MARC his words! - Wir quatschen mit Marc von der Polizei aus Rheinland-Pfalz.

Polizeiaustausch zwischen Hannover und Rheinland-Pfalz

Es wurde der Austausch zwischen der Polizei Hannover und einem Pressesprecher aus Rheinland-Pfalz aufgezeichnet. Themen waren die Unterschiede in den Einsatzgebieten und die Pläne, die Präventionsarbeit auch auf Twitch auszubauen. Der Dialog soll als Vorbild für weitere Behörden dienen.

Just Chatting
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Willkommen und Vorstellung des Gastes

00:05:18

Der Stream beginnt mit der Begrüßung der Community und der Vorstellung des Gastes Marc vom Polizeipräsidium Trier in Rheinland-Pfalz. Marc ist zu einem mehrtägigen Praktikumsbesuch im hannoverschen Polizeistudio, um das Twitch-Projekt kennenzulernen. Streamer Janni stellt Marc vor und präsentiert die Uniformen beider Länder. Marc berichtet von seiner职位 als Pressesprecher und seiner vorherigen Tätigkeit im Streifendienst.

Ziele des Twitch-Projekts und Austausch zwischen den Bundesländern

00:09:57

Marc erklärt seine Erwartungen an den Praxistag und Interesse am Format der Polizei Hannover. Er schildert, dass die Polizei Rheinland-Pfalz ebenfalls neue Wege der Social-Media-Kommunikation, wie TikTok, geht und prüft, ob Twitch ein ähnlicher Erfolgsweg sein könnte. Der Erfolg der hannoverschen Polizei mit bis zu 1500 Zuschauern weist das große Interesse anderer Polizeibehörden an diesem Format nach und dient als Vorbild.

Zusammenarbeit und Aufklärungsarbeit der Polizei

00:18:04

Die Polizei Hannover und Rheinland-Pfalz tauschen sich über ihre Aufgaben aus. Marc betont die Bedeutung der Aufklärungsarbeit und des Dialogs mit der Bürger:innen. Der Stream selbst wird als Dienstzeit definiert, da hier Fragen beantwortet und Präventionsarbeit geleistet wird. Beide sprechen auch über polizeiliche Formate wie 'Nachtstreife' und stellen klar, dass authentische Berichte über die Polizeiarbeit einen wichtigen Bildungsauftrag erfüllen.

Vergleich der Polizeibehörden und Einsatzgebiete

00:29:27

Ein Vergleich der Einsatzgebiete von Hannover und Trier zeigt strukturelle Unterschiede. Hannover ist mit rund einer Million Einwohner:innen ein städtisches Gebiet, während Trier mit etwa 100.000 Einwohner:innen und einem ländlicheren Umland deutlich kleiner ist. Trier hat zudem den besonderen Charakter eines Grenzgebietes zu Luxemburg, Belgien und Frankreich, was zu grenzüberschreitenden Kooperationen und Einsätzen führt.

Berufseinstieg bei der Polizei: Anforderungen und Voraussetzungen

00:32:24

Marc und Janni geben Ratschläge für junge Menschen, die Polizist werden möchten. Der Weg führt über ein dreijähriges Studium an der Hochschule der Polizei, wobei auch der Einstieg mit dem mittleren Reife möglich ist. Wichtig sind neben soliden juristischen Kenntnissen auch eine gute körperliche Verfassung, die durch Sporttests im Einstellungsverfahren und im späteren Dienst sichergestellt wird. Die Bereitschaft, eine Schusswaffe einzusetzen, wird ebenfalls abgefragt.

Umgangsformen und Dienstgrade

00:43:50

Zu Beginn des Streamabschnitts wird die informelle Ansprache von Polizisten thematisiert. Marc betont, dass ein respektvoller Umgang wichtig ist, jedoch das Anreden per Du nicht grundsätzlich falsch sein muss, wenn auf Augenhöhe kommuniziert wird. Er rät jedoch, aus Höflichkeit und um mögliche Missverständnisse zu vermeiden, lieber das Sie zu verwenden. Im Anschluss werden die verschiedenen Dienstgrade und deren Karrierewege bei der Polizei detailliert erläutert. Marc erklärt, dass die Ränge von Polizeikommissar bis Polizeihauptkommissar gehen und dass innerhalb dieser Ränge unterschiedliche Verantwortungsbereiche existieren, die unabhängig vom Rang sein können.

