Es wurde ein mutmaßliches Betrugssystem in der Influencer-Welt aufgedeckt. Laut Recherchen agieren Agenturen wie die Oasis Agency hinter dem Chat-Portal Fanblast. Es wird vorgeworfen, dass deren Angestellte sich als Influencerinnen ausgeben, um Fans um hohe Summen für private Inhalte zu prellen. Die vermeintlichen Beziehungen basierten auf professionell erstellten Storylines.
Begrüßung und Stream-Start
00:15:11Der Stream beginnt zur Mittagszeit am zweiten Weihnachtsfeiertag. Die Streamerin begrüßt ihre Zuschauer und wünscht einen schönen, gemütlichen Freitag. Sie erwähnt, dass der Stream etwas später starten musste als geplant und stellt eine Verwechslung bei den Feiertagen fest. Es werden zahlreiche Zuschaueramen genannt, die im Stream erscheinen. Die Streamerin erkundigt sich nach dem Befinden der Community und teilt mit, dass es gemütlich zugehen wird. Sie erklärt zudem, dass sie bereits alles für einen geplanten Event vorbereitet hat, da sie einen neuen PC hat.
Persönliche Erlebnisse und Ankündigungen
00:17:58Die Streamerin erzählt von einem chaotischen Vormittag. Sie hatte ihren Eltern versprochen, sie vom Hotel abzuholen, ist aber aus Versehen verschlafen und erst spät angekommen. Sie berichtet, dass ihre Eltern pünktlich mit der Deutsche Bahn heimgefahren sind, was sie erstaunt hat. Nach dem persönlichen Rückblick gibt sie einen Ausblick auf den weiteren Streamplan: Später am Tag steht ein Placement für AXA an und danach wird wieder in das Red Dead Roleplay eingestiegen.
Ausblick auf die Zukunft der Red Dead Community
00:21:22Die Streamerin gibt eine Einschätzung zur Zukunft ihrer Red Dead Community. Sie ist sich unsicher, ob es nach der Pause eine Rückkehr auf den Server geben wird, vermutet jedoch, dass die Community in den kommenden Wochen wieder auf einem anderen Server aktiv sein wird. Sie betont, dass die Pause nötig war und dass die Streams und die Storys auf dem Server absolut Highlights waren und viel Spaß bereitet haben. Die Pause soll der Community ermöglichen, Kraft zu tanken und einen gesünderen Schlafrhythmus zu finden.
Vorstellung des investigativen Videos
00:25:34Die Streamerin kündigt an, dass sie sich ein vielbeachtetes Video über mutmaßlichen Betrug in Influencer-Chats ansehen wird. Sie erklärt, dass sie sich seit rund einem Jahr mit diesem Thema beschäftigt hat und Whistleblower gesprochen hat. Es geht um eine Firma namens Digital Blast GmbH und deren Produkt Fanblast. Das Vorwurf ist, dass Influencer ihre privaten Handynummern verkaufen, in Wirklichkeit aber Agenturangestellte die Chats führen, um Fans systematisch zum Kauf von Inhalten zu manipulieren.
Aufdeckung des Geschäftsmodells
00:36:26Das Video enthüllt das Geschäftsmodell hinter Fanblast. Agenturen wie die Oasis Agency betreuten die Chats von Influencern, insbesondere von Only-Creatorinnen, rund um die Uhr. Die Angestellten agierten als Partner und bauten eine emotionale Bindung zu den Fans auf. Das Ziel war es, die Chats zu monetarisieren, indem sie Links zu vorproduzierten Bildern und Videos schickten, die die Fans für hohe Beträge freischalten mussten. Es gab auch vorgefertigte Storylines und Skripte, um die Fans zum Bezahlen zu bewegen.
Finanzdaten und Beweise
00:45:14Als Beweis für die Dimension des Geschäftsmodells werden im Video interne Daten von Fanblast angezeigt. Eine einzelne Influencerin soll innerhalb von 60 Tagen fast 100.000 Euro Umsatz gemacht haben. Eine weitere soll in nur 18 Tagen 41.000 Euro eingenommen haben. Nach internen Dokumenten soll die Agentur an einem einzigen Tag bis zu 50.000 Euro umgesetzt haben. Dies belegt, dass es sich um ein sehr profitables System handelt, das auf dem Verkauf einer Illusion und der Ausnutzung von Fans beruht.
Kritik an der Täter-Opfer-Umkehr
00:55:03Die Streamerin und der Videomacher reagieren auf mögliche Kritik an den Opfern. Sie betonen, dass es sich hier nicht um naive Männer handelt, die sich freiwillig betrügen lassen. Vielmehr werde mit den Psyche von einsamen Menschen gespielt und sie emotional manipuliert und unter Druck gesetzt. Sie verurteilen die Täter-Opfer-Umkehr scharf und argumentieren, dass Einsamkeit keine Schuld ist und dass das Verhalten der Agentur und der Influencerien moralisch verwerflich sei.
