Die Ernte 2025 steht unter dem Einfluss eines nassen Frühlings und ungeplanten Pausen. Zwar wird bei Roggen mit Erträgen von bis zu 8 Tonnen pro Hektar gerechnet, doch die lange Feuchtigkeit führt zu Qualitätsmängeln. Die Ernte wird zum Futtergetreide, was die wirtschaftliche Lage zusätzlich belastet. Der defekte Überladewagen und finanzielle Herausforderungen durch hohe Kreditbelastungen sorgen für zusätzliche Schwierigkeiten.
Beginn der Ernte und Wetterlage
00:01:51Der Stream startet mit der Ernte des Weizens. Der Streamer berichtet, dass nachmittags ein kurzfristiger Regen die Arbeiten unterbrochen hat, man nun aber hofft, bis in die folgende Nacht durchdreschen zu können. Der Überladewagen ist defekt und muss repariert werden. Ein wichtiger Teil ist per Nachtversand eingetroffen. Bei Wartungsarbeiten wurde eine Welle abgerissen, was einen ganzen Tag Instandsetzung erfordert.
Ernte des Roggens und technische Einstellungen
00:09:41Nach der Weizenernte wird auf Roggen gewechselt, der trotz der häufigen Niederschläge standhaft ist. Der Roggen ist eine A-Sorte, die aber durch die Witterung die Qualitätsgabe verfehlt. Das Dreschen des Roggens erfordert Anpassungen, da der Halm sehr dick und die Erträge schwankend sind. Die Maschine passt sich Motorauslastung, Schachtdicke und Rotorverlusten dynamisch an.
Enttäuschung über die Ernteergebnisse
00:53:56Die Gewissheit tritt ein, dass sowohl der Weizen als auch der Roggen voraussichtlich nur als Futterweide und nicht als Brotgetreide genutzt werden können. Die Erträge liegen im unteren bis mittleren Bereich von 6 bis 9 Tonnen pro Hektar. Für die Streamer ist dies frustrierend, da er trotz Anstrengung und guter Laune keine wirtschaftlichen Erfolge erzielt und dies auf die unkontrollierbaren Einflüsse der Natur zurückführt.
Finanzielle Herausforderungen des Betriebs
01:55:25Der Streamer spricht offen über die finanzielle Lage seines Betriebes. Durch die Ukraine-Krise und hohe Kreditbelastungen kämpft er um das Überleben. Er erwähnt, dass Banken heute nur noch in Energieprojekte investieren und nicht mehr in die Landwirtschaft. Aktuell fließen 15.000 Euro aus seinen privaten Ersparnissen in den Betrieb, nachdem bereits Gelder für Steuern verwendet werden mussten.
Perspektivwechsel und tägliche Herausforderungen
02:00:16Nach einer kurzen Phase der Resignation überlegt der Streamer, den Betrieb eventuell zu verkaufen und ein kleines Lohnunternehmen zu gründen. Dennoch bleibt er pragmatisch und muss sich mit den täglichen Problemen auseinandersetzen, wie dem defekten Überladewagen, der den Ernteablauf stark verlangsamt. An einem vorbeifahrenden Traktor wird eine größere Höhe der Kabine bemerkt, die eine lustige Diskussion im Chat auslöst.
Ernteerträge und Beobachtungen
02:08:43Zu Beginn des Streams wird auf ein ungewöhnliches Phänomen aufmerksam gemacht: über 20 Störche auf dem Feld. Es folgen erste Einschätzungen zur Ernte. Der Roggen zeigt trotz geringer Niederschläge hohe Erträge, die nicht unter 7 Tonnen pro Hektar fallen. Der Streamer äußert sich zum lauten Geräusch der Mähdrescher im Inneren und im Freien, letzteres beschreibt er als fucking Weltuntergang.
Technische Herausforderungen und Fahrgassen
02:10:15Es gibt Probleme mit der technischen Ausrüstung, insbesondere wird der Überladewagen als defekt beschrieben. Dies führt zu logistischen Herausforderungen, da das vollständige Durchschneiden der Felder nicht möglich ist. Es wird diskutiert, wie die Ernte so angelegt werden kann, dass sich der Mähdrescher und der Überladewagen in den Fahrgassen kreuzen können, ohne sich zu behindern.
Feldarbeiten im Roggen und Maschineneinsatz
02:54:50Die Arbeit verlagert sich nun auf das Roggenfeld. Der Streamer berichtet von dem Versuch, den Roggen mit Hilfe von Ehrenhebern aufzuheben, da dieser bereits liegt. Die Maschinenleistung wird analysiert, wobei die Haspel des Mähdreschers in ihrer Bewegung beschrieben wird. Der Roggen gilt als relativ einfach zu ernten, falls kein Raps mehr auf den Flächen stehen würde.
