Hass, Diskriminierung und Rassismus im Sport. Wir sprechen mit EX-69er Otto Addo über seine Erfahrungen auf und neben dem Platz.
Otto Addo spricht über Rassismus-Erfahrungen im Profifußball
Es wurde ein Gespräch über die Auswirkungen von Rassismus im Profisport geführt. Addo, der als Deutsch-Ghanaer in Deutschland und Ghana gelebt hat, schildert persönliche Erlebnisse mit Diskriminierung. Er betont die Wichtigkeit der Initiative 'Roots Against Racism', die Betroffene unterstützt und Sensibilisierung betreibt. Der Ex-96-Spieler rief dazu auf, rassistische Vorfälle konsequent zu melden und gemeinsam gegen Diskriminierung vorzugehen.
Start des Streams mit Moderatorvorstellung
00:02:31Der Stream beginnt mit der Begrüßung der Chat-Teilnehmer und einem kurzen Ausfall des Moderators aufgrund von Krankheit und Urlaub. Ein Hannover-96-Trikot mit Aufschrift 'Lieb Hannover, Hass, Rassismus' im Hintergrund zeigt das heutige Thema. Otton Addo, Ex-96-Spieler und Ex-Borusse, angekündigt als Gast zum Thema Rassismus im Sport.
Moderationsüberleitung zum Hauptthema
00:12:56Nach ausführlichen Begrüßungen und technischen Hinweisen stellt der Moderator das Kernthema des Streams vor: Rassismus im Sport, im Profifußball und im Alltag. Der F liegt auf Otto Addos Erfahrungen, seiner Initiative gegen Rassismus und wie jeder Einzelne im direkten Umfeld gegen Diskriminierung vorgehen kann. Der Gast wird als Exparte für das Thema vorgestellt.
Begrüßung von Otto Addo und Vorstellung
00:24:07Otto Addo kommt ins Studio und stellt sich vor: Er ist 50 Jahre alt, in Hamburg geboren und aufgewachsen, hat ghanaisch-deutsche Wurzeln und war Profifußballer unter anderem bei Hannover 96, Borussia Dortmund und in der Nationalmannschaft von Ghana. Aktuell sucht er eine neue Trainerstelle. Er schildert seinen Werdegang und seine Erfahrungen im Profifußball.
Initiative 'Roots Against Racism'
00:29:40Otto Addo erzählt von seiner Initiative 'Roots Against Racism', die er mit Mitstreitern gegründet hat. Die Initiative hat drei Hauptziele: Betroffene von Rassismus helfen und unterstützen, Menschen für das Thema sensibilisieren und strukturell etwas gegen Rassismus im Sport ändern. Besonders wichtig ist es ihm, Experten mit Migrationshintergrund eine Plattform zu geben.
Umgang mit subtiler Diskriminierung
00:33:23Addo spricht über subtile, nicht immer böse gemeinte Bemerkungen, die als rassistisch empfunden werden können. Er gibt ein Beispiel: Ein Trainer macht sich über einen Spieler lustig, der im Urlaub war - für den betroffenen Spieler, der vielleicht wenig spielt und kein gutes Verhältnis zum Trainer hat, ist das keine lustige Bemerkung sondern verletzend. Solche Mikroaggressionen gebe es auf allen Ebenen des Fußballs.
Fremdsein in Deutschland und Ghana
00:36:24Otto Addo beschreibt sein Gefühl des Fremdseins in Deutschland, wo er immer als 'der Andere' wahrgenommen wird, egal wie gut er Deutsch spricht oder wie lange er hier lebt. Im Gegensatz dazu fühlte er sich in Ghana nie als Fremder, auch wenn er als Deutscher auffällt. Diese Erfahrung war ein Grund, warum er sich für die ghanaische Nationalmannschaft entschied.
Hass im Internet und Vereinsbindung
00:39:00Addo berichtet von Hass im Internet, der sich besonders bei Nicht-Erfolg der Mannschaft verstärkt. Er betont, dass er bei allen Vereinen, bei denen er gespielt hat (HSV, Hannover 96, Dortmund, Mainz) Unterstützung und Akzeptanz erfahren hat. Besonders positive Erinnerungen hat er an die Hannover-Fans, die ihn trotz seiner kurzen Zeit stark unterstützten.
Identität und Zugehörigkeit
00:42:10Addo reflektiert über seine komplexe Identität als Deutsch-Ghanaer. Er schildert, dass er sich nicht zwischen beiden Identitäten entscheiden muss und beide Seiten zu seiner Persönlichkeit gehören. Gleichzeitig beschreibt er, wie sich seine Wahrnehmung im Laufe der Jahre geändert hat - als junger Mann fühlte er sich in Deutschland weniger heimisch, heute ist er mit seiner Doppelidentität sicher im Umgang und akzeptiert beide Seiten.
