Der Olympiasieger im Skispringen, Philipp Raimund, wurde über seine Karriere, seinen Olympia-Sieg und seine Leidenschaft für Videospiele interviewt. Er schilderte, wie er Höhenangst meistert und Gaming als mentales Training nutzt. Auch sein Traum, ein eigenes Skisprung-Spiel zu entwickeln, kam zur Sprache. Ein Höhepunkt war der Versuch, ein Skisprung-Spiel zu meistern, was für den Profi surprisingly schwierig war.

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Begrüßung und Vorstellung des Gastes Philipp Raimund

00:16:38

Der GameStar Talk begrüßt den Olympiasieger Philipp Raimund im Studio. Raimund, studierter Game Designer und passionierter Anime-Fan, ist der Ehrengast des Streams. Er wird als fünfter Deutscher überhaupt Olympiasieger im Skispringen auf der Normalschanze und ist sichtlich erfreut über die Einladung, über seine Liebe zu Gaming und Sport sprechen zu dürfen. Neben dem Streamer sind Heiko und Felix im Studio, die ebenfalls große Olympia-Fans sind.

Just Chatting
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Empfindungen nach dem ersten Olympiasieg

00:19:32

Die Gespräche konzentrieren sich auf Raimunds Olympiasieg. Obwohl er in der Saison fünf Podestplätze erreichte, konnte er zuvor keinen großen Wettkampf gewinnen. Er schildert, wie der immense Druck und die große Bühne von Olympia ihm halfen, sich vollkommen zu fokussieren und den Sieg zu erringen. Er beschreibt den Zustand vor dem finalen Sprung als extrem ruhig und konzentriert, was er so noch nie erlebt hatte. Das Gefühl nach dem Sprung beschreibt er als surreal, wobei er das Ergebnis abwartend am Ende der Schanze stand und die Gewissheit noch nicht hatte.

Präsentation und Gewicht der Olympiamedaille

00:24:34

Der Höhepunkt des Streams ist die Präsentation der Olympiamedaille. Raimund zeigt die Goldmedaille, die aus 500 Gramm Silber und 6 Gramm Gold besteht und 506 Gramm wiegt. Die Hosts zeigen sich beeindruckt vom Gewicht und dem Design. Die Medaille wird als historische Leistung gewertet, da es eine Einzelmedaille ist, die für Raimund eine höhere Bedeutung hat als eine Teammedaille, da er allein für seine Leistung verantwortlich war.

Umgang mit Höhenangst im Skispringen

00:26:27

Eine faszinierende Enthüllung ist Raimunds Höhenangst, die er trotz seiner Sportart hat. Er erklärt, dass diese Angst weniger bei normalen Schanzen, sondern im Skifliegen auftritt, wo er in eine Höhe von 50 bis 60 Metern blickt. Raimund beschreibt, wie er seine Angst durch mentale Einstellung und gesteigertes Selbstvertrauen durch gute Sprünge immer mehr in den Griff bekommen hat. Er vergleicht seine Ängste mit Dingen wie Spinnen oder kläffenden Hunden und stellt fest, dass Ängste bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt sind.

Zukunftsziele und der 'olympische Loch'

00:35:26

Nach dem größten Erfolg seiner Karriere stellt sich Raimund die Frage nach seinen weiteren Zielen. Er spricht von dem 'olympischen Loch', einem Gefühl der Leere nach dem Höhepunkt. Die restliche Saison im Gesamtweltcup sieht er als schwierig an, wieder die nötige Energie zu finden. Er plant, nach der Saison eine Auszeit zu nehmen und seine Ziele für die nächste Saison neu zu definieren, um motiviert weiterzuarbeiten. Der Fokus liegt dabei auf kleinen Verbesserungen in der Technik.

