The Darkest Files ! Donnerstag 1.5., ab 20.30 Uhr, Start ca. 20.45 Uhr commands
Ermittlungen in The Darkest Files
Es wurde eine Staatsanwältin mit der komplexen Aufgabe betraut, einen Fall aus der Nachkriegszeit zu überprüfen. Ein damals als rechtmäßig eingestufter Todesfall wird nun auf seine Rechtmäßigkeit hin geprüft, um historische Justizirrtümer aufzuarbeiten.
Streambeginn und Programmvorschau
00:18:05Der Stream startet mit Begrüßungen des Moderators, der auf die zweiwöchige Pause hinweist und begeistert die Aufnahme des Spiels "The Darkest Files" ankündigt. Neben der unmittelbaren Vorstellung des Spiels gibt es bereits erste Hinweise auf zukünftige Streams. Es wird ein geheimer, besonders spannender Stream für den nächsten Donnerstag, 18 Uhr, angekündigt, sowie der reguläre Stream am darauffolgenden Freitag mit Jagged Alliance 3 und Whisky Tasting. Für die kommenden Monate wird aufgrund von Urlaubsplanungen eine etwas lückenhafte Stream-Ausgabe angekündigt.
Einführung in "The Darkest Files"
00:37:19Nach einer allgemeinen Einführung in das Spiel wird der Fokus auf die historische Einordnung gelegt. "The Darkest Files" ist ein Fortsetzungswerk des Spiels "Through the Darkest of Times" behandelt aber eine eigenständige Geschichte aus der Nachkriegszeit in Westdeutschland. Der Spieler schlüpft in die Rolle der Staatsanwältin Esther Katz, die in einem Team um Fritz Bauer Nazi-Verbrechen aufklären soll. Besonderes Augenmerk wird auf die Bitte an Zuschauer gelegt, die das Spiel bereits kennen, sich im Chat zurückzuhalten, um für Neulinge spoilerfreies Mitforschen zu ermöglichen.
Spielstart und erste Ermittlungen
00:41:03Nach der Einführung ins Spiel und der Wahl des schwierigen "Staatsanwalt-Modus" beginnt die eigentliche Ermittlung im ersten Fall, "Der Rebell". Der Protagonist, Esther Katz, tritt in ihr neues Amt an und erhält von ihrem Vorgesetzten Fritz Bauer den ersten Fall: die Neuaufnahme des Todes von Hans Naumann aus dem Jahr 1945. In der zunächst als Hochverrat eingestuften Tat ermittelt Katz nun mit der Absicht, die Rechtmäßigkeit der damaligen Hinrichtung zu überprüfen und die damaligen Täter vor Gericht zu bringen.
Fallanalyse und historische Dokumente
01:05:54Die Analyse der Fallakte offenbart die erste große Hürde: Der Fall wurde 1947 eingestellt, da die Tat nach damaligem NS-Recht, dem Hochverrat nach §91b des Reichsstrafgesetzbuchs, legal war. Die vier Hauptverdächtigen, darunter der Ortsgruppenleiter Alfred Faltmann und der Kreisleiter Herbert Schwarz, geben an, eine rechtmäßige Hinrichtung durchgeführt zu haben. Nach der ersten Recherche im Archiv und einem Gespräch mit der Sekretärin Paula, um Informationen über die NS-Hierarchie zu erhalten, wird die Witwe des Opfers als erste Zeugin einbestellt, um ihre Sicht der Dinge zu schildern.
Interaktion mit der Umgebung und Archivforschung
01:20:13Nach der offiziellen Ankündigung der Zeugeneinladung nutzt die Protagonistin die Zeit für weitere Recherche. Sie erkundert das Büro und dessen Umgebung, wo sie auf Informationen zur politischen Stimmung und zum Alltag im Jahr 1956 stößt. Im Archiv beginnt sie, die Akten des Falls und der verdächtigen Personen durchzugehen. Sie findet einen wichtigen Befehl des Gauleiters Helmut Sölbrick vom März 1945, der zur Niederschlagung von Aufständen und Hinrichtung von "Verrätern" aufruft, sowie ein Flugblatt, das zur Kapitulation und zum Hissen weißer Fahnen aufruft und möglicherweise die Tat des Opfers motiviert haben könnte.
Konflikt mit Kollegen und Tagesroutine
01:30:06Die Arbeitsroutine im neuen Büro wird durch eine unangenehme Konfrontation mit einem Kollegen, Christoph Wollmuth, getrübt, der den ungewöhnlichen Umgang auf "Du" kritisiert und als "unpassend" bezeichnet. Trotz dieses Zwists setzt Esther ihre Aufgaben fort. Bevor die erste Zeugin, die Witwe Naumann, eintrifft, bereitet sie sich vor und studiert zusätzliches Material über die Rangabzeichen und Strukturen der NSDAP sowie der Wehrmacht, um das Verständnis für die beteiligten Personen zu vertiefen und die Komplexität des Falls zu erfassen.
