STRESS ! MIT @ronnyberger @starletnova @sola ! SAFE SPACE !soultalk mit @sissor & !urooba
Gemeinsame Gespräche über Stressbewältigung und mentale Gesundheit
In einer moderierten Gesprächsrunde wurde das Thema Stress aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Die Teilnehmenden berichteten von persönlichen Erlebnissen wie Panikattacken und Burnout. Es wurden Wege zur Stressbewältigung aufgezeigt, darunter das Setzen von Prioritäten, die Bedeutung von Erholungsphasen und die Entwicklung von Resilienz. Auch der Einfluss von sozialen Medien und Leistungsdruck auf das Wohlbefinden war Thema. Die Diskussion betonte die Wichtigkeit von Selbstakzeptanz und authentischem Auftreten als Gegenmittel zu gesellschaftlichen Erwartungen.
00:14:57 Hallo und willkommen zum Arte Soul Talk. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Schön, dass ihr euch das anschaut. Das letzte Mal live waren wir, glaube ich, im Mai. Wir hatten also eine ziemlich lange Pause und umso schöner und umso mehr freuen wir uns, dass ihr wieder da seid. Wir sind Sissor und die ganz wundervolle Oruba. Wir können auch gleich nochmal ganz kurz ein bisschen mehr darüber reden. Aber vielleicht nochmal ganz kurz als kleiner Reminder, was wir hier überhaupt machen.
Einführung in das Thema Stress
00:15:2500:15:25 Wir sprechen über Mental Health Themen, die ja doch recht wichtig sind, die uns alle angehen. Und ich glaube, vor allem das Thema Stress, das wir heute behandeln, ist etwas, das jeder kennt. Stress auf der Arbeit, Freizeitstress, nicht wissen, wie komme ich klar, wo will ich hin, wo ist was los. Die FOMO, glaube ich, ist da auch so etwas, das man ganz gut in den Raum stellen kann.
00:15:48 Aber auch so Dinge wie, habe nur ich das Gefühl, so viel Stress zu haben, verursacht Social Media vielleicht auch einfach nochmal mehr Stress. All das und noch viel, viel mehr schauen wir uns an. Und das schauen wir uns natürlich gemeinsam mit euch an. Bedeutet, wenn ihr Lust habt, dabei zu sein, zum einen natürlich der Chat, deswegen nochmal Hallo, schön, dass ihr da seid. Zum anderen haben wir auch die Möglichkeit, mit euch zu sprechen. Einerseits über WhatsApp, da könnt ihr auch einfach nur eine Sprachnachricht dalassen oder eine Chatnachricht oder über Discord.
00:16:16 Da könnt ihr dann tatsächlich per Video mit einsteigen oder auch nur mit Stimme. Alles, was ihr wollt. Genau, das Ganze kann auch immer total anonym stattfinden. Also uns ist wirklich wichtig, dass ihr euch wohl fühlt, weil wir wollen schon wirklich so einen Raum schaffen, der, sage ich mal, Sicherheit gibt und auch Kontrolle gibt.
00:16:35 Deswegen auch gerne wirklich auch ohne Bild, ohne Namen, also so wie ihr euch wirklich wohl fühlt, auch vielleicht einfach nur eine Sprachnachricht. Und ihr müsst auch keine Angst haben, dass ihr, wenn ihr anruft, direkt hier online bei uns landet. Ihr redet mit wundervollen Menschen hinter der Kamera erstmal und da wird erstmal geschaut, ob das Thema passt, ob ihr euch wohl fühlt und erst dann kommt ihr zu uns in die Sendung.
00:16:58 Absolut richtig. Und jetzt auch noch mal ganz kurz die Aufklärung, weil das ja auch ein Ding ist. Warum gucken die immer wieder in die iPads? Fairerweise, da seid ihr drauf. Da sehen wir den Chat, da haben wir die Kontrolle über den Chat und dementsprechend gucken wir da immer wieder hin. Also das ist nicht so, dass wir nicht mit euch reden wollen oder so, sondern es ist eher so, wir sehen euch da, wir können da aktiv auf das antworten, was ihr schreibt. Wir haben heute übrigens auch ganz wundervolle Gäste rund um das Thema Stress.
