Nach der Auszeichnung als 'Gamer des Jahres' wird der Fokus auf die Aufarbeitung historischer Justizwillkür gelegt. Ein Fall aus den 1950er Jahren wird zur Aufdeckung eines Verbrechens, das auf den Nazi-Terror zurückgeht. Die Ermittlungen führen zu einer Denunziantin und zu Personen mit dunkler Vergangenheit.

The Darkest Files
00:00:00

The Darkest Files

Willkommen und Dank für die DCP-Auszeichnung

00:20:51

Der Stream beginnt mit einem herzlichen Willkommen von Steinwallen. Er dankt seinen Zuschauern vielmals für die zahlreichen Glückwünsche anlässlich seiner Auszeichnung als 'Gamer des Jahres' beim Deutschen Computerspielpreis. Er präsentiert dabei den Preispokal und beschreibt ihn als ein sehr schweres, wertiges und futuristisches Metallobjekt, das innen mit einer Gravur versehen ist und leuchtet.

Eindrücke vom Deutschen Computerspielpreis

00:26:47

Der Streamer berichtet ausführlich über seine Eindrücke der Preisverleihung. Er beschreibt die Veranstaltung als sehr professionell, bunt und abwechslungsreich, die gleichzeitig eine angenehme, nerdige und locker Atmosphäre hat. Es sei ein schönes Branchentreffen mit einem wohlwollenden Miteinander. Er erwähnt, dass die Show sowohl Höhepunkte als auch absurde oder peinliche Momente enthielt, aber insgesamt sehr unterhaltsam war.

Transition zum Spiel und Ankündigung des Falles

00:32:29

Nach den Dankesreden und Sponsorenerwähnungen wechselt der Streamer nun zu dem eigentlichen Thema des Abends, dem Spiel 'The Darkest Files'. Er betont, dass der erste Fall nun abgeschlossen ist und man sich mit dem zweiten und letzten großen Fall beschäftigen wird. Der Streamer stellt die Spielfigur, Staatsanwältin Esther Katz, ihr Team um Fritz Bauer und das Setting in den 1950er Jahren vor, in dem Nazi-Verbrechen aufgearbeitet werden.

Vorstellung des neuen Falles: Der Tod von Anna Kaczmirek

01:05:38

Durch den Besucher Walter Hintz wird ein neuer Fall eingeleitet, der die junge Anna Kaczmirek betrifft. Diese wurde 1944 in Braunschweig nach einem Bombenangriff der britischen Luftwaffe als 'Volksfeindin' und 'Plünderin' verhaftet, gefoltert und hingerichtet. Der Fall basiert auf einer wahren Begebenheit und die Aufgabe der Spielerin ist es, die Hintergründe dieser Justizwillkür aufzuklären.

Ermittlungsansätze und offene Fragen

01:29:56

Nachdem die Hauptverdächtigen und der Ablauf der Ereignisse skizziert wurden, definiert die Spielfigur die nächsten Schritte. Es gilt herauszufinden, wer die Polizei auf Anna aufmerksam machte, wer den gestohlenen Koffer in ihr Zimmer platzierte und wer sie zu dem falschen Geständnis zwang. Fritz Bauer bestärkt Esther Katz in ihren Ermittlungen und macht sie zur federführenden Person für diesen sensiblen Fall.

Analyse der vorhandenen Unterlagen

01:33:49

Die Ermittlungen beginnen mit der Sichtung der erhaltenen Fallakten. Neben der offiziellen Todesurteilskanzlei und einer Pressemeldung über den britischen Bombenangriff auf Braunschweig, gibt es eine Pressemeldung der 'Volksstimme Hannover', die den Angriff als feigen Akt der Alliierten darstellt. Diese Propaganda schien den Groll der Bevölkerung zu schüren und die Justiz bei der Verurteilung zu beeinflussen.

Fallanalyse und Ermittlungsfragen

01:36:24

Zunächst wird der Fokus auf die Ermittlungsfragen im Fall Anna Kaczmirek gelegt. Es werden fünf zentrale Themenkomplexe identifiziert: Wer hat die Polizei gerufen? Wer hat den Koffer versteckt? Wer hat durchsucht und beschlagnahmt? Wer war die Verräterin? Und was ist mit Wehr, Folter? Diese Punkte sind entscheidend, um die Ereignisse um die Verhaftung und den anschließenden Prozess der jungen Frau zu rekonstruieren und die Rechtmäßigkeit des Vorgehens zu bewerten.

