Moin und Servus! Wir quatschen heute spontan mit Leonie und Michi aus Bayern über Hasskriminalität und Ausgrenzung
Bayerns Polizei über Hasskriminalität: Einsatz und Prävention
Die Bayerische Polizei setzt sich gezielt gegen Hasskriminalität und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ein. Spezialisierter Beauftragter Michi und Kollegin Leonie berichteten über die Herausforderungen in der Ermittlung und der Zusammenarbeit mit NGOs und Beratungsstellen. Die Aufklärungsquote bei Online-Hassdelikten wurde als besonders hoch mit 70-80 Prozent bezeichnet.
Begrüßung und Vorstellung der Gäste
00:04:00Der Stream beginnt mit allgemeinen Begrüßungen und Vorstellungen. Leonie und Michi aus Bayern als Gäste werden eingeführt. Michi ist der Beauftragte gegen Hass der Polizei Bayern. Es wird angekündigt, dass man über Hasskriminalität und Ausgrenzung sprechen wird, und es werden technische Hinweise gegeben. Es wird erwähnt, dass dies ein spontaner Stream ist.
Zweck des Polizei-Twitch-Kanals
00:07:30Es wird erklärt, dass der Account 'polizeihannover' eine offizielle Polizeidienststelle auf Twitch ist. Sie sind für Fragen und Anliegen der Community da. Der Account ist komplett entmonetisiert, es können keine Spenden oder Abos getätigt werden. Das Finanzierung erfolgt durch Steuergelder. Der Zweck ist es, eine niederschwellige Anlaufstelle für Bürger zu sein.
Arbeit im Bereich Hasskriminalität
00:22:50Leonie und Michi stellen ihre Arbeit im Landeskriminalamt vor. Sie beschäftigen sich hauptsächlich mit Hasskriminalität und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Es werden verschiedene Schwerpunkte wie Antiziganismus, Antisemitismus, Hass gegen Frauen genannt. Es wird erklärt, dass Hasskriminalität vorurteilsgeleitet ist und sich auf persönliche Merkmale wie Religion, Geschlecht oder sexuelle Orientierung bezieht.
Entwicklung und Herausforderungen der Hasskriminalität
00:36:08Es wird erklärt, dass Hasskriminalität sehr schambehaftet ist und oft zu weitreichenden psychologischen Folgen führt. Bayern hat seit drei Jahren spezielle Beauftragte für diese Themen. Die Arbeit umfasst sowohl die Außenarbeit mit NGOs und Communities als auch die innere Aus- und Fortbildung der Polizei. Es werden die Schwierigkeiten bei der Erfassung und Klassifizierung solcher Straftaten, insbesondere bei Femiziden, erläutert.
Arbeitsalltag und Aufgaben der Hassbeauftragten
00:46:27Der typische Arbeitsalltag der Beauftragten wird beschrieben. Er beinhaltet sowohl die Außenarbeit - den Kontakt zu Communities, NGOs und Beratungsstellen - als auch die innere Aus- und Fortbildung. Dabei geht es darum, Ressentiments abzubauen und die Polizei nahbarer zu machen. Es wird betont, dass sie strategisch arbeiten und keine Einzelfälle bearbeiten, sondern diese an die zuständigen Stellen weiterleiten.
Klassifizierung und Phänomenbereiche der Hasskriminalität
00:50:37Es werden die verschiedenen Phänomenbereiche der Hasskriminalität erklärt: rechte, linke, religiöse und ausländische Ideologien. Eine neuere Kategorie ist die 'sonstige Ideologie', die für Fälle ohne klare Einordnung geschaffen wurde. Es wird erläutert, dass rechte Ideologie bei Hasskriminalität dominiert, aber solche Taten in allen Gesellschaftsbereichen vorkommen können.