00:17:25 Zum einen Sola aka Nico, der ist E-Sports-Veteran, würde ich fast schon sagen, solange wie der schon dabei ist. Zum einen hat er selbst gespielt und er castet auch ganz fleißig bzw. hat gecastet. Und dann haben wir auch noch Nova dabei, die hat auch ein ganz spannendes Thema mit am Start. Aber der Einstieg heute, den macht Ronny Berger.
Vorstellung der Gäste: Ronny Berger
00:17:4900:17:51 Und der, glaube ich, ist tatsächlich auch schon in der Pipeline. Ich weiß nicht, ob wir da direkt rein wollen oder nicht, aber ich hätte auf jeden Fall Lust, wenn ihr also Fragen habt, lieber Chad, jederzeit her damit, an Ronny, an Uruba, diese übrigens klinische Psychologin, ist, glaube ich, auch nochmal ganz spannend zu erfahren. Warum sitzen hier zwei? Ich sitze hier, um die Connection quasi zu sein zu euch und mit Gast oder eben zu Uruba. Und Uruba ist hier, um das fehlende Fachwissen.
00:18:17 hier zu vermitteln und aber auch, um in den Chat zu gucken, zu lesen, was ihr schreibt und so weiter. Und wir werden auch immer wieder uns Zeit nehmen, dass ich eure Fragen beantworte. Also schreibt sie rein. Wir werden sie dann auch sehen und hoffentlich einblenden können. Also wir werden uns auf jeden Fall die ganze Zeit auch hoffentlich Zeit nehmen dafür. Das versuchen wir. Und jetzt nehmen wir uns als allererstes Zeit für Ronny, denn der ist hier bei uns heute Gast. Hallo Ronny. Schön, dass du da bist. Hallo.
00:18:46 Hallo! Boah, ich hab hier wirklich... Ich seh mich fünfmal gerade. Ich seh mich auf den Bildschirm und seh mich in Discord selber und in Discord bei euch. Ach, krass. Wow. Ja, krass. Das ist ein bisschen häufiger. Aber cooles Setup, dass du da hast. Und cooles Shirt. Ist schön gelb, das strahlt richtig viel Freude aus. Danke.
00:19:06 Ja, tut es. Also mir gefällt es auch sehr gerne. Das ist gut, das ist sehr gut. Ronny, du bist ja normalerweise eher so IRL-Streamer und bist da live unterwegs. Und das heißt aber auch, wenn irgendwas live passiert, du kannst es ja gar nicht verhindern. Also was passiert, passiert. Ist das so ein Ding, das dich dann da auch vielleicht mal stressen kann? Einmal, um da vorab zu testen, wie das bei dir aussieht mit Stress, weil...
00:19:32 Ich kann mir vorstellen, dass das sehr stressig sein kann, weil du hast es nicht im Griff. Das ist nichts, was du planen kannst. Da kann ja sonst was passieren. Boah, also ich würde nicht sagen, dass so unerwartete Momente und dass man eben nicht alles planen kann, dass das etwas ist, was mich irgendwie besonders stresst.
00:19:52 Dass ich da irgendwie schnell in so Stressmomente gerate oder ich sag jetzt mal so Panikmomente, das habe ich überhaupt nicht. Ich mag das sehr gerne. Nicht zu wissen, auch was alles passieren kann und dadurch passieren auch eben die interessantesten und spannendsten Dinge. Ich würde eher sagen, dass vielleicht diese Art von Content machen mich vielleicht...
00:20:21 grundsätzlich ein bisschen anstrengender ist für mich, als wenn ich kein Live-Content machen würde. Weil halt dieses viele Stunden vor der Kamera zu sein...
