In einer mehrstündigen Übertragung wurden die Perseiden und die jüngste partielle Sonnenfinsternis in den Mittelpunkt gerückt. Persönliche Erlebnisse wurden geteilt und Tipps zur Beobachtung und Fotografie gegeben. Die Zuschauer wurden eingeladen, Sternschnuppen zu melden und Wünsche zu äußern. Darüber hinaus wurde über Astronautentraining, die Zukunft der Raumfahrt sowie die Suche nach außerirdischem Leben diskutiert. Ein besonderes Highlight war die Vorstellung von Fototechniken für Himmelsphänomene. Insgesamt wurden rund 44 Sternschnuppen gesichtet.

Special Events
00:00:00

Special Events

Stream-Start und Begrüßung

00:04:23

Der Livestream startete mit einer herzlichen Begrüßung aller Anwesenden im Twitch Studio des Bayerischen Rundfunks in München. Stefan Geier als Moderator, Sophia Seiler, Sina Kürz und Tim Vollert leiteten die Show ein. Der Hintergrund thematisierte die kürzlich stattgefundene partielle Sonnenfinsternis, die alle Anwesenden und Zuschauer inspiriert hat, sich mit kosmischen Ereignissen zu beschäftigen. Die Studio-Dekoration mit Space Night-Elementen betonte das Thema Astronomie und Raumfahrt.

Sonnenfinsternis-Erfahrungen

00:06:38

Die Anwesenden teilten ihre persönlichen Erlebnisse der jüngsten partiellen Sonnenfinsternis. Tim sah sie am Hauptbahnhof in München ohne Brille, während Sina auf dem Dach des BR-Gebäudes mit einer seltenen Sonnenfinsternis-Brille zusehen konnte. Stefan erinnerte sich an die totale Sonnenfinsternis von 1999, als er mit 13 Jahren auf einem Schulhof stand. Die Diskussionen über verschiedene Brillen und Sichtbedingungen unterstrichen die Bedeutung dieser natürlichen Phänomene.

Perseiden-Setup und Wünsche

00:09:17

Der Streamfokus legte sich auf die Perseiden, die in der Nacht vom 12. auf den 13. August zum Höhepunkt kommen. Eine Kamera auf der Winkelmoosalm im Chiemgau ermöglichte Livestreams des Sternenhimmels. Der Chat wurde aufgefordert, Sternschnuppen zu melden und Wünsche zu formulieren. Die Anwesenden erklärten die Tradition, bei Sternschnuppen Wünsche zu machen – von Weltfrieden bis zu materiellen Dingen – und betonten die besondere Atmosphäre dieser Nacht.

Tim Vollert stellt sich vor

00:10:29

Tim Vollert, bekannter TikTok-Influencer und Streamer, stellte sich seine Arbeit vor. Er streame täglich zwischen 21:30 und 0:15 Uhr über Astrophysik, Kosmologie und Biologie. Sein Content kombiniere aktuelle Themen mit Grundlagenfragen wie der Endlichkeit des Universums. Der Chat wurde aufgefordert, Fragen zu stellen, um die Interaktion zu fördern. Tim betonte, dass sein Format kein lineares Fernsehprogramm sei, sondern eine lebendige Diskussion mit dem Publikum.

Sina Kürz: Physikerin und Wissenschaftsjournalistin

00:11:41

Sina Kürz, Physikerin und Wissenschaftsjournalistin, erläuterte ihre Arbeit bei der Europäischen Südsternwarte (ESO) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Sie betonte die Wichtigkeit, junge Menschen für Wissenschaft zu begeistern, und beschrieb ihre Projekte für Schülerinnen und Schüler. Sina erklärte, dass Kinder oft ehrliche Rückmeldungen geben und dass sie viel Freude an der Erklärung komplexer Themen finde, besonders wenn sie verstanden werden.

Kameraaufstellerung auf der Winkelmoosalm

00:14:51

Eine digitale Kamera wurde auf der Winkelmoosalm im Chiemgau aufgestellt, um den Sternenhimmel für die Zuschauer zu zeigen. Die Anwesenden erklärten die Position der Sternbilder Cassiopeia und Perseus als Orientierungshilfe. Zuschauer wurden aufgefordert, Sternschnuppen zu identifizieren und die Ergebnisse per E-Mail an spacenight.br.de zu senden. Ein Tafel- und Kreide-Setup im Studio ermöglichte eine visuelle Zählung der Sternenphänomene.

