Antreten zum Frühdienst! Wir starten mit Euch in den Morgen
Polizei Hannower im digitalen Dialog mit der Bevölkerung
In einem interaktiven Format bietet die Polizei Hannover einen direkten Dialog mit der Bevölkerung. Dabei werden unterschiedliche Themenbereiche wie die Vielfalt der polizeilichen Arbeit, der Karriereweg im Beamtenverhältnis und aktuelle gesellschaftliche Debatten angesprochen, um mehr Verständnis zu schaffen.
Begrüßung und Stream-Start
00:02:54Der Stream beginnt mit Begrüßungen an die Chat-Community, wobei der Sprecher den frühen Startzeitpunkt als „fast Frühdienst“ bezeichnet. Er begrüßt zahlreiche Zuschauer mit ihren Usernamen und erwähnt die Anwesenheit von Teammitgliedern wie Summer, die später im Backoffice dazustoßen werden. Es wird eine feste Routine am Freitag angekündigt, bei der das Team die Streams im Wechsel übernimmt, um mit der Community zu interagieren und gemeinsam zu zocken.
Emotionale Polizeieinsätze
00:07:01Ein Zuschauer fragt nach dem krassesten oder emotionalsten Einsatz, woraufhin der Sprecher von zwei prägenden Erlebnissen berichtet. Ein Erlebnis war ein Silvestereinsatz, bei dem ein aufgeregter Bürger unaufgefordert auf eine Waffe aufmerksam machte, was zu einer heiklen Situation führte, die sich jedoch als Missverständnis herausstellte. Das zweite Ereignis betraf einen Einsatz bei einer psychisch kranken Frau, deren Hilfeschreie während der unfreiwilligen Einlieferung in eine Klinik den Beamter nachhaltig beeindruckten und traumatisierten.
Kritik an der Polizei und Neutralitätspflicht
00:13:27Ein Zuschauer wirft der Polizei vor, unliebsame Kollegen zu schützen und dass viele Beamte ein Ego-Problem hätten und Situationen eskalieren würden. Der Sprecher weist die pauschale Kritik zurück und betont, dass es in einer großen Organisation wie der Polizei auch Problemfälle gebe, man aber als Institution vehement dagegen auftrete und sich für demokratische Werte einsetze. Politische Themen wie die Klarnamenpflicht im Internet, wie sie von Friedrich Merz vorgeschlagen wurde, lehnt er mit Hinweis auf die Neutralitätspflicht der Polizei ab.
Recht auf Versammlungsfreiheit und Polizeieinsatz
00:17:10Der Streamer verteidigt das Recht auf Versammlungsfreiheit in Deutschland und erklärt, die Polizei schütze jede friedliche Demonstration, unabhängig von deren Anliegen. Er betont, solange Versammlungen gewaltfrei blieben, habe jeder das Recht, seine Meinung frei zu äußern. Gewalt oder Angriffe auf andere Versammlungen führten jedoch zu einem sofortigen polizeilichen Eingreifen, um den Frieden zu wahren. Er warnt zudem, dass Twitch kein rechtsfreier Raum sei und strafrechtlich relevante Äußerungen verfolgt würden.
Zweck der Twitch-Präsenz der Polizei
00:30:10Ein Zuschauer wirft der Polizei vor, mit Steuergeld für „Just Chatting“ auf Twitch bezahlt zu werden. Der Sprecher rechtfertigt den Stream als wertvolles Präventionstool und notwendige Kommunikationsform. Er erklärt, viele Jugendliche verbräuchten einen Großteil ihrer Zeit in der digitalen Welt, und die Polizei müsse dort präsent sein, um sie zu erreichen und aufzuklären. Die direkte Interaktion mit über 1.000 Zuschauern sei auf anderen Kanälen wie Radio nicht möglich und stelle einen unschätzbaren Mehrwert dar.
Altersstruktur der Community und Polizeiarbeit
00:37:25Nach einer spontanen Altersabfrage im Chat stellt der Streamer fest, dass ein breites Spektrum an Altersgruppen vertreten ist, von 14 bis über 80 Jahre. Dies bestätigt seine Annahme, dass die Polizei auf Twitch die richtige Zielgruppe erreicht. Er geht wieder auf eine Zuschauerfrage ein, wie sich Bürger bei einer Polizeikontrolle am besten verhalten sollen, und empfiehlt, sitzen zu bleiben und auf Ansprache zu warten, um keine Unruhe zu stiften.
