:45:12 Wisst ihr, ich bin ja immer in diesem Wirkungskreis gelaber. Ich kann nur das tun, was mein Wirkungskreis ist. Ich kann hier streamen, das ist mein Beruf, das mache ich. Und privat kann ich schauen, wie ich mein Umfeld haben möchte und sehen möchte. Und ich möchte mich persönlich in einem Umfeld bewegen, wo ich meine Nachbarn kenne, wo ich ein bisschen auf dem Schirm habe, wie der in Leben aussieht und vielleicht das tue, was ich tun kann. Und sei das mal einkaufen oder so.
01:45:39 Oder meine Nachbarin, die letztens den Fuß verletzt hatte oder so. Natürlich müssen wir systemisch auf politischer Ebene was ändern, ganz klar. Aber das Befriedigendste ist doch eigentlich, direkt was umsetzen zu können. Und was ihr direkt umsetzen könnt, ist das, was ihr im direkten Umfeld habt.
01:46:06 Ich musste als chronisch Herzkranke auch immer nachweisen, dass ich noch herzkrank bin. Inzwischen habe ich einen unbefristeten Ausweis. Nice, das freut mich, wenigstens das. Allein auf meinem Arbeitsweg stehen drei Häuser dauerhaft leer. Ich weiß nicht, warum das keiner angeht und man lieber am Standrand immer mehr Neubaugebiete erschließen will. Wir haben in Berlin auch einen unfassbaren Leerstand, den wir nicht angehen. Riesenproblem.
01:46:35 Würde ja gerne mein Wochenendhaus ziehen, darf man aber nicht. Nur Erholung, kein Wohnsitz möglich.
Politische Kritik an SPD und Klingbeil
01:46:4201:46:42 Was hast du, reicher Mensch, auch ein Wochenende? Die Probleme der Reichen, da kommen wir zurück zu Klimmweil. Sie bitte diesen Satz in dieser Saison nicht wiederholen, aber Sie haben ihn vorhin schon gesagt. Sie werden Beispiele dafür finden. Ich wollte eigentlich gerade sagen, das letzte Mal, als ich sowas gefragt wurde, war am A. Entschuldigung, wir sind bei Leistung muss sich wieder lohnen. Nur, dass ich euch wieder einen Ansatz gebe, wo wir eigentlich gerade waren. Die Sommerinterview und dann haben die danach genau Sätze zusammengeschnitten. Auch die Fleißigen, die immer aufstehen. Ich weiß nicht, ob sie die gleiche Redaktion haben. Aber bei dem Thema sage ich Ihnen, das sind nun echt keine Floskeln.
01:47:11 Und da sage ich Ihnen sehr klar, die Fleißigen und die Anständigen, die jeden Tag aufstehen, die für 3000 Euro arbeiten gehen, nein, das sage ich Ihnen jetzt ganz klar, die wären in dieser Berliner Blase, der Sie angehören und der ich auch angehe. Ich sage Ihnen, wenn die SPD sich um diese Menschen kümmert, wenn die SPD sich um diese Menschen kümmert, wären wir nicht bei 16 Prozent. Wenn diese Menschen...
01:47:31 Und ich habe gerade mit den Betriebsräten der Industrie, also der Stahlindustrie, zusammengesessen, die mir alle sagen, Leute, ihr wisst nicht, was bei uns in den Betrieben los ist. Die haben alle nicht mehr den Eindruck, ihr kümmert euch um die Belange dieser Arbeitnehmer. Die verdienen übrigens mehr als 3000 Euro, aber trotzdem ist das genau der Blickwinkel. Wir haben diese Woche den Autodialog gehabt, wo die Betriebsräte sitzen und sagen, hier ist nicht mehr der Eindruck, CDU oder SPD würden sich um die Interessen der Beschäftigten in den Automobilstandorten kümmern. Und deswegen ist das für mich...
01:48:00 ist das für mich für die Frage, wie stark ist die SPD, ist das genau der entscheidende Punkt. Schaffen wir es eigentlich in dieser Berliner Welt, der Sie angehören, der ich angehöre, schaffen wir es eigentlich mal zu sehen, was die Mehrheit der Menschen in diesem Land denkt, was die umtreibt, was deren Herausforderungen im Alltag sind. Und wenn ich von den Fleißigen und Anständigen rede, dann sind das nicht die, die brüllend durchs Internet laufen.
01:48:21 Ben, mein Lieber, danke für diese wunderschöne Unterbrechung, dieses absolut ereignisreichen Klingbein-Interviews. Vielen Dank, dass du deine Community rüber schickst.
01:48:31 Schön, dass du da bist. Das ist die Mehrheit der Menschen in diesem Land. Und die fühlen sich gerade nicht repräsentiert von der Politik. Und das muss genau der Blickwinkel sein. Ich sage Ihnen, wenn man das hinkriegt, wird die SPD auch wieder stärker. Sie finden garantiert Beispiele, wo ich mit Floskeln rede. Aber an der Stelle habe ich wirklich eine politische, tiefe Überzeugung. Das glaube ich Ihnen. Nur das Blöde ist, wenn man dann immer mitreden kann, dann sollte man sich etwas Neues ausdenken. Ich will ja nicht jedes Mal was Neues erfinden. Ich habe eine politische Überzeugung.
01:49:00 Und für die kämpfe ich. Und ich darf Ihnen verraten, ich habe noch nicht alle in der SPD überzeugt, dass das der richtige Weg wäre. Aha, was haben Sie denn bisher getan für die Fleißigen? Es ist schön, dass es noch in der SPD noch Leute gibt, die sich irgendwie dagegen wehren. Ich habe irgendwie das Gefühl, Robert Habeck war irgendwie das, was Klingbeil jetzt für die SPD ist. Und ich bin großer Robert-Habeck-Fan, versteht mich nicht falsch. Aber er war schon der Sargnagel für die Grünen in diesem Wahlkampf, weil dieser Realo-Kurs einfach nicht das war.
01:49:27 was die Wählerschaft wollte. Die Wählerschaft wollte linke Politik. Deswegen ist die Links so unfassbar gewachsen, unter anderem. Wir haben auch einen guten Wahlkampf gemacht. Aber dieser Realo-Habeck-Kurs, der war es nicht. Und der Klingbeilkurs, der ist es auch nicht für die SPD, wenn ich das so sagen darf. Da habe ich große Zweifel dran. Zum Beispiel haben wir uns in der Regierung jetzt darauf konzentriert, dass wir Arbeitsplätze sichern. Dass wir ...
01:49:52 Beispielsweise die Energiepreise senken. Noch verlieren wir sehr viele Arbeitsplätze. Ja, das tun wir auch, weil man den Schalter nach vier Jahren, die wirtschaftlicher Schwächephase, nicht einfach so umdreht. Aber wenn wir jetzt sagen, wir bringen 500 Milliarden auf den Weg, wenn wir die Energiepreise senken, wenn wir jetzt gerade auch...
01:50:07 Zum Beispiel dafür sorgen, dass private Investitionen angereichert werden, dass wir das Lieferkettengesetz ausgesetzt haben, dass wir gerade den Automobildialog gemacht haben, dass wir den Stahlgipfel haben. Das ist ein klarer Fokus für Menschen, die hart arbeiten, die fleißig sind und morgens aufstehen und sich kümmern, dass wir sie in den Fokus nehmen und uns kümmern. Und dieses Vertrauen, das ist mein Anspruch, das werden wir uns als SPD zurückgekämpfen. Dann gucken wir uns jetzt etwas genauer an, was Sie nicht nur für die morgens aufstehen und fleißig arbeiten vorhaben.
01:50:33 Und beginnen mit einem Versprechen, das der Finanzminister den Menschen in den Kommunen gegeben hat.
01:50:40 So, und das ist jetzt der Einspieler. Das heißt, das war auch das ganze Klingballinterview. Das ist schon eine Farce gewesen irgendwie. Also, muss ich ganz ehrlich sagen, weil das ist der Einspieler zum Wechsel des Studios. Haben wir gleich auch. Um zwölf habe ich auch einen Talk. Und wir haben auch erst die Bertelsmann Stiftung, die ihre Studie vorstellt. Und danach haben wir einen Einspieler. Und dann kommt Leminski von der CDU.
Klingbeils Interview als Systembeispiel
01:51:0601:51:06 Und dann reden wir quasi über Politik und Gaming und diese Studie und konfrontieren ihn quasi mit den Ergebnissen. Bin ich sehr gespannt drauf. Das heißt, das war jetzt das Klingbeil-Interview.
01:51:17 Das war's, Leute. Das war's an der Stelle. Wir gehen jetzt das an, was jahrelang in unserem Land vernachlässigt wurde. Dass das Schlagloch, das seit Jahren nervt, auf einmal beseitigt wird. Dass die Schultoilette, die schon seit Jahren nicht mehr benutzt werden kann, repariert wird. Er wirkt auf mich einfach inkompetent in allen Belangen. Chaotisch, schwätzerisch und irgendwie verschwitzt unangenehm. Also um ihn ein bisschen in Schutz zu nehmen, er schwitzt auch wie Sau in diesem Studio, da kann er nichts für.
01:51:45 Man hat die ganze Zeit das Gefühl, er ist unfassbar nervös. Ich glaube, es ist einfach nur unfassbar warm für ihn, auch in diesem Anzug. Nee, ich glaube, dass es sehr viel systematischer ist. Ich glaube, Klingbeil weiß sehr genau, was er tut. Also Inkompetenz ist die eine Sache. Ich glaube nicht, dass Klingbeil Inkompetenz ist. Dürft ihr mir aber gerne eure Eindrücke geben. Ich glaube, dass Klingbeil sehr genau weiß eigentlich, was er tut. Ich glaube nicht, dass der inkompetent ist. Mir macht es viel mehr Angst, dass er das alles so meint, was er sagt.
01:52:15 Was hat sie da hinten für eine geile Flauschbrosche? Ich wollte es nicht sagen. Wir haben diese Aussprache gesehen. Ich kenne diese Ratte, die sie sich da immer auf die Brust steckt. Ich habe die schon mal gesehen. Und ich denke, jedes Mal, sie ist so überrannt worden von so einer Ratte, die sich da festgebissen hat. Ich weiß nicht, ich habe keine Ahnung. Herzkraft geschafft, dass ich nicht mehr fleißig sein möchte. Bin lieber unfleißig. Du bist bei mir angestellt und du hast fleißig zu sein. Ich glaube, es geht los.
01:52:44 Und gönnen denen nichts, die haben ihr Bürgergeld und ihr leben ohne Existenzangst. Ja, wirklich. Er hat sich freiwillig für den Seeheimer Kreis entschieden. Ja, es ist, also wisst ihr, ich habe leider mittlerweile echt viel Ahnung. Und es ist jetzt nicht unbedingt der Segen, für den man es hält. Also wenn dieser Stream aus ist, dann schaue ich Dokumentation und höre Podcasts. Weil mich lassen diese politischen Themen ja alle nicht los.
01:53:16 So, und erfahrungsgemäß ist es so, dass wir irgendwann einen Podcast oder eine Dokumentation über einen unserer Spitzenpolitiker bekommen, wo wer noch welche Treffen hatte, wo wer noch irgendwelche Berührungspunkte hatte. Bestes Beispiel ist Jens Spahn in die Magerbewegung, wo man sich immer so fragt, ah, da kommt sie her, jetzt weiß ich Bescheid. Und ich glaube schon, dass Herr Klingbeil, also es steckt ja sehr viel mehr hintendran als das, was wir hier sehen und was wir in Interviews haben. Also natürlich reden diese Menschen miteinander.
01:53:45 Natürlich sind die weltpolitisch auch einfach vernetzt. Das heißt, auch hinter einem Klingbeil steckt sehr, sehr viel mehr. Deswegen würde ich den nicht einfach als inkompetent framen. Er macht nicht die Politik, die eigentlich der SPD gebührt oder auch uns gebühren sollte, sondern er fährt gerade eine politische Agenda, die, finde ich, sehr klar erkennbar ist, um ehrlich zu sein.
01:54:07 Kim schaut all die schönen Dokus ohne uns. Das ist ein Skandal. Ich habe nicht so viel Zeit. Ich würde es ja mit euch machen, aber es ist... Also ich höre halt sehr, sehr viele Podcasts. Ich will halt keine Podcasts hier hören. Wie soll das aussehen? Also läuft da eine Stimme im Hintergrund und ihr guckt mir die ganze Zeit auf die Stirn oder was? Es gibt ein Leben ohne euch. Es gibt ein Leben neben euch. Ja, tut mir leid.
01:54:28 Klingbeil ist nicht inkompetent, er ist einfach nur in der falschen Partei. Der viel links ist ja nicht von der CDU. Er ist auf jeden Fall in dieser Arbeitskoalition, fühlt er sich sehr wohl. Ich kann es nicht einschätzen, ich weiß es nicht. Also was Klingbeil wirklich privat denkt und was er wirklich fühlt und wohin er will, weiß ich nicht. Was ich halt immer wieder schwierig finde, ist diese
01:54:57 Dieses absolute Losgelöste von Bürgern tatsächlich, das stört mich tatsächlich. Das wird auch im Talk gleich, glaube ich, spannend. Wir reden gleich auf einer anderen Ebene, aber eigentlich über das Ähnliche. Ein Politiker macht Politik für die Gaming-Branche.
01:55:15 Und dann die Frage, wie nah dran ist er denn überhaupt? Weil die Bertelsmann Stiftung hat eine Studie daraus rausgebracht, so, wer ist überhaupt diese Gaming-Community? Wer ist das überhaupt? Wie fassen wir die zusammen? Wie homogen oder eben nicht homogen ist diese Gruppierung? Und wie viel Ahnung hat davon die Politik? Das finde ich sehr, sehr spannend. Und bei Klingbeil haben wir eigentlich dasselbe. Er macht eigentlich ...
01:55:39 Politik für die arbeitende Bevölkerung, das war mal die Kernaufgabe der SPD oder die Vertretung war ursprünglich mal, die Kernvertretung war ursprünglich mal die SPD. So und gerade, wofür macht ja gerade Politik ist die Frage.
01:55:53 Und ich glaube, dass man als Spitzenpolitiker in so einem Amt mit so viel Geld irgendwo den Bezug verliert. Genauso wie ein Politiker, der nicht nah an Gaming-Communities dran ist, der zum Beispiel, keine Ahnung, von der Gamescom hätte. Das sind alles Konjunktive, ne? Wir klären das um zwölf alles. Einer, der nicht...
01:56:14 der keine Games zorgt, der keine Ahnung von der Gaming-Branche hat, der keine Ahnung vom Game-Verband hat etc., wie sehr kann der Politik für die Gaming-Branche machen? Und genauso frage ich, wie weit kann Klingbeil Politik für die arbeitende Bevölkerung machen, wenn er selbst so lösgelöst ist mittlerweile von dem Thema? Weil das, was er gerade macht, ist ja CDU-Schiene. Und CDU macht Politik für reiche Menschen.
01:56:44 Deswegen ist so ein bisschen die Frage, wo er mit der Politik hin will, wo er auch mit der SPD hin will. Weil ich habe echt Angst, dass das so eine Grünen-Sache wird und dass die SPD in dieser Koalition untergeht. Und das können wir uns nicht leisten. Wir brauchen die SPD. Witzigerweise habe ich dasselbe letztes Jahr über die FDP gesagt. Dann ist die FDP so baden gegangen und jetzt haben wir den Salat.
01:57:03 So, was haben wir uns alle gefreut, dass die FDP aus dem Bundestag ist und die BSW es auch nicht geschafft hat? Waren wir am Ende auch froh drum, weil sonst wäre vielleicht die Grünen noch in die Verlegenheit gekommen, doch zu regieren und das wollte niemand, wollten auch wir nicht. Aber wo führt das mit der SPD hin?
01:57:20 Selbst am Anfang war der maximal Linkslip mit ein bis zwei. Ich meine, so eine Partei hat auch ein Meinungsspektrum und ein politisches Spektrum. Auch innerhalb einer Partei. Das ist auch fein. Das ist nur die Frage, was gerade gefragt ist. Mit ein, zwei based takes war also absehbar, das macht ihn in diese Richtung treibt. Hauptsache regieren. Am meisten Respekt habe ich ja vor Menschen, die nach Macht streben. Friedrich Merz zum Beispiel. Da habe ich echt großen Respekt vor.
01:57:49 Menschen, die über Jahrzehnte nach Macht streben. Und Klingbeil bin ich mir noch nicht ganz so sicher. Das bildet sich gerade noch so ein bisschen aus. Das kann ich noch schwierig einschätzen.
Kommunal-Apokalypse und Sondervermögen
01:57:5901:57:59 Die Arbeiterpartei brauchen wir. Das, was die Partei SPD heute ist, kann gerne darauf verzichten. Und ich glaube, dass das auch viele SPDler mittlerweile sagen. So, ich muss einmal kurz, Pippi, ich lasse mal weiterlaufen. Ich höre euch, auch auf dem Klo, ja? Finanzminister Klingbeil verspricht, mit dem Sondervermögen wird sich der Alltag der Bürger verbessern. In vielen Kommunen ist die Lage angespannt, auch in Bad Honnef.
01:58:24 Wenn Eltern ihre Kinder in den Kindergarten schicken, der gerade defekt ist, oder in eine Schule, wo man wie hier phasenweise die Fenster nicht aufmachen konnte, also nicht lüften konnte, dann hört der Spaß auf. Und die Sportstätten sind ja auch in einem schlechten Zustand. Wir mussten unser großes Sportzentrum für viele Wochen schließen, weil es nicht mehr benutzbar war. Wir fragen Otto Neuhoff, Bürgermeister in Bad Honnef, Nordrhein-Westfalen. Hält Klingbeils Sondervermögen, was es verspricht?
01:58:53 Ich bin hier verantwortlich in der Kommune und da sage ich, im Moment habe ich nichts in der Hand, um zu vermitteln, dass das eine Erfolgsgeschichte wird. 100 Milliarden Euro klingt erstmal nach gewaltig viel Geld. Aber wenn ich das dann runterbreche, 20 Milliarden für Nordrhein-Westfalen, 18 Millionen für die Stadt Bad Honnef.
01:59:14 Das aber auf zwölf Jahre verteilt, 1,5 Millionen, das reicht natürlich überhaupt nicht. Und insofern könnte man das vielleicht vergleichen mit einem Pflaster, was man auf den Beinbruch klebt. Das Grundproblem, nämlich die Unterfinanzierung der Kommune oder der Kommunen insgesamt, wird damit nicht gelöst. Ein Beispiel die Sanierung des Gymnasiums hier. Die Pläne sind fertig, 75 Millionen. Der Rat hat das Projekt zurückgestellt, weil einfach das Geld nicht da ist. Das Sondervermögen sei ein guter erster Impuls, reiche aber nicht aus.
01:59:43 Wenn der Finanzminister des Bundes, also Herr Klingbeil, hingeht und sagt, ich habe jetzt so viel Geld zur Verfügung gestellt, dann ist aus meiner Sicht seine Arbeit dann nicht zu Ende. Sondern es muss auch darüber geredet werden, wie denn sichergestellt wird, dass das Geld dann auch da vor Ort eine spürbare Wirkung für den Bürger entfaltet.
02:00:07 Und wir erweitern die Runde und ich freue mich über unsere weiteren Gäste, die Ökonomin und eine der sogenannten Wirtschaftsweisen. Monika Schnitzer ist bei uns und mein Kollege, der Leiter des ADE Hauptstadtstudios Markus Preißhinter. Schön, dass ihr, dass Sie da sind.
02:00:32 Natürlich hier die erste Frage nach dem, was der Bürgermeister Bartonow gesagt hat, an den Finanzminister. Jetzt sollen nächste Woche das Sondervermögen endlich losfließen. Das haben Sie zumindest im Finanzausschuss angekündigt. Was ist Ihr Zeitplan? Wann sollen die Leute vor Ort merken, dass das berühmte Schlagloch vor der Haustür verschwindet? Wenn es nach mir geht, natürlich sehr schnell. Das ist aber nicht nur die Frage, wie viel Geld wird zur Verfügung gestellt, sondern auch wie schnell sind die Verfahren. Wenn wir uns den Bereich Infrastruktur angucken.
