Es wurde ein zweistündiges Podcast-Feature aufgezeichnet. Im ersten Teil wird Jack interviewt, im zweiten Teil übernimmt er die Gesprächsleitung mit Joey im Fokus. Die Inhalte drehen sich um persönliche Erfahrungen und die Entwicklung des Spiels 'Path Out'.

Science & Technology
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Science & Technology

Start des Streams und technische Vorbereitungen

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Der Stream beginnt mit technischen Herausforderungen bei der Einrichtung des Co-Streamings auf YouTube. Joey und Jack experimentieren mit verschiedenen Einstellungen, um den Chat zu synchronisieren und die Streaming-Software zum Laufen zu bringen. Es kommt zu kleinen Verzögerungen und Unstimmigkeiten, aber nach einigen Minuten ist die Verbindung stabil und der Stream kann offiziell gestartet werden. Die ersten Zuschauer begrüßen das Duo, und Jacks Katze taucht kurz im Stream auf, was für erste Unterhaltung sorgt.

Einführung des Podcastformats und der Gäste

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Joey begrüßt die Zuschauer und stellt das heutige Format als doppeltes Podcast-Feature vor. Die erste Stunde ist als Interview mit Jack, dem Entwickler des Spiels 'Path Out', konzipiert. In der zweiten Stunde übernimmt Jack die Moderation und führt ein Interview mit Joey. Jack stellt sich als 29-jähriger syrischer Flüchtling vor, der heute in Europa lebt und sich multidisziplinär in der Spieleentwicklung engagiert. Sein Fokus liegt auf der Nutzung von Spielen als Medium für Empathie und die Vermittlung menschlicher Geschichten.

Jack's Fluchterfahrung und Einfluss auf seine Arbeit

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Jack berichtet ausführlich von seiner Kindheit in Syrien, die von einer großen, sozialen Familie geprägt war. Der Ausbruch des Bürgerkriegs änderte sein Leben radikal, zwang ihn zur Flucht und isolierte ihn sozial. In dieser Zeit wurden Videospiele zu einem wichtigen emotionalen Hafen, der ihm half, eine neue Realität zu finden. Diese persönlichen Erfahrungen prägten sein Verständnis von Spielen als künstlerisches und pädagogisches Werkzeug, das über reine Unterhaltung hinausgehen kann.

Entstehungsgeschichte von 'Path Out'

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Die Entwicklung des Spiels 'Path Out' nahlen ihren Ursprung in einem zufälligen Treffen mit dem Entwickler Georg Hubmaier. Während eines Frühstücks entstand die Idee, Jacks persönliche Fluchtgeschichte in ein Spiel umzusetzen. Das Spiel ist ein JRPG im cute-artigen Stil, bei dem Jack selbst als Kommentator auftritt, um die Handlung mit seiner eigenen Geschichte zu verknüpfen. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Calza Creations und erregte große mediales Aufmerksamkeit, da es eine reale Fluchterzählung auf sehr zugängliche Weise vermittelte.

Spiele als Medium für Empathie und Vielfalt

00:24:21

Jack betont seine Überzeugung, dass Videospiele ein einzigartiges Potenzial haben, Empathie zu fördern und Perspektiven von unterrepräsentierten Gruppen sichtbar zu machen. Er kritisiert, dass viele Spiele, insbesondere Figuren aus arabischen oder anderen nicht-westlichen Kulturen, stereotypisch als Bösewichte dargestellt werden. 'Path Out' soll dem entgegenwirken, indem es eine authentische, menschliche Geschichte erzählt und den Spielern einen persönlichen Einblick in die Fluchterfahrung ermöglicht. Für ihn ist Vielfalt in der Spieleentwicklung eine Notwendigkeit, um Innovation und kreative Stärke zu sichern.

Arbeitsabläufe und Persönliche Entwicklung

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Jack beschreibt seinen kreativen Prozess, der oft mit Papier-Prototypen beginnt, um Spielmechaniken ohne technischen Ballast zu testen. Er unterstreicht die Bedeutung des kontinuierlichen Lernens und des Lesens, wobei er Bücher wie 'Attached' über Bindungstheorie als besonders einflussreich für sein persönliches und berufliches Wachstum nennt. Um Prokrastination zu bekämpfen, setzte er sich extreme Ziele, wie kalte Duschen, um ein Gefühl der Kontrolle und Selbstdisziplin zu entwickeln. Er betont, wie wichtig es ist, ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Erholung sowie die Unterstützung durch Mentoren wie Brian Main in seinem Leben zu finden.

Software and Game Development
00:53:59

Software and Game Development

Kooperationen und Buchankündigung

01:03:11

Der Stream beinhaltet Ankündigungen zukünftiger Kooperationen. Es wurde die Veröffentlichung eines Buches für Oktober angekündigt, in dem der Gast, Johanna Pirka, einen Beitrag leisten wird. Es wurde auch für ein zweites Teil des Podcasts gesorgt, da das erste Teil aus Zeitgründen nur eine Stunde dauerte. Beide Podcaster sind sich einig, dass es viele weitere Themen gibt, die in einem zweiten Teil tiefer besprochen werden müssen. Dies deutet auf eine geplante, längerfristige Partnerschaft hin.