Einblick in manipulative Chat-Beispiele
00:59:02Zum Abschluss zeigt das Video konkrete, anonymisierte Beispiele für Chats, um zu demonstrieren, wie manipulativ die Vorgehensweise war. In den Chats verwenden die Angestellten Kosenamen wie 'Babe', bauen eine intime Atmosphäre auf und geben vor, persönlich an den Fan gebunden zu sein. Diese Beispiele sollen belegen, wie professionalisiert das System ist und wie sehr es darauf abzielt, bei den Fans eine emotionale Abhängigkeit zu erzeugen, um anschließend hohe Summen für den 'privaten' Inhalt zu verlangen.
Dating-Chats mit emotionaler Manipulation
01:00:17Der Streamer analysiert Chats zwischen Fans und Influencerinnen, in denen oft Dating-Themen aufgegriffen werden. Fans äußern hierbei Sehnsüchte und Einsamkeit, während sie mit Gegenliebe und versöhnlichen Versprechungen gelockt werden. Manche Fans geben sogar offen an, Probleme im Kontakt zur oppositeen Geschlecht zu haben und noch Jungfrau zu sein, was von den Chattern in den Gesprächen aufgegriffen und genutzt wird, um eine enge, persönliche Beziehung vorzutäuschen. Diese pseudo-intime Kommunikation dient als Grundlage für die späteren Forderungen nach Geldspenden.
Aufgedeckte Betrugsmasche mit gefälschten Storylines
01:03:09Es werden konkrete Fälle von Fans beschrieben, die für einzelne private Bilder oder Intimkontakt extrem hohe Summen gezahlt haben. So hat ein Fan über 1.000 Euro für nur ein Bild und ein anderer mehr als 13.000 Euro an eine Influencerin gezahlt. Die Streamer stellt fest, dass diese Fans mit vorgefertigten Storylines manipuliert wurden, die auf Notlagen wie Schulden oder Problemen mit einem Ex-Partner abzielen. Sie geht davon aus, dass es ein Videotutorial gibt, nach dem die Chatter vorgehen, um die Männer gezielt auszunehmen und ihr Geld abzuschöpfen.
Verbindung zwischen Oasis Agency und FanBlast
01:13:45Im Zentrum der Recherchen steht die Verbindung zwischen der mutmaßlichen Betrugsagentur Oasis Agency und dem Tech-Startup FanBlast. Der Streamer reist in die Schweiz, um eine Adresse zu überprüfen, an der beide Firmen über eine Briefkastenfirma mit identischer Adresse verbunden sind. Es werden WhatsApp-Gruppen aufgedeckt, in denen sich Mitarbeiter von Oasis und FanBlast austauschen und offenbar über gemeinsame Strategien diskutieren. Auch ein Mitarbeiter von FanBlast, Till U., der in der Werbung für die Plattform auftritt, wird in diesen Chats gesichtet.
Undercover-Ermittlungen und Beweise
01:19:54Um die Zusammenarbeit zwischen Oasis Agency und FanBlast zu beweisen, schleust der Streamer einen Journalisten bei der Oasis Agency als Mitarbeiter ein. Dieser erhält direkt eine Einladung für ein Bewerbungsgespräch von einer offiziellen FanBlast-E-Mail-Adresse. In dem Gespräch offenbart der Director of Monetization von Oasis, dass sie eng mit der Plattform FanBlast zusammenarbeiten und teilen sich ein Büro. Dies widerlegt die Aussage von FanBlast, sie hätten keine Mitarbeiter, die im Namen der Creator mit deren Fans kommunizieren.
Juristische Bewertung der Geschäftspraktiken
01:31:03Ein Medienrechtsanwalt analysiert die Praktiken und bestätigt, dass es sich um einen strafbaren Betrug handeln könnte. Wenn ein Fan unter dem falschen Eindruck einer persönlichen Beziehung oder Kontaktaufnahme Geld an eine Influencerin überweist, diese aber tatsächlich von einer Agentur geführt wird, wird die Hauptleistungspflicht des Vertrags verletzt. Betroffene könnten somit ihr Geld zurückverlangen und zivilrechtliche Ansprüche geltend machen. Die Anwälte der Konkurrenzplattform Bestfans sehen in diesen Praktiken zudem einen unlauteren Wettbewerb und haben bereits Klagen eingereicht.