Antisemitismus-Kritik und Israel-Politik
00:55:10Eine wichtige Frage im Stream behandelt die Unterscheidung zwischen legitimer Kritik an der israelischen Regierung und Antisemitismus. Die Gäste erläutern die sogenannte 3D-Regel: Wenn Israelkritik so formuliert ist, dass man andere Länder mit ähnlichem Verhalten nicht同样 kritisieren würde, liegt sie oft im Bereich des Antisemitismus. Kritik an der israelischen Regierung, die man genauso an amerikanischen, deutschen oder französischen Regierungen üben würde, ist legitim und von der freien Meinungsäußerung gedeckt. Die Gäste betonen, dass Israelkritik oft versteckter Antisemitismus sein kann, der jüdische Menschen betrifft.
Bodycams und Datenschutz bei Polizeieinsätzen
00:56:59Die Streamer beantworten Fragen zu Bodycams bei Polizeieinsätzen. Bodycams dürfen nicht überall verwendet werden, besonders nicht in geschützten Privaträumen wie Wohnungen. Die Polizei kündigt eine Aufzeichnung in der Regel an, sodass alle Beteiligten wissen, dass sie gefilmt werden. Dies dient der Transparenz undützt sowohl den Beamten als auch den Bürgern bei späteren Nachforschungen. Die Gäste erklären, dass die Entscheidung zur Aufzeichnung von der konkreten Situation abhängt und stets im Einklang mit rechtlichen Vorgaben erfolgt.
Hasskriminalität im Netz und Polizeipräsenz
00:58:21Ein zentrales Thema des Streams ist die Bekämpfung von Hasskriminalität im digitalen Raum. Die Polizei sieht die Notwendigkeit, auch im virtuellen Raum präsent zu sein, genauso wie im analogen Raum. Grundprinzip ist das 'offene Visier' – die Polizei soll erkennbar und ansprechbar sein. Da dies im Netz schwierig ist, arbeiten sie mit Community-Policing zusammen. Bürger werden ermutigt, strafbare Handlungen zu dokumentieren und über die Plattform Respekt online zur Anzeige zu bringen. Dies ist besonders wichtig, da die Dunkelzahlof online-Hassdelikten hoch ist.
Zusammenarbeit mit NGOs und Meldestellen
01:00:58Die Polizei arbeitet eng mit Organisationen wie HateAid zusammen, um Hate Speech effektiv zu bekämpfen. Diese NGOs bieten wichtige Beratungsleistungen und filtern Meldungen, bevor sie an die Polizei weitergeleitet werden. Die Aufklärungsquote bei online-Hassdelikten ist mit 70-80 Prozent höher als bei Delikten im analogen Raum. Bürger müssen bei Anzeigen persönliche Daten angeben, können diese aber schützen lassen, indem sie beispielsweise ihre Adresse decken lassen oder eine alternative Postansicht verwenden. Die Polizei betont, dass der Schutz von Daten und die Vermeidung von Nachteilen für Anzeigeerstatter höchste Priorität haben.
Personalausstattung und Spezialisierung
01:07:07Die Bayerische Polizei hat Kapazitäten im Bereich Hasskriminalität deutlich ausgebaut. Während es früher nur eine Beauftragte gab, sind mittlerweile sechs Personen für diese Aufgabe zuständig. Diese Spezialisierung ermöglicht eine gezielte Betreuung verschiedener vulnerabler Gruppen und Communities. Die Gäste betonen, dass sich die Gesellschaft ständig weiterentwickelt und die Polizei sich anpassen muss. Hasskriminalität und Online-Kriminalität werden dabei immer wichtiger, auch wenn generell Personalressourcen begrenzt sind. Es geht darum, vorhandene Kräfte effektiver einzusetzen.
Polizeiarbeit und Respekt
01:14:14Die Gäste diskutieren die richtige Anrede bei der Polizei. Während in Bayern oft das Sie verwendet wird, ist der Umgang kulturell unterschiedlich. Viele Polizisten bevorzugen das Du, da es sie nahbarer macht. Wichtig ist der gegenseitige Respekt – Bürger können mit dem Sie beginnen und prüfen, wie die Polizisten reagieren. Die Polizisten betonen, dass they sich für alle Menschen einsetzen, unabhängig von politischer Meinung oder Herkunft. Bei Hasskriminalität erfolgt die Ermittlung und Ahndung gleichmäßig, auch wenn mediale Darstellungen manchmal andere Eindrücke erwecken.