02:01:01 hat der Verkehrsminister jetzt erste Ideen für das Infrastrukturbeschleunigungsgesetz auf den Weg gelegt. Ehrlicherweise, mir geht das ein bisschen zu langsam, wir müssen schneller werden. Aber wir brauchen noch ein anderes Tempo in Deutschland. Und jetzt habe ich ja ein bisschen von den 500 Milliarden auch Zuständigkeiten aus der Hand gegeben. Esken ist tatsächlich ein trauriges Beispiel, ja. Ich muss dir da leider recht geben. Klingbeil wirkt für mich...
02:01:25 Also vielleicht bin ich ein bisschen geblendet von Klingbeil. Also nicht ihm gegenüber böse gemeint, sondern schätze ihn nicht so ein, weil er für mich nicht so der klassische Machtcharakter ist wie in Friedrich Merz. Also bei dem Friedrich Merz finde ich es sehr, sehr offensichtlich. Deswegen habe ich so Respekt vor Merz. Aber Klingbeil wirkt immer noch wie so der Papi. Vielleicht bin ich da so ein bisschen geblendet tatsächlich. Ich sehe das nicht so krass, dass der so machterfüllt ist.
02:01:53 Aber Esken ist ein wichtiger Einwand, ja. Esken ist tatsächlich ein trauriger, wichtiger Einwand, wo sie als einzige Frau irgendwo Platz gemacht hat, ne? Muss ich, ja, muss ich ganz ehrlich sagen. Ja.
02:02:15 Was hältst du vom KfD-Antrag? Musst du mir auf die Sprünge helfen? Kannst gerne einen Link reinsenden, haben wir hier noch nicht besprochen. Ich fand die Ampelzeit gar nicht so schlecht. Die wurde in der Öffentlichkeit nur schlechter gemacht, als sie eigentlich war. Es gab wirklich schlimmere Regierungen. Wenn die Corona-Gelder aus dem Klimaschutz nicht weggeklagt wären, wäre alles gut ausgespft. Wir wären auf jeden Fall besser rausgekommen, maybe, ja.
02:02:36 Ich würde das nicht absägen nennen. Nee, absägen nicht. Man wollte sie aktiv nicht halten, würde ich sagen. Und das alleine ist schon ein Problem. Man hat sie aktiv klein gehalten in der Partei. Und ich finde, sie auch so ein bisschen runtergemacht. Ich finde, der Umgang mit Esken war nicht schön. War wirklich nicht schön.
02:02:56 Also 100 Milliarden gehen jetzt an die Lektion. Nachkriegsverweigerungsdienst. Haben wir schon gestern lange drüber gesprochen? Guck mal ins Video, die von gestern. Ich glaube, über die aktuelle Diskussion, da so eine Lotterie draus zu machen, reden wir morgen. Das haben wir heute nicht auf dem Schirm, weil wir um zwölf einen Talk haben.
02:03:13 Aber gerne. Wir können super, super, super gerne morgen über die aktuelle Diskussion nochmal updaten. Esken wird gefühlt in den Medien seit Jahren schlecht geschrieben. Ja, ja. Von medialer Seite auch auf jeden Fall. Bin ich bei euch. Ich mache da keinen Hehl draus. Ich hatte mir eigentlich gewünscht, dass bei den Ländern auch eine, also dass 60 Prozent an die Kommunen gehen. Das hatten wir in dem ersten Gesetzesentwurf drin. Da waren die Länder sich mit 16 zu 0 einig, dass das da raus soll.
02:03:39 Aber Rheinland-Pfalz, der Alexander Schweizer hat jetzt zum Beispiel mit seinen Kommunen ein Paket geschlossen, wo sogar mehr als 60 Prozent jetzt an die Kommunen gehen. Das ist gut, aber das wird dann über die Länder jetzt umgesetzt. Wir werden das kontrollieren. Wir kontrollieren 300 Milliarden, die wir als Bund zur Verfügung stellen für Programme. Und es gibt nochmal die 100 Milliarden, die im Klima- und Transformationsfonds sind. Also ganz unterschiedliche Stellen.
02:04:00 Aber das Ziel muss ja von allen sein, dass sich jetzt spürbar etwas verändert. Und das muss schnell gehen und daran arbeiten wir jetzt. Der Bürgermeister in Bad Honnef macht sich jedenfalls große Sorgen, dass das nicht schnell genug geht und das auch nicht genug ankommt. Markus, verstehst du die Sorge? Ich glaube, dass nicht genug ankommt, das ist klar. Ich glaube, Deutschland hat einen riesigen Rückstand bei den Investitionen. Und das kann man, glaube ich, sehr deutlich sagen. Egal, was das Finanzminister macht, es wird nicht reichen. Aber genau das, finde ich, ist auch die Aufgabe, die jetzt vor der Bundesregierung liegt.
02:04:28 Die Stimmung im Land, finde ich, wird in den Kommunen gemacht. Wenn man durch so eine Turnhalle beispielsweise geht, dann braucht man keine Senkung der Stromsteuer mehr. Dann ist das das, was wirklich drückt. Und da zu sagen, wir haben mehr Geld für die Kommunen, auch strukturell, nicht nur einmal in einem Fonds, sondern dauerhaft, das, finde ich, ist eine wichtige Aufgabe für, Sie haben selber gesagt, das Problem ist manchmal die Laune, die Laune im Land. Und das andere ist, finde ich, auch...
02:04:55 Für die Demokratie. Wir haben Bürgermeister, die sagen, warum soll ich noch Bürgermeister werden? Ich habe kein Geld und einen Haufen Aufgaben. Ich kann die verteilen und dann mir vier Jahre anhören. So ein bisschen tut er mir ja leid. Was hat der denn drunter, dass der so am Schwitzen ist, der Arme? Also wirklich mal ernst gemeint. Der hat ja richtig zu kämpfen. Warum es hier nicht besser wird. Und wenn man das nicht löst, wenn da nicht eine auch strukturelle Veränderung ist in der Finanzierung der Kommunen, dann geht es unserem Land nicht gut.
02:05:22 Frau Schnitzer, werden die Kommunen strukturell benachteiligt? Ja, ich glaube, das sieht man ja. Man sieht ja, dass sie viele Aufgaben haben, zum Teil eben Aufgaben, über die der Bund entscheidet und für die sie nicht die notwendigen Finanzmittel hat. Und auch jetzt, dass sie von diesen 100 Milliarden eben nicht verpflichtend die 60 Prozent bekommen, sondern vom Wohlwollen.
02:05:43 der jeweiligen Landesregierung abhängig sind, das ist schon beunruhigend. Denn je nachdem, wie man sich dann vielleicht... Leute, ich sag's euch, ich hatte schon Moderationen, ey. Will ich darüber reden? Es gibt manchmal so Termine, die sagt man nicht ab. Weil es einfach lange vorgeplant ist, weil man die Hauptmoderation hat, zum Beispiel von einer großen Bühne oder so. Da steckt unendlich viel Vorarbeit drin. Und dann ist man nicht so einfach zu ersetzen. Und dann zieht man das einfach durch.
02:06:12 Ich hatte eine Moderation auf der Maxi, da hatte ich die Hauptbühne zu moderieren und hatte in einer Pause einen Komplettausfall. Ich glaube immer noch, dass es Aura ist, also von Migräne, ohne Schmerzen. Und das sieht dann so aus, dass ich nicht reden kann, also ich kann mich nicht artikulieren und lalle quasi nur noch und kann auch keinen Gedanken mehr fassen. Das ist wirklich wie so ein starker neurologischer Ausfall.
02:06:41 Es ist aber kein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall oder irgendwas. Es dauert fünf Minuten. Das heißt, ich saß da in meiner Pause und hatte ungelogen irgendwie fünfeinhalb Minuten auf dem Plan. Mein Manager ruft schon die Sannis und ich bin so.
02:07:00 saß da, die messen mir den Blutdruck und ich bin schon so, das ist einfach alles Bullshit, Leute. Aber konnte nicht sprechen und sitze hinter der Bühne im Backstage und höre, wie das Programm weitergeht. Es war gerade der japanische Außenminister, keine Ahnung, irgendein japanischer Politiker, der hat mir auch seine Handynummer gegeben. Das war ganz weird. Der war ultra süß mit allen. Der hat gerade quasi mit einem japanischen Sänger auf der Bühne performt. Das war ultra funny.
02:07:29 Und ich sitze hinter der Bühne und bin so... Und nach zwei Minuten war alles wieder weg. Und ich so, alles klar, alles gut, ich gehe wieder hoch. Teilweise, glaub mir. Und ich glaube, bei PolitikerInnen ist es genauso. Wenn du Durchfall hast...
Veranlassungskonnexität – Bürokratie-Diskussion
02:07:4702:07:47 Scheiß drauf. Also wenn du es zurückhalten kannst, gehst du bei Miosga auf die Bühne. Also so unfassbar abwegig finde ich das nicht. Vielleicht ist er auch ein bisschen krank einfach. Muss ja kein Durchfall sein. Kann ja auch einfach Fieber sein. Mir tut er tatsächlich Real Talk ein bisschen leid. Also weil er scheint ja wirklich zu kämpfen zu haben. Gestellt hat, wie die Kommunen vielleicht dann auch politisch besetzt sind, kann das ja sehr unterschiedlich ausgehen. Und wir haben ja gesehen, wie wichtig das wäre. Haben Sie das verstanden in der Bundesregierung, das, was Markus Preiss gesagt hat, dass das...
02:08:15 in der Kommune die Demokratie sehr wichtig ist und auch sehr porös werden kann an der Stelle. Ich habe 20 Jahre lang Kommunalpolitik gemacht. Ich glaube, dass das der, wenn du als junger Mensch in die Kommunalpolitik gehst und das Erste, was du entscheiden kannst, ist, ob du das Schwimmbad oder die Stadtbücherei zumachst, dann haben wir ein Problem in dieser Demokratie.
02:08:35 Und deswegen sind die 100 Milliarden gedacht. Nochmal, ich habe klare Signale aus Rheinland-Pfalz, bei mir aus Niedersachsen, auch aus anderen Ländern, Mecklenburg-Vorpommern, wo das Geld wirklich auch so stark für die Kommunen eingesetzt wird. Wir werden von den 400 Milliarden, die im Bund zur Verfügung stehen, ja auch viel für die Kommunen machen. Aber das, was Frau Schnitzer sagt, stimmt ja auch. Es gibt ein strukturelles Problem. Und das hat sich über 20 Jahre aufgebaut. Und deswegen haben wir auf der letzten Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Bundeskanzler verabredet.
02:09:03 dass wir jetzt genau rangehen an die Fragen, welche Aufgaben hat der Bund eigentlich, Bund und Länder, den Kommunen übertragen. Das ist kompliziert, nennt sich Veranlassungskonnexität. Aber da brauchen wir strukturelle Veränderungen. Wir brauchen strukturelle Veränderungen. Das ist nicht mit einem Sondervermögen getan. Und das will ich schon sagen. Und was ja auch dazu kommt, ist, dass ich als Finanzminister gerade daran arbeite, dass wir zum Beispiel das Problem der Altschulden.
02:09:25 dass wir das angehen und dass wir als Bund auch die Kommunen zum Beispiel im Ruhrgebiet unterstützen, die sehr hohe Altschulden haben und wir da auch helfen, dass eine Handlungsfähigkeit wieder entsteht. Das stimmt aber. Okay, lasst uns da einmal kurz in den Faktencheck reinschauen, falls wir da wirklich was zu haben. Ist ja schon mal hier. Minute 31, 58. Ich muss mal gerade gucken, ob ich vorgreife. Ah ne, es war genau das, ne?
02:09:50 Kostenaufteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Da redet er auch über seine Kommunalpolitik, die er mal geführt hat. Es gibt ein strukturelles Problem, das haben wir gerade alles gehört. Das hat sich über 20 Jahre aufgebaut. Deswegen haben wir auf der letzten Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Bundeskanzler verabredet, dass wir genau rangehen an die Fragen, welche Aufgaben haben Bund und Länder und Kommunen an den Kommunen übertragen. Das ist kompliziert, das nennt sich Veranlassungskonnexität.
02:10:16 Hand aufs Herz, wer hat dieses Wort von euch schon mal gehört? Plus oder minus im Chat? Aber da brauchen wir strukturelle Veränderungen. Das ist nicht mit einem Sondervermögen getan. Was ist mit Veranlassungskonnexität gemeint? Leute, wir lernen was dazu. Und wie wird politisch gerade darüber diskutiert? Guck mal, da lernen wir ja richtig was zu tun. Ich habe dieses Wort noch nie in meinem Leben gehört. Ihr könnt euch outen, Leute.
02:10:40 Ich mache so viel Politik, ich habe dieses Wort noch nie gehört. Im Koalitionsvertrag haben CDU, CSU und SPD ein Prinzip aufgeführt. Wir orientieren uns am Grundsatz der Veranlassungskonnexität. Wer bestellt, bezahlt. Das geht auch für Verwaltungs- und Personalaufwände. Wer eine Leistung veranlasst oder ausweitet, muss für ihre Finanzierung aufkommen. Das heißt, wenn Bundesgesetze oder Maßnahmen des Bundes bei den Ländern und Kommunen zu Mehrausgaben oder Mindereinnahmen führen,
02:11:07 muss sichergestellt werden, dass die Mittel bei der ausführenden Ebene ankommen. Die Formel, wer bestellt, bezahlt, ist vor allem dann von großer Bedeutung, wenn die Bundesregierung, wie aktuell angekündigt, zahlreiche Reformen auf den Weg bringen möchte, die auch Einfluss auf die Finanzlage von Ländern und Kommunen nehmen. Wenn Gesetze aus Berlin nicht auf Länder- und Kommunalebene durchfinanziert waren, sorgt das in der Vergangenheit häufig für eine zunehmend verstärkte Schieflage in Städten und Gemeinden. In anderen Worten,
02:11:36 Den Kommunen wurden von Bund und Ländern Aufgaben übertragen, ohne dass dieser oder diese die Deckung der daraus entstehenden Kosten gewährleisten. Das ist schon eigentlich Bullshit. Das ist wie wenn euer Chef euch ein Projekt überträgt und sagt, ja, setzt mal um, aber Geld haben wir nur für die Hälfte.
02:11:51 Das soll sich in Zukunft ändern, so zumindest das Bekenntnis der schwarz-roten Koalition. Ein konkretes Beispiel, wenn der Bund die Wirtschaft durch Steuersenkung entlasten will, fehlt Geld in den Ländern und Kommunen. Die Erwartung dort, in solch einem Fall soll der Bund das auch bezahlen. Wie schlecht die finanzielle Lage von Städten und Gemeinden ist, zeigen Zahlen des Statistischen Bundesamts.
02:12:12 Für das Jahr 2024 wiesen die Kern- und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände ohne Stadtstaaten ein Defizit von 24,8 Milliarden Euro auf. Das höchste Defizit seit der Wiedervereinigung 1990. Gegenüber dem Jahr 2023 ist es nochmal deutlich gewachsen. Damals betrug es 6,6 Milliarden. Crazy, oder?
02:12:36 Ich glaube, den Rest können wir uns sparen. Ich springe mal zum Fazit. Lars Klingbeil spricht in der Sendung den Grundsatz der Veranlassungskonlexität an, der auf die verkürzte Formel, wer bestellt wird bezahlt, heruntergebrochen werden kann. Er zielt unter anderem darauf ab, dass der Bund für Kosten oder Mindereinnahmen aufkommt, die durch Bundesgesetze entstehen, die aber die Länder und Kommunalhaushalte belasten. Die aktuelle Bundesregierung bekennt sich im Koalitionsvertrag zu diesem Prinzip. Nun muss ich zeigen, ob in Zukunft auch eine faire und konsequente Umsetzung in der Praxis gelingt.
02:13:05 Ich frage mich ja, woher das Geld kommen soll. Also wenn man das jetzt mal so wirklich so einfach betrachtet. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Bund, Ländern und Kommunen soll bis Jahresende erarbeiten, wie die Veranlassungskonlexität konkret erarbeitet werden kann. Also irgendwie sollte sie doch gegeben sein. Es sollte doch irgendwo eigentlich absolut normal sein. Ist es aber nicht. Steht nicht im Prinzip alles unter Finanzierungsvorbehalt?
02:13:31 Naja, aber du kannst den Kommunen, ja, aber das beißt sich ja. Du kannst den Kommunen ja nicht sagen, setz mal dieses Projekt um, das steht aber unter Finanzierungsvorbehalt, aber wir setzen es in Einklang mit der Konnexität. Das funktioniert ja nicht. Das ist ja Bullshit. Das funktioniert ja nicht. War es eine Scheiße mal wieder. Ich dachte, sowas ist klar. Ich dachte auch irgendwie, wenn man was in Auftrag gibt, muss man das finanzieren. Aber scheinbar wurden wir da gerade eines Besseren belehrt. Mensch, da haben wir was dazugelernt.
02:14:00 Gott bless. Natürlich wirklich kleine Beträge, also 250 Millionen Euro pro Jahr, ist natürlich für das, was sozusagen da steht, im Prinzip wirklich nur ein Anfang. Die Frage ist sozusagen, wenn Sie sagen, wir haben nicht nur das Sondervermögen und wir müssen gucken, welche Aufgaben haben wir in der Vergangenheit übertragen, gehen Sie denn da ran zu sagen, das Geld holen wir sozusagen aus dem Bund raus und geben es den Kommunen?
02:14:26 Aber das sind ja genau die Diskussionsprozesse, die gerade laufen. Aber nochmal, das, was jetzt in fünf Monaten dieser Regierung passiert ist, in 100 Milliarden für die Länder und die Kommunen, ist, dass ich jetzt demnächst die Allschuldenregelung vorlegen werde. Jetzt können Sie sagen, 250 Millionen ist nicht viel, aber Sie kennen die finanzielle Situation, die wir im Bund haben, auf die wir auch zulaufen. Das Sondervermögen ist ja das eine, aber wir haben trotzdem strukturelle Defizite.
02:14:49 Auch im Bundeshaushalt, wo wir 27 in eine Lücke von 34 Milliarden reinlaufen. Und trotzdem sage ich, mir ist das so wichtig, dass wir jetzt anfangen werden, mit den Kommunen zu arbeiten. Und die Signale, die ich von der kommunalen Ebene habe, sind auch sehr klar, das ist richtig, dass wir das jetzt machen. Aber ich will nicht abstreiten, dass es dieses Problem gibt und dass das auch für unsere Demokratie ein Problem ist, dass die Kommunen teilweise nicht mehr handlungsfähig sind. Der Bürgermeister Osper Tonnev darf hoffen, dass er sie mal anrufen kann, dass er vielleicht...
02:15:18 Ich habe jetzt erst gerade wieder am Wochenende mit unserem Chef der Kommunalpolitiker telefoniert, der mir nochmal sehr kluge Hinweise gegeben hat, was man tun kann, um zum Beispiel beim Sondervermögen dafür zu sorgen, dass es möglichst bürokratiearm ist. Weil das gehört ja auch zur Wahrheit dazu. Ich will jetzt gar nicht zu sehr ins Fachliche gehen, aber dass wir mittlerweile Kommunen haben, ich erlebe das in meinem Wahlkreis immer, die sagen, lass mich mit diesen ganzen Förderprogrammen im Bund in Ruhe, das ist viel zu kompliziert geworden. Und deswegen will ich nochmal sagen, es ist...
02:15:46 Auf der einen Seite die Frage, wie viel Geld stellen wir zur Verfügung, auf der anderen Seite aber auch die Frage, wie schnell geht das und wie...
Tricksereien im Haushalt und Systemkrise
02:15:5302:15:53 Und bürokratisch machen wir das. Und da muss man sagen, haben wir es auch als Bund geschafft, in den letzten 20, 25 Jahren so hohe bürokratische Hürden aufzubauen, dass ein Teil der Kommunen überhaupt nicht mehr mitmachen kann bei diesen Förderprogrammen, weil das für die zu riskant geworden ist. So, jetzt hören alle ganz viel von Förderprogrammen und vielleicht beginnen wir mal zu sortieren, denn wir haben, und das fragen sich viele, wir haben ein Sondervermögen, wir haben sehr viel Schulden aufgenommen, um die Infrastruktur zu retten.
02:16:17 Und daneben einen Kernhaushalt und das sollte ja eigentlich feinsäuberlich voneinander getrennt sein. Aber wegen des großen Spardrucks kommt da irgendwie alles durcheinander.