Skispringen als komplexer und nuancenreicher Sport

00:37:18

Raimund erläutert, warum die Spitze im Skispringen so eine hohe Fluktuation aufweist. Er identifiziert den Sport als extrem komplexen Nuancen-Sport, bei dem unzählige kleine Faktoren wie der Körperschwerpunkt, die Ski-Einlauftechnik und Materialänderungen eine maximale Auswirkung haben können. Eine Kettenreaktion kann bewirken, dass man trotz gleichem Gefühl schlechter springt. Er bezeichnet Skispringen daher auch als 'ziemlichen Denksport', bei dem viel Kopfarbeit notwendig ist.

Gaming als mentale Hilfe und Entspannung

00:38:10

Gaming spielt für Raimund eine wichtige Rolle als mentale Abwechslung und Konzentrationstraining. Er nutzt es, um komplett vom Skispringen abzuschalten und den Kopf freizubekommen. Spiele wie TFT oder League of Legends helfen ihm, seinen Fokus zu trainieren. Er stellt fest, dass Gaming unter Sportlern immer noch verbreitet ist, oft zum Abschalten genutzt wird und insbesondere bei der jüngeren Generation als völlig normal angesehen wird. Die Popularität von Gaming in der Gesellschaft sehe er als vollständig etabliert an.

Leidenschaft und unvollendetes Game-Design-Studium

00:49:26

Raimunds ursprünglicher Plan war ein Game-Design-Studium, das er jedoch abbrach. Er gibt an, eher ein praktischer Typ zu sein und sich mit Theorien aus Büchern schwer zu tun. Er fand es nicht sinnvoll, ohne praktische Beispiele weiterzumachen. Aktuell ist er Sportsoldat bei der Bundeswehr und plant, nach seiner sportlichen Karriere sein Studium fortzusetzen, um seine Zukunft nach dem Sport zu planen. Sein Traum, ein Spiel zu designen, wäre ein Skisprungspiel, das realistische Physik und Umwelteinflüsse wie Wind und Schnee simulieren würde.

Sportler in der Games-Branche

00:55:47

Der Athlet äußert seine Neugier auf die Zusammenarbeit zwischen Sport und Videospielindustrie. Er ist sich bewusst, dass Sportler nicht nur für Spiele werben, sondern auch als Investoren in Studios auftreten, wie am Beispiel von Sergio Ramos und Fernando Alonso deutlich wird. Dies motiviert ihn, selbst über den Einstieg in die Spieleentwicklung nachzudenken und sieht darin ein spannendes Experiment.

Skisprung-Simulation und VR-Potenzial

00:57:23

Der Gast spekuliert über die Machbarkeit eines realistischen Skisprung-Simulators und identifiziert die Darstellung von Wind, Thermik und Körpergefühl als größte Herausforderung. Er ist der festen Überzeugung, dass diese Komplexität nur mit Virtual Reality (VR) annähernd realistisch abgebildet werden könnte. Er schlägt hierfür spezielle Hardware wie Seilzüge oder den Einsatz von Windkanälen vor, um ein authentisches Trainingserlebnis zu schaffen.

Gaming-Geschmack und Dream-Game

00:59:30

Auf die Frage nach einem Traumspiel, das nichts mit Skispringen zu tun hat, entwirft der Gast ein Pirates of the Caribbean-inspiriertes Spiel, das Koop-Gameplay, Schiffbau und Basebuilding mit modernen Kampfsystemen kombiniert. Als absolutes Lieblingsspiel aller Zeiten nennt er jedoch Minecraft, da es ihm grenzenlose Möglichkeiten zum Bauen und Entdecken bietet. Er schätzt insbesondere die zeitlose Natur des Spiels und die Möglichkeit, jederzeit wieder darin einzusteigen.

Gaming-Setup und Olympia-Alltag

01:01:56

Der Streamer präsentiert sein umfangreiches Gaming-Setup, das aus drei Monitoren besteht und einen leistungsstarken PC mit AMD-Grafikkarte umfasst. Er erklärt, dass die Hardware durch sportliche Erfolge finanziert wurde. Auch während der Olympischen Spiele war Gaming für ihn wichtig, wobei er improvisierte, da er keinen Fernseher im Zimmer hatte und stattdessen einen trag Beamer nutzte, um mit seinem Zimmerkollegen Mario Kart zu spielen.