Perseiden-Peak und Beobachtungstipps

00:18:03

Stefan und Tim erläuterten die optimalen Bedingungen für die Beobachtung der Perseiden. Die beste Zeit sei in der zweiten Nachthälfte vor Morgengrauen, da die Erde durch den Meteorregen fliege. Sie betonten, dass Sternschnuppen zarte Wesen seien und oft nur als kleine Lichtstreifen sichtbar seien. Dennoch seien auch 20–30 Beobachtungen pro Stunde ein Erfolg. Der Chat wurde ermutigt, auch bei Lichtverschmutzung zu versuchen.

Zweiter Stream über TikTok

00:21:54

Um 19 Minuten Verspätung wurde ein zweiter Live-Stream über TikTok gestartet, um die Reichweite zu erhöhen. Die Anwesenden begrüßten die neuen Zuschauer und erläuterten die Kooperation mit der Plattform. Die Kombination aus traditionellem Fernsehen und Social Media wurde als innovativ beschrieben. Die Moderator*innen betonten, dass der Chat ein integraler Bestandteil des Formats sei und die Zuschauer aktiv in die Sendung einbezogen würden.

Susanna Randall: Astronautin und Astronomin

00:35:09

Susanna Randall, Astronautin und Astronomin bei der Europäischen Südsternwarte (ESO), wurde per Videogespräch eingeschaltet. Sie erläuterte ihre Teilnahme an der Initiative der ersten deutschen Astronautin und das mehrjährige Training. Obwohl die Mission nie realisiert wurde, betonte sie den Fortschritt in der kommerziellen Raumfahrt. Susanna beschrieb detailliert das Astronautentraining, einschließlich Höhlen- und Zentrifugenübungen, und die physischen Herausforderungen wie 4,5-G-Beschleunigung.

Astronautentraining und Raumfahrt

00:40:26

Susanna ging auf die Komplexität des Astronautentrainings ein, einschließlich Theorie zu Orbitalmechanik, Raketenantrieben und Körperkenntnissen. Sie beschrieb Übungen in Höhlen, Parabelflügen und Zentrifugen, um Schwerkraft zu simulieren. Die physische und psychische Belastungen während des Trainings wurden hervorgehoben, einschließlich der Fähigkeit, unter extremen Bedingungen teamorientiert zu arbeiten. Susanna betonte, dass das Training auch für Nicht-Astronauten wertvoll sei, um Stresssituationen zu meistern.

Berufung und Leidenschaft für Astronomie

00:48:14

Susanna erläuterte, wie ihre Leidung zur Astronomie entstand. Obwohl sie in einem hell erleuchteten Kontrollraum arbeite, sei die Arbeit faszinierend. Sie beschrieb die Vielfalt der Beobachtungen, von Exoplaneten bis zu Galaxien, und wie Teleskope per Computer gesteuert würden. Trotz der technischen Hilfsmittel betonte sie die Bedeutung, den eigenen Blick auf den Himmel zu schulen. Ihr Lieblingsthemen seien schwarze Löcher und die Suche nach extraterrestrischem Leben.

ISS und kommerzielle Raumfahrt

00:51:31

Susanna gab Einblicke in die Zukunft der Internationalen Raumstation (ISS). Sie erklärte, dass die ISS voraussichtlich bis 2030–2034 im Einsatz bleibe und durch kommerzielle Raumstationen abgelöst werde. Unternehmen wie die von Elon Musk seien dabei, private Stationen zu entwickeln. Susanna betonte, dass staatliche Agenturen wie die ESA sich auf größere Missionen wie den Mond (Artemis) oder Mars konzentrieren könnten, während die kommerzielle Nutzung des Weltraums zunimmt.