Einsatzfahrzeuge und Moderatoren

00:48:01

Es wird erläutert, warum Polizeifahrzeuge überwiegend vom Typ VW Passat sind und wie das Einsatzgebiet die Fahrzeugauswahl beeinflusst. Stadtdienststellen nutzen z.B. diese Standardmodelle, während die Autobahnpolizei auf schnellere Fahrzeuge wie den BMW 530i zurückgreift. Anschließend geht es um das Moderationsteam. Marc klärt, dass alle Moderatoren Kollegen der Polizei Hannover sind und die Position nicht von externen Zuschauern übernommen werden kann. Als Grund wird die Notwendigkeit genannt, dass die Moderatoren Fachwissen und die Befugnisse eines Polizisten besitzen müssen, um Fragen kompetent beantworten und den Chat moderieren zu können.

Prävention, Übung und Einsatzalltag

00:51:27

Ein großer Teil des Streams widmet sich dem präventiven und trainingsbezogenen Aspekt der Polizeiarbeit. Marc erläutert, dass es in Rheinland-Pfalz an jedem Polizeipräsidium Beratungsstellen für verschiedene Bevölkerungsgruppen gibt, einschließlich spezieller Angebote für Senioren zum Thema Einbruchsschutz. Auch die intensive Vorbereitung auf Großlagen wie Demonstrationen wird thematisiert, die durch realitätsnahe Simulationen mit speziell geschulten Kollegen vorbereitet werden. Zudem geht es auf die ständige Schulung der Beamten ein, wie die regelmäßig erforderlichen Schießtrainings und die fortlaufende Praxisausbildung, die während des Studiums beginnt.

Sicherheitshinweise und Publikumsinteraktion

00:58:42

Marc gibt wichtige Sicherheitshinweise für den Alltag. Er klärt, was unter Waffen in Waffenverbotszonen zu verstehen ist, wie z.B. Messer mit einer Klinge über 12 cm, und dass Werkzeuge wie ein Vorschlaghammer, wenn sie beruflich benötigt werden, geführt werden dürfen. Anschließend wird auf eine spezifische Nachfrage zur persönlichen Sicherheit von Frauen eingegangen. Als präventive Maßnahmen empfiehlt Marc telefonische Begleitung, das Nutzung eines Heimwegtelefons und den direkten Kontakt zur Polizei bei unwohlsein, um sich auf dem Nachhauseweg sicherer zu fühlen. Der Stream endet mit einem interaktiven Murmel-Spiel, bei dem Zuschucher Preise gewinnen, was die hohe Beteiligung und die positive Stimmung unterstreicht.

Rechtliche Grundlagen für Taschenkontrollen

01:31:37

Marc erläutert, dass die Polizei für jede Durchsuchung einer Tasche eine rechtliche Grundlage benötigt. Diese könne unter anderem die Suche nach einem Ausweisdokument bei fehlender Mitwirkung, die gleichgeschlechtliche Personenkontrolle oder die Abwehr einer unmittelbaren Gefahr für Leib und Leben sein. Ohne diese Grundlage sei eine Durchsuchung nicht möglich. Er betont, dass aus Sicht des Betroffenen eine Maßnahme vielleicht grundlos erscheint, aus der Perspektive des Polizisten jedoch möglicherweise Anhaltspunkte für die Rechtmäßigkeit bestanden.

Umgang mit Anfeindungen und dem Mindset der Polizei

01:36:49

Zu vermehrten verbalen und physischen Angriffen auf Polizisten erklärt Marc, dass dies vor allem in der Hundertschaft aufgrund der Einsatzlage häufiger vorkomme. Im Streifendienst, wie er ihn selbst kennt, sei das Problem deutlich geringer. Er sieht den Hauptgrund in der Art der Kommunikation. Wenn Maßnahmen transparent erklärt werden, zeigten die meisten Menschen Verständnis und Akzeptanz. Marc vermutet, dass in sozialen Medien oft nur ausgewählte und aus dem Kontext gerissene Ausschnitte gezeigt werden, die ein verzerrtes Bild der Polizei erzeugen.

Organisation und Finanzierung der Polizei-Streams

01:42:35

Im Gespräch über die Finanzierung des Twitch-Kanals stellt Marc klar, dass es keine Einnahmen gibt. Der Kanal sei nicht auf Monetarisierung ausgelegt und vollständig kostenlos. Als Behörde dürfe die Polizei keine Einnahmen generieren. Es werde bewusst auf Werbung und Paywalls verzichtet, um ein gleichberechtigtes und werbefreies Angebot für alle zu schaffen. Das gesamte Streaming-Angebot, inklusive der Technik, werde durch Steuergelder finanziert, was Marc im Sinne der Aufklärungsarbeit für notwendig hält.