Kindheit und akademischer Werdegang

01:06:46

Johanna Pirka erzählt von ihrer Kindheit, die geprägt war durch den frühen und regelmäßigen Umgang mit Computern. Sie beschreibt, dass sie bereits im Alter von zwei oder drei Jahren mit ihrem Vater an einem DOS-Computer spielte, was ihre Leidenschaft für Technologie weckte. Trotz des Muts, mit Technik umzugehen, stand sie ihrem akademischen Weg als Frau in der Computerwissenschaft im Weg, da sie im Bildungssystem stark unterrepräsentiert ist und ihr viele von einem Informatikstudium abrieten. Trotz dieser Widerstände entschloss sie sich für diesen Weg.

Die Zukunft der Computerbildung

01:10:11

Die Sprecher diskutieren die Entwicklung der Computerbildung in Österreich. Johanna Pirka argumentiert, dass Computerwissenschaft in Schulen nicht nur als Medienerziehung, sondern mit Basis-Coding-Skills gelehrt werden sollte. Sie kritisiert, dass die heutige Generation techn versiert sei, aber fehlendes Hintergrundwissen über Systeme habe. Früher wurde Wissen aus Computerzeitschriften und von Floppy-Disks beigebracht, was zum Experimentieren führte. Die Sprecherin betont, dass früher der Umgang mit Technik das Verständnis für die Funktionsweise förderte, was heute durch vereinfachte Oberflächen verloren geht.

Klarstellung des Computer Science-Begriffs

01:18:48

Johanna Pirka räumt mit dem Vorurteil auf, Computer Science sei hauptsächlich Mathematik und daher nichts für jeden. Sie erklärt, dass Computer Science ein extrem breites Feld ist, das von der Human-Computer Interaction (HCI) über künstliche Intelligenz bis hin zur Spieleentwicklung reicht. Viele Themen wie KI würden fälschlicherweise mit der Hype-Thematik gleichgesetzt, obwohl es sich nur um einen winzigen Teilbereich handelt. Sie betont, dass es wichtig sei, das Feld als Ganzes zu verstehen und nicht durch Labels zu verzerren.

VR in Forschung und Lehre

01:30:52

Ein Hauptaugenmerk des Gesprächs liegt auf der Nutzung von virtueller Realität (VR) in der Forschung und Lehre. Johanna Pirka beschreibt ihr Lieblingsprojekt, einen virtuellen Physiklabor (Maroon), der gefährliche oder teure Experimente zugänglich macht. Das Projekt ist als Webbrowser-Anwendung nutzbar. Ein zweites Projekt, Chimera, ist ein Escape-Room-Spiel, das dazu dient, komplexe physikalische Konzepte spielerisch zu vermitteln. Diese Projekte zeigen, wie VR als Werkzeug dient, um abstrakte Wissenschaften greifbar und zugänglich zu machen.

Ethik und Hype um künstliche Intelligenz

01:38:57

Die Konversation dreht sich um die Risiken und Missverständnisse im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI). Johanna Pirka kritisiert, dass viele KI-Kritiker das Feld nicht verstehen und Forscher fälschlicherweise blocken. Sie betont, dass KI seit Jahrzehnten erforscht wird und der aktuelle Hype auf generativer KI nur ein kleiner Teil ist. Sie argumentiert für eine differenzierte Betrachtung und mehr Bildung, um die Funktionsweise und die damit verbundenen ethischen Fragen wie Bias, Datenschutz und Energieverbrauch zu verstehen.

KI als Werkzeug zur Beschleunigung

01:54:38

Die Gäste sehen in KI primär ein Werkzeug, das Prozesse beschleunigen und Lernen unterstützen kann, anstatt Kreative zu ersetzen. Johanna Pirka erklärt, dass Junioren-Programmierer zwar durch KI-Tools unterstützt werden, aber durch die Zusammenarbeit mit KI lernen und kreativer werden können. Sie vergleicht es mit Werkzeugen wie Houdini, die komplexe Prozesse algorithmisch vereinfachen. Die menschliche Kreativität und der Prozess bleiben dabei zentral, auch wenn die technische Ausführung durch KI beschleunigt wird.

Zusammenfassung und Ausblick

02:00:09

Der Podcast endet mit einer Zusammenfassung der Kernpunkte und einem Ausblick. Beide Podcaster fassen zusammen, dass die aktuelle KI-Debatte viele ethische Herausforderungen wie Bias, mangelnde Transparenz und die Macht großer Konzerne birgt. Gleichzeitig sehen sie enormes positives Potenzial in der Beschleunigung von Forschung und Kreativität. Johanna Pirka verweist auf ihre Tiny Lectures als Quellen für weiterführende Informationen und kündigt zukünftige Podcasts und Streams an, um die Diskussion fortzusetzen. Der Fokus bleibt auf einer sachlichen und differenzierten Auseinandersetzung mit der Technologie.