Reaction auf Finanzen von @benjamool

Finanzen im Fokus: Wie viel verdient ein Streamer wirklich?

Es wurde eine detaillierte Analyse der Finanzen eines Streamers veröffentlicht. Dabei wurden die Einnahmen aus verschiedenen Quellen den Ausgaben gegenübergestellt. Fokus liegt auf den hohen Abgaben wie Steuern, Krankenversicherung und den Kosten für notwendiges Equipment. Die Analyse zeigt, dass das reale Nettoeinkommen deutlich geringer ist, als es oft angenommen wird.

Just Chatting
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Just Chatting

Streamauftakt und Themenankündigung

00:00:54

Der Stream beginnt mit Begrüßungen im Chat und einer lockeren Atmosphäre. Die Streamerin, Verena, kündigt an, dass ursprünglich ein IRL-Stream geplant war, den sie jedoch aufgrund gesundheitlicher Probleme absagen musste. Stattdessen soll ein entspannter Just-Chatting-Stream mit variablen Themen stattfinden. Dabei wird die Möglichkeit genannt, über eine Finanzliste, einen Contentplan oder auch einfach nur Videos zu schauen und zu plaudern.

Diskussion über Influencer-Dasein und Einkommen

00:03:29

Ein zentrales Thema des Streams ist die Reflexion über das Leben als Content Creator und Selbstständige. Verena unterhält sich über die oft unrealistischen Vorstellungen vom Influencer-Sein und teilt ihre Gedanken dazu. Sie geht auf die Vorurteile ein, dass jede Frau mit Onlyfans reich wird, und klärt auf, dass dies in den allermeisten Fällen nicht der Fall ist. Auch das Einkommen als Selbstständige wird thematisiert.

Finanzielle Realität als Selbstständige

00:18:15

Verena gibt einen tiefen Einblick in ihre Finanzen. Sie erklärt, dass ihr Nettoeinkommen trotz hoher Streaming-Einnahmen deutlich geringer ausfällt, da hohe Steuern (ca. 50%), Miete in München (1.300 Euro für 35 Quadratmeter) und die Krankenversicherung (1.200 Euro) abzüglich sind. Sie stellt klar, dass sie finanzielle Sorgen habe, aber nicht arm sei und dass sich ihr Einkommen kaum von einem festangestellten Arbeitnehmer in München unterscheide.

Stressfaktoren und Belastung durch die Selbstständigkeit

00:34:27

Die Streamerin schildert die immense psychische und körperliche Belastung, die mit ihrer Selbstständigkeit, der Geschäftsführertätigkeit und dem Streaming einhergeht. Sie beschreibt eine Fünffachbelastung aus Privatleben, der GmbH und der Content-Erstellung. Ihr Gehirn rattere permanent und die ständige Problemlösung koste enorm viel Energie, was zu gesundheitlichen Problemen wie Neurodermitis und starker Kraftlosigkeit führt.

Kritik am Cancel-Kultur und der Plattform Fanblast

00:52:42

Nach einem Kommentar über die Streamerin Annie the Duck, die nach einem Shitstorm weniger Zuschauer hatte, wird die breitere Thematik des Cancelns und der Wahrheit im Internet angesprochen. Verena äußert ihre Skepsis gegenüber der Art und Weise, wie in der Öffentlichkeit Personen angeprangert werden. Sie hinterfragt die Motivation der Kritiker und warnt davor, blind zu sein für den Content, den solche Vorfälle für die Kritiker generieren.

Finanzielle Lage und Betriebsrealität

01:17:58

Verena stellt fest, dass ihre GmbH trotz regelmäßiger Einnahmen noch nicht die Gewinnschwelle erreicht, da die Ausgaben, insbesondere für die Mitarbeiterin Eva, zu hoch sind. Sie betont, dass allein das Arbeiten von ihr und Eva keine Gewinne generiert, da viel Arbeitszeit in nicht direkt umsatzbringende Tätigkeiten investiert wird. Die Geschäftsführerin sieht sich mit dem täglichen Dilemma konfrontiert, zwischen der Notwendigkeit, Aufgaben selbst zu erledigen, und der Frage, wann man weiterdelegieren kann, ohne die Qualität zu senken.