02:16:28 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Klimaschutz, so das Versprechen der Bundesregierung. Zusätzlich zum normalen Haushalt, der für Kernausgaben verwendet wird, sollen Milliarden investiert werden. Doch angesichts des hohen Spardrucks im regulären Haushalt nun der Vorwurf für 2026. Es ist nun leider so, dass ein Teil dieser Mittel zweckentfremdet wird.
02:16:51 Die Investitionen im Haushalt sinken, 2026 im Kernhaushalt sinken. Man verlagert also Investitionen in das Sondervermögen aus dem Kernhaushalt und gibt das Geld für anderes aus. Wie zeigt ein aktuelles Rechenbeispiel des IW. Der Bund hat im geplanten Haushalt 2026 im Vergleich zum Jahr 2024 den Kosten für Investitionen in Schienen- und Autobahnbrücken um mehr als 10 Milliarden Euro gesenkt.
02:17:18 Stattdessen soll dafür Geld aus dem Sondervermögen fließen, das eigentlich nur für zusätzliche Investitionen vorgesehen ist. Die im Haushalt frei werdenden 10 Milliarden Euro. Das wird extrem kritisiert, auch von anderen Parteien am Rande. Das ist gerade ein großer Diskussionspunkt. Milliarden Euro könnten nun für andere Vorhaben verwendet werden. Es ist außerordentlich kreativ gelaufen, aber ich würde es doch lieber trinken. Es ist außerordentlich kreativ gelaufen. Kann das irgendwer notieren, diese Formulierung?
02:17:47 Denn das ist nicht das Versprechen, was die neue Bundesregierung gegeben hat. Frau Schnitzer, ist Herr Klingbeil ein talentierter Hütchenspieler? Also tatsächlich ist das in der Tat interessant, wie dieser Haushalt aufgestellt worden ist. Ich glaube, auf dem Papier stimmt es schon. Natürlich hat man die Vorgabe eingehalten, dass man 10 Prozent mindestens investiert aus dem Kernhaushalt.
02:18:15 Und dann zusätzlich noch investiert aus dem Sondervermögen. Gleichzeitig hat man da Dinge verbucht, die nicht notwendigerweise an der Stelle als Investition aus dem Kernhaushalt hätten verbucht werden müssen. Zum Beispiel? Sachen, die für die Verteidigung gedacht sind. Denn für die Verteidigung kann man ja jetzt sehr...
02:18:32 beliebig sich darüber hinaus verschulden, wenn man mindestens ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgegeben hat. Das wäre also etwas, was man nicht... Das ist die Dame von den Wirtschaftsweisen, ne? ...eigentlich als Investition an der Stelle berechnen dürfte, sonst verbucht man das quasi zweimal. Man hat außerdem einfach eine ganze Menge Geld nun für Themen aufgerufen, wo man sich mit Fug und Recht fragen muss.
02:19:00 Wo kommt denn dieses Geld her? Warum hat man noch Geld übrig, um, ich nenne es jetzt mal, eine Mütterrente zu finanzieren, die Mehrwertsteuer für die Gastronomie zu senken, Pendlerpauschale anzuheben, für die Agrardieselsubvention wieder Geld zu haben. Das sind alles Dinge, die standen eigentlich unter Finanzierungsvorbehalt. Man hätte sich denken sollen, dafür ist doch jetzt eigentlich kein Geld da. Und wenn sich dafür doch Geld findet, dann muss man sich schon wundern. Also Sie machen dann Verschiebebahnhof.
02:19:29 Wir schieben sicherlich Sachen vom Kernhaushalt ins Sondervermögen und andersrum. Das hat aber mit einer Haushaltslogik zu tun, dass ich zum Beispiel ein Problem hätte, wenn ich Investitionen für die Bahn im Kernhaushalt und im Sondervermögen hätte. Das möchte ich an einem Punkt haben. Aber man muss ja einmal ganz klar sagen, diese Verschiebebahnhof-Sache.
02:19:48 Ist ja insofern widerlegt, wenn ich jetzt ein solcher Trickser wäre, wie Herr Hüther das gerade gesagt hat, dann hätte ich ja gar keine Probleme mehr am Haushalt 27, weil dann würde ich ja alles einfach lösen. Darf ich mal zwischenfragen, hätte man die Mütterrente auch ohne das Sonderverband finanzieren können?
02:20:02 Wir finanzieren die Mütterrente aus dem Kernhaushalt bei einhalten der 10% Investitionsquote. Aber Sie haben die Möglichkeit. Da fehlen Ihnen 34 Milliarden und ohne diese Mütterrente schon mal 5 Milliarden weniger. Aber Frau Schnitzer, Sie wissen doch auch, die Mütterrente, ich habe die als Sozialdemokrat nicht auf den Tisch gelegt. Scheiße, sitzt jemand am Tisch der Matte kann. Das ist ja richtig ätzend. Das ist ein klassischer... Das ist übrigens das korrekte Vorgehen, wenn jemand von politischer Seite einfach was behauptet. Ist schon irgendwie...
02:20:31 Das ist die ehrlichste Aussage, die ihr bekommen wird. Ich mache das mit, weil eine stabile Regierung in der Außendarstellung wichtiger ist.
02:20:57 ... zu einer stabilen Regierung dazugehört, dass man sich nicht wie in der Ampel drei Jahre lang den Köpp einschlägt, sondern dass man am Anfang dieser Regierung einen politischen Kompromiss macht, wo ich gesagt habe... Boah, das sagt so viel Leute. Das ist wieder dieses scheiß Ampel-Ding. Wir wollen einfach nur nicht wie die Ampel auseinanderbrechen. Wir wollen einfach nur nicht wie die Ampel dastehen. Was wir regieren, ist nicht so wichtig. Aber was die Außen der Stellung ist, ist elementar wichtig. Ja, hat er recht, aber wo hat er recht? Mit was hat er recht?
02:21:27 Ich brauche wirklich einen Buzzer für all diese Talkshows jedes Mal, wenn sie was Inhaltlich Falsches sagen. Das ist krass. Er beschreibt ein kaputtes System. Nee, nee, nee, nee, nee. Er redet von der Koalition. Er redet überhaupt nicht vom System. Er redet auch nicht davon, ob es dir gut geht oder nicht. Er redet davon, dass SPD und Union ordentlich zusammenarbeiten. Davon redet er. Er redet überhaupt nicht auf systemischer Ebene.
02:21:48 Aber wir brauchen ein Sondervermögen, um zu investieren. Und dann hat die CSU gesagt, wir wollen die Mütterrente. Und dann mache ich diesen Deal und der heißt Koalitionsvertrag. Es geht nur um Deal mit dem Koalitionspartner. Aber der hat dann am Ende wieder zur Folge, dass... Was hätte das für Konsequenzen, wenn ich jetzt alles aufkündige, was wir als Kompromiss auch mit der Union geschlossen haben? Und trotzdem kann ich mich hier hinsetzen und deutlich machen, das ist nicht meine... Aber was ist denn die Alternative zum ordentlichen Zusammenarbeiten?
Regierungskritik und Haushaltsdebatte
02:22:1802:22:18 Ein Zusammenarbeiten für die Bürger? Das ist eine sehr einfache Frage. Hier wird gerade zusammengearbeitet, um eben sich maximal von der Ampel abzuheben und irgendwo Ergebnisse zu liefern, so beschissen sie auch sein mögen. Hier geht es gerade nur um Außendarstellung. Dafür gibt es aber keine Mehrheiten. Doch, die setzen doch gerade alles um, was sie wollen. Wofür willst du denn Mehrheiten? Du meinst, es gibt keine Mehrheiten, wenn du Politik für die Bürger machen willst?
02:22:46 Ja, das kann sein. Da sind wir wieder auf einem Blatt. Aber genauso würde Herr Söder hier sitzen und sagen, er hatte nicht die Idee für 500 Milliarden Sondervermögen. Aber wenn wir anfangen, uns gegenseitig nicht zuzugestehen in einer Regierung, dann macht jeder für sich, aber wir haben keine stabile Regierung in der Mitte dieses Landes. Sie kürzen was im Kernhaushalt und finanzieren dann die Mütterrente.
02:23:10 Und die Frage ist, wie das, und da muss ich Markus wieder fragen, wie das eigentlich politisch ankommt. An den Punkt wollte ich gerade kommen, weil das ist genau der Punkt, der dann wieder doch ein bisschen wie die Ampel wirkt. Ich glaube, viele Menschen in diesem Land haben sich verstehen, dass man eine stabile Regierung formen will und finden das, glaube ich, auch gut, dass das passiert ist. Und dazu muss man Kompromisse machen. Aber wenn man dann quasi ein Sondervermögen hat.
02:23:36 so viel mehr Geld und spürt daraus, wird gar nicht so viel zusätzlich gemacht. Jetzt werden sogar die Investitionen in die Krankenhäuser wieder auch da rein verlagert. Also, dass man diesen Weg wieder geht und am Ende sagen Sie, wir haben ein riesiges Haushaltsloch. Das ist genau wieder der Eindruck, wie bei der Amt. Aber ich muss jetzt ein bisschen widersprechen, weil wir ja zusätzlich massiv investieren. Also, und nochmal, wir haben im Kernhaushalt 10% Investitionsquote, die halten wir ein, die ist gesetzlich vorgegeben, da verstoßen wir nicht gegen. Und wir haben...
02:24:05 Dieser Haushalt 2025 hat 115 Milliarden Investitionen. Der Haushalt 2026, der jetzt ja noch im Parlament behandelt wird. Aber so wie ich ihn vorgelegt habe, 120 Milliarden Investitionen. Also eine massive Zusätzlichkeit, die da ist. Also da kann man sich nicht hier hinsetzen und sagen, da passiert nichts zusätzlich.
02:24:23 Dass man politisch über die Mütterrente streitet, das ist ja legitim. Nochmal, ich habe sie nicht auf den Tisch gelegt, aber ich habe eine Kehle dafür, warum ich diesen Weg... Wir reden darüber, wie Sie das Geld verteilen. Ist das, Frau Schnitzel? Ich habe gar nicht das Gefühl, ich habe wirklich gar nicht das Gefühl, dass die Regierung unter der Ampel leidet. Im Gegenteil. Wenn wir uns die letzten Talkshows betrachten, wird jedes Mal, wenn eine grünen Politikerin mit in der Runde sitzt, die Schachmacht gesetzt mit, ja, aber das habt ihr damals in der Ampel verwockt.
02:24:49 Also gerade gestern mit Brandner, die wurde ja ständig darauf hingewiesen, was für ein Mist sie gebaut haben in der Ampelregierung. Die durfte ja gar nicht als Opposition agieren. Ich lasse mal kurz Joey rein, Leute. Wir können das beurteilen. Ist das jetzt ein legitimer Verschiebebahnhof oder kein legitimer Verschiebebahnhof? Das haben ja andere Regierungen auch gemacht, aber sind wir in einer anderen Situation?
02:25:09 Also tatsächlich ist es ja so, dass man in der alten Ampelregierung für dieses Jahr noch vorgehabt hat, 12 Prozent aus dem Kernhaushalt zu finanzieren für Investitionen. Und jetzt hat man sich nur auf 10 Prozent eingelassen. Also an der Stelle hat man schon so ein bisschen eingespart. Man hat ja eigentlich aus dem Kernhaushalt bisher 1,5 Prozent des BIP.
02:25:28 also das Bruttoinlandsprodukt für Verteidigung ausgegeben. Jetzt sagt man, es muss nur noch ein Prozent sein und alles darüber hinaus darf Schulden finanziert werden. Also ein halbes Prozent des Bruttoinlandsprodukts, da reden wir schon über mehr als 20 Milliarden, werden jetzt auf einmal frei für eben genau solche Dinge. Und da muss man sich schon fragen, ist das jetzt die richtige Art, das Geld zu verwenden? Und jetzt will ich doch nochmal auf dieses Thema kommen. Wenn wir uns anschauen, was wir eben im Film gesehen haben, Kommunen haben keine Sportplätze.
02:25:56 Und dann vergleichen wir das mit der Mütterrente. Und dann frage ich mich, wo verliere ich mehr an Zusammenhalt in der Gesellschaft, wenn der Sportplatz nicht funktioniert, wenn die jungen Leute kein Schwimmbad haben, keinen Sportplatz haben oder wenn jetzt Mütter, ich gönne es allen, meine Mutter erlebt es nicht mehr oder hat es nicht mehr erlebt. Ich würde es allen gönnen, diese Mütterrente zu bekommen. Aber wenn man diese Dinge finanziert.
02:26:20 die für den Zusammenhalt, glaube ich, nicht so wichtig ist. Und da frage ich mich schon, warum man das in einer Diskussion bei Koalitionsverhandlungen nicht ausdiskutieren kann. Denn die Lage ist doch schwierig, wenn man an der Stelle seinen Partner nicht davon überzeugen kann. Sie haben Markus Söder verhandelt. Ich sage nur, ich bin sehr für Koalitionskonform. Um noch einmal auf den öffentlichen Eindruck zu gucken. Sie seitens der SPD haben Jörg Cookies.
02:26:47 als amtierenden Finanzminister in die Sondierungsgespräche geholt, um ihnen zu zeigen, wie schwierig die Finanzsituation ist. Wir haben in den Abgrund geschaut, habe ich hinterher gehört, von dem einen oder anderen Beteiligten. Und daraufhin wurde dann das Sondervermögen eingeführt. Und dann hat man das zusätzliche Geld. Und trotzdem ist hinterher dieses Haus... Ganz kurz, was habe ich verpasst? Ich habe nur gerade meinen Gast reingelassen. Könnt ihr mich ganz kurz abholen?
02:27:14 Ich habe Angst, das Elementares verpasst zu haben, weil hier schon wieder so viel Blödsinn geredet wird. ... das Haushaltsloch da, obwohl man zusätzliche Leistungen, die Mütterrente, und ich will gar nicht über die Sinnhaftigkeit der einzelnen ein oder anderen Maßnahmen sprechen, aber das ist zum Eindruck verheerend, dass man diese Schritte, diese unerhörten Schritte gemacht hat und am Ende trotzdem sie dastehen und sagen, wir müssen jetzt ans Sparen kommen. Ich will nur sagen, dass es eine Lücke 27 gibt, war schon in den Haushaltsverhandlungen bekannt.
02:27:43 Und wir machen sie jetzt in der Tat durch zwei, drei Schritte größer. Aber die Lücke war schon da. Wir machen sie größer, weil wir zum Beispiel beim Wachstumsbooster... Warte, Klingweil sagte, sie haben noch nie mit Markus Söder verhandelt. Was, was, was, was, was? Hat er gerade, hat er durch die Blume gesagt, boah, mit Markus Söder zu verhandeln, das ist ganz schön scheiße. Dann habe ich wieder Hoffnung in die SPD, wenn er das wenigstens mal so ein bisschen zugibt.
02:28:09 Schade, das hätte ich gern gehört. Für richtig halte, weil es die Unternehmen stärkt und Anreiz auch setzt zum Investieren, weil wir da die Kommunen zu 100 Prozent kompensieren. Das ist jetzt übrigens angeknüpft an der Diskussion von gerade, halte ich das für richtig, dass man nicht die Aussatzlöcher der Kommunen vergrößert. Aber wir machen sie auch größer in der Tat, weil wir die Mütterrente...
02:28:26 jetzt 2027 einsetzen. Und ich will aber noch mal sagen, das ist Teil eines politischen Kompromisses, den wir mit den Koalitionsverhandlungen gemacht haben. Also an dieser Stelle will ich einfach sagen, und Frau Schnitzer, ich akzeptiere ja total, wenn Sie sagen, Sie hätten das Geld anders investiert. Sie hätten das Geld anders ausgegeben. Aber Frau Schnitzer, Sie sind von den Wirtschaftsweisen und nicht in der Politik. Sie haben hier gar nichts zu melden. Aber das ist ja eine politische Debatte.
02:28:50 Aber der Vorwurf, den ich da ausgesetzt war, war die Trickserei. Und da sage ich, das stimmt an der Stelle nicht. Man kann kritisieren, wie Politik entscheidet, wie Geld ausgegeben wird. Das ist völlig okay. Jedenfalls scheint Söder kein angenehmer Verhandlungspartner zu sein. Ja, der Witz ist ja, dass vor ein paar Tagen erst ein Video durch die Medien ging, wo von außen wirklich in die Fenster, ihr seht das am Freitag in der Bundestagsvilla auf YouTube, da haben wir das mit reingeschnitten, wo von außen in diesen Verhandlungsraum reingefilmt wurde.
02:29:19 Und Söder wild am Gestikulieren war.
02:29:24 Schon brutal witzig gewesen. Und ich glaube, darauf wurde hier gerade so ein bisschen durch die Blume angesprochen. Werden verstehen, dass ich auch sage, wäre vielleicht sogar sinnvoller gewesen mit den Turnhallen. Aber es gibt eine andere politische Entscheidung. Und ich möchte doch vor allem, dass diese Regierung eine Stabilität hat. Und dafür müssen wir Dinge auch gemeinsam entscheiden. Und es bringt überhaupt... Merkt ihr den Gesprächsleitfaden? Ich finde unsere Koalition so unfassbar langweilig, weil in den Talkshows der...
02:29:51 Gesprächsleitfaden sowohl bei jedem CDU-CSUler als auch bei jedem SPDler so identisch ist. Er redet jetzt, er benutzt jetzt zum zehnten Mal das Wort Stabilität.
02:30:04 Zum zehnten Mal. Es ist wirklich, diese ganze Regierung hat in der Außendarstellung nicht die Aufgabe groß, irgendwelche Inhalte zu vermitteln, sondern der Bevölkerung zu vermitteln, wir sind stabil. Und das ist gut. Das ist wichtig. Ich will das gar nicht runterspielen. Es gibt nur nichts anderes. Es werden so wenig Inhalte kommuniziert oder Blödsinn gemacht.
02:30:26 Und gerade in Talkshows nonstop auf dieser Stabilität rumgeritten. Das ist wichtig. Nichts ist beschissener als Medien, die titeln, wir sind handlungsunfähig und eine Gefahr fürs Land und sonst was. So ist es immer scheiße. Aber dieses, wir heben uns von der Ampel ab, weil wir sind stabil, es ist so langweilig. Wer will das denn heute noch hören? Nichts.
02:30:47 Es ist so krass, wie gut die geschult wurden. Die haben alle Media Training gehabt. 100 pro, die Wordings und die, also es ist alles so gleichförmig. Und verhandle und stelle danach alles wieder in Frage. Dann haben wir keine stabile Regierung und das will ich am Ende in diesem Land nicht. Sie tricksen womöglich oder sie müssen tricksen, weil sie so einen so hohen Spardruck haben. Und ich würde gerne auf das Grundsätzliche kommen, ob es nicht viel nötiger wäre, ganz andere.
02:31:16 Dinge einzusparen und Reformen anzuschieben. Sie waren immer für Schulden und Sie waren immer für das Sondervermögen. Und jetzt müssen Sie auch mit den Folgen dieser Schulden zurechtkommen. Jetzt muss ich das lesen. Das sind 30 Milliarden Euro Zinsen allein für 2025 für diese Schulden. Und 2029 werden es sogar 67 Milliarden Alleinzinsen der Schulden sein. Macht Ihnen das nicht große Sorge?
02:31:42 Das ist eine politische, totale Herausforderung. Aber ich kann... Gerade wenn man nach Frankreich schaut und guckt, dass das inzwischen ein Begeber ist. Ich war jetzt gerade am Freitag in Luxemburg. Wir haben das Go auch aus Brüssel von der Kommission gekriegt, dass das alles tragfähig ist, was wir hier machen, dass wir von dem Sprechland umgehen.
02:31:58 Und ich will Ihnen das nur sagen, wir investieren in die Infrastruktur dieses Landes. Das ist notwendig, weil wir mittlerweile eine Infrastruktur haben, die einem ja peinlich ist, wenn ich auf Veranstaltung bin. Die Zinslast macht Ihnen keine Sorgen? Doch, aber es macht einem alles Sorgen an dieser Stelle und ich bin als Politiker verantwortlich dafür, dass ich Dinge auch löse. Und wenn ich jetzt einmal das kurz sagen darf.