Reflexion von Fehlern und Einsatzbewältigung
01:18:02Die Polizisten sprechen über Situationen, in denen sie ihr eigenes Handeln hinterfragen. Im Streifendienst, besonders in Stresssituationen oder bei potenziell lebensbedrohlichen Ereignissen, werden Entscheidungen getroffen, die im Nachgang reflektiert werden müssen. Diese Reflexion ist Teil der Polizeiarbeit und erfolgt in Einsatznachbesprechungen. Die Gäste betonen, dass Fehler menschlich sind,重要的是 daraus zu lernen. Sie verweisen auf die besondere Verantwortung, da oft der erste Kontakt der Bürger mit der Polizei stattfindet. Jeder Einsatz wird daher im Team und danach besprochen, um aus Fehlern zu lernen.
Swatting und Präventionsmaßnahmen
01:31:28Ein ernstes Thema ist Swatting – das vorsätzliche Schicken von Polizeieinheiten zu Personen, die streamen. Dies ist sowohl gefährlich für die Betroffenen als auch für die eingesetzten Polizisten. Die Polizei hat spezielle Teams, die sich mit solchen Fällen befassen, aber die Aufklärung ist oft schwierig wegen verschlüsselter Kommunikation. Als Präventionsmaßnahme streamer werden ermutigt, größere Events vorher bei der Polizei anzukündigen. Dadurch kann die Polizei besser zwischen echten Notfällen und Swatting-Attacken unterscheiden. Gäste betonen, dass die Polizei von Informationen abhängig ist und sich gemeinsam mit der Community Lösungen erarbeiten möchte.
Hasskriminalität und Strafverfolgung
01:45:43Die Polizei erläutert ihre Haltung gegenüber Hasskriminalität betont dass sie als Strafverfolgungsbehörde verpflichtet ist Straftaten zu verfolgen auch wenn es sich um Meinungsäußerungen handelt. Sie weisen darauf hin dass Meinungsfreiheit dort endet wo sie Menschen wehut oder strafrechtliche Konsequenzen hat und erklären ihren Strafverfolgungszwang der sie dazu verpflichtet Verfahren einzuleiten auch wenn dies manchmal zu unglücklichen Ergebnissen führt.
Transparenz bei Ermittlungen
01:48:06Es gibt Kritik an mangelnder Transparenz bei der Einstellung von Verfahren wobei die Polizei erklärt dass hinter jeder kurz gehaltenen Einstellungsverfügung umfangreiche Sachbearbeitung steckt. Sie räumen ein dass es oft schwierig für Opfer nachzuvollziehen warum ein Verfahren eingestellt wurde und betonen dass hier Verbesserungspotenzial besteht um mehr Klarheit für Betroffene zu schaffen.
Safe Space und Aufklärungsarbeit
01:49:49Der Stream als Safe Space beschrieben wobei Polizei und Zuschauer in respektvollem Dialog über Hasskriminalität und Ausgrenzung diskutieren. Die Polizei betont dass Streaming eine Form der Aufklärungsarbeit ist mit der sie auch andere Zielgruppen erreichen können als bei traditionellen Polizeiständen. Sie erklärt dass Polizei auf allen Plattformen präsent sein muss um digitale Greifbarkeit zu schaffen und Menschen nahe zu bringen.
Internationale Polizeiarbeit auf Twitch
01:52:27Die Polizei berichtet über den Austausch mit Kollegen aus Dänemark Finnland Frankreich und den Niederlanden die ebenfalls streamen. Besonders erwähnt werden dänische Polizisten die CounterStrike auf kompetitivem Niveau spielen und die französische Gendarmerie die eine eigene FortniteMap für Cybersicherheitstrainings entwickelt hat. Für Herbst ist der Behörden Cup geplant ein großes Streamingevent mit verschiedenen Polizeibehörden.
