Kapitalistische Sündenverwaltung ! Doodly Dailies Tag 03 / *Gossip-Freie Zone* / !kofi
Pferdepsychologie: Warum Geduld Vertrauen schafft und Gewalt Stress auslöst
Durch wiederholte, gewaltfreie Routinen werden Pferde Schritt für Schritt an Stresssituationen wie Verladen gewöhnt. Tierliche Reaktionen werden als individueller Lernprozess interpretiert, während falsche Mythen – etwa über ‚schwierige‘ Stuten – widerlegt werden. Der Fokus liegt auf nachhaltiger Vertrauensbildung durch Konsequenz, nicht durch Belohnungssysteme.
00:00:02 Das war's für heute.
00:10:29 Bis zum nächsten Mal.
Begrüßung und persönliche Anmerkungen
00:11:0500:11:05 Hallo, hört ihr mich? Test, test, test. Einen wunderschönen. Ich hoffe, es geht euch gut. Hallo, hallo, hallo, hallo. Alter, Tana Duel.
00:15:05 Aber ganz ehrlich, Maxim beim Gothic Remake zuschauen klingt auch extrem cool. Also ich muss ehrlich sagen, ich finde das ist ein sehr, sehr geiles Morgenprogramm. Das ist also...
00:15:22 Das ist schon ein sehr, sehr cooles Immorgensprogramm. Ja, geht. Also gut, ich muss halt sagen, dass es mich anders formulieren. Ich habe nicht so eine krasse Begeisterung für Gothic momentan, das irgendwie selber zu spielen. Ich habe auch nicht so einen Bezug zu Gothic, weil ich es auch nicht damals gespielt habe, sondern irgendwann sehr viel später erst und dadurch hat bei mir dieser ganze Nostalgiefaktor halt wegfällt. Aber Maxime beim Zocken zu schauen, das ist einfach witzig. Also ich, das ist auch einer der...
00:15:50 quasi wenigen Streams, wo ich tatsächlich auch hin und wieder mich reinsetze und zugucke. Und auch über die ganzen letzten Jahre immer mal wieder den Laufen hatte, weil Maxim einfach ein sehr, sehr unterhaltsamer, sehr lustiger Streamer ist. Also, einen wunderschönen Donnerstag. Ja, Donnerstag.
00:16:25 Was zur Hölle ist das für ein Emote? Hi zusammen, spielst du Crusader Kings 3, wenn die neuen DLC bei God Alone und Sig Silver rauskommen? Ja. Can confirm, heute ist Donnerstag. Ja, ich bin so ein bisschen... Ich bin...
00:16:52 Ein bisschen all over the place. Ich bin ein bisschen all over the place. I'm sorry, ich bin heute auch ein bisschen später dran. Ich musste berufsbedingt noch zu einem Einsatz. Man kann Einsatz sagen, glaube ich. Ich wurde heute in der Früh von meiner Chefin gefragt, ob ich Zeit hätte, beim Verladen von einem Pferd in dem Nachbarort zu helfen. Ich liebe keine meiner Arbeit.
Berufliche Tätigkeit als Pferdetrainerin
00:17:3600:17:36 Ich liebe Teile meiner Arbeit, vor allem solche Aufträge. Aber ich bin ja da.
00:17:50 Warum reitet man nicht in den Nachbarort? Ne, ich habe nicht, also das Pferd steht im Nachbarort, aber es zieht nicht in den Nachbarort, sondern quasi weiter weg. Wir sind halt, also ich, meine Chefin wurde nur angefragt, ob sie quasi helfen kann, weil sie halt der quasi professionelle Hof hier in der Gegend ist und das sind halt...
00:18:17 Selbstversorger, Privateinsteller, also die haben das Pferd halt bei sich zu Hause stehen. War das für ein komplizierter Fall? Ja, was heißt kompliziert? Also die wenigsten Fälle sind wirklich kompliziert. Ja, die Katze hat für euch einmal ein bisschen die Kamera verschoben, das ist doch nett. Ja, das ist das Kabel. Möchtest du das nicht machen mit dem Kabel? Ja, kommst du lieber hierher? Ja, komm mal her zu mir. Kleine Süßmaus, komm hierher.
00:18:55 Jawoll, Katze tippt wieder. Ja, ich wollte unbedingt Katzenschwanz in Gesicht haben. Das ist toll.
00:19:08 Nee, kompliziert sind solche Fälle meistens nicht. Das ist bei sowas meistens nicht das Problem. Aber das, was mich halt, ich habe es ja eh schon mal ein paar Mal erzählt, also für alle, die sich gerade wundern, ich bin Pferdetrainerin. Also Pferdenachwuchstrainerin und Hofbearbeiterin. Und ich arbeite halt auf einem Pferdehof, wo ich halt sowohl vor allem mit so Jungpferden arbeite, Reitunterricht gebe, aber halt auch bei so Problemen und Herausforderungen helfe, da wo ich halt kann.
00:19:38 Nachwuchstrainerin dort. Das heißt, ich mache jetzt kein Training für Pferde, die irgendwie krasse, wilde Lektionen lernen müssen, sondern ich helfe vor allem mit so alltäglichen Problemen, die Leute mit ihren Pferden haben und da ist halt ganz viel...
00:19:59 Ganz viele von diesen, also eine der häufigsten Sachen, die da halt Thema sind, ist Verladen. Verladen, Verladen, Verladen, Verladen, Verladen, Verladen. Man glaubt gar nicht, wie viele Menschen Pferde haben, die sie nicht verladen bekommen. Weil sie es halt nicht üben. Weil halt quasi irgendwie eine Piaffe reiten auf dem Ziel quasi dem Trainingsplan steht, aber nicht in den Anhängern gehen.
00:20:25 Und früher oder später müssen halt fast alle Pferde mal in den Anhänger gehen. Sei es, weil der Stall gewechselt wird oder das Pferd verkauft wird oder es einen Notfall mit einer quasi Klinik oder sowas gibt. Und das Problem ist halt, dass die Leute das nicht davor üben. Sie kommen nicht auf die Idee, dass das quasi auch einfach eine Trainingsgeschichte ist.
00:20:52 bei der es halt Sinn macht, das auch regelmäßig zu machen und zu wiederholen. Und halt, dass es einfach ein super wichtiger Skill ist, dass Pferde das können. Sondern in der Regel ist es halt so, dass Leute am besten noch am Tag, an dem das Pferd in den Hänger gehen soll, draufkommen, dass das Pferd nicht in den Hänger geht. Und dann hast du da halt 600 Kilogramm, die halt sagen, nö.
00:21:27 Mach ich nicht. Und Leute, die halt komplett gestresst sind, weil das Pferd muss aber jetzt in den Hänger gehen. Ja, aber wir müssen heute los. Ja, aber wir können nicht morgen nehmen. Wir müssen heute los. Ja, wir haben den Hänger für heute gemietet. Ja, wir haben den nur so und so viele Stunden. Das ist auch so. Das Erste, was ich dann sage, ja, dann würde ich jetzt bei der Firma, wo ihr den Hänger ausgeliehen habt, oder der Person, bei der ihr den Hänger ausgeliehen habt, mal anrufen und der Person Bescheid sagen, dass ihr den Hänger nicht in zwei Stunden wiederbringt, sondern wahrscheinlich am Abend.
00:22:00 Weil ich kann dein Pferd verladen, aber ich kann nicht zaubern. Hallo Alexin. Hallo Sevi, hallo Mad Max. Ein Wunderschön. Ich habe eigentlich nichts leiser gestellt gerade. Hallo Tuhi. Bei unserem hat damals ein liebes Mädchen Hängertraining mit dem traumatisierten Pferd gemacht. Sobald das Eimer ganz drin war, hat der Besitzer die Rampe zugeknallt. Pferd am toben. Besitzer A, jetzt werden wir wieder bei 0. Ich hänge den jetzt dran. Pferd kommt in 55 Minuten zu euch. Wir hatten Spaß mit dem traumatisierten Springpferd, sage ich dir.
00:22:33 Ja, es ist halt, sowas braucht halt Zeit.
00:22:37 Ja, das was Nevi Geiter sagt, ist richtig. Ich dachte immer, Volladetraining ist so eines der ersten Dinge, die man so übt. Ist ja alleine für die Notfälle doch wenigstens. Ja, das habe ich auch gehofft. Ich versuche das Leuten auch immer wieder zu sagen, so bevor du dein Pferd in der schönen Wolte reiten kannst oder irgendwelche Hindernisse springst oder sonst was, wäre halt so Basics wären wichtig, so dass dein Pferd...
Kritik an falscher Pferdehaltung und Trainingspraktiken
00:23:0400:23:04 quasi am Strick gehen kann und nicht mit dir mitgeht und du nicht mit dem Pferd mitgehst. Dass dein Pferd am Anbinder stehen kann, ohne dass es einen Anbinder komplett auseinander nimmt. Dass dein Pferd dann die Hufe geben und halten kann. Stichwort auf halten und nicht einfach die Hufe dann auf die Menschen drauf legt oder zum Treten oder zum Stampfen oder zum Rumzicken, unter Anführungszeichen, Zicken anfängt und halt auch Verladetraining.
00:23:32 Und dass er sich auch anfassen lässt. Das ist ja auch schon so eine Sache. Dass Pferde gewöhnt werden, dass es in Ordnung ist, dass Menschen sie berühren. Und gerade das Letzte, also dieses Anfassen, dass ein Pferd damit fein ist, dass man es anfasst, ist wirklich... Wisst ihr, wie oft ich auf Arbeit höre? Nein, da darfst du ihn nicht anfassen, das mag er nicht. Also, hä? Ja, das...
00:23:57 Den Bauch da nicht und nicht zwischen den Beinen und nicht da vorne bei der Brust und auch nicht am Ohr. Und was machst du jetzt, wenn da eine Zecke gebissen hat? Also wie ziehst du ihm denn die Zecke? Was machst du denn, wenn das Pferd eine Ohrenentzündung hat? Ja, eigentlich ziehen wir keine Zecken. Ach, ihr zieht gar keine Zecken beim Pferd. Okay, cool.
00:24:24 Ja, der mag das halt nicht, da angefasst zu werden. Ja, guck, ich mag es auch nicht, überall angefasst zu werden. Aber du kannst halt einem Tier nicht erklären, in einem Notfall, dass das jetzt aber notwendig ist, dass er sich da desinfizieren oder behandeln oder anfassen lässt. Das Pferd versteht es nicht. Wenn Pferd in einem nicht gestressten Zustand sich nicht anfassen lässt.
00:24:48 ohne dass quasi Schmerzen oder irgendwas da sind, wenn es dann nicht geht, wie soll es denn dann gehen bei Schmerzen? Wie soll ich denn bei einem Pferd eine Verletzung reinigen oder behandeln, wenn das Pferd nicht mal im nicht verletzten Zustand das quasi zulässt, dass du es an der Stelle berührst? Das ist einfach ein massiver Trainingsfehler, der da stattfindet. Wirklich, das ist fahrlässig, was Leute da machen.
00:25:13 Weil halt irgendwie so dieser Plan, die Idee ist halt, ich habe ein Pferd und dann ist das einzige Ziel, das so viele Leute haben, ist, okay, wie komme ich so schnell wie möglich in den Sattel? Und dann geht es halt nur noch ums Reiten. Aber alles, was halt drumherum mit dem Pferd zu tun hat, das ist halt nebensächlich. Und es ist halt wirklich auch heute wieder so eine Sache, wo ich mir halt denke, die wissen seit, ich weiß nicht, wie viele Wochen.
00:25:33 dass das Pferd verladen werden muss. Die wissen seit ich weiß nicht wie viele Wochen, dass es woanders hingeht und dass das Pferd dafür in einen Hänger einsteigen muss. Das wissen sie. So, spätestens aller, aller, aller spätestens letzte Woche, als quasi der Hänger gemietet wurde für, also quasi das beabredet wurde, dass der Hänger gemietet wird, beziehungsweise geborgt wird. Keine Ahnung, ob sie dafür gezahlt haben oder nicht. Ich glaube, sie haben ihn halt ausgeliehen. Spätestens letzte Woche hätte sich irgendjemand
00:26:01 mal die Frage stellen können, so wir haben jetzt den Hänger, steigt dieses Pferd eigentlich ein? Die Frage wurde sich nicht gestellt. Die Frage wurde sich offensichtlich auch heute früh nicht gestellt, denn der Hänger wurde dann hingestellt und dann hat man versucht, das Pferd zu verladen. Zwei Stunden lang. Und es ist nicht eingestiegen.
00:26:32 Und man hat so lange daran rumgepimmelt, bis es gestiegen ist. Völlig geschwitzt, völlig gestresst, gestiegen ist. Also komplett auf den Hinterbeinen stand, Vorderbeine in die Luft. Und das war dann der Punkt, wo die Besitzerin gesagt hat, nee, jetzt hat sie Angst, jetzt ruft sie Hilfe. Und das war dann der Punkt, wo meine Chefin gefragt hat, ob ich Nerven habe, da jetzt hinzugehen und zu helfen, dieses Pferd zu verladen. Weil das Pferd muss jetzt ganz dringend in den Hänger. Jetzt.
00:27:00 Sofort, heute. Weil der Hänger ist für heute gemietet. Und Sie wollen den Hänger nicht nochmal mieten. Nein, der muss jetzt heute in den Hänger.
00:27:12 Das sind so die Sachen an meinem Job, wo ich wirklich sagen muss, das brauche ich eigentlich nicht. Aber das Problem, das du halt mit sowas hast, ist, was ist die Alternative? Weil in der Vergangenheit die Erfahrung, die ich halt gemacht habe und das, was auch meine Chefin halt immer wieder sagt, ist quasi entweder du machst das dann oder das Pferd hat halt zwei Optionen, was Besitzer dann in der Regel machen. Die erste Option ist die
00:27:39 Problematische, aber zumindest nicht komplett problematische, nämlich das Pferd wird sediert. Das heißt, die lassen dann halt einen Tierarzt kommen und prügeln das Pferd halt sediert in den Hänger. Und dann muss das Pferd sediert im Hänger fahren, was halt auch einfach das Risiko für Verletzungen massiv steigert, weil ein sediertes Pferd steht einfach nicht so sicher wie ein nicht sediertes Pferd. Und du fährst halt immerhin noch mit einem Auto.
00:28:04 Und das ist halt auch immer das Risiko, dass die Situation halt während der Fahrt abnimmt und das Pferd aber eigentlich komplett körperlich in Panik ist. Und sobald die Situation halt quasi anfängt runterzufahren, das Pferd halt hochfährt im Hänger. Das ist great. Oder sie verzichten auf die Situation und prügeln es einfach nur rein. Weil ich, also ich will jetzt nicht, ja, ich will jetzt auch nicht...
00:28:28 Über alle schimpfen, aber die allermeisten Pferdetrainer und Pferdehöfe, die man am Land mitbekommt, sind Leute a la Cisa Milan bei Hunden. Ich habe schon seit 30 Jahren Hunde, ich lasse mir nichts sagen, ich kenne mich aus, ich weiß, wie das geht. Ja, wenn das Pferd nicht will, dann muss man dem Pferd auch mal sagen, wer der Alpha ist. Sondern das sind solche unangenehmen Typen, die nicht reiten können, die keine Ahnung haben und die aber erklären, dass sie wissen, wie es geht.
00:28:58 weil halt die Pferde alle Angst haben vor ihnen. Und dann ist so cool, das ist eine richtig gute Idee, ein Pferd mit Panik und Schlägen Transporter zu ballern. Das heißt, das sind halt die Sachen, wo ich dann sage, ja klar mache ich es, na klar fahre ich halt hin, aber ist halt übel beschissen. Also es ist halt, fürs Pferd ist es mega der Stress, für mich ist es mega der Stress, ungefährlich ist es auch nicht und schön ist es halt auch nicht. Also das ist ja auch was, was man einfach zu dieser...
00:29:22 einfach ehrlich bei dieser Arbeit halt sagen muss, wenn du, wenn du da hinkommst und da ist ein Pferd super gestresst, super geschwitzt, die Besitzer sind super gestresst, du hast Zeitdruck.
00:29:32 Wobei ich den Zeitdruck halt, also das mache ich nicht mit, den Zeitdruck nehme ich raus. Da sage ich den Leuten einfach so, Leute, ihr könnt euren Zeitplan, was auch immer ihr für einen Zeitplan habt, ihr könnt den jetzt nehmen, ihr könnt es vergessen. So geht die Besitzer von dem Hänger anrufen und sagt denen, ihr braucht den Hänger fünf Stunden länger, weil ich kann, ich kriege das Pferd in den Hänger, ja, aber ich kann nicht zaubern. Das kannst du vergessen, dass dieses Pferd in zehn Minuten da drin steht. Wenn das jetzt fünf Stunden braucht, dann braucht das jetzt fünf Stunden. Entweder wir machen das mit der bisschen, viel zu wenig Zeit, aber der bisschen Zeit, die ich mir rauskämpfe.
00:30:01 kann oder halt gar nicht. Und dann hast du da halt ein super gestresstes, müdes Pferd, einen super gestressten Besitzer und dann muss dieses Pferd da rein. Und das ist halt, also das wird halt nicht schön. Du kannst halt gewährleisten, dass es nicht sediert wird, du kannst halt gewährleisten, dass es halt nicht geschlagen wird und nicht misshandelt wird. Aber es ist halt trotzdem keine schöne Erfahrung für ein Pferd, dann in den Hänger einzusteigen, vor dem es Angst hat, wegen dem es gestresst ist, ohne dass du halt
00:30:29 dem Tier eine Möglichkeit gibst, dass es das halt anständig lernt, versteht, begreift, dass stressfrei stattfindet. So damit sowas stressfrei stattfindet, vor allem nachdem man schon, nachdem das Tier schon so eine negative Erfahrung gemacht hat, brauchst du halt manchmal mehrere Wochen. Also wenn ein Pferd keine negativen Erfahrungen mit dem Verladen gemacht hat, dann geht das bei manchen Pferden in ein paar Tagen. So wenn man mir letzte Woche gesagt hätte, ja, wir müssen das diese Woche machen, aber ich hätte letzte Woche gekommen.
00:30:54 Hätt's mir angeguckt und hätte dann eine Einschätzung machen können und hätte dann gleich sagen können, ja, sorry, bis nächste Woche Donnerstag klappt es nicht. So, verschiebt den Umzug um eine Woche oder um zwei und ich komme jetzt dreimal die Woche und dann machen wir das halt entspannt und in Ruhe und für alle sicher und fürs Pferd entspannt. So, cool. Aber wenn das halt so, und ja, das muss jetzt heute passieren und wenn nicht, dann so, ja, cool. Ich lieb's, ich lieb's. Es macht Spaß. Ja.
00:31:23 Lässt du dir das dann auch bitte extra bezahlen? Nö. Ich meine, ich werde ja sowieso nicht pro Einsatz bezahlt, sondern ich bin ja quasi in einem Angestelltenverhältnis aktuell mit der Pferdegeschichte. Ich bin nicht selbstständig als Pferdetrainerin, ich bin selbstständig als Influencerin im Sinne davon, dass das natürlich als Unternehmerin angemeldet ist, weil ich das ja...
00:31:46 Also weil ich halt damit Geld verdiene, auch wenn es nicht mein Hauptberuf ist, aber muss ja trotzdem angemeldet werden. Ich bin aber in einem Angestelltenverhältnis, das heißt, ich habe halt einen festen Stundensatz. Und ja, also ich gehe davon aus, dass ich Nein sagen kann zu meiner Chefin bei sowas. Also ich hatte jetzt noch keinen Fall, wo ich Nein gesagt hätte bei irgendwas, weil es halt so katastrophal gewesen wäre, dass ich gesagt hätte, boah, das geht nicht so. Aber auf jeden Fall.
00:32:15 So ein Arbeitskollege von mir hat auch schon Sachen abgelehnt und das war auch immer okay. Ja. Ist halt, ja. Wie hast du das Pferd in den Hänger bekommen? Mit sehr viel Geduld.
00:32:33 Sehr viel Geduld. Also das ist sehr unspektakulär. Es ist halt einfach sehr, sehr, sehr viel Geduld. Das, was du halt brauchst in so einer Situation, also Pferde, in der Regel steigen Pferde ja nicht einfach ohne Grund. Das hat meistens einen Hintergrund, warum Pferde steigen. Und wenn du ein Pferd halt verlierst, in den Hänger, gerade ein Pferd, das halt nicht in den Hänger möchte, und die allermeisten Pferde, ich sag's euch mal ganz ehrlich, wie es ist, die meisten Pferde wollen nicht in den Hänger.
00:33:03 Das ist ein großes Fluchttier und der Hänger ist ein kleiner, enger, meistens dunkler Bereich. Kein Fluchttier möchte freiwillig einfach so in eine dunkle, kleine Kammer geführt werden, in der es nicht fliehen kann.
00:33:19 Das ist für Pferde eine Herausforderung, das ist schwierig. Und dann kommt halt on top of that noch dazu, dass du halt meistens über eine Rampe gehen musst, um da reinzukommen. Das heißt, es ist auch erhöht und wackelig. Und bei vielen Pferden scheitert es ja schon, da sind wir noch gar nicht bei der Dunkelheit, bei vielen Pferden scheitert es halt schon daran, dass die so wenig Gleichgewicht sind.
00:33:38 also so ausbalanciert sind, so wenig Gefühl für ihren eigenen Körper und so wenig Selbstbewusstsein für ihren eigenen Körper haben, weil sie halt nichts anderes kennen, außer den sandigen Reitplatz, der komplett gerade gestriegelt ist, wo sie halt ihr ganzes Leben lang im Kreis geritten werden, dass sobald sie halt auf so eine Rampe aufsteigen, die halt so ein bisschen nachgibt und wippt, kriegen die halt, dann nehmen die Reiß aus, weil sie sagen, um Gottes Willen, oh mein Gott, ich kann da nicht draufstehen. Da fängt das Problem halt schon an. Das heißt, du fängst halt mit Pferden eigentlich damit an, dass du ihnen halt zeigst, dass...
Probleme durch unnatürliche Haltung: Bewegung und Ernährung
00:34:0600:34:06 dass du ihnen ihren Körper zeigst, so blöd das jetzt klingt. Man darf halt nicht vergessen, dass die Art und Weise, wie die meisten Pferde gehalten werden, halt total unnatürlich ist. Sondern da stehen Pferde einfach ganze Tage in Boxen. Das ist so furchtbar. Und dann kommen sie halt, wenn Glück ist, ein oder quasi einmal am Tag für ein paar Stunden auf eine Wiese oder auf einen Paddock, wenn sie glücklich sind. Viele haben ja leider nicht mal das. Wobei Boxenhaltung meines Erachtens nachher sowieso komplett verboten gehört, außer in Ausnahmefällen.
00:34:35 Ausnahmefällen im Sinne von ein Pferd ist Post-OP oder chronisch krank oder 100 Jahre alt, also vom Dings her. Und dann ist halt das einzige Leben, das sie halt fristen, ist halt auf komplett...
00:34:50 begradigten, komplett geraden Flächen. Und ich höre das immer wieder, dass Leute halt sagen, ja, um Gottes Willen, nee, wir lassen die Pferde aktuell nicht auf die Weide, weil da sind halt Löcher. Und wenn das Pferd in ein Loch tritt, dann kann es sich das Bein brechen. Ich wusste nicht, dass Pferde in freier Wildbahn auch nur auf Golfplätzen leben. Wahnsinn.
00:35:16 Das ist wirklich, also ich habe nicht gewusst, dass Pferde, also es ist auch das sogenannte Golfplatz Rasenpferd. Das ist wirklich. Und das ist halt so ein bisschen die Problematik. Leute trauen ihren Tieren nichts zu. Leute haben halt so viel Angst davor, dass ein Tier sich halt irgendwie verletzen könnte, weil sie Leute, denen Tieren nichts zutrauen. Deswegen lassen sie die Tiere auch nichts machen.
00:35:39 Und dadurch verlieren die Tiere halt auch völlig das Gefühl für ihren eigenen Körper, für ihr Gewicht, für ihre Stärke, für ihre Geschwindigkeit, für unterschiedliches Terrain. Sie verlieren das Gefühl dafür, sie verlieren die Muskulatur dafür, sie verlieren das Selbstbewusstsein dafür, sie verlieren die Routine dafür. Und dann wundern sie sich halt, wenn was passiert. Ja klar, ein Pferd, das 15 Jahre seines Lebens.
00:35:59 nur auf einem sandigen Reitplatz im Kreis geritten wurde und sonst auf einem sandigen Paddock steht, der komplett gerade abgezogen ist. Natürlich wird so ein Pferd, wenn du dann mit dem quasi ins Gelände gehst und da ist da Stock und Stein und es geht rauf und es geht runter und du hast Unebenheiten und Löcher und es ist rutschig. Ja klar ist das Risiko da, dass das Pferd sich mault.
00:36:18 Klar, das ist ja wie mit einem Menschen, der den ganzen Tag nur, der sein ganzes Leben nur auf Asphaltstraßen geht und dann wandern geht. Du hast ja gar keine Ahnung, was dein Körper kann. Dafür brauchst du halt Routine und Regelmäßigkeit. Das muss halt in den Alltag gehören. Und das ist halt wichtig, natürlich Tiere nicht damit zu überfordern. Aber mein Pferd steht auf einer Wiese mit Kratern. Also das ist halt, da sind halt riesige tiefe Löcher, da geht es dann dazwischen runter. Dann sind auf der Seite ist quasi so ein...
00:36:47 so wie so ein Graben, weil das, damit das Wasser sich dort sammelt, damit die Wiese nicht überschwemmt. So, das ist halt so überhaupt, überhaupt kein Problem. So, es war noch nie irgendwas, weil die das halt kennt, weil die halt seit, seitdem...
00:37:00 also nicht komplett seit Anfang an, aber halt jetzt schon sehr viele Jahre, einfach immer auf wilderen Wiesen steht, weil ich mit der viel ins Gelände gehe, weil ich auf Berge gehe, in Wälder gehe. Die kennt halt, die reißt sich dafür das Ohr ab, ja, aber die kennt halt unterschiedliche Böden. Die weiß halt auch, was das bedeutet, wenn der Boden mal rutschig ist. Die weiß halt auch mal, ne, also Pferde sind ja in der Regel, wenn die nicht komplett Baller im Kopf sind und das entsteht primär durch falsche Haltung.
00:37:28 So, aber grundsätzlich sind Pferde ja auch sich selbst erhaltende Tiere. Und natürlich kann immer was passieren. Obviously. Du kannst ein Pferd nicht, du kannst ein Pferd nicht so in Watte packen, dass quasi nicht ein Risiko besteht, dass sich das Pferd auch mal verletzt oder dass auch was Schlimmeres passiert. Aber ein Pferd schützt du nicht damit, indem du es quasi einsperrst in der Box und...
00:37:52 dass nichts mehr darf. Und ich sehe halt wirklich, also so Boxenpferde sind die größten Baustellen. Das ist so krass. So Boxenpferde sind mit Abstand die größten Baustellen. Die haben die meisten Verletzungen, die meisten Probleme, die meisten Verspannungen, die meisten Problemzone, die schlimmsten Verletzungen, obwohl sie die ganze Zeit in der Box sind und Leute glauben, sie wären damit sicher. Nee, sind sie nicht, weil du halt ein Pferd, das ist ein Tier, das ist dafür ausgelegt.
00:38:16 durchgehend in Bewegung zu sein. Der ganze Körper eines Tieres, eines Pferdes, ist darauf ausgelegt, immer in Bewegung zu sein. Den ganzen Tag ein bisschen zu mümeln, zu fressen und zu laufen, zu gehen, zu toben, zu springen, zu galoppieren. Dafür sind die ausgelegt. Und dann sperrst du halt so ein Tier in ein 3x4 oder was auch immer, Boxengrößte Ding.
00:38:41 Und wunderst dich dann, wenn das Pferd halt da zehn Stunden drin steht und du holst es raus und du packst es auf die Wiese, dass das Pferd halt losrennt, als gäbe es kein Morgen und halt nicht guckt, wo es ist, was los ist, wie der Boden aussieht und einfach losballert, weil es halt den ganzen Tag so in der Box stand und halt nur darauf wartet, dass es sich endlich bewegen darf. Natürlich...
00:39:00 ist das ein Risiko, dass dann was passiert. Das ist ja auch die gleiche Geschichte, wie oft, die ich schon gehört habe. Nein, also du darfst dein Pferd auf gar keinen Fall auf eine Wiese stellen, wo Giftpflanzen wachsen. Hä? Warum denn? Ja, weil was ist, wenn das Pferd das frisst? Dann stirbt es so.
00:39:22 Giftpflanzen für Pferde sind in zwei Situationen primär richtig gefährlich. Im Heu, weil sie im Heu nicht erkennen, wenn da Giftpflanzen drin sind. Also die meisten Giftpflanzen sind halt bitter, haben Bitterstoffe und das heißt die Pferde fressen die auch nicht, instinktiv nicht, weil sie nicht schmecken und weil sie eklig sind und weil sie wissen, dass sie die nicht fressen sollen. Im Heu verlieren sich diese Bitterstoffe, das heißt im Heu wird es richtig gefährlich. Oder drei Gründe eigentlich, das ist Grund eins. Grund zwei.
00:39:49 dein Pferd steht nicht so viel auf der Weide, wie es auf der Weide stehen könnte oder sollte. Was bedeutet, das Pferd kommt mit dem Stress auf die Weide zu wissen, dass es zum Beispiel nur zwei Stunden am Tag auf der Weide stehen darf und dann wieder weggesperrt wird. Dann fangen Pferde an zu schlingen, also wirklich zu fucking schlingen. Das ist nicht normal, in was für einer Geschwindigkeit Pferde dann fressen, weil Pferde tatsächlich eine unfassbar gute innere Uhr haben und extrem gut reagieren auf ...
00:40:17 Regelmäßigkeit und Routine. Das heißt, ein Pferd, das quasi jeden Tag zwei Stunden, also immer zwei Stunden auf die Wiese darf, merkt sich, wie lang der Intervall ist, den dieses Pferd auf der Wiese verbringen darf. Und versucht dann in diese zwei Stunden so viel Wiese wie möglich in sich reinzubekommen. Weil es halt merkt und weiß, nach zwei Stunden ist Ende.
00:40:44 Das heißt, mit zwei Stunden Weidezeit frisst dein Pferd nicht automatisch weniger Wiese als mit vier Stunden Weidezeit. Vor allem dann nicht, wenn es halt immer gleich lange draußen ist, weil holy fucking shit können Pferde schnell fressen. Du hast ja keine Ahnung. Und wenn sie zum Schlingen anfangen, dann gucken sie auch nicht mehr, was sie fressen. Dann sind sie einfach nur noch ein Mähdrescher, der halt alles runterschlingt, was grün ist, weil ich habe ja nur zwei Stunden. Deswegen, also wenn du zum Beispiel jetzt ein Pferd hast, das reheanfällig ist, das ähm...
00:41:12 Stoffwechselprobleme hat und so weiter, würde ich immer eher empfehlen, erstens darauf zu achten, dass du einfach eine magere Wiese hast, weil es nicht so schädlich ist, wenn das Pferd so lange auf der Wiese steht, damit du nicht die Zeit reduzierst, sondern einfach die Menge des Futters auf der Wiese reduzierst, wenn die quasi Wiese schön mager gehalten ist. Das ist gerade vor allem für Rehepferde super wichtig. Und das zweite ist halt potenziell eine Fressbremse. Also eine Fressbremse ist zum Beispiel...
00:41:34 So ein Halfter quasi mit einem Netz vorne drauf, wie so ein Heunetz vorne drauf, was die Pferde einfach bremst im Fressen. Und dann ist das Pferd immer vollständig damit drauf. Dann kann es nicht so schnell schlingen und du reduzierst so ein bisschen die Geschwindigkeit, in der halt Wiese zu sich genommen wird. Aber das Schlimmste, was du machen kannst, ist, wenn du zum Beispiel so ein Rehe, ein übergewichtiges Rehepferd hast, dass du auch auf die Wiese schicken möchtest mit allen anderen, aber dann die Wiesenzeit halt reduzierst.
00:42:01 weil es ein Rehepferd ist und nicht den ganzen Tag auf die Wiese darf. Und dann stellst du quasi alle sechs Stunden auf die Wiese, außer das Rehepferd, nur für zwei Stunden. Ey, kannst dir gar nicht vorstellen, wie viel ein Pferd kann. Das, was Pferde im Durchschnitt in sechs Stunden fressen, kriegt ein Pferd in zwei Stunden auch an seinen Bauch. So wirklich. Aber das ist halt, ja, also es ist halt, es ist...
00:42:25 Pain in the ass. Es ist wirklich pain in the ass. Und es war halt heute in der Früh wieder nichts anderes als das. Dann hast du so ein super gestresstes, geschwitztes Pferd, dann ist es im Optimalfall auch noch gestiegen und völlig überreizt, weil die Besitzer halt zwei Stunden versucht haben, es allein zu lösen, bis sie völlig verzweifelt quasi heulend mit dem Pferd am Strick aufgegeben haben. Und dann ist das quasi die Szenerie, zu der du kommst. Ein geschwitztes, gestresstes Pferd, das gerade gestiegen ist und wo du nur noch weiß in den Augen siehst. Die Besitzerin, die daneben steht, ein knallrotes Gesicht hat und wahrscheinlich...
00:42:54 die letzte Stunde geheult hat aus Überforderung, aus Stress und weil sie jetzt Angst vor ihrem Pferd hat und im Hintergrund irgendwie den Vater oder den Onkel oder sonst wen, der sagt, ja, wir müssen jetzt aber verladen. Cool. Ey, wirklich. Ey, wirklich. Und das sind so Sachen, sorry, dass ich da gerade so rant habe, das sind halt so Sachen, wo ich mir auch denke, warum mache ich das eigentlich? Warum mache ich das eigentlich?
Schwierigkeiten mit gestressten Pferden und Besitzer*innen
00:43:2400:43:24 Ist doch großartig. Was ist der dritte Grund, warum ein Pferd Giftpflanzen frisst? Was hätte ich gesagt? Genau, Geschwindigkeit. Geschwindigkeit, weil es schnell versucht zu fressen, wenn es im Heu quasi drinnen ist und wenn Wiesen zu weit runtergefressen sind. Das ist auch so eine Gefahr. Also in der Regel ist halt...
00:43:51 Wir machen zum Beispiel Wechselbewirtschaftung im Sinne von, dass die Wiesen, also wir haben halt mehrere Weiden und die Pferde stehen quasi dann immer für ein oder zwei Wochen auf einer Weide. Dann werden sie auf die nächste Weide gesetzt und die erste Weide geht quasi in Pause und steht dann für einen Monat, manchmal eineinhalb Monate brach und darf wieder nachwachsen und dann die Pferde rotieren quasi durch. Und das Wichtige ist halt, weil unsere Wiesen, unsere Weiden sind nicht komplett sauber.
00:44:17 Das heißt, da wachsen auch Pflanzen, die Pferde nicht fressen und stehen lassen. Es ist halt wichtig, dass die dann auch dazwischen gekürzt und runtergemäht werden, weil sonst breiten die sich halt komplett aus, weil die Pferde sind super picky beim Fressen. Das heißt, die fressen halt um alles drum herum, was sie nicht fressen wollen. Und da gibt es halt jetzt, da muss man jetzt unterscheiden, was fressen Pferde nicht, weil sie keinen Bock drauf haben, weil es einfach nicht so gut schmeckt und was fressen Pferde nicht, was giftig für sie ist.
00:44:44 Erster ist, das ist halt jetzt nicht so ein großes Problem. Du kannst Pferde ruhig auf einer Wiese quasi auch mal ein oder zwei Tage stehen lassen, wo auch Pflanzen drauf sind, die Pferde nicht so gerne fressen. Das ist okay. Aber ein großes Problem ist halt, wenn du Pferde zu lang auf einer Wiese stehen lässt, auf der sie halt kein fressbares, kein gutes Futter mehr finden, dann fangen sie aus Hunger natürlich an, die Giftpflanzen zu fressen, weil sie nichts anderes haben. Das heißt, wenn du ein Pferd auf einer Weide stehen hast,
00:45:10 wo halt auch was wächst, was die Pferde nicht fressen sollten, dann ist es halt unfassbar wichtig, dass du dich auskennst mit Pflanzen, dass du erkennst quasi, was ist, was von dem, wenn nicht alles, was grün ist auf einer Weide, ist halt fürs Pferd gut.
00:45:23 So und das heißt, es ist halt wichtig, dass du dich da auskennst und ein Gefühl dafür hast, okay, so ist da jetzt noch genug Futter drauf oder nicht oder fahre ich halt in das Risiko, wenn ich das Pferd jetzt hier noch ein, zwei Tage länger stehen lasse, dass es halt anfängt, dann Sachen zu fressen, die es halt nicht mehr fressen sollte. Das ist die dritte Sache. Aber wenn du auf diese Sachen halt achtest.
00:45:43 Also ich habe wirklich noch nie, noch nie Probleme mit sowas gehabt. Klar, es gibt immer irgendwelche quasi Einzelfälle, wo Leute sagen, ja, aber mein Pferd ist super verfressen, das frisst alles. Ja, aber das ist halt in der Regel ist es eine Haltungsgeschichte. Und wenn es halt nicht durch die Haltung beim Besitzer jetzt passiert ist, dann halt durch vorherige Haltung. Das ist ein bisschen wie so mit einem Tierheimhund. So in der Regel fressen Tiere sich nicht ins Koma. Aber ein Hund, der schon mal gehungert hat,
00:46:12 hat dann potenziell einen anderen Bezug zu Futter als einer, der noch nicht gehungert hat. Das heißt natürlich, wenn du jetzt ein Pferd, wo kaufst, das halt schon was gesehen hat, was schon erlebt hat, sag ich mal, 10, 11, 12 Jahre alt ist, dann kann das natürlich andere Verhaltensauffälligkeiten mitbringen, wo das dann komplizierter wird und wo das Pferd potenziell tatsächlich frisst auf eine Art und Weise, wie es sich schadet. Das möchte ich nicht ausschließen. Das ist Pferde, also ...
00:46:39 entwickeln Marotten so wie alle Tiere, wenn sie Dinge erleben in ihrer Haltungsform, die sie nicht erleben sollten. Aber normalerweise, also ein junges Pferd, das seit jungen Jahren normal und anständig gehalten wurde und immer Zugang zur Weide und zum Grasen und zur Wiese hatte, nie hungern musste, nie irgendwie in einer Box verkümmern musste.
00:47:00 Das kannst du ohne Probleme auf eine nicht saubere Wiese stellen und es wird sich nicht totfressen, sondern wird ganz genau das fressen, was es fressen kann und den Rest stehen lassen. Hallo Kai Katze, hallo Euki.
00:47:14 Wechselweide sind voll, auch bei Hühnern, wobei bei denen ansonsten einfach nur noch eine Einöde bleibt, anstelle irgendeiner Wiese. Ist auch ein Grund, ja, ist auch ein Grund für Passantenpferde nicht zu füttern, exactly. Deswegen sage ich auch immer, bitte, bitte, bitte, wenn ihr irgendwo Pferde auf einer Weide oder so stehen seht, bitte füttert die Pferde nicht. Bitte auch nicht mit Wiese, die am Wegesrand ist.
00:47:37 weil du halt nicht weißt, was du da quasi pflückst. Und manche Pferde fressen halt, also Pferde in der Regel von der Weide achten die halt darauf, was sie fressen, die meisten. Aber viele Pferde, gerade die, die halt von ihren eigenen Besitzern auch viel aus der Hand gefüttert werden, die auch viel Leckerlis bekommen, und das weißt du nicht als außenstehende Person, die achten manchmal nicht drauf, quasi, was du ihnen hinhältst. Weil dann einfach dieser Instinkt von, oh, ich krieg jetzt ein Leckerli, das ist halt angelernt.
00:48:04 So meine Besitzerin schiebt mir Möhren und gute Sachen vorne rein. Das ist alles, was aus der Hand kommt. Darauf gehen die halt crazy. Und dann kommt es halt noch dazu, dass sie meistens nicht allein auf der Weide stehen. Das heißt, wenn du dann anfängst, über einen Zaun hinweg Pferde zu füttern und dann stehen da zwei, drei Pferde, dann kommt auch noch der Futterneid dazu. Das heißt, du läufst halt ins Risiko, dass du da Sachen flüttest.
00:48:24 wo du glaubst, es ist ja harmlos, es ist ja nur Wiese, was für die Pferde eigentlich giftig ist, was die Pferde so stehen lassen würden. Aber in dieser Dynamik von, du gibst es ihnen aus der Hand und dann sind da noch zwei andere Pferde dabei, die das auch haben wollen, schlingen die dann teilweise Sachen runter, die sie eigentlich nicht essen würden und nicht essen sollten. Deswegen bitte füttert keine fremden Tiere über den Zaun. Und vor allem nicht mit Brot. Vor allem, Brot gehört nicht in ein Pferd.
00:48:53 Bitte hört auf, generell Tiere mit Brot zu füttern. Den allermeisten Tieren schadet Brot. Bitte füttert auch keine Enten mit Brot. Brot ist Menschenessen. Ist kein Tieressen. Ist das Pell, Janneke? Oder ist das Pell?
00:49:30 Mögen Pferde Karotten besonders gerne oder ist das ein Mythos? Die meisten Pferde lieben Karotten. Liegt unter anderem daran, dass in einer Karotte, je nach Art der Karotte, mehr Zucker zu finden ist als in einem Würfelzucker. Also Fruchtzucker, aber das heißt alles, was in die Richtung geht, Karotten, Äpfel, also alles an Obst, immer nur mit Maß.
00:49:54 Immer nur mit Maß, weil im Gegensatz zu Menschen können oder putzen Leute ihren Pferden nicht die Zähne. Und das ist halt alleine, also vor allem dafür halt einfach ein großes Problem. Das kann ich verstehen, Janneka. Das kann ich so verstehen.
00:50:16 Meine Schwester war früher in der Reitschule und die hatten da immer eine riesige Menge an Brot. Ja, diese Reitschulen kennen wir alle. Ich war früher auch in der Reitschule mit einer riesigen Menge an Brot. Und das ist furchtbar. Es ist Katastrophe, wie viele Leute, Pferden Brot futtern. Und dann gleichzeitig sagen, ja, ist normal, dass ein Pferd einmal im Jahr eine Kolik hat. Nein, nein, das ist nicht. Das ist nicht normal.
00:50:41 Falls ihr mit Kindern unterwegs seid, geht einfach mal auf den Hof und sprecht mit jemandem auch, wenn, auch wenn dann Füttern manchmal trotzdem nicht geht, gibt es vielleicht ein Pferd, das man streicheln kann. Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja. Und wir haben, also die meisten Höfe quasi, wo ich einspringe oder auch arbeite oder da bin, haben in der Regel irgendein Pferd auf dem Hof, das schon in Rente ist oder irgendwas in die Richtung, das sich total freut über ein bisschen Aufmerksamkeit und Liebe, wo man dann auch einfach
00:51:11 dahin gehendes streicheln kann, manchmal auch striegeln kann, auch mal eine Karotte bekommt, die man füttern kann, ist immer, immer die bessere Variante. Immer einfach den Hof ansprechen, gerade wenn ihr mit Kindern unterwegs seid. Die wenigsten Höfe werden Nein sagen.
00:51:25 Und wenn die Höfe nein sagen, so hart es ist, ist es auch trotzdem ein gutes Learning fürs Kind, das halt zu lernen, dass das halt dazu gehört, dass man halt fragt, bevor man ein fremdes Tier anfasst, streichelt oder füttert und dass das manchmal auch bedeuten kann, dass es halt nicht geht. Und dass das dann halt auch schwer ist, aber zu akzeptieren ist. Das ist ja auch wichtig für fremde Hunde auf der Straße.
00:51:48 Unser Rindvieh hat ab und zu von uns trockene Brotkanten bekommen. Den Pferden haben mehrere Nachbarn im Umfeld die Äpfel, die Äpfel als Fallobst gesammelt. Haben immer entweder zu uns gebracht oder gefragt, wenn sie mal zum Füttern mitkommen dürfen. Nur dieses eine Paar war kacke. Es ist halt so ätzend, wenn du halt so einen, auch einfach, wenn Leute das dann anfangen, so aus Prinzip, so aus einem weirden Trotz heraus zu machen. Bitte was?
00:52:16 Der letzte Einsteller hat alle Gatter geöffnet und die Pferde gehen Hauptstraße navigiert, weil er Elfen gehört hat und die auf den Pferden reiten wollten. Bitte was? Was bin ich hörend? Oh, das klingt nach einer Psychose. Also ich will nichts fremd diagnostizieren, aber das klingt schon nach einem mentalen Ausnahmezustand. Ach du Scheiße. Ja, auf jeden Fall, mein Start in den Tag war auf jeden Fall toll heute. War richtig toll. War richtig super.
00:53:07 Ja, kam an, als Kerl, der recht spirituell war. Nicht unsere Welt, aber tat ja keinem weh. Also stand sein Haarfi bei uns und dann ist ihm was durchgegangen und ja, war wirklich was Mentales. Hat sich im Nachhinein rausgestellt, aber vorher wussten wir das nicht. Ach du Scheiße. Ach du Scheiße.