02:32:15 Ja, wir hatten vor 30 Jahren Infrastruktur, auf die waren wir stolz. Und heute, wenn ich bei einer Veranstaltung sage, ich bin mit der Bahn gekommen, die war pünktlich, gibt es Applaus. So, wir müssen da investieren. So, wir haben hier Soldatinnen und Soldaten sitzen im Publikum. Es ist doch richtig, dass wir Milliarden... Entschuldigung, die Bahn ist so peinlich. ...unsere Bundeswehr, was 20 Jahre lang versäumt wurde, stark zu machen, damit ich als Deutscher... Was ist passiert? Was ist das für ein... Haben die alle Tickets bekommen, oder was? Was ist das für ein Eierkarton? Entschuldigung.
02:32:44 Was habe ich verpasst im Publikum? Wann ist denn das passiert? Gab es diesen Schwenk schon? Habe ich den ganz böse nur verpasst? Schulausflug, es ist so ein Eierkartonausflug. Wir jederzeit vor die Bevölkerung treten können und sagen können, wir tun alles, um euch hier zu schützen. Die diverse Bundeswehr. Ich habe letztens mal wieder einen Skandal, Entschuldigung, ich höre so viele Podcasts, ich weiß, ich nerve damit. Aber ich habe letztens den Podcast nochmal über die Gorch Fock gehört. Und seitdem...
02:33:15 Ja, ich habe gestern auch über die Bundeswehr mit einem Freund gesprochen und er meinte auch, ich habe das Gefühl, dass die Bundeswehr halt diesen Nazi-Ruf hat und ich war so, nee, also da wo ich herkomme, ist die Bundeswehr eher behaftet mit Skandalen wie Todesfälle von Menschen, die vom Mast fallen, weil man mittelalterliche Trainings hat und halt der Dattelskandal aus meiner Heimat. So, hat schon Monty Python-Vibes, ja.
02:33:41 Und ich glaube, es ist eine Mischung aus beidem. Aber, also wir haben gestern hitzig diskutiert, warum der Bund keinen Nachwuchs hat und warum man diese Lotterie braucht. Und ich habe halt auch argumentiert mit, macht die Bundeswehr halt attraktiver. Der Ruf ist halt beschissen. Die Soldaten holen Minusstunden nach. Politische Bildung als Soldat gilt als Dienstzeit. Das ist ein Witz, oder? Das zählt nicht als Arbeitszeit, dass die da sitzen. Das kannst du mir bitte erzählen, mir das nicht.
02:34:14 Kennen denn schon alle die Dattel-Story? Gleich fällt Maxim hier ein. Ich traue mich, das jetzt nicht zu erzählen. Für mich rechtfertigen, warum wir dieses Geld ausgeben. Und dass dabei eine Zinslast entsteht, die uns politisch herausfordern wird, das ist so. Aber ich muss als Politiker entscheiden, welchen Weg gehe ich. Ist Arbeitszeit. Aber mit welcher Begründung denn? Mit welcher Begründung ist denn beim Joska in der Sendung zu sitzen?
02:34:37 Arbeitszeit, also ernst gemeinte Frage, es ist jetzt nicht schlimm, ich finde das jetzt nicht dramatisch, ich wundere mich wirklich nur. Also ich verstehe es nicht. Öffentlichkeitsarbeit, in welcher Art und Weise denn? Diesen einen Schwenk auf die, auf die, auf das Publikum oder was? Ich war ja schon beim Joska.
02:34:54 Da brauchst du ja zwei Stunden. Bildung, weil es berufsbezogen ist, wild, hätte ich nicht erwartet. Also finde ich jetzt auch nicht dramatisch, aber wäre ich jetzt nie auf die Idee gekommen, dass die sich da zur Außendarstellung ein paar Bundler hinsetzen.
02:35:08 Zu investieren, in Infrastruktur und Zusammenhalt zu investieren. Auf die Zinslast kommt jetzt auch noch der Steuerzinsatz, der auch immer weiter steigt. Wir sind irgendwann an dem Punkt und Frau Schnitzer wird wahrscheinlich sagen, wir waren vorgestern schon an dem Punkt, dass wir ganz andere Reformen angehen müssen. Ich würde gerne ein Zitat von Ihnen vorlesen und dann Frau Schnitzer dazu befragen.
02:35:32 Herr Klingmey sagt diese Woche in einem Interview, ich glaube, die Bürgerinnen und Bürger wissen, dass es Veränderungen geben muss. Die vertragen auch klare Worte und verstehen, dass wir ein Haushaltsloch von über 30 Milliarden Euro im Jahr 2027 nicht ohne Einschnitte schließen können.
02:35:50 Frau Schnitzer, wissen Sie schon von konkreten Einschnitten aus dieser Bundesregierung? Bisher höre ich nur von Ausdehnungen, also von mehr, von Mütterrente. Ich muss das ja nicht wiederholen. Von einer Rentenreform, so wie sie bisher aufgesetzt ist, die Kosten eher nach oben treiben wird. Eine Haldelinie von 40 Prozent, eine Aktivrente, wo man jetzt Steuererleichterungen vorsieht. Also bisher sehe ich noch keine.
02:36:16 Einschnitte. Und was ich an dem Zitat aber doch sehr bemerkenswert finde, ist, dass Sie sagen, die Menschen müssen darauf vorbereitet werden. Das wäre eben genau mein Punkt auch gewesen bei den Koalitionsverhandlungen. Man muss offensichtlich auch seine Koalitionspartner darauf vorbereiten, dass es so nicht weitergeht. Also wenn man diese Ehrlichkeit noch nicht mal in der eigenen Koalition hat, wie soll man das denn den Menschen vermitteln können? Und ich glaube, die Zeit wäre jetzt gekommen. Also ich will Ihnen ganz offen sagen, dass bei 34 Milliarden rede ich nicht.
02:36:46 von irgendwie einem Einschnitt, sondern das wird schon eine sehr grundlegende Veränderung sein. Nämlich welche? Wir reden über alle. Also erstmal finde ich, Reform heißt ja nicht immer nur Leistungskürzung. Wir reden auch davon, ich habe gerade ein Beispiel genannt, wie wir schneller investieren können. Ich komme gleich auf den Punkt, den Sie jetzt hören wollen.
02:37:06 Aber es geht auch um Bürokratieabbau. Es geht darum, dass Planung, dass Genehmigung in diesem Land steht. Nirgendwo steht, dass es zehn Jahre dauern muss. Das gehört alles mit dazu. Ich finde Miosga heute sehr angenehm, wenn ich das mal so sagen darf. Wir müssen da irgendwas mal Positives rausziehen. Ich finde Miosga ist heute on fire. Ich finde, die ist heute sehr präsent, habe ich das Gefühl. Ich sage, ich werde jetzt zum Beispiel als Finanzminister, das ist ja meine Zuständigkeit, wir werden sehr schnell jetzt ein Gesetz vorlegen zur...
Themenwechsel zu Gaming und Studienvorstellung
02:37:3002:37:35 zum Reform der privaten Altersvorsorge. Für mich ist die private Altersvorsorge etwas, was wir ausbauen müssen in diesem Land. Oh Gott, jedes Mal, wenn jemand private Altersvorsorge sagt, bin ich so, nein, bitte erinnere ich mich nicht. Maxim, ihr wundervollen Menschen. Ich nehme mal den Follower-Modus raus, ja? Ich traue mich einfach mal. Schön, dass ihr da seid. Ich hole euch mal ganz kurz ab, ja?
02:37:56 Es ist Belasto und ich bin gar nicht so böse über diese Unterbrechung. Schön, dass ihr da seid. Ihr seid quasi aus dem Knast nebenan ins Studio gehoppt. Vielen Dank für den Raid, Maxim. Schön, dass ihr da seid. Hallo, hallo, hallo. Schön, dass ihr da seid. Adi, danke dir für 31. Wir schauen gerade Miosga. Es geht irgendwie um alle Themen. Also wir haben jetzt alles abgefrühstückt und sind jetzt quasi bei privater Altersvorsorge. Wer von euch hat eine?
02:38:23 Und es ist quasi eure Einleitung von Gaming zur Politik, weil das, was hier gleich im Hintergrund passiert mit Maxim und mir, ist Politik und Gaming im Verbund. Das heißt, ich freue mich heute ein ganz klein bisschen mehr über die Chatter von Maxim.
02:38:39 Ich möchte meine Community nicht herabsetzen. Ich weiß, dass ihr großartig seid. Aber heute brauchen wir Gamer im Chat. Wir brauchen Menschen, die zocken. Ich zocke selbst privat extrem viel, aber vor allem am Handy. Ich weiß, dass das für alle nicht immer so gilt. Ich zocke sowas wie Stardew Valley am Handy. Ja, es gibt Stardew Valley fürs Handy, tatsächlich. Und sehr viele kleine Handy-Games. Ich bin ein kleiner Handysuchter und ansonsten am PC Loft und Anno und so. Aber mittlerweile überhaupt ...
02:39:08 nicht mehr onstream. Von daher, ich zähle mich sehr klar als Gamerin, aber das nicht mehr in der Außendarstellung. Also null. Das heißt, ich verkörperte den politischen Anteil. Maxim ist das Bindeglied zu euch. Das heißt, Maxim wird sehr viel mit dem Chat kommunizieren. Maxim am Morgenvertreib Kummer und Sorgen zu 100%. Maxim ist großartig. Immer und immer wieder. War heute Morgen schon um 8 hier, um seine Schicht anzutreten.
02:39:34 Und was gleich hier passiert ist, wir haben die Beidesmann Stiftung zu Gast, die hat nämlich über euch eine Studie gemacht. Handy Games sind für mich gut, um wenn ich in den Öffis unterwegs bin. Ja, oder? Ich verstecke das immer ein bisschen, ich weiß gar nicht warum. Ich habe immer das Gefühl, Handy Games sind oft so die Omi-Zockerei. Ich habe mich mal bei einer Firma beworben vor zehn Jahren, da wäre ich auch genommen worden für Community Management, für ein Eisenbahnspiel, ein Browser-Game.
02:40:02 Und ich saß in diesem Bewerbungsgespräch und meinte so, ja, was ist denn also eure Zielgruppe? Und er meinte, ja, so Ü55. Und ich war so, oh mein Gott, Community Management bei einem Eisenbahn-Online-Browser-Game mit Zielgruppe Ü55. Das klingt ultra spannend. Und dann habe ich meinem Chef gefragt, ob er mir mehr Geld zahlen möchte und habe die Stelle sehr nett abgesagt. War trotzdem cool, das Bewerbungsgespräch. War trotzdem sehr cool.
02:40:27 Außer, dass wir live meinen Stream geschaut haben, war sehr unangenehm. Egal, anderes Thema. Was wir gleich machen, ist eine Studie vorstellen, die über euch geht. Eisenbahnleute sind speziell. Das Spiel sah übel geil aus, to be honest. Ich weiß leider nicht mehr, wie es hieß. Aber es war wirklich ziemlich cool. Klingt nach Facebook-Werbung. Ja, mit Sicherheit haben die Facebook-Werbung gemacht. Zu 1000 Prozent. Also ernsthaft.
02:40:47 Was wir gleich machen, ist euch eine Studie vorstellen, wo ihr als Gamer befragt wurdet, wo ihr euch politisch seht, ob ihr überhaupt gesellschaftspolitisch unterwegs seid. Deswegen Quick Chat. Quick Check Chat. Wer von euch würde sich als politisch beschreiben? Plus in den Chat, Minus in den Chat, wenn nicht. Mal schauen, ob die Minus schon alle abgehauen sind. Das wäre auch okay. Das verbinden wir gleich. Wir stellen euch gleich eine Studie vor, was ihr da quasi so geantwortet habt.
02:41:15 Wir gehen auch auf die Systematiken ein. Ich weiß, dass es viele von euch gibt, die auch Ahnung von Studien etc. haben. Das heißt, bevor wir in den politischen Part springen, springen wir einmal mit der Bertelsmann Stiftung, mit Joey explizit in diese Stiftung wirklich, in diese Studie wirklich rein und dröseln die ein bisschen auf. Also was wurde überhaupt besprochen? Was wurde abgefragt? Was für Gamertypen hat die Bertelsmann Stiftung da so rausgefunden? All das quasi.
02:41:42 Und dröseln das so ein bisschen auf einfach, damit ihr wisst, was passiert ist, auch mit der Methodik. Und danach wechseln wir und haben hier einen CDU-Politiker, nämlich Leminski. Falls ihr Leminski nicht kennt, der ist aus NRW und Leminski ist tatsächlich extrem wichtig, wenn es um die Gaming-Brosche geht. Maxim und ich hatten den auch schon mal auf der Bühne. Also tatsächlich, ist kein Witz. Nathanael Leminski.
02:42:10 Kommt mit seinen Kids, soweit ich weiß. Ich bin mir gar nicht sicher, er müsste gleich ankommen. Der ist aus NRW angereist und der ist wirklich extrem wichtig, wenn es um Gaming geht. Der ist Minister für Bundes-, Europaangelegenheiten, Internationales sowie Medienlandes. Es ist ein ganz, ganz langer Titel. Für euch ist Elementar, er ist einer eurer Ansprechpartner. Deswegen haben wir heute Herrn Leminski hier sitzen. Auf den freue ich mich tatsächlich. Ich habe den auch seit Jahren nicht gesehen, der war aber schon bei mir im Chat.
02:42:37 Und mit dem dröseln wir auf und wir brauchen euch mit dem Chat, weil es ist immer geil, als Moderationsduo da so löchern zu können und ist natürlich spannend. Aber was wir eigentlich schaffen wollen, ist, dass ihr im Chat mitreden könnt. Das heißt, wir werden euch über Maxim immer wieder Fragen stellen, wo ihr wirklich aktiv mitreden könnt. Wir haben hier an der Seite, das seht ihr ganz knapp nicht, hier steht ein Bildschirm. Ich habe das ein bisschen clever aufgebaut. Also hier sitzt gleich unser Gast.
02:43:04 der sieht den Chat nicht, aber wir sehen ihn auf der anderen Seite und wir haben es auch auf dem Tablet. Das heißt, wir werden euch versuchen zu beachten. Wir werden euch nicht mitspracherecht, naja, so weit würde jetzt nicht gehen, aber wir haben euch auf dem Schirm, das wollte ich damit sagen, dass ihr einfach ein bisschen die Möglichkeit habt, mitreden zu können. Weil Gaming ist, ich weiß, dass ihr alle zockt und ich definiere mich auch über Study Valley und vor allem Anno.
02:43:29 Aber Gaming hat eine riesige Relevanz, wenn es um den Bildungskontext geht, eine riesige Relevanz, wenn es um Medizin geht. Und wir alle kennen wahrscheinlich Cozy Games. Es gibt aber ganz viele Gaming-Bereiche. Maxim hat euch da ja auch schon einiges vorgestellt, mit Rätselräumen zum Beispiel damals, den Stream, den wir gemacht haben, zur Demokratieförderung. Und ich will wissen, ob unsere Politik einen Gamer auf dem Schirm hat, weiß, wie die politisch aufgestellt sind.
02:43:54 Und irgendwo einen Ansatzpunkt haben, wie sie euch abholen und einbinden können, weil wir die Gesellschaft mit ausmachen und aktuell einfach, finde ich, nicht beachtet werden. Gaming ist im Wahlkampf, wir machen hier sehr viel Wahlkampf und sehr viel Politik gedönst. Gaming ist nie ein Thema, wenn ich euch das so ehrlich sagen darf. Gaming ist Gamer, vor allem als Communities, sind nie ein Thema, weil die Politik noch nicht verstanden hat, dass wir die Gesellschaft mitbilden. Und das?
02:44:23 Wollen wir heute abbilden? Und die Klingel, die ihr gerade gehört habt, das ist Herr Leminski. Da hat's geklingelt. Ja, das machen die da drüben. Ja, Maxim kriegt das hin. Ihr wundervollen Menschen, ich würde euch, wir schaffen das Video nicht mehr ganz. Nee, wir schaffen das Video nicht mehr ganz. Wollt ihr Miosga noch weiterschauen? Ich kann euch auch einfach Musik anmachen. Wollt ihr Musik oder wollt ihr Miosga? Das ist so ein bisschen die Frage. Wollt ihr Klingbeil weiterhören? Maxim geht. Maxim regelt das.
02:44:52 Musik, ich glaube, ich mache euch Musik an, ja. Ich will euch nicht komplett, ja, oh mein Gott. Musik, Musik, bitte kein Klingbein. Bitte, bitte, bitte nicht. Okay, ich habe euch gehört. Die 10 Minuten schenken wir uns. Und wir sehen uns wieder um Punkt 12, ja. Peter, mein Lieber, vielen, vielen Dank für 62 Monate. Ich würde euch einmal Musik einspielen. Ich nehme euch einmal ganz, ganz lieb und nett gemeint die Alerts. Die Alerts.
02:45:19 Und ihr werdet nicht leer ausgehen. Ihr kriegt quasi eine wunderschöne, unscharfe Kamera, ein bisschen Musik und könnt schon ein bisschen verfolgen, was hier im Studio läuft, ja? Bisschen Downtempo für euch. Ich weiß nicht, wo die Technoleute sind. Wir sehen uns in zwölf Minuten. Passt auf euch auf, Leute.
Methodik der Bertelsmann-Studie
02:59:0202:59:02 Einen wunderschönen, da sind wir wieder. Ich grüße euch. Wir haben heute wieder einen großartigen Talk. Und diesmal bin ich nicht die alleinige Moderation. Und bevor wir zum Thema kommen, möchte ich einmal hier sagen, Maxim, es ist so schön, dass du da bist. Hallo, ich bin da. Ich bin noch ein bisschen schwächlich heute, aber ich habe richtig Bock. Ich habe richtig viele Fragen am Start und ich darf wieder klugen Leuten zuhören. Ich freue mich ultra, dass du da bist.
02:59:25 Wir haben heute also eine Doppelmoderation. Ich mache so ein bisschen das Interviewmäßige. Ich habe quasi den leichteren Anteil. Und Maxim macht den Community-Anteil. Also Maxim, achtet auf den Chat. Da kommen wir gleich noch zu. Wir haben heute einen Stream mit der Battlesman Stiftung zum Thema einer neuen Studie. Auf die gehen wir gleich noch in allen Einzelheiten ein. Spielräume für Demokratie. Da freue ich mich sehr drauf. Und deswegen sitzt bei mir auch...
02:59:52 Der liebe Joey, ich grüße dich. Mit vollem Namen, warte kurz, Dr. Joachim Roter. Schön, dass du da bist. Ja, ich hab zu danken. Richtig cool, dass wir das machen.
03:00:00 Komme ich sehr drauf. Vielen, vielen Dank. Du bist quasi der erste Teil unseres Streams. Du selbst bist Projektmanager bei der Bertelsmann Stiftung. Wir haben schon viel Kontakt gehabt, auch schon viele Jahre, weil du selbst auch tatsächlich Content machst. Wir kennen uns tatsächlich schon ein paar Jährchen. Richtig schön, dich in diesem Kontext zu sehen. Freut mich sehr. Und du bist quasi die Schnittstelle zwischen Gaming, digitalen Plattformen und der Demokratie. Und nicht nur Initiator, sondern auch Co-Autor eben dieser Studie Spielräume für Demokratie.
03:00:30 auf die wir gleich eingehen. Und ich gehe davon aus, dass die meisten es wissen, aber an der Stelle sei natürlich die Bertelsmann Stiftung auch noch mal kurz vorgestellt. Die Bertelsmann Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung. Das ist vielleicht für viele hier wichtig, die tatsächlich sich viel mit Politik beschäftigen. Die ist komplett unabhängig von irgendwelchen Parteien. Das vielleicht als kleiner Background ist schon spannend. Und ist eine gemeinnützige Stiftung.
03:00:51 die sich dafür einsetzt, Demokratie und Gesellschaft zukunftsfähig zu machen und das Ganze auch irgendwie zu übersetzen für unsere Gesellschaft. Das heißt, nicht nur irgendwie im Background irgendwelche Studien und interne Veranstaltungen oder sonst was abhalten, sondern eben auch so ein Teil wie dieser Stream, die Studienergebnisse, die wir haben, nicht nur der Politik auf den Tisch zu legen, sondern eben auch euch als Gesellschaft, als die, die hier eigentlich alles mitgestalten. Was bringt das, wenn du irgendein Zeug schreibst, aber niemand davon mitbekommt?