Cannabis-Legalisierung und polizeiliche Konsequenzen
00:46:58Ein Zuschauer fragt, ob es seit der Legalisierung von Cannabis mehr Anzeigen gebe. Der Sprecher erklärt, dass der Besitz von Cannabis selbst keine Straftat mehr sei, was die polizeiliche Dokumentation vereinfache. Allerdings blieben andere Delikte, wie das Fahren unter Drogeneinfluss, weiterhin strafbar. Er betont, dass die polizeiliche Arbeit sich eher auf die Gefährdung des Straßenverkehrs konzentriere und nicht auf den Konsum an sich.
Lebenswandel von Polizisten und Fußballfans
00:48:42Der Streamer beantwortet verschiedene Fragen zu den privaten Lebensumständen von Polizisten. Er bestätigt, dass Polizisten in ihrer Freizeit Drogen konsumieren dürften, solange dies nicht im Dienst oder vor Dienstbeginn geschehe. Auch die Teilnahme als Fan bei Fußballspielen, wie z.B. bei Hannover 96 oder Arminia Bielefeld, sei kein Problem. Er betont, dass die Beamte in ihrer Privatsphäre frei seien, solange sie die gesetzlichen und dienstlichen Vorschriften einhielten.
Persönliche Anekdoten und Zuschauerinteraktion
00:50:45Der Stream beginnt mit persönlichen Anekdoten über kleine Schuhgrößen und den Spott, den der Streamer dafür ertragen musste. Es folgen humorvolle Abschweifungen, wie die Überlegung, nach Fürth zu fahren, und ein kurzer Streit über die Aussprache des Namens 'Hals-Mau'. Zuschauer stellen Fragen, die beantwortet werden, bevor es zu einem ernsteren Thema über die notwendigen Körperteile bei der Polizei übergeht.
Festigkeitsanforderungen für Kfz-Kennzeichen
00:52:19Ein Zuschauer fragt nach der rechtlichen Zulässigkeit von Kennzeichen, die mit Klettverschluss befestigt sind. Der Streamer erläutert detailliert, warum eine feste Verschraubung laut Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) gesetzlich vorgeschrieben ist. Er beschreibt die Risiken bei lockerer Befestigung, wie das Abfallen bei Witterungseinflüssen oder durch den Fahrtwind, was zu Unfällen führen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden kann.
Menschlichkeit hinter der Uniform
00:55:12Ein Zusch möchte wissen, was jeder Bürger aus Polizeisicht einmal sehen sollte. Die Antwort betont die Menschlichkeit der Beamten. Es wird erklärt, dass Polizistinnen und Polizisten trotz ihrer Uniform ein Privatleben, Familie und Freunde haben und normale Menschen sind. Die Hoffnung ist, dass dieses Verständnis zu einem besseren und respektvolleren Umgang mit der Polizei im Alltag führt.
Einzelfallprüfungen beim Polizeiberuf
00:59:29Es wird die Frage geklärt, ob mit Brustimplantaten zur Polizei gegangen werden darf. Die Antwort ist, dass es eine Einzelfallprüfung ist, die unter anderem davon abhängt, ob es eine Gefahr für die Trägerin bei einem Aufprall gibt, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Tragen einer Schussweste. Anschließend werden die Schutzklassen von schusssicheren Westen (z.B. SK-1 und SK-4) erklärt und deren unterschiedliche Wirkungsweise gegen Geschosse erläutert.
Umgang mit Paarbeziehungen im Dienst
01:03:06Ein Zuschauer fragt, ob es bei der Polizei Paare gibt und ob diese gemeinsam auf Streife fahren dürfen. Die Antwort bestätigt, dass sich aus der gemeinsamen Arbeitszeit durchaus Beziehungen entwickeln können. Allerdings wird aus Gründen der Professionalität, Neutralität und potenziell emotionaler Beteiligung bei Einsätzen darauf hingewiesen, dass Paare grundsätzlich nicht zusammen eingesetzt werden sollen, um eine objektive Arbeitsweise zu gewährleisten.
Thema Tätowierungen im Dienst
01:05:16Die Frage, ob sichtbare Tätowierungen bei der Polizei erlaubt sind, wird diskutiert. Die Antwort lautet, dass Tätowierungen im sichtbaren Bereich einer Prüfung unterzogen werden und nicht verfassungsfeindlich sein dürfen. Der Streamer plädiert für mehr Offenheit und möchte mit seinen Tätowierungen Vorurteile in der Gesellschaft abbauen, betont aber gleichzeitig die Wichtigkeit eines gepflegten und professionellen Auftretens im Dienst.
