Podcast Recording mit Astronautin, Autorin, Forscherin, uvm. Michael Benthaus und @jessirocks #einsnull
Astronautin und Wissenschaftlerin im tiefgründigen Gespräch über Raumfahrt
Nach anfänglichen Übertragungsproblemen entstand ein intensives Gespräch zwischen Joey und der Astronautin Michael Benthaus über Resilienz, Raumfahrtforschung und Magisches Buchprojekt. Skizziert wurde die Vorbereitung zum suborbitalen Flug sowie Strategien für barrierefreie Raumfahrt. Einblicke in die neusten Projekte der ESA und persönliche Entwicklung rundeten den Austausch ab.
Stream-Aufbau und technische Herausforderungen
00:19:05Der Stream beginnt mit technischen Schwierigkeiten beim Aufbau, insbesondere durch die unsaubere Übertragung der Google Meet-Kamera in den Twitch-Chat. Trotz anfänglicher Audio- und Bildprobleme gelingt es schließlich, eine stabile Verbindung herzustellen. Die Hosts stimmen sich auf die Übertragung ab und diskutieren ihre gemeinsamen Wurzeln in der Informatik, wobei Joey ihre akademische Laufbahn mit Michaels praxisorientiertem Werdegang vergleicht. Trotz anfänglicher Pannen wird der Ton schließlich stabilisiert, und der Fokus rückt auf den Start des geplanten Podcasts.
Vorstellung des Gastes und thematische Einordnung
00:19:34Joey kennzeichnet den Stream als Start der neuen Podcast-Folge *1 und 0* und introduces Michael Benthaus als ihren prominenten Gast. Sie hebt Michaels vielfältige Karriere als Astronautin, ESA-Mitarbeiterin, Autorin und Förderin von Wissenschaftsprojekten hervor. Die vorzustellende Person beschreibt die Vorbereitung auf Michaels neues Buch *Zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit*, das ihre Reise als erste Rollstuhlfahrerin ins All dokumentiert. Der Stream nimmt thematisch Fahrt auf, während Einzelheiten zu Michaels Werdegang angekündigt werden.
Michaels persönliche Lebensgeschichte und Unfallfolgen
00:21:20Michael Benthaus erzählt von ihrem Unfall 2018 während eines Mountainbike-Downhill-Rennens, der eine Querschnittslähmung zur Folge hatte. Dieser Einschnitt veränderte ihr Leben radikal, da sie ihren aktiven Sport aufgegeben musste, aber ihre Leidenschaft für Raumfahrt fortbestehen ließ. Trotz der körperlichen Einschränkungen arbeitete sie an ihrem Master in Luft- und Raumfahrttechnik in München und strebte eine Karriere bei der ESA an. Ihr Ziel wurde unter anderem durch ein zweijähriges Traineeship in der Raumfahrtforschung verwirklicht.
Karriereweg bei der ESA und aktuelle Projekte
00:23:09Benthaus beschreibt ihre Rolle bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) als Wissenschaftlerin in der Mars-Atmosphärenforschung sowie ihre Arbeit mit GNC-Systemen zur Steuerung von Raumfahrzeugen. Sie betont, wie sie trotz mathematischer Herausforderungen ihren Weg fand und ihr Durchhaltevermögen als Schlüssel zum Erfolg sieht. Neben ihrem Job bei der ESA entwickelte sie sich zunehmend zur öffentlichen Persönlichkeit, was mit ihrer Auswahl für einen suborbitalen Raumflug bei Blue Origin in Texas gipfelte.
Motivation, Zielsetzung und persönliche Resilienz
00:28:50Michaels Diskussion geht in die Tiefe ihrer Ziele – vom Parabelflug bis zum Wunsch einer Mondmission. Sie unterstreicht, wie wichtig es ist, sich hohe Ziele zu setzen und den Weg dorthin als inspirierend zu erleben, selbst wenn das Ziel nicht erreicht wird. Ihre naive Herangehensweise an Herausforderungen wird als Stärke hervorgehoben, da sie durch praktisches Handeln und Ausprobieren Grenzen verschiebt. Zudem reflektiert sie über die Bedeutung von Motivationstankstellen und wie intrinsische Drivance sie durch Rückschläge trägt.