Zeitintensiver Kundenakquise-Prozess

01:19:01

Ein zentraler Kritikpunkt ist die deutlich unterschätzte Dauer des Prozesses vom Erstkontakt bis zur finalen Konvertierung eines Kunden. Im Gegensatz zu einer einfachen Dienstleistung ist das Agenturgeschäft komplex und umfasst viele Schleifen, vom Pitch über die Konzepterstellung bis zur finalen Preisverhandlung, die oft zu unerwarteten Rückmeldungen oder Kürzungen führen kann. Verena merkt an, dass im Marketing-Bereich zudem erst ein Kundenbedarf geweckt werden muss, was den Prozess zusätzlich verlängert.

Späte Sales-Aktivierung als Fehlentscheidung

01:36:25

Verena räumt einen schweren Fehler ein: Sie hat zu spät mit aktivem Sales begonnen, da sie annahm, dass potenzielle Kunden von allein auf sie zukommen würden. Fehlende Erfahrung im Vertriebsbereich und eine zu starke Fokussierung auf die Content-Erstellung verhinderten einen früheren, systematischen Aufbau einer Kundenpipeline. Mittlerweile ist eine Pipeline etabliert, deren Aufbau jedoch viel Zeit und Anpassungen erforderte.

Spezialisierung und Zielgruppenansprache

01:41:09

Aufgrund von Missverständnissen im Chat erklärt Verena detailliert den Geschäftsmodell ihrer Twitch-Marketingagentur. Sie konzentriert sich nicht auf die einfache Platzierung von Produkten durch Streamer, sondern auf die umfassende Beratung von Marken. Dazu gehört die Konzeption, wie eine Marke authentisch und zielgruppenorientiert auf Twitch dargestellt werden kann, um den Werbeerfolg zu maximieren. Die Zielgruppe wird nicht primär über den Streamer, sondern über die Unternehmensziele definiert.

Langfristige Ziele der Selbstständigkeit

01:52:44

Verena definiert ihre Ziele klar ab: Sie strebt keine kurzfristige Profitabilität an oder möchte eine Arbeitnehmerin sein. Ihr Ziel ist es, eine skalierende Selbstständigkeit aufzubauen, die langfristig finanzielle Sicherheit und persönliche Zufriedenheit ohne den ständigen Druck der Streamingbranche bietet. Sie sieht die GmbH als notwendigen Schritt, um die Basis für ein erfolgreiches Leben nach der potenziellen Endlaufbahn als Content Creator zu schaffen.

Kritik am reine All-in-Strategie von Streamern

02:05:22

Verena äußert sich sehr kritisch über Streamer, die ihre gesamte Existenz auf die Streaming-Karriere setzen und auf eine klassische Ausbildung oder den Aufbau einer alternativen Einkommensquelle verzichten. Sie warnt eindringlich, dass die meisten von ihnen am Ende ohne finanzielle Rücklagen, ohne Qualifikationen und mit geringen Perspektiven dastehen werden. Dies führt für viele zur "Altersarmut" und der Notwendigkeit, mit 50+ wieder unqualifizierte Jobs anzunehmen.

Analyse von Benjamins Finanzen

02:19:27

Der Stream schwenkt auf eine Analyse der Finanzdaten des Streamers Benjamin um. Verena und ihr Chat betrachten dessen Dashboard und vergleichen die monatlichen Einnahmen aus Twitch, die hauptsächlich aus Abos, Cheers und Werbung bestehen. Die anfänglichen Monate sind mit unter 200 Dollar sehr bescheiden. Ein signifikanter Anstieg ist ab August 2023 zu verzeichnen, was mit dem Beginn seiner Selbstständigkeit zusammenhängt und den Erfolg dieses Schrittes unterstreicht.

Steuertechnische Relevanz und Anfangsjahr

02:30:31

Verena bespricht die steuerliche Relevanz der Einnahmen für das Jahr 2023, insbesondere dass der Dezember aufgrund des Zuflussprinzims in das Folgejahr fällt. Sie referenziert Benjamins erste Erfahrungen mit 139 Streamingstunden und 1.000 Euro Einnahmen, was einem Stundenlohn von etwa 14 Euro entspricht. Sie betont, dass am Anfang viel Arbeit mit geringem Ertrag anfällt und sie damals auf private Rücklagen angewiesen war, um die Kosten für das Streaming zu decken.

Einnahmen und Abgaben von Twitch und StreamElements

02:31:55

Verena stellt die Einnahmen aus den Jahren 2023 und 2024 gegenüber. Im Jahr 2023 waren es bei StreamElements 5.312 Euro netto, bei Twitch 10.269 Euro nach Umrechnung und Abzügen. Benjamin habe im Vergleich zu vielen anderen Streamern ein starkes erstes Jahr auf Twitch gehabt. Sie verdeutlicht, dass seine Einnahmen nicht nur von Donations, sondern auch erheblich von Werbeeinnahmen abhängen, die einen festen Teil seiner Einnahmen ausmachen und seine Reisen mitfinanzierten.