Vergangene Spiele und vermisste MMOs

01:07:33

Der Gast spricht nostalgisch über das MMO 'Lego Universe', das einst sein absolutes Lieblingsspiel war und heute leider nicht mehr spielbar ist. Er betont einzigartige Features wie die Möglichkeit, eigene Karten zu bauen und ein einfaches, co-op-taugliches Gameplay. Er würde das Spiel sofort wieder spielen und bezeichnet es als das Spiel, das am meisten auf seine Rückkehr wartet, selbst vor dem von ihm favorisierten Skisprung-Simulator.

Hardware-Update und persönliche Einrichtung

01:10:56

Nach seinem ersten Podest im Sport hat der Gast sein Gaming-Setup deutlich erweitert, indem er ein komplettes System mit 4K-Monitoren und einem leistungsstarken PC aufbaute. Er erwähnt, dass er sich bei der Einrichtung seiner Wohnräume seiner Freundin anvertraut, da er deren Geschmack schätzt. Seine Gaming-Wurzeln liegen bei einer PS2 und Lego-Spielen, während er heute primär auf seinem High-End-PC spielt und eine Switch für unterwegs nutzt.

E-Sport-Engagement und Starstruck-Momente

01:20:42

Der Athlet beschreibt sein erstes Aufeinandertreffen mit einem professionellen FIFA-Spieler als unterhaltsam, aber lehrreich, da er sofort unterlag. Sein Hauptaugenmerk liegt jedoch auf League of Legends, wo er ein Fan des Teams NNO ist. Er schildert seine Erlebnisse beim LEC-Finale in München, wo er dem Spieler eine Nachricht übermittelte und eine positive Reaktion bekam, was ihm die Gemütslage von Profis bei Fan-Interaktionen veranschaulichte.

Olympia-Kontakte und Verbesserungsideen

01:23:45

Der Gast spricht davon, bei Olympia keine prominenten Sportler getroffen zu haben, da die Athleten aufgrund der entzerrten Veranstaltungsorte getrennt voneinander lebten. Er merkt an, dass es in seinem Sport, den nordischen Disziplinen, üblich ist, bei Meisterschaften Athleten aus verschiedenen Sportarten zu treffen, was bei den aktuellen Olympischen Spielen nicht der Fall war. Er diskutiert mögliche Lösungen wie die bessere Integration verschiedener Disziplinen, z.B. durch gemeinsame Veranstaltungsorte, sieht aber auch logistische Hürden.

Spielepräferenzen und Lifestyle

01:35:45

Der Gesprächspartner gibt an, zurzeit hauptsächlich Mayhem, andere Fun-Modi wie URF und TFT zu spielen, da diese Modi entspannter seien und ihn weniger unter Druck setzten, insbesondere im Vergleich zu League of Legends. Er hebt hervor, dass er viel Wert auf das Zusammenspielen mit Freunden legt, was aus seiner Erfahrung als Einzelsportler im Skispringen resultiert. Diese Vorliebe für Koop-Spiele spiegelt sich auch in Titeln wie Ark Raiders wider. Des Weiteren erwähnt er seine Vorliebe für Anime-Serien wie Haikyuu! und Sword Art Online.

Karrierewechsel vom Gaming zum Skispringen

01:38:38

Auf Nachfrage schildert er, wie es zu seinem Wechsel vom Gaming zum professionellen Skispringen kam. Er betont, dass der Profisport extrem zeitaufwendig sei und einen jahrelangen Verzicht auf viele Dinge erfordere. Dieser Weg habe bedeutet, dass er keine Zeit mehr für Gaming gehabt hätte. Er spekuliert, dass er ohne diesen Schritt vielleicht im Challenger-Rank von League of Legends gelandet wäre. Zudem erwähnt er seine früheren Ticks im Ranked-Spiel und ist froh, diese Phase überwunden zu haben.