Das Buchprojekt und organisationische Hürden
00:33:52Beide Hosts vertiefen das Gespräch über Michaels Buch *Zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit*, in dem sie ihre Lebensreise dokumentiert. Sie gesteht ein, das Schreiben unterschätzt zu haben, da es zusätzlich zum Vollzeitjob bei der ESA enorme Zeit und Ressourcen in Anspruch nahm. Joey und Michael vergleichen ihre Erfahrungen mit Deadline-basiertem Arbeiten, wobei Michaels Projekt durch externe Umstände wie Interviewanfragen und öffentliche Auftritte noch komplexer wurde. Trotz anfänglicher Deadline-Überschreitungen wird das Buch im September 2024 veröffentlicht.
Sport, Bewegungseinschränkungen und Anpassungsfähigkeit
00:39:18Michael spricht offen über den Verlust ihrer zuvor aktiven Lebensweise nach dem Unfall, der ihr Bewegungsbedürfnis unersetzlich lässt. Sie beschreibt, wie ihr Körper und Psyche sich an neue Einschränkungen gewöhnten, ohne jedoch die Leidenschaft für sportliche Herausforderungen gänzlich zu verlieren. Mit Disziplinen wie Schwimmen, Handbike-Fahren und Tennis findet sie neue Wege zur Grenzüberschreitung. Das Gespräch unterstreicht ihre Überzeugung, dass mentale und körperliche Grenzen verschoben werden können, auch in alternativer Form.
Raumflugvorbereitungen und Notfallprotokolle
00:51:57Im Fokus steht Michaels detaillierte Schilderung der Vorbereitung auf ihren suborbitalen Raumflug mit Blue Origin. Besonderes Augenmerk liegt auf der Zusammenarbeit mit dem Flugtrainer Hans Königsmann, um Protokolle für Notfälle zu entwickeln – insbesondere, wie Benthaus den Ein- und Ausstieg in der Raumkapsel *New Shepard* allein bewältigte. Sie beschreibt technisch anspruchsvolle Lösungen wie das Transferwerkzeug, das den Transfer in den Sitz ermöglichte. Trotz anfänglicher Unsicherheiten seitens der Crew konnte sie mithilfe angepasster Ausrüstung vollständige Autonomie erreichen.
Raketenstart, Rückschläge und emotionale Höhepunkte
00:56:40Michael schildert den Nervenkitzel des Starttags, der mehrfach durch Countess und Wetterabbrüche wie einen Hold bei 58 Sekunden vor dem Launch unterbrochen wurde. Trotz der Enttäuschung wird im Nachhinein klar, dass der zusätzliche Aufenthalt in Texas unvorhergesehene positive Erlebnisse ermöglichte. Der erfolgreiche Start zwei Tage später beschreibt sie als emotionalen Höhepunkt, besonders der Moment, in dem sie in den Autos an ihrer Familie vorbeifuhr – ein Lebenstraum, den sie sich stets erfüllen wollte.
Erfahrungen eines suborbitalen Raumflugs: Start und Beschleunigung
01:04:16Michael Benthaus beschreibt die physischen und psychischen Eindrücke eines suborbitalen Raumflugs. Er erklärt, dass der Start im Vergleich zu einer Achterbahn eher langsam wirkt, aber durch die immense Kraft der Rakete spürbar ist. Der Aufstieg erfolgt mit einer Maximalgeschwindigkeit von Mach 3, während die Crew bis zu 3G ausgesetzt ist – dreifaches Körpergewicht. Die Schwerelosigkeit setzt nach dem Abtrennen des Boosters ein und wirkt zunächst verwirrend, etwa durch das Gefühl, die Kapsel habe sich umgedreht.
Sicht bare Erlebnisse im Weltraum: Atmosphäre, Erde und Schwerelosigkeit
01:06:04Benthaus hebt die Faszination der dünnen, aber intensiv leuchtenden Atmosphärenschicht der Erde hervor, die er als «glitzernde Schicht» beschreibt, die man am liebsten anfassten möchte. Der Kontrast zum schwarzen Weltraum mit der blendenden Sonne prägt den Eindruck. Die Rotation der Kapsel mit drei Grad pro Sekunde ermöglicht zwar einen Rundumblick, doch die überwältigende Erfahrung lässt detaillierte Erinnerungswerte nicht zu. Die Schwerelosigkeit wird kurz unterbrochen, als die Kapsel nach dem Wiedereintritt in die Atmosphäre bis zu 5,3G ausgesetzt ist – eine Herausforderung für Atmung und Bewegungsfähigkeit.