Umgang mit dem Ramadan im Dienst
01:11:55Ein Zuschauer möchte wissen, wie muslimische Kolleginnen während des Ramadan im Dienst, insbesondere im Frühdienst, behandelt werden. Es wird erklärt, dass die Kollegen respektvoll behandelt werden. Dies kann dadurch ausgedrückt werden, dass ihnen ggf. Innendienste angeboten werden oder Einsatzfahrten vermieden werden, wenn das Fasten gebrochen werden soll. Wichtig ist, dass die besonderen Umstände anerkannt werden und Rücksicht genommen wird.
Pläne für zukünftige IRL-Streams
01:12:25Der Streamer gibt einen Ausblick auf zukünftige Live-Events. Es ist geplant, zukünftig mindestens einmal pro Woche einen IRL-Stream durchzuführen, bei dem das Team die Zuschauer besucht. Geplante Ziele sind unter anderem ein Besuch bei der Autobahnpolizei, dem Kriminaldienst (KDD) und den Diensthunden. Ziel ist es, den Alltag an verschiedenen Orten und Dienststellen zu zeigen und den Zuschauern Einblicke zu gewähren.
Medikamente und Fahrtüchtigkeit
01:37:05Die Einwirkung von Medikamenten auf die Fahrtüchtigkeit wurde thematisiert. Es wurde betont, dass auch die Einnahme verschriebener Beruhigungsmittel die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen kann und zu strafbaren Handlungen im Straßenverkehr führen kann, insbesondere wenn die Medikamente zweckentfremdet werden. Besonders bei Patienten, die Medikamente wie Ritalin einnehmen, wurde der Hinweis gegeben, dass dies die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt und ein Medikationsplan und Rezept als Nachweis unerlässlich sind, um legal fahren zu dürfen. Bei Zweifeln an der Echtheit der Nachweise ist man in der Beweispflicht.
Online-Streife und Zuständigkeitsbereich
01:40:08Die Polizei Hannover stellt sich als Online-Streife für die Community vor und nutzt den Stream als virtuelle Polizeiwache für drei Stunden. Es wurde der Zuständigkeitsbereich der ESD-Bundesautobahn Hannover genau erläutert. Dieser umfasst die Autobahnen A2, A7 und A352 sowie den Messe-Schnellweg und dessen Zubringer. In Summe sind rund 330 Kilometer Autobahn und Bundesstraßen für die Zuständigkeit der Autobahnpolizei in Hannover verantwortlich, inklusive aller Rastanlagen und Parkplätze.
Karriere und alltägliche Polizeiarbeit
01:43:09Ein Officer berichtete über seinen beruflichen Werdegang. Er begann bei der Polizei in einer Hybrid-Dienststelle, ehe er sich auf die Autobahnpolizei spezialisierte. Er schilderte die Vielfalt der Aufgaben, die von der klassischen Autobahnüberwachung bis zur Unterstützung bei Landeinsätzen reichen. Ein weiterer Officer gab Einblicke in seinen Bereich im Ermittlungsdienst. Beide betonten den starken Zusammenhalt im Kollegenkreis, der an eine Familie erinnert, und die Unterstützung bei belastenden Themen über offene Gespräche oder die regionale Beratungsstelle.
Zusammenarbeit und Einsatzmittel
01:54:35Es wurde erklärt, wie Verfolgungsfahrten gehandhabt werden, die über den eigenen Zuständigkeitsbereich hinausgehen. In solchen Fällen wird die Verfolgung an die zuständigen Kräfte übergeben, nachdem ein gemeinsamer Funkkanal eingerichtet wurde und die Absprache der Lage erfolgt ist. Auch das Thema der Beschwerdemanagement wurde angesprochen. Es wurde betont, dass jede Beschwerde ernst genommen und penibel bearbeitet wird, und ein konkretes Beispiel aus der Praxis diente zur Veranschaulichung, wie solche Situationen ablaufen und abgewogen werden müssen.
Besuch des Vizepräsidenten
02:09:38Unerwartet besuchte der Vizepräsident der Polizei Niedersachsen den Live-Stream. Er lobte das neue Studio und das Engagement des Teams und diskutierte über das Thema Beschwerdemanagement. Er bestätigte, dass es sich um ein demokratisches Mittel handelt, das aushaltbar sei. Nach einer kurzen Vorstellung im Chat wurde der Vizepräsident spontan als Spieler in das Spiel 'Paddle, Paddle, Paddle' integriert und spielte gemeinsam mit den Moderatoren, was eine spontane und lockere Interaktion mit dem Chat ermöglichte.