03:01:20 Exakt. Genau. Und wir haben heute quasi eine Veranstaltung, die ihr abhaltet. Wir haben auch eine Studie und genau um die soll es eigentlich heute gehen. Und bevor wir jetzt gleich zu den Methodiken und was ihr da eigentlich genau gemacht habt, kommt, wollen wir euch einmal nochmal mitnehmen, wie der Ablauf dieses Streams ist und wo wir euch mit einbeziehen. Weil wir haben heute nicht nur den lieben Joey hier sitzen, sondern wir werden nachher auch Herrn Leminski, Nathanael Leminski haben aus NRW, CDU-Politiker, der bei
03:01:49 euch eigentlich tatsächlich eine sehr, sehr wichtige Schnittstelle ist, der mit Gaming unfassbar viel zu tun hat, sehr, sehr, sehr, sehr viele Jahre in dem Bereich arbeitet und den wir tatsächlich auch schon auf der Bühne hatten, nämlich zum D-Battle Royale. Erinnerst du dich? Der Nathanael. Aber ja, also ich erinnere mich sehr gut tatsächlich. Ich finde auch, seine Mitarbeit war da definitiv nicht schlecht.
03:02:11 Nur, ich glaube, eine Antwort hatte ich noch im Kopf. Das ist Fußball oder sowas. Auf eine Sache hat er ganz stumpf geantwortet. Heute wird natürlich die Frage kommen, Horde oder Allianz? Bin ich sehr gespannt, wie tief er da drin ist. Weil irgendwie dafür arbeiten und das zu leben ist dann noch ein Unterschied. Ja, Nathana, ihr sitzt auch drüben. An der Stelle schon mal eine liebe Grüße. Horde oder Allianz? Kannst du dir schon mal überlegen? Wir sind gespannt auf die Antwort. Mit dem tauschen wir quasi. Wir stellen einmal die Studie vor, dann tauschen wir. Und dazwischen werden wir immer wieder euch...
03:02:39 mit einbeziehen. Das war uns sehr, sehr wichtig. Das war der Bertelsmann-Studie sehr, sehr wichtig, dass das hier kein passiver Talk wird, sondern dass wir im Austausch mit euch sein. Und das würden wir gerne einmal testen, Chad.
03:02:51 Hast du eine schöne Einstiegsfrage? Ja, also ich würde gerne, ich weiß nicht, ob wir das quasi später machen, aber ich bin da tatsächlich sehr, sehr neugierig, wer direkt hier zuschaut, weil bei der Stiftung ging es natürlich darum, beziehungsweise bei der Studie eher, eine gute Einstellung zu machen. Studienarbeit ist sehr, sehr, sehr, sehr schlimm, weil Zahlen übel wehtun können und übel verwirrend sein können. Deswegen würde ich eigentlich, ich weiß gar nicht, ob wir es nummernmäßig machen oder wir sagen...
03:03:16 Mach mal nummernmäßig. Ich will den Chat da durchschauen sehen. Also okay, wie oft zockt ihr in der Woche? Das würde ich gerne sehen. Einmal, zweimal, dreimal. Also wenn ihr einmal gezockt habt an einem Tag, dann ist es eine Eins. Aber wenn ihr sagt, ihr zockt jeden Tag, ist es eine fette Sieben. So, das würde ich gerne von euch so als Einteilung sehen, weil auch ihr musstet euch damit beschäftigen. Und ich habe das Gefühl, die... Junge, die Siebener. Es sind natürlich jetzt ein paar Zuschauer von mir da, die das so ein bisschen ausleben tatsächlich, was sehr gut ist.
03:03:43 Weil das uns ja natürlich hilft, weil gerade die, ich würde jetzt diese Gaming-Enthusiasten-Schiene mal erfahren, auf die schauen wir heute besonders. Die Studie ist riesig, das sind 54 Seiten PDF, hat sich sehr gut gelesen tatsächlich, aber damn, ich möchte die Sauber nicht machen. Also nur das Auswerten ist halt so interessant, aber auch gleichzeitig so viel Grauzone. Also es ist richtig, also cool und ich glaube über Studienarbeit, weil viele sagen ja Studium, Studium sagen.
03:04:10 Ich fand es jetzt wichtig, dass du jetzt nochmal gesagt hast, dass es unabhängig ist. Weil natürlich Leute, die Studien machen, haben ja schon Bock drauf, etwas zu zeigen, was sie schon das Gefühl haben, eh zu wissen. Oder ein Klischee zu bedienen. Ja, dann tappt man auf jeden Fall rein. Übelste Hölle. Dieser Bias ist ganz schrecklich und ich hoffe, dass wir da eigentlich wahrscheinlich nicht so viel drüber reden.
03:04:30 Ja, wir haben begrenzte Zeit, das ist ein bisschen böse. Ich habe vorhin im Vorgespräch mit Maxim auch nochmal gesprochen, er meinte, ich würde gerne da drauf eingehen und da drauf und da drauf. Es tut mir jetzt schon leid, dass ich so viel rede. Wir befriedigen das gleiche Stück. Ich bin übrigens auch bei der fetten Sieben dabei, das wissen die wenigsten, aber ich zocke extrem viel. Allerdings am Handy. Ich bin ganz, ganz schlimme Handy-Gamerin. Wie oft zockst du, Joey? Ich würde sagen, also...
03:04:50 In den Streams schaffe ich es fast gar nicht. So zwei, dreimal die Woche, würde ich sagen. Auch durchaus am Handy. Aber die Handygruppe, also Mobile-Exclusive-Spieler, nochmal ganz interessante Bubble. Also ich will jetzt keine schwache Überleitung zu dem Inhalt machen. Aber ich meine, Familie, Kinder, Vollzeitjob, ich meine, dann ist das begrenzt sozusagen. Aber es spielt eine große Rolle in meinem Leben. Und ich glaube, vielen der Befragten ging es immer ähnlich. Und das auszudifferenzieren, also wo verortet man sich selbst, worin erzählt man sich, ist halt super tricky. Und die Studie soll halt ein erster Aufschlag dafür sein.
03:05:19 Das wollen wir jetzt eben diskutieren. Genau da können wir eine wunderschöne Überleitung zu machen tatsächlich. Was ist das überhaupt für eine Studie? Vielleicht magst du so ein bisschen auch die Gemüter beruhigen, die Bock haben, sich so in so eine Studie einzuarbeiten. Ihr findet das übrigens alles. Also ihr habt auch Commands, Ausrufzeichen BTS, kommt jetzt zur Bertelsmann Stiftung, Ausrufzeichen WEA zu unseren heutigen Gästen etc. Nutzt diese Commands gerne und wenn ihr Bock habt, euch in diese Studie reinzuwerfen, wie Maxim, tut es. 54 Seiten, kann man wirklich gut lesen.
03:05:49 Viele Bilder. Aber nimm uns doch mal mit. Wie habt ihr das Ganze erhoben? Genau, Ausrufezeichen. Die Kommandons hattest du gerade gesagt. Also wir haben das online erhoben. Das ist auch sozusagen der Standard, den man macht, weil wir eine sehr große Stichprobe ziehen wollten. Also wir haben knapp 6500 Leute sozusagen befragt, weil wenn du so ein Thema hast, dann willst du einen möglichst robusten Korpus haben an Leuten, die du befragt hast, um nicht am Ende zu sagen.
03:06:15 Naja, zwei Leute haben das und das gesagt, also ist es in Deutschland so. Ist natürlich Quatsch. Und je höher sozusagen die Stichprobengröße ist, desto robuster werden dann die Zahlen. Und das ist uns da, glaube ich, ganz gut gelungen. Und ich meine, der Anlass dessen war, ehrlicherweise einmal zu fragen, wir wissen, dass irgendwie viele Leute spielen. Das ist ja auch irgendwie, das wird ja immer kolportiert. Gaming ist da und so und so, viele Leute sind Gamer und so. Aber keiner hat mir bisher gefragt, naja, wenn...
03:06:40 denn so viele Leute spielen und sich miteinander austauschen und das alles so sozial ist, da passiert doch dann irgendwas. Da bilden sich doch irgendwie Meinungen. Leute sprechen doch. Ja, ich meine, dein Stream ist ja das beste Beispiel. Da bilden sich Ansichten und Meinungen. Und keiner hat eigentlich mal gefragt, wenn doch Gaming so relevant ist, ja, was sprechen denn die? Oder was denken denn die? Was für Meinungen formen sich denn da? Und ich bin selber als Content Creator aktiv.
03:07:07 Ich glaube, dann hat man häufig ein besseres Verständnis dafür, dass sowas relevant sein könnte. Wir haben Zahlen vom Branchenverband, die sind eher so marktwirtschaftlich geprägt. Da heißt es dann immer irgendwie, zwei Drittel spielen oder so, zwei Drittel sind Gamer. Aber da mal genauer hinzugucken und zu sagen, wer ist das eigentlich und würden die sich eigentlich selber alle als Gamer bezeichnen?
03:07:25 Das fand ich auch in der Studie, wie gesagt, super wichtig, dass ihr da diese Unterteilung gemacht habt, weil genau dieser Punkt wird wahrscheinlich auch im Chat auch häufig da sein. Da könnt ihr vielleicht das erste schon mal so ein bisschen nebenbei laufen lassen. Und zwar ob ihr Handy oder PC oder vielleicht sogar Konsole, ob ihr das quasi eher verwendet. Weil das ist super wichtig, diese Selbstbezeichnung, dass ihr die in die Studie mit reingebracht habt, ist extrem entscheidend. Weil ja, die Prozentzahl der Spielenden lächerlich hoch, aber ...
03:07:51 Was bedeutet das? Was bedeutet das? Also meine Mutter ist kein Gamer. Aber es macht wahrscheinlich am Handy irgendwie Candy Crush. Aber es gibt eine extrem hohe Zielgruppe Ü60. Ich habe das gerade vom Stream schon erzählt. Wir haben viele Browser-Games vor allem, die Zielgruppe Ü55 hat. Was krass ist. Ja, wie so ein digitales Chespiel oder so ein Zeug. Und wie kriegst du die alle zusammen?
03:08:12 Und die sind alle Teil irgendwie des Marktes und des Gaming-Ökosystems. Und das war halt die große Challenge. Irgendwie in der Studie und so. Und mal die zu fragen, naja, wie blickt ihr eigentlich auf unsere Gesellschaft? Wie findet ihr so Demokratie? Und so was. Und damit sollte es natürlich nicht stoppen. Ganz kurze Line-Frage. Wie habt ihr diese Menschen überhaupt erreicht? Wo habt ihr sie angesprochen?
Ergebnisse: Politisches Engagement und Gemeinschaft
03:08:3003:08:30 Und wie finden diese Umfragen genau statt? Was kann ich mir davon vorstellen? Warum wurde ich nicht befragt? Ich bin auch Gamer. Genau, also man muss das in einem kontrollierten Setting machen. Also man kann das ja häufig aus Bachelorarbeiten. Ich habe hier eine Umfrage erstellt, leite doch die meinen Freundinnen und Freunde weiter. Passiert im Chat so häufig aus. Genau, und füllt das doch mal aus. Das Problem ist natürlich, da weißt du nicht, wer antwortet. Das füllt irgendwer aus und da ist das Trolling-Potenzial einfach extrem hoch. Was macht man? Man verwendet gesicherte Online-Panels. Also Belendi Respondi ist ein großer Panel-Pool.
03:08:58 mit dem wir jetzt konkret gearbeitet haben. Und da weißt du sehr genau, wer antwortet. Haushaltseinkommen, Familienstand, wo wohnen die? Die haben sich bereit erklärt, solche Dinge zu machen. Kann man darüber natürlich diskutieren, ob da irgendwie eine Form von Bias dabei ist und so. Aber da weißt du sehr genau, wer antwortet. Warum ist das wichtig? Na ja, da kannst du extrapolieren auf die Repräsentativität in Deutschland. Du hast ein Melderegister, Einwohner Meldezahlen und darauf kannst du es hochrechnen. Und dann kannst du annähernd repräsentative Daten darüber heben und sagen,
03:09:25 In der Tendenz ist es in Deutschland so. Und dann weißt du eben sehr genau, wer das ist und wer das macht. Deswegen kannst du zum Beispiel sagen, 16-34-Jährige antworten in der Tendenz folgendes. Deswegen wäre es auch Blödsinn gewesen, wenn Maxim und ich das in unseren Chats geteilt hätten. Genau. Weil dann hätten wir Twitter nicht gehabt. Die Frage ist mega interessant. Du hast einen krassen gaminglastigen Chat. Die antworten völlig anders als deine Leute. Ja, komplett. Und es sind Bubbles. Und dann muss man fragen, warum hat man keine Monte Bubble oder sonstige Bubbles. Und die sind relevant, die Fragen. Und um das auszuklamüsern.
03:09:54 haben wir eben so ein Gesamtpanel genommen. Und der Vorteil davon ist, wir haben irgendwann einen Gaming-Screener eingebaut und haben gefragt, also erstens, wie schaust du auf Demokratie, wen würdest du wählen und so. Und übrigens zockst du auf halbem Weg, um dann ...
03:10:06 reinzukommen. Und dann hat man natürlich Folgendes erreicht. Man hat einen Vergleich zu Leuten, die nicht spielen. Das heißt, die Leute wissen auch gar nicht, dass es explizit jetzt erstmal um Gaming geht, sondern machen einfach eine Umfrage, ohne da irgendwie vorbelastet zu sein und zu denken, okay, da kommt jetzt was Gaming-Lastiges. Framing-Frage. Dann haben die Leute Bock drauf oder nicht Bock, springen die früher ab und sowas. Das sind Methodik-Fragen, die kann man alle diskutieren, aber so haben wir uns eben genähert. Das ist schon so halb manipulativ, um an sinnvolle Zahlen zu kommen. Total seltsam. Okay, wie ging es weiter?
03:10:35 Dann, das Problem hattest du schon angesprochen, mega komplexes Feld. Wir haben irgendwann gefragt, also wir haben die Leute nach vier Gruppen am Ende eingeteilt. Diese Einteilung, wir haben Mobile Exclusive Spieler, wir haben gelegentlich spielende, viel spielende und wir haben, du hast es gerade schon genannt, die Gruppe der EnthusiastInnen. Und die haben wir, das sind wissenschaftliche Einteilungen, die haben wir nicht abgefragt, sondern die Gruppe der EnthusiastInnen haben wir irgendwann, oder die, die sich dann als EnthusiastInnen herausgestellt haben, haben irgendwann auf eine Frage geantwortet mit Ja.
03:11:04 Würdest du dich als Gamer bezeichnen? Das haben wir auch zwischendurch eingebaut. Eine Frage der Selbstidentifikation. Und das haben wir als extremen kulturellen Marker verstanden. Und wenn man das über die Zahlen drüberlegt, kommen sehr beschältig die Gruppe der Interessisten dann raus, die wie gesagt extrem spannende Ergebnisse zum Teil aufweisen. Und dann haben wir nach Gaming Frequenz, nach den Devices, die genutzt werden und sowas gescreent. Und damit haben wir, glaube ich, eine ganz solide...
03:11:29 Einteilung vorgetroffen. Die haben wir mit Leuten aus den Game Studies diskutiert, aus der Spieleindustrie, aber auch aus der Forschung und der Wissenschaft. Und das ist unser Vorschlag, wie man sich dem nähern kann. Der ist, glaube ich, ganz robust. Ich bin da nach wie vor überzeugt, aber den kann man auf jeden Fall auch diskutieren. Und das soll mein erster Vorschlag sein, zu sagen, es sind alles Gamer. Und das ist halt unserer Auffassung nach Quatsch. Hier können wir uns auch euch gleich so ein bisschen spoilern. Also diejenigen, die sich als Gaming-Enthusiasten oder als Gamer dann quasi geoutet haben.
03:11:57 Die reißen aus. Die reißen aus. Das ist richtig seltsam zu lesen, weil in der Studie selber wird immer verglichen zu Nichtspielenden oder zur Allgemeinbevölkerung bei dieser hohen Zahl. Wie gesagt, kann man das so ein Stück weit machen. Und da waren ein paar sehr seltsame und schreckliche Dinge dabei, die ihr dann Gott sei Dank später nochmal neu eingeteilt habt. Ja, genau. Also das muss man alles begleiten. Das ist auch das Wichtige an so einer Studie. Du musst das kontextualisieren. Und du musst dich dem wissenschaftlich nähern. Das heißt, am Ende musst du fragen,
03:12:25 Woher kommt sowas eigentlich? Rechnet man in der Soziologie Regressionen oder Cluster-Analysen und sagt, liegt das daran, dass die zocken? Oder liegt das daran, dass die jung und männlich sind? Also das sind sehr unterschiedliche Dinge. Aber dann kommen wir vielleicht mal zu einigen der Ergebnisse. Ja, bitte. Und eines der zentralen Befunde für mich ist ehrlich gesagt, wenn man auf die Gruppe der Interessantinnen guckt, also das sind die, die mehrmals die Woche spielen und sich selber als Gamer bezeichnen würden, die sind unfassbar politisch interessiert.
03:12:53 Und die haben eine sehr, sehr positive Einstellung gegenüber unserer Demokratie. Und nicht nur, dass die Demokratie die beste Staatsform ist, sondern auch, die fühlen sich politisch deutlich stärker als der Durchschnitt abgeholt. Also die sind überzeugt von der Problemlöserfähigkeit unserer Demokratie. Und das ist was, was eher interessant ist. Denn die Gruppe der Enthusiastinnen, die ist überdurchschnittlich männlich zu 75 Prozent. Die ist überdurchschnittlich jung.
03:13:22 Was heißt jung? Wie habt ihr das definiert? Die jüngste Gruppe ist der 16-34-Jährigen. Man hätte jünger fragen können, aber wir wollten auf politische und gesellschaftliche Perspektiven raus und unsere Wahrnehmung war, die formen sich wahrscheinlich eher in diesem Alter. Die sind in dieser Gruppe überdurchschnittlich jung und sie sind überdurchschnittlich gebildet im Vergleich zur befragten Gruppe. Und es zeigt sich eben in unserer Umfrage, die würden sich selber als sehr politisch interessiert bezeichnen.
03:13:49 sind überzeugt von unserer Demokratie, in die problemlöse Fähigkeit der Demokratie und, das ist, finde ich, das extrem Spannende, die engagieren sich. Und zwar online, indem sie einfach sich zu Wort melden, zu ihrer Meinung. Aber durchaus haben wir auch gefragt, transferiert sich das denn offline? Also wart ihr schon mal auf eine Demo? Sind die auch im Überdurchschnittlich stark? Und das ist natürlich was, also dieses Klischee des Dudes, der im Keller sitzt, zockt und dem alles egal ist.
03:14:18 Also das stimmt halt nicht. Also wenn man mal auf die Zahlen schaut. Und das ist halt schon spannend. Und dann muss man darüber reden, was für Vorurteile gibt es gegenüber Gamern oder Enthusiastinnen in unserer Gruppe. Wichtig an der Stelle zu erwähnen, wir haben natürlich nicht gefragt, würdet ihr euch selber Enthusiast nennen? Das ist ein wissenschaftlicher Analysebegriff. Den habt ihr ja definiert. Genau, weil wir versucht haben, möglichst wertneutral da ranzugehen. Es gibt ja diesen Begriff des Hardcore Gamers.
03:14:46 wie stark männlich konnotiert und sowas. Und wir wollten das möglichst breit machen. Und sind eben mit diesem enthusiastischen Begriff rausgekommen. Und das ist halt schon krass. Also die sind überzeugt von der problemlösen Fähigkeit der Demokratie, finden extremen Anschluss, sozialen Anschluss in ihren Communities. Wenn wir die fragen, habt ihr schon mal Freundschaften durch Gaming geschlossen? Dann ist es vor allem in der Jungengruppe haben das fast mehr als 50 Prozent.
03:15:09 Können wir den gerade in den Chat geben? Finde ich eine schöne Frage. Gefühlt macht das auch meine Community aus. Sorry, darf ich das aus der Hand nehmen? Nee, ich habe sogar noch was dazu zu addieren. Ja bitte, mach alle direkt dazu. Weil damals ja auch Berichte über Gamer halt sehr, sehr schwierig waren und das natürlich trotzdem Gesellschaft sehr, sehr prägt. WoW ist halt ein krasses Beispiel. Und Hennu hat ja vor kurzem auch nochmal drauf reagiert und dann kriege ich jetzt die einzelnen Schnipsel zu.