Rückkehr und Landung: Herausforderungen und Zukunftspläne
01:07:29Nach dem Abbremsen durch Fallschirme landet die Kapsel in der Wüste. Benthaus betont, dass trotz des erfolgreichen Flugs orbitale Missionen noch komplexere Anforderungen – etwa längere Aufenthalte, Toilettenbesuche und Wasserlandungen – mit sich bringen. Sie würden eine vollständige Neuausrichtung der physischen und mentalen Vorbereitung erfordern. Zudem wird betont, dass raumfahrttechnische Barrierefreiheit eine zentrale Mission von Benthaus darstellt, um Sichtbarkeit für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Sie nutzt Plattformen wie das Europäische Parlament, die Paralympics oder Buchprojekte, um Inklusion und Sichtbarkeit voranzutreiben.
Barrierefreiheit und Inklusion im Alltag: Praktische Ansätze
01:10:10Benthaus betont die Bedeutung kleiner Schritte zur Förderung von Inklusion im Alltag. Dazu zählen bauliche Maßnahmen wie Rampen, die nicht nur Rollstuhlfahrern, sondern auch Eltern mit Kinderwagen oder älteren Menschen zugutekommen. Des Weiteren spricht sie über die Notwendigkeit, Menschen mit Behinderung direkt nach ihren Bedürfnissen zu fragen, um Missverständnisse abzubauen. Sie kritisiert, dass viele Menschen trotz guter Absichten keine Handlungsmöglichkeiten sehen und dass fehlende Inklusion oft dazu führt, dass sich Betroffene ausgeschlossen fühlen. Benthaus hebt die Wichtigkeit aufklärender Kampagnen hervor und lobt, durch ihre Offenheit und Resilienz zum Vorbild für viele Menschen geworden zu sein.
Buchprojekt und Schattenseiten: Ehrliche Einblicke und Mentales
01:17:35Das Buchprojekt von Benthaus wird als Querschnittswerk beschrieben, das auch persönliche Struggles und Herausforderungen thematisiert. Benthaus betont, dass viele Menschen ihre Erfolge sehen, aber nicht die dahinterliegenden Herausforderungen. Sie reflektiert über ihre Grenzen und Privatsphäre sowie die Notwendigkeit, persönliche Erfahrungen zu teilen, um Verständnis zu schaffen. Dabei geht es nicht nur um physische Barrieren, sondern auch um mentale Hürden, die durch lebensverändernde Ereignisse wie einen Unfall entstehen können.
Buchempfehlungen und Engagement auf Social Media
01:20:17Benthaus empfiehlt das Buch «Liftoff» von Eric Berger, das die Anfänge von SpaceX und die Innovationskraft des Unternehmens trotz Kritik an Elon Musk beleuchtet. Zudem ging sie auf ihre Sichtbarkeit in den sozialen Medien ein, insbesondere auf Instagram und LinkedIn, wo sie ihre Tätigkeit bei der ESA und damit verbundene Projekte wie die Mondmission Artemis 2 thematisiert. Die Interaktion mit Followern und die breite mediale Präsenz werden als wichtige Kanäle zur Verbreitung ihrer Mission herausgestellt.
Umfragen der GDC: Herausforderungen der Spieleindustrie
01:34:10Es wurde die annuale Umfrage der Game Developers Conference (GDC) zum State of the Games Industry 2026 vorgestellt. Die Umfrage, an der über 2300 Spieleentwickler teilnahmen, zeigt aktuelle Struggles wie Entlassungswellen («Layoffs»). 25% der Befragten waren in den letzten zwei Jahren direkt von Entlassungen betroffen, wobei Game Designer am häufigsten davon betroffen waren. Probleme reichen von struktureller Umschichtung bis hin zu nicht nachhaltigen Investitionen während der COVID-19-Ära. Zudem wird die Nutzung Künstlicher Intelligenz in Entwicklungsprozessen diskutiert, wobei 52% der Unternehmen generative KI-Tools einsetzen, häufig in den Bereichen Code-Assistenz, Brainstorming oder Asset-Generierung.