Wirtschaftliche Aspekte und Qualitätsmängel
03:34:28Die Diskussion dreht sich um die wirtschaftlichen Folgen der Ernte. Aufgrund des langen, nassen Frühjahres ist die Qualität des Getreides stark beeinträchtigt, was zu Futterqualität statt Brotqualität führt. Die Preise sind im Keller und liegen deutlich unter den vertraglich vereinbarten Werten. Dies führt dazu, dass trotz hoher Erträge die Margen gering sind.
Persönliche und finanzielle Situation
03:56:21Der Streamer berichtet von seiner persönlichen und finanziellen Situation als Landwirt in Brandenburg. Er erläutert, dass Betriebe im Osten Deutschlands hohe Bankverbindlichkeiten von 1,5 bis 1,7 Millionen Euro haben, da die Flächen erst seit der Wende bewirtschaftet werden. Im Gegensatz dazu sind im Westen und Süden viele Flächen in der zehnten Generation und abbezahlt, was das Wirtschaften dort einfacher macht.
Weizenernte und technische Problemlösung
04:14:37Die Ernte des ersten Weizenfeldes mit 20 Hektar beginnt, und es werden Kooperationen mit einem Pressenbetrieb für das Stroh besprochen. Der Überladewagen ist defekt, was den Arbeitsablauf behindert. Das Schneidwerk wird aus Sicherheitsgründen bei Aufstehen abgeschaltet, was als nervig empfunden wird. Bei der Berechnung der Strohballenzahl auf dem Feld (rund 600) wird eine Pause eingelegt.
Roggenernte und Ertragsausfälle
04:24:32Auf einem Roggenfeld mit Fallzahlen um 80 werden Erträge von 8 Tonnen pro Hektar erzielt, was als stabil und widerstandsfähig bewertet wird. In der Mitte des Feldes sind die Erträge jedoch mit nur 4,8 bis 5,5 Tonnen deutlich geringer, was auf lückigen Bestand zurückzuführen ist. Die Ursache ist unklar, möglicherweise durch Mäuse oder andere Faktoren verursacht. Das Stroh wird als wertvoller Dünger angesehen, dessen Verkauf als nicht sinnvoll erachtet wird.
Erfahrung mit Roggensorten und Wildbeobachtung
04:52:38Die Sorte Serafino zeigt seit Jahren die wenigsten Lagerprobleme, andere Sorten haben sich stärker gelegt. Die Einflüsse von Unwettern werden ausgeschlossen. Während der Fahrt werden Wildschweine mit Frischlingen beobachtet. Die Jäger werden informiert, um eine Störung durch die Erntemaschinen zu vermeiden. Die gesichteten Tiere bewegen sich von links nach rechts.
Betriebsgrößen und technologische Abhängigkeit
05:00:33Die Betriebsgrößen in der Region reichen von 200 Hektar bei Pferdebetrieben bis hin zu 5000 Hektar bei großen Investorenbetrieben. Der eigene Betrieb umfasst rund 4700 Hektar. Die Abhängigkeit von moderner Technik wie den Overhead-Displays und GPS-Komponenten ist stark. Die Angst vor Vandalismus und Diebstahl von teuren Monitoren und Empfängern wird thematisiert.
Wetterentwicklung und Preispolitik
05:38:59Es sind Regenwolken zu sehen, und die Chat diskutiert über Wettervorhersagen für ganz Deutschland. Die Preise für Futtergetreide sind aktuell sehr niedrig. Die Ernte erfolgt als Futtergetreide, da die Qualitätsanforderungen durch Regen nicht mehr erfüllt werden können. Kontrakte werden auf Abstufung abgeschlossen, um Planungssicherheit zu haben.
Ablauf der Ernte und Kooperationen
06:16:29Ein Überladewagen steht zur Verfügung, wird aber als ineffizient kritisiert. Die Zusammenarbeit mit einem Nachbarn bei der Düngergroßbestellung wird erwähnt, um bessere Preise zu erzielen. Die Ernte von Weizen (20 Hektar) und Roggen (31 Hektar) in den letzten zwei Tagen wird zusammengefasst. Die Koordination mit einem benachbarten Betrieb für die Strohpresse ist schwierig.