00:53:23 Einsteller heißt, da standen Tiere von euch bei ihm. Ach so, warum? Nein, nein, Einsteller sind quasi Leute, die ihre Tiere, in dem Fall Pferde, bei einem Hof einstellen. Das sind quasi Einsteller. Ja, war auf jeden Fall ein guter Start heute. Wenn ich euch, ich meine, das ist eh ein immer wiederkehrendes Ding, aber wenn ich euch eine Sache mitgeben darf, egal bei welcher Art von Tier, aber vor allem bei Tieren, die so groß sind wie Pferde.
Geschlechterstereotype und Mythen in der Pferdehaltung
00:53:5200:53:52 desto früher ihr professionelle Hilfe anfragt, desto früher ihr um Hilfe bittet, weil ihr überfordert seid, weil ihr was nicht hinkriegt, weil irgendwas nicht klappt.
00:54:04 desto früher ihr das macht, desto besser und leichter ist es für das Tier und für die professionelle Hilfe, die kommt, um zu helfen. Desto sicherer und ungefährlicher und stressloser und desto weniger ist zu tun. Und in der Regel, auch gerade wenn es finanzielle Sachen sind, ich bin, ich kriege ein Pferd, so ein Beispiel, so ein unbeschriebenes Blatt Papier, ist immer sehr viel leichter zu bemalen, als halt
00:54:34 ein schon komplett bis oben hin vollgekritzeltes Blatt Papier. Was ich damit meine ist, das ist kein Hexenwerk, einem Pferd, das noch nie verladen wurde.
00:54:47 wo das auch noch nie probiert wurde, systematisch mit Geduld das richtig beizubringen und quasi da dann eine Routine reinzubekommen, damit es dann für den Rest des Lebens dieses Pferdes kein Hexenwerk ist. So mein Pferd ist das perfekte Beispiel dafür. Ich habe mir bei meinem Pferd quasi, ich hatte damals auch noch eine Trainerin, die den Anfang gesetzt hat. Mittlerweile mache ich ja alles selber, alles allein.
00:55:11 Ich meine, gut, ich nehme immer noch Unterricht hier und da, um mich auch weiterzubilden und halt Kurse und Seminare und Workshops in Massen, um mich weiterzubilden. Aber ich habe halt keine andere Person mehr, mein Pferd in der Hand. Und ja, ich habe mir super viel Zeit gelassen mit dem ganzen Verladen. Und mein Pferd steigt halt ohne irgendwas in jeden Transporter. Also auch wirklich so, dass ich quasi das Pferd vor den Transporter stelle, das egal, ob...
00:55:37 wo du seitlich einsteigst, egal ob ein Hänger, so stelle ich mich daneben hin, dann sage ich dem Pferd quasi die Richtung an und sage, hier komm bitte rein, so, beziehungsweise go und dann geht das Pferd einfach rein und dann packe ich ihm den Strick um den Hals und es steigt komplett rein und geht bis komplett rein, so weit wie es hineinsteigen muss und bleibt drin stehen und dann mache ich hinten zu.
00:56:00 und verlade und dann gehe ich einmal drum herum, steige vorne rein und bin es an. So kann Verladen aussehen. So, das ist kein Hexenwerk. So kann das aussehen. So sieht es aber nicht aus, wenn du das Arnie übst, da zweitens keine Routine drin ist und ich glaube, der wichtigste Punkt ist, desto häufiger das Verladen schief geht, desto schwieriger ist es, dem Pferd danach beizubringen, dass das Verladen kein Problem ist.
00:56:28 Jedes Mal, wenn du versuchst zu verladen und es funktioniert nicht, ist das wie so ein Punkt, der gesetzt wird und auch etwas, was dein Pferd lernt. Und jedes Mal, wenn dein Pferd mit massivem Stress verladen wird, weil nicht darauf geachtet wird, ob das gerade zu schnell geht, ob das gerade zu viel ist, ob das gerade zu grob ist, ob das Pferd gerade wirklich ruht oder vom Explodieren ist, ist das wie ein Punkt, der quasi gesetzt wird. Ich habe so oft...
00:56:58 Quasi Leute, die sagen, ja, ich verstehe das nicht, ich verstehe das nicht, ich verstehe das nicht, ich habe das Pferd gekauft, da ging es auf den Hänger, alles kein Problem. So die letzten sechs Monate ist immer, wenn was war, quasi ist es auf den Hänger gegangen ohne Probleme und jetzt plötzlich geht es durch, reißt sich los, wenn es um den Hänger geht, steigt, nimmt den Hänger auseinander. Und so Leute, das kommt nie jetzt plötzlich. Ein Pferd geht nicht zwei Jahre ohne Probleme auf den Hänger und dann plötzlich.
00:57:27 nicht mehr, ohne dass es einen Auslöser gab. Es gibt immer einen Auslöser, der in irgendeiner, da ein Pferd geht, hat nicht einfach einen Schalter und dann ist es von jetzt auf gleich verrückt. Die Tiere sind nicht verrückt. Die Tiere sind tatsächlich sehr, sehr reasonable. Die machen Dinge nicht ohne Grund. In der Regel, wenn wir sagen, ein Pferd macht was ohne Grund, und wir wissen nicht, also...
00:57:50 kann er nicht sehen, woher es kommt, dann liegt es damit, dass wir es halt, wie gesagt, nicht sehen können, dass wir es nicht verstehen, dass wir nicht nachvollziehen können, warum, dass wir die Kommunikation nicht verstehen und nicht reindenken können. Aber ohne Grund macht ein Pferd in der Regel nichts. Das heißt, da ist dann irgendwas passiert. Entweder eine scheiß Erfahrung, dann sagen die Leute, nein, nein, gab keinen Umfall, gab gar nichts. Und dann ist die meiste Antwort, die ich dann halt gebe, ja, dann war das Pferd noch nie entspannt im Hänger.
00:58:16 Weil es gibt halt einen riesigen Unterschied und das ist halt auch was, wo ich merke, dass Leute den Unterschied nicht erkennen. Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen einem Pferd, das ruhig steht, weil es quasi freest, also im Sinne von komplett auf Spannung ist und in einem Panik- und Stressmodus ist und quasi einfach nur steht und nicht loslassen kann und quasi kurz vor Explosion ist und du einfach merkst, da bebt alles drinnen, aber es hält jetzt einfach aus.
00:58:45 Und dann fährt das, wo er halt super entspannt steht und halt so halb vor sich hindüst und sagt, ja...
00:58:50 Das ist ein riesiger Unterschied. Und es gibt aber so viele Leute, die diesen Unterschied nicht sehen, weil sie halt auch, wenn sie 10, 15, 20 Jahre lang reiten, halt nie gelernt haben, die Mimik von Pferden zu lesen. So Schmerzgesichter oder Stressgesichter von Pferden nicht zu erkennen. Wir lernen die Mimik von Hunden aus völliger Selbstverständlichkeit. Schwanzwedeln heißt das, Knurren heißt das, Bellen heißt das. Bellen kann ganz viel Unterschiedliches bedeuten und so weiter.
00:59:17 Aber lustigerweise haben Menschen nicht das Interesse, das bei Katzen oder bei Pferden zu lernen. Und Pferde sind wirklich eine der missverstandensten Tiere, die ich je getroffen habe, weil Leute das nicht verstehen. Und ganz viele Leute ihre Pferde auch gar nicht aus der Bodenarbeit kennen, weil sie ihr ganzes Leben nichts anderes gemacht haben, als sich immer direkt aufs Pferd draufzusetzen. Und halt einfach, alles muss geritten werden.
00:59:46 So, ja, du siehst aber nicht mal alles, wenn du reitest. So klar, wenn du ein mega krass großartiger Reiter bist, dann kannst du bestimmt beim Reiten genau rausfühlen, ob dein Pferd gerade irgendwo Schmerzen hat. Aber für die 99,9 Prozent der Rest von uns, die nicht die besten Reiter der Welt sind, wirst du nicht jedes Problem, jeden Stress, jeden Schmerz spüren, wenn du reitest.
01:00:13 Aber du wirst es sehen, wenn du mit deinem Pferd vom Boden aus arbeitest und auf die Augen und auf die Nüstern, auf das Gesicht achtest. Also den Teil, den du nicht siehst, wenn du auf dem Pferd sitzt und nur das Pferd vom Boden aus arbeitest. Und das ist so wichtig, dass Leute sich damit auseinandersetzen, damit, dass Leute den Unterschied lernen zwischen einem Pferd steht gerade hier, weil es nicht weiß, weil es das Gefühl hat, es kann irgendwo hin und es ist kurz vor Explosion und einem Pferd, das wo steht und pennt. Das ist ein riesiger Unterschied.
01:00:42 Ah, ich kann dieses... Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. Das kam aus dem absoluten Nichts. Das Pferd ist einfach verrückt. Nein, Pferd ist nicht verrückt. Oh ja. Burn one witch, expect the whole coven. Alles Gumball. Ja, irgendwie hört sich die Hälfte an wie die Arbeit mit dementen Personen. Meinst du die Besitzer oder die Pferde? Ja, nee, Ravin. Ja.
01:01:23 Ich verstehe nicht, wie ich mir ein Haustier zulegen kann, egal welche Art und dann ich erkennen kann, ob das Tier entspannt, gestresst, gereizt ist oder gar krank. Ist furchtbar, oder? Ist komplett furchtbar. Hallo Nadrasch.
01:01:37 Und das Problem ist ja nicht mal Leute, die das nicht erkennen. Niemand von uns kann das von Anfang an. Für uns alle ist das ein Lernprozess. Wir alle müssen Zeit investieren, um das zu lernen. Das ist halt komplett normal. Aber es gibt halt einen großen Unterschied, ob man halt bereit ist, das zu lernen und die Zeit zu investieren oder ob da einfach gar nicht das Interesse dafür da ist, weil es halt eigentlich nur darum geht.
01:02:03 zu reiten, dann wird dieses Tier halt zu einem Sportgegenstand. Und das macht mich, ja, sehr unglücklich. Das Pferd ist einfach verrückt, klingt wie Diagnostik bei weiblich gelesenen Personen. Ja, honestly, hot take an der Stelle, Mysogynie geht in die Tierwelt.
01:02:28 Müsingenie geht in die Tierwelt. Wirklich, es ist so krass, so Stutenbissigkeit. Oh ja, das ist eine Stute. Oh ja, Stuten sind anstrengend. Stuten sind schwierig. Stuten sind verrückt. Stuten sind kompliziert. Digga, was? Und es sind ja nicht mal nur ReitschülerInnen. Ich hatte eine Kollegin, eine Trainerin, auf einem anderen Hof, die die ganze Zeit erklärt hat, sie hat auf ihrem Hof ...
01:02:56 Keine einzige Stute, also keine, die ihr gehört, weil sie mag keine Stuten. Weil die sind alle so kompliziert und anstrengend. Sie arbeitet halt nur mit Wallachen. Hä? Hä? Und dann hat sie aber einen Hengst dort stehen.
01:03:13 Und das ist aber ihr absoluter Schatz, das ist ihr absolutes Lieblingspferd. Und das ist halt ein Hengst, das heißt, der ist halt auch so ein bisschen, ne, hengstig, aber dort ist es halt dann nicht verrückt und nicht unvorhersehbar und nicht gefährlich und nicht zickig und nicht hysterisch, sondern, ja, das ist ja ein Hengst. Der muss ja, der muss ja temperamentvoll sein, der muss ja Attitüde haben. Bei den Stuten ist es Hysterie und die sind verrückt, beim Hengsten ist es Attitüde und hengstig.
01:03:42 Und schön und temperamentvoll. Willst du mich verarschen? Es ist das gleiche Problem mit dem gleichen Husten. Es ist nur ein anderes Gender. Das ist wirklich so absurd. Und dass das sogar in die Tierwelt reicht. Dass wir sogar mysogyn Tieren gegenüber sind, ist ja so absurd.
01:04:09 Ja, wilder Hengst, totales Kompliment, wilder Hengst, total geil. Wilder Hengst ist ein Statussymbol. Einen temperamentvollen, wilden, quasi ungezähmten Hengst zu haben, das ist krass, cool, wenn du sowas hast. So, dann gibt es dann so tolle Begriffe wie, der ist ein Hengstreiter. Das sind dann professionelle Reiter, die nur Hengste reiten, weil die haben so ganz voluminöse Schritte. Und eine Stute, ja, die spinnt.
01:04:34 Digga, was? Was ist los mit dir? Was ist das? Gibt überhaupt keinen Sinn, wirklich. Hallo Xe-Mova.
Professionelle Pferdearbeit vs. Selbstüberschätzung von Halter*innen
01:04:5001:04:50 Hündinnen sind angeblich auch schwieriger und untereinander bissiger. Rüden bellen nur und dann ist es wieder gut. Ja, und es ist halt, also ganz ehrlich, ich kann, ich habe keine Ahnung, ich bin keine Hundetrainerin. Aber ich, es ist wirklich kompletter Unsinn, es ist kompletter Quatsch zu behaupten, dass Stuten schwieriger oder komplizierter wären als Wallache oder Ängste. Es ist kompletter Blödsinn. Das Einzige, was halt bei Stuten einen Unterschied machen kann, ist, wenn sie halt rossig sind.
01:05:17 weil sie dann auch einfach gestresst sind. Aber I'm sorry, erstens, wenn ich meine Tage habe, dann bin ich auch gestresst, gestresst der, das darf sein. Und zweitens, ja dann guck dir mal einen Hengst an, wie der abgeht, wenn der eine rostige Stute sieht. Also es ist ja nicht so,
01:05:33 dass das dann quasi ein reines Stutenproblem wäre. Es sind nicht die Stuten, bei denen man darauf besteht, dass die allein gehalten werden müssen in der Rostigzeit. Das sind die Hengste. Es sind die Hengste, die das Verletzungsrisiko mitbringen. Meistens, nicht immer, aber mindestens ist es eine beidseitige Geschichte. Und ja, eine Stute, die rostig ist, die kann auch temperamentvoller sein. Und gerade auch Stuten, auch wenn sie rossen und Hengste sind, sehr aufdringlich, können Stuten auch...
01:06:02 sich ordentlich wehren gegen den Hengst und sagen, ja, so lass mich in Ruhe. Aber in der Regel, wenn die halt genug Platz haben und genug Raum haben, ist das okay. Aber es ist definitiv nicht ein Stutenproblem. Das, was Johanna sagt, liegt halt daran, dass sozial konstruierte Verhaltensinterpretation von Menschen auf Tiere übertragen wird.
01:06:31 Die Vermenschlichung von Tieren ist so krass. Also die Vermenschlichung von Tieren ist wirklich, wirklich, wirklich krass, was da abgeht. Und da geht es aber, es geht mir nicht um Gottes Willen. Es geht mir da nicht um Sachen, wie dass man über Bedürfnis orientiert quasi mit Tieren arbeitet oder...
01:06:51 dass es darum geht zu sagen, ja, Tiere können depressiv werden, Tiere können Schmerzen haben, also Schmerzen empfinden, Tiere haben ein Schmerzempfinden, Tiere können frustriert sein, das ist alles richtig. Aber die Art der Kommunikation und der Lösungsansatz und auch die Bedürfnisse von Tieren sind halt trotzdem nicht zu verwechseln mit den Bedürfnissen von Menschen. Tiere funktionieren anders.
01:07:18 Und zwar je nachdem, was es für ein Tier ist. Und das ist teilweise, also ich arbeite unfassbar gerne mit Pferden. Ich gebe auch gerne Reitunterricht, aber lieber Leuten, die keine eigenen Pferde haben.
01:07:36 Weil die kompliziertesten, die anstrengendsten Personen auf meiner Arbeit sind Leute, die eigene Pferde haben, aber sich nicht sagen lassen wollen, weil sie glauben, dass sie ja schon ewig lang ein eigenes Pferd haben und deswegen definitiv besser wissen. Und es gibt wirklich, es gibt erstaunlich viele Leute, die quasi, also, ja, kommen, weil sie sagen, sie brauchen Hilfe.
01:08:04 Und dann aber nicht bereit sind, die Hilfe anzunehmen, sich irgendwas sagen zu lassen, irgendwas zu verändern und dann quasi wütend oder frustriert mit dem Problem weiterziehen und halt sagen, ja, man konnte mir nicht helfen, die haben keine Ahnung, was die tun. Um Hilfe zu bekommen, muss man Hilfe auch zulassen.
01:08:24 Und dann muss man halt auch zulassen, sich auch mal anzuhören, was jemand, der das beruflich macht, dir halt potenziell zu sagen hat. Und dass es halt zusammenhängende Punkte gibt. Also das Schwierigste...
Vertrauensbasis als Grundvoraussetzung in der Pferdekommunikation
01:08:4001:08:40 Das Schwierigste, Menschen zu sagen, das ist das Häufigste, was ich Menschen sagen muss und das ist gleichzeitig das Schwierigste, ist quasi Pferdebesitzer und es sind halt da in dem Fall wirklich meistens sind es die Pferdefrauen. In der Pferdefrau, die ein Problem mit ihrem Pferd hat, zu sagen, dein Pferd vertraut dir nicht und daher kommt das Problem.
01:09:02 Was? Nein, das kann gar nicht sein. Wie kannst du meine gemeinsame Beziehung mit meinem Pferd? Also es ist so krass, wie gekränkt, wie verletzt, wie beleidigt, wie beleidigend Leute teilweise werden, wenn du ihnen das halt sagst. Weil es halt so diese, sie lieben ihre Tiere über alles. Das will ich gar nicht außer Frage stellen. Sie lieben...
01:09:24 ihre Pferde über alles. Und sie wären halt bereit, für ihre Pferde alles zu tun, was sie halt glauben, was für dieses Pferd halt total wichtig ist. Und wenn man dann quasi sagt, du, ich glaube dir das, dass du dein Pferd liebst, über alles, aber dein Pferd vertraut dir nicht, weil diese Basis quasi, die du da mit deinem Pferd aufgebaut hast, die ist einseitig.
01:09:51 Worst, worst conversation to have. Absolutely worst conversation to have und leider das Grund- und Hauptproblem von neun von zehn Dingen, die ich irgendwie fixen soll. In neun von zehn Fällen, wenn ich quasi konfrontiert bin mit einem Problem, das ein Pferd hat, ist das das Problem. Das ist der erste Punkt, der zu allem anderen führt. Ein Pferd, das dir nicht vertraut, geht nicht auf den Hänger.
01:10:19 Ein Pferd, das dir nicht vertraut, geht mit dir nicht an gruseligen Dingen vorbei, die ihm Angst machen. Ein Pferd, das dir nicht vertraut, setzt sich nicht Situationen aus, die stressig sind. Ein Pferd, das dir nicht vertraut, hört dir nicht mal zu. Und das Zuhören ist ja der erste Schritt der Kommunikation.
01:10:36 Wenn ein Pferd von vornherein keinen Bock hat, sich mit dir auseinanderzusetzen, völliges Desinteresse an dir zeigt und null Vertrauen in dich hat, dann kannst du auch nicht auf dieses Pferd einwirken und ihm was beibringen und in Kommunikation mit diesem Pferd treten. Ich rede jetzt nicht von telepathischer Tierkommunikation, um Gottes Willen, sondern es geht darum, wirklich über die Sprache von einem Pferd mit einem Pferd in einer Art und Weise zu kommunizieren, wie man es ja mittlerweile auch aus der Hundearbeit kennt, dass du quasi anhand deiner Haltung, deiner Stimme...
01:11:04 deiner Richtung, deiner Bewegung, quasi versuchst, ein bisschen auch, ich mache halt Natural Horsemanship, das heißt, dass du halt quasi adaptierst die Art und Weise, wie Tiere untereinander kommunizieren und darüber versuchst, quasi ein Verhalten zu bekommen, statt dem Pferd halt mit Druck und Zwang und Angst ein Verhalten anzuziehen. Und das funktioniert halt nur, wenn das Tier sich überhaupt mit dir auseinandersetzen möchte. Und I'm sorry to say that und ich weiß, Leute wollen das nicht hören.
01:11:35 Aber Leckerlis bauen keine Beziehung. Dein Pferd...
01:11:45 Die gemeinsame Zeit mit deinem Pferd sollte nicht sein, ich bringe meinem Pferd eine Karotte oder Äpfel oder keine Ahnung was mit und dann stehe ich da und fütter quasi mein Pferd Leckerlis und dann verknüpft das mich positiv. Das Pferd lernt dadurch nicht dir zu vertrauen, das Pferd baut dadurch keine Bindung zu dir auf. Das Pferd lernt dadurch, dass du sein laufender Futterspender bist. Und es lernt quasi darüber einfach nur, dass es bei dir Futter gibt.
01:12:14 Und wenn es halt was fressen möchte und was Leckerlis haben möchte, dann kommt es halt gucken und schauen. Das ist nicht vergleichbar mit, wenn was stressig ist, wenn was gruselig ist, wenn was gefährlich ist, sucht es Anlehnung oder Sicherheit bei dir.
01:12:27 Und deswegen haben halt wirklich viele Leute mit ihren Pferden dieses Problem, dass sie halt sagen, ich verstehe das nicht, ich bin jeden Tag da, ich bringe meinem Pferd immer Karotten mit, ich streichle es und so weiter. Ja, das heißt, das Pferd kommt zu dir, wenn alles cool ist, wenn alles entspannt ist. Es kommt halt, weil es weiß, ich kriege ein Karottchen, ich werde gekraut, super cool. Aber das bedeutet nicht, dass das Pferd dann in dieser Stresituation auch dir vertraut, dass alles okay ist, dir vertraut, dass du die Situation handeln kannst.
01:12:52 Und das ist halt immer etwas, was bei Fluchttieren halt greift. So Pferde ticken nicht nach dem Alphatierprinzip, nicht nach, du dominierst das Pferd und deswegen unterwirft es sich dir. Also du kannst ein Pferd, also ja, Leute haben das gemacht, aber ein Pferd brechen ist nicht der Sinn der Sache. Also es geht nicht darum, dass dein Pferd Angst vor dir hat und weil das Angst vor dir hat und du bist dominant und hast es gebrochen und bist der Alpha, deswegen mach das dann, was du möchtest. Das glauben leider viele Leute. Das ist ja wie in der Hundeerziehung.
01:13:21 sondern es geht halt bei Fluchttieren halt primär darum, eine Bindung zu dem Tier aufzubauen, bei dem das Tier versteht, bei dir bin ich sicher, bei dem das Tier bereit ist, quasi die Aufgabe in der Herde für quasi Bescheid zu sagen, ob da jetzt wirklich eine Gefahr ist oder nicht, abzugeben. Das machen Pferde auch in der Herde untereinander. Deswegen sind Pferde in der Regel auch in der Herde wesentlich selbstbewusster und ruhiger und entspannter.
01:13:50 als sie es alleine sind. Und deswegen ist es auch so wichtig, so eine gesunde Herdendynamik zu haben, oft auch mit erfahreneren und ruhigeren Pferden, die halt auch diese Ruhe auf, ich meine, sie können sich auch gegenseitig mit der Nervosität anstecken, aber in der Regel ist halt ein erfahrenes, ruhigeres Pferd und ein selbstbewussteres Pferd immer ein großer Gewinn für eine Herde, weil halt die jüngeren und die nervöseren und die gestressteren halt an den älteren oder ruhigeren
01:14:15 selbstbewusster, kann auch ein junges Pferd sein, quasi Pferden halt Anlehnung und Orientierung suchen und halt dann auch merken, ich muss gar nicht austicken, ist gar nichts passiert, ich muss gar nicht, wie von der Tarantel gestochen im Kreis rennen, so. Der Eimer, der umgefallen ist, der hat gar keine Zähne. Und die Übung oder das Ziel ist halt, dass Pferde das Vertrauen in ihren Menschen bekommen für das gleiche Phänomen. Dass quasi ein Pferd, dass dein Pferd halt lernt,
01:14:40 dass es beim Menschen sicher ist, dass der Mensch quasi eine Beurteilung der Situation quasi vornimmt und dass, wenn der Mensch ruhig und entspannt und gechillt bleibt, das Pferd auch ruhig, entspannt und gechillt bleiben kann und es keinen Grund gibt, auszuticken, sondern quasi ist einfach so, ah, okay, mein Mensch ist ruhig, mein Mensch tickt nicht, okay, dann muss ich nicht weglaufen. Dann kann ich es mir auch erst mal angucken. Da arbeiten wir halt wirklich daran, dass wir dieses ...
01:15:06 Manche Pferde haben das mehr, manche haben es weniger. Dass man dieses instinktive, ich renne direkt los, rausbekommt und stattdessen an den Punkt kommt, wo das Pferd quasi erstmal kurz drüber nachdenkt, ob es gerade rennt. Und dieses drüber nachdenken, dieses Innehalten und sich am Menschen orientieren.
01:15:23 Das ist das, was du brauchst, damit das Pferd lernen kann. In dem Moment, in dem das Pferd aus Panik wegrennt, macht es zu. Das ist wie ein Mensch, der Angst hat, der Panik hat. Du kannst einem Gehirn, das in Angst versetzt ist, nichts beibringen. Du musst den Punkt erreichen oder du musst an dem Punkt ansetzen, wo das Gehirn, egal ob jetzt von einem Menschen oder von einem Pferd oder von einem Hund, nicht in Panik ist, nicht in Angst ist, sondern in Bereitschaft ist, sich mit etwas auseinanderzusetzen, auch wenn es gruselig ist. Und damit du diesen Punkt erreichst,
Kritik an falschen Trainingsmethoden: Futter als Placebo
01:15:5201:15:52 muss das Pferd dir vertrauen. Das Pferd muss verstehen, dass es bei dir sicher ist. Das Pferd muss verstehen, dass erstens von dir keine Gefahr ausgeht und zweitens, dass du die Situation händelst und einschätzen kannst und es sich im Zweifelfall an dir quasi orientieren kann. Man hört immer wieder, dass quasi, man hört quasi immer wieder, dass Leute halt zum Beispiel sagen, ja, die Pferde quasi schließen sich dem stärksten Pferd an.
01:16:21 Nein, Pferde schließen sich quasi, also jein, Pferde schließen sich in gewisser Weise dem stärksten Pferd an, aber nicht, was Dominanz angeht, nicht was Gewalt angeht. Ich meine, Pferde sind schon ziemlich abusive untereinander, muss man auch sagen, aber es geht dabei eigentlich eher um so eine mentale Stärke. Das heißt, Pferde schließen sich gerne Pferden an, also anderen Pferden an, die in Situationen halt quasi selbstbewusster sind, die...
01:16:49 die quasi diese Situation handeln können, die sie aushalten, die damit umgehen können. Und das versuchst du halt als Person für dein Pferd zu werden. Und wenn du diese Basis halt hast mit deinem Pferd, dann kannst du deinem Pferd auch fast alles beibringen. Und dann wird ein Pferd für dich auch in den Hänger gehen. Wenn diese Basis aber nicht da ist, wie wirst du das Pferd in den Hänger bekommen?
01:17:13 Also wie soll das denn gehen, wenn das Pferd dir nicht vertraut, dir nicht glaubt, dass das jetzt, ne, also das Pferd sieht ja als Flucht hier nur, das ist ein großer, großer Hänger und er ist dunkel und er ist gruselig und er ist eng und er ist wackelig und ich muss auf eine Rampe und damit fühle ich mich nicht wohl, weil ich kann mich nicht ausbalancieren und da kann ich drin nicht fliehen. Warum sollte dieses Pferd da reingehen? So von Natur aus wird das Pferd instinktiv, Pferde sind keine Höhlenbewohner, instinktiv werden die da nicht reingehen. Das ist nicht...
01:17:39 Wie eine Katze, die sich in irgendeine kleine Höhle reinlegt. Das heißt, du musst halt das Pferd davon überzeugen, dass es dir vertrauen kann, dass da drin nichts Schlimmes passiert. Dass man da jetzt gemeinsam reingeht, dass das okay ist, auch wenn es gerade unangenehm ist, auch wenn es gruselig ist, auch wenn das Pferd es eigentlich nicht machen möchte. Aber dass es nicht schlimm ist, dass es dir vertrauen kann, dass es in Ordnung ist und dass wir das jetzt trotzdem machen, weil wir das jetzt machen müssen. Und das geht nicht von jetzt auf gleich.
01:18:08 Das geht auch nicht mit Futter, das geht auch nicht mit einer Sedation, das geht auch nicht mit einer Peitsche, die von hinten volle Kanne draufhaut. So, das funktioniert nicht. Und die meisten Diskussionen, die aller, aller, aller meisten Diskussionen habe ich mit Leuten, die quasi Pferde in den Beritt geben wollen und die dann quasi aber darauf bestehen wollen, dass ich quasi futterorientiert mit den Pferden arbeite. Und ich will sagen, warum?
01:18:36 Ja, nein, ich will nur positive Verstärkung. Ich will, dass alles mit Leckerlis als Belohnung erarbeitet wird. Ja, dann musst du dir eine andere Trainerin suchen. Weil ich arbeite nicht als laufender Futterspender. Das bedeutet halt nicht, dass Pferde nicht belohnt werden dürfen. Aber eine Belohnung bei einem Pferd kann eine ruhige Stimme sein. Es kann Kraulen sein, es kann eine Pause sein in der Arbeit. Ich brauche keine Karotte.
01:19:02 damit ein Pferd versteht, dass es jetzt was gut gemacht hat und was richtig gemacht hat. Ich finde eine Karotte in der Hand super hinderlich, weil das Pferd dann nicht mehr mir zuhört und nicht mehr mit mir interagiert, sondern nur noch auf das scheiß Futter wartet. Und ich kriege einen kompletten Rappel, wenn ich sehe, wie viele Leute halt versuchen, mit Futter Pferde in Hänger zu bekommen und halt nicht verstehen, warum das nicht geht oder warum es schlecht geht oder schwierig geht oder gefährlich ist. Und ich sage ja nicht, dass es nicht nie funktioniert.
01:19:30 Aber manchmal sind andere Ansätze auch eine Idee. Sorry, meine Arbeit war heute ein bisschen frustrierend. Merkt man, glaube ich. Und dann bin ich so ein bisschen so... Eigentlich liebe ich diese Arbeit sehr, aber an manchen Tagen ist sie frustrierend. Elias, Dankeschön für 47 Monate. Ich wünsche dir ganz, ganz viel Spaß hier weiterhin. Vielen, vielen, vielen, vielen lieben Dank. Und hallo Tamina.
01:19:54 Hallo Nova, ein wunderschön. Ich habe gar keine Ahnung, Tendo. Gebt ihnen anscheinend mehr ums eigene Ego als um das Tier, das ihr Pferd lieben und speichere ihnen ja nicht ab, aber manchmal muss man das eigene Ego halt mal hinten anstellen und dem Tier geben, was es braucht.
01:20:08 Ja, ich glaube, ich weiß gar nicht, ob das immer quasi eine Ego-Geschichte ist. Ich glaube, ein großes Problem an der Szene ist auch einfach, dass so viel gemacht wird in der Pferdewelt, was für Pferde halt total schädlich ist, dass viele Pferdebesitzer nachvollziehbarerweise das Vertrauen in professionelle Pferdetrainer verlieren, weil da halt so ein bisschen diese Erwartungshaltung da ist, dass ein professioneller Trainer das Pferd sowieso prügelt und quält.
01:20:36 Und dann passiert halt diese Vermenschlichung, weil man halt glaubt, nee, das ist ja grausam. Also eine der ersten Dinge, die ich mit Pferden übe, ist am Anbinder stehen. Und wisst ihr, wie man mit Pferden am Anbinder stehen übt? Indem man sie an den Anbinder stellt. Ja, und dann steht das Pferd am Anbinder.
01:21:11 Und dann ist dieses Pferd auch mal genervt und dem Pferd ist langweilig und das Pferd ist frustriert. Und das bedeutet, es fängt an zu manchmal zu schaben. Es fängt an, an Sachen zu knabbern. Es sucht sich eine Beschäftigung. Es versucht, sein Seil durchzuknabbern. Manchmal wichert es. Ja!
01:21:27 Ultra nervig, ultra ätzend, ultra pain in the fucking ass. Das Pferd lebt halt mit uns zusammen. Das Pferd muss eine Hufbearbeitung über sich ergehen lassen können. Das Pferd muss sich putzen und anfassen lassen können. Das Pferd muss einen Doktor, einen Tierarzttermin über sich ergehen lassen können. Es sind nun mal domestizierte Tiere. Wir können Pferde nicht jedes Mal einschläfern, wenn wir die Hufe machen müssten. Damit ich die Hufe bei einem Pferd machen kann, muss das Pferd überhaupt erst mal am Anbinder stehen können.
01:21:57 Damit das Pferd überhaupt erstmal am Anbinder stehen kann, muss das Pferd auch lernen, dass wenn es am Anbinder steht, dann ist da Pause. Das ist nicht grausam, das ist nicht Folter, das ist keine Tiermisshandlung. Das ist einfach das Pferd an eine Routine zu gewöhnen, die, wenn das Pferd es verstanden hat, für alle den Stress rausnimmt. Im Endstadion, wie zum Beispiel bei meinem Pferd, die ist jetzt sechs, sieht das so aus.
01:22:25 dass ich das Pferd an den Anbinder stelle oder irgendwo anders den Strick über den Hals werfe und dann weggehen kann. Und wenn sie nicht gerade komplett auf einer Wiese mit Gras bis zu den Knien steht, dann steht sie da und wartet.
01:22:42 Ich muss sie nicht anbinden, ich muss sie nicht anhängen, ich muss sie nicht irgendwo festbinden, ich brauche keine zwei Befestigungen, ich muss sie nicht fixieren, ich muss nicht ein Gebiss reinschmeißen, ich muss sie nicht einsperren, sondern dieses Pferd hat einfach von Anfang an gelernt, so wenn das Halb da drauf ist, dann wird jetzt gearbeitet, dann bin ich quasi im Arbeitsmodus, das heißt ich laufe nicht frei durch die Gegend, sondern ich warte jetzt, was gemacht wird und dann werde ich abgestellt und dann warte ich und dann pennt die. Die steht da.
Routinearbeit am Anbinder als Schlüssel zur Stressreduktion
01:23:0801:23:08 Die macht die Augen zu, die döst und die wartet und die rennt nirgendwo hin, weil sie weiß, alles klar, meine Aufgabe ist jetzt einfach nur zu warten.
01:23:15 Wisst ihr, wie entspannt das Leben für das Pferd und für den Menschen wird, wenn die Pferde so drauf sind? Wenn jeder Tierarzt quasi Termin, jede Kontrolle, jedes Reinigen von irgendwelchen Sachen, die wehtun, das Hufe bearbeiten, wenn alles so entspannt funktioniert. Wenn das Pferd es einfach von klein auf gelernt hat, dass da nichts Schlimmes ist, ich das irgendwo hinstellen kann, mir den Huf nehme und das einfach frei putzen kann. Und was ich teilweise sehe, was da für ein Stress da ist, weil Menschen dann das Pferd links...
01:23:44 und rechts angebunden und dann muss noch eine Person daneben stehen und dann steht eine Person vorne und füttert mit Karotten und dann muss der Schmied so schnell wie möglich das Pferd bearbeiten. Und dann denke ich mir so, okay, aber das ist ja nicht tierlieb.
01:23:56 Also du kannst mir ja nicht erklären, so auf lange Sicht betrachtet. Ich verstehe den Gedankengang, wenn Leute sagen, ja, aber mein Pferd steht nicht ruhig am Anbinder und ich finde es so schlimm, wenn es dann zum Schaben anfängt und dann ruft es so und es bricht mir das Herz und ich will es ja nur belohnen, wenn es da dann mal steht und deswegen will ich es füttern. Ja, ein Pferd, das du fütterst am Anbinder, ist wie ein Hund, den du konstant fütterst, wenn er sich eigentlich ins Bett legen sollte, um Ruhe zu geben. Das Pferd lernt nicht alles gleich, ich gebe Ruhe am Anbinder. Das Pferd lernt, am Anbinder werde ich konstant betütelt, ich bekomme konstant Aufmerksamkeit, ich bekomme...
01:24:25 konstant Futter und in dem Moment, in dem ich es nicht mehr bekomme, fange ich an zu randalieren. Und es gibt halt Pferde, die sind nicht so, sage ich mal, selbstbewusst sein, nicht so selbstbewusst, nicht so temperamentvoll wie andere. Und es gibt welche.
01:24:41 I joke you not, die fangen an, am Anbinder zu steigen, weil die es gewohnt sind, dass sie am Anbinder Äpfel bekommen. Und wenn sie keine Äpfel am Anbinder bekommen, dann steigern die sich rein. Dann werden die wütend, weil sie sind es gewohnt, dass sie Äpfel bekommen und sie wollen jetzt ihre Äpfel haben. Und dann fängt das Jammern an, dann fängt das Schaben an, dann fängt das Rumreißen an und am Ende des Tages hast du 600 Kilo, die sich in einen Anbinder, also in so ein Holz reinhängen. Und das kann für Pferde richtig gefährlich werden, weil wenn die nämlich diesen ganzen Holzdings hochreißen oder andere Pferde mit am Anbinder stehen,
01:25:10 Das ist halt nicht ohne, was da passieren kann. Das ist für das Pferd gefährlich. Das ist für alle anderen Pferde, die drumherum stehen gefährlich. Das ist für alle Menschen gefährlich. Das ist nicht tierlieb. Das ist nicht fürsorglich. Das ist nicht ich liebe mein Pferd. Und es fängt aber an mit so Sachen wie ja, aber ich muss mein Pferd beim Anbender füttern. Weil das arme Pferd. Und es bittet mich ja um den Apfel.
01:25:30 Ich sage nicht, dass du dein Pferd nicht füttern darfst. Ich sage nicht, dass du dein Pferd nicht quasi einen Apfel füttern darfst. Aber man sollte sich wirklich bei manchen Sachen zweimal überlegen, ob das quasi the way to go ist, die man halt haben möchte. Wenn du möchtest, dass dein Pferd ruhig stehen kann, dann musst du ruhig stehen lernen. Wenn du möchtest, dass dein Pferd zuverlässig wo bleibt, dann ohne dass du es betütelst, ohne dass du es anfässt, ohne dass du es festhältst, dann musst du genau das üben.
01:25:56 Das ist wie mit einem Hund. Wenn du möchtest, dass ein Hund an der Leine geht, dann musst du üben, dass der Hund an der Leine geht. Wenn du nicht möchtest, dass der Hund zieht, dann ist das eine konstante Übung. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Das ist konsequente Wiederholung, oft über Monate oder Jahre hinweg.
01:26:14 Und es entsteht dann durch die Wiederholung. Es entsteht durch die Gewohnheit. Daraus, dass es halt völlig unaufgeregt einfach so ist, wie es halt gemacht wird. Und es dann keinen Grund gibt, da irgendwie Stress dabei zu haben. Und es ist wirklich, und Leute wollen es quasi nicht hören. Leute kommen dann, Leute kommen ja nicht bei mir an, weil das Pferd am Anbinder nicht ruhig steht. Sondern das Pferd kommt quasi, die Leute kommen bei mir an, weil das Pferd am Anbinder steigt.
01:26:42 Leute kommen nicht bei mir an, weil sie das Pferd nicht in den Hänger reinbekommen, sondern Leute kommen bei mir an, weil das Pferd sich jetzt zum dritten oder vierten Mal beim Anhänger quasi losgerissen und weggaloppiert ist oder gestiegen ist oder den Anhänger auseinandergenommen hat. Und eigentlich sind die Probleme ja quasi schon davor.
01:27:00 ist halt, und das ist halt etwas, was ich immer sagen würde, das Problem ist immer der Mensch. Das Problem ist nie das Pferd. Oder in den aller, aller, allermeisten Gründen ist es halt nicht das Pferd. Und Leute kommen dann halt an, weil sie halt sagen, kannst du mir mein Pferd fixen? So mein Pferd hat ein Problem. Und die Antwort darauf ist halt immer, ja, ich kann dein Pferd zeigen, wie das funktioniert, aber viel wichtiger, als dass dein Pferd, weil dein Pferd wird das mit mir machen. Das ist ja heute dasselbe gewesen in der Früh. Mit mir steigt das Pferd in den Anhänger.
01:27:29 Mit mir macht es das. Aber die Person, die es eigentlich lernen muss, die Person, die es eigentlich verstehen muss, ist der Besitzer. Der Besitzer muss verstehen, warum, weshalb, wieso. Das Pferd hat grundsätzlich eine ähnliche Voranlagung wie die meisten anderen Pferde. Natürlich haben Pferde...
01:27:48 quasi eine eigene Persönlichkeit, einen eigenen Charakter, eine eigene Veranlagung oder Neigung zu dem einen oder dem anderen. Deswegen musst du ja auch, wenn du ein Pferd hast, nicht unbedingt ein Profi sein, weil du ja im Optimalfall halt lernst, mit deinem Pferd umzugehen und der Profi lernt halt durch die Band weg mit allen Pferden umzugehen und deswegen suchst du die professionelle Hilfe.
01:28:14 Eigentlich ist es der Mensch, der es lernen muss. Der Mensch muss verstehen, wie das Pferd tickt, wie sein Pferd tickt und nicht andersrum. Und das ist eine Herausforderung. Deswegen, es macht total viel Spaß. Es macht wirklich total viel Spaß, mit Pferden zu arbeiten. Es macht nicht so viel Spaß, mit Menschen zu arbeiten.
01:28:32 Was bedeutet jetzt steigen? Das bedeutet, dass sie komplett auf die Hinterbeine gehen. Genau, dass sie sich quasi auf die Hinterbeine stellen und wir reden halt im Endeffekt von, es gibt zwei Sachen, buckeln und steigen.
01:28:44 Also vorne hoch und hinten hoch. Buckeln entsteht meistens aus einer Bewegung. Ja, die kann auch von vorne kommen, aber ein Buckeln kommt meistens eher von hinten, dass der Arsch halt hochschießt. Und Steigen heißt halt quasi, dass das Pferd vorne hochgeht und dann auf den Hinterbeinen steht. Und das ist halt das, was den meisten, also Pferde in der Regel versuchen, die wenigsten Pferde steigen von sich aus.
01:29:08 direkt nach oben, weil das ist quasi die Flucht nach oben. Die meisten Pferde versuchen die Flucht quasi erstmal wegzubekommen, also nach hinten, nach links, nach rechts. Also die versuchen von der Situation quasi wegzubekommen, weil sie ja eigentlich weg wollen aus der Situation. Das heißt, Steigen ist in der Regel ein Verhalten, das entsteht dann, wenn zu viel Druck herrscht und das Pferd das Gefühl hat, es kann nirgendwo mehr hin. Also flieht es nach oben, weil es nirgendwo anders mehr hin kann.
01:29:35 Und das ist ein Alarmsignal, wenn das passiert. Und vor allem, wenn es sich wiederholt, wird es richtig gefährlich, weil Pferde teilweise dann auch lernen, dass sie mit Steigen...
01:29:46 aus Situationen rauskommen. Also wenn sie halt immer wieder mit Situationen konfrontiert werden, im Endeffekt, wenn du mit Pferden, ihr müsst mir sagen, wenn ich gerade zu lange über Pferde rede, ich weiß, dass ganz viele von euch wahrscheinlich damit nichts zu tun haben. Also sagt gerne, wenn es reicht. Sonst würde ich da jetzt noch ein bisschen ausholen, weil da doch ein paar Fragen drin waren. In der Regel quasi, wenn, wenn ein
Gesteuerte Kommunikation und Frustrationstoleranz im Pferdetraining
01:30:0901:30:10 In der Regel, wenn du mit einem Pferd arbeitest oder wenn du mit einem Tier arbeitest, ist ja quasi auch egal, ob es ein Hund oder ein Pferd ist, nur dass die halt anders kommunizieren. Aber in der Regel, wenn du halt ein gewisses Verhalten von einem Tier haben möchtest, zum Beispiel von einem Pferd haben möchtest, dann ist das A und O die Fairness. Das bedeutet, du möchtest eigentlich, dass das Pferd eigenständig mitdenkt und halt überlegt und die Pferdearbeit ist ein bisschen wie Puzzeln.
01:30:38 Zusammen mit dem Pferd puzzeln. Was bedeutet quasi, du setzt einen Impuls, da gibt es unterschiedliche Methodiken und Techniken dafür. Du setzt einen Impuls und dann möchtest du quasi, dass das Pferd überlegt, was du von ihm möchtest und quasi auf Lösungssuche geht. Und wenn das Pferd quasi die Lösung gefunden hat.
01:31:00 dann belohnst du das Pferd dafür, dass es die Lösung gefunden hat. Das ist so die Methodik, mit der ich arbeite. Und das Wichtige dabei ist, dass du dabei für das Pferd nachvollziehbar bist. Was bedeutet,
01:31:17 dass du in deiner Methodik, wie du arbeitest, du kannst schon unterschiedliche Dinge ausprobieren, aber es ist wichtig, dass das Pferd halt eine realistische Chance hat, zu verstehen und zu lernen, was mit einem gewissen Impuls gemeint ist. Das heißt, dass du die Schritte möglichst klein und leicht machst, damit die Frustration von den Pferden quasi nicht zu schnell hochgeht. Pferde haben eine unterschiedliche Frustrationstoleranz. Das heißt, manche Pferde halten das besser aus als andere, wenn sie lange nicht verstehen, was von ihnen erwartet wird und was...