Ende des ersten Arbeitstages
01:39:03Nachdem alle vorbereitenden Schritte für den nächsten Tag unternommen wurden und die Zeugin Ludmilla Naumann für die Vernehmung am nächsten Morgen einbestellt wurde, endet der erste Arbeitstag symbolisch. Esther Katz kann durch Interaktion mit der Bürotür den Tag beenden und zum nächsten Kapitel übergehen. Die Quintessenz des ersten Tages zeigt die enorme Schwierigkeit der Ermittlung: Der Fall basiert auf einem Verbrechen, das zur damaligen Zeit legal war, und es gilt nun, die Gerechtigkeit in der Nachkriegszeit wiederherzustellen.
Historischer Kontext: Schutzpolizei und NS-Justiz
01:43:33Der Stream beginnt mit einer Erklärung zur Schutzpolizei (Schupo), der uniformierten Polizei im NS-Staat. Ihre Mitglieder waren an der grünen Uniform erkennbar und wurden in verschiedene Abteilungen, wie Streifen- oder kasernierte Polizei, unterteilt. Bis 1943 konnten auch Kriminalpolizei-Abteilungen existieren. Für den Dienst waren strenge Voraussetzungen wie die arische Abstammung und die Mitgliedschaft in der NSDAP nötig. Die kasernierte Polizei bildete später den Kern der in besetzten Gebieten eingesetzten Polizeibataillonen. Parallel wird eine politische Amnestie für Kommunisten thematisiert, die der Bundesinnenminister Gerhard Schröder ablehnt, da die Zahl der Strafverfahren gegen ehemalige KPD-Mitglieder die Justiz überfordert.
Zeugenaussage der Witwe und Fallaufnahme
01:44:18Die Protagonistin Esther Katz nimmt den Fall des 1945 hingerichteten Hans Naumann auf. Die Witwe, Ludmilla Naumann, berichtet, wie ihr Mann im April 1945 von zwei Männern in braunen Uniformen als Geisel abgeführt wurde. Einer der beiden, ein Anführer mit goldenen Streifen an der Uniform, bedrohte sie mit einer Waffe. Später wurde der Leichnam ihres Mannes in einem Wald erschossen aufgefunden. Ihre Aussage deutet auf die Unschuld ihres Mannes hin, da die Verhaftung eigentlich auf einen anderen, ihren Sohn Jan, zielte.
Ermittlungen und Verdächtigenidentifizierung
01:46:33Nachdem die Befragung der Witze abgeschlossen ist, beginnt die Phase der aktiven Ermittlung. Der Spieler erfährt durch Gesprächsprotokolle und Recherchen die Namen der mutmaßlichen Täter: Alfred Faltmann, der Ortsgruppenleiter; Hermann Kiebitz, ein Untergebener; und Karl Schickert, ebenfalls an der Verhaftung beteiligt. Herbert Schwarz, der ranghöchste Beamte, ist bereits verstorben und gilt als mutmaßlicher Befehlsgeber. Das Spiel bietet hier die Möglichkeit, durch das Platzieren von Figuren auf einem Grundriss die Tat rekonstruieren und Theorien aufstellen zu lassen.
Vernehmung des ersten Verdächtigen und Widersprüche
01:56:11Die erste Vernehmung richtet sich gegen Alfred Faltmann. Er gibt an, mit Kiebitz und Schickert in den Keller zu gehen, während der ranghöhere Schwarz im Büro blieb. Schickert habe jedoch den Befehl zur Erschießung erteilt und Faltmann und Kiebitz bedroht, sollten sie widersprechen. Faltmann behauptet auch, an die Unschuld des Opfers geglaubt zu haben. Diese Aussage steht im direkten Widerspruch zu einer früheren Aussage, die den Spielern vorliegt, in der Schwarz selbst den Schießbefehl gab. Dies deutet auf eine Lüge Faltmanns hin und macht ihn zu einem zentralen Verdächtigen.
Recherchetiefe und Beweissicherung
02:50:00Nach der Vernehmung vertieft sich die Recherche. Paula, die Assistenz, liefert entscheidende Informationen. Sie kann eine Akte zu Karl Schickert beschaffen, in der seine militärische Ausbildung vermerkt ist. Eine weitere Aufstellung der Waffenausgabe im Jahr 1945 offenlegt, dass Schickert eine Browning-Pistole erhalten hat – dieselbe Waffe, mit der das Opfer erschossen wurde. Diese Information ist ein Beweis, der Schickert direkt mit der Tat in Verbindung bringt und seine frühere Aussage, nur im Flur gewartet zu haben, als Lüge entlarvt.