Roots gegen Rassismus - Präventionsarbeit
00:44:07Roots gegen Rassismus hat drei Hauptinteressen. Erstens bietet Unterstützung für Opfer von Rassismus, hilft bei der Einreichung von Beschwerden und gibt Beratung zur richtigen Formulierung. Zweitens werden Workshops für Vereine und Kooperationspartner wie den DFB angeboten. Der Fokus liegt auf der Schulung von Trainern, Schiedsrichtern und Funktionären im Umgang mit diskriminierenden Situationen. Roots arbeitet strukturell daran, systemische Veränderungen im DFB herbeizuführen und die Integration von Expertise mit Migrationshintergrund zu fördern. Die Initiative wächst und will in Zukunft noch mehr Menschen erreichen.
Rassimus-Erlebnisse - Von früher bis heute
00:47:28Otto Addo schildert persönliche Erfahrungen mit Rassismus aus seiner Kindheit und Jugend. Er erinnert sich daran, wie seine Mutter im Bus einen Sitzplatz räumen musste. Immerhin stellt er gegenüber früher eine Verbesserung fest, betont aber gleichzeitig, dass der Rassismus nicht vollständig verschwunden ist. Im aktuellen Fußball gibt es nach wie vor Situationen, in denen seine Kinder von gegnerischen Spielern aufgrund ihrer Herkunft beleidigt werden. Diese Erlebnisse zeigen, dass der Kampf gegen Diskriminierung noch nicht vorbei ist und Aufklärung weiterhin notwendig ist.
Umgang mit Rassismus im Jugendfußball
00:48:57Im Jugendfußball gibt es besondere Herausforderungen beim Umgang mit rassistischen Äußerungen. Junge Trainer, oft selbst noch Teenager, wissen oft nicht, wie sie reagieren sollen, wenn Kinder beleidigt werden. Otto Addo rät, den betreffenden Spieler sofort vom Platz zu nehmen und das Gespräch zu suchen. Es gelte, Konsequenzen zu vermitteln und die Eltern einzubeziehen. Vielfach werden solche Vorfälle jedoch bagatellisiert oder ignoriert, was bei Addo und seiner Familie zu Frustration führte, als Schule und Trainer auf Beschwerden nicht reagierten. Dies zeigt die Notwendigkeit von Aufklärung und klaren Handlungsleitlinien.
Möglichkeiten zur Prävention und Lösung
00:54:11Um Rassismus im Sport präventiv zu bekämpfen, schlägt Otto Addo mehrere Maßnahmen vor. Roots against racism bietet Workshops für Vereine an, die Lösungsansätze und Fallbeispiele liefern. Wichtig ist auch die sichtbare Diversität in Institutionen wie der Polizei oder beim DFB. Der DFB hat bereits seit über 20 Jahren den Julius-Hirsch-Preis, der Vereine für ihr Engagement gegen Rassismus auszeichnet. Addo fordert, dass solche positiven Beispiele stärker wahrgenommen werden und Vereine belohnt werden, die offen gegen Rassismus eintreten. Medien sollten dabei eine aktivere Rolle spielen, um ein anderes Narrativ zu schaffen.
Erfahrungen mit Polizeikontrollen
01:00:08Otto Addo schildert seine Erfahrungen mit Polizeikontrollen, die oft mit seinem Migrationshintergrund zusammenhängen. Er berichtet von bis zu vier Kontrollen am Tag in Hannover, ohne dass konkreter Anlass bestand. Diese Erfahrungen machten ihn selbst äußerst sensibel für Situationen, in denen er sich beobachtet fühlt. Ein besonders belastendes Ereignis war eine Kontrolle in Hamburg bei der Rückkehr aus dem Urlaub, bei der seine Familie mit Taschenlampen beleuchtet wurde. Die Begründung durch die Polizei war nach Addo's Ansicht nicht nachvollziehbar. Solche Erlebnisse vermitteln ihm, dass strukturelle Probleme in Polizeipräsenz weiterhin bestehen.
Empfehlungen für den Umgang mit Rassismus
01:06:47Für den Umgang mit Rassismus im Sport gibt Otto Addo zwei wichtige Empfehlungen. Erstens sollten Menschen ihre eigenen Vorurteile hinterfragen und sich in die Perspektive anderer hineinversetzen. Dialog und gegenseitiges Verständnis sind entscheidend, um Vorurteile abzubauen. Zweitens im Sport sollten rassistische Äußerungen konsequent gemeldet werden. Der DFB hat in jedem Bundesland Rassismusbeauftragte und es gibt spezielle Meldestellen über das Internet. Addo betont, dass Konsequenzen für rassistische Äußerungen keine Diskussionen zuläfen - unabhänig davon, wer betroffen ist. Wer Zeugnis solcher Vorfälle wird, sollte sich immer melden.