01:31:47 nicht und je nachdem musst du halt anpassen, wie groß die Schritte sind, die du machst. Also bei manchen Pferden nehmen wir jetzt zum Beispiel einfach das, machen wir ein ganz konkretes Beispiel aus der Freiarbeit. Freiarbeit beschreibt quasi die Arbeit in einem Roundpen, also Roundpen sind diese eingezäunten Kreise und Freiarbeit ist quasi
01:32:10 ohne Strick, ohne Halfter, ohne Knotenhalfter, ohne irgendwas. Du hast einfach nur ein freies Pferd und arbeitest quasi dann mit dem Pferd komplett frei, ohne dass da irgendwie ein Seil oder irgendwas da ist. Du kannst halt einen Stick nutzen, um eine Armverlängerung zu haben. Also der Stick ist quasi nicht da, um das Pferd ...
01:32:28 Das ist nicht da, um das Pferd damit zu treffen. Der Stick ist da, um quasi deinen Arm zu verlängern, deinen Bereich zu vergrößern. Im Zweifelsfall, je nachdem, was es für ein Pferd ist, für deine Sicherheit. Aber vor allem auch zur Desensibilisation. Also Desensibilisation. Ich zum Beispiel arbeite ganz, ganz viel mit Stick. Und ich arbeite teilweise auch mit einer Peitsche, wo Leute schon sagen, um Gottes Willen, ja, das ist ein Stick, wo was dranhängt. Aber auf gar keinen Fall, um quasi das Pferd damit zu treffen.
01:32:58 zu treffen, sondern weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass wenn ich von vornherein ein bisschen mehr bin, dann kriegst du nicht so unfassbar empfindliche Pferde. Weil ich möchte ja, dass Pferde...
01:33:10 quasi so sich an krasse Dinge gewöhnen. Und es ist halt schon so, wenn du mit Pferden arbeitest und dann hast du später diese langen Zügel und die offenen Zügel und dann arbeitet der andere mit einem Stick und dann hast du dieses lange Seil und dann hängt mal da irgendwas und so weiter, dass die Pferde halt auf sowas grundsätzlich erstmal die meisten sehr empfindlich reagieren. Und wenn ich jetzt, also ich arbeite sehr gerne sehr minimalistisch, das heißt, ich arbeite dann auch im Verlauf der Arbeit mit Pferden auch komplett ohne irgendwas, also zum Beispiel auch bei meiner Stute.
01:33:38 Da habe ich keinen Stick, keine Peitsche, kein gar nichts. Also ich kann alles, was ich in der Freiarbeit mit dem Pferd mache, auch ohne Stick. Es macht nur nicht immer Sinn, das zu machen, weil wenn ein Pferd immer komplett ohne was gearbeitet wird, manche Pferde, nicht alle, aber manche Pferde tendieren dann komplett zu überreagieren.
01:33:59 wenn du dann plötzlich was in der Hand hast. Das entsteht meistens nicht bei Jungpferden, die keine Probleme haben, sondern das entsteht, ich arbeite zum Beispiel mit einem Pferd jetzt schon ein bisschen länger oder auch ein Pferd in Brandenburg, mit dem ich gearbeitet habe, der kam halt aus komplett schlechter Haltung. Das heißt, er wurde mit acht gekauft und war dann bei mir im Beritt, weil er halt komplett panisch auf alles reagiert hat und für alles einfach nur weggaloppiert ist.
01:34:24 Und bei dem war das halt so, wenn ich den ins Roundpen geschmissen habe, also in quasi diese Dings, und ich hatte einfach nur einen Stick in der Hand oder einen Besen oder irgendetwas langes, größeres, egal was, der ist wahrscheinlich beschlagen worden davor, und ich hatte das in der Hand, dann ist der galoppiert. Und der ist nicht galoppiert für zehn Minuten, der ist eine Stunde.
01:34:48 im Kreis galoppiert, bis er klatschnass war und fast nicht mehr laufen konnte. Ich habe mich bei den ersten Einheiten und dann nochmal, ich habe da quasi meine Ausbilderin mit zurate gezogen, weil das halt wirklich ein Extremfall war. Das heißt, deswegen haben wir es halt quasi zweimal gemacht. Sonst hätte ich beim ersten Mal auch schon gesagt, okay, wir brauchen das nicht wiederholen. Ich sehe, wo das Problem ist.
01:35:10 In dem Fall haben wir es dann zweimal gemacht, damit sie das auch sieht und einschätzen kann. Ich hatte quasi einen Stick in der Hand, habe mich im Roundpen auf den Boden gesetzt, im Schneidersitz und saß einfach im Schneidersitz auf dem Boden, habe das Pferd nicht angeguckt, habe keine Geräusche gemacht, habe nichts gemacht und dieses Pferd ist um mich herum galoppiert.
01:35:29 Das ist verhaltensauffällig. Das ist quasi, okay, da sind ganz viele Dinge schiefgelaufen, das ist verhaltensauffällig. Und damit quasi das nicht passiert oder einer der Gründe, also oder was heißt das nicht passiert, bei diesem Pferd zum Beispiel, arbeite ich nur mit Stick oder habe nur mit Stick gearbeitet.
01:35:48 Auf gar keinen Fall, um dieses Pferd zu treffen. Wenn ich dieses Pferd ein einziges Mal getroffen hätte, dann hätte ich das gesamte Vertrauen, das ich mit diesem Pferd über ein Jahr aufgebaut habe, zerstört. Weil der diese Erfahrung schon mal gemacht hat, was Schmerzen sind. Und wenn du den aus Versehen triffst, dann ist für den um Gottes Willen. Das ist nicht geil.
01:36:09 Aber wenn du quasi nicht was in der Hand hast, sondern komplett ohne irgendwas arbeitest und du machst das eine Woche oder zwei, dann ist der nach einer Woche wieder so empfindlich, dass sobald ich einen Besen in der Hand habe, sobald ich irgendwas in der Hand habe, ist er sofort wieder, oh mein Gott. Das heißt, ich versuche quasi bei solchen Pferden im Alltäglichen auch einfach mehr in der Hand zu haben. Und dann stelle ich mich mal mit einem Besen in den Roundpen. Wirkt halt weird, ne? So, was macht die jetzt mit einem Besen da? Naja, guck mal, wenn ich in meinem All...
01:36:38 Wenn der Alltag neben diesem Pferd funktionieren möchte, ohne dass das Pferd sofort Angst um sein Leben hat, muss sich es mit Situationen konfrontieren, vor denen es Angst hat und ihm zeigen, dass nichts passiert. Das heißt, ein Pferd, das Angst vor Besen hat, bekommst du nicht desensibilisiert von Besen, indem du es für den Rest seines Lebens von Besen fernhältst, sondern indem du ihm zeigst, dass der Besen da sein darf und ihm nichts tut.
01:37:06 Und desto mehr negative Erfahrungen dieses Pferd mit Besen gemacht hat, desto länger wird das brauchen. Aber das ist die Art, wie du das machst. Das heißt, du machst im Endeffekt so ganz viel Desensibilisierung. So, ja, ich stehe jetzt hier mit dem Besen. Ich weiß, es ist scheiße gruselig. Tut mir mega leid.
01:37:24 So, aber der Besen tut dir nichts. Der existiert einfach hier, weil wir haben auf dem Hof Besen und wir haben auf dem Hof Mistgabeln, weil wir abäppeln. Und wir wollen ein Pferd nicht jedes Mal von der Wiese holen und wegstellen, wenn wir mit einer Mistgabel Mist holen gehen. Das kann ja nicht der Zustand sein. So, lange Rede, kurzer Sinn. Okay, das heißt, wenn ich jetzt mit einem Pferd zum Beispiel, wenn ich jetzt mit einem Pferd zum Beispiel in der Freiarbeit anfange zu arbeiten, so die erste Sache, die ich halt haben möchte,
01:37:52 bei einem Pferd ist, dass es sich mit mir beschäftigt, dass es sich quasi mit mir auseinandersetzt. Das heißt, eine der quasi Basisübungen bei Pferden, bei quasi Natural Horsemanship, ist quasi so ein bisschen dieses, wir simulieren das Verhalten in der Herde, in den Pferde sich halt gegenseitig schicken und wenn sie sich aber auch mögen und dulden, auch miteinander rasten und Pause machen.
01:38:15 Und das bedeutet im Endeffekt, ich möchte, dass das Pferd den Punkt erreicht, wo es halt lernt, wenn es sich zu mir zuwendet, dann lasse ich es in Ruhe, dann nehme ich jeglichen Druck weg.
01:38:26 Und der Druck ist meine Körperhaltung. Der Druck ist manchmal, ob ich mich nach vorne lehne oder nicht. Der Druck ist ein Schritt, den ich nach links oder nach rechts mache. Dass quasi das Pferd rennt und ich sage, naja, hoppla, guck mal zu mir hin. Und in dem Moment, in dem das Pferd zu mir hinguckt, nehme ich den Druck raus, mache einen Schritt zurück und sage, hey, cool, super. Sobald du dich zu mir drehst, sobald du dich mit mir auseinandersetzt, sobald du dich mit mir beschäftigst,
01:38:52 gehe ich quasi einen Schritt zurück und lade dich zu mir ein und sage, hey, alles cool. Ich bin kein Raubtier. Ich gehe nicht mit Druck auf dich ran. Das ist halt so dieser Aspekt. Und je nachdem, wie ein Pferd halt tickt, kann es sein, dass du bei sowas halt größere oder kleinere Schritte hast. Das heißt, ich hatte Pferde, mit denen ich gearbeitet habe.
01:39:13 Da habe ich wirklich darauf gewartet, dass das Pferd einen Schritt auf mich zumacht. Da habe ich quasi so lang den Druck nicht weggenommen, also mich vorgebeugt und gesagt, na, so, setz dich mit mir auseinander, bis das Pferd wirklich sich zu mir hingedreht und einen Schritt auf mich zugemacht hat. Und dann habe ich gesagt, super cool. Und dann hatte ich halt wiederum Pferde, die so nervös waren, dass ich quasi viel kleiner ansetzen musste und gesagt habe, alles klar, gib mir nur ein Ohr. Also nicht mal...
01:39:41 nicht mal schau mich komplett an, sondern nur, das Pferd ist dann von dir quasi weggedreht, schaut weg, will quasi von dir weg und wenn einfach nur das Ohr sich zu mir hindreht, war ich so, okay cool, super.
01:39:51 So, das ist das Erste. Das ist einfach nur das Ohr, das sich zu mir hindreht, weil ich weiß, ah, okay, der guckt, was ich mache. Und das nächste Mal ist es dann vielleicht auch quasi das eine Auge, das nächste Mal vielleicht beide Augen. Dann dreht er sich halt quasi zu mir hin. Und das sind so quasi Unterschiede und so Feinheiten, die du in der Arbeit halt mit Pferden hast. Und das ist eigentlich so die Basis. Meiner Meinung nach, subjektive Meinung, meiner Meinung nach sollte jedes Pferd
01:40:19 so ein Vertrauen und so eine Ruhe im Umgang mit Menschen haben.
01:40:24 dass du, bevor du darüber nachdenkst, dich da draufzusetzen, da einen Sattel draufzuschmeißen oder irgendwas anderes, du in der Arbeit, im Roundpen, in der Freiarbeit dein Pferd quasi ohne irgendwelche Stricke, ohne irgendwelche Sachen in eine Richtung schicken kannst. Ich meine, es ist auch egal, wenn du mit einem Strick arbeitest, dann Longier halt, aber in dieser Bodenarbeit, in dieser Freiarbeit quasi ohne Druck, ohne Bestrafung, dein Pferd nach links, nach rechts schicken kannst, im Tempo beschleunigen oder bremsen kannst und vor allem dein Pferd zu dir eingeladen bekommst.
01:40:53 auf einer Ebene, wo es deinen Bereich respektiert, also dich nicht niederrennt, aber sich mit dir auseinandersetzt und dir zuhört und quasi sich mit dir beschäftigt. Und solange das nicht funktioniert, solange ich nicht ein Pferd dazu bringen kann, dass es sich mit mir beschäftigt, dass es quasi in diesem, wir gehen jetzt in den Arbeitsmodus, ich höre dir zu, ich bekomme mit, was du machst, solange brauche ich auch nichts anderes machen.
01:41:17 Solange brauche ich nicht verladen, solange brauche ich nicht Piraten reiten, solange brauche ich nicht über irgendwelche Hindernisse springen, solange kann ich den ganzen restlichen Scheiß eigentlich vergessen. Weil wenn das Pferd nicht zuhören kann, will, möchte, ein Pferd, das gestresst ist, ein Pferd, das Angst hat, ein Pferd, das dir nicht vertraut, kann nicht lernen. Ein Gehirn, das unter Stress steht, kann nicht lernen. Das geht nicht.
01:41:42 Da funktioniert auch das Ganze. Ja, der muss nur richtig Angst haben. Nee, so ein Hund, ein Pferd, ein Kind, das Angst hat, lernt nicht, das versteht nicht. Und Leute raffen das nicht.
01:41:54 Leute raffen das nicht und Leute raffen auch diese Art quasi der Kommunikation nicht und glauben halt, dass sie diese Art von Vertrauensarbeit und Kommunikation mit hier nimm ne Karotte, hier nimm ne Karotte, hier nimm ne Karotte. Ich sag ja nicht, dass dein Pferd dich nicht mag. Dein Pferd, wenn du jeden Tag mit Karotten kommst, wird sich mega darüber freuen, dass du ein laufender Futterspender bist. Das wird sich mega darüber freuen, weil das Wissen wird, oh ja, jedes Mal, wenn Lisa kommt, kriege ich 30 Karotten.
01:42:22 Mega geil. Das ist aber nicht dasselbe wie ein Pferd vertraut dir. Damit ein Pferd dir vertraut und versteht, dass es bei dir sicher ist, muss es mit dir auch in eine Art, also Pferde sind super sozial, super sozial und Pferde kommunizieren ganz, ganz, ganz viel miteinander und untereinander.
01:42:43 Wenn du auf einer Pferdewiese bist, dann merkst du halt, dass 90 Prozent der Kommunikation zwischen Pferden ist gefühlt Mikroaggression. Das muss man auch sagen. Also 90 Prozent auf der Weide, was man sieht, ist, geh weg. Du bist zu nah. Nee, fass mich nicht hier an. Aber es gibt auch die schönen Momente. Und damit ein Pferd dir vertraut.
01:43:05 muss dieses Tier, das dir die ganze Zeit in Kommunikation geht, auch überhaupt erstmal checken, dass du bereit bist, in die Kommunikation mit ihm zu treten. Und daran scheitert es halt bei den allermeisten Leuten schon.
Desensibilisierung und Gewöhnung an unheimliche Reize
01:43:2001:43:20 Und das ist halt so frustrierend, weil mit dem Pferd kommunizieren ist in der Regel nicht das Problem. Das, womit wir arbeiten, ist nicht die Sprache, die quasi, also Pferde müssen nicht diese Sprache lernen, sondern tatsächlich.
01:43:36 rufen wir was ab, was sie ja instinktiv tun und machen, weil die Art der Arbeit, die wir mit Pferden machen, ja darauf ausgelegt ist, wie sie von Natur aus auch miteinander kommunizieren. Das heißt, wir rufen eigentlich was ab, was da ist. Und desto jünger und quasi weniger Vorgeschichte ein Pferd hat, desto leichter ist es, das abzurufen, weil es halt instinktiv da ist. Und wenn dann halt durch scheiß Erfahrungen überschrieben wurde. Das heißt, in der Regel sind es eigentlich die Besitzer.
01:44:06 die das lernen müssen. Das Pferd ist eigentlich, also das Pferd ist gefragt darin halt zuzuhören und Vertrauen zu fassen. Der Besitzer ist darin gefragt zu lernen. Und das verstehen die allermeisten nicht. Das verstehen die aller, allermeisten nicht und das ist super frustrierend.
01:44:37 Kennst du denn Arne Kötz und seine Pferdearbeit? Er macht praktisch, hemerhistorisches Fechten auf dem Pferd. Er ist auch allgemein als Pferdetrainer unterwegs. Ich finde seine historische Arbeit sehr interessant. Ich bin mir als Veganer bei seiner Pferdearbeit sehr unsicher, auch weil ich nicht viel von Pferden weiß. Sagt mir gar nichts. Ist das gerade eine Frage danach, ob du dir als quasi Veganer das in Ruhe und sicher anschauen kannst?
01:45:03 ohne dass du dir Sorgen machen musst oder zeigst du es mir, weil es mich interessieren könnte. Nur, dass ich weiß, was die Erwartungshaltung quasi ist.
01:45:22 Ich sehe gerade so ein bisschen ja auch das andere. Also ich sehe gerade so ein paar Screenshots auf Facebook von quasi von Beritten auf Pferd mit Schwert. Das sieht auf jeden Fall sehr, sehr spannend aus. Das sieht auf jeden Fall sehr, sehr spannend aus. Ich gucke mal, ich schaue mir mal vielleicht, wenn er ein paar Videos oder sowas hat, schaue ich mir halt mal vielleicht ein bisschen was an, was er so spricht, was er halt so sagt. Aber ich kann euch auf jeden Fall eine Sache...
01:45:51 grundlegend mitgeben. Vielleicht weil das auch, also weiß nicht, ob das schon für viele, was quasi einen Unterschied macht oder so, aber für Pferde macht es in der Arbeit wenig Unterschied, ob du jetzt einfach da nur drauf sitzt und Dressur reitest oder ob du drauf sitzt und fechtest. Also fechten auf dem Pferd ist nicht anders zu bewerten als Dressur reiten oder
01:46:16 Springreiten oder irgendwas in die Richtung. Das ist für ein Pferd nicht mehr Tierquälerei, nur weil er halt nebenbei auch noch mit anderen Sachen macht. Ich werde gucken. Ich gucke es mir auf jeden Fall in Ruhe an. Ich bin auf jeden Fall gespannt. Ich finde halt auch so einen Umgang quasi, also so außergewöhnliche Sachen mit Pferden zu machen, finde ich auch immer sehr, sehr spannend.
01:46:48 Es ist halt einfach nur eine andere Gewohnheit oder Übung, die quasi mit Pferden gemacht wird. Also die meiste Basis, die quasi sowas hat, also wenn es zum Beispiel um das Gewöhnen vom Pferd an so Schwerter oder solche Sachen geht, sind übrigens Schwimmnudeln.
01:47:18 Und ich bin zum Beispiel auch jemand, der total gerne mit Schwimmnudeln trainiert. Und das, obwohl ich überhaupt gar nicht irgendwie Fechte oder Speere mit dabei habe auf dem Pferd oder irgendwas in die Richtung, sondern weil du im Endeffekt
01:47:41 Mit einer Schwimmnudel hast du ein großes, weiches, also ungefährliches, biegsames, quietschendes, buntes Ding. Und die Pferde können sich daran nicht verletzen. Das heißt, auch wenn die Pferde davon getroffen werden, passiert nichts. Es ist nicht schlimm, es ist nicht irgendwas Hartes oder Gefährliches. Aber es sieht weird aus. Und es hat knallige Farben und es macht komische Bewegungen und Geräusche. Und es ist...
01:48:08 Pimmelt hier hinten hoch. Und du darfst halt nicht vergessen, für Pferde, ja, also wirklich, ja, Mensch, es ist es halt wirklich ein bisschen. Für Pferde ist das Gruseligste, also eigentlich beim Reiten befinden wir uns an dem Ort, der für das Pferd mit am gruseligsten ist, weil wir ja quasi ja so hier hinten im Nacken stattfinden.
01:48:28 Und hier hinten im Nacken ist halt für ein Pferd auch als Fluchttier der Bereich, den ein Pferd auch versucht quasi zum Beispiel vor potenziellen Raubtieren zu schützen. Was bedeutet, was ihr bemerken werdet, wenn ihr mit Pferden quasi zu tun habt, dass Pferde in der Regel, sobald du hier über ihren Kopf drüber fährst oder so über ihnen hinten anfängst, Dinge zu tun,
01:48:51 Halten sie das in der Regel schlechter aus und sind gestresster, als wenn du es direkt vor ihnen machst. Weil es quasi so hinten in dem Nackenbereich ist, wo sie sich schützen wollen. Und wo sie sich aber nicht gut schützen können. Gleichzeitig ist es aber super wichtig, Pferde zu desensibilisieren. Also daran zu gewöhnen, weil du ja, wenn du später irgendwann mal auf dem Pferd drauf sitzt und quasi reiten möchtest, dann bewegst du dich ja genau in diesem Bereich.
01:49:18 Und das bedeutet, dass das Pferd aus seinen Augenwinkeln heraus dich als Reiter ja immer sieht.
01:49:24 Und du möchtest ja nicht, dass wenn du da quasi sitzt und dann ziehst du einfach mal an einem schönen warmen Sommer deine Jacke aus, weil du losgeritten bist, als es kühl war und dann ist es plötzlich quasi richtig warm geworden und dann ziehst du deine rote Jacke aus und machst hier gerade den, dass das Pferd das aus den Augenwinkeln sieht und dich denkt, um Gottes Willen, was ist das? Und halt loseskaliert. Oder wenn du so smart bist wie ich und bei einem Wanderritt.
01:49:53 Wasser mitnimmst und darauf vergessen hast, dass du Sprudelwasser eingepackt hast und dann im Sattel trinken möchtest und eine Flasche mit Sprudelwasser aufmachst, die explodiert. Dann hättest du ja gerne ein Pferd, das nicht um sein Leben rennt, weil das ist lebensgefährlich. Und das übst du halt literally genau damit, dass du halt auf quasi in diesem hinteren Bereich des Pferdes halt Dinge machst,
01:50:22 die für das Pferd erstmal ungewohnt sind, die erstmal gruselig sind, die erstmal neu sind und dem Pferd halt immer wieder zeigst, hey, es passiert nichts, hey, es passiert nichts, hey, es passiert nichts, hey, es passiert nichts, es ist nicht schlimm. So, es ist alles in Ordnung. Und Schwimmnudeln sind halt super geil dafür, weil sie sind halt groß, sie quietschen, sie haben bunte Farben, du kannst das hier mit ihnen machen, du kannst auf den Boden hauen mit ihnen.
01:50:44 Du kannst eine andere Person damit treffen, du darfst dein Pferd damit treffen, es tut nicht weh, es passiert nichts. Das heißt, sie lernen halt, dass das in Ordnung ist, dass da überall Dinge passieren und dass es auch sein kann, dass mich das berührt. Also auch wenn du dann zum Beispiel eine Jacke ausziehst und die Jacke streift beim Ausziehen hinten den Hintern des Pferdes, dass das Pferd nicht aus völliger Panik losrennt, weil es jetzt plötzlich hinten an der Kuppe angefasst wurde und halt nicht weiß, was das ist.
01:51:12 ist ja auch super wichtig, dass Pferde das lernen, wenn du durch Unterholz reitest und das Pferd hier hinten irgendwie von einem Ast oder von Blättern oder von irgendwas gestriffen wird, dass das halt nicht sofort sagt, oh mein Gott. Und es gibt Pferde, die sind halt von sich aus, was das angeht, entspannter und es gibt ja Pferde, die sind es halt nicht. Und was halt bei so Fechtpferden, wie jetzt bei diesem Arne halt ist,
01:51:33 Das sind halt meistens Pferde, die in diesem Bereich eine richtig anständige Ausbildung bekommen haben, weil sie das ja aushalten müssen. Also, dass sie das quasi aushalten, meinen wir im Sinne von, ohne dass sie Panik bekommen, sodass sie lernen, das ist nicht schlimm, wenn da jemand mit Sachen rumfuchtelt und auch das kliert oder das clasht oder das macht halt Geräusche, mir passiert nichts, alles ist okay, das ist völlig normal. Und dann hast du halt auch Pferde, die irgendwann einfach da, also ich habe zum Beispiel bei
01:52:02 Quasi dem letzten Jungpferd, das ich in Brandenburg ausgebildet habe, das war ein junger Appalooza, Walker-Loser, um genauer zu sein, den ich quasi durch die Grundausbildung und das Anreiten gemacht habe. Und was wir halt machen, bevor wir auf die Pferde aufsteigen, ist Pferde mit Rascheln, dann meistens mit Flatterband desensibilisieren.
01:52:23 Also glänzendes, raschelndes, langes Flatterband, das Geräusche macht, das sich um die Beine legt, das mal vor das Auge geht, das mal das am Ohr berührt. Das sind einfach Sachen, das ist halt für Pferde meistens erstmal gruselig, weil es respektiert die Sonne, es ist halt unkontrollierbar, es wackelt total schnell, es ist halt überall. Aber es passiert halt nichts, es tut nicht weh. Und es frisst einen auch nicht so.
01:52:47 Und da hatte ich wirklich mit einem Pferd zu tun, dass wir nach einer Woche Desensibilisierung komplett in flatter Band eingewickeln konnten. Komplett. Komplett. So alles. Der Sattel links, rechts, quasi vorne, seitlich. Du konntest komplett mit einer Plane über den kompletten Kopf drüber streichen. Quasi ohne, dass die Augen, die Ohren und alles bedeckt waren. Und das Pferd war einfach so, ja, okay.
Anatomische Fehlbelastung durch Reitausrüstung und Training
01:53:1301:53:14 Komplett rohes Jungpferd. Richtig krass. Und das sind halt so Sachen, wo du merkst, okay, das ist halt einfach eine Veranlagung. Es gibt Pferde, die sind einfach so unerschrocken, die sind einfach so selbstbewusst. Das ist übelgeil. Wird quasi dann in eine andere Richtung.
01:53:32 eher zum Problem, weil das dann quasi die Pferde sind, die sich auch einfach nicht beeindrucken lassen. Und da ist halt dann umso wichtiger, dass du halt von Anfang an in allem, was du machst, halt sehr konsequent bist und den Pferden nicht Sachen durchgehen lässt, die du auf gar keinen Fall haben möchtest, weil sie zum Beispiel gefährlich sind. Also zum Beispiel eigenständig auf dem Nachhauseweg beim Ausreiten entscheiden, dass jetzt galoppiert wird. Weil das sind halt Pferde nur normalerweise
01:53:59 Wenn du mit Pferden arbeitest, kannst du ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viel damit lösen, dass du das Pferd einfach durch quasi deine eigene Körperhaltung, durch dein eigenes Selbstbewusstsein darin verunsicherst, ob das, was das Pferd da gerade gemacht hat, wirklich eine gute Idee ist. Das heißt, wenn ich mit einem Problempferd arbeite, also einem Pferd, das nicht möchte, das irgendwo was macht, was gefährlich ist oder ein Verhalten einstellen soll, dann habe ich dich in der meisten Zeit einfach damit, dass ich sage, also nicht, ich stehe jetzt hier.
01:54:26 Du wirst auch merken, wenn du auf eine Pferdewiese gehst und du gehst mit Selbstbewusstsein, dass die meisten Pferde einfach sagen, alles klar, du gehst hier, alles gut, da muss nichts kommen. Und so extrem selbstbewusste Pferde, die so unerschrocken sind, die können halt leider manchmal dazu tendieren, dass sie das herausfordern. Und dann muss man sich halt was überlegen, wie man das macht. Und das sind halt die geilsten Pferde.
01:54:53 mit solchen Pferden zu arbeiten. Das sind Pferde, mit denen du alles tun kannst. Wenn du so ein Pferd vertraut und du mit so einem Pferd eine Basis aufbaust, kannst du wirklich alles machen, weil die einfach so unerschrocken sind. Es sind aus meiner Erfahrung heraus leider meistens die Pferde, die die schwersten Leben vor sich haben, weil sie eben dadurch, dass sie halt so unbeeindruckt sind und sich nicht quasi vor Sachen erschrecken,
01:55:19 wenn Besitzer dann überfordert sind und nicht weiterkommen und das Pferd einfach nicht beeindruckt davon ist, was der Besitzer von dem Pferd möchte und da keine anständige Basis aufgebaut ist und kein Vertrauen aufgebaut ist, dass dann die Pferde sind, die geprügelt werden. Weil dann halt auch so, ich würde sagen, altmodische Trainer, wir sind ja keine altmodischen Trainer, das sind einfach regressive Trainer, dann sagen, ja, wenn der sich nicht schreckt, wenn der nicht läuft, dann musst du den halt mal treffen. Und das ist halt so.
01:55:50 Ja, dann gib dem mal ordentlich, dann rennt der auch. Okay, cool, wir haben alle bei Olympia gesehen, was ihr gemacht habt. Und das ist halt kompletter Abfuck. Weil das eigentlich so tolle Pferde sind, die mit dir durch quasi alles, das sind Pferde, die kannst du beibringen, mit dir über Feuer zu springen, wenn du das möchtest. Und dann werden sie halt damit abgestraft, dass Leute sie prügeln. Das ist furchtbar, komplette Katastrophe. Hallöchen Bounty.
01:56:20 Ach du Scheiße. Ja, du hast Schnecken noch nicht verpasst. Ich komme aus der Arbeit. Ich hatte einen sehr frustrierten Arbeitstag. Ich rede gerade sehr viel. Ja, oder dem Trainer ordentlich geben, dass er rennt. Warum gibt man dem Pferd einen Ketamin? Das ist ein Narkosemittel.
01:56:50 Wahrscheinlich zur Narkotisierung, wenn man ein medizinischeres Prozedere bei Ihnen durchführt. Also ich nutze kein Ketamin. Ich bin auch keine Tierärztin. Ich habe keine Ahnung, warum. Also vermutlich wird es als Narkosemittel genutzt. Was ich auch kritisch sehe, ist das Gewicht Pferderrüstung, gerüsteter Mensch und so weiter. Aber da muss man mit dem Pferd praktisch Bodybuilding machen.
01:57:22 Kein Pferd ist grundsätzlich dafür ausgelegt, quasi großes Gewicht zu tragen. Pferde sind anatomisch Zugtiere. Das bedeutet, rein vom Körperbau her können sie viel mehr ziehen, als sie tragen können. Das bedeutet aber nicht, dass eine Belastung auf dem Rücken bei einem Pferd zu irgendwelchen Problemen führen muss.
01:57:52 Also nur weil quasi ein Pferd nicht von sich aus, wenn es den ganzen Tag auf der Wiese steht, die Muskulatur aufbauen würde, die es braucht, um geritten werden zu können, heißt das nicht, dass es nicht möglich ist, sie komplett ohne Probleme zu reiten. Es ist ein bisschen quasi wie mit einem Schulkind und einem Schulranzen. Die meisten Schulranzen sind quasi für Kinder viel zu schwer und gehen halt dadurch auf den Rücken. Und es bedeutet nicht, dass Kinder nicht quasi grundsätzlich...
01:58:20 Schulranzen tragen können, sondern dass der Schulranzen in einem Verhältnis zu dem sein muss, wie viel Muskulatur das Kind hat. Und so wie bei Kindern, die quasi so wie bei Kindern so wie wie Kinder quasi
Kritik an falschen Annahmen zur Reiter-Pferd-Gewichtsrelation
01:58:3901:58:39 unabhängig von ihrer Körpergröße mit dem Schulranzen Probleme haben können, ist das bei Pferden auch der Fall. Der größte Irrglaube, wirklich der schädlichste und größte Irrglaube ist großes schweres Pferd, großer schwerer Reiter. Kleines dünnes Pferd, kleiner leichter Reiter. Das ist der größte fucking Bullshit, den Peter je verzapft hat.
01:59:03 nicht Peter, sondern Peter, die Tierschutzorganisation, dieses Gelaber mit den 20 Prozent des Körpergewichts, das ist so ein riesen Problem. Und es ist vor allem so ein riesen Problem für die ganzen großen, schweren Pferde, weil...
01:59:18 ganz viele Kaltblüter, also schwere Pferde, ganz weiche Rücken haben. Das heißt, gar keine Gewichtsträger sind. Und diese 20%-Regelung, die halt Peter da in die Welt gesetzt hat, führt halt dazu, dass Leute glauben, alles klar, wenn ich ein großes, schweres Pferd habe, dann sind 20% viel mehr. Das heißt, als großer, schwerer Reiter kaufe ich mir ein großes, schweres Pferd.
01:59:41 Bitte nicht. So, das ist halt, es ist eher genau, es ist halt rasseabhängig und nicht gewichtsabhängig. Einer, der zum Beispiel eine Pferderasse, die ganz viel leider geritten wird, aber in der Regel eigentlich gar nicht als Reitpferd quasi, also eigentlich, I'm so sorry, dass ich das jetzt so sage, eigentlich taugt diese Pferderasse überhaupt für gar nichts, weil sie so überzüchtet ist und solche Probleme auftaucht, dass ich jedes Mal einfach leide, wenn ich sie sehe.
Anatomische Probleme bei Friesen und Folgen von Überlastung
02:00:1002:00:10 Friesen. Friesen sind Kaltblüter. Friesen können 700, 800 Kilogramm quasi bekommen. Die allermeisten Friesen können weniger Gewicht tragen ohne mein Pferd und mein Pferd, also als mein Pferd. Und mein Pferd ist eine Araberstute, die vielleicht 500 Kilo hat.
02:00:30 Weil Friesen dazu tendieren, anatomisch betrachtet einen sogenannten weichen Rücken oder auch einen Senkrücken zu haben. Was bedeutet, anatomisch betrachtet ist eine Friese im Verhältnis zu anderen Pferderassen viel weiter aufgerichtet. Das heißt, sie ist ein bisschen wie der deutsche Schäferhund. So vorne schön aufschwellige Brust und der Kopf ist halt wie so ein Schwanenkopf, der geht so nach oben. Und die sind halt gezüchtet worden, damit sie halt auch vor allem im Gespann bei einer Kutsche halt mega imposant aussehen. Was halt dazu führt, dass dadurch, dass dieses Pferd so auf...
02:00:59 aufgerichtet ist, ist es halt anatomisch in allem so ein bisschen aufgerichtet, was halt bedeutet, dass die meistens einen relativ hohen Widerriss haben, aber dann der Rücken, also genau der Bereich, wo der Reiter drauf sitzt, im Verhältnis halt eher tief sitzt. Man nennt das auch einen weichen Rücken. Und solche Pferde tendieren halt dazu, dass sie halt besonders empfindlich auf Gewichtsbelastung im Rücken reagieren, weil der Rücken von vornherein schon quasi so diese
02:01:27 Disposition nach unten mitbringt und dann packst du da noch Gewicht drauf und dann kriegen sie halt oder fallen halt in das Risiko, eine sogenannte Trageerschöpfung zu entwickeln. Das heißt, eine Trageerschöpfung ist halt im Endeffekt wie bei einem Schulkind mit einem Schulranzen, einfach eine Belastung an der belasteten Stelle, die halt dazu führt, dass es zu Verspannungen und zu Schmerzen führt und in ganz, ganz, ganz, ganz, ganz schlimmen Fällen kann das Ganze dann zu Kissing Spine führen. Kissing Spines ist
02:01:54 so eklig und furchtbar, wie es klingt. Nämlich hast du auf der Wirbelsäule vom Pferd, hast du sogenannte Dornenfortsätze. Und Kissing Spines bedeutet, dass die Wirbelsäule sich so weit nach unten verknüpft, dass diese Dornenfortsätze, die eigentlich freistehen sollten, anfangen, sich zu berühren und dadurch quasi anfangen, aneinander zu reiben. Und den Knorpel und den Knochen abzureiben. Das ist nicht halber. Wenn ein Pferd Kissing Spines hat, dann ist dieses Pferd
02:02:23 nie wieder reitbar und der Schaden, der durch Kissing Spines entsteht, ist nicht quasi, also der ist irreversibel. Du kannst es halt zu versuchen zu behandeln, dass es halt schmerzlindernd wird und dass es halt besser wird und dass das Pferd halt schmerzfrei leben kann, aber das ist halt kein Pferd, auf das du dich mehr draufsetzen solltest, jemals.
Reiten als Sport für Pferd und Reiter – Bedeutung von Vorbereitung und Training
02:02:4302:02:43 Wieder. Und das ist halt, also kann man ein bisschen mit einem Bandscheibenvorfall halt vergleichen, ja. Aber das Allerwichtigste, was halt einfach damit einhergeht, ist, wenn, Reiten ist Sport. Reiten ist Sport für die Person, die reitet, aber Reiten ist auch Sport für das Pferd. Und das bedeutet ganz konkret, so wie wir uns darauf vorbereiten, Sport zu machen, muss auch ein Pferd darauf vorbereitet werden, Sport zu machen.
02:03:11 Und das bedeutet, dass du quasi ein Pferd auch körperlich, auch muskulös dazu vorbereiten und auftrainieren möchtest, damit das Pferd ...
02:03:22 diese Dinge, die du von dem Pferd verlangst und haben möchtest, auch leisten kann, ohne dass es davon Schäden trägt, ohne dass es irgendwie dadurch quasi leidet, ohne dass dadurch irgendwie die Lebensqualität eingeschränkt wird. Und im Optimalfall sogar so, dass das Pferd selber einen Ehrgeiz und eine Freude an dem entwickelt, quasi was gemacht wird. Mein Pferd steht quasi in einem Herdenverband, 24-7 auf einer Weide, über mehrere Hektar. Das heißt, mein Pferd hat
02:03:50 Sein ganzes Leben, 24-7, ist es umgeben von seinen Pferdefreunden. Das steht nie in einer Box, außer in einem Notfall. Also stand einmal in einer Box für eine Woche, weil sie am Ohr operiert wurde und deswegen halt Boxenruhe bekommen hat. Sonst steht die nie in einer Box. Die ist das ganze Jahr draußen. Natürlich haben sie Unterstände, wenn es regnet. Sorry, aber ich habe das Pferd auch noch nie in einem Unterstand Schutz vor Sonne oder Regen suchen sehen. Die steht auch beim größten Sturm im Regen und ist so, ja, this is my life. Natürlich sehe ich den Unterstand, der dort ist, aber ich stehe im Regen.
02:04:19 Cool, mach halt so. Und dann hat sie halt mehrere Hektar Wiese und andere Pferde und so weiter. Mein Pferd hat auch Tage, wo sie sagt, nee, heute nicht. Aber in der Regel neun von zehn Tagen, wenn ich auf die Wiese komme, kommt mein Pferd, um mich zu begrüßen. Kommt mein Pferd, um Hallo zu sagen. Und läuft mir nach von der Wiese, ohne Halfter, ohne irgendwas. Einfach komplett frei. Und nein, ich füttere meinem Pferd keine Karotten und keine Äpfel auf der Wiese.
02:04:46 Das heißt, sie kommt nicht, weil ich ein laufender Futterspender bin, sondern sie kommt halt, weil ich mit ihr eine Basis habe und dieses Pferd halt tatsächlich Freude hat an der Arbeit, die wir machen. Nicht immer an allem.
02:04:59 Ja, das muss man auch sagen. Nicht immer macht alles Spaß. Das ist wie auch, wenn du mit einem Pferd arbeitest, wenn du ein Pferd reitest, dann gibt es auch Sachen, die zum Beispiel einfach physiotherapeutisch sinnvoll sind. Und meistens sind gerade die physiotherapeutisch sinnvollen Sachen, also gerade das, was du machst, damit das Pferd gesund erhalten, geritten wird, sind meistens die Dinge, auf die sowohl Reiter als auch auf Pferd wenigste Lust haben, weil es halt anstrengend als Fuck ist und nicht immer lustig ist. Es ist halt wichtig, das zu machen, weil dein Pferd halt...
02:05:28 auch einfach genauso wie du den Muskelaufbau braucht, um das leisten zu können, was gemacht wird. Aber das Wichtigste ist halt, ja, wie bei Menschen auch, das Wichtigste ist halt, wenn du ein Pferd reiten möchtest, ist das Pferd körperlich imstande, das zu tun. Und das ist primär, also natürlich erst mal musst du abchecken.
Grundlagen für gesundes Reiten: Skelettgesundheit und Muskelaufbau
02:05:4802:05:48 Wie funktioniert das vom Skelett her? Ist das Pferd gesund? Ist es korrekt? Steht es richtig? Ist es lahmfrei? Hat es körperliche Beschwerden? Blablabla. All das. Und das ist der Punkt, der leider oft übersehen wird. Und dann ist der nächste Punkt, wie ist es muskulös aufgebaut? Und es gibt hier so, es gibt halt eine unterschiedliche Philosophie, was das angeht. Ich kann mit euch teilen, was meine persönliche Philosophie bei dem Thema ist. Meine persönliche Philosophie bei dem Thema ist,
02:06:15 Ein Pferd sollte grundsätzlich vom Boden aus aufgebaut werden und baut aber auch Muskulatur, das du fürs Reiten brauchst, beim Reiten auf. Das heißt, wenn du ein Reitpferd haben möchtest, dann macht es Sinn, dieses Pferd auch quasi in der Vorbereitung zu reiten und nicht erst dann zu reiten, wenn du muskulös all das erreicht hast, wie es perfekt aussieht, weil das Reiten wird ja auch.
02:06:41 helfen, die Muskulatur aufzubauen. Die große Frage danach ist das Wie. Und die größte und wichtigste Frage neben quasi dem Gewicht des Reiters ist der Muskelaufbau des Pferdes und vor allem aber die Gangarten und die Länge, in der geritten wird. Muskelaufbau entsteht nicht, indem du Pferde in die Erschöpfung reitest.
02:07:02 Das bedeutet so viel wie eine Stunde im Schritt mit dem Pferd durch den Wald zu dümpeln, ist für den Rücken bei einem untrainierten Pferd schädlicher als zehn Minuten auf dem Reitplatz in hohen Gangarten, Galopp und Trab zu reiten und quasi wirklich mit dem Pferd zu arbeiten.
02:07:19 Erstens, weil der Schritt als Gangart die belastendste Gangart für das Pferd im Rücken ist. Wenn du jetzt von Reitern gehst, die reiten können, dann ist der Schritt einfach auf Dauer das belastendste fürs Pferd beim Reiten, auch wenn Leute sich das kaum vorstellen können. Aber es ist vor allem auch die Länge, die es macht.
02:07:38 Du verursachst beim Pferd eine ganz andere, also ein Pferd erschöpft, ein Muskel erschöpft. Ein Muskel kann nicht aufgebaut werden, indem du ihn bis in die Erschöpfung nutzt. Das ist wie wenn du ins Fitnestudio gehst und zehn Liegestützen können sinnvoll sein. 100 Liegestützen sind es vielleicht nicht. Und du kannst lernen, 100 Liegestützen zu machen und dann ist das für dich kein Problem mehr.
02:08:03 Aber du wirst nicht am ersten Tag 100 Liegestützen machen. Und so ist es halt auch mit Reitpferden. Du kannst mit deinem Pferd dahin trainieren, dass dein Pferd mit dir 30, 40 Kilometer im Gelände rennt. Komplett ohne Probleme. Lustigerweise sind Distanzpferde, also diese hohen, diese wir machen 30, 40, 60 Kilometer, auch mit Abstand die gesündesten Pferde, die ich kenne. Mit großem Abstand.
02:08:26 Fast so, als wären Pferde dafür ausgelegt, kilometerweit im Gelände über unterschiedliche Böden zu rennen. Und das wäre die größte Leidenschaft, die sie haben. Das heißt, du kannst Pferden das beibringen. De facto trainiere ich genau das mit Pferden. Aber das machst du nicht, indem du dir ein Pferd kaufst, dich da draufsetzt und dann da drei Stunden durch die Gegend juckelst. Sondern das machst du halt in der Regel, was ich zum Beispiel mache, wenn ich jetzt ein Pferd vorbereite, um es quasi zu reiten.
02:08:53 Dann arbeite ich in der Regel vom Boden aus, bis ich so ein Grundfundament habe, sowohl vom Kopf als auch vom Körper. Und dann ist quasi das, was ich mache, ist, ich mache das Reiten zum Abschluss. Das heißt, wenn ich mir jetzt ein Pferd zum Beispiel für eine Lektion, also für eine Session, für eine Arbeit hole, das kann je nach Pferd, je nach Übung, je nach Wetter, je nach Bedingungen, kann es manchmal zehn Minuten sein, manchmal eine Stunde. Länger als eine Stunde arbeite ich in der Regel nicht mit Pferden, weil ich halt auch nicht mit...
02:09:21 Also am Stück, länger als eine Stunde auf dem Reitplatz arbeite ich in der Regel nicht mit Pferden, weil das quasi dann die meisten Pferde einfach auf Durchzug schalten. Und was ich halt mache, ist in der Regel Bodenarbeit zu machen und dann steige ich zum Abschluss auf. Was halt bedeutet, es hat...
Trainingmethoden: Bodenarbeit vor Reiten als Schlüssel zum Erfolg
02:09:4002:09:40 Zwei positive Vorteile. Erstens, das Pferd hat halt gearbeitet, trainiert. Ich sehe, okay, wie ist es drauf heute? Kann ich ohne Gefahr aufsteigen? Ist da alles in Ordnung? Ist da alles super? Cool. So, das heißt, es ist für mich eine Sicherheit. Es ist nur ein kurzer Abschluss. Das heißt, ich steige auf, heißt meistens, wenn ich jetzt zum Beispiel 20 Minuten mit dem Pferd gearbeitet habe und ich sehe, das Pferd ist körperlich noch gut dabei, dann steige ich halt auf und dann reite ich zum Beispiel im Roundpan zwei Runden galoppt nach links, zwei Runden galoppt nach rechts, fertig, cool, stelle das Pferd weg.
02:10:09 Das führt auch dazu, erstens nutzt das Pferd die Muskulatur in diesen vier Minuten, die ich das mache, die ich halt brauche fürs Reiten. Und das Pferd verknüpft halt, und das ist so, ich sage immer Pferde trainieren, das ist auch ein bisschen Pferde verarschen unter Anführungszeichen, aber in a nice way. Das Pferd verknüpft halt quasi das Reiten mit dem Feierabend.