Verhaftung, Folterung und Schauprozess

01:37:44

Die Ermittlungen enthüllen einen gewaltsamen Verlauf der Verhaftung. Nach einem anonymen Tipp stürmte die Polizei die provisorische Unterkunft und nahm Anna fest. Laut Zeugenaussagen wurde sie durch Schläge und Folter zu einem Geständnis gezwungen. Ihr Prozess wurde als Farce beschrieben, bei der keine Beweise oder Zeugen für ihre Verteidigung zugelassen wurden. Sie wurde schuldig gesprochen und als 'Volksschädling' zum Tode durch das Fallbeil verurteilt, basierend auf einem erpressten Geständnis.

Beweismittel und Glaubwürdigkeit

01:42:48

Durch das Einsichtnehmen der alten Fallakte und des Geständnisses kommen Zweifel an der Glaubwürdigkeit auf. Das Geständnis, in dem Anna Kaczmirek angibt, aus Neid den Koffer ihrer Nachbarin Emilia Becker gestohlen zu haben, wirkt untypisch für eine 19-Jährige und wahrscheinlich vorgeschrieben. Dies wird durch eine handschriftliche Unterschied bestätigt. Zudem wird die Definition von 'Plünderung' im damaligen Kontext erörtert und die starke Strafandrohung im 'Reichsgesetzblatt gegen Volksschädlinge' analysiert.

Zeugenaussagen und neue Erkenntnisse

01:59:56

Die Zeugenaussagen von Heidi Grunewald und Wolfgang Kirchmann liefern neue, entscheidende Erkenntnisse. Sie schildern, wie Emilia Becker gezielt die Polizei alarmierte und währenddessen den Koffer in Annas Zimmer deponierte, um den Tatbestand zu fingieren. Die Aussage beschreibt, wie die Beamten Anna brutal verhörten und folterten, während andere im Notunterkunft anwesend waren. Diese Aussagen decken die reale Schuld Emilia Beckers auf und widerlegen die Anschuldigungen gegen Anna.

Ermittlungsstrategie und Personenvernetzung

02:53:35

Nachdem die Hauptverdächtige Emilia Becker identifiziert ist, wird eine Strategie für die weiteren Ermittlungen festgelegt. Es wird beschlossen, zunächst den Freund, Wolfgang Kirchmann, zu befragen, da er Emilia kannte und als Rekrut der neuen Bundeswehr möglicherweise relevante Informationen hat. Die polizeilichen Verantwortlichen und das Beweisformular sollen ebenfalls geprüft werden. Parallel dazu wird der Fall von Peters aktenkundig gemacht, der einen Nazi-Kollaborator als Mentor hatte.

Nazi-Vergangenheit im Kollegenkreis

03:04:06

Eine brisante Nebenhandlung beleuchtet die Nazi-Vergangenheit eines Kollegen. Peters deckt auf, dass der respektierte Kollege Hirschbach im Nazi-Regime als Staatsanwalt jüdischen Besitz konfisziert und Menschen deportiert hat. Diese schockierende Enthüllung zeigt, wie tief das nationalsozialistische Gedankengut in den nachfolgenden Generationen und Institutionen verwurzelt war und die Kontinuität von staatlicher Gewalt und Unrecht über den Krieg hinaus aufzeigt.

Beweisaufnahme im Fall Anna Katschmire

03:09:14

Die Beweisaufnahme im Fall Anna Katschmire wurde detailliert vorgelegt. Es handelt sich um ein Beweisformular vom 20. Oktober 1944, das bei ihrer Verhaftung sichergestellte Gegenstände auflistet. Dazu gehören ein abgenutzter Lederkoffer, Damenblusen, ein Schal sowie verbrannte Briefe und Dokumente, darunter ein Schulzeugnis. Die Gesamtstücke stimmen mit den gestohlenen Gegenständen überein und werden als Beweismittel für eine mögliche Gerichtsverhandlung aufbewahrt.

