Open Air am See - Aftertalk mit dem Veranstalter @iamaxoy
Festival-Saison endet mit Aftertalk: Erfolgsfaktoren und neue Pläne
Nach dem Festival am See zieht der Veranstalter Bilanz: Organisatorischer Aufwand, Ticketverkäufe und Community-Feedback lieferten wertvolle Erkenntnisse für zukünftige Planungen. Von logistischen Improvisationen bis zur Begegnung mit hohen Künstleransprüchen – was bleibt und was sollte sich ändern?
Vorbereitungen und Ablauf des Festivals
00:01:32Der Streamer beschreibt die Vorbereitungen für das Open-Air-Festival am See in Düren. Nach dem Event werden die Platten, Getränke und die Bühne abgebaut, um die Location zu räumen. Die Platten werden entsorgt, die Bühne abtransportiert und die letzten Reste des Festivals beseitigt. Zudem wird erwähnt, dass der Streamer Emre die verwendeten Materialien für weitere Events wie 'Beat & Drinks' nutzt. Die Atmosphäre und die Organisation des Festivals werden als entspannt und gut gelungen beschrieben.
Organisatorischer Aufwand und Infrastruktur des Festivals
00:04:57Der Veranstalter erklärt den enormen organisatorischen und handwerklichen Aufwand für die Durchführung des Festivals. Die Bühne ist groß und der Aufbau erfordert viel Arbeit, darunter das Ausgleichen des Gefälles mit Sand und Baggerarbeit. Die Infrastruktur für bis zu 10.000 Besucher wird detailliert beschrieben, einschließlich Toiletten, Getränkeversorgung, Sicherheit und Logistik. Besonders hervorgehoben wird die reibungslose Umsetzung trotz anfänglicher technischer Probleme, wie defekten Scannern oder leeren Kühlanlagen.
Finanzierung und wirtschaftliche Herausforderungen
00:07:12Der Veranstalter geht auf die finanziellen Aspekte des Festivals ein und erklärt die hohen Kosten für die Location, dieステージ und Personal. Die Miete für den Badesee ist extrem teuer, und selbst bei ausverkauftem Event reichen die Einnahmen oft nicht aus, um schwarze Zahlen zu schreiben. Die Kalkulation sieht vor, dass das Festival erst bei einer höheren Besucherzahl kostendeckend wird. Zudem müssen Künstler wie Sido teilweise hohe Vorschüsse erhalten, die erst nach dem Event ausgeglichen werden.
Entwicklung des Festivals im Laufe der Jahre
00:12:08Der Veranstalter beschreibt die Entwicklung des Festivals über die letzten Jahre. Im ersten Jahr starteten sie mit etwa 5.000 Gästen, im zweiten Jahr waren sie ausverkauft, doch erst im dritten Jahr gelang es, das Minus aus dem ersten Jahr auszugleichen. Durch Konkurrenz und höhere Kosten konnte in den Folgejahren kein Gewinn erwirtschaftet werden. Die Buchung hochkarätiger Künstler wie Sido oder Leonie erhöht die Qualität, aber auch die Kosten. Die Suche nach einer eigenen Location gestaltet sich als Herausforderung.
Konkurrenz und strategische Entscheidungen
00:21:05Der Veranstalter erklärt die Konkurrenz im Veranstaltungsbereich, insbesondere durch große Events wie Rock am Ring oder World Club Dome. Diese Veranstalter bieten höhere Budgets, was dazu führt, dass Künstler schneller gebucht werden. Um dieser Konkurrenz auszuweichen, wurde das Datum verschoben. Zudem berichtet er von einem Konflikt mit einem Konkurrenten, der versuchte, Sido für eine eigene Veranstaltung zu verpflichten und mit negativen Konsequenzen drohte.
Anfänge des Festivals und Zusammenarbeit mit Daniel
00:28:01Der Streamer und der Veranstalter (@iamaxoy) gehen auf ihre gemeinsamen Anfänge ein. Ursprünglich als DJs und Konkurrenten aktiv, entwickelten sie nach einer zufälligen Begegnung die Idee, ein eigenes Festival zu organisieren. Daniel brachte die Initiative ein, und gemeinsam buchten sie erste Künstler wie Tilo. Die Finanzierung gestaltete sich schwierig, da sie selbst über keine großen finanziellen Mittel verfügten. Durch harte Arbeit und Networking gelang es ihnen, das Event ins Rollen zu bringen.