02:10:30 Weil du hast dann davor quasi trainiert, du hast gymnastiziert, du hast quasi Sachen gemacht, die anstrengend sind. Du bist über Stangen gelaufen, du hast gedehnt. Also lauter Sachen wie bei der Physiotherapie, wo das Pferd sich denkt, boah, ey, ist das anstrengend, boah, ich hab keinen Bock mehr. Und dann ist halt das Letzte, was du machst, bevor es quasi in den Feierabend geht, ist, oh komm, ich spring noch mal kurz auf, wir galoppieren mal ganz entspannt in die eine Richtung, wir galoppieren mal ganz entspannt in die andere Richtung. Cool, und dann steigen wir ab und Feierabend. Das heißt, es ist das Letzte Positive, was das Pferd quasi...
02:10:59 abgespeichert hat. Und in der Regel führt das bei den Pferden bei mir halt dazu, dass wenn sie halt merken, dass ich jetzt quasi an den Sattel trete, um aufzusteigen, dass sie halt die gleiche körperliche Reaktion zeigen wie Pferde, denen du jedes Mal Karotte in den Mund steckst, bevor du aufsteigst. Weil sie wissen, aha!
02:11:17 Okay, das ist die letzte Übung für heute. Das machen wir jetzt nochmal und dann ist Ende. Du kannst Pferde wirklich, Pferde sind Routinetiere. Pferde sind komplette Routinetiere, was das angeht. Wichtig an der Stelle übrigens auch, macht es vielleicht nicht unbedingt im Galopp.
02:11:32 Also nicht immer und vor allem nicht, wenn ihr den Galopp nicht gut reiten könnt, weil wenn der Galopp immer das Letzte ist, was ihr macht beim Arbeiten, nur so in den Raum gestellt, wenn das immer der Abschluss ist, wenn das immer der Abschluss ist und dein Pferd hat keinen Bock mehr, weil was anstrengend ist, weil es frustriert ist, weil es nicht mehr versteht, dann läufst du ins Risiko, dass das Pferd anfängt von sich aus anzugaloppieren, weil es quasi sagt, nach dem Galoppieren sind wir fertig. Und dann hast du quasi ein Pferd, das...
02:11:59 aus dem Nichts heraus plötzlich immer angaloppiert. Es kommt nicht aus dem Nichts. Ja. Ich rede so viel darüber, ne? I'm so sorry. Man merkt halt, dass es die andere große Leidenschaft von mir ist. Ist insgesamt ein sehr interessantes Thema, wo ich noch viel lernen kann. Ich kann verstehen, dass da die vegane Community sehr überempfindlich ist bei dem Bullshit, der modernen Sport den Pferden angetan wird. Andererseits denke ich auch, dass man mit den Tieren, wie mit den Hunden auch gut umgehen kann und da einfach viel lernen muss. Ich werde niemals vergessen,
Philosophische Debatte: Domestizierung von Pferden vs. Hunden
02:12:0002:12:36 Ich werde niemals vergessen, wie Karl, boah, das ist, glaube ich...
02:12:41 Vier Jahre her, fünf Jahre her, da wurde Karl auch von reitenden Personen mal konfrontiert, weil er ist ja auch so ein krasser Reit- und Pferdegegner, wo denn für ihn der Unterschied ist zwischen einem Hund und einem Pferd. Warum ist es okay, einen domestizierten Hund zu halten? Warum ist es nicht okay bei einem Pferd? Und dann gab es ja diesen Clip, wo er quasi erklärt hat, von wegen, ja, der Unterschied ist,
02:13:08 Wenn ich quasi meinen Hund frei laufen lasse und ich rufe den, dann kommt der freiwillig zurück, weil er bei mir sein möchte. Mein Pferd kommt, wenn ich es rufe. Ich kann mit meinem Pferd, by the way, besser ohne quasi Strick und ohne Leine spazieren gehen, als mit meinem Hund. Ich kann mit meinem Pferd komplett ohne Strick im Wald spazieren gehen. Darf ich mein Pferd jetzt reiten?
02:13:32 Ich frag nur, habe ich damit jetzt das Approval, weil mein Pferd kommt, darf ich es dann reiten? Und vor allem, wie sieht das jetzt aus mit den Leuten, die ich vorne beschrieben habe, die ihrem Pferd immer Karotten füttern, wenn sie auf die Wiese gehen? Da kommt das Pferd auch.
02:13:47 gegen den Karotten. Das bedeutet aber nicht, dass dann die Arbeit halt okay ist. Also den Parameter, ob das Pferd kommt oder nicht kommt oder ob das Tier kommt oder nicht kommt, um daran zu bestimmen, ob das Arbeiten oder das Domestizieren von Tieren okay ist oder nicht, ist halt ziemlicher Quatsch-Parameter.
02:14:05 Ich verstehe halt, wenn Leute zum Beispiel sagen, sie sind grundsätzlich gegen die Domestizierung von Tieren. Das ist eine Philosophie, das ist eine Grundeinstellung, da werde ich nicht dagegen diskutieren. Das ist das Recht von jedem, diese Meinung zu haben. Ich kann verstehen, wenn Leute sagen, hey, wir sollten grundsätzlich keine Austiere mehr haben. Ich teile diese Einstellung nicht, aber ich respektiere das, dass quasi Leute diese Einstellung haben. Aber wenn du kein Problem damit hast, einen Hund zu haben, dann ...
02:14:32 outest du dich als ich habe keine Ahnung, wenn du ein Problem damit hast, wenn Leute Pferde haben. Weil die Domestizierung quasi zwischen Hund und Pferd
02:14:41 It is the same shit. Und es gibt genauso viel eklige Tierquälerei und Dominanz und quasi Qual in der Tierwelt wie in der Pferdewelt. Es ist in beiden Fällen inakzeptabel. Es gehört in beiden Fällen dagegen vorgegangen. Es gehört in beiden Fällen, gehören quasi die Menschen, die dafür verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen. Aber I tell you something.
02:15:05 Es macht für das Tier keinen Unterschied, ob ich das neben mir an einem Strick, am Halsband, an der Leine oder auf dem Pferd oder auf dem Tier sitzend von A nach B bewege. Das macht keinen Unterschied. Also dass Menschen quasi das Reiten als dominierender...
02:15:25 quasi definieren, als ein Tier an der Leine wohin zu führen oder am Strick zu führen, ist eine Vermenschlichung der Situation. Weil für uns quasi dieses Draufsetzen auf ein anderes Lebewesen schon mit so viel Dominanz einhergeht und man das Gefühl hat, damit quasi bricht man, muss ja das Tier gebrochen sein oder irgendwas anderes. Wenn ich mit meinem Hund...
02:15:47 quasi an der Leine spazieren gehe oder wenn ich mein Pferd an einem Strick führe, dann habe ich genauso viel die Verantwortung und aber auch die Kontrolle und das letzte Wort darüber, wohin wir gehen, wie weit wir gehen und wo wir nicht hingehen, wie wenn ich das Pferd reite. Das ist einfach leider
02:16:03 Die Anforderungen, die wir auch in einer von Menschen besiedelten Welt haben, dass wir so weder Hunde noch Pferde einfach frei rumlaufen lassen können, ohne dass es für die restliche Umwelt und die Tiere selber gefährlich ist. Es gibt einfach Sachen, ich muss meinem Pferd beibringen, dass es mich nicht am Strick durch die Gegend schleift, weil es für mich einfach lebensgefährlich ist und neben der Straße für jedes Pferd lebensgefährlich ist. Und während wir bei Hunden diese Diskussionen halt nicht führen.
Verantwortung und Kontrolle beim Umgang mit Pferden
02:16:3002:16:30 Also keiner, den du ernst nimmst, aus der veganen Bubble, würde halt sagen, nee, es ist Tierquälerei, wenn du deinem Hund beibringst, dass an der Leine gehen ohne Druck, ohne Gewalt, ohne Stress funktioniert und dass man das halt braucht, wenn man Hunde in der Stadt halten möchte. Weil du nun mal Leinenpflicht hast, weil du nun mal Hauptstraßen hast, weil es nun mal für den Hund gefährlich ist. Da sind wir quasi im Konsens komplett dabei, dass Leute sagen, ja, okay.
02:16:58 Der Hund, der muss das lernen. Der muss das lernen, dass er sich daran gewöhnt, dass der Mensch den Bewegungsradius zeitweise vom Hund einschränkt. Aber bei Pferden ist es dann plötzlich ein Problem.
02:17:12 Und das ist halt das, wo ich halt sage, das ist heuchlerisch. Weil ob ich die Bewegungsfreiheit von meinem Pferd oder von meinem Hund einschränke, ist the same story. Außer, dein Hund hat für dich andere Rechte als ein Pferd. Was aber witzig ist, wenn das halt von Antispezizisten kommt, die immer behaupten, alle Tiere sollten alle die gleichen Rechte haben. So, das ist halt...
02:17:37 Und für das Pferd macht es keinen Unterschied, ob ich quasi neben dem Pferd laufe und sage, wir gehen jetzt hier hin oder ob ich auf dem Pferderücken sitze und sage, wir gehen jetzt hier hin. Das Pferd fühlt sich nicht mehr dominiert, weil du da drauf sitzt. Das Pferd ist auch nicht mehr gestresst, weil du da drauf sitzt. Weil sowohl in dem einen als auch in dem anderen Bereich muss das Pferd gelernt haben, dass es sich dir anschließt. Das ist nicht wie mit Hunden, dass du einfach losgehst und dann schleifst du Sissi halt hinter dir her.
02:18:07 weil Sissi hat 12 Kilo. So, das Pferd hat 600. Entweder schließt es sich dir an und hat gelernt, dass du sagst, wo es hingeht, oder das Pferd geht nicht mit. So, und das macht keinen Unterschied, ob das halt vom Boden oder halt beritten stattfindet. Das bedeutet nicht, dass nicht...
02:18:24 Dominanz und Misshandlung und Tierquälerei und Gewalt stattfindet, passiert ganz, ganz, ganz, ganz viel. Vor allem im Profisport. Das ist ja auch einer der Gründe, warum ich zum Beispiel für mich den Profisport halt ablehne. Warum ich auch keine Pferde für Turniere trainiere. Also nicht für irgendwelche Western-Turniere oder irgendwas in die Richtung, auch niemals für Dressur oder Springreiten, weil ich halt einfach vom Turniersport ganz, ganz, ganz, ganz viel Abstand halte. Aber du kannst Pferde.
02:18:53 fair und gerecht und genauso artgerecht halten, wie du Hunde halten kannst. Und wenn du halt grundsätzlich gegen die Domestizierung von Tieren bist, dann respektiere ich das. Aber wenn es bei Hunden okay ist, dann ist es bei Pferden auch okay. Das ist halt, ja, so, das ist halt so ein bisschen dieses Ding, so. Und ich meine, du merkst dann, du merkst dann die Sachen an so Sachen wie zum Beispiel mein Pferd.
02:19:23 hast Insekten und die, wenn die halt, wenn da so große Bremsen kommen, dann tickt die aus. Die hasst Kribbelzeug. Die hasst das so sehr. Das heißt, auf der Weide siehst du die jedes Mal so regelmäßig mit allen vier Hufen in der Luft, dass sie halt durch die Gegend buckelt und springt, weil sie diese scheiß quasi Bremsen loswerden möchte, beziehungsweise diese großen Fädebremsen halt quasi loswerden möchte.
02:19:50 Und wenn ich halt aber mit ihr dann im Gelände unterwegs bin, dann hast du halt die gleiche Größe an Viechern. Und ich merke einfach, wie viel vorsichtiger sie versucht, diese Viecher loszuwerden, weil sie halt checkt, dass ich auf ihrem Rücken bin, weil sie halt weiß, ich bin da. Und weil sie halt wirklich darauf aufpasst, mich nicht zu verlieren.
02:20:10 Das heißt, wenn ich sie als Handpferd mithabe und sie nur neben mir herläuft oder ob ich auf ihr drauf sitze, macht im Wald beim Spazieren oder beim Ausreiten einen Unterschied darüber, wie krass sie durch die Gegend ballert. So die buckelt nicht mit mir. Sobald ich nicht drauf bin, geht das so los. Sobald ich drauf bin, beschränkt sie sich quasi auf, es ist halt irgendwie scheiße. Und daran merkst du halt, dass Pferde nicht versuchen, dich auf Zwang loszuwerden. Ich bin von ihr einmal quasi, bin ich gestürzt.
02:20:40 Das war ganz am Anfang, als wir die ersten Male angaloppiert sind und ich den Steigbügel verloren habe. Das war auf dem Reitplatz im Reitunterricht. Und ich den Steigbügel verloren habe und quasi im Sattel gerutscht bin und sie dann ihr Gleichgewicht verloren hat und sich erschrocken hat und super geil nach links weggesprungen ist, während ich meinen rechten Steigbügel verloren habe. Das heißt, mich hat es einmal über die Schulter von ihr drüber gehauen. Und dann bin ich im Sand gelandet. Großartig. Dieses Pferd ist genau zehn Meter weiter gerannt.
02:21:08 stehen geblieben, umgedreht und kam dann angetorkelt und hat geguckt, wo ich bleibe. Und hat sich dann quasi neben mich hingestellt und war so, ah, hoppala, so. I think I lost you. So, das ist kein Verhalten, das ein Tier zeigt.
Umgang mit Problempferden und Lernprozesse in der Praxis
02:21:2002:21:22 das Angst vor dir hat. Das ist kein Verhalten, das ein Tier zeigt, das gebrochen wurde. Das ist kein Verhalten, das ein Tier zeigt, das um jeden Preis weg möchte. Das ist ein Verhalten, das ein Tier zeigt, wie mein Hund das quasi eine gewisse Freude an der Arbeit mit dem Menschen entdeckt hat. Und es gibt...
02:21:38 wirklich die Möglichkeit, ich weiß, Leute können sich das nicht vorstellen, aber du kannst mit Pferden auf einer Basis zusammenarbeiten, in denen Pferde auf eine ähnliche Art und Weise Begeisterung am Menschen finden können, wie es andere Tiere tun. Nicht in dem Ausmaß wie Hunde. Nicht, das zeige ich euch gleich, Pferde sind nicht in einem Ausmaß begeisterungsfähig, wie es mein Australian Shepherd ist.
02:22:01 Gott sei Dank. Imagine ein 600 Kilogramm Pferd würde dich auf die gleiche Art und Weise niederrennen wie dein Hund. So, das ist Gott sei Dank so, aber es ist machbar. Und nur weil es halt leider so viele Reiterhöfe nicht machen, bedeutet das halt nicht, dass es nicht geht. Leider haben die meisten halt nicht die Musse dafür, diese Teile, also diese Aspekte zu verarbeiten oder zu machen.
02:22:27 Um auf die Ursprungsfrage zurückzukommen, schwere Reiter oder auch viel bepackt oder auch Rüstung und so weiter, ist nicht automatisch ein Problem für das Pferd. Das kommt ganz stark darauf an, wie gut das Pferd trainiert ist und vor allem quasi wie lang ein Pferd quasi dann einen schweren Reiter tragen muss. Also wenn du jetzt zum Beispiel
02:22:51 So Showpferde, die du anschaust, die zum Beispiel bei so Mittelalterpferden als Turnierpferde Leute in Rüstung tragen und transportieren, die können oftmals weniger Belastung haben, wenn sie halt ordentlich trainiert sind und so eine Showanlage halt 10 oder 15 Minuten geht und dann ist Ende, als so manch ein Freizeitpferd, das halt überhaupt nicht trainiert wird, mit dem überhaupt nicht gymnastiziert wird und das dann einmal die Woche oder einmal alle 14 Tage von der Besitzerin von der Weide geholt wird, um dann drei Stunden im
02:23:20 Schritt durch den Wald zu reiten. Weil halt drei Stunden im Schritt durch den Wald reiten ist halt kein Training. Das ist halt kein Muskelaufbau. Das heißt, die größten Probleme im Rücken bei Pferden sehe ich als Hufbearbeiterin, bin ich viel an sowas dran, weil man das dann auch in den Hufen sieht. Die größten Probleme bei Pferden sehe ich tatsächlich vor allem in der Freizeitreiterei. Also vor allem beim, sag ich mal,
02:23:47 Ich sage so gern Wald- und Wiesenreiter, weil ich bin selber ein Wald- und Wiesenreiter. Vor allem bei Leuten, also erstens bei so Hardlinern, die einfach um jeden Preis jetzt irgendeine Scheißlektion im Dressur reiten wollen und irgendeinen Scheißpreis gewinnen wollen beim Dressur reiten, weil sie halt einfach bei da einfach dann das Wohler gehen und vor allem die Frustrationsgrenze der Pferde in den Hintergrund gestellt wird. Also da wird nicht gefragt, ob...
02:24:12 das Pferd heute einen schlechten Tag hat oder ob das Pferd das geil findet, sieben Tage in Folge die gleiche Übung im Dressurdreieck zu üben. So, da sehe ich halt viele Pferde, die vom Kopf her nicht so gut sind. Also die sind meistens körperlich noch okayischer, aber halt vom Kopf, vom Stress nicht glücklich und körperlich, was so Trageerschöpfung, Rückenprobleme, Hufprobleme und so weiter.
02:24:38 sind vor allem die Freizeitreiter, die halt glauben, sie tun ihrem Pferd einen Gefallen damit, dass sie das Pferd halt nur im Wald reiten und nur im Schritt reiten. Und halt ganz wenig im Sinne von, ich komme einmal die Woche und dann sitze ich da vier Stunden drauf. Es ist wesentlich besser, auf dem Pferd sechs Tage oder sieben Tage, ich sage, ich appelliere mal für sechs Tage, gebt eurem Pferd einen Ruhetag pro Woche.
02:25:06 Es ist wesentlich sinnvoller, jeden Tag, also sechs Tage die Woche, jeden Tag 15 oder 20 Minuten auf dem Pferd draufzusitzen, als einmal die Woche fünf Stunden. Weil, woher soll denn das Pferd die Muskulatur haben, um dich fünf Stunden zu tragen? Ein Pferd, das in der Lage ist, dich fünf Stunden durch den Wald zu tragen, ist in der Regel ein Pferd, das du nicht einmal die Woche reitest.
02:25:28 Das ist ein Pferd, das du öfter reitest, sehr viel öfter reitest. Um euch ein Gefühl dafür zu geben, ich habe letztes Jahr ein Pferd vorbereitet für einen Distanzritt, der 28 Kilometer ging, also 28 am Stück auf Tempo. Das ist ein quasi Distanzritt in Deutschland gewesen. Ich habe ein Pferd, das ich quasi, wo ich Brit gemacht habe, habe ich dafür vorbereitet. Das war, als der Besitzer es gekauft hat.
02:25:55 Offiziell eingeritten? Eigentlich nicht. Ich habe eineinhalb Jahre mit dem gearbeitet und das war quasi so der Abschluss, den wir gemacht haben. Und das war der erste Distanzritt, den das Pferd gemacht hat. Das heißt, im Frühling saß noch niemand auf dem Pferd drauf. Im August war der Distanzritt und das waren circa viereinhalb Stunden, also diese 28 Kilometer. Und ich bin...
02:26:20 Nur alleine in dem, quasi in den drei, vier Wochen vor dem Distanzritt habe ich mit dem Pferd, ich kann euch genau sagen, wie viel ich quasi im Gelände gemetert habe, um das aufzubauen für diesen viereinhalb Stunden Ritt. Ich kann es euch ganz genau sagen, weil ich das mitgetrackt habe, natürlich auch für den Besitzer, um halt aufzuzeigen.
02:26:49 Quasi wie viel das war und zwar im Monat 224 Kilometer in einem Monat und im Monat davor 71. Das ist quasi, das ist quasi die Menge in der Vorbereitung, die da stattgefunden hat, um das Pferd dann auf den Punkt zu bekommen, dass es
02:27:26 quasi, dass du das viereinhalb Stunden reiten kannst, ohne dass das Pferd Probleme hat. Und das habe ich nicht aufgebaut, indem ich einmal die Woche 30 Kilometer geritten bin, sondern indem ich jeden einzelnen Tag dort war, sechs Tage die Woche geritten bin und Zeit langsam gesteigert habe. Erst fünf Kilometer, dann sieben Kilometer, dann zehn Kilometer, dann zwölf Kilometer, dann 14 Kilometer, dann 15 Kilometer, dann 20 Kilometer.
02:27:49 Und dann bin ich bei 20 Kilometern geblieben, weil viel mehr als 20 Kilometer steigern macht keinen Sinn im Ausdauertraining. Und dann bin ich halt 20 Kilometer schneller geritten und noch schneller und noch schneller und öfter und öfter und öfter. Und dann sind wir auf den Distanzritt gegangen, sind auf diese 28 Kilometer gestiegen, also gestartet quasi. Und das Pferd kam aus den 28 Kilometern komplett trocken raus. Komplett.
02:28:13 Unveränderte Atmung, wie als ob wir vor zehn Minuten losgeritten werden. Mit Ohren nach vorne gerichtet, Augen total entspannt, ganz normaler, entspannter Atmung. Staubtrocken, komplett staubtrocken. Im August 28 Kilometer, der Pferd war so, ja, alles klar, cool. Wir können wieder weiter. Das ist die Art und Weise, wie du das aufbaust. Und das ist so, was ich sehe, Leute denken sich so, ja, ich will halt ein Pferd haben, ich will aber nicht trainieren, ich will halt nicht...
02:28:43 Ich will nicht Gymnastizieren, ich will nicht Physiotherapie machen, ich finde auf dem Reitplatz reiten langweilig, ich finde Bodenarbeit langweilig, ich will einmal die Woche im Wald reiten gehen. Wenn du ein Pferd hast, um einmal die Woche im Wald zu sein, dann ist es sinnvoller, nicht aufzusteigen, sondern mit deinem Pferd einmal die Woche im Wald spazieren zu gehen. Aber damit schadest du ihm nicht. Das Pferd wird sich mega freuen, einmal die Woche im Wald quasi zu sein.
02:29:09 Aber einmal die Woche quasi nur zum Waldreiten, was mit deinem Pferd zu machen, ist für die aller, aller, aller, aller, allermeisten Pferde zu wenig Training, um dich langfristig tragen zu können, ohne dass da Rückenprobleme entstehen. Und dann ist egal, wie viel Gewicht du hast. Also dann bist du mit 60 Kilogramm auch zu schwer, um das Pferd zu reiten, weil das Pferd die Muskulatur nicht haben kann, um dich zu tragen.
02:29:44 Hallo Linnea, ein wunderschönen. Also die Pferde, die ich bisher geritten habe, die mich tragen, die tragen mich gerne, sind halt sensible Tiere, die checken schon, ob du ein guter Mensch bist oder nicht. Die Spiegel ein, ja. Und sie checken vor allem auch, ob du Angst hast oder nicht, ob du gestresst bist oder nicht, ob du wütend bist oder nicht. Aber ja, so komplett, komplett, komplett.
02:30:04 Was mich immer irritiert ist, dass der Aufschreiber Gewalt im Pferdesport oft größer ist als bei Gewalt im Hundesport. Also nicht veganisbezogen, sondern auf generelle Medien. Der Pferdesport ist viel, viel, viel, viel größer. Hallo Bonviani.
02:30:26 Wie bist du eigentlich dazu gekommen, jetzt mit Pferden zu arbeiten, wenn ich fragen darf? Und hallo, ich habe mit Pferden angefangen als Ausgleich zum Streamen vor sechs Jahren, glaube ich sind es mittlerweile. Habe das dann ganz viel Hobby mäßig gemacht. Habe dann eine Ausbildung als Hofbearbeiterin angefangen, weil mich das halt mega krass fasziniert hat. Habe dann den Hof gewechselt, wo ich stand, jahrelang mit meinem Pferd.
Persönliche Motivation und berufliche Entwicklung als Pferdetrainerin
02:30:5302:30:53 weil ich, weil mich das war, ich habe ja bisher kein Geheimnis, dass ich mit Stalkern und so weiter zu kämpfen hatte. Und ich habe halt über Monate hinweg darum gebeten, dass, ob man das halt hinkriegen könnte, mal zeitweise, also nicht die Betreiberin vom Hof, sondern eine ehemalige sehr tolle Freundin von mir, die auch Influencerin ist. Ich habe über Monate darum gebeten, ob es halt möglich wäre, vielleicht mal zeitweise nicht den ganzen Tag.
02:31:18 Instagram-Stories von dem Hof zu posten, wo quasi mein Pferd steht und wo sie auch unterwegs ist, weil ich halt Angst um die Sicherheit von meinem Pferd hatte.
02:31:28 Und der Hof auch Bombendrohungen bekommen hat und Leute angedroht haben, dort hinzukommen und Giftköder zu streuen. Aber diese Influencerin wollte unbedingt Pferde-Influencerin werden und wollte sich unbedingt den Content nicht nehmen lassen, dass man ja unbedingt die Pferde auch alle immer zeigen muss, mit denen man zu tun hat. Und auch die Community mag ja diesen Content so unfassbar gerne. Und das hat so massiven Stress bei mir ausgelöst, dass ich dann halt nach mehreren Monaten, in denen ich darum gekämpft habe,
02:31:58 dass meine Ängste und meine Sorgen in irgendeiner Weise acknowledged werden und ich nicht einfach nur gegaslighted werde, habe ich dann den Hof verlassen mit meinem Pferd, weil ich gesagt habe, ich packe es nicht mehr. So, ich halte das nicht mehr aus. Und dann habe ich mir einen neuen Hof quasi gesucht und das war...
02:32:26 Wahrscheinlich der größte Glücksgriff, den ich jemals...
02:32:32 gemacht habe, was Pferde angeht. Holy fucking shit. Ich bin dann auf einem anderen Pferdehof gelandet. Erstmal war es für mich sehr krass, weil ich auf einem Pferdehof dann gelandet bin, wo ich einfach, also davor auf dem Pferdehof, das ist ja auch keine Kritik an dem Pferdehof, ich habe auf dem ersten Pferdehof, wo ich war, sehr viel gelernt. Also ich habe eine sehr, sehr gute Basis bekommen und ich würde auch immer noch sagen, gerade für quasi Reitanfänger oder Pferdeanfänger ist der Hof absolut großartig.
02:33:00 Was ich aber nicht gecheckt habe, ist dann, dass halt quasi, oder ich wusste damals, ist ja auch nicht schlimm, nicht jeder Hof muss für alles da sein. Ich habe einfach dann realisiert, nachdem ich den Hof gewechselt habe, dass quasi das Reitniveau, ich habe einfach gelernt, dass quasi das Reitniveau auf dem ersten Hof, wo ich war, ein sehr viel niedrigeres war. Das heißt, im Endeffekt, ich war dort Reitschülerin und von den Reitschülerinnen, die ich kannte, die damals dort geritten sind, habe ich...
02:33:29 schon eher zu den fortschrittlicheren, äh, fortgeschritteneren Reitschülern gehört. Also es gab schon noch Leute auch, die besser geritten sind von den Reitschülern, aber jetzt, war jetzt vom Niveau her eher Leute, die halt, ähm, weniger Ahnung hatten als ich. Und ich war schon nicht gut. Und dann hab ich den Hof gewechselt und bin auf einem Hof gelandet, bei dem ich dachte, ach du heilige Scheiße, ich kann ja gar nichts.
02:33:59 Und fairerweise, also glücklicherweise, war da auch viel Imposter mit dabei. Das muss man halt auch sagen. Es war sehr, sehr, sehr viel Imposter mit dabei, weil auch meine Trainerin dort auch gesagt hat, nee, also ich kann schon gut was. Sie würde auf gar keinen Fall sagen, dass ich gar nichts kann. Aber viele Sachen, die ich halt gemacht habe, waren sehr verkompliziert.
02:34:28 sehr viel komplizierter als sie sein müssten, sehr viel länger, aufwendiger, schwieriger, war einfach eine andere Technik. Und manche Sachen waren halt super und manche Sachen habe ich gemerkt, war nicht so der krasseste Scheiß. Und während ich halt in der Bodenarbeit halt viel konnte, war ich halt, was das Reiten angeht, also ich habe dort angefangen mit einer regelrechten Angst davor anzugaloppieren, weil ich so einen Respekt vor dieser Gangart hatte, wo ich mir dachte, oh, what the fuck.
02:34:56 Und hatte mein Pferd dort stehen, habe dann angefangen, also so wie ich das halt auch gemacht habe, bei dem Hof davor mitzuhelfen, wenn irgendwie was da war, wenn Zäune gebaut wurden, habe ich halt gesagt, hey, so wenn ich helfen kann, bin ich da, habe geholfen, Heunetze zu stopfen und so weiter. Und der quasi Trainerin, die ich dort auf dem Hof hatte, ist das halt aufgefallen. Und dann hat sie halt irgendwann gesagt zu mir um die Weihnachtszeit herum, vor mittlerweile drei Jahren, glaube ich, ist es her.
02:35:23 zweieinhalb Jahren, drei Jahren, kein Plan, hat sie halt zu mir gesagt, ja, du, wenn du, also eher so spaßhalber, ja, wenn du irgendwann mal einen Job suchst, dann sag Bescheid.
02:35:32 Weil sie hat halt zu dem Zeitpunkt Verstärkung quasi im Team gesucht, die halt beim Hof so mithelfen können, mit anpacken können und so weiter. Und hat halt jemanden gesucht, der, wie sie halt sagt, auch selbstständig sieht, was an Arbeit zu tun ist, der kein Problem damit hat, mit anzupacken, der auch für die anstrengenden und unangenehmen Dinge da ist. Und unerwarteterweise für sie habe ich halt gesagt, ja klar, also voll gerne.
02:35:55 Und daraus ist dann ein quasi eineinhalbjähriges bezahltes Praktikum entstanden, weil ich halt zu ihr, weil sie hat gesagt, naja, sie sucht halt quasi eigentlich eine quasi Hofhilfe, die halt vor allem auch viel organisatorische Sachen übernimmt. Und ich habe halt gesagt, das verstehe ich. Ich würde gerne alles mitnehmen dürfen, was sie mir beibringen kann.
02:36:21 Weil sie halt auch einfach ihr Leben lang mit Pferden gearbeitet hat, auch ehemalig quasi Turniere geritten ist, auch auf dem Hof die ehemalige Turnierpferde, die bis halt in die Europa-Liga gegangen sind, im Westernreiten stehen hat, auch einfach wirklich richtig krass gut reiten kann und halt immer noch Pferde ausbildet, Reitunterricht gibt, Jungpferde ausbildet, Problempferden unter Anführungszeichen hilft und so weiter.
02:36:51 Dann ist daraus quasi so dieser Deal entstanden, dass ich halt organisatorisch auf dem Hof Dinge mit übernehme und mache, verpflege, füttere, abäpple, Traktor fahre und dafür halt auch einen Stundenlohn bekomme, weil es nicht die Welt, aber ich war total froh, dass ich es überhaupt bezahlt bekommen habe. Und dafür durfte ich halt in jeder Reitunterrichtsstunde, durfte ich halt quasi...
02:37:16 In jeder Reizunterrichtsstunde, die sie halt gegeben hat, in jeder Ausbildungsstunde, die sie halt gegeben hat, durfte ich halt mit dabei sein. Mich dazusetzen, Fragen stellen, Fragen erklärt bekommen, dann später selber die Pferde arbeiten. Also sie hat mir dann auch angefangen, ihre Pferde in die Hand zu drücken, ihre Pferde auch zu reiten. Das dann halt dazu geführt hat, dass ich plötzlich ganz, ganz, ganz, ganz, ganz viele Pferde...
02:37:43 kennengelernt habe mit ganz vielen unterschiedlichen Problemen und Schwierigkeiten und Herausforderungen und halt auch unterschiedliche Reiter, die Reitunterricht genommen haben mit ihren Problemen und Schwierigkeiten und Herausforderungen. Und das hat dazu geführt, dass ich halt letztendlich sieben Tage die Woche meistens zwischen fünf und neun Stunden am Hof verbracht habe und mir in manchen Wochen
02:38:05 30 unterschiedliche Pferde quasi gegeben habe, was die für Probleme haben, was sie wo wie tun, was sie wie wo machen und so weiter. Und das hat ganz viel gemacht. Also das war wirklich, das war so ein unfassbarer Glücksgriff, wenn man halt überlegt, dass die meisten quasi Höfe, bei den meisten Höfen bezahlst du für diese Form des Hospitierens. Bei den meisten Höfen in Deutschland, wenn du quasi in einem Trainer
02:38:35 vor allem der auch so erfolgreich ist und das halt schon so lange macht und so gut ist, damit du quasi da so über die Schulter schauen darfst. Und ich habe ja komplett kostenlosen Reitunterricht bekommen. Ich hätte den Reitunterricht nicht mal zu meiner Hochzeit als Influencerin, hätte ich den Reitunterricht in der Menge, in dem ich den bekommen habe, bezahlen können.
02:38:55 weil ich ja alles konstant fragen durfte, jede Frage stellen durfte, überall dabei sitzen konnte. Wenn ich ein Problem mit meinem Pferd hatte, sie sich dazu gestellt hat, mir Sachen erklärt hat, ohne mir das irgendwie zu verrechnen oder sowas. Also das war wirklich so ein riesiger, wirklich ein Lotto-Sechser, den ich da halt getroffen habe. Und ich habe mir das mal angeguckt, es gibt halt...
02:39:18 Es gibt auf jeden Fall Höfe in Deutschland, die verrechnen dir für quasi fünf Wochen, sechs Wochen im Sommer auf diese Art und Weise hospitieren. Also nicht mal zwei Monate, verrechnen die dir bis zu 3000 Euro. Weil es gibt halt keine Regelung darüber, wie du Pferdetrainer wirst.
02:39:38 sondern es gibt halt so die Scheine vom FN und so weiter, aber darauf scheißen die meisten vor allem, wenn du halt nicht im Englisch reiten quasi was machen möchtest. Das heißt, die meisten Trainer arbeiten halt über Referenzen, die meisten Trainer arbeiten über Erfahrung und dann halt auch darüber, dass sie halt in Wettbewerben quasi Platzierungen machen, sich dadurch halt quasi etablieren und dann vielleicht irgendwann mal einen Reiterschein machen.
02:40:01 Um auch den Reiterschein machen zu können, also den Trainerschein machen zu können, musst du ja überhaupt erstmal lernen. Und das gibt es nicht als Lehre. Das heißt, wenn du nicht das Glück hast, dass du so viel Geld hast, dass du über Jahre einfach richtig krass viel Unterricht nehmen kannst, um das Niveau zu erreichen, dann ist das andere, was dir halt übrig bleibt, in der Regel halt nur Praktika. Die sind, wenn du Glück hast, unbezahlt.
02:40:23 Dann musst du aber immer noch in einer Lebenslage sein, in der du es dir mal eben leisten kannst, für ein oder zwei oder drei Monate ein unbezahltes Praktikum zu machen und trotzdem irgendwie deine Miete zahlen zu können oder sonst was. Das heißt, es ist schon sehr...
02:40:39 sag ich mal, schwierig, an so einen Platz zu kommen. Und ganz viele Höfe lassen es sich halt wirklich mittlerweile bezahlen. Also da zahlst du für dein Praktikum. Da zahlst du dafür, dass du dort dann auf dem Hof zwar auch übernachtest für die fünf Wochen, aber da zahlst du für die Pferdehof-Experience. Und da gehört halt das Pferdeabäppeln dazu, das Füttern dazu. Da zahlst du Geld dafür, dass du abäppelst.
02:41:03 Und dafür darfst du dann halt auch beim Unterricht quasi zugucken und vielleicht dann auch mal selber was machen. Und ich hatte da wirklich richtig, richtig, richtig krass viel Glück. Und vor allem muss ich halt auch einfach ganz klar sagen, dass ich in diesen eineinhalb Jahren, wo ich diesen Job hatte, mehr gelernt habe, als in den fünf Jahren, vier Jahren, die ich davor...
02:41:26 quasi Reitunterricht genommen habe. Ich habe auch mehr gelernt, als ich wahrscheinlich in acht Jahren oder zehn Jahren mit Reitunterricht gemacht hätte. Wahrscheinlich auch 15 Jahren. Also das ist nicht, ich will den Reitunterricht nicht quasi ins Lächerliche ziehen oder irgendwas in die Richtung. Reitunterricht ist super, aber es gibt einfach einen maßgeblichen Unterschied dazwischen. Wenn du einmal die Woche für eine Stunde am Pferd bist oder auch
02:41:52 auch wenn du zwei oder dreimal reitest, aber weil du ein eigenes Pferd zum Beispiel hast und dann reitest du quasi zwei oder dreimal die Woche halt dein eigenes Pferd oder ob du halt auf einem Hof eineinhalb Jahre jeden einzelnen Tag wie auf einem Vollzeitjob da bist und halt nicht nur dein eigenes Pferd oder vielleicht sogar noch eine zweite Reitbeteiligung erlebst, sondern 30 Pferde. Junge, alte, große, kleine.
02:42:17 Esel, Molis, Ponys, Kaltblüter, Pferde mit Vorgeschichte, Pferde ohne Vorgeschichte, Pferde, die Western ausgebildet wurden, Pferde, die englisch ausgebildet wurden, Pferde, die auf Turnieren reiten sollen, Pferde, die nur Freizeitpferde sind, Pferde, die aus dem Tierschutz kommen und aus Spanien gerettet wurden, Pferde, die aus irgendeiner Zucht kommen. Ich habe so viele unterschiedliche Pferde kennengelernt mit ihren Eigenheiten, mit ihren Problemen, mit ihren Herausforderungen.
02:42:46 wie sie sich reiten, wo die, wo die Sachen, es war gigantisch. Und ich wäre halt selber total gerne noch ein Jahr länger geblieben. Total gerne, weil ich halt auch das Gefühl hatte, dass ich noch unendlich viel lernen kann.
02:43:02 Das Problem war halt nach eineinhalb Jahren tatsächlich einfach der Punkt, dass ich halt gesagt habe, okay, ich kann mir das nicht mehr leisten. Also es ist zwar schön und gut, dass ich quasi einen Stundenlohn bekomme, aber sie haben halt keine...
02:43:19 Sie hatten kein Jobangebot offen als Nachwuchstrainerin, weil sie als Hof nicht so groß sind. Sie hat gesagt, ich bin immer noch in Kontakt mit ihnen, werde sie besuchen gehen. Sie haben gesagt, sie finden es voll schade, dass ich gehe und alles drum herum. Wir haben geheult alle zusammen, als ich gegangen bin, weil der Hof für mich ein zweites Zuhause geworden ist, wie es der erste niemals war. Ich dachte schon beim ersten, dass das für mich der Mittelpunkt meines Lebens ist.
02:43:46 Aber sie hatten einfach keine Stelle als Trainerin, sondern nur diese Hilfsarbeitsstelle. Und das ist auch kein Vollzeitjob gewesen. Es wurde zu einem Vollzeitjob dadurch, dass ich dieses Praktikum dazu gemacht habe. Aber die reine Arbeitszeit war weniger.
02:44:07 Und dann war halt der Stundenlern jetzt auch nicht besonders hoch. Das heißt, es wäre halt vom Stundenlohn so gewesen, als wäre ich in einem Job geblieben, der mich zwar Vollzeit beansprucht, aber bei dem ich halt bezahlt werde, wie halt für einen 20-Stunden-Job. Und versuch das mal zu machen, wenn du in Brandenburg zur Miete wohnst. So, das heißt, diese eineinhalb Jahre ging das.
02:44:30 Und dann war halt für mich klar, okay, wenn ich das mit den Pferden halt weitermachen möchte, dann muss ich mir leider einen Hof suchen, der wirklich eine Trainerin sucht, wo ich ein Trainerinnengehalt bekomme oder eine Hofbearbeiterin oder irgendwas, wo ich wirklich ein volles Gehalt bekomme oder meine Lebenserhaltungskosten geringer sind als in Berlin.
02:44:57 Aber mit einem 20-Stunden-Job können wir halt den Lebensstandard halt nicht halten, den wir haben. Und deswegen habe ich dann halt gesagt, alles klar, ich suche nach einem Job. Und gleichzeitig kam ja auch noch dazu, dass wir ja auch unbedingt Deutschland verlassen mussten, weil da ja auch Dinge aufgezogen sind. Deswegen habe ich auch nicht nach einem Job innerhalb von Deutschland gesucht und bin halt ausgewandert.
02:45:23 dann einen Job gefunden als Nachwuchstrainerin auch auf einem sehr, sehr netten Hof. Also ich fühle mich nicht unwohl hier, aber es ist nicht dasselbe wie der Hof in Brandenburg. Es ist nicht dasselbe, es ist anders quasi von der Arbeitsgeschichte.
02:45:42 Ist einfach, ist schön, ich liebe es mit Pferden zu arbeiten, aber es ist halt anders. Es ist, ich merke halt, ich habe halt gehofft, dass ich selber auch hier noch sehr viel lernen werde können und merke jetzt leider immer mehr, dass ich auf dem Hof halt leider nicht mehr selber so viel lerne, sondern halt mehr einfach.
02:46:03 jetzt in diesem Job halt drinnen bin und ich lerne halt jetzt durch die Erfahrung, durchs Machen, durchs Tun, durchs im Job arbeiten. Aber es ist halt nicht mehr dieses Mentoring, dass du einer Person halt nachrennst, den halben Tag, die dir ganz viel zeigt. Und da habe ich halt gemerkt, dass ich auf jeden Fall jetzt so für mich gucken möchte, dass ich auch einfach ab kommendem Jahr ein bisschen mehr an Workshops
02:46:30 Und also an Seminaren und halt Nachschulungen und so weiter mache. Wo ich dann nochmal gezielt zu Kursen fahre von Trainern, um mich halt weiterzubilden. Aber ja, so ist es halt entstanden. Und jetzt arbeite ich als Nachwuchspferdetrainerin und als Hofbearbeiterin, weil ich habe parallel auch noch die Ausbildung zur Hofbearbeiterin gemacht. Ja, ja, Queen of Ashes. Ja, Mentix, ich habe halt mit Stalkern und so weiter in Deutschland zu tun. Deswegen.
02:47:10 Das eine war halt Reitunterricht und das andere war Unterricht über Reitunterricht. Ja, ich würde gar nicht das sagen. Es ist eher so, das eine ist Reitunterricht und das andere ist wirklich das systematische Lernen von einer Profession und einem Handwerk. Das ist halt, ja, es ist ein wirklich, wirklich toller Job.
02:47:31 Meine Freundin und ich mieten und packen einen eigenen Hof und meine Freundin gibt selber Unterricht. Es ist echt viel Arbeit und wir beide gehen noch richtig arbeiten. Ich Vollzeit, sie Teilzeit. Und sie gibt danach noch selber Unterricht als Trainerin bei uns am Hof oder bei den Pferdebesitzern selber. Man wächst echt eng zusammen mit den Tieren, aber auch mit den Besitzern. Wir müssen auch jeden Cent umdrehen, aber es klappt und erfüllt sie sehr.
02:47:52 Das ist halt so, das ist halt bei uns im Endeffekt auch so der Part. Also ich arbeite als Trainerin, ich habe halt das Glück, dass ich Hufbearbeiterin auch bin. Und ich sage ganz ehrlich, Gehalt als Trainerin, wenn du nicht selbstständig bist, sondern als Reitlehrerin oder so quasi, auch wenn du selbstständig bist, auch schwierig. Aber auch wenn du als Trainerin wo eingestellt bist und so, ist halt echt, man macht es nicht für Geld, man macht es aus Leidenschaft.
02:48:20 Das, was mich so ein bisschen finanziell rettet, ist, dass ich Hofbearbeiterin bin, weil Hofbearbeiter tatsächlich sehr gut verdienen.
02:48:38 ist einfach eine andere Profession. Und dadurch, dass ich quasi auch die Hufe auf dem Hof bearbeite von meiner Chefin, habe ich halt ein besseres Gehalt, als du sonst bekommen oder was ich sonst bekommen hätte, wenn ich nur als Pferdetrainerin da quasi drinnen wäre, weil ich halt teils als Hufbearbeiterin, teils als Pferdetrainerin eingestellt bin und die Hufbearbeitung das Gehalt nach oben zieht. Das macht's halt.
02:49:08 leichter so. Aber es ist, also ich, ne, es ist halt manchmal jetzt mit dem ganzen Umzug und allem hin und her, so wir kommen gut über die Runden, wir kommen gut klar, aber mit den ganzen Umzügen und alles, was war, so dass ich jetzt einen Platten mit dem Reifen hatte, war echt ein Problem. Also so mal eben 800 Euro aus dem Boden zu stampfen, wäre ohne den Stream.
02:49:29 schwierig gewesen, das muss ich ehrlich sagen. Also da bin ich echt super, super dankbar, dass ich halt auch einfach diesen Stream, dass ich halt ein Hobby auch noch habe, das halt parallel ein bisschen einfach so mein Gehalt noch nach oben korrigiert, weil es mir halt einfach die Möglichkeit gibt, einer Leidenschaft halt nachzugehen, arbeitstechnisch, die mir sehr, sehr viel Freude bereitet, die aber finanziell...
02:49:54 Ja, also ich glaube, da müsste ich mich ein bisschen anders aufstellen. Ich überlege auch, mich wieder selbstständig damit zu machen, dann geht das auf jeden Fall besser. Aber die Problematik, die du halt da so ein bisschen hast mit diesen Jobs ist, dass du kannst schon auch besser verdienen als Trainer, aber die meisten Pferdetrainer haben halt als Referenzen dann irgendwelche Turniererfahrungen. Und da beißt sich so ein bisschen die Katze in den Schwanz, weil ich keine Turniere reiten möchte.