03:15:36 Da war zum Beispiel das Verständnis nicht da, dass sich Communities und Freundschaften quasi bilden über diese hohe Distanz. Also dieses Verständnis dafür, okay, ich kann jemanden online kennenlernen und den dann quasi als Freund empfinden, ist null da. Und wenn man halt mit den Menschen redet, gerade so, weil wir den Kontakt auf Messen oder ähnliches haben, dann sagen ganz viele, jo, ich sehe hier zum ersten Mal meine Homies aus der Gilde. So, und das ist halt, also das ist so schwer verständlich, wenn man diese Information nicht nach außen trägt. Ja. Na, deswegen diese...
03:16:05 Dieses Community oder dieses Soziale, was das Gaming ja so oft hat. Das wird eben auch noch nicht gesehen. Ich glaube auch, dass sich das noch nicht geändert hat. Ja, das glaube ich auch. Und wir haben Vorurteile abgefragt und so. Es sind unfassbar viele Vorurteile nach wie vor. Und wir haben auch gefragt, transferiert sich denn, also wenn ihr eine Freundschaft habt, digital, habt ihr den schon mal offline getroffen? Und das ist auch interessant. Also wir landen bei den Enthusiasten, glaube ich, bei ein paar 40 Prozent, die das schon gemacht haben. Die männlichen Befragten sind aber erfolgreicher.
03:16:33 Das ist analoge zu übertragen als die weiblichen Befragten, unseren Zahlen nach zumindest. Wie wird der Erfolg definiert? Dass sie eine digitale Bekanntschaft schon mal offline getroffen haben.
03:16:44 Dieser Transfer, diese Safe-Entstätigung. Wobei ich glaube, da wird es auch viele Diskussionen geben, ob das wirklich eine Freundschaft ausmacht, weil ich glaube, im älteren Verständnis vor dem Zeitalter des Internets war eine Freundschaft, okay, das muss irgendwo in der Realität stattfinden. Ich würde, Chad, da dürft ihr gerne Widerspruch leisten oder zustimmen, ich würde sagen, dass wir viele Freundschaften haben, die online stattfinden, die genauso wertvoll sind wie die offline. Ich möchte es gar nicht negativ oder positiv framen, aber ich weiß, dass es viele in meiner Community gibt, die sagen, wenn wir uns abends im Discord zusammenfinden,
03:17:13 zusammensetzen und da jeden Abend zocken oder sprechen oder gemeinsam einen Film schauen, natürlich sind wir befreundet, auch wenn wir uns vielleicht noch nie gesehen haben oder uns erst nächstes Jahr auf der Genkom treffen. Das ist eher eine Bestätigung, glaube ich. Es ist quasi doch das E-Tüpfelchen, wenn man sich dann mal sieht auf einer Lahn. Genau, weil das so das Argument von klassischen Leuten, die nicht in diesen Communities unterwegs sind, das ist ja nicht echt. Und deswegen wollten wir die Frage einmal hinterher schieben, zu sagen, also wird das überhaupt geleistet? Aber ich stimme dir sehr zu, digitale Bekanntschaften sind häufig sehr belastungsfähig.
Studie zu Gaming-Communities und gesellschaftlicher Rolle
03:17:4203:17:42 Und das zeigt unsere Umfrage auch, Leute fühlen sich in ihren Communities verstanden. Also wir haben irgendwann gefragt, seid ihr Teil von der Gaming-Community, Discord, Reddit, Twitch oder so. Und das ist für viele ein extrem wichtiges Auffangbecken. Leute, da finde ich meine Bubble. Das ist mein Zusammenhalt. Die kenne ich, den vertraue ich. Ja. Wie wird denn das... Entschuldigung, ich muss ein bisschen auf die Zeit schreiten. Aber mach gerne noch. Ich hätte jetzt nur das Isolationsthema quasi aufgemacht, weil das ja der...
03:18:07 das Klischee ja bedienen soll, dass Gamer für sich alleine sind. Wie ist da die Zahlen? Oder kann man da so ein paar Prozentpunkte nennen? Ja, genau. Also das eine habe ich schon genannt. Für viele ist Gaming identitätsstiftend. Das heißt, die finden dort sozialen Zusammenhalt, die finden dort Verständnis und dergleichen. Aber, und dann kommen wir vielleicht mal auf, sozusagen eher die Schattenseiten auch ein bisschen zu sprechen, die diese Studie auch durchaus beleuchtet, ist zum Beispiel das Thema Einsamkeit.
03:18:33 Das Thema Einsamkeit ist überhaupt ein unfassbar wichtiges Thema. Die Stiftung hat einige Studien zu diesem Thema Einsamkeit schon gemacht. Wir haben das in unserer Umfrage auch mit aufgenommen. Und wir sehen vor allem bei den Enthusiasten eine erhöhte Zustimmung zu dieser Frage, fühlst du dich einsam? Da unterscheidet man zwischen moderater Einsamkeit und starker Einsamkeit. Und diese starke Einsamkeit, das ist die wirklich besorgniserregende. Die ist nicht höher als bei anderen, aber dieses Gefühl der moderaten Einsamkeit.
03:19:02 Das ist bei den Enthusiastinnen durchaus da und ausgeprägt. Wir können in der Studie, und das ist ganz wichtig zu betonen, keine Korrelation herstellen zwischen schaffen es Gaming-Communities Einsamkeit aufzufangen oder nicht. Das können wir aus den Zahlen nicht ablesen. Das wäre eine Hypothese. Das wäre eine eigene Studie, die ich sehr spannend fände. Aber sofern muss man sein zu sagen, also ich bin immer ein großer Fan davon zu sagen, was können die Zahlen und was können sie vor allem auch nicht. Also wir müssen wirklich immer sehr prägnant sein. Und meine Hypothese wäre, dass das durchaus so ist.
03:19:30 Also dass Einsamkeit da aufgefangen wird. Aber Interessantinnen zeigen eben erhöhte Einsamkeitswerte. Das hängt aber vor allem auch mit dem Alter zusammen. Also das ist vor allem auch ein Thema seit Corona, spätestens ein Thema auch von Alter. Das müsst ihr dann auch bei der Studie, wenn ihr die selber durchliest, bedenkt, oder es wurde auch bedacht, dass nochmal auch Geschlecht oder Alter bei diesem Einsamkeitsfaktor mit rein spielt. Genau. Und das witzigerweise noch auf alle anderen Sachen auch noch rein spielt.
03:19:54 Richtig, die anderen Sachen. Und da sind wir eher bei so ein paar Schattenseiten. Wir haben auch Menschenfeindlichkeitsindizes abgefragt. Also die Klassiker sind Antisemitismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und dergleichen. Und wir sehen vor allem im Kontext von Antisemitismus, dass wir da erhöhte Zustimmungswerte vor allem bei Israel bezogenem Antisemitismus und klassischem Antisemitismus unter den Enthusiastinnen in den Kriegen. Das ist auch hier, wenn man Regressionen rechnet, also die Frage stellt,
03:20:23 Mit welchem Faktor hängt das zusammen? Ist das, weil die Gamer sind oder Spielerinnen sind oder ist das, weil die jung und männlich sind? Dann ist es tatsächlich eher Zweiteres. Also es hängt nicht primär mit dem Umständen zusammen, dass es Leute sind, die zocken, sondern dass das eher in dieser Gruppe der Enthusiastinnen, wir haben es ja eingangs schon erwähnt, eher junge, eher männliche Leute sind, die erhöht dazu neigen, antisemitische Einstellungsmuster zu haben oder sexistische Einstellungen zu vertreten. Und das spiegelt sich natürlich auch online wider.
03:20:50 Ich weiß nicht, wie da sozusagen eure Erfahrungen oder Community-Erfahrungen auch sozusagen sind. Sowas begegnet man. Und das zeigt sich eben tatsächlich auch in den Zahlen.
03:20:59 Ich glaube, alles, was wir hier sagen, ist für die Zuschauer gerade keine große Überraschung. Wahrscheinlich nicht. Also ich glaube, sowohl dieses Einsamkeitsthema, als auch das Freundschaftsthema, als auch das Politikthema, das würde mich noch interessieren, ob ihr euch alle so politisch seht, wie die Studie das ergeben hat, als auch dieses, also gibt es Sexismus oder Rassismus im Gaming, würden wir wahrscheinlich alle sagen, ja, ist uns schon mal begegnet. Ist wahrscheinlich aber auch eher ein gesellschaftliches Problem. Ich weiß gar nicht, ob ich das gerade so auf die Gamergruppe beziehen würde, sondern auf ein gesellschaftliches.
03:21:29 Absolut. Was war denn jetzt so die krasse Erkenntnis aus dieser Studie für euch? Gibt es ein Ding, wo du sagst, das ist krass und vielleicht zusätzlich dazu noch, was bedeutet das jetzt für die Politik? So, wo wollt ihr das übersetzen in die Politik? Naja, also ich meine, ich glaube, was die Studie schafft und das hat mich nicht richtig überrascht, aber ich glaube, was sie schafft, ist zum ersten Mal zu differenzieren und dem Thema Platz einzurauben und zu sagen, lasst uns da bitte drüber sprechen. Und wir haben...
03:21:56 Also zu diesem Thema Demokratie und wie engagiert sind Leute, das hat mich, glaube ich, eher ein bisschen überrascht. Also dass Leute, die stark digital sozialisiert sind, die viel zocken, dass die einfach krass outspoken sind teilweise. Und damit natürlich totales Potenzial haben, Demokratie im digitalen Raum mitzugestalten. Und die Wahrheit ist halt, und das ist, glaube ich, so das Main-Take-away der Studie, wenn du über Demokratie im digitalen Raum sprichst, und da wird Demokratie nun mal maßgeblich gestaltet, kannst du nicht ohne Gaming-Communities. Also du musst da reinblicken, weil das Menschen prägt. Das sind so viele...
03:22:25 so engagiert, so viele Menschen, die sich dort sehen und tummeln. Und du musst mit den Leuten sprechen. Das hilft einfach nichts. Und das sollte Politik machen. Deswegen haben wir Nathanael hier, der dazu mal was sagen kann. Aber das gilt auch für zivilgesellschaftliche Organisationen. Das gilt für euch, uns als Creator, glaube ich. Also das ist ja nochmal eine andere Frage, die man da diskutieren muss. Und ich glaube, das ist das Geile an der Studie, wo du sagst, das ist jetzt meine Grundlage.
03:22:52 Du sagst gerade schon, da müsste man noch deutlich mehr machen und forschen und so und das haben wir durchaus auch vor. Aber es braucht solche Formate hier, glaube ich, wo du sagst, du quatschst mal mit den Leuten wirklich und holst mir deren Meinung ab und kriegst bestenfalls das Politikerende dazu, das eben irgendwie ernst zu nehmen. Wir werden dich jetzt gleich rausschmeißen und mit Nathanael tauschen. Das ist ein brutaler Satz. Was ist denn, wenn du jetzt gleich hier nicht mehr sitzt, deine große Hoffnung an Nathanael als CDU-Politiker? Also eine große Hoffnung hat er schon bestätigt, der kommt hierher.
03:23:21 So low level war der Anspruch? In seinen Urlaub. Er hat Urlaub? Du weißt genau, in dem Bereich, in dem wir arbeiten, ist das nicht immer selbstverständlich. Ich glaube, das Begegnen auf Augenhöhe, die Hand ausstrecken zu Leuten, die sich in diesen digitalen Räumen tummeln und diese Bereiche prägen, das ist meine Hoffnung, dass das aus der Politik gesehen wird. Und ich meine, es kommen neue Bundestagswahlen auf uns zu. Demokratie ist im Stresstest unter Druck.
03:23:48 Und dann müssen wir einfach die Chancen nutzen, die sich uns bieten, das irgendwie positiv auszugestalten. Und meine Hoffnung wäre, dass Menschen wie Nathanael, aber auch andere PolitikerInnen das irgendwie nutzen und da keine Berührungsängste haben. Bezogen aufs Nutzen würde ich gerne wissen, ob dann eher die Hoffnung ist, dass man Probleme genauer anschaut oder quasi eher positive Dinge noch mehr vorhebt. Also dass man quasi den positiven Teil, in Anführungszeichen, den Enthusiasten nimmt oder halt sagt, okay, wie bekämpfen wir Rassismus und Antisemitismus mehr. Jetzt kommt die öde Antwort. Man muss idealerweise beides machen.
03:24:15 Also das ist halt, aber ich bin ein großer Fan davon, das konstruktiv anzugehen. Betont die positiven Sachen, den Dreck aber nicht außer Acht lassen. Das muss beides geschehen, weil du das eine nicht ohne das andere machen kannst. Und das haben wir in der Studie eben auch versucht. Du kannst nicht nur sagen, wie geil alles ist. Und das ist ja auch Quatsch. Es gibt eben Licht und Schatten. Und da differenziert hinzugucken, wäre halt die Grundidee. Und ich glaube, nur so kann es auch online funktionieren. Das wäre so mein Tech.
03:24:46 Okay, das heißt, wir haben jetzt gehört, was viele von euch wahrscheinlich schon vermutet haben. Ihr seid politisch engagiert. Nicht alle, aber viele. Ihr seid eine Gemeinschaft und ihr seid Teil unserer Gesellschaft. Und ihr gestaltet Demokratie mit. Oder wir alle tun das. Wir sind ja auch Gamer.
03:25:06 Und das wollen wir jetzt übersetzt haben mit der CDU. Wollen wir trotzdem einen kleinen, kurzen Community-Einschub machen, auch wenn wir so drei, vier Minuten in der Zeit sind. Ich will ein paar Eindrucke aus dem Chat haben. Ja, ich würde gerne wissen, was, also in der Studie selber war auch oft davon die Rede, bist du politisch? Das ist natürlich so eine kleine Definitionsfrage meiner Sicht nach, und das wurde dann auch entsprechend da ausklamüsert. Sondern wie ihr das quasi seht, dass ihr das Gefühl habt, okay, so oft wie ich zocke, so oft...
03:25:32 trage ich quasi meine politische Meinung oder engagiere mich in irgendeiner Form politisch. Da würde ich auch gerne so eine 1 bis 7 hören. Also eine 7 wäre, ich gehe auf Demos, würde ich sagen. Ich finde, das ist ein sehr, sehr krasser Schritt vom PC weg. Holy shit. Oder halt eine 1, okay, ich mache gar nichts. Aber eine 2 wäre jetzt schon, ich äußere meine Meinung zu. Ich gehe wählen. Wo es auf der Skala ist, ich gehe wählen. Ich finde, ich gehe wählen ist eine 6.
03:25:56 What? Ja, ich finde protestieren heftiger als wählen. Ja, das auf jeden Fall. Ja, okay. Also eine Sechse ist nicht gewählend. Aber wenn du nicht wählen gehst, dann nutzt es ja Demokratie ja nicht.
03:26:06 Also du kannst... Sieben, sieben, okay. What? Okay, ich möchte betonen, die Namen sind deine Chatter. Also ich sehe auch ein paar von mir, aber es sind viele, viele. Oh mein Gott. WTF-Chat, ja. Krass. Okay, geil. Ich liebe es. Also Nathanael, ihr seht das auch drüben? Wir haben hier einen hochpolitischen Chat, der schon auf Demos war. Richtig, weil das ja nochmal so, werden nochmal das Ausleben, aber wenn ihr so eine 2 schreibt, weil ihr auf Facebook einen Kommentar macht.
03:26:34 politischer Natur, dann würde das auch mit reinzählen, richtig? Ja. Und ich meine, auch das war eine Frage der Selbstverortung. Also wie würdest du dich sehen? Und das ist immer subjektiv. Und du merkst immer, das ist eine krasse, und du hast zu Recht gesagt, das ist eine Definitionsfrage. Ja, aber irgendwo musst du dich nähern. Und irgendwo musst du sozusagen die Grenze ziehen. Und da merkst du auch die Shortcomings einer quantitativen Analyse generell.
Vorstellung von Nathanael Leminski und politischer Auftrag
03:30:2103:30:21 Und wir sind zurück. Wir haben den Gast einmal gewechselt und bei mir sitzt Nathanael Leminski. Schön, dass du da bist. Hi, grüß euch. Ich habe gerade gehört, du bist in deinem Urlaub hier. Ich wusste das gar nicht. Das ist, in der Politik gibt es nie so richtig Urlaub. Insofern, ich habe das gern gemacht, weil ich das super finde, dass ihr dafür ein Forum bietet, diese Fragen zu diskutieren, dass die Bertelsmann-Liftung diese Studie gemacht hat und dass wir jetzt mal hier zusammenkommen und die Dinge aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, das lohnt sich.
03:30:48 Nathaniel, wir saßen schon mal zusammen auf einer Bühne, damals aber in Köln, in NRW, da wo du eigentlich herkommst und da wo du verortet bist. Magst du uns kurz mitnehmen, wie so dein Aufgabenbereich aussieht, sodass der Zuschauer vielleicht was damit anfangen kann? Also ich bin im Kern erstmal Chef der Staatskanzlei in Nordrhein-Westfalen, also sozusagen Regierungskoordinator unserer Koalition aus CDU und Grün.
03:31:11 Und habe daneben als Minister auch noch einige Zuständigkeiten für die Beziehung zur Bundesregierung, für die Beziehung zur Europäischen Union, unsere internationalen Beziehungen und als Medienminister. Und als Medienminister bin ich viel auch im Bereich Gaming unterwegs und insofern immer wieder mit dem Thema befasst.
03:31:31 Das heißt, du zockst auch selbst? Nein, weil als Politiker ist der Zeitplan immer eng und mit vier Kindern will ich die Freizeit, die ich habe, eigentlich eher anders verbringen. Wobei mit unserem Ältesten gelegentlich schon. Was spielst du mit dem Ältesten? Der ist FIFA-Fan momentan, aber das ändert sich auch.
03:31:54 Aber er ist an einer Konsole. Das heißt, mit Kontrollern mit ihm zocken, das geht für dich klar? Das geht für mich klar, allerdings zockt er mich dabei auch ziemlich ab. Insofern ist das nur bedingt erfolgreich. Das heißt, in der Jugend konnte man das ja... Wie alt bist du? Ich bin jetzt 40. 40. Das ist ja gar nicht so viel älter als ich. Das heißt, du bist ja trotzdem so ein bisschen mit einigen Sachen aufgewachsen. Das heißt, in der Jugend hat sich gar nicht zu Konsolen und Ähnliches gezogen?
03:32:16 Eigentlich nur ab und zu selber Bundesliga-Manager und solche Sachen habe ich auch mal, aber nie wirklich so viel wie andere. Wie kam dann der Schritt, diese Bereiche, die du gerade genannt hast, anzuwählen? Ich bin vorher Medienstaatssekretär gewesen, dann eben jetzt Medienminister und bei uns in Nordrhein-Westfalen ist der Bereich Gaming ein ganz wichtiger in diesem Teil, in dieser Zuständigkeit. Wir sind die Heimat der Gamescom, wir sind Heimat vieler Entwicklerstudios, vieler Produzenten.
03:32:45 Und außerdem glaube ich, dass Gaming vielfach Spiegel der Gesellschaft ist, aber gleichzeitig auch Antreiber, kulturell, wirtschaftlich wirklich sozusagen Pioniere häufig dabei sind. Und das ist der Grund, warum ich mich dem Thema so leidenschaftlich widme, auch wenn ich selber in meiner Freizeit wenig zocke.
03:33:09 Ich habe das Gefühl, dass ich schon so raushöre, es wird von der Politik erkannt, aber du sagst Entwicklerstudios, wirtschaftlicher Faktor, den haben wir auch immer versucht zu treiben, wir sind ein wirtschaftlicher Faktor als Gamer, ist eigentlich was Geiles. Jetzt haben wir hier eine Studie, die explizit wirklich einzelne Gamer und Gamerinnen quasi wirklich betrachtet und sagt, wir sind nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, wir sind nicht nur ein Spiegel der Gesellschaft, wir bilden die Gesellschaft und wir...
Analyse der Studienergebnisse und politische Implikationen
03:33:3403:33:34 bilden Demokratieräume. Du hast jetzt drüben schon gesessen und konntest ein bisschen zuhören. Gab es irgendwas, was dich überrascht hat, wo du sagst, okay, das hätte ich jetzt so nicht vermutet? Nee, zu vielem liefert die Bertelsmann-Studie, wenn man so will, die wissenschaftliche Fundierung von Vermutungen, die man im Austausch mit Gamern und mit der Szene schon selber so anstellt. Ich fand es interessant, dass die Gruppe der Enthusiasten sozusagen auch
03:34:00 offline sich in der gleichen Weise engagiert, das war mir jetzt bisher nicht so präsent. Dieser ganze Aspekt Einsamkeit, auch Einsamkeit im Engagement, das fand ich auch nochmal sehr hilfreich für uns, das mitzunehmen, weil wir da natürlich auch als Politik vielleicht Angebote entwickeln können, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren, wie wir diese Leute noch mehr abholen können und dieses Engagement ummünzen können.