Behördliche Hürden und Netzwerkaufbau
00:34:36Der Veranstalter betont die Bedeutung von Kontakten und Netzwerken im Veranstaltungsbusiness. Ohne Unterstützung durch Bekannte und Beziehungen zu Behörden wäre die Organisation des Festivals nicht möglich gewesen. Er nennt als Beispiel die Zusammenarbeit mit dem DSP, die durch persönliche Verbindungen ermöglicht wurde. Solche Verbindungen sind entscheidend, um behördliche Hürden zu überwinden und notwendige Genehmigungen zu erhalten.
Künstlerbetreuung und spontane Herausforderungen
00:40:17Ein zentraler Aspekt der Veranstaltung ist die Betreuung der auftretenden Künstler. Der Streamer schildert humorvoll bis drastisch, wie Sido spontan ins Wasser sprang und auf Tretbooten planschte. Solche unerwarteten Wünsche müssen spontan erfüllt werden, um den Künstlern gerecht zu werden. Auch kleinere Details wie die Bereitstellung von Handtüchern oder die Betreuung von Künstlern wie Leonie erfordern viel Improvisationstalent und Stressresistenz.
Logistische Herausforderungen und Teamarbeit
00:49:00Der Veranstalter thematisiert die logistischen und organisatorischen Herausforderungen des Events. Er berichtet von der Beschaffung von Möbeln am Morgen, die später für mehr Sitzmöglichkeiten sorgen sollten. Besonders hervorgehoben wird die Unterstützung durch das Team, insbesondere durch Carsten, der trotz extremer Belastung mit über 30.000 Schritten am Tag unermüdlich die Gastro-Infrastruktur organisierte. Die Teamdynamik und die kollektive Anstrengung werden als zentraler Erfolgsfaktor hervorgehoben, trotz Überforderung und Zeitdruck.
Künstleransprüche und Rider-Management
00:50:44Die Anforderungen der Künstler, insbesondere deren "Rider" – detaillierte Listen mit technischen und logistischen Bedürfnissen – wurden intensiv diskutiert. Die Manager der Künstler erwiesen sich als besonders fordernd, was den Veranstalter überraschte. Er betont, dass manche Forderungen absurd wirkten und teilweise darauf abzielten, zu testen, ob die Rider überhaupt gelesen wurden. Beispiele hierfür sind abstrakte Wünsche wie ein Zebra oder eine Giraffe in der Garderobe, was verdeutlicht, wie aufwendig das Management solcher Events sein kann.
Planung und Umstrukturierungen aufgrund logistischer Engpässe
00:54:45Aufgrund der kurzfristigen Absage von Containern und der unerwarteten Nicht-Benutzbarkeit der Badebrücke musste innerhalb von zwei Wochen eine neue Lösung für den Backstage-Bereich gefunden werden. Dies führte zu erhöhten Kosten und logistischem Chaos, da die neuen Container zu klein waren, um die benötigte Infrastruktur unterzubringen. Die engen Zeitpläne und unvorhergesehene Änderungen stellen eine enorme Belastung dar, die nur durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie der Wiener von Wolf Dienster bewältigt werden konnten.
Künstler-Pausen und verlängerter LAuf der Veranstaltung
00:57:44Ein großer Streitpunkt war die verweigerte Live-Musik während einer längeren Pause sowie die Einschränkung der Bühnenpräsenz für den Veranstalter selbst. Sidos Manager zwang ihn zu einem Auftritt hinter einem sichtabweisenden Tuch (Kabuki), was als klare Missachtung der eigenen Rolle bewertet wurde. Die extreme Belastung auf allen Seiten führte dazu, dass der Veranstalter selbst in Situationen eingreifen musste, die theoretisch nicht in seiner Verantwortung gelegen hätten, darunter die Behebung technischer Probleme.
Vision für zukünftige Veranstaltungen und wachstumsorientierte Ziele
01:01:31Der Veranstalter skizziert kühne Zukunftspläne wie eine Bühne mitten auf dem See und ein halbkreisförmiges Amphitheater für bis zu 35.000 Gäste, um das Festival zu internationalem Ansehen zu verhelfen. Diese Ideen zielen darauf ab, das Évent finanziell tragfähiger und kulturell vielfältiger zu gestalten. Er betont jedoch, dass solche Visionen oft an finanziellen und logistischen Realitäten scheitern, besonders in kleineren Städten wie Düren.
Bewertung der Zuschauerresonanz und atmosphärischer Hochpunkte
01:03:43Die Besucherzahlen von ca. 8.000 bis 9.000 pro Tag wurden erreicht, wobei der Freitag mehr Gäste verzeichnete als der samstags. Trotz des Wetters und organisatorischen Hürden wurde die Atmosphäre von den Besuchern überwiegend positiv bewertet. Der Veranstalter hebt die Energie der Gäste hervor, die trotz organisatorischer Missstände ein enthusiastisches Feiern ermöglichten. Die aktive Community und das Feedback durch hohe Nächtlichen Ticketverkäufe für 2025 zeigen die Akzeptanz des Events.