00:20:34 Und sich ständig irgendwelche Sachen überlegen zu müssen, was jetzt gerade interessant ist. Und dann halt auch die ganze Zeit zu überlegen, was gibt es hier gerade in der Welt Interessantes, worauf wir eingehen können. Das ist, glaube ich, einfach ein bisschen anstrengender. Du hast uns im Vorgespräch auch erzählt, dass für dich Stress und in dem Moment auch die Panik, die du erzählt hast, mal ein sehr, sehr großes Thema war. Du hast gesagt, du hattest mal eine Panikattacke. Das entsteht ja, korrigiere mich gerne darüber, in der Regel durch super viel Stress.
Ronny Berger: Panikattacke und Burnout
00:21:0200:21:02 Wie kam es denn dazu? Magst du einmal erzählen? Ja, also das war letztes Jahr so Ende September, Anfang Oktober. Und da kam ich, das habe ich erst im Nachhinein gemerkt, aus so einer Zeit von, ich glaube, es müssen so ungefähr acht Monate sein von, ich war den...
00:21:27 die ganze Zeit unterwegs, hab die ganze Zeit an irgendwelchen Stream-Projekten gearbeitet, war live, bin von dem einen Projekt zum nächsten und hab vielleicht in diesen acht Monaten, ich weiß nicht, so zwei, drei Tage so richtig echte Pause, mal so von morgens bis abends, wo ich einfach mal wirklich nur gechillt habe. Und ich hab das gar nicht gemerkt, weil...
00:21:52 Ich bin immer von Monat zu Monat und hab so, boah, letzten Monat echt wenig Pause gemacht. Naja, dann nächsten Monat wieder mehr. Und dann war es wieder, einen Monat danach, naja, letzten Monat wieder echt wenig Pause gemacht. Okay, im nächsten Monat. Und so ging das halt fast das ganze Jahr lang. Bis dann irgendwann, ja, es hat sich angefühlt, wie wenn mein Kopf abgestürzt. Und das war dann auch dann in dem Moment, wo ich dann...
00:22:20 auch mal echte Pause hatte, wo ich gar nicht unterwegs war, wo ich bei keinem Projekt war. Man einfach mal so mit der Familie, mit meiner Frau unterwegs war und dann lag ich im Bett.
00:22:35 und auf einmal hat mein Herz gepocht und das Adrenalin ist gestiegen und ich dachte, was ist hier los, was passiert jetzt gerade, was passiert jetzt gerade? Ich komme hier, ich muss hier aus dieser Situation, wo ich jetzt gerade bin, muss ich gehen, sonst, ich wusste gar nicht, was das ist in dem Moment, ich konnte das gar nicht einordnen. Das Einzige, was ich so einfach aus dem Bauchgefühl wusste, okay, ich muss jetzt gerade, wo ich jetzt hier gerade bin, raus, das war, das war,
00:23:04 So eine private Veranstaltung, da waren wir auf so einer Art Dorfevent irgendwo in NRW und haben dann da auch vor Ort in so einem Camper übernachtet. Und dann bin ich da nachts um halb vier einfach weggefahren.
00:23:27 Und es war so merkwürdig, weil ich habe auf einmal angefangen zu weinen und hatte halt irgendwie dieses Herzkopf und das Adrenalin und ich wusste gar nicht, was los ist und dann habe ich mich aufgerichtet und ich konnte mich für 10 Sekunden überhaupt nicht bewegen und da war dieser Moment, wo ich das Gefühl hatte, boah, mein Kopf ist gerade abgestürzt, mein Gehirn hat mal gesagt, kurz, ich funktionierst mal kurz aus, musste wieder neu hochfahren und dann war ich, war ich...
00:23:54 War das so schlimm für mich, ich habe mir nicht mal eine Hose angezogen, ich bin einfach in Unterhose, in T-Shirt, habe ich mich einfach ins Auto gesetzt und bin weggefahren. Ohne irgendwas einzupacken oder mitzunehmen. Wow, okay. Das hat bestimmt Angst gemacht, ne? Ja. Es hört sich schon sehr, sehr viel, nach viel an.