Befragung von Frau Hausle und neue Verdächtige

03:10:41

Der Fokus verlagerte sich auf die Befragung von Frau Hausle, die dem Ermittlerteam zahlreiche Notizen zur Verfügung stellte. Wichtige Informationen bezogen sich auf das Seidelmädchen, das betrunken nach Hause gekommen sein soll. Zudem gab es kritische Bemerkungen über den Soldatenjungen Wolfgang und das Kätzchenmädchen, die herumgeschlichen sein soll. Die Äußerungen deuten auf ein komplexes Beziehungsgeflecht und Verdächtige im Umfeld der Ereignisse hin.

Verdächtige aus der Nachbarschaft und der Gestapo-Brief

03:13:44

Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Denunziantin aus der Nachbarschaft, deren Aussage zentral ist. Ein entscheidender Fund ist ein Brief des hochrangigen Gestapo-Offiziers Kirchmann an Wolfgang Kirchmann. Der Brief enthält scharfe Vorwürfe und enthüllt, dass Wolfs naive Aktion zur Rettung des Mädchens einen schweren Fehler darstellt. Die Gestapo fordert stattdessen die Exekution des Mädchens als Abschreckungsmaßnahme und droht Wolfgang mit Konsequenzen.

Verbindungen zur Polizei und Hinweise auf Gewalt

03:16:54

Alte Verbindungen zur Polizei lieferten neue Informationen. Es gab Hinweise, dass die beiden damaligen Polizisten, Klaus Nowak und Otto Wagner, besonders rabiat bei Verhören vorgegangen sind. Es wird vermutet, dass Wagner bei der Festnahme des Mädchens verletzt wurde, weil sie sich gewehrt hat und er hart zugeschlagen hat. Ein Foto aus einer Kneipe zeigt die beiden Männer nach einem Bombenangriff und könnte ein wichtiges Indiz sein.

Aufrollung historischer Kriegsverbrechen

03:20:02

Ein weiterer wichtiger Hinweis führte zu einer Akte über Erschießungen von Häftlingen in Breslau. In diesem Dokument taucht der Name Josef Becker auf, der mit dem Familienname der Hauptverdächtigen übereinstimmt. Eine zentrale Figur in diesem Fall ist Kurt von Stamm, ein Richter, der die Erschießung bestätigte. Es gibt den stark Verdacht, dass Stamm die Lüge deckte, da die Behauptung, die Frau sei auf der Flucht erschossen worden, nicht der Wahrheit entspricht.

Ausblick auf die nächste Folge und Programmpunkte

03:31:50

Nach einer intensiven Sitzung wurde angekündigt, dass die nächste Befragung nicht wie geplant an nächsten Donnerstag, sondern stattdessen bereits am Mittwoch, den 21. Mai, um 20:45 Uhr stattfinden wird. Der Streamtitel dafür wird sein. Zuvor gibt es am Freitag und Samstag das große Multiplay-Event Stellaris ab 17 Uhr. In zwei Wochen, am Mittwoch, dem 28. Mai, ist ein Sonderevent mit Crusader Kings 3 geplant.

Analyse des Spiels 'Darkest Files'

03:49:44

Der Streamer analysierte die Darkest Files positiv und betonte, dass das Setting der Nazi-Verbrechen beabsichtigt verstörend und befremdend wirken soll. Er lobte den Erzählton, der es schafft, eine tragische und dramatische Atmosphäre zu schaffen, ohne dabei zu düster oder zu trist zu wirken. Die komplexe und umfangreiche Handlung erfordere wahrscheinlich mehrere Abende und biete eine sehr solide Spielzeit.

Eindrücke vom Deutschen Computerspielpreis

04:04:18

Der Streamer berichtete von seinen Eindrücken des Deutschen Computerspielpreises. Er äußerte Erleichterung über den gewonnenen Preis, da dies ein abgeschlossenes Kapitel darstellt. Er habe Kontakt zu einigen Entwicklern geknüpft und sich besonders auf den geplanten Indie-Booth-Auftritt von Planetenkanonen-Verteidigungskommandant zur Gamescom gefreut. Die Location war seiner Meinung nach nicht so gut wie die der vorherigen Jahre.