Positive Auswirkungen des Gamings

01:39:55

Er sieht Gaming als wichtigen positiven Einfluss auf seine Entwicklung. Durch das Spielen von Minecraft auf Englisch habe er frühzeitig Vokabeln gelernt und seine Begeisterung für die Sprache gestärkt, was ihm heute bei Interviews und im Umgang mit Teamkollegen zugutekomme. Auch die Fähigkeit, mit der Kamera umzugehen und sich auf Interviews vorzubereiten, habe er durch Gaming erworben. Er führt zudem an, dass ihm durch Spiele wie Civilization Assassin's Creed historisches Wissen vermittelt wurde.

Strikt durchgetakteter Trainingsalltag

01:45:50

Der Streamer beleuchtet den extrem eng getakteten und stressigen Alltag eines Profi-Skispringers. Er schildert einen typischen Wochenplan: Donnerstag Anreise zum Wettkampf, Freitag Qualifikation, Samstag und Sonntag Wettkampf, gefolgt von Rückreise und neuem Training am Dienstag. Es bleibt kaum Freizeit, da die Zeit nach dem Wettkampf für Essen und Erholen oft knapp ist. selbst bei Olympia, wo mehr Pausen waren, blieb nur begrenzte Zeit für Zocken, meist am Vormittag vor dem ersten Termin.

Kritik an der Videospiel-Entwicklung

01:53:44

Auf eine Frage aus der Community äußert er sich zur Qualität moderner Videospiele. Er stellt fest, dass ihn in den letzten Jahren kaum noch ein Spiel für längere Zeit fesseln konnte. Er kritisiert die häufige Veröffentlichung von unvollständigen Spielen im Early Access-Zustand, die oft nicht ihr volles Potenzial entfalten. Im Gegensatz dazu lobt er Titel wie Baldur's Gate 3 für ihre hohe Qualität, Leidenschaft der Entwickler und die Fähigkeit kleinerer Teams, eine kreative Vision ohne kreative Kompromisse umzusetzen.

Gaming als entspannende Hobbys

02:00:32

Er wird gefragt, ob er nach dem Perfektionismus im Sport auch im Gaming nach Erfolgen wie Achievements jage oder Spiele programmiert. Er verneint beides vehement. Gaming für ihn sei reine Entspannung und ein Weg, vom Stress des Sports abzuschalten. Er spielt ein Spiel, solange es ihm Spaß mache und verlässt es, wenn es ihm langweilig wird. Achievement Hunter oder 100%-Durchspielungen lehnt er ab, da er darin keinen wirklichen Wert sieht und sich die Perfektionismus im Sport bereits komplett auslastet.

Test von Skisprung-Simulation

02:03:29

Der Höhepunkt des Streams ist der Versuch, das Skisprung-Spiel 'G-Jumping World Cup' im Couchmaster zu spielen. Trotz des hohen Status als Olympiasieger hat er Schwierigkeiten, die ungewohnte Steuerung mit Tastatur und Maus zu meistern. Die Technik bereitet Probleme, da Escape nicht funktioniert und die Maus unzuverlässig reagiert. Dies führt zu mehreren frustrierenden Sprüngen, bei denen er oft schon beim Absprung scheitert und nur Distanzen um 60 Meter erreicht, was deutlich unter seinen Fähigkeiten liegt.

Fazit und Ausblick

02:10:24

Trotz der technischen Probleme und den unbefriedigenden Spielresultaten bewertet der Streamer das Experiment positiv. Er erkennt die dargestellten Schanzen und die Grafik des Spiels an, auch wenn sie nicht seinen Erwartungen an ein modernes Simulationsspiel entspricht. Die Zeit im Stream wird als angenehm und entspannt beschrieben. Der Stream endet mit einem Dank an die Community, die Produktion und den Gastgeber, mit der Einladung für zukünftige Treffen, idealerweise mit funktionierender Technik.