Musikalische Line-Ups und Publikumskonsens
01:07:30Der Freitag war von Mainstream- und Hip-Hop-Künstlern wie Sido und Kool Savas geprägt, während der Samstag auf Party-Musik wie Ballermann setzte. Diese strategische Zweiteilung wurde defensiv diskutiert, da Mischeinhalte innerhalb eines Festivals oft schwer zu definieren und zu kuratieren sind. Der Veranstalter plädiert dafür, das stärkere Konzept (Ballermann) beizubehalten und den Freitag als Konzerttag auszubauen. Kritik äußert sich an übermäßigen Gästen an Samstagen, die durch Trunkenheit den Ablauf stören.
Finanzielle Herausforderungen und wirtschaftliche Tragfähigkeit
01:12:25Trotz hoher Besucherzahlen lag der finanzielle Break-even-Point knapp unter den Erwartungen. Der Veranstalter unterstreicht die enorme Bedeutung der Ticketverkäufe und Sponsoring-Partnerschaften, um die Betriebskosten zu decken. Er zieht einen Vergleich zwischen Leidenschaft und wirtschaftlicher Notwendigkeit und weist darauf hin, dass selbst gut gemeinte Events ohne klare finanzielle Planung scheitern können. Die Ausrichtung eines 3-Tage-Festivals wird als eine mögliche zukünftige Lösung diskutiert.
Feedback zum Event und zukünftige Planung
01:18:10Zusammenfassend reflektiert der Veranstalter die Stärken und Schwächen des Events: Die Teamarbeit und die Energie der Gäste werden positiv hervorgehoben, während die logistischen Herausforderungen und kurzfristigen Änderungen als belastend empfunden wurden. Für die Zukunft plant er, den Konzertcharakter des Freitags weiter auszubauen und den Ballermann-Charakter auf einen Tag zu reduzieren, um eine noch bessere Balance zwischen wirtschaftlicher Tragfähigkeit und Besucherzufriedenheit zu erreichen. Detaillierte strategische Gespräche mit dem Team sind für die weitere Planung geplant.
Pläne für zukünftige Veranstaltungen und ,Beats and Drinks‘-Event
01:43:32Der Veranstalter spricht über zukünftige Pläne, darunter die Rückkehr zu ,Beats and Drinks‘ nach einer Erholungswoche. Er betont, dass eine Teilnahme mit dem Auto aufgrund der Lage auf dem Marktplatz in Lüren nicht möglich ist. Das Event ,Beats and Drinks‘ auf dem Marktplatz hatte im Vorjahr 4000 Gäste und verzeichnet erneut hohe Teilnehmerzahlen. Trotz logistischer Herausforderungen plant man eine Fortsetzung, da die Nachfrage und das Interesse durch die Decke gehen. Der Moderator dankt zudem Community-Mitgliedern, darunter Dom, der sieben Stunden angereist ist, sowie seinen Mods und Helfern wie Eddy, Plushko und Eis, für ihre Unterstützung und Engagement während des Events.
Begegnungen und positive Erfahrungen während des Festivals
01:44:16Der Veranstalter hebt die positive Atmosphäre und die Möglichkeit hervor, als Community und Streamer zusammenzukommen. Er teilt mit, dass er bei ,Beats and Drinks‘ nicht nur Community-Mitglieder aus der Region, sondern auch Gäste aus der Schweiz traf. Besonders hervorgehoben werden Kontakte zu Mods wie Jule, Timo und Lisa, die ihm unter anderem ein T-Shirt mit seinem Gesicht als Aquaman schenkten. Des Weiteren erhielt er eine Figur als ,Veranstalter‘ von seinen Mods Jule und Timo. Der Moderator betont die Bedeutung solcher Begegnungen für das Gemeinschaftsgefühl und die persönliche Verbindung innerhalb der Community.
Herausforderungen des Veranstalter-Daseins und Unterstützung des Teams
01:45:21Der Veranstalter thematisiert die Herausforderungen, denen er als Veranstalter begegnet, insbesondere die begrenzte Zeit für persönliche Interaktionen trotz großer Anforderungen. Er erklärt, dass er vorher klar kommuniziert habe, dass er während des Festivals nicht ständig Zeit für Chats oder persönliche Gespräche habe. Einige Gäste und Mods fühlten sich zwar vernachlässigt, doch der Moderator zeigt Verständnis und dankt seinen Mods für ihren Einsatz. Er betont, dass er trotz des Stresses die Arbeit seines Teams hoch schätzt und ihm bewusst ist, dass ohne sie 90% der bisherigen Erfolge nicht möglich gewesen wären.