Werdegang im Trainerberuf
01:10:47Otto Addo schildert seinen Werdegang zum Nationaltrainer von Ghana. Der erste Kontakt war 2014 als Analyst für die ghanaische Nationalmannschaft bei der WM in Brasilien. Später arbeitete er als Co-Trainer parallel zu seiner Tätigkeit bei Dortmund. Nach der Entlassung des damaligen Trainers übernahm Addo die Verantwortung und qualifizierte das Team für die WM 2022 in Katar. Nach der WM trat er aus zeitlichen Gründen zurück, nahm 2024 jedoch ein weiteres Angebot an. Sucht nun nach einer neuen Trainerstelle, wobei sowohl Co-Trainer- als auch Cheftrainer-Rollen möglich sind. Die Zusammenarbeit mit einem Berater hilft ihm bei der Suche nach einer passenden Position.
Trainerphilosophie und Karriereende
01:15:43Für Otto Addo ist es wichtig, als Trainer eine gute Beziehung zur Mannschaft aufzubauen. Der persön Draht zur Mannschaft ist Voraussetzung, dass Spieler bereit sind, Anweisungen zu befolgen und gemeinsam zu lernen. Er betont, dass schlechte Beziehungen zu Misserfolgen führen. Addo nennt mehrere prägende Trainer in seiner Karriere, darunter Matthias Sammer für sein Fachwissen und Rainer Scheer für seine Persönlichkeit und Freiheiten. Nach vier Knieoperationen kann Addo selbst nicht mehr Fußball spielen, was ihn aber nicht davon abhält, Fußball weiterhin aus einer Trainerperspektive zu leben. Als Trainer sieht er Vorteil darin, Profifußballer gewesen zu sein, aber auch die Notwendigkeit, ständig dazuzulernen.
Unterhaltung und Quizspiele
01:28:40Der Stream beginnt mit Begrüßungen und einem Geschwindigkeitsvergleich bei GeoGuessr. Otto Addo hat nie in Augsburg gespielt und diskutiert über die schwierigsten Stadion-Aufgaben. Die Community ist aktiv an den Quizrunden beteiligt und es werden mehrere Gewinner von Merch-Paketen bekannt gegeben. Streamer und Gäste interaktieren bei verschiedenen Spielen wie GeoGuessr und Murmeln.
Fußball-Persönlichkeiten und Karrierewege
01:31:20Otto Addo äußert sich über internationale Fußballgrößen wie Pep Guardiola, den er als bodenständig beschreibt. Er erzählt von persönlichen Treffen und beruflichen Kontakten, die er in seiner Karriere aufgebaut hat. Guardiola wird als sympathische Person dargestellt, mit der Addo regelmäßig in Kontakt steht und sich auch privat austauscht.
WM-Vorhersagen und Fußball-Kultur
01:32:55Otto Addo äußert sich über die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft und tippt Italien als möglichen Sieger. Er diskutiert mit der Community über Favoriten und seine persönlichen Einschätzungen. Auch persönliche Erfahrungen aus früheren Spielen werden geteilt, darunter ein Spiel in Gladbach mit vielen Toren.
Stadion-Erkennung und Fußball-Wissen
01:42:20Die Community testet ihr Stadion-Wissen bei GeoGuessr-Runden. Otto Addo teilt persönliche Anekdoten zu verschiedenen Stadien in Deutschland und wie er diese besucht hat. Dabei werden auch technische Besonderheiten und historische Momente in den Stadien diskutiert.
Interaktion mit der Community
01:55:13Die Streamer spielen Runden Murmeln, während die Community Fragen stellt und auf Kommentare reagiert. Es werden verschiedene Themen behandelt, von Polizeiarbeit bis hin zu Fußball-Vergleichen. Auch Merch-Verlosungen stehen im Mittelpunkt und die Gewinner werden bekannt gegeben.
Polizeiarbeit und Laufbahn
01:57:17Die Streamer erklären ihre unterschiedlichen Rollen bei der Polizei. Während Mara hauptsächlich im Bereich der Pädokriminalität arbeitet, ist Janni für die Koordination der Polizei-Twitch-Aktivitäten verantwortlich. Es werden verschiedene Spezialisierungen im Team vorgestellt, um ein breites Spektrum an Expertisen abzudecken.
Fragen zur Polizei-Arbeit
02:00:38Es werden verschiedene Fragen zur polizeilichen Arbeit behandelt, wie etwa die Tragepflicht von Dienstwaffen im Dienst und die Unterschiede zwischen Laufbahnen. Auch der Kontakt zur Real-Life-Welt wird diskutiert, wobei die Streamer respektvolle Interaktionen betonen.
Stream-Ende und Verabschiedung
02:18:34Der Stream endet mit abschließenden Worten der Streamer. Es wird ein Raid bei dem Streamer Lendi angekündigt. Die Gewinner der Merch-Verlosungen werden nochmals erinnert, ihre Adressen einzusenden. Die Streamer bedanken sich für die Teilnahme und wünschen der Community eine schöne Zeit.