Mittlere Tagesreisedistanzen im Mittelalter und Pferdebelastung
02:50:2402:50:24 Ich hätte mal eine interessante Frage. Wie weit kann man, konnte man im Mittelalter am Tag reiten? In vielen Fantasy-Geschichten wird von Tagesritten geredet. Aber wie weit ist das? Ein Pferd kann ja kaum 24 Stunden sprinten auf Höchstgeschwindigkeit. Ein normal ausgebildetes Pferd, das mit Gepäck läuft und mit Reiter läuft.
02:50:43 In der jetzigen Zeit, wenn du vom Wanderreiten quasi sprichst, je nach Gegebenheiten und je nach Gelände, läuft dir im Durchschnitt 25 bis 35 Kilometer am Tag. Also das ist das, was die Leute, die Wanderreiten gehen, also die quasi mit Gepäck und Pferd unterwegs sind, auch über mehrere Tage hinweg, meistens angeben, was sie halt realistisch machen können. Das heißt, du reitest quasi am Vormittag und dann machst du Pause und...
02:51:11 lässt das Pferd halt grasen. Die größere Problematik hierbei ist übrigens nicht der Part, dass das Pferd nicht mehr Kilometer laufen könnte. Die Begrenzung entsteht eher durch das Fressen, dass Pferde halt Dauerfresser sind. Und du, wenn du halt so unterwegs bist, auch gepackt wie im Mittelalter, hast du kein Kraftfutter mit, hast du kein High Energy Futter mit, sondern die Pferde müssen halt von dem
02:51:35 Leben, was sie an Wiese finden. Und die Problematik, wenn du halt dann dem Pferd so ewig lang reitest, ist halt, dass du da ganz große Fresspausen drinnen hast und dem Pferden halt futtertechnisch die Energie ausgeben kann. Wenn wir jetzt wirklich das drauf anlegen, wohin du ein Pferd trainieren kannst, wenn das wirklich auf Distanz trainiert ist, ohne dem Pferd zu schaden, dann sprechen wir jetzt zum Beispiel von Distanzritten. Da haben wir aber ganz leichtes Gepäck.
02:52:01 Das heißt ganz leichte Sättel, keine Zelte mit, keine Sachen in die Richtung. Und da ist das Pferd wirklich darauf trainiert, auf Distanz zu reiten. Und in der Versorgung ist das geminmext. Da sprechen wir von bis zu 110 Kilometern am Stück. Aber da, also am Stück im Sinne von die in einem Bewerb, ohne Pause, an einem Tag, ohne Pause im Sinne von.
02:52:28 Ja, auch ohne Pause nicht richtig, an einem Tag. Das bedeutet, das Pferd wird in der Regel 12 bis 30 Kilometer am Stück reiten und dann gibt es einen Veterinärscheck, dann muss der Puls runter, dann muss das Pferd gekühlt werden, dann bekommt es was zum Trinken, dann bekommt es Futter, bis der Puls wieder im normalen Bereich ist und dann darf es weiter und startet wieder 20, 30 Kilometer. Jada, jada, jada, jada. Das heißt, das ist das, was quasi gehen würde.
02:52:54 Das ist zum Beispiel, wenn du dir den Pony Express anschaust, historisch betrachtet ist das zwar nicht Mittelalter, aber das ist ja in der Zeit des Wilden Westens wurde das ja gemacht. Da wurde eine Zeit lang mit Pferden Post im Wilden Westen quasi transportiert. Das hat sich finanziell so gut wie gar nicht gelohnt. Das heißt, die sind relativ schnell pleite gegangen, unter anderem deswegen, weil dann das Telegramm erfunden wurde. Aber da gab es halt eine Zeit lang den sogenannten Pony Express und das war zum Beispiel so ein Prinzip, wo Reiter...
02:53:23 also die Pferde durchgewechselt wurden. Das heißt, es gab, das war eine Idee, um den Osten mit dem Westen miteinander zu verbinden. Und es war wie so ein Staffelritt. Was bedeutet, Leute, die Postboten sind auf den Pferden im maximalen Tempo von quasi Poststation zu Station geritten.
02:53:42 mit einer Tasche mit den Briefen und sind dann auf der Station quasi mit ihrer Tasche aufs nächste frische Pferd umgesprungen und mit dem weiter galoppiert. Und das Pferd, das müde war, wurde dann quasi eingestellt, hat Futter, Wasser, Pause und so weiter bekommen. Darüber war es dann möglich, sehr viele Distanzen zu machen. Aber grundsätzlich, ich würde, wenn du im Mittelalter schreibst,
02:54:07 Und da hast du quasi so durchschnittliche Pferde, also Wald- und Wiesenpferde, die normalerweise für die Feldarbeit genutzt wurden und werden. Und du hast halt unterschiedliche Körpertypen, die da drauf reiten und die sind bepackt und haben noch Zelt mit und andere Sachen. Dann hast du halt auch meistens noch eine größere Belastung für das Pferd. Dann würde ich quasi mit...
02:54:29 so circa 30 Kilometern rechnen. Wenn es stark bergauf geht, dann auch vielleicht mal 15 Kilometer weniger. Und ein wichtiger Punkt, und das sollte nicht vergessen werden, dass auch zu solchen Touren viel gehört, abzusteigen und neben dem Pferd zu laufen. Also quasi Wanderritte, wo Leute mit den Pferden ihre 35 Kilometer am Tag machen, können auch gut mal zur Hälfte aus Gehen bestehen. Also aus Gehen, dass quasi der Reiter neben dem Pferd
02:54:57 läuft und nicht reitet, weil quasi um das Pferd zu entlasten und zu schonen. Das heißt, auch das kannst du dabei im Endeffekt einplanen. Er hat eine Tentakel dabei. Kommst du mit deiner Tentakel hier nach oben? Alles klar, ich bin bereit. Ja, sicher. Ich würde den unten behalten. Mach halt den unten. Ja, gut. Wie sieht es aus? Dankeschön.
02:55:34 Christa Löll, ich weiß. Wenn du quasi zweimal am Tag reiten würdest, also wenn das jetzt zum Beispiel, sag ich mal, nicht so ein entspannter Wanderritt ist, sondern die Leute, deine, wie soll ich sagen, Figuren in deiner Geschichte müssen quasi wirklich dringend schnell wohin kommen, dann würde ich sagen, ist es realistisch auch auf 50 Kilometer streckbar am Tag?
02:56:11 Aber dann wäre das was, was man in zwei Etappen reiten würde. Das heißt, du würdest zum Beispiel morgens die erste Etappe reiten für die ersten 30 Kilometer oder 25 Kilometer. Und dann würdest du mehrere Stunden rasten, das Pferd fressen lassen und vor allem tränken. Und dann könntest du theoretisch gesehen schreiben, dass sie dann am Nachmittag quasi nochmal loslaufen und reiten. Das wäre eine Mehrfachbelastung. Könnte man, glaube ich, für eine Geschichte so...
02:56:39 Könntest du in der Fantasy-Geschichte so schreiben, das würde ich dir als Pferde, also das ist jetzt ganz wichtig, das ist etwas, was ich dir als Pferdetrainerin nicht empfehlen würde, weil du dann dich anfängst in einem Bereich zu bewegen, der einfach für die Pferde nicht mehr fair wird. Weil ein Pferd läuft zwar tagsüber viel länger.
02:57:02 als 50 Kilometer, wenn es kann. Aber ein Pferd auf einer Weide, das sich frei bewegen kann, trägt halt keinen Sattel, trägt kein schweres Gepäck, trägt kein Reiter und muss sich vor allem, und das ist auch ein wichtiger Punkt, nicht die ganze Zeit dabei konzentrieren, dass es halt irgendwelche Sachen ausführen muss. Also es ist wie ein Hund, der in einem Garten den ganzen Tag chillen kann und frei läuft oder ein Hund, der an der Leine laufen muss. Und wenn du dann halt in diese quasi langen Etappen da gehst mit dem ganzen
02:57:29 mit dem ganzen quasi Gepäck und alles und dann musst du das alles tragen. Denn ich würde Leuten reiten, wenn du Wanderreiten gehst, also eine Woche mit Pferd unterwegs bist, dann reit am Vormittag deine 25, 30 Kilometer. Wenn dein Pferd richtig fit ist und du richtig fit bist, dann mach meinetwegen deine 35, 40. Aber dann ist halt immer noch Ende. Wenn du jetzt eine Fantasy-Geschichte schreibst und deine Charaktere müssen zum Beispiel im Mittelalter
02:57:56 notdürftig so schnell wie möglich von A nach B kommen, dann schau dir, recherchiert zum Pony Express nach, wie das gemacht wurde. Dann wäre das potenziell was, was dich quasi inspirieren könnte. Oder dann kannst du das, glaube ich, auch strecken. Aber dann bewegst du dich halt in einem Bereich, der auch für die Pferde heavy wird.
Anatomische und physiologische Grenzen von Pferden
02:58:1902:58:19 Cool, mit maximal 35 Kilometern. Stimmen denn meine Angaben aus dem Pen & Paper Regelweg für einen Tagesritt? Das wird auch nicht davon ausgegangen, dass man 24 Stunden auf dem Pferd sitzt, sondern auch mit Pausen, Schlaf etc. Und Botenreiter gibt es da auch mit Pferdewechsel. Ja, cool, dann haben wir das sehr gut gemacht. Oder du hast das sehr gut gemacht. Ist das wirklich so ein Ding, dass ein Pferd sich zu Tode rennen kann? Ja.
02:58:41 Es gibt, die wenigsten Pferde werden sich zu Tode rennen, aber es gibt bei Pferden genau die gleiche Typ Pferd, wie du es bei Hunden hast, den Border Collie und den Australian Shepherd und die können sich zu Tode rennen, ja. Vor allem aus Stress oder Angst. Hallo Sweet Madness. Das größere Problem ist aber tatsächlich, also das größere Problem bei diesen langen Ritten ist aber gar nicht das Zu-Tode-Reiten. Das größte Risiko, das halt aufgeht, ist eine Belastungskolik.
02:59:10 Und das kann für Pferde halt tödlich sein. Das heißt, wenn du mit einem Pferd zu viele Stunden an einem Tag reitest und da ist nämlich das große Problem und der Magen dabei leer läuft. Also das ist jetzt das Letzte, dann gehen wir ins Zeichnen. Wir haben schon maßlos überzogen heute mit dem Quatschen über die Pferdewelt. Der menschliche Magen ist ja dafür ausgelegt, dass im Endeffekt die quasi Magensäure...
02:59:38 beginnt ja erst dann, also dein Magen produziert erst dann Magensäure, wenn du was gegessen hast. Das bedeutet quasi, oder wenn du halt zum Kauen anfängst, das bedeutet, dein Magen quasi, wenn du jetzt Brot isst, dann fängt dein Verdauungstrakt an zu arbeiten und sagt, alles klar, cool, alles easy. Bei Pferden ist das nicht so.
03:00:05 Die Magensäure bei Pferden funktioniert tröpfchenhaft. Das bedeutet, Pferde haben erstens eine quasi Magenspeiseklappe, die nur in eine Richtung sich öffnen lässt. Das heißt, Pferde können sich anatomisch gesehen nicht übergeben. Das geht nicht. Alles, was über den einen Weg im Magen landet, muss über den anderen Weg wieder raus. Es geht nicht in die andere Richtung, weil die Magenklappe nur in eine Richtung öffnet. Das ist unter anderem deswegen so.
03:00:33 um eben die Speiseröhre zu schützen, weil halt in dem Magen des Pferdes immer eine gewisse Menge an Magensäure vorhanden ist, auch dann, wenn das Pferd gerade nicht aktiv frisst, weil das Pferd halt darauf ausgelegt ist, ein Dauerfresser zu sein. Was bedeutet, dass es eigentlich die ganze Zeit immer hier ein bisschen grast, hier ein bisschen grast, hier ein bisschen grast. Das heißt jetzt nicht, dass du nicht dazwischen mal auch quasi eine Stunde durchreiten kannst, auf gar keinen Fall.
03:01:02 Auch mal zwei so. Aber die große Problematik, wie gesagt, warum Pferde in freier Wildbahn wesentlich mehr Kilometer machen als beritten mit uns, ist, dass sie in freier Wildbahn beim Unterwegssein halt die ganze Zeit auch nebenbei fressen. Das heißt, der Kopf geht runter, dann suchen sie nach Sträuchern, dann suchen sie nach Gras, dann grasen sie hier mal wieder, dann fressen sie hier mal wieder. Das ist was, was du beim Reiten halt nicht machst.
03:01:26 Das heißt, dein Pferd hat wie so eine innere quasi Zeitschaltuhr, dass der Magen quasi leerer läuft und du musst Pausen machen, damit das Pferd eine Möglichkeit hat, diesen Magen wieder zu füllen. Weil wenn der Magen von dem Pferd halt leer läuft, ist das für ein Pferd schädlich. Unter anderem deswegen, also nicht, wenn es mal ein bisschen...
03:01:46 hungrig ist, das ist nicht das Problem. Aber wenn du halt in so einen Bereich kommst, dass du dein Pferd sechs, sieben Stunden reitest, acht Stunden reitest, ohne dass das Pferd frisst, dann kann das Pferd eine Kolik, eine erschöpfungsbezogene Kolik bekommen. Eine Kolik ist alles, was mit dem Magen...
03:02:03 oder Darmtrakt quasi zusammenhängt. Bei Pferden wird Ascholik bezeichnet. Das heißt, es kann quasi zu einer Übersäuerung des Magens kommen. Das sind wie schlimme Magenkrämpfe bei Menschen. Das führt dann zu Krämpfen, das führt halt zu Bauchschmerzen, das kann zu richtig krassen Schmerzen führen, das kann zu Verstopfung führen. Und dadurch, dass Pferde halt einen sehr, sehr langen Darmtrakt haben, reden wir bei dem Darm von Pferden auch von dem ersten bis zum vierten Quartal des Darms.
03:02:32 weil Derme von Pferden gigantisch lang sind. Das heißt auch gerade, wenn ein Pferd so einen leer gelaufenen Magen hat und dann fängt es wieder zum Fressen an, dann ist halt das Risiko mega groß, dass es Verstopfung bekommt. Und auch diese Verstopfung kann für Pferde halt tödlich sein. Weil wenn sich im Darm halt was verstopft und nicht weitergeht, dann kannst du das ganz schwer operieren.
03:02:56 Und wenn du es nicht operierst, also man sagt immer, wenn ein Pferd eine Kolik hat, dann hast du sieben Stunden Zeit, das Pferd in die Klinik zu bringen. Und dann unterscheidet sich quasi zwischen einer schweren und einer leichten Kolik. Eine leichte Kolik ist sehr entspannt. Eine schwere Kolik ist tödlich ohne medizinische Behandlung.
03:03:15 Und deswegen ist es halt bei einer Kolik sehr ratsam, wenn du selber die Erfahrung nicht hast. Es heißt nicht, dass du bei jeder Kolik in die Klinik musst, auf gar keinen Fall. Aber du musst bei einer schweren Kolik in die Klinik. Und das heißt, wenn du selber keine Erfahrung mit Koliken hast, und ich würde immer Leuten raten, bei einer Kolik den Tierarzt zu rufen, da muss der Tierarzt kommen, muss eine Einschätzung machen.
03:03:35 quasi, ob das eine schwere oder eine quasi leichte Kolik ist. Bei einer schweren Kolik geht es halt in die Klinik und dann musst du halt drauf hoffen, dass es was ist, was sie in der Klinik hinkriegen und wenn operiert werden muss, dass sie es halt finden im Darm. Und bei einer leichten Kolik kriegt man das auch zu Hause wieder hin, aber schön ist es nicht. Es ist schon was, was sehr viel Angst macht. Und das ist eigentlich der Rattenschwanz, der mitgeht bei den langen Ritten.
03:04:05 Dankeschön, Dennis, für die drei Monate und ganz viel Spaß hier weiterhin. Vielen, vielen, vielen lieben Dank. Danke, danke, danke, danke, danke schön.
03:04:19 Ja, Lena. Wenn Pferd in einer Box eine Nacht lang kein Heu hat, ist es tatsächlich schlimmer, als wenn das Pferd in Bewegung ist. Weil dann kommt halt noch dazu, dass Pferde zur Verdauung und damit ihr Metallobulismus anständig funktioniert, Bewegung brauchen. Pferde sind Bewegungstiere. Zu 100%. Deswegen ist auch Boxenhaltung nie.
03:04:47 Nie, nie, nie, nie, nie, nie artgerecht. Ein Pferd ist ein Bewegungstier und ein Pferd ist ein Herdentier. Ein Pferd möchte den ganzen Tag nach Futter suchen und durch die Gegend laufen dabei. Und ein Pferd möchte den ganzen Tag umgeben sein von anderen Pferden, weil sie unter anderem auch gegenseitig quasi Fellpflege betreiben. So Boxenhaltung ist wirklich grausam. Und sechs Stunden Weide am Tag.
03:05:15 ersetzt nicht ein Leben in einer funktionierenden Herde. Das Wilde ist ja auch, dass Pferde, die in Boxen gehalten werden, gar keine richtigen pferdegerechten sozialen Beziehungen und Herdenverhalten mit anderen Pferden aufbauen können. Das heißt, sie werden auch einfach verhaltensauffällig in ihrer eigenen Psyche, in ihrer Sozialisierung. Das ist wie Katzen, die du alleine hältst, weil sie ja eigentlich als Herdentiere
03:05:41 darauf ausgelegt sind, in der Herde 24-7 beieinander zu stehen und nicht sich zum Schlafen zu trennen. Also das ist ja auch für ein Tier, vor allem für ein Fluchttier ist es ja was völlig Surreales, dass in der Dunkelheit, in der Nacht, wo es quasi ums Schlafen geht und gefährlicher wird, dann aus dem Schutz der Herde hinauszutreten und alleine isoliert zu schlafen. Und in einer Box neben anderen Pferden zu stehen, ist nicht dasselbe wie gemeinsam in einer Gruppe.
03:06:09 quasi in einem offenen Stall oder auf einer Wiese zu stehen. Und wieso gibt es dann solche Fressbäum, Haube und so weiter? Da geht es vor allem um das Schlingen. Es geht darum, es geht nicht darum, dass ein Pferd quasi in massiver Masse Futter zu sich nehmen soll, sondern dass ein Pferd quasi
03:06:28 in einer Regelmäßigkeit eine gleiche Menge an Futter zu sich nehmen soll. Und das Schlinge, also diese Glocken und quasi Netze und so weiter, sollen einerseits die Verschwendung vom Heu reduzieren, weil, also als Beispiel betrachtet, eine Heuraufe mit einem Heunetz drauf verbraucht in etwa 20 Prozent des Heus. Das heißt 20 Prozent des Heus aus diesem Heuballen landet auf dem Boden und wird nicht gefressen. Ein Heuballen ohne Heunetz verbraucht bis zu 70 Prozent.
03:06:58 Bis zu. Kommt auf das Pferd drauf an. Aber du kannst auf jeden Fall mindestens mit 50 Prozent rechnen, egal wie sauber die Pferde fressen. Weil sie halt einfach das Heu rauszupfen, rauszupfen, rauszupfen, überall verteilen und dann wälzen sie sich in dem Heu und dann fressen sie es nicht mehr. Das heißt, es ist einerseits eine schonende Reform, um quasi das Heu da zu schützen.
03:07:18 Aber es geht halt auch darum, ein bisschen die Fressgeschwindigkeit zu reduzieren, weil die aller, aller, allermeisten Pferde heutzutage sind übergewichtig. Komischerweise.
03:07:29 So wie die allermeisten Hunde. Und dann baust du quasi, arbeitest du halt mit Glocken oder auch, also es ist auch kein Problem, gezielte Fresspausen einzubauen. Aber mit Fresspausen ist halt nicht gemeint, dein Pferd bekommt in der Früh Heu und am Abend Heu und dazwischen hat es nichts. Sondern mit Fresspausen sind zum Beispiel in der Paddock-Trail-Haltung sogenannte zeitgeschaltete Heuraufen gemeint, wo das Pferd quasi eine Stunde zum Beispiel
03:07:58 Heu hat und dann gehen die Heuraufen zu für eine halbe Stunde und nach einer halben Stunde gehen sie wieder auf. Der Grund, warum das gemacht wird, ist, weil eigentlich auch die Heufütterung nicht gut ist für Pferde. Ich weiß, jetzt wird es langsam richtig frustrierend, aber die Problematik ist halt.
03:08:17 dass Pferde ja normalerweise in ihrem natürlichen Lebensraum, jetzt muss man natürlich an der Stelle sagen, Pferde haben keinen natürlichen Lebensraum mehr in dem Sinne, weil sie sind domestiziert. Das Pferd, so wie wir es heute kennen, das Hauspferd ist ein domestiziertes Tier und taucht halt so in freier Wildbahn nur aus in eigentlich Wildhund-Variante. Also wie zum Beispiel der Mustang, das ist ja ein Hauspferd, das ausgewildert wurde. Es ist kein originales Wildpferd mehr. Das Przweizky-Pferd ist ein originales Wildpferd, aber auch das ist ein Hauspferd.
03:08:46 Das ist mittlerweile mit Hauspferderassen quasi gekreuzt. Und normalerweise aber jetzt bei Wildpferden oder ausgewilderten Pferden, die in der freien Natur leben, ist es ja so, dass sie den ganzen Tag rennen. Was bedeutet, und das ist halt ein ganz wichtiger Punkt, der Pferdekörper ist anatomisch darauf ausgelegt, dass das Pferd sich die meiste Zeit des Tages mit dem Kopf irgendwo suchend auf dem Boden bewegt. Das heißt, der Kopf streckt sich nach unten und das Pferd...
03:09:14 ist quasi ein sogenannter Graszupfer. Das heißt, wenn ihr quasi ein Pferd beim Fressen betrachtet, dann seht ihr, dass eigentlich die Oberlippe vom Pferd so ein bisschen der Daumen des Pferdes ist und dass sie quasi wirklich wie so eine Zupfbewegung machen und wirklich Graszupfen und das wirklich mit ihrem ganzen Körper. Das ist eine Muskelanstrengung, die bis in den Rücken geht. Was bedeutet Pferde, die grasen, die trainieren ihre Rückenmuskulatur? Ja.
03:09:43 Komplett wild. Pferde, die grasen, bauen Rückenmuskeln auf. Pferde, die Heu fressen, nicht.
03:09:52 Weil du auch mit gestopftem Heu nicht den gleichen Effekt beim Zupfen und beim Ziehen hast wie mit Grasbüscheln, die auf einer Wiese sind. Was bedeutet, dass Pferde, die komplett auf Heu stehen, in der Regel auch eine deutlich schlechtere Rückenmuskulatur haben als Pferde, die grasen. Weswegen Pferde dringend Weidengang brauchen. Und dann kommen dazu noch andere Dinge dazu. Zum Beispiel, dass die meisten Heuraufen viel zu hoch sind. Das heißt, die meisten modernen Heuraufen, die gebaut werden, sind Heuballenraufen.
03:10:21 wo quasi dann am besten unten auch noch so viel ist, weil man will ja nicht, dass der Schlamm drin ist, dann ist da das Heu, dann ist dieser riesige Heubein drauf und dann siehst du lauter Pferde, die nicht nach unten fressen, sondern die ihren Kopf halt so halten und teilweise nach oben fressen. Das heißt auch diese ganze Bewegung von dem Kopf, der runter geht und der Zupf, der die ganze Muskulatur streckt und quasi den Muskel trainiert, all das fällt weg, weil das Pferd frisst plötzlich nach oben.
03:10:47 Dabei ist das Pferd eigentlich, also Pferd frisst schon mal was von einem Baum, aber eigentlich ist das keine Giraffe. Das heißt, die ganze Haltung des Pferdes wird komplett verändert und das siehst du den Pferden in der Muskulatur halt an. Und der nächste Punkt, der dann halt aufgeht, ist, dass Pferde, die an Heuraufen gefüttert werden, den ganzen Tag stehen.
03:11:07 Wenn Pferde grasen, dann stehen sie nicht, sondern sie laufen den ganzen Tag beim Grasen, weil sie ja die ganze Zeit am Suchen von Futter sind. Das heißt, sie fressen ein bisschen was, dann gehen sie wieder ein paar Schritte. Dann fressen sie ein bisschen was, dann gehen sie wieder ein paar Schritte. Ein Pferd, das an der Heuraufe steht, steht halt zehn Stunden am Tag an der Heuraufe.
03:11:30 Das bedeutet, es bewegt sich nicht vorwärts. Es steht ein ganzer Körper, der dafür ausgelegt ist, sich immer zu bewegen, steht. Das merkst du in der Anfälligkeit für Koliken. Das merkst du in der Muskulatur.
03:11:43 Und da kommt jetzt die Hufbearbeiterin an der Stelle. Ich sehe das an den Hufen deines Pferdes. Ich kann dir an dem Abrieb der Hufe deines Pferdes sagen, ob dein Pferd zu wenig Bewegung hat und ob dein Pferd zu viel steht. Ich kann dir an dem Abrieb des Hufes deines Pferdes sagen, ob du ein Boxenpferd hast.
03:12:06 Weil du siehst, ob ein Pferd den ganzen Tag steht oder läuft. Weil der ganze Abrieb sich halt komplett verändert. Weil die ganze Art, wie der Huf liegt, sich komplett verändert, wenn der Huf nicht in der Menge quasi genutzt wird, wie es eigentlich halt genutzt werden sollte. Das ist einfach eine Problematik, die halt da ist.
03:12:30 Und da muss man halt schon sagen, also ich muss auch viel mehr bearbeiten als Hofbearbeiterin bei Boxenpferden, viel mehr. Und damit hast du halt auch einen drastischeren Eingriff alle sechs Wochen. Und eigentlich ist ja das Ziel, Pferde auf eine Art und Weise zu halten, die so halt natürlich ist und halt so gesund ist fürs Pferd, dass ich halt als Hofbearbeiterin eigentlich nur eine minimale Korrektur mache für halt das, was eben aufgrund davon, dass wir halt nicht...
Hufgesundheit und moderne Pferdehaltung
03:12:5803:12:58 alle möglichen Böden wie halt im Wilden Westen simulieren können. Aber ich meine, gute Paddock-Trails versuchen das. Also gute Paddock-Trails haben dann auch Kiesbette, Steinbette, haben an manchen Stellen Sand, an manchen Stellen Wiese, versuchen die Art des Bodens halt abzuwechseln, um diesen natürlichen quasi Abrieb zu unterstützen. Das heißt, im Optimalfall als Hufbearbeiterin will ich eigentlich nur ein bisschen nachkorrigieren.
03:13:24 weil die meisten Pferde auch einfach eine leichte Fehlstellung haben, um das halt ein bisschen quasi im Blick zu behalten und halt auch einfach bei Fehlstellungen oder bei Krankheiten reagieren und im Zweifelfall ein bisschen was wegzunehmen. Bei Boxenpferden geht das nie. Bei Boxenpferden muss ich immer den ganzen Hof korrigieren, weil der Hof keinen Abrieb hat und das Pferd einfach, es wird einfach nicht genutzt.
03:13:48 Und das ist super frustrierend. Vor allem, wenn man halt dann auch so Dinge lernt, wie, dass man zum Beispiel sagt, dass Pferde fünf Herzen haben, weil sie neben ihrem Herz auch vier Hufe haben und der ganze Hufapparat dafür ausgelegt ist, dass er sich quasi ausweitet und zusammenzieht, wenn das Gewicht des Pferdes auf dem Huf ist. Und dabei helfen die Hufe beim Laufen dem Pferd das Blut durch den ganzen Körper zu pumpen. Also wir tun Pferden wirklich Furchtbares damit an, dass sie in Boxen stehen.
03:14:17 Und dann kommen Leute mit Sachen um die Ecke wie, aber mein Pferd hat Angst in der Dunkelheit. Okay, dann kauf ihm ein Nachtlicht für den Paddock-Trail. Nein, Mira, liegt es an der Domestizierung, dass so viele Pferde Allergien haben?
03:14:57 Es liegt einerseits, also es kommt ein bisschen darauf an, was für eine Allergie. Also das Häufigste, was bei Pferden ja auftaucht, ist mittlerweile Equines Asthma. Das ist ja eine quasi, das ist eine Lungenerkrankung und eine, ja, so eine Heustauballergie eigentlich. Und das kommt halt wirklich daher, wie halt auch schon beschrieben wird, vom Heustaub.
03:15:25 Und Boxen und Stallgassen sind halt extrem krasse Staubentwicklungsorte. Also du musst ja nur mal selber, wenn du im Pferdestall bist und mal so einen Heuballen quasi, in so einen Heuballen hineinfest oder selber mal dein Gesicht in so einen Heuballen hinein tust und den hier machst. Und dann guck mal, wie du hustest.
03:15:47 Und dem sind Pferde den ganzen Tag beim Fressen ausgesetzt, wenn sie halt nur auf Heu stehen. Also klar entstehen daraus halt lungenbezogene Erkrankungen. Das heißt, Pferde, die auf Weide stehen, haben halt weit geringe Probleme mit Sachen wie Äquine im Asthma als Pferde, die halt nur auf Heu oder in Boxen stehen. Und dann gibt es halt noch andere Extremfälle. Es gibt sozusagen die sogenannten Sommer-Eksthema. Das ist eine Allergie auf den Speichel von Stechmücken und Insekten.
03:16:18 Und diese Allergie ist so schlimm, dass den Pferden nicht nur das Fell an den Stellen ausfällt, sondern die richtige Fleischwunden davon bekommen, weil sie sich komplett wundscheuern und ihnen teilweise der ganze Rücken komplett blutig wird. Und es gibt halt Pferderassen, die sind da besonders dafür quasi prädestiniert und Pferderassen, die haben es weniger. Und die zwei Pferderassen, die ich kenne, die ist am...
03:16:47 öftesten bekommen, sind Island Ponys und Friesen.
03:16:52 Und das ist halt richtig eklig, weil Pferde-Extrema sind halt basically, also es wird halt oftmals mit einer Sonnenallergie verwechselt, aber es ist eigentlich keine Sonnenallergie, sondern es sind eigentlich die Stechmücken quasi das Problem, die halt kommen. Das ist der Speichel der Stechmücken und dann die UV-Strahlung auf dem noch on top, ja. Aber das sind halt dann so Pferde, die auf der Weide stehen, wie so kleine Ritterpferde, komplett eingepackt von oben bis unten, damit sie trotzdem sein können.
03:17:19 Und bei Island-Ponys ist es jetzt zum Beispiel so, ich weiß nicht, ob ihr das wusstet, aber Pferde dürfen nicht nach Island importiert werden. Du darfst Pferde nur aus Island exportieren, du darfst sie nicht nach Island importieren. Und diese Regelung ist etwas einzigartig und hat damit zu tun, dass auf Island die Ponys teilweise noch sehr wie früher gehalten werden. Das bedeutet, im Frühling und Sommer und Herbst sind die Pferde oftmals bei ihren Besitzern.
03:17:46 Und werden für Arbeit eingesetzt oder geritten. Und über die Wintermonate werden sie freigelassen, damit sie halt über die Wintermonate selber ihr Futter suchen und finden, weil die Leute früher das nicht geschafft haben, die Pferde quasi über den Winter zu ernähren. Und die Pferde einfach selber bessere Überlebenschancen im Schnee hatten. Und im Frühling fängt man sie quasi wieder ein. Das heißt, viele Isländer leben sehr frei oder so halb wild. Und damit diese Population halt geschützt wird, aber auch, um keine Krankheiten zu importieren, darfst du keine Pferde nach Isländern.
03:18:15 Island importieren. Das bedeutet halt aber auch, dass die Pferde halt auf Island ein bisschen so eine Inbreeding Story haben. Und Island hat halt im Verhältnis sehr, sehr viel weniger Insekten als zum Beispiel Zentraleuropa. Das heißt vor allem Island Ponys, die aus Island importiert werden.
03:18:36 also exportiert werden und nach Zentraleuropa eingeführt werden, entwickeln innerhalb der ersten ein oder zwei Jahre ein schlimmes Sommerextrem, also eine Allergie auf Insekten, weil sie halt plötzlich, weil ihr Körper plötzlich in einer Menge mit quasi Stechmücken und Speichel quasi konfrontiert ist, wie er nicht hinbekommt, nicht schafft. Deswegen würde ich euch, wenn ihr...
03:18:58 über einen Island Pony nachdenkt. Das sind ganz tolle Pferde. Ich würde euch immer raten, einen Island Pony aus einer quasi, also aus einer bereits zentraleuropäischen Haltung zu holen und nicht einen Island Pony aus Island zu importieren, weil das Risiko für den Sommer extrem echt hoch ist. Und das Problem ist, du kannst sie nicht zurückschicken. So du hast dann dieses Pferd, dem Pferd würde dann das Zurückziehen nach Island.
03:19:23 Super gut tun, aber es darf nicht mehr zurück, weil auch Pferde, die aus Island exportiert wurden, dürfen nicht mehr zurück nach Island. Es ist für diese Pferde ein One Way Ticket und du holst sie halt potenziell in ein Leben mit Sommer X10.
03:19:46 Ich kann den Head gegenüber dir nicht verstehen. Ich steuere seit zwei Wochen ab und zu meinem Stream rein und finde den Content sehr nice und ich bin als Person sehr sympathisch. Verstehe nicht, woher der Head kommt. Ich bin die schlimmste Person der Welt, Sensei. Ich bin eine männerhassende, gesellschaftszerstörende Linksextremistin und ich bin Reitlehrerin und bilde meine Reitschülerin zu linken Terroristinnen aus.
03:20:12 Warte nur drauf, dann kommt die Pferdekavallerie und stürzt den deutschen Staat. Pferdegulas schmeckt sehr lecker, habe ich auf Haiti gegessen. Ich habe, ich glaube, einmal in meinem Leben Pferd gegessen. Es gibt, glaube ich, es gibt eine italienische Salami. Ich bin mir aber gerade nicht sicher, ob die aus Pferd oder aus Esel ist. Aber sonst kein Plan. Also ich esse.
03:20:53 Kein Pferd. Aber freut mich auf jeden Fall, dass du was gefunden hast, was dir schmeckt. Warum kann man den Heuraufen denn nicht so konzipieren, dass sie sehr niedrig rausrupfen müssen? Das versucht man, so gut wie es irgendwie geht. Aber das Problem ist ja, dass die Heuballen ja selber schon eine Höhe mitbringen. Wozu sind eigentlich Hufeisen? Braucht man die wirklich? Nein.
03:21:32 Du brauchst keine Hufeisen. Es gibt eine Ausnahmesituation, in der ich sage, ich kann verstehen, dass Leute Hufeisen nutzen. Das ist zum Beispiel in der Forstwirtschaft.
03:21:50 Also wenn Pferde wirklich massive Gewichte tragen müssen und gleichzeitig aber auch einen Schutz bei wirklich besonders herausfordernden Terrain brauchen für ihr Hofmaterial und damit sich das halt nicht so krass abnutzt. Und da verstehe ich, dass Eisen genutzt werden, weil mir fällt kein Klebebeschlag ein, der diese Kräfte aushält, wenn so ein norwegisches Kaltblut sich in den Boden stemmt, um einen Baum zu ziehen. Aber abseits davon braucht ein Pferd keine.
03:22:20 Hufeisen. Und wenn Pferde Probleme haben und sensibel sind auf den Beinen und deswegen aufgrund von härterem Boden mehr Schutz brauchen, sollten sie erst recht keine Hufeisen bekommen, weil Hufeisen geschlagen werden. Und das allerletzte, was du bei einem eh schon geschädigten und schwachen Material haben möchtest, ist noch Nägel reinzuhauen. Das heißt, bei sowas empfehle ich dann entweder einen Klebebeschlag oder Hufschuhe. Hallo Kakerlake.
03:23:01 Also Heubahn ist ein Heubahn, ein großes Loch im Boden mit Felder drunter, die weiter der abgefressen ist, den Rest weiter anhebt.
03:23:12 Ach so, sowas meinst du? Ja, das ist halt, oder man versucht halt einfach den Heuballen, also ich meine die optimale Lösung, das leichteste, was man halt eigentlich machen kann und was halt am sinnvollsten wäre, wäre einfach zu schauen, dass die Heuraufe so tief wie möglich gelegen ist. Also das macht halt einfach sehr, sehr, sehr, sehr viel Sinn. Das ist halt Punkt eins. Und das andere wäre halt einfach drauf zu schauen, dass die Pferde einfach so wenig wie möglich auf Heu stehen müssen.
03:23:41 Also, dass du quasi, dass du einfach die Pferde die meiste Zeit auf Weide stehen hast und halt nur über die Wintermonate auf Heu hast, dann ist das nicht so ein Problem. So, mein Pferd steht auch im Winter auf Heu, obviously, weil da wächst kein Gras. So, was will man denn machen? Was mit bergigem Gelände und mit vielen Steinen, Klebebeschlag, Hofschuhe? Ja, war das. Also, mir fällt, also irgendwo, wo Pferde was massiv ziehen müssen halt, ne?
03:24:55 Hufschuhe sind super, wenn auch deutlich teurer als meine Schuhe. Ja und nein. Also ich würde da ein bisschen widersprechen wollen, wenn ich das so sagen darf. Hallo Kapgav. Und zwar würde ich da deswegen auch widersprechen wollen, weil folgendes. Also Hufschuhe wirken jetzt erstmal so, als wären sie sehr viel teurer. Aber wenn du es vergleichst quasi mit einem anderen Hufbeschlag, ist es ja so, dass sogar, egal ob du das Hufeisen...
03:25:24 drauf knallst, also hämmerst oder ob du einen Klebebeschlag drauf hast. Das Pferd nutzt den ja durchgehend ab, weil du ihn nicht abnehmen kannst. Die meisten Pferde bräuchten aber gar nicht den ganzen Tag einen Hufschutz, sondern brauchen den Hufschutz eigentlich nur, wenn wir sie irgendwo in schwieriges Gelände mitnehmen.
03:25:44 Und vor allem dabei reiten. Das heißt, die allermeisten lassen ihre Pferde dann beschlagen, weil sie mal Asphalt reiten, also auf Asphalt reiten, weil sie mal über Asphalt gehen, weil sie mal über einen Kieselsteinweg quasi reiten. Jetzt ist natürlich immer die Frage so ein bisschen, wie viel pro Woche sitzt du denn jetzt wirklich auf dem Pferd?
03:26:05 Also wie viele Stunden reitest du denn wirklich? Und in der Realität ist es ja meistens so, dass die meisten Menschen einmal die Woche zum Reiten kommen, wenn überhaupt. Schon krass, wenn du zwei oder dreimal die Woche reiten gehst. Aber sogar, wenn du viermal die Woche oder fünfmal die Woche reiten gehen würdest und jedes Mal mit deinem Pferd über Asphaltboden gehst, dann hast du insgesamt was.
03:26:28 vier, fünf Stunden die Woche, in denen dein Pferd wirklich über Asphaltboden rennt. Und dafür beschlägst du dein Pferd aber 24-7 und lässt es 24-7 Eisen tragen, die aber sich durchgehend abnutzen, solange das Pferd auf ihnen läuft. Und da sind halt Hufschuhe meiner Meinung nach eine wesentlich bessere Alternative, weil du dir den Pferden einfach anziehen kannst, wenn du mit dem Pferd auf Boden gehst, der problematisch ist.
03:26:54 Und sie sich halt dann auch nur dadurch abnutzen. Auf der Weide, im Paddock-Trail, auf einer anderen Strecke nutzen sie sich auch nicht ab. Das jetzt, sie kosten zwar in der ersten Anschaffung mehr als die Hufeisen, aber die Hufeisen musst du nach sechs Wochen wechseln. Oder solltest du nach sechs Wochen wechseln. Die Schuhe bleiben dir meistens ein, zwei Jahre erhalten, wenn du dich halt anständig um sie kümmerst und jetzt nicht, keine Ahnung, was damit halt veranstaltest.
03:27:19 Und gleichzeitig machen sie dir nicht das Hufmaterial kaputt. Also Hufschuhe sind schon richtig geil. Du musst es halt richtig, also ich glaube bei Hufschuhen ist halt so ein bisschen das Problem, es gibt halt um die 50 verschiedene Marken und Modelle. Und du musst halt wirklich Schuhe suchen, die auf den Huf passen. Weil sonst entstehen halt so Probleme, wie dass die Pferde die Schuhe verlieren in höheren Gangarten. Oder wenn der Boden schlammiger wird oder dass es halt reibt. Das heißt, ich würde halt Hufschuhe als Laie nie einfach so kaufen.
03:27:48 Sondern ich würde da immer jemanden, einen Hofbearbeiter, der sich damit auskennt, damit kommen lassen und unterschiedliche Modelle ausprobieren, um zu gucken, was wirklich geht. Ich meine, ich hatte drei ganze Tage nur Hofschuhunterricht. Drei ganze Tage Seminar nur Hofschuhunterricht. Und trotzdem würde ich mich hinsetzen und sagen, also Hofschuh, ja, da würde ich mich mit einer Kollegin quasi austauschen und mir auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen.
03:28:18 Aber ja, es sind auch vier, nicht nur zwei, das ist richtig. Ja, Music Man. Hallo der helle Bade. Ich glaube nicht, dass man das so pauschalisieren kann, aber was kostet denn circa so ein Pferd monatlich an Unterhalt? Also das Spannende ist eigentlich, dass Pferde, was Futterkosten angeht, monatlich günstiger sind als ein durchschnittlich großer Hund.
Kosten und alternative Haltungsmodelle
03:28:4203:28:42 Das, was bei Pferden sehr teuer ist, sind die Einstellgebühren. Also ein Pferd, es kommt ein bisschen drauf an, wo du jetzt, wie, wo, was machst. Aber du kannst halt sagen, ein durchschnittliches Pferd, also ein Pferd mit so 500 bis 600 Kilogramm frisst in etwa zwischen 12 und 14 Kilogramm Heu am Tag, wenn wir es jetzt mit Heu berechnen.
03:29:09 Großer Heuballen, mit quasi, also so ein großer Heuballen, je nachdem, mit welcher quasi Presshärte der gepresst wird, das macht ja nochmal einen großen Unterschied, aber die haben in der Regel zwischen 250 und 350 Kilogramm und je nachdem, wo du den halt kaufst, zahlst du zwischen 20 und 40 Euro für so einen Heuballen. Damit kannst du dir in etwa ausrechnen, wie viel ein Pferd an einem Heuballen fressen kann. So das Hundefutter ist 3000 Mal teurer.
03:29:38 Und dann kommen halt noch Sachen dazu, wie halt Mineralfutter und potenziell Kraftfutter. Also je nachdem quasi, was du für ein Pferd hast, was für eine Rasse und wie hoch die Belastung ist. Reden wir dann von zum Beispiel Luzerne oder Espersette oder Heukops oder Hafer oder da nochmal der Unterschied zwischen Schwarzhafer, Goldhafer, gemischten Hafer.
03:29:59 Jada, jada, jada, jada. Dann kommt das Mineralfutter mit drauf. Magnesium, Zink, Selen, potenziell eine Biotin-Mischung. Das ist so quasi die Futtergeschichte. Das ist aber alles eigentlich relativ gut machbar und in Ordnung. Dann hast du die Einstellgebühren. Die Einstellgebühren kann ich dir basically nicht sagen, weil es kommt darauf an, in welchem Land du lebst und in welcher Gegend du wohnst. In Brandenburg waren die Einstellgebühren im Durchschnitt pro Pferd bei so circa 400 bis 500 Euro im Monat. Also nur quasi für...
03:30:28 Das Grundheu, die Grundversorgung und der Platz, wo sie stehen. In München habe ich gelesen, gehen die Einstellgebühren, also die Preise teilweise ab 900 Euro los. Was ja wie Mietpreise in München. Aber man könnte trotzdem drüber nachdenken, sich eine eine.
03:30:42 Pferdebox zu mieten in München ist immer noch günstiger als ein Zimmer in einer WG. Das heißt, das ist quasi dort die Devise. Und dann kommen halt auf solche Sachen Dinge drauf wie die Hufbearbeitung. Die sollte alle sechs bis acht Wochen stattfinden. Ein Hufbearbeiter oder ein Hufschmied nimmt im Durchschnitt für normal große Pferde, also nicht Kaltblüter, zwischen 35 und 50 Euro für die Behandlung. Wenn du Eisen drauf hast, kommt der Preis der Eisen drauf.
03:31:10 Das ist wie gesagt alle sechs bis acht Wochen. Im Winter eher alle acht, im Sommer eher alle sechs.
03:31:16 Dann kommt im Optimalfall zwei bis dreimal im Jahr eine Wurmkur. Die kostet zwischen 20 und 50 Euro, je nachdem, welche Wurmkur du hast. Dann kommt einmal im Jahr die Impfungen. Also da macht es auf jeden Fall Sinn, so die Grundimmunisierung zu haben. Und mittlerweile würde ich den meisten Leuten raten, auch Westnil impfen zu lassen. Da weiß ich aber nicht auswendig, was das kostet. Dann würde ich mir auf jeden Fall eine Haftpflichtversicherung suchen und eine Krankenversicherung, die auch Operationen und Zinsen
03:31:45 Zahnbehandlungen mit einbezieht, dann kommt einmal im Jahr zumindest ein Zahnarztkontrolltermin, weil Zähne massive Probleme bei Pferden machen können. Und ja, das Positive ist, so ein Sattel, wenn du den anständig pflegst, hält 20 Jahre. Das heißt, den kaufst du dir zumindest nur einmal. Ich glaube, Haftpflicht bei Pferden ist auch eine Pflichtversicherung in Deutschland. Hallo Kassandra.