Stundenlohn als entscheidende Kennzahl

02:48:30

Verena kritisiert die Betrachtung der Gesamteinnahmen, da diese zur Irreführung führen können. Benjamin habe in einem Monat 95 Stunden gestreamt, was einem Halbtagsjob entspricht, aber dennoch nicht vom Überleben gedeckt gewesen sei. Der Fokus sollte auf dem Stundenlohn liegen, da dieser ein realistischerer Indikator für den Erfolg und die Effizienz des Streamings sei. Sie selbst erreiche einen Stundenlohn von etwa 31 bis 36 Dollar, was für sie solide sei, aber nicht zum Leben ohne Zusatzeinkommen ausreiche.

Unrealistische Erwartungen und organisatorische Herausforderungen

02:55:30

Verena äußert sich über die unrealistischen Erwartungen an Streamer und die organisatorischen Schwierigkeiten, insbesondere im Umgang mit Quittungen. Als Selbstständiger, der viel unterwegs sei, sei es unmöglich, alle Belege lückenlos zu verwalten. Sie appelliert an mehr Verständnis und Empathie für Menschen, die andere Stärken und Schwächen haben und fordert ein Ende der moralisierenden Haltung, bei der sich jeder als perfekt darstellt.

Private vs. betriebliche Finanzen

02:57:15

Verena differenziert zwischen privaten und betrieblichen Ausgaben und erklärt, dass verlorene Quittungen oft als Privataufwand behandelt werden müssen und nicht als Betriebsausgaben geltend gemacht werden können. Sie zeigt sich selbstkritisch und gibt zu, dass auch sie ihre Finanzen nicht immer vollständig im Griff habe und dies zu persönlichen finanziellen Einbußen führen kann.

Sabaton-Projekt als Kalkulationsbeispiel

03:13:15

Verena analysiert das Sabaton-Projekt in Afrika als Beispiel für hohe Einnahmen bei gleichzeitigen, erheblichen Ausgaben. Benjamin habe mit 15.000 Euro Einnahmen mehr als die Hälfte der Kosten des Streams wieder eingespielt, wobei ein Großteil durch Werbeeinnahmen generiert wurde. Sie unterstreicht, dass solche kreativen Projekte teuer seien und hohe Ausgaben erforderten, um den nötigen Content für hohe Einnahmen zu produzieren.

Investitionsstrategie statt Altersvorsorge

03:35:16

Verena erläutert die Strategie, die sie und Benjamin im Gegensatz zu traditioneller Altersvorsorge verfolgen. Sie investieren ihr gesamtes Einkommen wieder in ihr Unternehmen, anstatt Rücklagen zu bilden. Das Ziel sei, das Unternehmen wachsen zu lassen und irgendwann mit einem höheren Betrag oder regelmäßigen Zahlungen die Altersvorsorge aufzuholen. Dies sei ein bewusstes und riskantes Unterfangen, aber essentiell für das Wachstum des Unternehmens.

Das Risiko der Selbstständigkeit

03:36:50

Verena benennt die finanziellen Risiken der Selbstständigkeit. Viele Streamer scheitern daran, die steuerlichen Verpflichtungen nicht zu verstehen, wie beispielsweise Vorauszahlungen für Folgejahre. Die Strategie, das Geld reinvestieren zu müssen, sei ein Gambling, da man auf zukünftige, hohe Gewinne hofft, um eventuell entstehende Steuerschulden begleichen zu können. Sie stellt klar, dass dies nicht für jeden geeignet sei und mit hohem Stress und Risiko verbunden sei.

Einnahmen-Ausgaben-Strategie und persönliche Finanzen

03:41:38

Verena erläutert ihre persönliche Strategie zum Umgang mit Einnahmen und Ausgaben. Sie hebt hervor, dass sie von ihren Einnahmen monatlich nur einen festen Betrag – im Durchschnitt 700 Euro – auf ihr Privatkonto überweist und den Rest reinvestiert. Sie betrachtet den Kanal als Unternehmen, bei dem die Ausgaben notwendig sind, um Content zu produzieren und Einnahmen zu generieren. Sie habe sich überlegt, sich ein festes Geschäftsführergehalt auszahlen zu lassen, dies aber nicht umgesetzt, da sie den flexiblen Ansatz bevorzugt.