Soziales Engagement und Prävention
01:57:00Die Polizei spricht über Marienkäfer einen TwitchStreamer der in München Obdachlosen mit einem Bus Essen und Trinker bringt und betont dass obdachlose Menschen besonders stark von Ausgrenzung betroffen sind. Sie erwähnen dass sie bereits Kontakt zu Marienkäfer haben möglicherweise gemeinsame Aktionen planen und das Thema Obdachlosigkeit im Kontext von Hasskriminalität thematisieren.
Streaming als Polizeiarbeit
01:58:52Die Verteidigung des Streamingformats erklärt dass es sich um eine Form der Öffentlichkeitsarbeit handelt die größere Reichweite als Präsenztermine hat und eine andere Zielgruppe anspricht. Sie betonen dass Aufklärungsarbeit und Prävention wichtige Teile der Polizeiarbeit sind die sie durch Streaming effektiver gestalten können. Auch die geplanten IRLStreams wurden angekündigt die Einblicke in den Polizeialtag ermöglichen werden.
Strafverfolgung und Einstellungsgründe
02:04:15Anhand eines konkreten Falls wird erläutert warum ein Verfahren eingestellt wurde obwohl genügend Beweise vorlagen. Die Polizei erklärt dass die endgültige Entscheidung immer bei der Staatsanwaltschaft liegt und die Polizei nur Ermittlungen durchführen kann. Sie betonen dass die Polizei zwar Bewertungen abgeben darf aber keine rechtlichen Entscheidungen trifft und dass Einstellungen oft komplexe rechtliche Gründe haben.
Polizeieinsatz und Waffengebrauch
02:09:12Die Polizei erklärt die rechtlichen Grundlagen für den Gebrauch von Waffen besonders dass Schusswaffen immer letztes Mittel darstellen. Sie betonen die psychische Belastung nach solchen Einsätzen und das vorhandene Unterstützungsangebot wie Beratungsstellen. Auch das Training und die Entscheidungssicherheit in Stresssituationen werden hervorgehoben ebenso der Unterschied zwischen Leib und Leben im Zusammenhang mit dem Waffengebrauch.
Polizeiarbeit in Filmen und Serien
02:18:44Die Polizei nimmt Bezug auf TVSerien wie Friesland und AktezeichenXY erklärt dass sie solche Formen der Polizeiarbeit kritisch betrachtet. Sie erwähnen dass Kollegen in solchen Produktionen mitwirken aber meist ohne Kenntnis der konkreten Fälle. Vor allem wird die Dramatisierung von Polizeiarbeit in Filmen kritisiert die oft unrealistische Erwartungen an Polizeieinsätze schafft.
Neutralität und Respekt im Polizeialtag
02:23:54Die Polizei erläutert die Pflicht zur politischen Neutralität im Dienst während sie privat freie Meinungsäußerung haben. Sie betonen die Wahrung der Menschenwürde auch gegenüber Straftätern und erklären die Unterscheidung zwischen Neutralität in der Sache und im Umgang mit Menschen. Hasskriminalität wird als Bereich genannt in dem die Polizei nicht neutral bleiben darf da sie Grundgesetzwerte verteidigen muss.
Willkürwahrnehmung und Polizeiarbeit
02:25:53Auf Zuschauerkritik über scheinbar willkürliche Polizeimaßnahmen reagiert die Polizei mit konkreten Beispielen die Verständnis für solche Vorgehensweisen schaffen sollen. Sie erklären dass Kontrollen oft auf vorherigen Beobachtungen basieren und nicht der gesamten Situation entsprochen werden kann. Auch der Einfluss von SocialMedia auf die Wahrnehmung von Polizeieinsätzen wird thematisiert.
Zusammenfassung und Appelle
02:30:18Der Stream endet mit einem Appell an die Zuschiffer sich gegen Hasskriminalität einzusetzen und Flagge zu zeigen. Die Polizei bedankt sich für den respektvollen Dialog und kündigt weitere Streamingtermine an. Geplant ist ein Raid auf den Streamer Marienkäfer der sich sozial engagiert. Abschließend wird die Zusammenarbeit mit anderen Polizeibehörden und die internationale Vernetzung betont.