Exoplaneten, schwarze Löcher und das Universum

01:00:02

Susanna erläuterte die spannendsten Themen der modernen Astronomie. Mit dem Extremely Large Telescope (ELT) könne man möglicherweise Spuren von Leben auf exoplaneten entdecken. Schwarze Löcher seien ideale Labore für die Relativitätstheorie. Susanna betonte, dass die Suche nach Antworten auf fundamentale Fragen wie die Größe des Universums oder den Urknall eine Rolle spielt. Die Menschheit sei noch am Anfang ihres Verständnisses des Kosmos.

Aliens und das Fermi-Paradoxon

01:10:59

Die Diskussion drehte sich um die Frage, ob es außerirdisches Leben gibt. Susanna erwähnte die Drake-Formel zur Schätzung intelligenter Zivilisationen. Das Fermi-Paradoxon – 'Wo sind die Aliens?' – wurde angesprochen, einschließlich der Dark-Forest-Theorie, die besagt, dass Zivilisationen sich verborgen halten, um überleben zu können. Susanna betonte, dass die Menschheit noch keine Signale an außerirdische Intelligenz gesendet habe, um sich nicht unnötig zu gefährden.

Sebastian Foltmer: Astrofotograf und Sonnenfinsternis-Expedition

01:15:46

Sebastian Foltmer, Astrofotograf aus Island, wurde eingeschaltet. Er berichtete von seiner Suche nach der totalen Sonnenfinsternis, die er in Grönland mit einem Privatjet erlebte. Sebastian erklärte, dass er Kameras in Island aufgestellt hatte, die Regen und Sturm überlebten. Seine Leidenschaft für das Weltraum- und Kosmischen begann mit dem Jupiter-Crash 1994, als Shoemaker-Levi 9 auf den Planeten traf. Seitdem dokumentiere er kosmische Ereignisse.

ISS-Fotografie und technische Höchste

01:19:12

Sebastian beschrieb seine spektakuläre Fotografie der Internationalen Raumstation (ISS). Mit einem Teleskop und Go-To-Motoren verfolgte er die ISS bei 40.000 km/h. Er fotografierte Astronaut Matthias Maurer während eines Außenbordeinsatzes über seiner Heimatregion in der Nähe von Saarbrücken. Durch das Stacken von 100 Bildern gelang ihm ein klares Bild der ISS, inklusive des Roboterarms und der Astronauten. Sebastian betonte die Herausforderung, die Geschwindigkeit und Präzision zu koordinieren.

Tipps für Sternschnuppen-Fotografie

01:21:48

Sebastian gab praktische Tipps für Zuschauer, die selbst Sternschnuppen fotografieren möchten. Mit Smartphones sei dies möglich, allerdings mit Einschränkungen wie internen Stacking-Funktionen, die feine Lichtspuren entfernen könnten. Er empfahl eine hohe ISO (mindestens 3200), eine Belichtungsdauer von 7–10 Sekunden und die Verwendung eines Stativs. Geduld sei entscheidend, da Sternschnuppen unregelmäßig erscheinen. Der Nachtmodus der Kamera sei besonders nützlich.

Sebastian Foltmers persönliche Highlights

01:26:07

Sebastian teilte seine persönlichsten Fotografieerfolge. Neben der ISS-Dokumentation zählten die Beobachtung der Polarlichter in Island und spektakuläre Sonnenfinsternis-Aufnahmen. Sein marktschreieriges Erlebnis sei die Bedeckung des Sterns Betelgeuse durch den Asteroiden Leona in Spanien. Die vier Sekunden dauernde 'Mini-Sonnenfinsternis' ermöglichten ihm, ein spektakuläres Spektrum aufzunehmen. Sebastian betonte, dass solche Phänomene selten und zeitkritisch seien.

Perseiden-Bilanz und Fazit

01:39:21

Nach mehreren Stunden intensiver Beobachtung und Diskussion fassten die Anwesenden die Ergebnisse des Abends zusammen. Der Chat und die Experten zählten insgesamt rund 44 Sternschnuppen. Die Anwesenden betonten, dass Erfolg nicht an der Anzahl liege, sondern an der Erfahrung, Teil eines kosmischen Ereignisses zu sein. Sie gaben abschließende Tipps für zukünftige Beobachtungen: früh aufstehen, dunkle Orte wählen und den Blick nach Nordost richten. Die Kombination aus Sonnenfinsternis und Perseiden wurde als besonders seltenes Ereignis gefeiert.