Konfrontation und Reaktionen der Beteiligten
01:36:49Der Streamer kontaktiert alle beteiligten Parteien – von den Influencerinnen über die Agenturen bis hin zu den Investoren und Co-Gründern wie Knossi – um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu erhalten. Bis zum Veröffentlichungszeitpunkt des Videos liegt jedoch nur eine einzige, allgemeine Antwort vor. Der Kontaktversuch zur Invictus Imperial Agency, einer weiteren vermittelten Agentur, führt nach Redaktionsschluss zu einem Anwaltsschreiben, das das operative Geschäft bestreitet und strafrechtliches Verhalten zurückweist. Die anderen Beteiligten bleiben bis dato stumm.
Appell an Opfer und eine Warnung an Influencerinnen
01:40:20Der Streamer richtet einen klaren Appell an die mutmaßlichen Opfer, sich nicht für ihr Verhalten zu schämen und rechtliche Schritte einzuleiten, da sie professionell manipuliert worden seien. Gleichzeitig wendet er sich an die beteiligten Influencerinnen und warnt sie davor, sich in den privaten Kontakt mit Fans zu begeben, da dies zu falschen Erwartungen und potenziell gefährlichen Situationen führen kann. Er fordert die Öffentlichkeit auf, durch Teilen des Videos更多人 vor dieser mutmaßlichen Abzocke-Masche zu warnen, anstatt die Beteiligten zu beleidigen oder zu bedrohen.
Konto-Wechsel und Fanblast-Kontakt
01:44:43Die Streamerin wechselt während des Streams von einem anderen Account zu ihrem Genian-Account, um ein Abonnement und Likes für ein Video der Plattform Fanblast zu vergeben, den sie seit einiger Zeit kontaktiert, da diese mit ihr zusammenarbeiten möchte. Gleichzeitig kommentiert eine Person namens Knossi das Video, was die Streamerin veranlasst, sich zu ihrer ehemaligen Rolle bei der Gründung von Streamblast, dem Vorgänger von Fanblast, zu äußern. Sie betont, dass sie weder operativ noch finanziell involviert war und sich von der aktuellen Ausrichtung der Plattform distanziert.
Enthüllungen über Fanblast-Betrugssystem
01:46:56Die Streamerin berichtet über eine investigative Recherche von Robbubble über die Plattform Fanblast. Laut den Enthüllungen lockt die Plattform Nutzer, insbesondere Onlyfans-Models, mit dem Versprechen, direkt mit Stars zu chatten. In Wirklichkeit werden die Gespräche jedoch von Mitarbeitern einer externen Firma, Oasis Agency, geführt, die sich als die Stars ausgeben. Dies wird durch das Landgericht Hamburg in einem Wettbewerbsverfahren als irreführende Werbung bewertet, die private Kontakte vortäuscht. Das System basiert auf vorgefertigten Storylines, um Geld von den Fans zu erpressen.
Juristische Bewertung und Betrugsvorwurf
01:48:36Ein Rechtsanwalt bewertet die Enthüllungen als extrem brisant und von großem öffentlichem Interesse. Er bezeichnet das Geschäftsmodell von Fanblast als einen systematischen Betrug nach Paragraph 263 des Strafgesetzbuchs. Die Täuschung der Nutzer, die im Glauben handelten, mit den echten Stars zu kommunizieren, ergebe einen wertlosen Vertrag, da der erwartende Nutzen nicht erbracht werde. Das Ganze sei gewerbsmäßig und somit als besonders schwerer Fall des Betrugs mit einer möglichen Haftstrafe von bis zu zehn Jahren zu werten.
Knossis Distanzierung und Rolle
02:09:14Nach der Veröffentlichung der Enthüllungen hat sich Mitgründer Knossi öffentlich distanziert und erklärt, er sei vor zwei Jahren ausgestiegen und habe keine Kenntnis von den aktuellen Vorgängen gehabt. Die Streamerin zitiert seine Aussage, dass er niemals mit solchen Geschäftspraktiken, die mit Emotionen Geld verdienen, einverstanden gewesen sei. Juristisch wird jedoch bezweifelt, dass sich Knossi so komplett aus der Verantwortung ziehen kann, da er als erfahrener Geschäftsmann die Unmöglichkeit der von ihm beworbenen Dienstleistungen habe ahnen müssen.
Haftung der Creator und Ratschläge für Betroffene
02:17:22Die Streamerin hält die mitwirkenden Creator für ebenso verantwortlich wie die Betreiber, da sie die Fans aktiv angelockt hätten, obwohl sie wussten oder hätten wissen müssen, dass sie die Chats nicht selbst führen. Für geschädigte Nutzer empfiehlt sie, Verträge wegen arglistiger Täuschung anzufechten und Screenshots der Chatverläufe aufzubewahren, um ihr Geld zurückfordern zu können. Auch könnten Schadenersatzforderungen aufgrund der Weitergabe von persönlichen Daten an Oasis bestehen.