03:32:23 Also ich würde sagen, alles zusammengerechnet zwischen...
03:32:32 500 und 700 Euro im Durchschnitt in Deutschland. Deswegen würde ich den meisten Leuten, die überlegen, wegen eigenem Pferd und so weiter, auch einfach immer raten, erstmal nach einer Reitbeteiligung Ausschau zu lassen, also Ausschau zu halten. Weil Reitbeteiligungen kriegst du halt teilweise um 20 Euro. Wirklich um Appel und Nei, 40, 50 Euro. Da hast du dann im Endeffekt eine Vereinbarung mit einer Pferdebesitzerin oder einem Pferdebesitzer und darfst dann unter quasi
03:33:01 regelmäßig mit dem Pferd halt Dinge tun. In der Regel sind Reitbeteiligung tagesbezogen. Das heißt, ich kenne einige Leute, die Reitbeteiligungen haben und die dann zum Beispiel immer samstags und sonntags oder immer montags und samstag zum Pferd fahren können und dann halt im Endeffekt.
03:33:20 Das ist wie ihr eigenes Pferd. Pflegen, reiten, putzen, spazieren gehen, füttern, alles drumherum. Es ist halt nicht dein Pferd, aber du kannst halt so eine richtige Bindung und eine Beziehung aufbauen und das Tier halt auch zu dir. Und dadurch, dass Pferde halt ein Arsch voll Arbeit sind und die meisten Leute volle Kanne arbeiten müssen, damit sie sich ein Pferd leisten können und nicht alle mit Pferden arbeiten, um sich ein Pferd leisten zu können, so wie ich.
03:33:43 suchen die meisten Leute für ihre Pferde auch Reitbeteiligungen, damit die Pferde eben nicht nur ein oder zweimal die Woche quasi bewegt und betütelt werden, sondern halt öfter. Ich habe ja mich auch zum Beispiel entschieden, ganz bewusst in der Pferdeindustrie, also in dem Pferdebereich quasi, meinen Job zu suchen, weil ich halt das Privileg habe, als Pferdetrainerin mein Pferd for free einstellen zu können. Ich zahle keine, ich zahle keine...
03:34:10 Stallmiete, weil ich auf dem Hof arbeite, wo mein Pferd steht. Ich zahle nur Futter und damit ist quasi sind meine Fixkosten für mein Pferd in Brandenburg waren es circa 600, 650 Euro. Und jetzt sind meine Fixkosten für mein Pferd bei, wenn nichts ansteht, keine Impfung, kein gar nichts, sondern nur quasi Kraftfutter und so weiter. 40 Euro im Monat.
03:34:44 Ich glaube, so was. Mein Pferd ist günstiger als mein Hund. Wurmkorps gibt es bei uns nur bei Befall mit der selektiven Entwurmung. Ja, da scheiden sich die Geister. So war ich früher auch mal. So bin ich nicht mehr. Möchtest du die Geschichte hören oder soll ich dich in Ruhe lassen?
03:35:04 Gibt es eine Pferdesteuer? Da, wo ich bin, nicht. Da in Deutschland glaube ich auch nicht. Keine Ahnung, wie es in anderen Ländern potenziell ist.
03:35:18 Quasi ein Internetanschluss, ja. Aber man darf halt auch nicht vergessen und ich glaube, das muss man, also das kommt noch dazu, ich zahle keinen Reitunterricht, weil ich selber Pferdetrainerin bin. Ich zahle keine Hufbearbeitung, weil ich selber Hufbearbeiterin bin. Ich arbeite auf dem Hof, also mir kommt mein Pferd halt auch deswegen so günstig, weil ich halt, also eine der teuersten Sachen ist die Hufbearbeitung, weil die halt alle sechs Wochen stattfinden muss. Ich mache die selber.
03:35:47 Also ich habe zum Beispiel bei dem ersten Hof, wo ich war, wurde auch nur selektiv entwurmt. Das heißt, es wurde ein oder zweimal im Jahr wurden schön, so wie man das macht, Stuhlproben genommen, durfte jeder quasi Pferdeäpfel von seinem eigenen Pferd in schönen Säckchen einwangen und dann wurden sie eingetütet und ins Labor geschickt und dann wurde auf quasi Wurmbefall getestet. Und das hat...
03:36:12 dazu geführt, wurde Wurmbefall getestet und dann wurde halt nur bei den Pferden entwurmt, die einen hohen Wurmbefall haben. Und so habe ich das oder kannte ich das dann quasi auch, dass das so gemacht wird. Und dann bin ich auf einen anderen Hof halt umgezogen und dort war halt verpflichtende Maßnahme, nein, alle Pferde werden dreimal im Jahr entwurmt, alle. Und das ist dort entstanden, weil meine damalige Trainerin erzählt hat,
03:36:39 dass sie in ihrem Leben einmal ein Fohlen an einem Wurmbefall sterben hat sehen und sie das nie wieder haben möchte. Und das ist dort quasi entstanden, weil das Pferd, also dieses Fohlen halt nicht...
03:36:54 automatisch und auch die Mutter und auch die anderen in der Gruppe, also die jungen Pferde haben zwar quasi ihre erste Wurmkur bekommen, aber die restlichen Pferde nicht. Das heißt, das Fohlen hat quasi die dann diese standardmäßige erste Entwurmung bekommen. Und dann waren aber andere Pferde in der Gruppe, die halt Würmer hatten und nicht positiv getestet haben auf den Würmbefall.
03:37:15 Und dann hat das Pferd, also das Fohlen aber nicht regelmäßig eine neue Wurmkur bekommen, sondern hat einfach so ein Pferdeprobe, also quasi Proben genommen. Nun das Problem mit vielen Wurmarten ist, dass du die nicht verlässlich im Kot nachweisen kannst. Das heißt, es kann zum Beispiel immer mal sein, dass das Pferd Probleme in der Verdauung hat und der Kot der Würmer, also die Eier der Würmer nicht im Kot zu finden sind oder die Würmer quasi nicht im Kot zu finden sind.
03:37:42 Du kannst es mir erstmal da drüben hinpacken. Irgendwo, wo die Karze nicht rankommt. Ich hole es mir gleich. Ich danke dir. Danke, danke, danke.
03:37:54 Dankeschön. Was würde ich sagen? Genau, das heißt, du hast halt quasi einen Falschtest in dem Sinne gehabt und du konntest die Würmer aber im Kot nicht nachweisen. Und sie haben halt nicht gewusst, was los ist, weil das Pferd halt, also das Fohlen halt immer weiter abgenommen hat, immer weiter abgebaut hat und dann hat es angefangen umzufallen.
03:38:16 immer wieder umzufallen. Und dann haben sie schon vermutet, dass es irgendwas Neurologisches hat und haben einen Tierarzt kommen lassen und alles drumherum und nochmal testen lassen, nee, Wumpefall negativ. Und dann haben sie eine quasi Untersuchung gemacht, auch wegen Magen, ich weiß nicht, ob ihr vergessen habt, wie das heißt, so eine Magenskopie im Endeffekt.
03:38:38 Und du hast einfach bei der Magenskopie die ganzen riesigen ausgewachsenen Würmer gesehen, die in diesem Magen drin sind, weil dieses Pferd, dieses Fohlen halt komplett bis oben hin verseucht war mit Würmern und die dir wirklich an der Kamera entgegengekrochen sind. Aber der Test war halt immer noch negativ. Und das war so schlimm, dass sie dieses Pferd halt nicht mal auf einmal entwurmen konnten, weil halt der Tierarzt gesagt hat, dass so viel, das ist so ein kleines Tier.
03:39:07 Also vorhin noch, wenn du, das ist so voll mit Würmern, wenn du das jetzt so entwurmst, dass diese Würmer alle sterben, hast du halt ein Risiko auf einen quasi antiseptischen Schock, weil du halt lauter totes Würmermaterial überall in diesem Körper hast und der Körper das ja auch irgendwie ausscheiden muss. Und ich dachte mir damals dann, okay, das ist ja eine komplette Horrorgeschichte. What the fuck, aber wie oft kommt das schon vor?
03:39:33 Gut, ich habe mich dann natürlich trotzdem an die, ich habe mich dann trotzdem an die Hofregeln halt gehalten. So, wenn die sagen, es wird entwurmt, dann wird entwurmt und habe das halt mitgemacht alles. Und dann kam dieser richtig beschissene Frühling letztes Jahr, wo mein Pferd innerhalb von...
03:39:51 eineinhalb Monaten um die 60 Kilo verloren hat. Und ich habe halt nicht verstanden, warum so was passiert. So mein Pferd hat mega viel Futter, frisst ganz normal. Es ist alles in Ordnung. So warum verliert mein Pferd hat wirklich ausgesehen mit fünf Jahren, als wäre sie 28 und würde auf den Schlacht erwarten. Das war eine Katastrophe.
03:40:11 Wirklich eine Katastrophe. Sie hat ihre Beine nicht mehr richtig gehoben, sie hat ihre Beine geschleppt, sie war total antriebslos, sie war langsam, sie war dünn, du hast die Rippen gesehen. Und ich war halt völlig fertig. Und dann habe ich den Tierarzt geholt und dann habe ich den Tierarzt nochmal geholt und dann habe ich den Tierarzt nochmal geholt. Der Tierarzt war siebenmal da. Nicht ein Tierarzt.
03:40:28 drei Tierärzte, weil mir kein Tierarzt sagen konnte, wo das Problem liegt. Und dann eine Physiotherapeutin und dann noch eine Physiotherapeutin. Und wir haben einfach nicht rausgefunden, wo das Problem liegt. Und Blutbild und Blutbild und Blutbild und großes Blutbild und noch ein Blutbild. Und dann haben wir auch eine Magenskopie gemacht. Alles super, weil dann schon die Vermutung war, ob sie vielleicht einen Tumor quasi im Magenbereich hat.
03:40:56 Ich habe 380 Euro dafür gezahlt, mir die Innenschleimwände von dem Magen meines Pferdes anzuschauen und mir Gastroskopie, genau, und mir sagen lassen zu dürfen, dass sie wunderschön aussehen. Und was es letztendlich war, war...
03:41:13 Eine nicht sitzende Wurmkur in Kombination mit einem minimalen Selenmangel. Der Selenmangel ist das einzige gewesen, was im Blutbild aufgetaucht ist, weil die Werte, ich habe das Blutbild zurückbekommen und alles war super, außer ein bisschen Selen. Und der Tierarzt war so, ja, also ein bisschen Selen füttern tut ihr gut, aber das kann nicht der Grund sein, warum sie so abfällt.
03:41:38 Ja, sie war verwurmt. Und das, obwohl sie eineinhalb Monate davor eine Wurmkur bekommen hat, aber die Wurmkur saß nicht. Also hat einfach die Würmer nicht abgetötet, hat nicht funktioniert. Und wir sind nur drauf gekommen, trotz Stuhlprobe, trotz Stuhlkontrollieren und so weiter, trotz Blutbild, trotz Tierärzte, weil wir aus quasi, meine Trainerin dort hat halt gesagt, drück eine Wurmkur rein.
03:42:02 frag den Tierarzt, aber drück eine Wurmkur rein, mach das. Und ich war so, ja, okay, war verzweifelt, okay, mach ich. Und der Tierarzt meinte, ja, kann man machen, so, probier. Und dann habe ich eine Wurmkur nochmal gemacht, also einen Monat, eineinhalb Monate nach der ersten, die ich saß. Und dann haben wir tote Wurmreste im Pferdekot gefunden. Und dadurch wussten wir dann,
03:42:22 dass sie verwummt ist, weil sie keine Spuren von Wurmeiern, keine Spuren von Würmern quasi im Kot nachweisbar war. Wir haben sie nicht gesehen, wir haben sie nicht gefunden. Im Blutbild war es nicht zu sehen. Und dann haben wir quasi aufgefüttert und haben zwei oder drei Wochen danach in Absprache mit dem Tierarzt nochmal eine Wurmkurr gegeben. Und dann hat sie ab dann ging es halt bergauf.
03:42:45 Dann hat sie noch einen Hautpilz entwickelt. Das ist ja noch das andere Problem, dass Pferde ja alle durchschnittlich, also eigentlich haben alle Pferde ja quasi so ein bisschen so einen Pilzbefall auf ihrer Haut im Sinne von ...
03:43:02 dass das Immunsystem durchgehend eigentlich diese Pilzerreger bekämpft. Und wenn das Immunsystem dann zusammenkippt aus gesundheitlichen Problemen, die woanders stattfinden, dann kriegen ganz viele Pferde halt eine quasi einen Hautpilz, weil das Immunsystem es nicht mehr schafft, sich quasi gegen die Pilzerreger zu werden. Das heißt, wir hatten dann on top of that noch das.
03:43:26 Und ja, war cool. Also hat wirklich, war amazing. Und seitdem bin ich komplett Team. Ich mach meine Wurmkur. Scheiß drauf, ich mach meine Wurmkur.
03:43:43 Dankeschön Kampfsocke für die 30 Monate und ganz viel Spaß hier weiterhin. Vielen, vielen, vielen lieben Dank. Dankeschön, Dankeschön. Ich kann leider, kriege ich es nicht lauter mit dem Mikrofon linear. Und bitte auch ganz wichtig.
03:43:59 Euren Hunden. Wenn ihr einen Hund habt, den ihr oft zum Reiterhof mitnehmt, wenn ihr einen Hund habt, die werden auch Pferdescheiße dort fressen, bitte entwurmt auch eure Hunde regelmäßig. Ein Hund, der regelmäßig auf den Pferdehof geht, muss öfter entwurmt werden als ein Hund, der keinen Kontakt zu Vieh hat. Egal ob Kühe, Schweine, Pferde, Schafe.
03:44:32 Hunde pferde fressen pferdeäpfel hunde fressen manche hunde fressen einfach gerne grundsätzlich tierscheiße von anderen tieren ja wir schon länger mal mit dem reiten anfangen aber hier werden alle in mega kleinen boxen gehalten und sowas möchte ich nicht unterstützen und beim züchter könnte ich sogar ein praktikum machen aber die bilden zum springen und ressort reiten aus und das mag ich auch nicht
03:44:58 Das Einzige, was mir halt sonst noch einfallen würde, wäre halt zu überlegen, ob du vielleicht jemanden findest, der auch kein Problem hätte, quasi sein Pferd als Reitbeteiligung zur Verfügung zu stellen, auch einer Anfängerin gegenüber. Also dann musst du aber ganz, ganz, ganz, ganz dringend angeben, dass du eine Anfängerin bist. Bitte verheimliche das nicht.
Empfehlung für Reitunterricht auf Anfängerpferden
03:45:2103:45:21 weil nicht alle Pferde sind Anfänger geeignet. Ich würde halt vielleicht mal nach einer Reitbeteiligung suchen, die auch bereit wäre, das Pferd für eine Anfängerin quasi herzugeben, wenn das unter der Voraussetzung passiert, dass man mit dem Pferd Reitunterricht nimmt und quasi Unterricht nimmt, um alles zu lernen. Das wäre halt so eine Idee, die ich hätte, was du probieren könntest. Dann könntest du quasi nach einer Reitbeteiligung suchen und dann quasi nach einer freien Trainerin schauen, die quasi...
03:45:49 zu deinem Hof, wo das Pferd steht, kommen würde, um Reitunterricht zu geben. Also ich kenne das sehr viel, dass Leute mit Reitbeteiligungen auch von mobilen Trainern quasi Reitunterricht nehmen.
03:46:04 Tatsächlich sind Würmer von Pferden nicht auf Hunde übertragbar. Das stimmt, dass quasi Würmer von Pferden nicht auf Hunde übertragbar sind. Aber du findest ja in dem Pferdekot, den die Pferde hinterlassen, nicht nur Pferdewürmer. Der Grund, warum ich das sage, ist, weil auf den Pferdehöfen oder generell überall, wo halt...
03:46:27 tierische Abfälle entstehen, hast du vor allem auch Wildtiere. Das heißt, das, wovor du deinen Hund schützen möchtest, obwohl sie Pferdekot fressen, sind nicht die Pferdewürmer, sondern Füchse.
03:46:39 Wildtiere suchen auch im Kot von domestizierten Tieren nach Nahrung, nach Resten, sind auf den gleichen Höfen unterwegs. Und das ist halt das ist halt eher das Risiko, dass du, dass dein Hund sich quasi über das Fressen von Tierkot auf einem Pferdehof oder bei einem Wald quasi in irgendwie in Kontakt kommt mit Parasiten, die zum Beispiel einen Fuchs befallen haben.
Risiken von Wildtierkot für Hunde auf Pferdehöfen
03:47:0803:47:08 Meine Frage eines ahnungslosen, englisches Reiten oder lieber Western oder den Stil abhängig davon, was man machen will, ich würde allen immer zum Westernreiten raten. Ich finde es schöner. Ich finde die ganze Philosophie dahinter schöner.
Vergleich: Westernreiten vs. Englischreiten
03:47:2403:47:24 Es gibt gute Reiter im Englischreiten, es gibt gute Reiter im Westernreiten, es gibt auch gute Reiter im, es gibt ja auch quasi noch den spanischen Reitstil, also den iberischen Reitstil viel mehr. Es gibt ja noch viel mehr, den gibt es die akademische Reitweise. Es ist ja, also ist ein Faust ohne Boden.
03:47:48 Sorry, aber ich persönlich finde das Western von den regulären Höfen oder die iberische Reitweise, das ist auch richtig cool. Das sind halt die Arbeitsreitweisen. Also im Endeffekt musst du dir halt vorstellen, das Western hat sich aus der iberischen Reitweise entwickelt und die iberische Reitweise und die Westernreitweise sind halt ...
03:48:07 Arbeitsreitweisen. Also das ist das, was quasi geritten und gemacht wurde mit Pferden auf Ranches, auf Höfen. Das heißt, es hat den Zweck, effizient und minimalinvasiv zu sein, eigentlich in seiner Grundidee und quasi mit dem Pferd als Team Aufgaben zu erledigen und auch viel so im Gelände unterwegs zu sein. Die englische Reitweise hat sich aus dem Militär entwickelt. Das heißt, der Hintergrund ist schon ein anderer und ich finde, den merkt man.
03:48:34 wenn man sich damit mehr auseinandersetzt. Hallo K-Moon. Hab Western-Stil geritten und die Leute haben gegen die Englischreitenden gemotzt und umgekehrt, aber irgendwie konnte keiner klären, warum. Soll ich dir erklären? Soll ich es dir erklären? Hallo K-Moon.
03:49:09 Also, Westernreiten ist ein sogenanntes Impuls quasi geben des Reiten. Das bedeutet, das werden die Englischreiter sagen, aber Englischreiten auch. Ja, für mein Verständnis nicht. Westernreiten baut im Endeffekt darauf auf, dass das Pferd lernt,
03:49:28 wenn ich quasi einen Impuls setze, dann soll das Pferd bitte diesem Impuls nachkommen, also nachgehen, bis ich einen Impuls setze, dass es wieder aufhören soll. Während das Englischreiten darauf aufgebaut ist, dass quasi Impulse konstant gesetzt werden und du quasi dem Pferd konstant den Befehl neu gibst. Also als Beispiel quasi...
03:49:53 Westernreiten wäre, wenn ich jetzt sage, ich reite im Schritt oder im Trab oder im Galopp vorwärts, sage ich quasi dem Pferd einmal, treibe ich an und sage, ich möchte ins Trab und das Pferd wird dann ausgebildet, so lange im Trab zu bleiben, bis ich es aus dem Trab wieder raushole. Beim Englischreiten ist es halt ein Trab, Trab, Trab, Trab, Trab und sobald du halt zum Treiben aufhörst, fallen die meisten Pferde zurück in den Schritt.
03:50:17 Weil sie halt lernen, nur auf das Treiben quasi zu arbeiten. Und sobald das Treiben wegfällt, als Hilfe hören sie auf. Das heißt, es ist für mich eine sehr...
03:50:27 anstrengende und sehr invasive Art des Reitens. Einer der Hauptdinge, die für mich aber vor allem ins Tragen kommen, ist, dass die Bodenarbeit im Englischreiten quasi keine Rolle spielt. Also die Bodenarbeit kommt halt komplett aus dem Westernreiten, aus der Horstmanship. Es nehmen Gott sei Dank jetzt immer mehr Englischreiter mit auf, aber man sagt halt immer, also es wird immer so scherzhaft behauptet,
Kritik an Bodenarbeit im Englischreiten
03:50:5103:50:51 Die besser ausgebildeten Pferde sind die Westernpferde, die besser sitzenden Reiter sind die Englischreiter, weil man ja angeblich im Englischreiten so viel mehr Sitzschulung machen würde. Das halte ich übrigens für Quatsch. Ich finde, dass die meisten Englischreiter genauso schlecht sitzen wie die meisten Westernreiter. Aber bei Westernreitern sieht es für das ungeschulte Auge oder vor allem für die Englischreiter so absurd aus, weil die Sättel ganz andere sind. Also ein Englischsattel ist halt im Verhältnis sehr leicht und die Steigbügel sind sehr kurz. Das heißt, Leute, die Englischreiter...
03:51:21 Reiten sehen oftmals aus, ein bisschen als würden sie kacken. I'm sorry, ich weiß, das ist gemein. Aber es sieht halt, nicht alle reiten mit komplett kurzen Steigbügeln, aber viele. Also beim Dressurreiten sehe ich das immer wieder. Vom Springreiten brauchen wir gar nicht anfangen. Westernreiter stehen eher im Sattel. Das heißt, man sagt immer, langes Bein, langes Leben.
03:51:41 Weil du halt einfach dadurch, dass du fast im Sattel stehst, weil deine Steigbügel so lang sind, hast du einen ganz anderen Halt im Sattel. Der Sattel ist auch einfach ganz, ganz anders geschnitten. Und dadurch finde ich es persönlich auch sehr viel angenehmer. Und du hast meines Erachtens nach auch einfach ein viel besseres Gleichgewicht. Es ist einfach angenehmer. Und Western wird normalerweise völlig am losen Zügel geritten. Englisch wird, wie sie nennen das?
03:52:09 über die Verbindung mit dem Maul geritten, über den Kontakt mit dem Maul. Und was man sich darunter vorstellt, ist, dass der Zügel durchgehend in einem Maß auf Anspannung ist, dass du angeblich das Pferd kauen spürst auf deinen Fingern.
03:52:28 Was das in der Praxis bedeutet, dem Pferd hängt die ganze Zeit hier und in der Hacke. Und dann braucht man mir auch nicht sagen, nein, das ist nur bei den nicht feinen Reitern so. Ich wusste bis vor einem Jahr nicht einmal, dass es so etwas wie Maulbutter gibt.
03:52:45 Was literally ein Produkt ist, das in der Englischreiterei wohl angeblich in jeden Koffer gehört und dafür da ist, bei den Pferden in den Maul auf der Seite das Maul einzuschmieren, damit es nicht rissig ist und quasi schmerzt, weil die Pferde so viel Druck die ganze Zeit in ihrem Gebiss haben, dass es normal ist, dass das mal aufreißt. Ich wusste nicht mal, dass es das gibt.
03:53:09 Das heißt, es ist einfach ein ganz anderer Umgang, was einfach den Druck vorne geht, weil sie dann, es wird dann halt immer wieder behauptet und quasi gesagt, ja, nee, aber in der guten Reiterei, bei den guten Dressurreitern quasi, da ist das nicht so, das soll nur ganz sanft sein, das soll ein leichtes, unterstützendes Reiten sein. Und dann sage ich halt, naja, aber guck mal.
03:53:29 Die meisten Leute, die reiten, die sind aber nicht auf Profi-Niveau. Und wenn ich mir das Profi-Niveau im Englischreiten anschaue, dann können wir hier auch nicht von einer feinen Hand reden. Also keine Ahnung, wo diese angeblich so feinen und liebevollen Dressurreiter sind, aber bei Olympia starten sie nicht. Also wird die Elite sich offensichtlich irgendwo verstecken. I don't know. Die meisten Leute, die diese Reitstile reiten, sind aber eben nicht Leute, die das professionell machen, sondern es sind halt Leute, die es lernen wollen.
03:53:57 Das heißt, ich würde Leuten immer zu dem der Reitweise raten, die, wenn sie nicht richtig ausgeführt wird, weniger Schaden anrichtet. Und Westernreiten im Durchschnitt, wenn es nicht richtig ausgeführt wird, richtet weniger Schaden an als ein Englischreiter, der so...
03:54:17 quasi an seinem Pferd zieht und der halt die ganze Zeit lernt, dass er den Kontakt zum Maul des Pferdes halten soll, während er aber die eigenen Hände noch gar nicht ruhig halten kann. Das heißt, du hast quasi dann hier so das Gebiss drin, dann hast du diesen Zwang auf den Zügeln und dann hast du aber Leute, die bei jedem quasi Gangwechsel von Schritt in Trab, von Trab in Galopp, den hier.
03:54:38 mit ihren Händen machen, weil ihnen die Muskulatur und das Gleichgewicht fehlt, um ihre Hände ruhig zu halten. Und während du das dann lernst und übst, reißt du aber an dem Maul des Pferdes rum. Und deswegen bin ich ein riesiger Fan vom Westernreiten, weil das Westernreiten, so wie ich es gelernt habe, und da gibt es auch schwarze Schafe, ist basically langer Zügel. Das heißt, meine Zügel hängen komplett. Komplett. Meine Zügel sind... Ich kann meine Zügel nehmen, auf den Hals meines Pferdes werfen und kann den hier machen und kann so reiten.
Invasivität im Englischreiten: Kritik an Zügelhaltungen
03:55:0703:55:07 Und das sollte eigentlich jeder Dressurreiter und jeder Englischreiter auch können. Aber aus Erfahrung heraus wird es nicht so viel gemacht, weil einfach ganz, ganz viel übers Maul gelenkt und übers Maul kontrolliert wird. Und ich finde, dass da, was ich heute in Schulen sehe, einfach die Beinarbeit, das Gleichgewicht, die Körperarbeit komplett vernachlässigt wird, weil man ja eh übers Maul das Pferd rüberreißen kann. Und deswegen, not a fan.
03:55:33 Sie werden dir alle sagen, nein, es ist ganz zart. Ich mache das ganz vorsichtig.
03:55:38 Bestimmt. Klar. Wisst ihr, es kann jedem mal passieren, dass man zu fest in die Zügel reinfasst oder dass man sich schreckt oder die Hand verreißt. Der Unterschied ist halt, mein Pferd läuft auf so einem losen Zügel, dass wenn ich aus Versehen meine Hand wegreiße, dann ist der Zügel immer noch lose. Bei einem Englischreiter, wenn der die Hand verreißt und das ist von Anfang an schon auf Druck, dann passiert das alles im Maul. Und deswegen bin ich da kein Fan von.
03:56:07 Es gibt auch Westernreiter, die scheiße reiten. Es gibt schwarze Schafe überall, aber ich glaube, fürs Reiten lernen und für Anfänger ist ein guter Westernstall, der dir Westernreiten beibringt, im Schnitt die schönere Erfahrung für die Pferde.
03:56:28 Ich habe beim Westernreiten gelernt, dass das Pferd durch Anliegen der Zügel an den Hals gelenkt wird und nicht durch Zug aufs Maul. Also basically hast du, wir sprechen beim Westernreiten quasi, sprechen wir beim Westernreiten quasi über sogenannte Türen. Also du kannst dir halt vorstellen, wenn du das Pferd so vor dir hast und du hast die Zügel quasi in der Hand, dann liegen die Zügel im quasi lockeren Zustand links und rechts am Hals.
03:56:56 Und die Westernpferde werden so ausgebildet, dass wenn ich quasi eine Türe öffne, das heißt ich mache meine Hand nach rechts auf, dass dann quasi diese Anlehnung am Hals aufgeht und dann fällt quasi das Pferd in die Richtung hinein oder sollte nicht reinfallen, aber geht in die Richtung rein, wo aufgemacht wird. Das heißt du quasi längst beim Westernreiten, wenn du quasi normal abbiegst, längst du, indem du Türen öffnest.
03:57:21 Das heißt quasi, nach rechts reiten ist das hier, nach links reiten ist das hier. Und deswegen ist auch für Leute halt gerade Reiten lernen so schwierig am Anfang, weil die Westernpferde halt wirklich darauf quasi trainiert werden, dass deine Hände hier sind und dass du die Zügel zuhältst und Leute vergessen das dann und dann wandern die Hände immer weiter auseinander oder so oder so und dann fängt das Pferd an so zu laufen, weil es halt quasi keine Zügel an der Seite spürt und dann sagt, wo gehen wir hin?
03:57:50 Das ist quasi, also das ist eine Möglichkeit. Du hast aber auch das Biegen beim Westernreiten. Da würdest du tatsächlich auch...
03:58:00 Da würdest du tatsächlich einen Zügel auch annehmen. Also das bedeutet, dass du zum Beispiel dann quasi, wenn du deinen Zügel so lose hast beim Biegen, das heißt, dass dein Pferd quasi nicht, ich sage immer, wenn das Pferd die Banane macht, abbiegen ist quasi, das Pferd macht so und dann macht so und geht so. Und das Biegen ist quasi, wenn es sich wirklich reinlegt, wenn du einen Zirkel reiten möchtest. Da würdest du annehmen. Das heißt, ich würde quasi, ich habe meine beiden Zügel in der Hand, dann nehme ich die, beziehungsweise sind ja wirklich zwei Zügel beim Westernreiten, die überschlagen werden. Das ist nicht ein geschlossener Zügel.
03:58:29 nehme ich quasi diese Zügel mit einer Hand, nehme meine rechte Hand, fahre mit meiner rechten Hand den Zügel runter und die Pferde lernen halt schon, dass die spüren das, dieses Runterfahren und nehme dann unten quasi vorsichtig, also zum Kopf des Pferdes, nehme dort den Zügel an und ziehe den vorsichtig zu mir nach oben. Und die Pferde werden vom Boden aus quasi schon darauf vorbereitet, dass diese Bewegung, dieses am...
03:58:56 am Seil runterfahren und anziehen, bedeutet, bitte gib mir den Kopf. Das heißt, es ist wirklich ein Hallo, ich komme, bitte gib mir den Kopf. Und die Pferde fangen dann schon an, wenn du nur am Zügel runterfährst, den Kopf zur Seite zu geben, weil sie halt wissen, alles klar, wir gehen jetzt nach rechts. Und darüber stellst du sie. Und das ist halt eigentlich der Umgang, wie du da halt umbiegst. Und beim Englischreiten hast du halt durchgehend diesen Druck drauf und quasi hast du halt durchgehend diese Verbindung zum Maul, von der halt gesprochen wird.
03:59:25 Ist eben nicht auch Dressurreiterin, wer ist denn M? Was ist eure Meinung zu den Zeugen Jehovas vor der Tür? Das geht mir sehr auf die Nerven. Aber ich habe in meinem Leben, glaube ich, auch nur ein einziges Mal Zeugen Jehovas vor der Tür gehabt. Also. Hallo Herr Kieper, du hast zur Zeit die Feierabend gemacht. Beide Zügel weg ist dann, also abheben. Ich bin das Jugendliche zehn Monate geritten, aber es war definitiv die etzendere Schule. Ich habe auch mit der etzenderen Schule angefangen.
Einführung in Grundlagen des Westernreitens
04:00:0104:00:01 Gibt es eigentlich noch die Tölt- oder Passgangart? Ja, natürlich gibt es die noch. Die ist nicht ausgestorben, wenn du das meinst. Hallo Leoli, ein schönes. Wenn du anziehst, wo ist dann der Unterschied zwischen links und rechts? Achso, du meinst beim Biegen quasi.
04:00:25 Also du unterscheidest quasi beim Westernreiten, das ist mit einem Stuhl, ich liebe es. Du unterscheidest im Endeffekt beim Westernreiten übers Abbiegen und übers Stellen. Das heißt, das Abbiegen quasi ist einfach, ich mache auf, so.
04:00:40 Quasi mit der Hand. Dann weiß das Pferd, die Tür geht auf, ich gehe nach rechts. Und das Annehmen quasi ist was anderes. Das heißt, dann nehme ich quasi die Zügel in die Hand, fahre runter, heb an der Stelle hoch, warte, dass der Kopf rumkommt, solange ich den Kopf hier bei mir haben möchte und lasse dann wieder fallen. Und dann weiß das Pferd, alles klar, wir biegen uns jetzt. Das ist eine andere Übung. Das heißt, das Pferd macht quasi, wenn du das Pferd von oben so betrachtest und es läuft so, Abbiegen ist quasi das hier. Und das Annehmen und Stellen ist das hier. Das heißt, das Pferd stellt sich wie eine Banane.
04:01:09 im Zirkel, im Kreis quasi hinein. Das heißt, die Vorderhand und die Hinterhand, also die Vorderbeine und die Hinterbeine kommen quasi mehr hinein und der Bauch kommt mehr hinaus, wenn du so möchtest, weil es sich ja...
04:01:22 Der Bauch kommt mir hinaus, das ist eigentlich auch nicht richtig. Eigentlich kommt der Bauch nach oben, weil über diese Übung quasi die Pferde die Bauchmuskulatur anspannen. Das bedeutet, dass sie den Bauch nach oben heben, mit dem Rücken nach oben kommen und sich selbst zum Tragen anfangen. Da gehen wir jetzt ganz krass in die Anatomie hinein, weil Pferde im Gegend, also Menschen zum Beispiel, da ist es ja so, deine Beine quasi Beine und deine Arme.
04:01:45 Vom Skelett her, die liegen ja quasi mit so Kugelgelenken in den Schultern. Und bei Pferden ist es aber so, dass der Rumpf quasi hängt. Der Rumpf des Pferdes hat knochentechnisch, der hängt in Bändern und Sehnen. Und du möchtest halt bei einem Pferd, wenn du es gesund erhalten ist, reitest, möchtest du
04:02:07 die Belastung im Endeffekt von den Bändern und den Sehnern etwas wegnehmen und das Pferd über die Muskulatur dazu bringen, den Rumpf anzuheben, damit das halt sich selbst, aber auch den Reiter stützen kann. Das heißt, ganz viel in der Reiterei ist darauf ausgelegt, genau das beim Pferd zu machen, dafür zu sorgen, dass der Bauch hochkommt. Also das Pferd ist äquivalent zu quasi so einem...
04:02:29 Hohlkreuz im Endeffekt, wenn die Pferde rumlaufen und aussehen, als wären sie schwanger. Du möchtest halt, dass sie die Muskulatur vom Bauch und hier halt anspannen und hochkommen und den Rücken so ein bisschen anheben, weil dann fängt das Pferd an, sich und den Reiter über die Muskulatur zu tragen und nicht halt wie so eine Ente durch die Gegend zu watscheln. Und da fängt dann eigentlich das erstes richtige Reiten an.
04:02:53 Ich nehme beim Anziehen nur einen Zügel, genau. Das heißt, ich habe quasi, hier ist meine, hier ist die, wenn ich jetzt hier so auf dem Pferd sitzen würde, hier ist quasi die Ruheposition meiner Hände. Und wenn ich jetzt abbiege, dann behalte ich quasi meinen Zügel in der einen Hand. Kann auch, wenn es mir hilft, quasi so reingreifen, dass ich dann den Zügel in der einen Hand behalte. Und dann nehme ich die Hand in die Richtung, in die ich reiten möchte. Also zum Beispiel, wenn ich nach rechts reiten möchte und fahre damit quasi am Zügel hinunter, also Richtung Pferdekopf.
04:03:22 packt, also merkt dann, spürt das Pferd das, nimmt dann diesen Zügel und zieht den Kopf zu mir nach oben. Das heißt, es ist keine Bewegung zur Seite. Ich ziehe quasi nicht das Pferd in die Richtung, in die ich möchte, sondern ich ziehe quasi den Zügel zu mir nach oben. Und dadurch quasi ist das, was passiert, ist, dass das Pferd vorne den Kopf nicht einfach zur Seite legt.
04:03:43 sondern quasi mir entgegenkommt und über diese Bewegung, dass wir quasi in den Kreis rein reiten, da kommt dann noch eine Schenkelarbeit dazu. Also das ist nicht gemacht über die Hände alleine. Dann kommt quasi die Schenkelarbeit noch dazu und damit holst du das Pferd quasi in die Kurve und über diese Kurve schaust du, dass du hinten die Hinterhand aktivierst.
04:04:03 Da ist jetzt Schenkelarbeit, damit das Pferd quasi die Hinterbeine überkreuzt und überkreuzt mit den Hinterbeinen seitlich zum Laufen anfängt. Das sind so Seitenübungen, die du zum Beispiel machen kannst und halt vorgreift. Und dadurch kommt die Muskulatur halt nach oben. Und das ist halt das Gymnastizieren, das du dann im Endeffekt machst. Und das kannst du alles vom Boden aus auch machen. Das ist halt der springende Punkt. Ich mache sowas mit den Pferden in der Regel ein, zwei, drei Monate vom Boden aus, ohne mich draufzusetzen, bis das Pferd das vom Boden aus kann und setze mich dann halt erst drauf.
04:04:32 Achso, achso, nee, nee, nee, Leoli, nee, nee. Ich sehe immer wieder in Videos, dass bei Stürzen die Leute die Zügel immer festhalten. Ist das richtig? Naja, also es kommt halt, also erstmal bei einem Sturz, sag ich mal.
04:04:57 bist du in einem Ausnahmezustand. Die wenigsten Leute haben beim Stürzen noch zu 100 Prozent eine Kontrolle, was passiert. Und vor allem, also wenn du merkst, dass du stürzt, die Leute kriegen halt Panik und suchen halt nach was, wo sie sich festhalten können. Und Englisch-Sättel haben halt auch nichts zum Festhalten. Beim Western-Satteln hast du halt ein super cooles Westernhorn, an dem du dich halt festhalten kannst. Das hilft halt massiv. Beim Englisch-Reiten halt nicht. Das heißt, die Leute halten sich an dem fest, was sie haben. Und das sind die Zügel.
04:05:24 Das ist halt dann das, was passiert. Wie oft reitest du am Tag so? Manchmal zwei Wochen gar nicht, weil ich nur Bodenarbeit mache. Manchmal fünfmal. Das ist halt mein Job. Es kommt immer ganz stark quasi drauf an, was ich gerade für Kundenpferde habe. Und so manchmal sitze ich auch wirklich zwei Wochen gar nicht auf dem Pferd. Und vor allem, wenn ich halt auch nur Unterricht gebe oder halt nur Sachen korrigiere und stehe halt nur daneben.
04:05:58 Ich kann, ich hab die Privilegien, dass ich bei meinem Job teilweise grocken kann. Wie cool ist das denn? Bester Job.
04:06:07 Ich habe so lange gequatscht heute, ne? Katastrophe. Ich habe so, so, so, so, so, so lange gequatscht. Heute war auch wirklich arbeitstechnisch, war echt ein Scheißtag. Heute war arbeitstechnisch wirklich ein richtig beschissener Tag. Und ich merke halt voll, dass mir diese Ruhe und die Entspannung von den anderen Tagen fehlt, von denen ich immer so viel rede, dass ich die halt so genieße. Quasi dieses, ähm...
04:06:31 Also ich genieße es ja normalerweise, dann voll mich hinzusetzen und zu zocken und dann mich so fallen zu lassen. Und ich merke halt jetzt gerade volle Kanne, dass sich das quasi fallen lassen heute, um was zu zocken, mir ganz, ganz schwer fällt, weil ich wirklich einfach super angespannt bin immer noch von Arbeit. Ich habe das selten bei der Arbeit, die ich habe. Ich habe es wirklich, wirklich selten. Aber es gibt halt Tage, so wie heute, da habe ich es.
04:06:59 Also heute war wirklich, heute war echt anstrengend. Bei uns ist im Moment auch Horror, Stuten- und Fohlensaison im Hochpunkt. Ja, ich hatte heute, Lena, ich hatte heute in der Früh einen Einsatz, von dem ich heute in der Früh erfahren habe.
04:07:18 Und der Einsatz lief in etwa so ab. Hey Pia, wäre das okay, wenn dein Kollege XY das und das übernimmt und hast du Zeit, in den Nachbarsort zu fahren? Die müssen dort ein Pferd verladen, das sich nicht verladen lässt, aber die Besitzer wollen unbedingt heute mit diesem Pferd im Transporter fahren. Das war mein Start in den Tag heute. Das heißt, statt ganz entspannt und gemütlich irgendwie...
04:07:50 Im Brownpen meine Freiarbeit zu machen und so war mein Start. Alles klar, ich lerne das Nachbarspferd kennen. Und die heulende Besitzerin des Nachbarspferds. Dankeschön, History Nerd, für die 31 Monate und ganz viel Spaß hier weiterhin. Vielen, vielen, vielen lieben Dank. Dankeschön.
04:08:13 Ja, es ist ein Top-Einstieg, um mit einem Pferd zu arbeiten. Warum heulen? Naja, überfordert. Ich bin halt dort angekommen und die haben halt schon zwei Stunden versucht, das Pferd zu verladen, weil sie halt in den anderen irgendwie zu einem... Die haben das Pferd bei sich zu Hause stehen gehabt, jetzt soll das Pferd aber in irgendeinem Reitstall quasi. Und wobei ich da jetzt nicht so genau nachgefragt habe, weil das ist ja für mich letztendlich...
04:08:35 Ich wollte nur wissen, ist es ein klinischer Notfall oder nicht. Weil wenn es ein klinischer Notfall ist, dann muss das Pferd um jeden Preis rein. Wenn es kein klinischer Notfall ist, dann sage ich halt im Zweifelfall auch, hey Leute, also wirklich. Aber es war halt im Endeffekt, die wussten seit Wochen, dass das Pferd halt woanders hin muss. Haben halt voll verpennt, dass das Pferd nicht in den Hänger geht. Haben den Hänger angemietet, um das Pferd ...
04:08:58 quasi zum neuen Hof oder was das ist, zu bringen und haben dann zwei Stunden in der Früh das Pferd versucht, in den Transporter, also nicht Transporter, sondern in so einen Pferdeanhänger zu bekommen und das Pferd wollte nicht. Und es ist dann halt aus Überforderung dann halt so eskaliert, dass das Pferd halt gestiegen ist. Das heißt, die Besitzerin hat ihr Pferd das erste Mal von unten gesehen. So.
04:09:23 Und das war dann der Punkt, wo sie dann endlich angerufen und um Hilfe gebeten haben. Das heißt, als ich angekommen bin, war das Kind quasi schon in den Brunnen gefallen. Das Pferd war komplett geschwitzt. Du hast schon komplett das Weiß bei den Augen gesehen. Das Pferd ist schon gestiegen. Die Besitzerin hat schon geheult. Es war schon mega der Stress. Es war auch super zu hören, wir sind schon zwei Stunden im Verzug. Das sind dann die Sachen, wo ich gesagt habe, das habe ich ja vorhin auch erzählt.
04:09:50 Ich gehe und sage, das ist schön und gut, dass ihr quasi einen Zeitplan habt. Das Erste, was ihr jetzt macht, bevor ich hier irgendwas anfasse, das Allererste, was ihr jetzt macht, ist, ihr ruft jetzt den Besitzer von dem Hänger an. Ist mir egal, ob das ein Freund ist oder eine Firma. Und ihr sagt denen jetzt, dass ihr den Zeitplan nicht einhalten könnt und dass ihr den Hänger potenziell fünf Stunden später zurückbringt. Am besten morgen, weil ich kann ein Pferd verladen, aber ich kann nicht zaubern.
04:10:18 Und dann kommt meistens, meistens kommt dann quasi so ein na ja und und aber wir müssen so ja so entweder so oder halt gar nicht so, weil mit Zeitdruck geht erstmal gar nichts. Und da war dann schon die Reaktion war halt schon zu sehen, also da hatte ich schon, da hätte ich am nächsten schon wieder umgedreht.
04:10:36 Ja, gut. Katastrophe. Komplettere Katastrophe. Erstmal den Druck aus dem Kessel nehmen. Ja, also komplett. Das ist wirklich die halbe Miete. Deswegen ist es so wichtig, dass Leute das quasi verladen üben in Situationen, in denen sie nicht unbedingt in den Transporter müssen oder in den Hänger müssen, damit einfach der Druck weg ist. Weil wenn es nicht ohne Druck, ohne Stress funktioniert, wie soll es dann bei Druck und mit Stress funktionieren?
Stressmanagement beim Pferd: Verladen ohne Druck
04:11:0604:11:06 Dankeschön, Fragnack, für die fünf Monate. Und ganz viel Spaß hier weiterhin. Vielen, vielen, vielen lieben Dank. Dankeschön. Wiedierst du auch? Nein.
04:11:27 Ich sediere nicht. Ich versuche es, wenn es geht, immer ohne Sedation zu machen, weil ich einen großen Respekt davor habe, was Pferde tun, wenn du sie sedierst, in einen Hänger stellst und bei einer vor allem langen Fahrt die Sedation dann langsam zum Wirken aufhört und die dann aber potenziell in Panik verfallen.
04:11:52 Und weil eine Sedation auch immer ein Risiko, ein zusätzliches Risiko beim Fahren ist. Und ja auch nochmal mit dem Schwitzen und der Temperatur von den Pferden. Also es ist halt alles zusammen. Ich finde, sediert mit dem Pferdfahren ist immer etwas, was ich versuche, wenn es irgendwie geht, zu verhindern. Gestiegen heißt auf den Hinterbeinen stehen. Ja, Tölt sieht ein bisschen aus wie eine Nagelmaschine. Wie eine Nadelmaschine. Eine Nähmaschine. Das ist das Wort, das ich gesucht habe.
