Im Januar 1915 lieferten sich deutsche und britische Schlachtkreuzer in der Nordsee die Schlacht von Dogger Bank. Britische Code-Brüche ermöglichten einen Hinterhalt. Trotz zahlenmäßiger Überlegenheit und konzentriertem Feuer versagte die britische Artillerie. Der deutsche Panzerkreuzer Blücher wurde versenkt, doch Admiral Beatty gab eine fatale Befehlsverwechslung. Die britische Marine zog keine Lehren, was später verheerende Folgen hatte.

World of Warships
00:00:00

World of Warships

Begrüßung und Einführung

00:06:09

Der Streamer begrüßt die Zuschauer und stellt das Thema vor: die Schlacht von Dogger Bank, die erste größere Auseinandersetzung der Schlachtkreuzer und das Ende des deutschen Kreuzers Blücher. Er stellt seine Gäste Drakinafel, Dr. Clark und Fleet of Oceans vor und erklärt, dass der Grund für das Fokussieren auf diese Schlacht der Eintritt von Admiral Sir David Beatty als Kommandant im Spiel ist. Ein Historiker erklärt die geografische Lage des Dogger Bank und seine Bedeutung als Fischgründe und historisches Überbleibsel von Doggerland, das vom Meer überschwemmt wurde.

Deutsche Verschlüsselungsbücher erbeutet

00:12:46

Schon 1914 gab es große Pannen der deutschen Marine mit Verschlüsselungsbüchern. Der Kreuzer Magdeburg lief im August 1914 in der Ostsee auf Grund und wurde von der russischen Marine erbeutet, die dabei Verschlüsselungsbücher fand. Weitere Verluste traten in Melbourne und in der Schlacht von Texel auf. Bei letzterer warfen die deutschen Seeleute die Materialien über Bord, aber ein Fischerboot zog einen tragfähigen Safe mit Codebüchern aus dem Meer, obwohl diese eigentlich wasserlöslich sein sollten. Dies ermöglichte der Royal Navy den Zugriff auf alle deutschenCodes, obwohl sie keine formelle Codebrechergruppe hatte.

Überfälle auf die englische Küste

00:22:27

Die Royal Navy konnte theoretisch deutsche Nachrichten entschlüsseln und las sie tatsächlich Doch dann passierte etwas, das für alle peinlich war: Die Überfälle auf Scarborough, Hartlepool und Whitby. Diese Hafenstädte waren für die britische Kriegsführung nicht vital, aber wichtig für die heimische Lebensmittelinfrastruktur. Die Deutschen konnten diese Häfen angreifen, da die britische Küstenverteidigung schwach war und alte Kanonen verwendete, die keine Schlachtkreuzer abwehren konnten. Diese Überfälle lösten öffentlichen und politischen Druck auf die Royal Navy aus, etwas zu unternehmen.

Aufmarsch der Schlachtkreuzer

00:28:42

Als Reaktion auf die Überfälle wurden die Schlachtkreuzer, die Rockstars der Flotte, weiter nach Süden verlegt, um die Deutschen abzufangen oder mindestens auf dem Rückweg abzufangen. Die Briten mit ihren Schlachtkreuzern Lion, Tiger, Princess Royal, New Zealand und Indomitable hatten einen zahlenmäßigen und Feuerkraftvorteil gegenüber den deutschen Schiffen Seydlitz, Moltke, Blücher und von der Tann. Die Deutschen wussten nicht, dass die Briten ihre Codes brechen konnten, und verwendeten ihre Radios auf maximale Leistung, was ihre Position verriet.

Schlachtbeginn bei Dogger Bank

00:42:58

Die deutsche Flotte hatte vor, britische Fischerboote zu versenken und die Briten an ihrem Essen zu treffen. Als sich die Flotten begegneten, erkannten die Deutschen, dass sie in der Unterzahl waren und begannen sich zurückzuziehen. Die britischen 13,5-Zoll-Schlachtkreuzer wie Tiger und Lion hatten eine größere Reichweite, aber die britische Artillerie war zu Beginn der Schlacht grausam, weil sie in einer Entfernung schossen, in der sie nie geübt hatten. Die ersten Schüsse fielen aus 20.000 Yards Entfernung, was am Rand der theoretischen Reichweite der britischen Kanonen lag.

Britische Artillerieprobleme

00:45:20

Die britische Artillerieleistung bei Dogger Bank war zunächst erbärmlich, was die Lebensbedingungen der Besatzungen widerspiegelt. Die Schlachtkreuzer, die nach Süden geschickt wurden, konnten nicht regelmäßig in Scapa Flow schießen, wo die Grand Fleet stationiert war. Die Admiralität war besorgt, dass entsandte Schirme von der Hochseeflotte umzingelt werden könnten. Additionally führte Admiral Beatty auf Geschwindigkeit zu Lasten der Genauigkeit und koordinierten Feuerleitung. Er hielt an seiner ungewöhnlichen Taktik fest, bei der jedes britische Schiff sein entsprechendes deutsches Schiff bekam, anstatt das feindliche Flaggschiff zu konzentrieren.