03:34:26 in etwas, was dann am Ende allen hilft, in unserer Demokratie. Wir spüren ja in dieser Zeit, dass man sich selber auch einbringen muss, sich selber auch um Demokratie kümmern muss. Und was ich immer wieder versuche zu vermitteln, ist, dass Gaming mehr ist als nur Zocken für sich selbst oder irgendwie nur Spaß, wobei ich den Faktor gar nicht irgendwie schlecht finde, sondern bei ganz vielen auch eine Form von Engagement, eine Form von Einbringen, eine Form von Meinung bilden.
03:34:52 Und deswegen müssen wir diese Perspektive in der Politik, glaube ich, in Teilen noch ein bisschen vermitteln. Aber weil du das gerade sagtest, also für uns ist ganz klar, es ist auch ein Wirtschaftsfaktor. Aber ganz viele unserer Aktivitäten als Landesregierung befassen sich mit Games in ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung. Also im Bereich Bildung zum Beispiel. Der ganze Bereich Serious Games. Also wir setzen zum Beispiel Games ein.
03:35:16 zur Prävention gegen Rechtsextremismus und gegen Islamismus. Da sind wir als Land Nordrhein-Westfalen vorne dabei. Dazu haben wir auch schon Games vorgestellt. Das ist aber auch wieder diese Ebene, diese Metaebene oben drüber eigentlich. Wenn du sagst, wir müssen uns noch mehr mit Gamern auseinandersetzen, wo besteht denn gerade schon Kontakt zur Community? Bei uns ist die Film- und Medienstiftung ist so der Akteur, wir machen das ja nicht sozusagen alles direkt aus der Staatskanzlei. Ist auch richtig so, finde ich, weil
03:35:44 Die Leute haben vielleicht eine gewisse Hemmung, jetzt immer direkt mit einer Regierungszentrale zu reden. Die Film- und Medienstiftung ist so der Akteur, der das vielfach im vorpolitischen Raum auch organisieren kann, der die Netzwerke pflegt. Was heißt das? Die machen dann Netzwerktreffen, die machen Diskussionen. Da komme ich dann auch mal dazu, aber da bin ich halt eher der Gast. Und wer sitzt da so?
03:36:04 Ja, da sitzen teilweise Streamer, Gamer. Wir haben uns ja so auch auf der Gamescom getroffen. Ich glaube, das war auch eine Veranstaltung von denen. Nee, das war vom Gameverband. Wir waren gebucht als Moderation. Kann man so nicht sagen. Mit denen sind wir auch ganz viel im Austausch. Ich mache einmal im Jahr einen sogenannten Games-Gipfel. Dann lade ich halt sozusagen die Games-Szene-Branche aus Nordrhein-Westfalen ein. Und da gibt es immer einen Teil, wo wir sagen, hier Feuer frei.
03:36:28 Also alles sagen, jetzt nicht nur sozusagen die neuesten Themen rund um Förderung, das ist immer so der Klassiker, sondern auch ganz bewusst eben, was sind denn die Trends, was sind denn die Bedürfnisse, wo braucht es mehr Austausch? Und das ist uns darüber total wichtig. Ich muss ganz naiv fragen, ich habe davon noch nie gehört. Ich habe tatsächlich... Da haben wir eine große Aufgabe. Ja, tatsächlich, ich glaube schon. Aber ich bin, gut, ich muss mich ein bisschen rausnehmen, weil ich bin jetzt politisch, ich bin jetzt eher in dem Politikbereich seit fünf Jahren.
03:36:54 Deswegen die Frage vielleicht an Maxim, ist es neu für dich, dass es so Treffen gibt und sowas? Also ich finde es eher traurig, dass es quasi Treffen geben muss, um das Ganze zu begreifen. Also ich würde gerne in dem Chat jetzt Folgendes tun. Wir wollen ja die Community mit einbeziehen, der ist ja da am Start. Und zwar, also eine der Fragen, die sind ein bisschen härterer Natur, in Anführungszeichen. Und zwar, wer die erste, da sagt die einfach ja oder nein oder plus oder minus, geht beides. Glaubst du, dass PolitikerInnen genug über Gaming wissen?
03:37:22 Das Problem ist ja schön, wenn man sich trifft, aber der Grund, warum man sich trifft, ist, weil man ja keine Ahnung hat. Und das ist auch okay, weil Politiker können nicht von allem Ahnung haben. Das geht nicht. Das ist ja viel zu komplex. Aber es würde natürlich schon helfen, Dinge eher zu fühlen. Das heißt, wenn wir jetzt zum Beispiel über Kinder reden würden, würde ich sagen, deine Meinung ist viel wert, weil du hast vier. Das muss man erlebt haben. Und ich finde, Gaming muss man ja auch so ein Stück weit...
03:37:44 erlebt haben. Und jetzt kann man schon im Chat sehen. Du kannst genau, wenn du dich nach rechts wendest, siehst du quasi die Eindrücke aus dem Chat. Das sind alles Menschen, witzigerweise. Manchmal muss man sich das nochmal bewusst machen. Und da kamen jetzt quasi ganz viele Minusse. Das heißt, der Eindruck, das ist eine Zustandsaufnahme gerade. Also es ist auch nur gerade unser Chat. Das ist jetzt nichts Repräsentatives. Aber die, die jetzt gerade da sind, die 1500 Leute oder wie viele es sind, sagen, ich habe nicht das Gefühl, dass da so viel Kontakt besteht. Kann ich verstehen.
03:38:13 Ist der Grund, warum ich zum Beispiel heute hier bin? Ist der Grund, warum wir bei der Gamescom, da bin ich tagelang mit dabei in Köln, warum wir da ein eigenes Format mit dem Gamescom Kongress entwickelt haben, warum wir eben diese Treffen machen? Da ist zweifellos, sind das häufig auch unterschiedliche Welten und mir geht es darum, möglichst vorurteilsfrei in die Begegnung zu kommen, in den Austausch zu kommen.
03:38:38 Ich habe natürlich auch in meinem Team Leute, die mehr zocken, die mehr Gaming machen. Insofern ist es nicht so, als ob das Neuland ist, um es mal mit einem Wort der Kanzlerin zu sagen. Aber trotzdem bin ich einfach realistisch genug einzuschätzen, dass ich nicht alle Trends, alle Bewegungen da mitbekomme selber. Und deswegen versuche ich mir, über solche Formate das zu erarbeiten, damit ich nicht als Politiker nur drüber spreche, sondern auch mit.
03:39:05 Glaubst du, dass alle in deinem Team Twitch kennen? Ja. Glaubst du, und auch die Frage an dich, kennst du Discord? Ich habe davon gehört.
03:39:16 Weil Discord ist quasi für uns die Schnittstelle. Wenn ich als Gamerin, als Streamerin hier sitze und meine Community zusammenhalte, wir haben ja vorhin schon, du warst ja sehr interessiert. Du hast im Vorfeld die zwei Minuten, die wir hatten, hast du dir schon Fragen gestellt. Man merkt es, dass du interessiert bist. Discord ist die Schnittstelle zwischen mir und meiner Community. Das ist wie ein Forum aus den 90ern. Das ist so geil. Ich weiß, dass es mittlerweile viele Firmen gibt, die sich darüber organisieren, aber eigentlich kommt es aus unserer Community. Discord kommt eigentlich von, glaube ich jedenfalls. Discord kommt eigentlich ursprünglich so von...
03:39:46 Dort treffen sich Communities Reden und man kann direkt, man hat einen direkten Draht, wie hier im Chat auch, zu den Menschen. Ich frage mich so ein bisschen, warum sowas nicht auf dem Schirm ist oder ...
03:39:58 Ist es vielleicht mal so ein Anlass, sowas zu ändern und auch in Discords reinzugehen oder selbst vielleicht die Schnittstelle zu suchen? Weil ich finde es geil, dass ihr so Treffen habt. Ich finde es geil, dass man sich irgendwie zusammensetzt, auch wenn das ein notwendiges Muss ist. Aber es ist ja schön, dass dieses Interesse besteht. Aber ein Treffen in NRW an einem runden Tisch oder auch der Gamescom Kongress ist kein Zugriff für die Gamer-Community. Wenn wir im Gamescom Kongress waren, dann durften wir irgendwie drei Karten verlosen, damit ein, zwei Zuschauer auch mit dabei sein konnten. Ansonsten war es eine Ansprache von...
03:40:28 von Politik an Politik. Das heißt, Discord wäre eigentlich das Pendant zum zum Beispiel Gamescom Kongress, wo ihr tatsächlich direkten Kontakt zu GamerInnen habt. Also ich fände es zum Beispiel gut, wenn wir das direkt aufgreifen und einfach beim nächsten Gamescom Kongress damit arbeiten. Aber natürlich auch übers Jahr. Sehr wichtig ist das sozusagen nicht nur einmal im August in der einen Woche auf einmal alle davon reden, sondern auch übers Jahr hinweg. Und ich versuche eigentlich die...
03:40:55 die Treffen und Begegnungen so zu verteilen, dass man eben nicht nur dann, wenn Gamescom ist und wenn es in allen Medien ist, auf einmal auf Ideen kommt, sondern auch unterwegs sich die Dinge anhört. Und bei den verschiedenen Preisverleihungen auch, wo ich ja auch immer dabei bin. Und ich habe ja gerade eben geschildert, was sonst so mein Themenportfolio ist. Ich habe auch noch ein paar andere Aufgaben. Deswegen muss ich ein bisschen gucken, wem und wie viel ich dem Aufmerksamkeit widmen kann. Wir haben auch andere Erwartungen an Politik und auch an einen Minister wie mich.
03:41:24 Aber darüber sozusagen punktuell direkter im Austausch zu sein, würde ich als einen Takeaway direkt mitnehmen. Wir greifen den Takeaway am Ende nochmal auf, weil da habe ich noch einen Zusatz, aber das ist doch schon ein schönes Learning. Möchtest du die Community noch ein bisschen mit einbeziehen, bevor ich hier nur meine Talking Points loswerde, auf die ich Bock habe? Nee, also im Prinzip ist für mich halt wichtig, ob nur, also eigentlich warum, oder was für Vorteile für dich sein können hier.
Praktische Lösungsansätze: Serious Games und Regulierung
03:41:5003:41:50 zu sein. Das ist ja so das Ding. Also wir können jetzt natürlich noch weitere Fragen stellen und dann gucken, okay, vieles davon ist natürlich ein bisschen schwieriger. Was erhoffst du dir persönlich aus dem oder aus den Informationen, die die Stiftung quasi oder die Studie herausgebracht hat? Also würdest du denn, du hast ja gesagt, du willst halt Sachen fördern und dich so ein bisschen annähern. Politik geht es aber auch darum, Sachen tatsächlich zu ändern. Das heißt, wenn du jetzt siehst, okay, Antisemitismus ist in der Community, in der Gaming-Community trotzdem ein Klischee, aber auch ein
03:42:18 Problem, das ist statistisch oder jetzt studienmäßig auch so ein Stück mehr nachgewiesen, wo siehst du Punkte, die du dann, wo du das Gefühl hast, okay, die kann ich tatsächlich ändern. Das heißt, Social Media wird zum Beispiel reguliert, da greift Politik so richtig hart. Wie wird das dann quasi im Gaming-Bereich, dass man zum Beispiel sagt, okay, in Spielen erleben, wenn du zum Beispiel irgendwelche Online-Gamespiele erleben, erlebt man Rassismus. Oder Frauen dürfen ja das Mike quasi gar nicht anmachen. Und wie...
03:42:44 wie willst du dich da oder wie hast du das Gefühl, könnte ich mich da quasi einsetzen und Druck quasi auf, sag ich mal, Spieleentwickler irgendwie auszuüben. Ist ein bisschen hart, aber am Ende geht es darum. Also erstmal, ob ihr es glaubt oder nicht, es ist in Teilen der Gesellschaft und erst recht auch in der Politik nach wie vor so, dass dann, wenn Probleme auftreten, du hast es genannt, Antisemitismus, Desinformation, häufig Gaming eher als Teil des Problems beschrieben wird.
03:43:12 Und mein Take ist zu sagen, Gaming kann Teil der Lösung sein. Das ist der Grund, warum wir zum Beispiel in der Bekämpfung von Antisemitismus mit Gaming einsteigen und sagen, wir müssen junge Menschen da abholen, wo sie sind. Du kannst nicht, wenn das so verbreitet ist, dann ein Symposium oder eine Broschüre anbieten. Sondern da musst du auch dahin gehen und zeigen, so kann man es auch vermitteln, aufklären, den Austausch herstellen, den eigenen Bezug auch zum Beispiel zum Judentum und darüber Antisemitismus bekämpfen.
03:43:41 Genauso beim Thema Desinformation, Radikalisierung, Extremismus im Netz. Da gehöre ich zu denen, und ich glaube, wir sind da als NRW ziemlich vorne eher dabei, die sagen, wir können für die Prävention auch auf Gaming setzen, weil es eben sehr niederschwellig die Leute da reinholt, mal zeigt, wie entsteht sowas. Wie genau? Was heißt auf Gaming setzen? Also zum Beispiel, wir haben nach Solingen dem fürchterlichen Terroranschlag von letztem Jahr.
03:44:08 wo mehrere Menschen ums Leben gekommen sind, haben wir gesagt, wir möchten bei Prävention die neuen Wege stärker beschreiten. Also haben wir ein Spiel entwickeln lassen, der ist Bilal. Da kann ich sozusagen spielerisch erleben, wie passiert eigentlich so eine Blitzradikalisierung im Netz? Wir hören das ja immer häufiger, dass Leute gar nicht vorher aufgefallen sind, aber auf einmal binnen Wochen oder Monaten durchdrehen und mit dem Messer andere Menschen töten. Und das zu lernen, aber spielerisch. Oder wir haben gesagt, wir wollen gerne einen Content Creator einbeziehen.
03:44:35 in die Bekämpfung von Desinformation, von Extremismus und haben ein Projekt gestartet, das heißt Fake of NRW, wo wir sozusagen mit Content Creators zusammen überlegen, was kann man tun, um Desinformation, die halt auch im Netz leicht Wege findet, zu bekämpfen. Also genau diesen Take zu nehmen und zu sagen, hier ist Gaming Teil der Lösung und nicht nur Teil des Problems. Was kam da raus bei den beiden Sachen? Entschuldigung, bloß erst. Ja, momentan haben wir eigentlich ganz gute Resonanz darauf. Das Spiel, wer Spieler, kommt im Februar.
03:45:04 Ganz raus, ich habe jetzt selber auf der Gamescom nur sozusagen den Piloten da gespielt, aber bis zum Ende 26 ist es on und wenn wir gucken, was wir mit Leons Identität, das war das gleiche Spiel sozusagen gegen Rechtsextremismus, da haben wir jetzt weit im sechsstelligen Bereich sozusagen Downloads gehabt. Das kann man sagen, ist ja alles irgendwie cute, ja, aber es ist besser, als irgendwie zu sagen, wir bieten in der Volkshochschule ein Seminar gegen Rechtsextremismus an. Und das ist das, was ich meine.
03:45:31 Und da lernen wir natürlich wahnsinnig viel auch aus dem direkten Austausch mit der Community. Aber für mich ist das ein...
03:45:38 Nicht konträr, aber es steht nicht unbedingt im Einklang mit der Studie, oder? Also wir benutzen hier jetzt wieder Gaming um ein Extremismusproblem unserer Gesellschaft, nicht in den Gaming-Communities, sondern wir haben ein Extremismusproblem in unserer Gesellschaft und das behandeln wir mit Serious Games wie dem Game, was du gerade beschrieben hast. Super sinnvoll, super geil, Serious Games, geiler Bereich. Wir reden aber explizit von Gaming-Communities und der Einstieg, den du gehört hast, war, dass mehrheitlich Gamer aus dieser Studie...
03:46:07 zum einen gebildet sind, Zocker sind und demokratiefördernd beziehungsweise demokratieliebend sind. Das heißt, alles, was du gerade beschrieben hast, ist eigentlich wieder so ein Ansatz von wir educaten Gamer mit diesem Spiel und nicht dieses wir sehen die Community als Chance, gesellschaftspolitischen Wandel voranzutreiben. Dann haben wir uns aber falsch verstanden. Dann musst du es mir nochmal erklären. Weil wir entwickeln ja nicht irgendwie was im Labor.
03:46:33 Und dann setzen wir es in, pflanzen wir es in die Game-Welt ein, sondern wir machen das ja mit Paint Bucket zum Beispiel hier aus Berlin, dieses Spiel, also mit Profis, die auch sich auskennen, um eben in dem Austausch zwischen, alleine dass da Verfassungsschutz, Medienpolitik aus der Staatskanzlei und ein solches Studio zusammenarbeiten und dieses Game entwickeln, ist natürlich schon ein sozusagen darauf einlassen und ich muss schon sozusagen einfach sehen,
03:46:59 Die Gefahr von Desinformation, die Gefahr von Blitzradikalisierung ist im Netz größer. Und insofern dann da auch hinzugehen und natürlich auch durch den Austausch offener zu werden dafür, was sind die richtigen Wege. Was du ansprichst mit dem Engagement, habe ich ja gerade eben gesagt. Also ich sehe es auch so, diese positive Haltung sehe ich auch bei dem Austausch, den ich habe mit der Gaming-Community. Und ich würde mir wünschen, dass daraus noch mehr
03:47:28 dass Engagement wird nicht nur im Netz, sondern natürlich auch in den Institutionen, die am Ende irgendwie in diesem Land dann auch, wir leben in einer repräsentativen Demokratie, Entscheidungen treffen. Also in Parteien, die noch wahnsinnig viel lernen müssen auf dem Weg dahin, auch im Umgang damit. Und dass sozusagen diese Wege zu ebnen, da nehmen wir die Studie schon als Anlass für.
03:47:50 dafür sozusagen Breschen zu schlagen. Am Ende. Genau, das ist das Elementare. Das, was mir fehlt, und das ist schön, dass du es ergänzt, weil genau das hätte mir jetzt gefehlt. So dieses, wir sehen, dass so viele gesellschaftspolitisch sind, dass so viel Engagement schon besteht. Der Chat hat hier eine 7 gedroppt mit, wir waren auf Demos und darunter zähle ich auch, ich engagiere mich in Parteien und so. Das haben wir gar nicht abgefragt. Kann sein, dass viele schon in Parteien tatsächlich sind und sich engagieren. Soll ich darunter darauf ausziehen, was mir gefehlt hat und was du jetzt gerade Gott sei Dank so ein bisschen ergänzt hast.
03:48:20 Bleib bei mir, bleib nicht beim Chat. Der Chat lenkt übel ab, ich weiß das. Das, was mir gefehlt hätte, wäre nämlich dieses, wo bietet denn die Politik Ansätze, wo man sich engagieren kann? Hast du ein Beispiel für mich, wo Leute, die jetzt gerade zuhören, sich engagieren können und tatsächlich diesen Weg in die Politik suchen, auch vielleicht über den Gaming-Bereich? Also gibt es irgendwo eine Schnittstelle, wenn du sagst, wir reden mit Communities?
03:48:47 Wo, wie passiert das? Wo kann man sich engagieren, wenn man aus dem Gaming heraus sich tatsächlich gesellschaftswirksam engagieren möchte? Also zum einen muss das ja nicht über Parteien nur sein. Die sind natürlich Institutionen, die für die Meinungsbildung nach unserer Verfassung vorgesehen sind. Deswegen würde ich auch immer empfehlen, auch das für sich persönlich in Erwägung zu ziehen, solange es eine demokratische Partei ist.
03:49:09 Aber es gibt natürlich auch NGOs, in denen man das machen kann, die ja vielfach auch sozusagen online aktiv sind. Also sozusagen diese verschiedenen Wege, wo ich am Ende aber schon darauf ziele, ganz konkret Politik on the ground mitzugestalten, sei es auf der kommunalen Ebene, Land, Bund oder auch Europa. Und da sozusagen neue Resonanzräume zu schaffen. Ich gebe ein Beispiel. Ich war kürzlich zum Thema Social Media Regulation oder Regulierung.