Strategische Partnerschaften und stadtpolitische Zusammenarbeit
01:47:16Erwähnung finden Kooperationen mit lokalen Unternehmen und Behörden, darunter auch Stadt Düren. Der Moderator erklärt, dass man mit verschiedenen Vertretern der Stadt zusammenarbeitet und gemeinsame Projekte vorantreibt. Ein konkretes Beispiel ist die angestrebte Teilnahme am Stadtfest, bei dem man jedoch höhere finanzielle oder logistische Zugeständnisse einforderte, um langfristig partnershipbasiert zusammenzuarbeiten. Des Weiteren thematisiert er die restriktive Veranstaltungslandschaft in Düren, die maximal fünf große Veranstaltungen pro Saison erlaubt, wofür er durch eine Sondergenehmigung auf sechs kommt.
Vision eines Community-Events und persönliche Rückblicke
01:48:21Der Moderator und Axel, ein ehemaliger Schulkamerad, reflektieren über die gemeinsame Vergangenheit und die heutigen gemeinsamen Ziele. Sie träumen von einem reinen Community-Festival, bei dem alle Teilnehmer T-Shirts mit ihren Chatnamen tragen und die Veranstaltung ausschließlich aus eigener Community getragen wird. Der Fokus liegt auf der Schaffung einer nachhaltigen, von der Community geprägten Marke, unabhängig von externen Meinungen oder Neid. Der Veranstalter betont, dass die Events professional erarbeitet und optimiert werden müssen, wobei der Community-Aspekt im Vordergrund steht.
Optimierungspotenzial für zukünftige Veranstaltungen
01:50:14Es werden konkrete Ideen zur Verbesserung der nächsten Auflage des Festivals diskutiert, darunter die optimierte Platzierung von Stromkästen für besseres Internet, ein besserer Standplatz nahe den Toiletten sowie die Integration von lokalen Partnern und Sponsoren. Der Moderator erwähnt auch mögliche Bühnenauftritte seines Teams und die Wichtigkeit eines Lenkungsausschusses zur effektiven Planung. Des Weiteren wird betont, dass Stream-Content zweitrangig gegenüber der reibungslosen Durchführung des Festivals ist. Das Ziel bleibt, die Kosten niedrig zu halten und gleichzeitig ein Premium-Erlebnis für die Besucher zu bieten.
Nachhaltige Zusammenarbeit und langfristige Ziele als Veranstalter
01:53:09Der Veranstalter spricht über die Bedeutung eines harmonischen Teams und der langfristigen Zusammenarbeit mit langjährigen Partnern wie Medienprofis und Helfern. Sein Wunsch ist es, eine Arbeitsumgebung zu schaffen, in der Mitarbeiter unabhängig und eigenverantwortlich ihre Aufgaben innerhalb eines Rahmens erfüllen können. Dies soll nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch zur Persönlichkeitsentwicklung aller Beteiligten beitragen. Der Moderator beschreibt dies als ,Nonplusultra‘ und betont, dass wahre Zufriedenheit nicht allein durch finanzielle Erfolge, sondern durch gemeinsame Erfolgserlebnisse erreicht wird.
Reflexion über das Event und persönliche Insights des Veranstalters
01:54:24Der Moderator zieht ein erstes Fazit über das Festival: Trotz anfänglicher Stressepisoden wie einem Stromaggregat-Schaden am Vortag des Events und geplatzten Internetkabeln während der Stream-Übertragung beschreibt er das Festival als rundum gelungen. Besonders hervorgehoben werden die niedrige Kriminalitätsrate und die engagierte Polizeipräsenz. Er ist stolz auf das Ergebnis und betont, dass er weiterhin Spaß an der Organisation hat und das Projekt unabhängig von finanziellen Verlusten fortführen würde. Die Bewertungen auf Google hätten mit 3,9 Sternen dazu beigetragen, dass man dringend mehr positive Rezensionen sammeln müsse.
Abschlussreflexion und Ausblick auf weitere Projekte
01:56:24Um die Veranstaltung nicht nur lokal, sondern auch online präsent zu halten, wird diskutiert, wie man mithilfe der Community eigenständige Abbauprozesse oder spezielle fünftägige Community-Momente streamt, um die Interaktion zu fördern. Der Moderator dankt zudem seinen Helfern und betont die Bedeutung von absoluter Ruhe und Entspannung für das Team, um die psychische Belastung durch Stress und Druck abzubauen. Er plant, das nächste Event ,Open Air am See‘ sofern möglich fortzuführen und betont, dass der wichtigste Fokus auf Gesundheit und Work-Life-Balance für das Team liege, unabhängig von externen Erwartungen.