04:12:29 Können Pferd eigentlich hei werden? Ich hab keine Ahnung. Ich kann's dir nicht beantworten. Ich hab noch nie versucht, ein Pferd hei zu bekommen. Bitte was? Lena, bitte was?
04:12:46 Und was hast du dann anders gemacht als die Besitzer, um es zu schaffen? Geduld, Zeit, ein richtiges Einfühlungsvermögen dafür, wann du bei dem Pferd Druck machen darfst und wann du keinen Druck machen darfst. Das ist ja das, was ich auch vorhin schon erklärt habe. Pferde, wenn sie steigen, in der Regel kommt es halt davon, dass sie in der Situation, in der sie quasi sind, nicht mehr wissen, wo sie anders hin sollen.
04:13:11 Das pferd flieht eigentlich nur nach oben, also stellt sich auf die Hinterbeine, wenn es nirgendwo anders hin kann. Mit Kunden arbeiten wirklich das Schönste. Ja, ist toll. Mit Kunden arbeiten macht richtig Bock, macht richtig Laune. Das ist, das macht richtig Laune. Ja, das ist auch ehrlich gesagt das Einzige, wo ich wirklich gerne drauf verzichten würde wollen.
04:13:59 Am meisten sind die Landwirte, die ein paar Pferde rumstehen haben. Ich muss sagen, Landwirte finde ich nicht so furchtbar aus meiner eigenen Erfahrung, weil ich da halt die Erfahrung gemacht habe, dass die nicht so, also die lassen sich bei uns zumindest was sagen.
04:14:20 Das heißt, ich habe da die Erfahrung gemacht, wenn ich dem Landwirt halt sage, hey, das geht so nicht oder hey, das müsstest du machen oder wir sollten das oder das tun, dann ist bei uns die Reaktion von Landwirten eher so ein, ja, du bist halt der Profi, da machen wir das so. Für mich ist das, was ich vorhin erzählt habe, für mich ist das schwierigste Leute, die, also sind vor allem Pferdemädchen, ich weiß, sorry, Pferdemädchen und Pferdefrauen, die einfach nachvollziehbarerweise das Vertrauen in Expertise in der Pferdewelt verloren haben.
04:14:49 und auf diesem alles muss mit positiver Verstärkung funktionieren Trip sind. Und als positive Verstärkung meinen sie, ich spiele einen Futterspender. Und die halt jegliche Form von Druck, Grenzen, Konsequenz als das Schlimmste der Welt betrachten und das nicht haben wollen. Und dann hast du halt so ein 600 Kilogramm schweres Pferd, das kein Respekt...
04:15:14 in keinster Weise von nichts und niemandem hat, das dich komplett über den Haufen rennt, das gar keine Rücksicht darauf nimmt, ob da irgendjemand daneben steht oder nicht, das frech ist, das keine Grenzen irgendwie gelernt hat, keine grundlegenden Sachen gelernt hat. Und ich weiß halt meistens, wenn ich das Pferd sehe, schon wie das Gespräch mit den Besitzerinnen laufen wird. Ich sehe am Pferd schon...
04:15:42 Sie entfernen schon die Besitzerin, ohne die Besitzerin zu kennen. Und das ist halt für mich so die größte Herausforderung, weil du da halt Leuten erklären musst, dass ihr konstantes, ich schiebe eine Karotte nach der anderen rein, die Ursache für das Problem ist. Und das wollen die wenigsten hören. Also da bin ich auch, aber da muss ich auch sagen, ich habe ja Gott sei Dank, ich habe ja Gott sei Dank, Kollegen.
04:16:09 Und gerade diese Fälle übernimmt in den meisten Fällen ein männlicher Kollege von mir, weil lustigerweise die Erfahrung die ist, dass weibliche Reitermenschen sich von meinen männlichen Kollegen da leichter und mehr was sagen lassen als von mir.
04:16:30 dass da eher so ein, ja, das ist aber gemein und so, dass dann auch Kompetenz abgesprochen wird. Und wenn ein männlicher Kollege genauso gleiche sagt, das ist kein Problem. Das heißt, es ist eher so, dass wir halt, und er kommt auch einfach besser klar mit diesen Art Leuten, sage ich mal. Ich bin momentan eher die, die die Fälle übernimmt, wo Leute halt Angst haben vor ihren Pferden.
04:16:59 Weil es halt, glaube ich, auch hilft. Also klingt jetzt blöd, aber ich glaube, es hilft auch Leuten, die halt Angst, ich bin halt jetzt nicht unbedingt klein, aber ich bin halt sehr zählig gebaut. Und ich habe halt so das Gefühl, dass es Leuten, wenn sie halt sehen, dass ich mit meiner Körperstruktur und quasi meiner Größe, dass ich halt da keine Angst habe und damit halt so einer Ruhe rangehe. Also auch bei sehr dominanten Pferden, auch bei Pferden, die...
04:17:31 auch mal drohen quasi, dass ich mich da nicht beeindrucken lasse davon. Habe ich halt das Gefühl, es hilft Besitzern, vielleicht interpretiere ich das auch zu viel, aber ich habe das Gefühl, es hilft Besitzern auch zu sehen, dass es wirklich keinen Grund gibt, quasi da in Panik zu verfallen, wenn die Trainerin, die 40 Kilo weniger wiegt, da sich hin und einen halben Kopf oder einen Kopf kleiner ist, sich da halt hinstellt und sagt,
04:17:57 Ja, dann droh mir halt. Dann leg halt die Ohren an, wenn du meinst. Ich stehe jetzt trotzdem hier. Tschüss, Gecko. Hast du das Pferd in den Anhänger bekommen? Ja, und es hat fast zwei Stunden gebraucht. Ja, fast eine Stunde, eine Stunde 30, eine Stunde 40. Ich habe nicht so genau darauf geachtet und lang gebraucht. War wirklich einer der aufwendigeren Sachen.
04:18:34 Letztens hat mir einer erzählt, dass er, einer erzählt, er hat seinen Pferden Rinderwurmkur gespritzt und die sind es gewohnt, dass sie selbst spritzen und wollen das bei den Pferden dann auch. Aber wenn du denen nichts abgibst, machen die nichts. Ach du Scheiße, ey. Träust du, Lubito?
04:18:58 Aber aus unserer Perspektive lassen die Pferdemädchen meistens alles an Diagnostik bei ihren Pferden machen. Das ist bei den Aufzuchtstellen oder Zuchtstationen leider nicht so. Du arbeitest bei einem Tierarzt, Lena, wenn ich das richtig in Erinnerung habe. Ich arbeite nur ein bisschen rum. Ja, ganz schön frech.
04:19:17 Leute, ich kann euch, wir können den ganzen Tag noch über Pferde reden. Also das stört für mich überhaupt nicht, wenn euch das interessiert. Ich kann euch auch im Detail erklären, wie ich das Pferd verladen bekommen habe. Also das ist, das können wir machen. Ich habe halt schon vor einer Stunde gesagt, lass uns jetzt was anderes machen. Ich kriege die ganze Zeit wieder Fragen. Ihr müsst halt ein bisschen entscheiden, was wir halt heute mit der Zeit machen wollen. Also ich habe gar kein Problem, noch ein bisschen zu quatschen, wenn ihr das machen wollt. Wir können aber auch ins Zeichnen gehen. Also es ist halt wie ihr...
04:19:46 wie ihr wollt quasi. Ich kann auch mit der Schnecke anfangen und euch, während ich die Schnecke zeichne, Stück für Stück erklären, wie ich das Pferd verladen habe, wenn das wirklich was ist, was euch gerade interessiert. Ich habe jetzt nicht damit gerechnet, dass hier Leute sind, die im Detail wissen wollen, wie ich meine Arbeit mache. Aber klar, können wir machen.
04:20:06 Hallo Marika. Nein, ich kam heute später, Internetphänomen. Ich kam heute später, weil ich habe ja, also ich arbeite ja vollzeit offen im Hof und habe diesen Auftrag, über den ich mich die ganze Zeit schon auskortze, heute in der Früh reinbekommen. Das heißt, ich kam halt eineinhalb Stunden später richtig K.O. und müde und einfach zerstört hier an und genervt und habe auch ein bisschen so mein Leben an mir vorbeiziehen sehen heute.
04:20:32 weil ich halt mit einem Pferd verladen musste, das ich nicht kenne. Und das ist immer auch so ein bisschen Adrenalin. Und ich kam hier quasi an, mir geht's gut, alles cool. Ich freue mich mega, im Stream zu sein. Aber ich merke halt, ich habe es ja gestern auch erzählt, dass sobald ich halt nicht entspannt bin, sobald ich halt gestresst bin, fällt es mir auch total schwer, mich in ein Spiel einzulassen.
04:20:49 Weil ich einfach so, ich bin halt noch quasi hier in meinem Arbeitsmodus. Das war ein bisschen zu krasser Sprung heute von Ausnahmesituation auf Arbeit und jetzt quasi hier rein. Das heißt, für mich ist dieses im Stream quatschen und so total cool. Ich will auf jeden Fall das Dudeln reinbekommen heute. Das möchte ich auf jeden Fall machen. Wenn wir jetzt einen Tag lang quatschen und dann morgen wieder zocken, tut mir das nicht weh. Damit bin ich auch fein, weil ich bin mit meinem Kopf eben ein bisschen all over the place gerade. Und es ist halt einfach...
04:21:17 Passiert nicht oft auf meiner Arbeit, aber manchmal gibt es halt so Tage. Das ist halt auch genau das, was ich meinte, dass mein Stream halt dann immer so ein bisschen hinten ansteht, was meine reale Arbeit angeht. Weil das hier halt ein Hobby ist, das mir sehr viel Spaß macht und Freude bereitet. Aber mein Hauptberuf sind halt Pferde. Ich bin leider nur Tierfachangestellte. Das lassen sich die Landwirte auch spüren.
04:21:51 Diese Diskussionen gab es bei mir am Anfang auch, weil ich ja nur Hufbearbeiterin und nicht Hufschmiedin bin.
04:22:01 Das war bei mir auch Thema. Aber der Vorteil, den ich hatte, ist, dass ich Leuten erklärt habe, dass ich die Hufe ihrer Pferde hinbekomme, ohne dass sie Eisen bezahlen müssen. Das heißt, ich bin nicht günstiger in meinem Stunden, in dem, was ich pro Stunde koste, als ein Hufschmied.
04:22:26 die Kosten für die Eisen fallen halt weg. Das heißt, ich hatte halt ein paar Kundinnen, die halt auch quasi gesagt haben, na ja, sie wissen ja nicht, also hat halt hier in der Nähe, hat halt ein Hufschmied aufgehört von nicht allzu langer Zeit. Das heißt, ich habe halt einiges an Kundinnen dazu bekommen.
04:22:40 die halt vorher bei einem Hufschmied waren, weil die halt quasi einfach auch über den Hof, wo ich arbeite, die Hufe von den Pferden machen, lassen mal ihre Pferde dort stehen. Und die waren dann halt am Anfang auch etwas kritisch, weil sie gesagt haben, aber Hufbearbeiterin, das ist aber kein Schmied. Und meine Chefin war so, ja, aber das Bessere und ist gut und kann, sie kann was, so vertraut dem nochmal, ja, weiß nicht so. Und das, was die halt dann überzeugt hat, war,
04:23:05 dass deren Huf Schmidt halt bei ganz vielen Pferden immer gesagt hat, nee, ohne Eisen geht das nicht. Der hat Probleme, der muss Eisen drauf bekommen. Und ich habe halt mir die Pferde angeschaut und habe gesagt, hä, wieso, du brauchst keine Eisen. So, gib mir vier Monate. Das sind quasi circa drei Bearbeitungen. So, dann läuft der dir mindestens taktfrei, aber wahrscheinlich auch im Reiten, im langsamen Dings über den und den und den Boden. Und jetzt mache ich es ja bei dem Hof seit irgendwann letztes Jahr.
04:23:34 Herbst. Und das heißt, es ist jetzt nicht mehr vier Monate, sondern wir sind jetzt bei neun, acht Monate. Kein Plan. Und sind halt alle zufrieden. Jetzt gibt es gar kein Gemurre mehr. Jetzt gibt es quasi gar kein Ja, aber der Hufschmied. Oder jetzt ist es quasi so, ja, nein, das ist total toll. Das ist total super. Mein Pferd läuft das erste Mal ohne Eisen. Und das, was die Leute halt begeistert, ist halt einfach, dass es günstiger ist. Weil sie plötzlich kein Eisen mehr bezahlen müssen. Da habe ich halt einen Vorteil.
04:24:03 Sind sie sicher, dass sie das Pferd spritzen können? Leute, ne? Ja, ich kenn die Lidl Maus noch. Verladen ist echt so ein Thema. Bei uns wurde auch eine Stute gestern verladen, wollten keine Hilfe und haben dann eine dreiviertel Stunde rumgedoktert, bis sie es doch sediert haben. Ich bin immer so traurig, wenn sediert wird. Alles klar, ich geh Pipi machen, ich hol meinen Zeichenblock und wenn ihr wollt, also ich merk, es sind ein paar Pferdeleute da, kann ich euch einmal erklären, wie ich Pferde verlade.
04:24:40 Wenn euch das interessiert, dann kriegt ihr jetzt ein Talk into, wie verlade ich Pferde. Einmal, wie mache ich das bei Pferden, wo ich Zeit habe und einmal, wie mache ich das im Notfall, wenn das Pferd in quasi einen Hänger hinein muss, weil die sonst sedieren oder jemanden holen, der das Pferd verprügelt. Ich gehe aufs Klo. Ich bin gleich wieder da.
04:26:59 So, hallo ihr Lieben. Nein, der Stream ist nicht zu Ende. Ich war nur auf dem Klo. Bevor ich euch jetzt erzähle, wie ich Pferde verlade, möchte ich euch Folgendes erzählen. Wir machen momentan in unserer Community eine Doodle Challenge. Doodeln bedeutet, wir kritzeln jeden einzelnen Tag. Dabei geht es nicht darum...
04:27:20 perfekte Kunstwerke zu bauen. Dabei geht es darum, sich mit Kunst auseinanderzusetzen und einfach in einer gewissen Regelmäßigkeit zu zeichnen, zu malen, Spaß zu haben mit Kunst für Leute, die sich wünschen, da wieder ein bisschen regelmäßiger quasi mit reinzukommen in das Ganze. Und wir machen das in der Community gemeinsam. Wir machen das...
04:27:44 jeden einzelnen Tag momentan. Die einzige Regel, die dabei halt entsteht, ist, wir versuchen unter 15 Minuten zu bleiben. Wenn es länger als 15 Minuten ist, ist das auch kein Problem. Aber dann ist es wichtig, dass ihr das quasi im Discord, wenn ihr das postet, dazu schreibt. Einfach damit die Leute, die da auch mitmachen, ein realistischeres Bild davon behalten.
04:28:06 was halt theoretisch gesehen in 15 Minuten möglich ist und was nicht. Wir haben dafür immer einmal, also einmal die Woche ein anderes Thema. Diese Woche ist das Thema Schnecke. Das ist auch die erste Woche, wo wir das machen. Im Discord habt ihr noch mehr genauere Informationen dazu. Das bedeutet im Endeffekt, von Montag bis Freitag zeichne ich jeden einzelnen Tag im Stream eine Schnecke. Und von, also jetzt gerade immer so 15 Minuten und poste das danach in ...
04:28:33 die in der Discord und auch ganz viele andere Leute quasi, die da auch mitmachen, beteiligen sich da auch dran aus der Community und es macht sehr, sehr, sehr viel Freude. Das ist das, was wir aktuell machen. Und es geht halt wirklich darum, sich selber so ein bisschen einfach
04:28:59 Ja, es geht einfach darum, sich selber so ein bisschen dazu zu motivieren, regelmäßig zu zeichnen, zeichnen zu genießen, Spaß zu haben. Es geht nicht ums Perfektzeichnen, es geht wirklich einfach ums, ja, einfach üben. Und es ist toll. Es wirklich macht sehr, sehr, sehr viel Spaß in der Community. So, ich suche gerade für mich ein Referenzbild.
04:29:29 damit ich quasi irgendwie was habe, was ich dieses Mal als Referenzbild nehmen könnte. Ja, es ist wirklich typisch, dass ich mich vier Stunden verquassert habe. Es tut mir sehr leid. Nein, eigentlich tut es mir nicht leid. Es war heute nach dem Arbeitstag, den ich hatte, genau das Richtige. Es war wirklich genau das Richtige. Ich bin so...
04:29:55 Ich finde Verladen von Pferden schon anstrengend, wenn ich das Pferd halt kenne und weiß, dass das Pferd keine Lust hat, verladen zu werden, aber halt muss. Aber es ist halt nochmal mit Pferden, die man halt nicht kennt, ist es halt nochmal eine ganz andere Geschichte. Weil du halt nicht, du weißt halt nicht, was da jetzt so die Stressreaktionen von dem Pferd sind. Du weißt halt nicht.
04:30:23 So ist das ein Pferd, das steigt, ist das ein Pferd, das bockelt, ist das ein Pferd, das versucht sich loszureißen. Da spielen halt so viele Sachen eine Rolle und das macht es halt auch nochmal einfach so viel anstrengender, weil du halt so viel noch mehr im Blick behalten musst. Also.
04:30:47 Ich habe meine Stifte, ich habe endlich ein Radiergummi. Ich hatte ja die letzten Tage kein Radiergummi mehr. Das macht mich sehr glücklich. Und dann habe ich hier einen 4H, das ist ein bisschen zu hart eventuell. Dann haben wir das hier, was haben wir denn hier? Einen 4B, boah, ist der weich. HB, 4B und H. Cool. Dann haben wir das. Dann habe ich hier einen.
04:31:20 Ich wische heute auch das erste Mal wieder. Sehr gut. Also, wir sind genau auf 16 Uhr. Ja, 16 Uhr 2. Ich warte jetzt nicht auf die 16 Uhr 10, sondern ich würde sagen, ihr Lieben, wir legen los bis 16 Uhr 17. Das sind, by the way, meine Schnecken von gestern, vorgestern und gestern. Jetzt geht es los quasi mit Schneck die Dritte.
Alltagsarbeit: Verladetraining und Doodle-Challenge
04:31:4604:31:46 Ich wünsche euch ganz, ganz viel Erfolg beim Schnecken. Und in der Zwischenzeit werde ich einen Monolog darüber halten, wie ich Pferde verlade. Because this is my job now. Also erstmal, ich bin immer, wenn ich jetzt quasi mit Jungpferden arbeite oder mit Leuten quasi rede, die sich ein Pferd gekauft haben, egal ob das jetzt ein Jungpferd ist oder ob es ein älteres Pferd ist, ist eine meiner ersten Fragen, die ich halt immer stelle.
04:32:14 Kann dein Pferd quasi, kann dein Pferd auf einen Hänger gehen? Kannst du dein Pferd verladen? Und die meiste Antwort, die ich halt bekomme von Leuten ist, keine Ahnung, ich denke schon, weil irgendwie...
04:32:32 Und hat ja auch der, also kommt drauf an, wenn du es jetzt vom Züchter oder so geholt hast oder vom Händler halt geholt hast, dann hast du manchmal auch die Möglichkeit, dass es geliefert wird. Aber die meisten, die halt quasi ein Pferd kaufen, die beauftragen ja irgendwie einen quasi einen Verladedienst, sag ich mal, weil du ja meistens noch keinen Pferdeanhänger hast, wenn du gerade dein Pferd erst kaufst. Das heißt, die meiste Antwort, die ich halt bekomme,
04:33:00 von Leuten ist, ja keine Ahnung, ich glaube schon, weil das Pferd wurde ja auch geliefert und da wurde mir halt auch nicht, also da gab es wohl angeblich keine Probleme. Und an der Stelle muss ich auch sagen, ich kenne wirklich
04:33:18 Wenig Dienstleister, die Pferde quasi zustellen, also die Pferde verladen, die dir ehrlich sagen, wenn dein Pferd beim Verladen ein Problem gemacht hat. Ich halte das für problematisch, dass sie es nicht tun.
04:33:37 Aber sie tun es nicht. Und einer der Gründe und der Erfahrungen, die ich halt machen musste, warum sie es unter anderem oft nicht tun, ist, weil verladen bei einem Pferd, das nicht einsteigen möchte, aber einsteigen muss, oftmals eine unschöne Sache werden kann. Und weil sie halt nicht wollen, dass du irgendwie auf die Idee kommst,
04:33:59 zu klagen, wenn sich nach der Zustellung herausstellen sollte, dass bei dem Pferd irgendwie was ist. Und das heißt, um sich abzusichern, sagen sie meistens, oh nee, war gar kein Problem, war ganz ein braves Pferd, damit sie dann halt im Zweifelfall, wenn was ist, sagen können, bei mir ist es nicht passiert, weil bei mir hat er gar nichts gemacht. Das ist halt leider so ein bisschen die Problematik, die da in dem Kontext passiert, weil sie halt versuchen, sich da einfach zu schützen und abzusichern.
04:34:28 Das heißt, die meisten Leute wissen nicht, ob ihre Pferde überhaupt in den Hänger gehen und die meisten Leute sind beim Verladen der gekauften Pferde nicht dabei und wissen nicht, was da gemacht wird und lassen sich dann ein Pferd quasi wohin liefern, wo sie eigentlich gar nicht wissen, kriege ich das von dort überhaupt im Zweifelfall wieder weg. Jetzt würde ich natürlich jeder Person, die ihr Pferd bei mir in Ausbildung oder in Beritt oder in Training oder in Unterricht gibt, immer sagen,
04:34:56 Eigentlich sollte das Verladetraining im ersten Jahr stattfinden, in dem du ein Pferd hast. Das sollte ganz oben auf der Liste stehen von Sachen, die du machen solltest, weil du nicht kontrollieren kannst, wann du dein Pferd potenziell verladen musst. Sei es, weil du wirklich dringend umziehen musst, was den Stall angeht, was meistens aber noch immer irgendwie verschiebbar wäre. Oder, und das ist halt einfach einer der häufigeren Sachen,
04:35:23 weil dein Pferd irgendeine Verletzung oder irgendwas hat, weswegen es in die Klinik muss.
04:35:30 Und wenn dein Pferd sich nicht außerhalb von Schmerzen oder Stress verladen lässt, dann wird dieser stressige Moment, diese stressige Situation, wo der Tierarzt da ist und du in die Klinik musst und du Angst um die Gesundheit oder das Leben deines Pferdes hast, nicht der Moment sein, wo es dann auf magische Art und Weise plötzlich funktioniert. Das heißt...
04:35:56 Wenn ich die Möglichkeit habe, dann mache ich folgendes. Ich baue in meinem Training mit den Pferden das regelmäßige Verladetraining quasi wie so eine passive mit ein, ohne dass ich dabei in irgendeiner Weise mich darin in meinem anderen Trainingsablauf stören lasse. In der Regel ist es ja so, dass ich ja mit dem Pferd eh Bodenarbeit mache. Das heißt, dass ich eh longiere, dass ich eh zirkle, dass ich eh quasi so Bodenarbeitsübungen mache.
04:36:25 Und wenn ich halt vom Beruflichen her die Möglichkeit habe, dann stelle ich mir einen offenen Pferdeanhänger neben oder auf den Reitplatz. Und dann mache ich wirklich eine Woche lang nichts anderes, also wenn ich die Zeit habe und es nicht eilt, als einfach neben diesem Pferdeanhänger zu arbeiten.
04:36:48 Der steht dann da offen, die Tür ist offen, die Lade ist offen und ich mache meine normalen Übungen. Alles, was ich quasi in irgendeiner Weise machen würde, mache ich neben diesem Transporter. Und dann gehe ich noch ein bisschen weiter, weil ich arbeite quasi bei meinen Pferden mit Pausen. Das heißt in dem Kontext so, dass wenn ich jetzt quasi eine Übung mache und das Pferd macht das gerade gut.
04:37:14 dann belohne ich unter anderem auch damit, dass ich sage, alles klar, cool, jetzt machen wir eine Pause, jetzt stehen wir hier einfach und ich lasse dich in Ruhe und du kannst mal in Ruhe darüber nachdenken, was wir gerade gemacht haben. Und ich setze meine Pausen halt bewusst ein, um Sachen, die für Pferde gruselig sein könnten, zu überschreiben. Das heißt, mein Pferd bekommt seine Pausen von der Arbeit immer direkt neben...
04:37:37 Dem Pferdeanhänger. Und damit fängt das Pferd an, über die Zeit diesen Pferdeanhänger mit einer Pause zu verknüpfen. Das heißt, aus etwas, was eigentlich bei vielen was Stressiges ist, wird plötzlich ein etwas, wo das Pferd lernt, boah, immer wenn ich hier dran stehe, muss ich nichts machen. Immer wenn ich hier dran stehe, chill ich einfach nur, mein bestes Leben, guck durch die Gegend, muss nicht laufen, muss nicht arbeiten, nichts ist anstrengend, alles ist super entspannt.
04:38:04 Und damit setze ich quasi passiv in einer Übung, in der ich eigentlich schon was anderes vorbereite, setze ich quasi schon so eine Basis, dass dieser Pferdeanhänger eigentlich nichts Wildes ist. Weil ich halt auch merke, dass der Anfang, der quasi da oft passiert für Leute ist, die Leute gehen halt schon mit so einer Angst.
04:38:26 an den, also die Besitzer der Pferde gehen schon mit so einer Angst an diese Hänger, an das Hänger-Training ran, weil halt da so viele Leute Probleme mit haben, dass sie halt schon von Anfang an davon ausgehen, ach du Scheiße, das wird halt Katastrophe, das wird schwer. Und wenn du halt selber schon mit so einer Angst an ein Thema rangehst, dann lädst du das halt schon auf.
04:38:47 ohne dass du das überhaupt selber merkst, aber dein Pferd merkt das, weil dein Pferd spiegelt das. Und wenn du quasi diesen Pferdeanhänger schon anschaust, als könnte er dich fressen, was soll denn dann das Pferd davon halten? Und dadurch, dass der dann quasi so einfach im Alltäglichen so mit da ist, wird er halt zu sowas ...
04:39:07 völlig irrelevantem. Es ist wie der Traktor, der halt 20.000 Mal am Tag vorbeifährt. So, der steht da, der will gar nichts, der macht gar nichts, der Pferdeanhänger. Lass ihn doch da stehen. Du brauchst ihn gar nicht beachten. Das ist nicht deine Aufgabe, dich mit dem jetzt auseinanderzusetzen.
04:39:24 Und das steigere ich dann, indem ich anfange, quasi über die Laderampe zu zickeln. Weil viele Pferde, also viele haben auf dem Schirm, dass die Pferde halt Angst vor der Dunkelheit haben, die du im Hänger hast. Das heißt, es macht auch immer Sinn, den Hänger komplett aufzumachen. Alle Türen und alle Laden, die man aufmachen kann, macht sie auf.
Pferdeanhänger als Stressfaktor: Lösungsansätze
04:39:5004:39:50 Aber was viele Leute nicht auf dem Schirm haben, dass die zweite Sache, die quasi den Pferden Sorgen und Angst macht, ihre eigene Unbalance und ihr eigenes mangelndes Selbstgefühl, also Selbstbewusstsein und auch Körpergefühl auf unebenen, erhöhten, wackeligen Dingen ist. Das ist manchmal gar nicht die Dunkelheit vom Hänger das Problem, sondern die Rampe.
04:40:16 dass das Pferd, sobald es auf diese Rampe steigt, das Gefühl hat, ich habe keinen richtigen Halt. Das wackelt, das gibt nach, das macht komische Geräusche, das quietscht, das fühlt sich rutschig an. Das heißt, das ist etwas, was ihnen nicht geheuer wird. Und das löse ich, indem ich wirklich ganz konsequent neben dem Hänger zirkle.
04:40:37 immer näher an den offenen Hänger rangehe und dann anfange, das Pferd langsam über quasi diese Laderampe drüber zu zickeln. Was bedeutet, ich mache im Endeffekt neben der Laderampe einen Kreis und dann soll das Pferd quasi während es um mich herumläuft seitlich über die Laderampe drüber laufen. Bitte nur im Schritt und nur in dem unteren Bereich und bitte nur an Tagen quasi, wo es nicht rutschig und nass ist.
04:41:02 um halt diese Laderampe weniger gruselig zu gestalten. Und dann ist es wirklich
04:41:08 nichts anderes als eine Wiederholung. Es ist dann irgendwann wirklich ein, ich laufe über diese Laderampe, dann machen wir neben der Laderampe eine Pause, dann gehen wir mal zwei Schritte auf die Laderampe rauf, dann machen wir auf der Laderampe eine Pause, dann wird jedes Mal eine Pause gemacht und das Pferd belohnt und der Druck rausgenommen, wenn sich das Pferd in irgendeiner Weise mit dem Anhänger auseinandersetzt. Wenn es reinschaut, wenn es dran schnuppert, so dass wirklich die Neugierde des Pferdes geweckt wird.
04:41:38 Und du das in diese Richtung quasi machst. Eine der wichtigsten Dinge, die du quasi nicht vergessen darfst, und das ist halt so ein bisschen der Punkt, deswegen werdet ihr merken, wo auch die Krux ist, wenn ich dann verlade, wenn verladen werden muss und die Zeit nicht da ist, geh nicht dagegen, wenn ein Pferd quasi versucht, sich da raus zu befreien.
Pferdeverhalten beim Verlassen des Transporters: Stressvermeidung durch Nachgeben
04:42:0404:42:04 Wenn ein Pferd wirklich versucht, da wieder rauszugehen, weil ihm das, das wird passieren, du gehst zwei Schritte in den Transporter rein oder in die, also quasi in den Hänger rein, dann wird dem Pferd das ungeheuerlich werden und dann wird das Pferd versuchen, rückwärts wieder rauszugehen. Lass das Pferd rausgehen.
04:42:20 Stemm dich nicht dagegen, drück nicht dagegen. Pferde reagieren auf Druck immer mit Gegendruck. In dem Moment, in dem das Pferd sagt, oh nein, ich will raus und du hältst fest und versuchst quasi es dazu zwingen, stehen zu bleiben, lädst du das Pferd mit Stress auf und machst das nächste Mal reinsteigen so viel schwieriger, weil das Pferd halt lernt, okay, scheiße, wenn hier was ist, kann ich nicht weg. Das heißt, du gehst mit raus. Wenn das Pferd wieder raus möchte, dann gehst du mit raus.
04:42:48 Und dann ist da so ein bisschen dieser kleine, sag ich mal, Trick an der Stelle. Mit rausgehen bedeutet jetzt aber nicht, dass wir dann draußen vor dem Anhänger stehen bleiben und gucken. Mit rausgehen bedeutet, alles klar, wir gehen raus. Und jetzt gehen wir aber sofort wieder einen Schritt auf den Hänger zu.
04:43:10 Damit quasi die Pause, die du machst mit dem Pferd, also da, wo du dir und dem Pferd eine Ruhe gönnst, damit das sinnvoll gesetzt wird, sollte die letzte Bewegung des Pferdes immer eine sein, die auf den Transporter zugeht.
Aufbau von Vertrauen und positive Erfahrung durch konsistente Führung
04:43:2704:43:27 nicht vom Transporter weg. Das heißt, das Pferd versucht rauszugehen, alles klar, geh raus, kein Problem. Und dann bleibst du in der Bewegung. Wenn das Pferd gerade ein paar Meter braucht, um sich zu beruhigen, dann geh mit dem Pferd einmal kurz drumherum, bleib aber in der Haltung, dass du von dem Pferd jetzt gerade erwartest, dass es weiterläuft und bleib quasi in der Haltung, dass du dem Pferd sagst, das ist völlig in Ordnung, dass du weggehst, das ist völlig in Ordnung, dass du gar nicht sein möchtest. Aber hier draußen wird jetzt auch nicht Pause gemacht. Pause gibt es beim Transporter. Sobald du quasi näher an...
04:43:56 den Transporter rangehst, lasse ich dich wieder in Ruhe und dann kannst du in Ruhe stehen und drüber nachdenken. Und auf diese Art und Weise bekommt das Pferd beim Rausgehen aus dem Transporter gegen deinen Willen, was es ja macht quasi, keinen
04:44:10 kein Gefühl von Erfolg, dass es sich da jetzt erfolgreich quasi wieder raus, das ist ja das, wovor die Leute Angst haben, dass sie sagen, ja, aber wenn ich nachgebe, dann lernt das Pferd ja, dass es quasi damit durchkommt, dass wir da wieder rausgehen. Nein, das Pferd lernt auf diese Art und Weise, dass wenn was schlimm ist, dass es fliehen darf, dass es nicht in Panik verfallen muss und keinen Anlauf nehmen muss, aber es lernt gleichzeitig auch,
04:44:36 dass quasi wieder rausgehen nicht die Lösung ist, um sich damit nicht auseinandersetzen zu müssen. Und dass es jetzt nicht bedeutet, dass wir dann rausgehen und weggehen, sondern es bedeutet, dass wir dann draußen quasi, also ich frage dann was ab, so lauf weiter um mich rum, stell dich weiter, irgendwas, so Zirkel, irgendwas, was quasi keine Ruhe gibt, keine Pause gibt.
04:44:58 sondern quasi darauf ausgelegt ist, dass das Pferd weiter in Kommunikation mit mir bleibt und die Pause gibt es dann erst, wenn es quasi auf das Zugelaufen ist. Und damit läuft das eigentlich bei den meisten Pferden sehr, sehr problemlos. Wichtig ist, auch wenn ich die Zeit habe,
04:45:17 Das Ziel ist nie am ersten Tag, wo ich quasi aufsteige, ich meine, es gibt Pferde, die machen das ohne Probleme, aber ich setze mir nie als Ziel quasi, dass wir beim ersten Mal, wo wir Hängertraining machen, komplett in den Hänger reingehen. Ich setze mir als Ziel, dass wir quasi am, beim, neben dem Hänger in Ruhe stehen und Pause machen können mit einem entspannten, ruhigen Pferd, das abschnaubt und das nicht quasi in so einem Stressmodus ist. Und das ist halt...
04:45:45 Basically, das ist halt basically, ja, das, was ich da in dem Fall empfehlen würde. Das ist die Möglichkeit, die du hast, das zu machen, wenn du Zeit hast. Jetzt ist es halt so, dass die meiste Zeit, wenn ich halt sowas machen muss, leider nicht ist, wenn ich Zeit habe. Die meiste Zeit, wenn halt sowas ist,
04:46:12 ist es so, dass ich quasi gerufen werde, weil Leute ihr Pferd halt verladen müssen, weil sie jetzt irgendwo hin müssen und es davor halt nicht geübt haben. Und jetzt muss dieses Pferd aber irgendwie in den Hänger und hat halt Stress. Und dann bekommt der Besitzer Stress, weil es funktioniert nicht. Und dann lädt sich dieser Stress quasi immer weiter auf. Und das ist halt, ja, so ein bisschen, ich merke gerade, dass ich durch das Reden ein bisschen langsamer bin. Ich mache noch meine letzten.
04:46:41 Die letzten zwei Striche und dann bin ich mit meinem Dudel oder muss ich mit meinem Dudel ja tatsächlich fertig sein. Das ist heute, also es ist auf jeden Fall sehr viel schwieriger zu reden und zu erzählen und zeitgleich zu dudeln, als einfach nur zu dudeln. Das war auf jeden Fall heute eine andere Herausforderung als die letzten Tage.
04:47:09 Das war das. Ich habe es gleich. Ich muss auch gleich gucken. Ich muss dann auch dieses Mal angeben, dass ich ein bisschen länger gebraucht habe. Aber es gibt hier noch eine Geschichte, die ich einmal noch quasi fixen möchte. Ja, heute bin ich nicht so zufrieden. Ich glaube, das hat unter anderem damit zu tun, dass ich mit meinem Fokus ein bisschen woanders war. Aber es ist auch eine gute Übung trotzdem. Ist ja trotzdem kein Problem. Gehört ja auch dazu.
04:47:57 Ich bin hier unten mit dem nicht ganz zufrieden. Aber gut, so ist es, wie es ist. Ich schmeiße meinen Stift weg. Damit sind wir auf, das ist der 11.06.2026. Sehr schön. Doodle Challenge während des Pferdeverladens. Ja, halt wirklich so ein bisschen da. Das ist Schnicke Nummer 3. So, was ich sagen wollte.
04:48:33 Was ich sagen wollte, ich poste sie auch gleich ins Discord. Genau, das, was halt das andere Problem ist, ist ja, dass ich die meiste Zeit, wenn ich Pferde quasi verlade, eben diese Vorbereitung nicht habe. Ich habe halt nicht die Zeit, normalerweise diese ganzen Vorbereitungen über mehrere Tage halt quasi zu machen.
Notfall-Verladen: Herausforderungen und ethische Grenzen
04:48:5904:48:59 Und das bedeutet, ich komme halt meistens dann zu Situationen, wo ihr seid sehr lieb, danke schön. Ich komme dann meistens halt zu Situationen, wo das Kind schon in Brunnen gefallen ist. Also die meiste Zeit war es halt so, dass die Leute mich nicht mal am Tag des Verladens rufen und auch nicht rufen quasi so eine Woche vorher, sondern in der Regel ist es halt so.
04:49:28 Ich kann nur näher dran reden, ich kriege das Mikrofon nicht lauter, das braucht einen Verstärker, um lauter zu sein. In der Regel ist es halt so, dass die Leute meistens im Notfall anrufen. Das heißt, die letzten Verladesachen, die ich gemacht habe, war, hallo, ja, wir brauchen jemanden, der das Pferd verliert.
04:49:48 Okay, können wir ein bisschen mehr Infos geben. Ja, wir sind gerade hier und hier und das Pferd muss dringend verladen werden und es funktioniert nicht. Und dann erfährst du so, ja, die sind irgendwie schon seit einer Stunde oder zwei oder drei dran und ich weiß nicht, wie viele Leute und versuchen irgendwie das Pferd in den Transporter zu bekommen oder in den Anhänger zu bekommen und haben dann irgendwann during the process gemerkt, dass auch vier Menschen ein Pferd nicht...
04:50:13 verladen können, wenn das Pferd das körperlich nicht möchte, ohne es zu sedieren oder eine gewisse Technik zu haben. Und dann geben sie halt irgendwann auf und sagen, okay, scheiße, aber das Pferd muss weg und dann rufen sie an. Weil davor ist es so, ja, nee, machen wir, ja, nee, kein Problem, ja, nee, das Geld sparen wir uns. Und dann ist es halt so, ja, und das ist halt immer so ein bisschen beschissen in so einer Situation, weil du halt in eine Situation halt kommst, wo ein Pferd bereits
04:50:40 alleine schon durch alles, was an diesem Tag passiert ist, eine völlig negative Einstellung zu der ganzen Situation hat. Das heißt, das Pferd ist gestresst meistens, das Pferd ist verunsichert, das Pferd hat Angst, vertraut den Menschen nicht in dem, was da gemacht ist, quasi sieht.
04:51:01 diesen Transporter. Und wenn es vor drei Stunden schon wusste, dass es in diesen Transporter nicht reingeht, dann weiß es nach drei Stunden auf jeden Fall, das Allerletzte, was es macht, ist, in diesen Transporter reinzugehen. Und mit jedem Mal, wo dieses Pferd damit Erfolg hat, sich da loszureißen,
04:51:18 quasi die Leute abzuwimmeln, da wieder rauszukommen, rückwärts rauszustürzen, zu steigen, loszubuckeln, egal was, mit jedem einzelnen Mal, wo du quasi irgendwo verzweifelt aufgibst und eine Pause machst an der falschen Stelle, wird es schwieriger. Weil du bist gestresster, das Pferd ist gestresst und das Pferd lernt jedes Mal, desto mehr ich mich aufführe,
04:51:42 desto mehr habe ich damit Erfolg. Ich will da nicht rein, also mache ich alles, was ich machen muss, um da quasi nicht reinzugehen. Weil du kannst dem Pferd nicht erklären, hey, hallo du, wir müssen in die Klinik, du bist verletzt und du musst operiert werden. Das Pferd versteht das nicht. Das heißt, das Pferd sieht einfach nur, davor habe ich Angst, das will ich nicht, dann habe ich vielleicht noch Schmerzen, dann habe ich vielleicht noch irgendwie was anderes und dann will ich halt gleich erst recht nicht.
04:52:10 Und das ist halt dann wirklich beschissen, weil du dann eigentlich einem Pferd erklären musst, hey, das ist gar nicht so schlimm, obwohl die letzten drei Stunden alles, was gemacht wurde, quasi nochmal gezeigt hat, doch, es ist noch so viel schlimmer. So, alles ist eine Katastrophe. Das heißt, das Erste, was ich bei sowas halt immer mache, ist den Druck rausnehmen. Das Allererste, was ich halt immer mache, das Allererste ist die Frage, muss das Pferd heute...
04:52:36 wirklich verladen werden? Das ist immer die erste Frage, weil die optimale Situation, wenn das halt geht in dem Moment, ist eigentlich abbrechen. Das Beste, was du in der Situation machen kannst, ist einfach zu sagen, okay, nee, so wir lassen das jetzt, vergiss es, ich komme die nächsten Tage, jeden Tag, bau das langsam auf und dann versuchen wir das, dann verladet ihr oder fährt ihr nächste Woche.
04:53:02 Das absolut beste Szenario, wenn du das hinbekommst, Leute davon zu überzeugen, ist den Leuten zu sagen, hier guckt mal, könnt ihr den Hänger hier stehen lassen? So, dann gebt mir jetzt irgendwie noch eine halbe Stunde. Ich mache einen guten Abschluss mit dem Pferd. Das bedeutet, ich sorge dafür, dass das Pferd hier jetzt mit einer positiven Erfahrung rausgeht. So gut, wie das irgendwie möglich ist. Und dann komme ich quasi jetzt jeden einzelnen Tag und schaue, wie weit wir kommen. Mach das auch auf Tempo.
04:53:29 Ich kann nicht versprechen, dass das Pferd morgen ohne Stress reingeht oder übermorgen oder überübermorgen, aber seid einfach quasi so ein bisschen bereit. Ihr wisst, ich komme um die Uhrzeit, wir gucken, wir probieren, wir schauen, wie weit wir kommen. Und vielleicht steigt es morgen ein, vielleicht übermorgen, aller spätestens haben wir es in drei Tagen drin. Das ist das Beste, weil damit kriege ich die meiste Zeit eigentlich aus der Situation raus. Die wenigsten Leute sind so flexibel. Die wenigsten Leute sagen, ja klar. Die meisten Leute sagen, nein, es muss.
04:53:54 Nein, es muss, es ist ein Notfall. Ganz besonders liebe ich, nein, es muss, es ist ein Turnier. Das ist mein Lieblingssatz. Nein, es muss, wir haben keine Zeit mehr, wir müssen die Box räumen. Nein, wir müssen hier ganz dringend weg. Nein, das ist die letzte Möglichkeit. Nein, wir haben den Transporter oder den Hänger gemietet. Der gehört nicht uns. So, und ich habe für die meisten Sachen, habe ich Verständnis. Zum Beispiel, wenn du irgendwie aus einem Hof rausgeschmissen wirst oder halt irgendwie was Schlimmes passiert und du dann wirklich...
04:54:21 aus irgendeinem Notfall heraus schnell weg musst oder wenn es halt was Medizinisches ist. Bei den meisten Sachen denke ich mir, boah eh. Aber die Alternative, die die Pferde halt meistens haben und das ist glaube ich das, was man sich halt ins Verhältnis setzen muss und das ist das, was so frustrierend ist. Ich mache halt die Drecksarbeit. Das heißt, ich mache quasi die Arbeit. Ich werde in den meisten Fällen nicht gerufen, wenn Leute sagen, ich glaube, ich habe ein Problem, ich möchte es lernen.
04:54:45 In der meisten Zeit mache ich halt die Arbeit, wenn die Leute sagen, scheiße, das muss jetzt aber funktionieren, ich kriege es aber wirklich nicht hin, bitte mach das wieder heile. Und wenn ich die Zeit hätte, dann würde das alles total ruhig und entspannt stattfinden, tut es in der Regel nicht. In der Regel haben die Leute keine Geduld, sind nicht flexibel und erklären dir dann quasi on the get go, entweder du kriegst das jetzt hin oder sie sedieren, was ja dann immer noch quasi...
04:55:11 wenn du kannst, bitte fahr nicht mit einem sedierten Pferd, aber immer noch dann die bessere Variante ist oder sie sagen, ja gut, dann holen sie halt einen Trainer, der das halt irgendwie macht. Also irgendwie kriegen sie dieses Pferd halt rein. Und es gibt halt, ich sage nicht, dass ich die Einzige bin, die das Pferd da halt reinbekommt, aber es gibt halt Leute, die brauchen halt entweder auch ihre Zeit, so wie ich, oder es gibt halt Leute, die prügeln die Pferde rein. Das heißt, ich weiß halt in den Situationen immer so ein bisschen, wenn ich jetzt sage, nein, ich mach das nicht,
04:55:37 Was ist dann die Ausgangslage? Weil wenn die Leute mir gegenüber schon nicht bereit sind, quasi zu sagen, alles klar, wir räumen zwei, drei Tage mehr ein, dann fahre ich halt vom Hof und im Worst-Case-Szenario rufen sie halt den nächsten Trainer an und es gibt ihn und der sagt, ja klar, mache ich dir, für das schon das Geld und der prügelt die Pferde dann rein. Und deswegen ist es halt immer so ein bisschen so ein Abwiegen. Das ist der Grund übrigens, warum ich nicht...