03:49:37 Da war ich in einem Webinar mit, glaube ich, 3000 Leuten aus ganz Europa. Und das ist natürlich schon eine andere Form von sich dem Aussetzen und darüber diskutieren, als zu sagen, ich rede mit meinen 20 Buddies, mit denen ich sozusagen die Papiere schreibe und anschließend ins Europaparlament einbringe, um meine Meinung da durchzusetzen oder von dem ich glaube, dass es richtig ist. Also solche Chancen auch zu nutzen, das fände ich gut. Und was die Schnittstellen angeht,
03:50:06 Ich habe ja gerade eben gesagt, ich glaube, die Parteien bieten das eher punktuell an, wie ich finde, leider viel zu häufig immer erst zum Wahlkampf hin. Und das ist ehrlicherweise dann unglaubwürdig. Und da ziehe ich auch meine eigene dazu. Wir müssen aktiver darin werden, diesen Raum von Austausch, Dialog, Diskurs viel ernster zu nehmen. Auch nicht nur auf den Effekt hin, sondern wirklich mal nur um des Austausches willen. Und insofern kann ich jetzt keine konkreten Schnittstellen benennen, aber ich glaube auch, dass die Parteien sich dahin entwickeln, wenn ich sehe,
03:50:35 wie sozusagen der Arbeitsaufwand in den Parteizentralen sich verschiebt ins Digitale, auch bei Wahlkämpfen, dann ist das schon eine Entwicklung im Gange, aber vielleicht kann man auch dafür Ideen launchen. Ich meine, am besten wäre, oder am glaubwürdigsten, glaube ich, wäre häufig auch, wenn die Community sagt, hey, wir machen jetzt der Partei X ein Angebot und sagen, wir wollen hier, wir sind so minded, wir wollen gern sozusagen jetzt mal hier ...
03:50:59 das aufmachen. Dann würde ich gerne so ein Angebot machen und würde fragen, okay, wie werden jetzt zum Beispiel konkrete Schritte, wenn jetzt von vielen verlangt werden würde, okay, wir haben jetzt ein Computerspiel meinetwegen, da kommt es online zu verbalen Austausch, sehr, sehr negativer Natur, Antisemitismus, Rassismus und so weiter. Da haben quasi Spiele manchmal ihre eigenen Systeme, weil du ja über Regulierung geredet hast. Wie würde die Politik oder würde die Politik eingreifen, wenn viele Leute sagen, okay, auch Gaming,
03:51:29 Und der soziale Austausch im Spiel muss in irgendeiner Form reguliert werden. Wie würde das Ganze umgesetzt werden und wäre das zum Beispiel überhaupt möglich?
03:51:38 Also für mich gilt erstmal eine Grundregel, was offline illegal ist, das muss auch online illegal sein. Das ist leichter gesagt als getan, wenn wir ehrlich sind. Es geht ja darum, um eine konkrete Möglichkeit, weil es macht irgendwie keinen Spaß, sich politisch einzubringen, wenn am Ende nichts umgesetzt wird. Und wie würde es jetzt umsetzen, also geht das, dass man sagen kann, wir nehmen jetzt ein Computerspiel und da drin, sobald sich jemand rassistisch äußert, passiert irgendwas.
03:52:04 Kann ich euch sagen, wir haben bei uns in der Landesmedienanstalt, die ist in Düsseldorf, haben wir ein KI-Tool entwickelt, um sozusagen Plattformen, aber auch andere digitale Austauschräume, wenn man so will, zu scratchen und daraufhin zu gucken, gibt es dort Verstöße gegen geltendes Recht, also alles, was nach Strafrecht verboten ist, Antisemitismus etc., Gewaltdrohungen, Morddrohungen etc.
03:52:32 Das kann ich nicht händisch zu Fuß mit meinen Leuten durchsuchen. Das schaffe ich nicht. Also haben wir ein KI-Tool entwickelt. Das haben alle 15 anderen Länder übernommen. Das hat Belgien übernommen. Niederlande ist interessiert. Also wir sehen, dass wir da was geschafft haben. Und was passiert dann? Dann werden diese Dinge durchsucht. Dinge, die sozusagen... Was wird durchsucht? Ja, also zum Beispiel die Plattformen, die Timelines etc. Wir reden nicht von Social Media, wir reden von Gaming.
03:52:58 Schon klar, aber ich kann ja, ich überlege gerade, was man sozusagen zusätzlich entwickeln kann. Ich könnte natürlich auch sagen, liebe, damit es ja auch nicht direkt Politik ist, liebe Landesmedienanstalt, Nordrhein-Westfalen, wir sind die Community X, wir würden gerne sozusagen diesen Teil, bei diesem Spiel den Austausch mitmachen selber, den sauber zu halten, in Anführungszeichen. Da wäre ich ziemlich sicher, rennt man dort offene Türen ein, weil wir den direkten Draht haben auch zu Strafbehörden, weil man muss am Ende eins sagen.
Aufruf zur politischen Teilhabe und Zukunftsperspektiven
03:53:2003:53:26 Wenn wir unser eigenes Recht ernst nehmen, was wir uns als Demokratie entwickelt haben, dann muss es auch durchgesetzt werden. Und dann muss es auch vollzogen werden. Und dann müssen diejenigen, die dort Schmutz und Dreck verbreiten, auch merken, irgendwann klingelt einer und sagt, wir wissen, wer du bist. Das heißt, es würde gehen. Das geht. Deswegen habe ich das Beispiel gerade erzählt. So machen wir es bei den Social Media Plattformen. Das könnte ich natürlich in dem Moment, wo die Fälle detektiert werden und nachgewiesen werden, kann ich das genauso machen. Unsere Sicherheitsbehörden sind mittlerweile gar nicht so schlecht da drin.
03:53:53 auch nachzuvervollziehen, wer steckt hinter welchem Account. Und das heißt, da kann ich natürlich jetzt nicht aufrufen, zu irgendwie einem Blockwart denken, aber wenn eine Community sagt, wir möchten unseren Raum sauber halten und es gibt klare Regeln, was in Deutschland verboten ist und was nicht, und wir wollen gern, dass hier Recht und Gesetz gelten, dann gilt das natürlich. So wie ich andere Dinge auch. Ich kann auch zur Anzeige bringen, wenn einer auf der Straße antisemitisch jemand anders beleidigt. Also kann ich das auch im Netz. Und ich finde, wir müssen...
03:54:20 dann kann ich dieses positive Engagement zur Demokratie, zu den Werten, die unsere Republik ausmachen, ganz konkret umsetzen. Das ist ein schönes Beispiel von Communities machen und regeln. Und ich glaube, das ist schon immer ein schöner Appell an euch da draußen, euch da zu engagieren und dieses Engagement in euren eigenen...
03:54:38 Gaming-Räume umzusetzen. Was mir nach wie vor ein bisschen fehlt, ist genau der andere Ansatz, zu sagen, wir nutzen das jetzt. Aber das ist vielleicht ein perfekter Talk, um das heute einmal zu setzen und zu sagen, nutzt das auch von der Politikseite und sucht vielleicht auch den Weg in die Communities. Das vielleicht über Discord, das vielleicht auch über Twitch. CDU war ja schon mal auf Twitch. Das kann auch ein Austausch sein. Da muss man nicht regelmäßig auf Twitch sein. Das kann ein einmaliger Talk sein, um wirklich mit der Community in Austausch zu gehen. Das vielleicht auch mal gesetzt.
03:55:05 Ich würde an der Stelle vielleicht nochmal die Community ein bisschen mit einbeziehen, weil ich sehe ultra viel im Chat. Vielleicht hast du noch was, wo wir sie nochmal aktivieren können. Ja, also ich würde, eine Sekunde, quasi noch eine Sache wissen wollen. Und zwar, also wäre jetzt auch wieder plus minus, das ist für uns dann optisch auf jeden Fall am leichtesten.
03:55:26 Denkst du, dass Games Menschen helfen können, demokratische Werte zu erleben? Das bedeutet, wo kriegt man quasi, oder hat man dieser Begriff der Brokenness? Der fällt ja immer im Gaming-Bereich sehr, sehr negativ, wenn ein Spiel plötzlich einen weiblichen Hauptcharakter hat, statt einen männlichen Spiel im Alter. Ja, leider. Genau. Ah, da merkt man schon. Okay, das ist auf jeden Fall da. Weil das ist halt auch so ein Faktor, den ich halt persönlich...
03:55:53 sehr, sehr angenehm finde, wenn in irgendeiner Form Veränderung quasi stattfindet. Aber das...
03:55:59 ja, das aktiv erleben zu lassen oder das zu verstehen, geht ja auch auf politischer Seite nur, wenn man es halt wirklich auch zonkt und erlebt und spielt. Also diese Veränderung im Gaming-Bereich ist eigentlich positiv, meiner Ansicht nach. Also es wird im positiven Voker, was cool ist. Aber ja, dein Einblick ist einfach nicht da. Das würde ich ehrlicherweise so nicht stehen lassen. Da würde ich euch auch sehr empfehlen, nicht zu verlangen,
03:56:23 dass nur Politiker sich für Gaming einsetzen können oder für den Austausch, die selber jeden Tag mehrere Stunden da verbringen. Wenn wir mit der Logik vorgehen, dann müsste ich alleine mit Blick auf meine Zuständigkeiten, müsste mein Tag 100 Stunden haben, um all das zu machen. Das stimmt, deswegen hoffe ich, dass man das sicherlich einstellt. Deswegen ist immer die Frage, wie organisiere ich Politik? Habe ich ein Team, das mir die Impulse gibt? Habe ich bestimmte Leute in meiner Umgebung, die mir sozusagen diese Impulse geben? Suche ich selber den Austausch?
03:56:51 Aber ich würde euch empfehlen, an der Stelle, ich finde nichts peinlicher und unglaubwürdiger, als wenn dann zu Gamescom regelmäßig, früher zur Generalsekretärsrunde, auf einmal Politiker in Sneakers auftauchen, tun, sie seien die dicksten Zocker und Gamer der Welt, weil sie sich abends immer noch stundenlang da nochmal runterkommen. Das ist doch einfach unglaubwürdig, sorry to say. Aber deswegen, ich glaube, dann darf sich da als Gaming-Community auch an der Stelle nicht selber sozusagen abschneiden.
03:57:18 sondern solange wir über die Themen reden können, solange wir sozusagen die Themen aufgreifen, die Offenheit mitbringen, ist, glaube ich, der Sache und am Ende auch dem Gaming mehr geholfen, als wenn man sagt, du musst einer von uns sein, sonst gibt es keinen Kontakt.
03:57:33 Das ist schwierig. Da darf sich die Gaming-Community ehrlicherweise auch nicht selber abschließen. Ich möchte da tatsächlich für die Gaming-Community einmal in die Presse springen, weil ich glaube, das verlangt auch niemand. Es war schon sehr cringe, um ehrlich zu sein, zockende Politiker auf unserer Plattform zu sehen. Das ist auch, glaube ich, ein bisschen nach hinten losgegangen, um ganz ehrlich zu sein. Aber ich glaube, was wir schon verlangen können, ist, dass ihr wisst, wo wir stattfinden. Also, was ich wenigstens möchte, also ...
03:57:58 Wir rechnen es, du hast es vorher und auch hier schon gehört, ist es geil, dass du hier bist und dass wir diesen Austausch überhaupt haben. Ich glaube, sowas brauchen wir viel mehr. Ich glaube, das hier kann so ein Anfang sein oder ein Fortführen. Was ich schon super gerne setzen würde und mitgeben würde, ist, dass auf Twitch ...
03:58:14 Gaming stattfindet und Communities stattfinden und dass hier sehr viele Menschen, die politisch interessiert zusammenkommen, nutzt das. Twitch ist ein Potenzial, mit diesen Menschen in Kontakt zu kommen und kann für euch ein Potenzial sein, weiterzuentwickeln, nicht nur gute Arbeit für die Gaming-Industrie zu leisten, sondern euch auch selbst weiterzuentwickeln und Discord wirklich
03:58:35 einfach, da findet Gaming statt, da finden Community statt, da finden Menschen statt und da findet auch Demokratiebildung statt. Und du hast vorhin schon so schön gesagt, das ist ein Spiegel der Gesellschaft, der bildet sich genau dort ab. Das heißt, ich würde schon gerne wenigstens so den Go-To mitgeben, geht in diese Räume rein. Also ich weiß, dass Zeit begrenzt ist, aber wenn ihr irgendwo einen Ansatz haben wollt, dann da, das ist schnell, das ist direkt und das kann eine Chance sein, eure Arbeit auch weiterzuentwickeln, wofür du auch stehst und was du auch machst.
03:59:03 bin ich total offen für und deswegen habe ich es auch gerade eben gesagt, nehme ich das gerne mit und deswegen soll das ja auch keine Eintagsliege sein. Traumhaft.
03:59:13 Ich bin immer so ein großer Freund, wenn ich so konkrete Sachen höre. Was willst du an konkreten Sachen haben? Ich fand das jetzt schon interessant, wie man quasi vorgehen könnte, um tatsächlich eine Gesetzesänderung vorzunehmen und wie lange das dauert. Weil es macht keinen Spaß, sich quasi zu engagieren und sechs, sieben, acht Jahre passiert. Also die Studie hat ja auch gezeigt, dass Vertrauen zum Beispiel in Politik, also das ist zwar die schlechteste Zahl, die ich in meinem Leben je gesehen habe. Und das ist ja eigentlich der absolute Nierenschlag.
03:59:40 Für dich jetzt in dem Moment. Das ist so. Demokratie ist auch anstrengend. Und deswegen sage ich auch, ich muss natürlich auch damit klarkommen, dass da auch andere Meinungen dann sind. Und ich muss erst mal zu einer Mehrheit kommen. Und das ist ein sehr mühsames Geschäft. Gerade wenn das Thema sehr direkt ist. Also zum Beispiel zum Thema Social Media. Pauschalverbot. Da gibt es jetzt ja momentan ganz viele, die auf einmal entdecken, Social Media ist für unsere jungen Menschen wichtig. Wo ich mich frage, wo waren die die letzten 20 Jahre? Und sagen jetzt...
04:00:09 wir lösen das Problem mal damit, dass wir es einfach mal bis 16 verbieten. Und sorry to say, aber das ist mir ein bisschen unterkomplex, weil das weder rechtlich durchsetzbar ist, noch ist das technisch wirklich umsetzbar, noch ist das politisch vermittelbar. Denn wir haben es mit einer Generation zu tun, die halt damit aufgewachsen ist. Und dann kann ich nicht als sozusagen Boomer in der Politik sagen, das kann doch nicht so wichtig sein. Also lösen wir das Problem mal mit einem Verbot.
04:00:37 Darüber müssen wir diskutieren. Und das mache ich, aber ich merke natürlich auch, du kommst ganz schnell sozusagen in die Gefahr, dass dann heißt, ah, der nimmt die Gefahren nicht ernst genug. Und da sage ich, wir müssen uns die Kraft der Differenzierung behalten, wirklich aufs Argument zu hören und wirklich drauf zu gucken, ist das durchsetzbar. Alles andere ist für mich da eher Populismus. Und deswegen sage ich nur, das ist für mich so eine Beispieldebatte. Das ist mühsam, dafür dann Mehrheiten zu entwickeln, ganz konkrete Vorschläge, wie formuliere ich es am Ende im Recht.
04:01:05 Aber es lohnt sich, weil am Ende lebt unsere Demokratie davon, dass wir uns diese Regeln zusammen entwickeln. Und deswegen hoffe ich eben so sehr, dass auch viele, die noch mehr zocken als ich, sich in diese Debatten auch einbringen.
04:01:17 Ich glaube, das ist schon ein wunderschöner Abschluss, um ehrlich zu sein. Ich glaube, wir haben hier alles, was wir tun können, sind Impulse setzen. Wir haben hier nicht den Anspruch, irgendwelche Probleme im Großen zu lösen. Ich glaube, die Bertelsmann Stiftung hat einen Ansatz gemacht von, hier habt ihr was, das ist die Grundlage, das sind unsere, die Menschen, die sich selbst als Gamer bezeichnen. Schaut in diese Studie rein, die ist ultra spannend, auch im Kleinteiligen, da haben wir vielleicht auch an euch Zuschauer. Ihr findet diese Studie, es sind über 50 Seiten, aber ultra spannend. Das ist über euch und das ist
04:01:46 deine Arbeit. Das heißt, du hast sie auch komplett durchgeackert. Ich habe das gemerkt. Das ist super spannend, was da auch für kleinteilige Sachen drin sind, auf die wir gar nicht eingegangen sind. Schaut euch die an, geht die durch und ich glaube, für den Rest haben wir
04:01:59 schöne Impulse gesetzt heute und wenn das mitgenommen wird und wenn diese Ansätze umgesetzt werden und einmal der Ansatz ist, die Community bringt sich selbst ein, ihr seid politisch, das hat diese Studie gezeigt, nutzt das, ihr gestaltet unsere Gesellschaft, ihr gestaltet unsere Demokratie und andererseits müsst ihr diese Impulse aufnehmen und irgendwo umsetzen. In Social Media, wir kommen auch über Gaming immer auf diese Social Media Schiene, weil das schon viel mehr in den Diskussionen drin ist. Wir haben eine Europakommission, die da schon viel, viel hinterher ist.
04:02:28 glaube ich auch einfach setzen wollten ist, wir brauchen vielleicht auch eine Regulierung vom Gaming-Bereich, in welcher Form auch immer. Das heißt, da muss auch Firmen zugegangen werden. Das sind ganz andere Ansätze nochmal als diese riesige Bereich Social Media. Und was ich mir wünschen würde, was mitgenommen wird und den Eindruck habe ich aber auch, ist, dass
04:02:46 Gaming wirklich die Gesellschaft mitbildet und das von der Politik auch andersrum erkannt wird. Und nicht so, man hat immer das Gefühl, wir sind so ein bisschen außen vor. Twitch ist außen vor, Discord ist außen vor. Wir sind so eine, wir waren eigentlich vor dieser Studie so eine undifferenzierte ...
04:03:03 Masse, die mal in den Topf geworfen wurde mit Sexisten, mal mit Antisemiten, mal sind wir ganz schlimm, mal sind wir übel süß und zocken nur. Und in der öffentlichen Darstellung sind wir eigentlich alles Amokläufer. Deswegen räumt die Studie in der Tat mit ganz vielen dieser Vorurteile auf. Ja, exakt. Also entstigmatisieren und wenn du das mitnimmst in deinen Arbeitsbereich, sind wir, glaube ich, sehr, sehr dankbar.
04:03:27 und das vorantreibst und vielleicht sehen wir uns in einem Jahr wieder und gucken, was in dem Jahr ist, nicht lang, wir wissen das, aber vielleicht gab es da schon Ansätze oder vielleicht sind auf euch auch Leute aus der Community zugekommen, die was bewegen wollen. Kannst du schon mal deinen Urlaubskalender uns schicken. Ja, kannst im nächsten Urlaub, im nächsten Sommerurlaub sehen wir uns dann wieder. Sehr schön. Ich danke dir, Nathanael. Vielen, vielen Dank, dass du hier warst. Danke, Maxim, fürs Mitmoderieren. Danke fürs Einladen. Immer wieder. Ich finde das super cool, aber ich würde gerne länger.
04:03:56 Also ich hätte gerne mehr geredet. Ja, nächstes Mal drei Stunden. Ihr wundervollen Menschen, danke fürs Zuschauen. Ich möchte es wirklich nochmal setzen. Diese Studie ist unendlich spannend. Geht auf die Bertelsmann Stiftung zu. Ihr kriegt da ein PDF. Ihr könnt einfach Ausrufezeichen Studie beziehungsweise Ausrufezeichen BTS. Da kommt ihr direkt auf die Seite. Schaut ihr euch an. Gestaltet mit. Und ich bedanke mich an einen großen Dankgebühr der Bertelsmann Stiftung, dass ihr uns auf dem Schirm habt als Gaming Community. Diese Diskussionsräume eröffnet. Diese politische
04:04:25 Ebene herstellt und diese Connection herstellt und ich hoffe, wir sehen uns zu einem ähnlichen oder demselben Thema nochmal in einem Jahr und schauen sich, was sich getan hat. Danke euch, macht's gut. Ciao.