Detaillierte Einnahmen-Übersicht von Benni

03:43:52

Verena analysiert die detaillierten Finanzen von Benni. Benni hat im Jahr 2022 einen Umsatz von 52.529 Euro auf Twitch erzielt, zusätzlich zu Einnahmen durch Stream-Elements und Sponsorings. Seine Stundeneinnahmen auf Twitch betrugen 20 Euro, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung darstellt. Verena betont, dass diese Einnahmen Brutto sind und Donations, Stream-Elements und Sponsorings weitere erhebliche Einnahmequellen darstellen. Auch weist sie darauf hin, dass bei IRL-Streamers hohe Ausgaben anfallen, wenn man viel verdient.

Steuerliche Aspekte und Krankenkassenbeiträge

03:45:56

Ein zentraler Teil des Streams befasst sich mit den komplexen steuerlichen Herausforderungen für Selbstständige. Verena erklärt, dass Benni bei seinen Einnahmen von über 124.000 Euro in drei Jahren nur 24.000 Euro für sich ausgezahlt hat. Dieser Betrag ist keine Nettoausschüttung, sondern eine Eigenentnahme, auf die Einkommenssteuer gezahlt werden muss. Ein großes Problem stellt die fehlerhafte Kalkulation seiner Krankenkassenbeiträge dar. Als freiwillig gesetzlich Versicherter hat er den Höchstsatz gezahlt, was zu einer extrem hohen Belastung führte, obwohl er eine Rückzahlung für das nächste Jahr erwartet.

AUSGABEN: Hohe Investitionen in Equipment

04:09:19

Ein wesentlicher Posten in Bennis Ausgaben sind die Kosten für Equipment, die sich in drei Jahren auf über 18.000 Euro summierten. Dies umfasst zahlreiche Smartphones, Router, Laptops, Rucksäcke und weitere technische Ausrüstung, die für die IRL-Streams notwendig ist. Verena benennt die einzelnen Positionen auf und betont, dass diese Ausgaben nicht aus reiner Lust, sondern als notwendige Investition für die Content-Erstellung getätigt wurden. Sie führt weiter aus, dass das Equipment im Laufe der Zeit abgeschrieben werden muss, was die Buchhaltung weiter erschwert.

AUSGABEN: Management-Kosten und Afrika-Reise

04:11:21

Ein weiterer relevanter Ausgabenpunkt sind die Kosten für ein Management, das 22% der Gesamteinnahmen einer spezifischen Afrika-Reise als Provision erhielt. Die Reise selbst kostete Benni insgesamt 8.000 Euro, was Flüge und andere Unterkünfte umfasste. Verena kritisiert diese Modell des Managements, da die Prozentsätze vor Abzug der Ausgaben berechnet wurden, was zu einem geringeren Nettoergebnis führte. Sie vermutet, dass das Management über die reine Vermarktung hinaus auch Reiseplanung übernahm, aber die Kostenaufteilung als unfair empfindet.

Kritik am Steuerberater und Unwissenheit über Ausgaben

04:22:26

Verena offenbart ihre eigenen Schwierigkeiten mit der steuerlichen Beratung und dem Überblick über die eigenen Finanzen. Sie ist mit ihrem aktuellen Steuerberater unzufahren, da dieser als extrem vorsichtig gilt und ihr potenziell steuerlich vorteilhafte Möglichkeiten von vornherein ablehnt. Sie hat keinen klaren Überblick darüber, wie viel sie für ihren Steuerberater zahlt und inwieweit sie ihre betrieblichen und privaten Ausgaben trennen kann. Sie plant, eine Buchhalterin einzuschalten, um die vorbereitende Buchhaltung zu entlasten, ist sich aber unsicher über die korrekte Verfahrensweise.

Risikomanagement und Reinvestition für Wachstum

04:33:52

Der Stream endet mit einer grundsätzlichen Diskussion über das finanzielle Risikomanagement in der Selbstständigkeit. Verena plädiert dafür, Gewinne zu reinvestieren, um Content und Reichweite zu steigern, anstatt das Geld einfach auf dem Sparkonto liegen zu lassen. Sie argumentiert, dass man als Streamer all-in gehen muss, um von diesem Leben zu leben und mit der Konkurrenz Schritt zu halten. Sie sieht Bennis Investitionen als notwendig an, um besseren Content zu produzieren und erfolgreicher zu werden, auch wenn sie kurzfristig zu Verlusten führen.