Musikalisches Erlebnis und Gameplay im Stream
02:17:41Der Stream beginnt mit einem musikalischen Höhepunkt, als der Vizepräsident zur Musik von 'Staying Alive' eine Herzmassage durchführt und dabei auf die Bedeutung des richtigen Takts für eine effektive Wiederbelebung hinweist. Parallel dazu wird ein gemeinsames Videospiel gespielt, bei dem Teamarbeit und präzise Steuerung entscheidend sind, um Checkpoints zu erreichen und Hindernisse zu meistern. Der Fokus liegt auf der Kommunikation und dem koordinierten Vorgehen der beiden Spieler, um im Spiel erfolgreich zu sein.
Dienstverständnis und öffentliche Aufgabe des Streamings
02:20:19Der Vizepräsident klärt den Unterschied zwischen Dienstzeit und Freizeit und stellt klar, dass der Stream, obwohl er außerhalb der regulären Arbeitszeit stattfindet, als Teil der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei zu verstehen ist. Sein Ziel ist es, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen, Informationen zu vermitteln und Kritik zu beantworten, um das Verständnis für polizeiliche Aufgaben zu fördern. Er betont, dass dies ein konstituenter Bestandteil seines Berufs ist und er dafür bezahlt wird, als präsente und transparente Polizei aufzutreten.
Transparenz bei internen Vorfällen und Führungskultur
02:21:57Auf Nachfrage zu 'schwarzen Schafen' in den eigenen Reihen bekennt sich der Vizepräsident zu voller Transparenz und Offenheit. Er erklärt, dass es bei einem Personalstamm von rund 4.000 Mitarbeitern naturgemäß auch Fälle von Fehlverhalten gibt, diese aber konsequent und nach den gleichen Regeln wie bei Bürgern verfolgt würden. Die interne Ahndung reiche von Ermahnungen bis hin zu Geldbußen, in schweren Fällen könne es sogar zum Ausschluss aus dem Dienst kommen, wobei der Grundsatz der klaren Linie gelte.
Karriereweg und polizeilicher Wandel über vier Jahrzehnte
02:24:52Der Vizepräsident blickt auf seine lange Laufbahn bei der Polizei zurück, die 1984 begann, und beschreibt die erheblichen Veränderungen im Beruf. Damals gab es noch Schreibmaschinen und das Zerfingersystem für Durchschläge, heute dominiert die digitale Kommunikation. Er betont, dass sich die Polizeiarbeit stark weiterentwickelt hat und sich die Polizei im Hinblick auf Diversität und gesellschaftliche Entwicklungen deutlich professionalisiert und modernisiert hat.
Kontroversen und zukünftige Formate des Streams
02:30:16Der Stream behandelt kontroverse Themen wie die Cannabis-Legalisierung und die Notwendigkeit der Polizei, sich auch in politischen Debatten zu positionieren, stets mit dem Fokus auf die Verkehrssicherheit. Zudem werden zukünftige Formate wie Kontrollbesuche, ein Real-Polizei-Talk, eine geplante Tato-Aktion und sogar ein gemeinsamer Stream mit dem Polizeiorchester angekündigt, um das Format vielfältiger zu gestalten und die Community weiter einzubinden.
Veränderung der Kommunikation und Wertschätzung der Community
02:45:00Ein wiederkehrendes Thema ist die anfängliche Nervosität gegenüber dem Vizepräsidenten, die sich jedoch zu einer respektvollen und auf Augenhöhe stattfindenden Kommunikation wandelt, nachdem er das Du-Ziel angeboten hat. Dies unterstreicht das offene und moderne Führungsverständnis. Die Community wird für ihren maßgeblichen Anteil am Erfolg des Streams gelobt, da ihr Interesse und Feedback das Projekt erst ermöglicht und vorantreibt.
Datenschutz, Instrumente und kreative Pläne
02:47:22Der Vizepräsident geht auf die Wichtigkeit von Datenschutz ein und betont, dass alle im Stream gezeigten Personen ihr Einverständnis gegeben haben. Anschließend wendet er sich seinem musikalischen Hobby zu, einem Klavier, und spielt Melodien wie 'Donkey Kong' und 'Bruder Jakob' nach. Aus diesem Spaß heraus entsteht die Idee eines gemeinsamen Streams mit dem Polizeiorchester, bei dem dieser musikalische Spagat versucht werden soll.
Raid mit 'Freiraum Rehe' als Zeichen des offenen Dialogs
02:59:50Der Stream endet mit einem spontanen Raid auf den Kanal 'Freiraum Rehe'. Dies wird als demonstrativer Akt der Offenheit und des Dialogs begründet, selbst wenn es sich um einen politisch anders positionierten Kanal handelt. Die Polizei tritt dabei mit Respekt und Liebe auf, übernimmt aktiv die Moderation und stellt sich bewusst der Kritik, um zu zeigen, dass sie als moderner und erreichbarer Dienstleister in der digitalen Welt präsent ist.