04:56:03 als selbstständige Hufbearbeiterin arbeite und jetzt habe ich Scheiße als Trainerin, weil du halt auch in der Hufbearbeitung, ich habe bei meinem Praktikum so viel Scheiße gesehen und habe da auch mit meiner Ausbilderin so viel drüber geredet.
04:56:15 quasi weil du so viele Sachen siehst, wo du denkst, warum machen die Leute das und wieso fährst du da noch hin? Weil die Leute, dann hast du, ne, zählt mir die Hufbearbeiterin, bei der ich quasi im Praktikum mitgefahren bin, weil ich musste quasi auch berufsbezogenes Praktikum bei der Ausbildung machen. Und dann erzählt sie mir so, ja, zum Beispiel bei der und der Person bearbeitet sie schon seit vier Jahren. Und seit vier Jahren sagt sie, hey Leute, das wird nicht besser, wenn ihr das und das nicht ändert. Und seit vier Jahren redet sie gegen eine Wand. Und dann sag ich so, ja, aber warum machst du das dann? Und so, naja, guck mal, wie scheiße es dem Pferd geht.
04:56:44 Wenn ich jetzt nicht komme und das bearbeite, dann fällt das Risiko, dass dann gar niemand mehr kommt. Oder halt jemand, der halt nicht mal versucht, im Minimalen was zu verbessern. Und die, die halt darunter leiden, sind die Tiere. Und das Problem ist, dass das aber alles Sachen sind, die nicht tierschutzrelevant sind. Komplette Vernachlässigung der Hufe. Wisst ihr, wie Hufe aussehen müssen, damit das Veterinäramt in Deutschland reagiert?
04:57:09 kann das Pferd dir auf zwei Beinen entgegenkommen und das Veterinäramt wird dir erklären, naja, aber Hoferkrankungen passieren halt. Das heißt, du arbeitest halt mit Tieren in der Branche, in der du konstant Dinge siehst, die katastrophal sind und du dir halt überlegen kannst, entweder du kooperierst und versuchst dann die Situation ein bisschen weniger schlimm zu machen oder du fährst halt und kannst dann halt ausmalen, was jetzt mit dem Pferd passiert. Ich möchte das deswegen.
04:57:36 Also ich möchte das deswegen einmal quasi jetzt herausheben, weil es halt wirklich um solche Situationen geht. Also es geht um Situationen, wo du quasi Pferde wirklich verletzt in Situationen, wo es gemacht werden muss, wo nichts drum herumläuft und wo du halt versuchst, den Weg der, sage ich mal, der geringsten Scheiße zu gehen, die immer noch Scheiße ist. Weil das eigentliche Ziel...
04:58:03 Das eigentliche Ziel beim Verladen von einem Pferd, immer. Das eigentliche Ziel ist, zeigt dem Pferd, dass das Verladen nicht schlimm ist. Zeigt dem Pferd, dass der Transporter kein Problem ist. Zeigt dem Pferd, dass es sich keine Sorgen machen muss, dass es dort Pausen macht, dass es dort entspannt ist, dass alles gar kein Problem ist. Das funktioniert nur über Vertrauensarbeit und über Zeit.
04:58:24 Das funktioniert nur, wenn du konsequent mit deinem Pferd eine Bindung aufbaust, mit dem Pferd arbeitest, das Pferd lernt, ey, ich muss von dir keine Angst haben und dann übst du das und machst das und wiederholst das und in der Regel bei einem Pferd, das keine Vorgeschichte hat, die negativ ist, quasi mit einem Anhänger, ist es was, das hast du bei den meisten Pferden in einer Woche. Das braucht nicht länger.
04:58:45 Eine Woche, eine Woche konsequent, jeden Tag. Gibt mal einen Spezialisten, der steigt erst nach zwei oder drei Wochen komplett ein und dann gibt es Pferde, die steigen nach dem zweiten oder dritten Tag ein. Also Pferde, bei denen das konsequent und anständig und ohne Stress gemacht wird, ist das kein Problem. Deswegen macht es mich nochmal so viel trauriger, wie viele Pferde damit ein Problem haben. So, jetzt sind wir quasi in der Situation, ich komme dorthin.
04:59:07 Sagen wir mal folgendes Szenario. Hatte ich quasi in etwa so letztes Jahr, nicht komplett, aber in etwa. Du hast quasi ein Pferd, das muss in die Klinik. Der Termin in der Klinik ist halt ausgemacht. Das heißt, es war jetzt in dem Fall nicht so, dass das Pferd, es ist jetzt quasi nicht so gewesen, dass das Pferd wegen einem Notfall in die Klinik musste, sondern es war quasi eine Operation, die quasi geplant war mit einem Termin.
04:59:33 Und den Termin zu verschieben und die Operation zu verschieben, hätte halt bedeutet, sie kriegen den Termin vielleicht erst wieder in ich weiß nicht wie vielen Monaten. Und sie sind halt an dem Tag, an dem sie in die Klinik fahren wollten, draufgekommen. Das Pferd quasi muss ja in die Klinik, das muss verladen werden. Das Pferd steigt aber nicht in den Hänger und du hast halt keine Zeit. Es muss da jetzt quasi rein.
04:59:56 Das heißt, ich bin halt hingefahren, hab mir erst mal gesagt, ja Leute, ich weiß, wir haben Zeitdruck. Es bringt jetzt aber überhaupt nichts, mit diesem Zeitdruck zu gehen. Wir müssen jetzt schauen, wie wir das halt in Ruhe machen. Und das allererste, was ich halt mache, ist Arbeitsmaterial wechseln. Ganz viele Leute versuchen...
05:00:13 mit Halfter, also mit Stahlhalfter zu verladen. Ein Stahlhalfter ist kein Arbeitswerkzeug, um mit einem Pferd zu arbeiten. Ein Stahlhalfter ist genau das, was es heißt. Es ist ein Stahlhalfter. Das heißt, es ist dafür da, ein Pferd am Anbinder anzubinden oder von...
05:00:28 der Box oder der Weide oder sonst wo zum Anbinder zu bringen. Es ist kein Werkzeug, mit dem du arbeitest, wenn du mit einem Pferd arbeitest. Du kannst mit einer Wassertrense arbeiten, du kannst mit einem Knotenhalfter arbeiten, du kannst mit einem Kappzaun arbeiten oder anderen Sachen. Aber ein Stallhalfter gehört nicht auf den Pferdekopf, wenn du longierst. Was noch weniger, oder quasi solche Sachen machst, was noch weniger auf den Kopf eines Pferdes gehört, bei solchen Sachen, ist ein Gebiss.
05:00:55 Das ist nämlich das, was ich bei Englischreitern auch immer wieder sehe, dass die dann sagen, okay, über den Stahlhalfter habe ich nicht genug Einwirkung, weil ein Stahlhalfter ist halt total stumpf. Mit dem Stahlhalfter, wenn ein Pferd keine Lust hat, geht das komplett mit dir spazieren. Das hebt dich einfach mitsamt des Halfters und allem hebt dich das hoch. Das heißt wichtig, so Knotenhalfter, Wassertrense, Kappzaum, das ist Arbeitswerkzeug. Das gehört in die Hände von Menschen, die...
05:01:20 Das Nutzen, um sich selbst zu schützen und mit den Pferden zu arbeiten, das sind keine Werkzeuge, um zu bestrafen. Das sind keine Werkzeuge, um Schmerzen zuzuführen. Das sind keine Werkzeuge, um quasi in irgendeiner Weise dieses Tier zu quälen. Das sind Werkzeuge, um eine wenig eine Verhältnismäßigkeit herzustellen zwischen der Kraft und dem Gewicht von dem Tier, mit dem du zu tun hast, und dir selbst. Also in gewisser Weise sind sie auch eine...
05:01:46 Lebensversicherung für dich in solchen Situationen, weil Pferde gefährlich sein können. Ich habe eine Freundin, die letztes Jahr eine Fingerkuppe verloren hat, weil sie ihr eigenes Pferd verladen hat. Und dieses Pferd läuft ohne Probleme in den Anhänger. Das war nicht mal eine Stresituation. Das war nicht mal irgendwie ein Unfall, der irgendwie großartig passiert ist, sondern das Pferd ist ganz normal in den Hänger hineingelaufen und sie hatte quasi leider
05:02:14 Es hat sich quasi verheddert mit dem Finger in dem Strick quasi von dem Pferd. Und das Pferd hat einfach nur einen Schritt zurück gemacht. Und dadurch, dass sich das verheddert hat, hat das stumpfe Seil ihr die Fingerkuppe durchtrennt.
05:02:28 Die hat jetzt nur noch einen halben Mittelfinger. Und das ist ohne Stress passiert. Da war kein Steigen, kein Rambazamba, kein gar nichts. Das Pferd hat einfach nur einen Schritt zurück gemacht, mit dem sie nicht gerechnet hat und sie hat ihren Finger nicht schnell genug rausgezogen. Das heißt, verladen bei Pferden ist wirklich, du hast da 600 Kilogramm vor dir und musst das quasi in den Anhänger bekommen. Und das ist einfach enger Raum. Das ist einfach, da ist ein gewisses Risiko da. Das heißt, ich arbeite nicht mitten im Halfter.
Werkzeuge und Sicherheitsvorkehrungen beim Verladen: Schutz von Pferd und Mensch
05:02:5405:02:54 Und ich arbeite auf gar keinen Fall mit einem Gebiss, weil ein Gebiss nicht dafür da ist.
05:03:00 da im Zweifelfall auch quasi festhalten zu können oder im Zweifelfall im Notfall korrigieren zu können, weil es viel zu scharf ist und weil es vor allem die Zähne ruiniert und zerstört und das möchtest du nicht. Und weil du ja, wenn du ein Gebiss hast, dann kannst du ja nur auf der einen von beiden Seiten einhängen. Das heißt, wenn das Pferd sich reinhängt oder dich mitnimmt, dann ziehst du im schlimmsten Fall dem Pferd das Gebiss durch die Zähne durch. Das heißt, das Metallding...
05:03:29 da drinnen, macht ihr halt die ganzen Zähne vom Pferd kaputt. Das ist ein Gebiss. Ein Gebiss gehört nicht longiert. Bitte hört auf, das zu machen. Das ist nicht das Werkzeug dafür. Ich arbeite in der Regel mit einem Knotenhalfter. Ich arbeite sehr gerne mit sehr harten Knotenhalftern. Also hart vom Material her. Das heißt, die sind aus PPM-Seil oder wie die heißen. Das sind so Kunststoffseile.
05:03:55 Bitte niemals ein Pferd an einem Knotenhalfter anbinden. Ein Knotenhalfter ist ein Arbeitswerkzeug. Das gehört...
05:04:03 auf den Kopf deines Pferdes und in deine Hand. Und wenn das Seil nicht in deiner Hand ist oder lose auf dem Boden liegt, dann gehört es nicht an den Kopf des Pferdes. Auf gar keinen Fall dein Pferd mit einem Knotenhalfter quasi anbinden. Wenn dein Pferd angebunden ist und es schreckt sich und es hängt sich in das Seil rein, dann zieht sich das so fest, das hat keine Sollbruchstelle wie quasi Stahlhalfter. Du kriegst das nicht mehr auf. So dieses Pferd stranguliert sich damit, wenn du damit nicht aufpasst. Geht auch für die Wassertrense und geht auch...
05:04:32 Auch für einen Kappzaun. Auch an einem Kappzaun gehört ein Pferd nicht angebunden. Auch an einem Gebiss gehört ein Pferd nicht angebunden. Aber das ist nochmal eine andere Geschichte. Das heißt, ich wechsle halt erstmal auf Knotenhalfter. Ich arbeite total gerne mit eben harten Seilen, die von sich aus quasi eine Form vorgeben. Das heißt, ich möchte ein Seil haben, das von sich aus schon relativ steif ist und nicht...
05:04:57 komplett anliegt. Ich mache das deswegen, weil es quasi dem Pferd mehr die Möglichkeit gibt, wenn es quasi nachgibt und wir in einer Pausesituation sind, jeglichen Druck vom Gesicht zu verlieren. Es liegt quasi nicht komplett an. Das heißt.
05:05:15 vor allem bei jüngeren Pferden, vor allem bei sehr sensiblen Pferden, die halt so Druckstellen hier nicht mögen, ist halt ein härteres Material, das selber mehr die Form behält, tatsächlich weniger überreizend und weniger stimulierend für das sehr feine Nasenbein des Pferdes als quasi ein Knotenhalfter, das sehr lose ist.
05:05:34 also vom Material sehr locker und sehr weich ist und halt komplett drauf liegt und sich nicht lösen kann, sondern halt komplett drauf liegt. Das ist insbesondere deswegen halt wichtig, weil viele Pferde, gerade wenn du sie nicht kennst, werden mit sehr viel Druck geritten, leider. Das heißt, die allerhäufigste wirklich empfindliche Druckstelle, die ich bei Pferden kenne, ist der Druck auf dem Nasenrücken. Das heißt, ganz viele Pferde.
05:06:02 Ganz viele Pferde reagieren auf quasi Druck auf dem Nasenrücken über einen Knotenhalfter.
05:06:08 übermäßig empfindlich, weil sie schon so überreizt sind über diese Druckstellen, weil sie mit Martin-Gall geritten werden, weil sie mit Ausbindern geritten werden, weil sie runtergezogen, runtergerissen, runtergemaßregelt werden, sodass, wenn du quasi zu viel Druck auf dem Nasenrücken hast, dir das Pferd bei dem Versuch, diesem Druck zu entweichen, quasi schon komplett entgegenkommt. In der Erwartungshaltung, dass da jetzt was ganz Schlimmes passiert. Das ist auch einer der Gründe, warum ich lieber mit einem Knotenhefter arbeite, das selber...
05:06:38 quasi die Form hält, weil du dann den Druck komplett wegnehmen kannst. Dann nehme ich, mache ich erstmal ein bisschen den Abstand. Das heißt, ich löse die Situation von dem quasi Vehikel, in das das Pferd reingehen soll, löse ich auf, indem ich erstmal ein bisschen weggehe und versuche das Pferd quasi, bitte was, Isa?
05:07:06 Dann gehe ich quasi erstmal von dem Anhänger weg, um erstmal in einer noch nicht so negativ behafteten Situation, quasi in einer nicht so negativ behafteten Situation, das Pferd kennenzulernen. Weil meistens kenne ich das Pferd noch gar nicht. Das heißt, ich weiß gar nicht, was kann dieses Pferd, was kann es nicht. In solchen Situationen arbeite ich immer mit einem Stick.
05:07:34 Immer. Ich nehme immer einen Stick in die Hand, weil ich kenne das Pferd nicht. Ich hatte so viele Pferde schon in der Hand, wo es hieß, nee, super brav, total brav, kann man reiten, wird seit zehn Jahren geritten und so weiter. Und dann wollte ich es quasi zirkeln. Das bedeutet, ich schicke das Pferd, ich stehe dann am Boden und möchte das Pferd quasi im Kreis um mich herum schicken. Es ist ein bisschen wie Longieren, aber alles ein bisschen quasi kleiner in dem Fall. Und das Pferd...
05:07:57 läuft komplett ohne Rücksicht auf Verluste quasi in mich rein. Und dann hast du die Besitzerin daneben stehen und die sagt, ah, oh ja, ja, das haben wir schon lang nicht mehr geübt. Das heißt, du bist dann mit Pferden quasi konfrontiert, die...
05:08:11 Du bist halt mit Pferden konfrontiert, die wissen nicht, dass sie nicht über dich drüber laufen dürfen. Die wissen nicht, dass sie Abstand zu dir zu halten haben. Die sind das letzte Mal wahrscheinlich in ihrer Grundausbildung vor sieben Jahren longiert worden. Und die letzten sieben Jahre ist alles, was mit ihnen gemacht wurde, dass sich da jemand draufgesetzt hat und da eine Stunde dran rumgerissen hat. Deswegen brauche ich diesen Stick, weil ich damit meinen Raum verteidige. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wenn ich mit einem Stick arbeite, dann ist der Stick...
05:08:41 Niemals etwas, was quasi in den Bereich des Pferdes eindringt, um das Pferd zu bestrafen oder zu jagen. Der Stick ist nichts anderes als meine Raumverteidigung, weil ich halt im Gegensatz zu einem anderen Pferd nicht beißen oder ausschlagen kann. Das bedeutet, wenn du mit Pferden arbeitest, dann ist einer der wichtigsten Punkte, die du verstehen musst, du hast quasi deinen Raum.
05:09:05 Und das Pferd hat seinen Raum. Und du möchtest, dass das Pferd quasi lernt, dass es deinen Raum zu respektieren hat. Im Sinne von, ich möchte nicht, dass 600 Kilogramm über mich drüber rennen, weil das ist für mich lebensgefährlich. Und ich möchte, wenn ich mich mit dem Pferd quasi auseinandersetze und beschäftige, dass es quasi in diesem Armbereich von mir Abstand hält. Und um diesen Abstand bei einem Pferd einzufordern...
05:09:30 das quasi, um den Abstand von diesem Pferd quasi einzufordern, das nie gelernt hat, Abstand zu halten, wedle ich mit dem Stick innerhalb meines Raumes. Das bedeutet, ich nutze diesen Stick, das kannst du im Zweifelfall auch mit einer Hand machen, aber mit dem Stick kannst du dir ein bisschen mehr Raum machen, wedle ich quasi vor mir hin und begrenze, wenn das Pferd mir zu nahe kommt. Das bedeutet nicht ich.
05:09:54 schlage das Pferd, das ist nicht gut, sondern hier ist meine Grenze und wenn dieses Pferd mich niederrennt, rennt es quasi in meinen Stick rein und merkt, ah, okay, nein. Das heißt, solange das Pferd außerhalb meines Radiuses bleibt,
05:10:07 berührt der Stick ihn nicht. In dem Moment, in dem das Pferd in mich reinrennt, habe ich eine Begrenzung, die sagt, hallo, stopp. Das möchte ich haben, weil ich nicht will, dass ich als nächstes die Hufe dieses Pferdes in meinem Gesicht habe. Und du bei Pferden halt, wenn ein Pferd sich schreckt, wenn ein Pferd Angst hat, wenn ein Pferd versucht, wo wegzuweichen, das Schlimmste, was halt passieren kann, ist, dass ein Pferd über dich drüber rennt. Das ist wirklich lebensgefährlich. Ich muss das nochmal sagen. Das ist einfach eine Sache, die quasi
05:10:38 Ich liebe das, Isa. Ich liebe das, dass du einer Western-Trainerin gerade quasi erklärst, dass sie Western reiten soll. Hallo, ich arbeite auf einem Pferdehof und ich bin Western-Trainerin.
05:10:49 Das heißt, ich erkläre gerade quasi, was ich mache, weil ich heute in der frühen einen Fall hatte, wo ich als Trainerin auf einem anderen Hof eingesprungen bin und beim Verladen geholfen habe von einem Pferd, das sich nicht verladen lässt. Das heißt, ich rede hier nicht von meinem regelmäßigen Training. Ich rede von der Situation, wenn du die Freude hast, fremde Pferde für den Tierarzt verladen zu müssen, weil die Leute die Pferde nicht in den Hänger bekommen und du versuchst, eine Lösung zu finden, in dem das Pferd nicht sediert werden muss und nicht geschlagen werden muss. Das ist das, worum es quasi gerade geht.
Beziehung zwischen Stresslevel der Besitzer und Erfolg des Verladens
05:11:1805:11:18 Und dann ist quasi das Erste, was ich quasi mache mit dem Pferd, bevor ich wieder zurück zum Transporter gehe, ist, ich vergesse erst mal den kompletten Transporter, sondern wir regeln jetzt erst mal so ein paar grundlegende Dinge mit dem Pferd. Nämlich, kann das Pferd, wenn ich es nach links schicke, links um mich herum gehen? Kann das Pferd, wenn ich es nach rechts schicke, rechts um mich herum gehen? Kann das Pferd stehen bleiben, wenn ich bitte, dass das Pferd stehen bleibt? Hört das Pferd mir überhaupt zu?
05:11:47 Hält das Pferd Abstand zu mir? Das sind Sachen, die möchte ich erst einmal abseits von dem Stress, von dem Transporter sehen, weil ich halt für mich wissen möchte, in was für einem Gefahrenbereich bewege ich mich. Habe ich hier ein Pferd, das gelernt hat, Abstand von mir zu halten oder habe ich ein Pferd, das das nicht gelernt hat? Ich muss das wissen, weil das nächste, was ich machen werde, ist zu versuchen, ein Pferd in eine enge kleine Gasse, in der ich und das Pferd nur nach vorne oder nach hinten
05:12:17 hinten können zu führen. Und wenn ich ein Pferd habe, das ohne Rücksicht auf Verluste über mich drüber brettert, dann muss ich das anders machen, als wenn ich ein Pferd habe, das grundlegend schon verstanden hat, dass es bitte nicht über mich quasi drüber zu rennen hat. Auf die Frage, was mache ich in dem Moment mit den Besitzern? Im Optimalfall klärst du ein, zwei Sachen ab und dann schickst du die Besitzer so weit, wie sie es zulassen, weg, weil sie meistens in der Situation selber schon so gestresst sind.
05:12:45 Und das halt sich komplett krass auf das Pferd überlebt, also quasi überträgt. So, die Pferde kennen mich nicht. Die Pferde kennen ihre Besitzer. Die Besitzer sind gestresst, wütend, traurig, manche weinen, manche sind mega angestrengt. Die meisten sind in einem quasi Ausnahmezustand, weil sie halt schon zwei, drei, vier Stunden versuchen, was zu lösen, wo sie nicht weiterkommen. Und dann in völliger Verzweiflung. Also du musst dir mal überlegen, in was für einem Zustand ein Pferdebesitzer ist, wenn eine wildfremde Trainerin anruft.
05:13:14 weil er nicht mehr weiß, was er machen soll, sie keinen Trainer haben, der da gerade helfen kann und er halt hofft, dass es eine Lösung gibt, das Pferd reinzubekommen, ohne es zu sedieren. Das heißt, das ist die Scheiße, wo du halt kommst. Und da ist, es bringt nichts, so den Besitzer daneben zu haben, der dann vielleicht noch gestresst ist oder heult und am allerbesten halt dann auch noch sagt,
05:13:34 Oh, mach nicht das oder mach nicht dieses oder das kann er nicht und noch reinredet. So das Pferd wird sich dann primär an den Besitzer orientieren, weil es den Besitzer kennt und mich nicht. Und es wird mir nicht glauben, dass alles okay ist, weil der Besitzer halt daneben steht und totalen Stress schiebt. Das heißt, ich werde dem Pferd versuchen zu sagen, hey, alles ist cool.
05:13:51 Wir brauchen uns gar nicht aufregen und der Besitzer daneben ist so, oh mein Gott, wir sind zu spät dran, es hat nicht geklappt, das tut mir so leid, das ist mir so unangenehm, das hat er noch nie gemacht, oh Gott, ja, das mag er auch nicht. Das heißt, das Pferd kann gar nicht in einen Modus kommen, in dem es sagt, okay, es ist nicht schlimm, weil es ja die ganze Zeit im Spiegeln ist und sagt, was passiert, ich muss aufgeregt sein. Das heißt, du willst quasi, du willst halt den Besitzer nicht da haben. Das Problem ist, dass die meisten Besitzer halt nicht weggehen wollen.
05:14:21 Weil sie halt Angst haben, was du jetzt mit ihrem Pferd machst, weil sie dich nicht kennen. Das heißt, ich versuche den Leuten halt dann zu sagen, so geh da rüber, setz dich hin, mach dir einen Kaffee, mach dir einen Tee, trink was, es geht jetzt nicht schneller, du hast es bis jetzt gemacht, cool.
05:14:38 Alles okay, du kannst dir von dort alles angucken, aber setz dich dahin, trink was, chill was, iss ein Keks, weil die Leute meistens durchs Kaffee trinken oder durchs Keks essen und durchs Hinsetzen selber ruhiger werden und das hilft mir in meiner Arbeit. Ist großartig. Ja, und dann geht es halt erstmal wirklich darum, das Pferd kennenzulernen. Das heißt, ich stehe da neben diesem Transporter und dann wird gezirkelt. Das heißt, ich möchte erstmal mit dem Pferd abklären,
05:15:02 Kann ich dich bewegen? Lässt du dich von mir bewegen? Hörst du mir zu? Beschäftigst du dich mit mir? Wenn das Pferd das kann, dann ist das leichter.
05:15:11 Wenn wir jetzt von einem Worst-Case-Szenario ausgehen, dann ist es eine Katastrophe. Also Worst-Case-Szenario ist, du hast ein Pferd, das seit Jahren nicht longiert wurde, du hast ein Pferd, das in die Klinik muss und das um jeden Preis da jetzt rein muss. Du musst dieses Pferd da reinbekommen und das Pferd ist aber für dich auch eine Gefahr. Dann ist etwas, was ich in dieser Situation quasi mache und das würde ich sonst niemals machen, ist dem Pferd quasi klarzumachen und zwar mit Nachdruck. Wenn du mich...
05:15:40 verarscht, wenn du mir nicht zuhörst, wenn du quasi deinen eigenen Blödsinn machst und nicht mit mir kooperierst, dann wird es richtig, richtig, richtig, richtig, richtig anstrengend. Und richtig anstrengend heißt nicht, und das ist der Punkt, was dann Leute machen mit, oh, jetzt bestrafe ich mein Pferd, richtig anstrengend bedeutet, bitte geh nach links, bitte geh nach links. Oh, du gehst nicht nach links? Okay, dann gehen wir jetzt rückwärts. Und das ist aber nicht quasi die, das ist quasi nicht ein, oh, ich treffe mein Pferd, das ist nicht quasi ein, ich verprügel jetzt dieses Pferd.
05:16:09 sondern es ist ein du gehst mit einer energie und mit einer überzeugung auf dieses pferd jetzt zu wie es ob du dir selber glauben würdest dass du dieses pferd jetzt aber da in die ecke bekommst pferde sind super sensibel du musst ein pferd nicht treffen wenn du auf dem pferd so drauf gehst und so deine stimme verändert dann wird dieses pferd rückwärts weichen und einfach wirklich abzuklären und zu sagen so du hast über mich nicht drüber zu rennen du hast mich nicht über den haufen zu rennen du hast du darfst immer es ist immer etwas was ich bei pferden halt auch quasi sage
Konsequenz und Gewaltlosigkeit: Eskalationsmanagement und klare Kommunikation
05:16:3805:16:38 Ein Pferd darf immer ausweichen, ein Pferd darf immer flüchten, ein Pferd darf immer quasi sagen, nein, ich möchte hier nicht hin. Ein Pferd darf niemals in dich rein flüchten. Das ist einfach ein riesiges No-Go, weil es ist einfach lebensgefährlich. 600 Kilogramm, die durch dich durchflüchten, sind lebensgefährlich. Da geht es nicht darum, dass ich gemein sein möchte, sondern das muss sitzen. Ein Pferd darf nach links, nach rechts, nach hinten, alles okay.
05:17:03 Alles völlig fein, aber nicht durch dich durch. Und das ist halt quasi eine Geschichte, die musst du diskutiert haben, bevor du mit diesem Pferd an den Hänger rangehst. Weil du möchtest nicht, wenn du versuchst, das Pferd quasi reinzuführen, dass das Pferd dann Stress bekommt und halt volle Kanne durchschiebt oder wieder rausschiebt.
05:17:24 Und dann ist es wirklich ein konsequentes, wir gehen auf den Hänger zu, wir gehen auf den Hänger zu und wirklich auch mit Nachdruck. Und das ist halt auch die Situation, wo ich dann anfänge, Pferde mit einem Stick quasi anzustupsen und nachzukorrigieren. Und wo ich mir dann teilweise eine zweite oder eine dritte Person halt hole, die sich auf die andere Seite stellt und quasi mitschiebt, damit das Pferd halt nicht ausweichen kann. Also schieben im Sinne mit Körperpräsenz.
05:17:50 Und im Zweifelfall, also Worst Case, was wir in Brandenburg hatten, war, dass ein Pferd wirklich so sich geweigert hat, aber musste, ist, dass du nicht schlägst, sondern dass du ein Seil spannst, dass du links und rechts quasi am Hintern quasi spannst. Und dann hast du eine Person quasi.
05:18:08 die vorne das Pferd immer wieder bittet, geh rein, geh rein, geh rein und Pausen macht. Und wenn das Pferd aber wirklich versucht, da komplett raus zu flüchten und es nicht geht, dass du halt Leute hast, die halten und die halt sagen, nee, wir halten jetzt und wir bleiben jetzt da. Das ist, das wird dann...
05:18:22 wirklich spicy und es sind wirklich Notfallsituationen, wenn du zum Beispiel in die Klinik musst. Das mache ich nicht für ein Turnier. Das mache ich nicht für, ich fahre jetzt in den Urlaub. Das mache ich nicht für, ja scheiße, ich habe vergessen, das zu planen. Das mache ich, wenn ein Pferd in die Klinik muss und wir nicht wissen, wie wir das Pferd reinbekommen sollen, dann machen wir das. Das Problem ist, wenn du auf diese Techniken zurückgreifst, also ein Pferd reinzuschieben zum Beispiel, musst du davon ausgehen, dass das nächste Mal verladen schlimmer wird.
05:18:51 Weil das Pferd da nicht positiv rauskommt. Das Pferd wird nicht in diesen Hänger reingehen und sagen, ha, das war jetzt toll, alles ist cool. Das Pferd wird in den Hänger reingehen und sagen, um Gottes Willen. Und es wird beim nächsten Mal noch weniger in den Hänger reingehen. Das heißt, ich sage den Besitzern bei sowas dann auch, so wenn wir das jetzt machen, ich kriege dein Pferd da rein, wir werden es nicht sedieren, wir werden es nicht schlagen, wir werden es nicht prügeln, nichts davon. Aber dieses Pferd wird den Anhänger danach noch mehr hassen als davor. Und wir machen das nur, weil...
05:19:19 die Alternative zum Klinikaufenthalt eine schlimmere ist als quasi das, was das Pferd jetzt hier erlebt, damit, dass wir das hier reinschieben. Und was du da wirklich also in der Vorbereitung halt machst, ist wirklich dieses immer wieder halt quasi mit dem Pferd zum Anhänger hin immer wieder versuchen. Komm rein, komm rein, komm rein. Und
05:19:44 Dann haben wir so die wichtigen Punkte. Es gibt halt unterschiedliche Dinge, wie Pferde halt versuchen, aus solchen Situationen rauszukommen. Meistens versuchen sie links und rechts auszuweichen. Deswegen stelle ich mir halt links und rechts Leute hin, die sagen, hey, nein, hier nicht.
05:19:56 Und was die Pferde dann halt machen, ist entweder versuchen sie nach hoch zu weichen, was beschissen ist, oder sie versuchen wirklich mit Schwung sich loszureißen. Das ist der Grund, warum du mit einem Knotenhalfter, mit einem Kappzaun oder mit einer Wassertrense arbeitest. Wenn ein Pferd versucht sich loszureißen und da ist ein Stallhalfter drauf, dann hast du keinen Meter. Das nimmt dich mit. Wenn du einen Knotenhalfter hast, schon, weil ein Knotenhalfter einfach schärfer ist. Das heißt, wenn das Pferd versucht sich loszureißen,
05:20:23 Wichtigste Punkt bleibt auch bei sowas, in der Regel Pferde reagieren auf Druck mit Gegendruck. Wenn ein Pferd versucht rückwärts rauszugehen, dann bringt es nichts, dagegen anzukämpfen, außer es sind die letzten 15 Zentimeter und du weißt, okay, wenn du dem jetzt einmal einen Klaps mit der Hand, mit der flachen Hand auf den Hintern gibst und reinschiebst, machst du zu und dann ist es durch.
05:20:48 Das ist quasi die einzige Ausnahme in einer Notfallsituation. Aber sonst, wenn das Pferd raus möchte, lass es rausgehen. Vergiss das. Du brauchst dich da nicht reinhängen.
05:20:59 Das kannst du vergessen. Wenn das Pferd da raus möchte, möchte es raus. Aber was ich dann quasi mache in Notfallsituationen, wenn das Pferd wirklich nicht zuhört, ist zu sagen, alles klar, du möchtest rückwärts gehen, dann gehen wir jetzt rückwärts. Das heißt, wenn das Pferd quasi dann rückwärts rausschiebt, dann ziehe ich nicht dagegen, sondern ich quasi schaue, dass das Pferd anständig auf dem Boden ankommt, also dass es nicht über die Rampes printet. Und dann lasse ich nicht zu, dass das Pferd quasi sich eindreht und vorwärts rennt, sondern dann sage ich, alles klar, dann gehen wir jetzt rückwärts.
05:21:28 lauf ich, wenn es sein muss, mit dem Pferd die nächsten 40 Meter auf dem Platz rückwärts, bis sie sagt, okay, stopp. Damit es quasi in diesen Momenten realisiert, ah, okay, so, die findet es gar nicht witzig, wenn ich das mache. Die kommt nicht in eine Situation, in der sie sagt, um Gottes Willen und alles fallen lässt, sondern holy fucking shit, wenn ich das mache, dann oh.
05:21:49 So, das heißt, dass du bei dem Pferd halt diesen Effekt quasi hast. Und damit kriegst du es halt im Endeffekt auch geregelt, dass ein Pferd in so einer Situation anfängt zu überlegen, oh, möchte ich das? Oder hält dich das quasi vielleicht doch gerade noch aus? Das ist aber nicht schön. Das ist halt, das würde ich halt sagen, das ist halt nicht schön, weil das Pferd lernt dadurch nicht, ich vertraue den Menschen, alles ist okay, alles ist cool. Das Pferd lernt dadurch, oh mein Gott, okay.
05:22:16 Oh mein Gott, okay. Und ich hatte das jetzt zweimal, dass das wirklich richtig, richtig schön ist. Nee, Pferde hassen das rückwärts zu gehen, weil sie nicht richtig sehen, wohin sie laufen, weil sie nicht richtig sehen, quasi, sie sehen nicht, wohin sie treten. Das heißt, du schickst ein Pferd halt rückwärts fluchten.
05:22:38 ein Fluchttier halt rückwärts, das dann aus dieser Situation halt rausgeht und sagt, um Gottes willen. Eine Alternative, wenn es halt nicht ein ganz so schlimmes Worst-Case-Szenario ist, ist halt einfach sehr anstrengend zu machen. Also das ist halt eigentlich immer the way to go, zu sagen, ja okay, aber alles, was außerhalb passiert, alles, was abseits von dieser Ladeklappe passiert, ist anstrengender. Das heißt, jedes Mal, wenn das Pferd von der Ladeklappe kommt, muss es laufen.
05:23:05 wird es longiert. Und zwar so, dass es anstrengend ist und ich dann sage, okay, möchtest du eine Pause machen? Wenn wir eine Pause machen, dann machen wir die Pause wieder auf der Laderampe. Das ist super anstrengend. Und der springende Punkt, der eigentlich dabei halt eine wichtige Rolle spielt, und das ist das, woran diese Techniken halt scheitern, ist, dass du verstehen musst,
05:23:30 wann du selber die Situation entlässt. Das heißt, es ist nicht damit gemacht, dass du quasi mit dem Pferd auf die Rampe gehst, wartest, bis das Pferd es nicht mehr aushält und dann flieht das Pferd darunter und dann quasi bestrafst du, sondern die Idee dahinter ist, du lässt das Pferd auf die Rampe und jedes Mal, wenn es einen Schritt auf dich zumacht, entlässt du und nimmst den Druck weg und je nachdem, wie das Pferd tickt, gehst du teilweise auch selber wieder von der Rampe runter. Ich weiß, es gibt Trainer, die sagen, nein, auf gar keinen Fall.
05:23:59 Weil dann verlierst du jeden Meter wieder. Ich gehöre nicht dazu. Ich sage doch, doch, doch. Aber du musst halt lesen können, wann ist der richtige Moment. Und der richtige Moment ist halt im Optimalfall immer den Moment abzufangen.
05:24:12 bevor das Pferd aus Stress sagt, oh mein Gott, ich will nicht mehr. Das heißt, wir gehen auf die Rampe drauf, wir machen eine Pause auf der Rampe, wir versuchen, eine Situation der Ruhe zu erzeugen. Cool, das hat funktioniert. Wenn ich kann, versuche ich weiterzugehen. Wenn ich merke, das Pferd schafft es nicht, gehe ich wieder runter, laufe zwei Runden, gehe wieder auf die Rampe drauf. Und das wird dann so gemacht. Eine Stunde, zwei Stunden, drei Stunden.
05:24:34 So, ab Stunde zwei bin ich dann an dem Punkt, dass ich sage, alles klar, jetzt überlegen wir, ob wir quasi mit einem Seil schieben. Und so habe ich bis jetzt jedes Pferd verladen bekommen. Aber es ist halt wirklich ein Zermürbungsprozess. Es ist im Endeffekt, du zermürbst das Pferd, bevor du selbst zermürbt bist. Und das Wichtige ist halt dabei, und das ist dann die Herausforderung.
Zermürbungstaktik: Geduld als Schlüssel zum Erfolg
05:24:5905:24:59 Nicht wütend auf das Pferd zu werden, nicht frustriert auf das Pferd zu werden, nicht in ein Gefühl von, oh mein Gott, und jetzt machst du das aber zu kommen, sondern eher in einem, ah, das machen wir nicht, komm wieder. Du musst halt bei Pferden, und das ist die Königsdisziplin dabei, in jeder Situation immer wieder zurückschalten können. Ich kann eskalieren.
05:25:22 wenn ich muss. Ich eskaliere, wenn ich Angst habe, dass das Pferd über mich drüber rennt. Ich eskaliere, wenn ich merke, dass das Pferd anfängt, komplett zu spinnen. Also es gibt auch eine der wenigen Situationen, wo ich auch scharf in einen Knotenhalfter reingreifen würde, also quasi runter korrigieren würde, wäre, wenn ein Pferd auf der Laderampe steigt. Das wäre eine Situation, wo ich sagen würde, okay, nope. Weil es einfach gefährlich ist für alle.
05:25:49 Pferd, Menschen, alles. Das geht nicht. Das ist eine Null-Toleranz-Geschichte. Und das ist halt wirklich wohl ein Punkt, wo ich sagen würde, okay, ne. Aber mit den ganzen anderen Sachen. Versucht sich wegzuziehen, versucht sich zu entziehen, läuft dahin weg, geht wieder rückwärts, macht sich steif, dreht den Kopf weg, legt die Ohren an. Alle anderen Sachen, alles, was quasi weniger Eskalation ist, als das Pferd geht hoch und gefährdet sich, darf eigentlich bei dir nicht mehr auslösen, als
05:26:17 Okay, dann laufen wir jetzt. Und dann wieder, hey, möchtest du nicht. Es ist eigentlich, sagt man, beim Pferdetraining hast du so eine Eskalationsstufe von 1 bis 10. Und du fragst eigentlich immer mit so einer Energie und Intensität von 2 bis 3. Und wenn ein Pferd nicht hören möchte, dann gehst du vielleicht mal auf eine 4 und eine 5. Und wenn die Situation halt problematischer wird, wie in so einer Situation, dann gehst du vielleicht mal auf eine 7. Und wenn es lebensgefährlicher wird, dann darfst du auch auf eine 10 quasi eskalieren.
05:26:46 Aber das nächste, wenn der Moment vorbei ist, ist wieder die 2. Das heißt, auch wenn das Pferd steigt, auch wenn das Pferd mich mitschleift, auch wenn das Pferd mich trifft, ist scheißegal, egal wie schlimm die Situation ist. Das nächste, was nach der 10 kommt, ist wieder, hey, alles cool, ist nichts passiert.
05:27:05 Ja, so. Ich hatte wegen einem Jungpferd, weil sich das erschrocken hat, das war gar nicht eine Verladesituation, sondern ich hatte wegen einem Jungpferd, weil sich das erschrocken hat, wo ich eine Sekunde zu nah dran stand, hatte ich einen Huf am Kiefer. Weil der quasi einfach ein zweijähriges Pferd, die anderen Pferde kamen von der Weide, sind vorbeikalapiert, er hat sich mega erschrocken und verrissen und ist quasi gestiegen aus dem Nichts heraus. Ich stand 10 Zentimeter zu nah dran, weil ich nicht damit gerechnet habe, weil wir die letzten drei Wochen super entspannt gearbeitet haben und das Pferd noch nie gestiegen ist. Und das Pferd ist halt gestiegen.
05:27:34 hat mich halt mit dem Huf im Gesicht erwischt. Ich habe seitdem hier irgendwo so einen kleinen Cut und hatte Nasenbluten. Und die Reaktion ist aber bei sowas halt immer, hey, alles cool. Ja, mir rinnt gerade Blut aus der Nase. Aber es ist nichts passiert. Wollen wir wieder weiterarbeiten? Und das ist eigentlich der Punkt, an dem quasi die meisten Leute beim Verladen halt scheitern, weil sich die Situation so auflädt.
05:27:59 Und die Leute nicht mehr runterkommen. Und dann hat das Pferd auch keine Möglichkeit, da mehr zu kooperieren. Und das heißt, diese Mischung zu schaffen aus, ich setze eine Grenze, die nicht überschritten wird, aber sobald das Pferd quasi wieder wegkommt von der Eskalation, bin ich die Netteste überhaupt. So als hätte ich es gerade kennengelernt und es wäre das tollste Pferd aller Zeiten. Das ist super schwierig.
05:28:21 Das ist aber sehr viel leichter mit den Pferden als mit den Besitzern, weil du halt weißt, die Pferde sind halt einfach nur die Betroffenen in ihrer Situation. Aber damit läuft das halt in der Regel. Und so war es halt dann heute auch. Und dann könnt ihr euch halt auch vorstellen, warum du halt aus so einer Situation, dann weißt du halt auch, warum ich aus so einer Situation halt so müde rauskomme, weil du halt natürlich nervst.
05:28:56 So, es wäre ja komplett Lügen, wenn du da quasi eineinhalb, nee, nicht mit Blut, sondern mit quasi das Pferd eskaliert, hat keinen Bock. Das war heute nicht halb so wild. Das Pferd hatte keinen Bock und es hat ein bisschen gebraucht, ist aber auch nicht gestiegen und so weiter. Wir haben ein bisschen gezickelt, gemacht, getan, rauf, runter, rauf, runter, rauf, runter. Das war heute einfach nur eine Geschichte von der Konsequenz. Also von konsequentem, langem Prozedere. Also da war keine große Eskalation, da war kein Riesending. Das Pferd ist wohl halt gestiegen.
05:29:25 bevor ich da war, danach halt nicht mehr. Ich habe aber halt auch ein besseres, glaube ich, Gefühl, also ein bisschen hochgegangen, aber ich würde das nicht erst steigen bezeichnen. Ich habe aber auch, glaube ich, einfach ein bisschen besseres Gefühl dafür, wann ich Druck machen darf und wann nicht, damit ich das halt vermeide. Und es war halt einfach, add, send as fuck. So, weil mich solche Sachen halt immer nerven. Und klar, so, wenn du da eineinhalb Stunden stehst, so, dann ist das Innere auch irgendwann mal an dem Punkt, dass du sagst, Alter.
Abschluss und Reflexion: Emotionale Bewältigung und Ausblick
05:29:5005:29:50 Boah, du Gaul, ey. So, meine Güte. So, vor allem, wenn Pferde fünfmal was richtig machen und dann beim sechsten Mal so tun, als hätten sie keine Ahnung, was sie gerade fünfmal richtig gemacht haben. Aber wichtig ist halt, das nicht dann beim Pferd zu parken, sondern halt in eine Schublade zu packen und diese Schublade zuzumachen. Und zwar bis das Pferd quasi, bis du aufgehört hast, mit dem Pferd zu arbeiten. Danach!
05:30:19 Sei wütend, sei frustriert, heule, schreie, ist egal. Aber es darf halt nicht rausbrechen, während du mit dem Pferd arbeitest, weil dann wird alles schlimmer. Und deswegen bin ich halt quasi so ein bisschen heute in so einem...
05:30:31 Modus, weil, ja, weil ich das ein bisschen mit mir rumgetragen habe. Und ich komme zu spät zu meinem Termin. Ich habe um 17 Uhr einen Termin. Leute, ich muss jetzt los. I'm so fucking sorry. Ich habe ein Meeting, das ich komplett verpennt habe. Oh, der Tag heute.
05:30:53 Ich bin morgen wieder da. Morgen ist...
05:31:22 Wochenende. Das ist so toll. Morgen sehen wir uns wieder gegen 10 Uhr. Wir schauen uns morgen die ganzen Bilder an. Yes, yes, yes. Wir machen morgen wieder Dudeln. Wir machen morgen wieder Zocken. Wir machen morgen wieder ganz entspannt und cool und gechillt. Und es war sehr toll trotzdem mit euch. Und ich wünsche euch noch einen wunderschönen Restabend und lasst euch nicht ärgern. Lasst euch nicht ärgern. Lasst euch nicht trollen. Und vergesst nicht, wenn euch jemand nach eurer Meinung wegen Influencer-Gossip fragt, dann ist die beste Antwort immer. Ich hab sehr stark.
05:31:51 gut