Presseangriffe und Fortsetzung des Falls
03:14:38Während der Ermittlungen wird Fritz Bauer in einer Zeitung diffamiert. Ein anonymer Zeuge beschuldigt dessen junge Staatsanwältin, Esther Katz, hysterisch und überfordert zu sein. Gleichzeitig werden historische Ereignisse wie die Einführung des zwölfmonatigen Wehrdienstes und die Ankündigung des UNIWAG I, Europas schnellstem Computer, erwähnt. Diese Nachrichten geben dem historischen Setting Tiefe, während die Ermittlungen voranschreiten und der nächste Verdächtige, vermutlich Karl Schickert, zur Vernehmung ansteht.
Aufdeckung der Wahrheit und Waffenzuordnung
03:19:39Im Zentrum der nun anstehenden Ermittlungen steht die Entschlüsselung der Waffenverhältnisse. Eine von Paula erstellte Aufklärung über die Waffenausgabe an die Gruppe im Jahr 1945 liefert den entscheidenden Durchbruch. Demnach war Karl Schickert mit einer Browning ausgerüstet, was der Tatwaffe entspricht. Vorherige Aussagen Faltmanns, der Schickert deckte, werden dadurch als Lüge entlarvt. Diese Beweisstücke erlauben es, die Täter und ihre exakten Rollen in der Verbrechenskette zu rekonstruieren und eine Klage vorzubereiten.
Ermittlungsfortschritte und Widersprüche im Zeugengehör
03:26:00Im Verlauf des Streams werden die Aussagen der Zeugen Schwarz, Feitmann und Kiebitz intensiv analysiert. Feitmann soll den Befehl erteilt haben, einen unschuldigen Gefangenen zu exekutieren, während Schickert behauptet, Kiebitz habe den Befehl ausgeführt. Die Aussagen widersprechen sich massiv: Während Schwarz Feitmann als strengen, aber organisierten Vorgesetzten beschreibt, wird Feitmann von Schickert als machthungriger Tyrann dargestellt, der mit der Gestapo drohte. Diese widersprüchlichen Aussagen führen zu keiner klaren Beweislage und verkomplizieren den Fall erheblich. Ein weiterer diskrepanter Punkt ist die Frage, wer sich dem Mordbefehl widersetzte und wer drohte.
Analyse der Zeugenaussagen und logische Schlussfolgerungen
03:43:20Die Konfrontation der verschiedenen Aussagen offenbart eine komplexe Situation. Es steht Aussage gegen Aussage, ohne dass eine Version eindeutig als wahr verifiziert werden kann. Der Streamer spekuliert, dass es wahrscheinlicher ist, dass Kiebitz bei Schwarz verblieb, während Schickert behauptet, Kiebitz sei zurückgekommen und habe geschossen. Eine entscheidende Ungereimtheit ist, warum Schickert nicht Feitmann, sondern Kiebitz als Schützen nennt, was logisch weniger konsistent mit den anderen widersprüchlichen Aussagen wäre. Dieser Punkt wird als entscheidender Hinweis für die weitere Ermittlung betrachtet, um die Motivation der Zeifen zu entschlüsseln.
Ausblick auf die nächste Ermittlungsphase und Streamplan
03:41:07Der Streamer betont, dass noch erheblicher Aufwand betrieben werden muss, bevor ein Gerichtsverfahren eingeleitet werden kann. Weitere Akten und Zeugenaussagen müssen gesichtet und analysiert werden. Der nächste Fall wird am kommenden Donnerstag, den 8. Mai, fortgesetzt. Der Stream beginnt bereits um 18 Uhr mit einem geheimen, von The Darkest Files losgelösten Thema und wird später, wahrscheinlich gegen 20 Uhr, mit der Ermittlung weitermachen. Das Ziel ist es, den ersten Fall erfolgreich abzuschließen und vor Gericht zu bringen.
Würdigung von 'The Darkest Files' und thematische Einordnung
05:07:19Abschließend wird das Spiel 'The Darkest Files' hoch gelobt. Der Streamer hebt die enorme Steigerung der Produktionsqualität im Vergleich zum vorherigen Titel des Studios hervor. Das Gameplay, das aus Aktenstudium, Zeugenbefragung und logischem Schlussfolgern besteht, wird als reifer und besser verzahnt beschrieben. Trotzdem besteht die Sorge, dass das Spiel aufgrund seines textlastigen und ernsten Themas weniger Aufmerksamkeit erhält, als es verdient. Es wird als 'Spätzünder' gehofft, der langfristig die Anerkennung findet, die es für seine Inszenierung und Tiefe hat.