Technische und taktische Faktoren

00:54:23

Die Langstreckenartillerie war ein sehr neues Phänomen, nur zehn Jahre zuvor gingen Seeschluchten bei ein paar tausend Yards über die Bühne. Der Hauptunterschied zwischen den Kriegsschiffen im Ersten Weltkrieg war, ob sie einen Direktor hatten oder nicht. Der deutsche Schlachtkreuzer Seydlitz war schwerer gepanzert und etwas langsamer als ihre britischen Gegenstücke, und sie bewies sich als exzellente Artillerieplattform. Hipper, der deutsche Befehlshaber, stand vor der Wahl, zu kämpfen oder zu fliehen und damit tausende Männer in der Blücher dem Tod zu überlassen.

Verlauf der Schlacht

01:01:05

Hipper befahl seinen Schiffen, Kurs zu ändern und zurückzufeuern, was zu einem klassischen Liniengefecht führte. Beatty befahl eine ungewöhnliche Taktik, bei der jedes britische Schiff sein deutsches Gegenstück angriff, anstatt alle Schiffe auf das deutsche Flaggschief Seydlitz zu konzentrieren. Das führte zu Problemen, da beispielsweise die Tiger auf die Seydlitz feuerte, während die Moltke nicht beschossen wurde. Die deutsche Blücher, das langsamste Schiff, war am Ende der deutschen Linie und besonders verwundbar. Die Briten hatten die zahlenmäßige Überlegenheit und eine größere Feuerkraft, was die Niederlage der Deutschen einleitete.

Feuerkontrolle und Geschützfeuer

01:03:24

Feuerkontrolle befand sich zu dieser Zeit noch in den Anfängen, was zur Folge hatte, dass es schwierig war zu bestimmen, welche Salven von welchen Schiffen stammten. Die britischen Schlachtkreuzer Lion und Tiger feuerten gleichzeitig, aber auf unterschiedliche Distanzen, was zu Verwirrung führte. Einige Schussmarken trafen Deflinger, jedoch ohne ernsthafte Schäden. Aus diesem Kampf entstand die Idee, farbige Geschosse für Schiffe zu verwenden, um die eigenen Schüsse verfolgen zu können, was jedoch ein sehr langwieriger Prozess war.

Beattys Taktik und Admiralqualitäten

01:05:15

Beatty, der Kapitän der Lion, zeigte sich während des Gefechts als sehr guter Kapitän, aber nicht als fähiger Admiral. Er agierte wie ein Kommandant eines einzelnen Schiffes anstatt der gesamten Flotte und kommunizierte seine Befehle nicht klar. Taktisch wäre es sinnvoller gewesen, zuerst das stärkste deutsche Schiff Derfflinger anzugreifen, anstatt sich auf das schwächste Schiff Blücher zu konzentrieren. Seine Entscheidung, Blücher als Ziel zu wählen, war strategisch weniger optimal, auch wenn sie von vielen Akteuren unterstützt wurde.

Derfflingers Nahtod-Erlebnis

01:09:14

Die Derfflinger erlitt einen verhängnisvollen Treffer auf ihre achterste Geschützturm-Barbette. Die getroffenen Cordite-Ladungen entzündeten sich, was zu einem Deflagrationsbrand führte, da der Sauerstoff in der begrenzten Raum nicht für eine echte Explosion ausreichte. Ein deutscher Offizier erkannte die Gefahr und schloss rechtzeitig die Türen, wodurch er die Zeit für Flutmaßnahmen gewann und eine Magazinexplosion ähnlich wie in Jutland verhinderte. Dieser Heldentret rettete das Schiff und die Besatzung, obwohl die Schäden katastrophal wirkten.

Blüchers Untergang und Folgen

01:20:05

Blücher, das schwächste Schiff der deutschen Linie, wurde zum alleinigen Ziel der britischen Flotte, nachdem die britische Kommunikationssignalgebung versagte. Der deutsche Kreuzer wurde von vier britischen Schlachtkreuzern sowie begleitenden Kreuzern und Zerstörern mit einem Wald aus schweren Granaten bombardiert. Selbst bei der robusteren deutschen Bauweise konnte kein Schiff die erlittenen Schäden überstehen. Blücher sank mit nur 234 geretteten Besatzungsmitgliedern, was eine exzessive Beschussaktion ohne zusätzlichen militärischen Nutzen darstellte.

Technische Probleme der deutschen Schiffe

01:34:16

Die deutschen Schiffe hatten erhebliche technische Probleme, insbesondere mit ihren Kesseln und dem Brennstoff. Deutsches Braunkohle hatte einen hohen Bitumengehalt und brannte ineffizient und verschmutzend, was während schneller Fahrten zu Kesselaufenthaltungen führte. Die Deutschen verfügten nur über geringe Mengen hochwertiger Anthrazitkohle, die hauptsächlich für die Stahlindustrie verwendet wurde. Die britische Marine dagegen konnte auf große Mengen hochwertiger walisischer Kohle zurückgreifen, die eine höhere Energiedichte und bessere Verbrennungseigenschaften aufwies.

Nachwirkungen des Gefechts

01:45:47

Nach der Rückkehr der Flotten beanspruchten die Briten den Sieg, da sie die deutschen Schiffe abgedrängt und den Kreuzer Blücher versenkt hatten. Admiral Fisher verweigerte jedoch die Trockendock-Reparatur der beschädigten Lion aus taktischen Gründen, was die Reparaturdreifach verlängerte. Die Deutschen erkannten jedoch die Gefahr von Deflagrationsbränden und verbesserten den Blitzschutz für ihre Magazine in späteren Schiffen. Die Royal Navy zog daraus keine Lehren, was später zu verheerenden Verlusten bei Jutland führen sollte.