Austausch und zukünftige Pläne für polizeiliche Prävention auf Twitch

01:50:24

Marc wertet den Austausch als sehr gewinnbringend und hofft, dass sich der polizeiliche Präventionsauftrag auf Plattformen wie Twitch weiterentwickelt. Er betont, dass es ein einfaches Mittel ist, mit einer großen Anzahl von Menschen ins Gespräch zu kommen, was auf traditionellen Wegen nicht möglich wäre. Sein großes Anliegen ist es, dass weitere Polizeibehörden diesem Beispiel folgen, um eine größere Reichweite für wichtige Aufklärungsarbeit zu erreichen und sich gegenseitig auszutauschen.

Struktur des Polizeidienstes und Spielevergnügen

01:29:25

Der Stream beginnt mit einem informellen Austausch über die Organisationsstruktur der Polizei. Erklärt wird, dass es außerhalb der regulären Geschäftszeiten spezielle Dienststellen gibt, die den Bereich abdecken. Anschließend wechseln die Teilnehmer zur Unterhaltung zu einem Spiel. Dabei wird über Spielstände gesprochen, Merchandise-Pakete werden verlost und der Ablauf des Spiels, das an Wipeout erinnert, kommentiert. Das Gameplay dient als lockeres Rahmenprogramm für das Gespräch.

Schwierige Witterungsbedingungen im Dienstalltag

01:41:15

Die Gesprächsrichtung wechselt zu den kürzlich herrschenden winterlichen Straßenverhältnissen. Ein Teilnehmer berichtet, wie verrückt das dicke Eis auf den Autobahnen sei. Marc bestätigt, dass er das komplette Wochenende im Einsatz war und die Bedingungen extrem schwierig waren. Dieser kurze Einblick in die realen Herausforderungen des Polizeidienstes rundet das Bild ab und zeigt, dass der Einsatz nicht nur aus der direkten Interaktion mit Bürgern, sondern auch aus der Bewältigung von Naturgewalten besteht.

Zuständigkeiten und Quasi-Dienstfähigkeit

02:14:20

Die Zuständigkeit für polizeiliche Einsätze liegt immer bei der örtlich verantwortlichen Dienststelle, wie Marc erklärt. Sollte eine Übergriffsgefahr entstehen oder ein Sachverhalt dies erfordern, kann sich ein Polizist jedoch auch außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches in den Dienst versetzen und bis zum Eintreffen der lokalen Kollegen eingreifen. Diese Quasi-Dienstfähigkeit ist auch für Marc im Privatleben möglich, solange der Sachverhalt es erfordert. Die Hauptzuständigkeit obliegt jedoch stets der Dienststelle des Ortes, an dem der Vorfall stattfindet.

Unterschiede der Polizeiarbeiten

02:15:13

Die Arbeitsbereiche im Polidienst sind extrem vielfältig und kaum vergleichbar. Während Marc im Streifendienst der Autobahnpolizei vor allem mit verkehrsrechtlichen Sachverhalten zu tun hat, forscht Nugget als Ermittlungspolizist am Rechner. Dieser Unterschied zeigt sich auch bei den taktischen Maßnahmen: Während Nuggt Durchsuchungen und Festnahmen vornehmen kann, ist das bei Marc als Autobahnpolizist, der primär im öffentlichen Raum agiert, sehr selten. Für Marc sind die Führerhäuser von LKW-Fahrern rechtlich sogar als deren „Wohnung“ geschützt, was für Durchsuchungen einen richterlichen Beschluss erfordert. Die Polzei bietet damit die Möglichkeit, in viele verschiedene Welten einzutauchen.

Digital Forensik und Umgang mit Beweismitteln

02:17:34

Bei der Beweissicherung, insbesondere bei digitalen Medien wie Festplatten, gehen die Polizeibeamten sehr methodisch vor. Selbst wenn ein Täter versucht, eine Festplatte physisch zu zerstören, ist der Inhalt oft noch rettbar. Spezialisten aus der Forensik bauen die Geräte auseinander, entnehmen die Speicherscheiben und bauen sie in baugleiche Gehäuse ein, um die Daten zu sichern. Marc betont, dass eine Festplatte erst durch massive Beschädigung wirklich unbrauchbar wird. Im Gegensatz zu manchen Klischees besteht keine Regel, die eine Tätigkeit bei der Polizei bei bestimmten Vorerkrankungen wie Autismus oder Depressionen kategorisch ausschließt. Solange die physischen und psychischen Anforderungen erfüllt werden, sind solche Fälle Einzelfallentscheidungen.