Fortsetzung der Raps-Ernte und Feldumfahrung
06:58:00Der Streamer setzt die Raps-Ernte fort und berichtet von der vollständigen Räumung des ersten Rapsfeldes, das aus 35 Hektar bestand. Anschließend fährt er mit dem Lexion-Mähdrescher Richtung Betrieb. Während der Fahrt werden Vorgewände von mehreren Feldern geschnitten, um den Weg für nachfolgende Arbeitsgänge freizumachen. Das Ziel ist es, eine Straße für die Jungs aus dem Betrieb zu bauen, damit diese zum Landhandel gelangen können, und Schwadablage für den Biogasbetrieb zu betreiben.
Innovative Ideen zur Arbeitsentlastung
07:00:53Aus Gedanken zur körperlichen Anstrengung beim Mähdrescherfahren entwickelt der Streamer unkonventionelle Lösungsansätze. Er skizziert ein Laufbandsystem in der Mähdrescherkabine, um das Sitzen durch aktives Steuern und Festhalten zu ersetzen. Eine Alternative wäre die ferngesteuerte autonomes Fahren der Maschine, wie es bereits in Asien bei Baumaschinen praktiziert wird. Diese Vorschläge sollen zukünftige Rückenprobleme vermeiden und die Arbeit ergonomischer gestalten.
Logistik und Tauschgeschäfte mit Biogasanlage
07:12:35Nachdem die Vorgewende freigeschnitten wurden, beginnt das eigentliche Dröschen auf der Fläche. Der Streamer wechselt den Arbeitsbereich zur Biogasanlage, um Stroh auf Schwad abzulegen. Ein Kooperationspartner presst dieses Stroh. Dies ist ein reiner Tauschhandel, bei dem keine Geldflüsse stattfinden, aber Gärreste für den eigenen Betrieb fließen. Ein weiteres Partnerunternehmen holt das Stroh für seinen Rinderbetrieb ab, was als synergistisches Verständnis zwischen den Betrieben beschrieben wird.
Herausforderungen der Ernte und Teamorganisation
07:51:37Der Streamer schildert die physischen Belastungen, die mit dem Mähdrescherfahren einhergehen, insbesondere die angespannte Konzentration am Vorgewende. Seine Firmenphilosophie beruht darauf, dass jeder Mitarbeiter alle Aufgaben im Betrieb beherrschen muss, um bei Ausfällen oder Engpässen einspringen zu können. Trotz dieser Flexibilität bleibt die Ernte eine körperlich anstrengende Tätigkeit, die zurzeit bei kühlen Temperaturen und auf teilweise schwierigem Untergrund stattfindet.
Gewichtsmanagement und Transportlogistik
08:12:26Ein zentrales Thema ist das maximale Zuladegewicht der Überladewagen. Der Streamer zeigt, wie sein Mitarbeiter mit einem Gewicht von 39,4 Tonnen und einem Gesamtgewicht von 39,46 Tonnen nahe an der legalen Obergrenze von 40 Tonnen fährt. Er diskutiert die Risiken von Überladungen, die Transportlogistik und wie man mit der Situation umgeht, insbesondere wenn Annahmestellen geschlossen sind und Transporte in die Nacht verlegt werden müssen.
Medienpräsenz und technische Herausforderungen
09:03:00Die Aufmerksamkeit des Streams zieht Medienvertreter an, die den Betrieb und die Ernte beobachten. Gleichzeitig bereitet der Streamer technische Schwierigkeiten vor, insbesondere die Live-Übertragung via Drohne. Er kämpft mit instabilen Verbindungen, ruckelnden Bildern und einem defekten Akku, was die Qualitäten der Aufnahmen beeinträchtigt und den Betrieb stört. Trotzdem versucht er, das Publikum an den Arbeiten teilhaben zu lassen.
Internationale Zuschauerinteraktion
09:24:26Ein englischsprachiger Zuschauer, Hitch, schließt sich dem Stream an. Der Streamer begrüßt ihn herzlich und stellt sich und seinen Betrieb vor. Es folgt eine informelle Unterhaltung, in der der Streamer auf Fragen zum Betrieb, zur Ernte und zur Sprache eingeht. Er merkt an, dass sein Englisch nach Jahren der Nicht-Nutzung etwas rostig ist, betont aber die internationalen Verbindungen, die solche Streams ermöglichen.
Wetterunsicherheit und Planungsanpassung
10:27:19Der Streamer steht vor der Herausforderung, den aktuellen Arbeitsfluss anzupassen, da für den nächsten Tag starker Regen angekündigt ist. Aufgrund der prognostizierten Feuchtigkeit und der Gefahr, dass das Getreide im Anhänger verderbt, beschließt er, den Teil der Ernte, der noch auf dem Feld liegt, zu häckseln anstatt auf Schwad zu legen. Die Priorität liegt darin, das Korn vor dem Regen zu retten, wobei die Qualität der Ernte nur noch zweitrangig ist.