Transparente Öffentlichkeitsarbeit und Stream-Ziele

02:20:08

Marc und das Team des Kanals „polizeihannover“ haben das Ziel, durch ihre Streams transparent und nahbar für die Öffentlichkeit zu sein. Sie wollen Einblicke in den Berufsalltag eines Polizisten vermitteln, die über das hinausgehen, was im Fernsehen gezeigt wird. Dabei produzieren sie viel Content, der den abwechslungsreichen Beruf zeigt und es den Zuschauern ermöglicht, live Fragen zu stellen. Eine Hauptaufgabe ist es auch, Klischees zu entkräften. So betonen die Beamten, dass sie nicht ständig Donuts essen, und stellen klar, dass es sich um reine Unterhaltung handelt und keine amtlichen Aussagen getätigt werden. Der Stream dient dem Dialog und der Aufklärung.

Fußballstadien, Szenekundige Beamte und Deeskalation

02:29:34

In Fußballstadien ist für die ordnungsgemäße Sicherheitssituation hauptsächlich die Bereitschaftspolizei zuständig, unterstützt von lokalen Kräften und speziellen Einheiten. Ein entscheidendes Bindeglied zwischen Polizei und Fans sind sogenannte „szene-kundige Beamte“ (SKBs). Diese kennen beide Seiten – die Strukturen der Fangemeinschaften und die polizeilichen Vorgaben – und agieren als Deeskalatoren. In aufgeheizten Situationen sprechen sie direkt mit den Capos der Fan-Gruppen, um die Stimmung zu beruhigen, da diese eine große Reichweite auf die Fans haben. Diese personalintensive Methode ist effektiver als ein Ansprechen einzelner Fans, da sie sich auf die Führungspersonen konzentriert.

Keine offiziellen No-Go-Areas in Hannover

02:39:46

Auf die Frage nach No-Go-Areas in Hannover gibt es von Marc keine klare Bestätigung. Er führt aus, dass es subjektiv gesehen in jeder Stadt Orte gibt, die man vielleicht ungern aufsucht. In Hannover gibt es beispielsweise ein großes Rotlichtmilieu, in dem sich nachts auch Menschen aufhalten, mit denen die Polizei wenig zu tun haben möchte. Dennoch ist dies keine offizielle „No-Go-Area“, sondern eher eine Frage des persönlichen Empfindens. Auch Bahnhöfe werden generell als „Verrufnorte“ wahrgenommen, da sie viel Konfliktpotenzial durch hohe Menschenansammlungen bieten, besonders nachts. Die Polizei hat dort immer einen erhöhten Einsatz.

Wachstum des Kanals und zukünftige Pläne

02:41:26

Der Kanal „polizeihannover“ hat binnen kurzer Zeit ein starkes Wachstum erzielt und kürzlich die Marke von 49.000 Followern geknackt, wobei das ursprüngliche Ziel bis Weihnachten erreicht wurde. Marc ist von diesem schnellen Wachstum selbst überrascht und sieht die 50.000-Follower-Marke als „magische Grenze“. Für die Zukunft sind weitere Pläne vorgesehen, wie ein weiterer Autobahn-Stream, bei dem der Alltag der Dienststelle gezeigt wird. Auch ein Community-Treffen wird diskutiert, ebenso wie der Auftritt bei einem Bowling-Cup, für dessen Teamname kreative Vorschläge aus dem Chat gesammelt werden.

Hausrecht und respektvoller Umgangston

02:57:33

Der Streamer legt großen Wert auf einen respektvollen Umgangston und unterstreicht das Hausrecht im eigenen Kanal. Kommentare, die Frauen respektlos oder beleidigend behandeln, werden scharf verurteilt und gelöscht. Marc appelliert, dass solche Kommentare nichts mit Spaß zu tun haben und nicht toleriert werden. Er betont, dass er und sein Team im echten Leben ebenso agieren würden und eine respektlose Sprache gegenüber Kolleginnen nicht hingenommen wird. Der Chat unterliegt den gleichen Regeln wie der öffentliche Raum, und wer sich nicht daran hält, wird verwiesen.