00:24:11 Ja, also das war echt irgendwie ein doller Moment, aber ich habe dann direkt mir psychologische Hilfe geholt, habe mich dann direkt darum gekümmert, habe dann sofort alles, was ich hatte, abgesagt und ich weiß nicht, ob ich direkt danach noch irgendwas online gemacht habe, aber ich erinnere mich noch ziemlich genau, dass ich wirklich einfach...
00:24:36 gesagt habe alles klar ich bin jetzt einfach raus und habe dann einfach war dann eineinhalb monate komplett offline und hat dann auch einen monat komplett überhaupt nicht nichts gemacht was irgendwie mit meiner arbeit also wirklich sofort einfach alles abgesagt hast du denn in dem moment verstanden dass es eine panikattacke ist also ich meine du warst in dieser situation und es
00:24:59 Ich glaube, ich hätte das wahrscheinlich nicht erkannt, aber war dir klar, dass es eine Panikattacke ist, Ronny? Oder was hast du gedacht, was jetzt los ist? Also in dem Moment, keine Ahnung, konnte ich nicht sagen. Ich hatte nur das Gefühl, das muss irgendwie was mit Stress zu tun haben. Also die Erkenntnis hat es gut. Ja, das war mir irgendwie klar, weil ich auch...
00:25:24 genau dann aus einer ganz besonders stressigen Zeit kam und wusste, okay, ich muss jetzt hier gerade ein bisschen chillen und ja, also das war irgendwie aus dem Bauch heraus irgendwie, einfach klar für mich, das musste irgendwie was mit... Genau, du hast ja auch gemeint, du hast dir eben psychologische Hilfe dann auch geholt.
Erkennung und Ursachen von Panikattacken
00:25:4800:25:48 Das heißt, du hast auf jeden Fall schon mehr gemerkt. Aber deswegen auch einmal gerne die Frage an dich. Woran erkennt man denn überhaupt so eine Panikattacke?
00:25:58 Ich glaube, es ist sehr schwer, das in dem Moment zu begreifen. Und es kann sich, glaube ich, auch relativ verschieden äußern. Ja, vor allem, wenn man eine Panikattacke auch zum ersten Mal hat. Dann können die meisten das gar nicht so richtig definieren. Eine Panikattacke ist eine plötzlich eintretende, starke, starke und wirklich heftige Angstreaktion, wo wirklich ganz viele körperliche Symptome auch mit einhergehen. Deswegen gehen dann die meisten davon aus, es muss jetzt irgendwie ein Herzinfarkt sein oder ein Schlagabfall oder irgendwie sowas. Und das macht natürlich dann noch mehr Angst.
00:26:28 Angst. Also ganz häufig, ich weiß nicht, was bei dir jetzt alles dabei war, aber da ist Zittern dabei, Brustschmerzen, Herzrasen, Atemnot. Atemnot in dem Sinne manchmal sogar so stark, dass man hyperventiliert, also dass man dann so viel, sag ich mal, Sauerstoff einatmet, dass dann die Finger und alles andere dann auch anfängt zu kribbeln. Schwitzen, also dieses ganze Programm, wo der Körper dann einfach so, ja.
00:26:56 ich mir fast nach Hilfe schreit, symbolisch. So was hatte ich nicht. Sorry, ich wollte nicht in der Rechte sagen. Okay, wie sah es denn bei dir aus? Das wäre nämlich jetzt mal eine Frage gewesen. Wie sah die Panikattacke bei dir aus?
00:27:12 Bei mir war es, wie ich vorhin meinte, es hat sich nicht angefühlt, als würde mein Herz besonders schnell schlagen. Ich kann es natürlich am Ende nicht genau sagen. Ich kann nur sagen, wie es sich angefühlt hat, sondern eher, dass es einfach besonders stark geschlagen hat. Und Kribbeln habe ich auf jeden Fall gespürt. So eine gewisse Aufregung, aber eher so im negativen Sinne.
00:27:36 Und ich habe richtig gemerkt, wie das Adrenalin in meinem Körper gestiegen ist. Und ich musste einfach weinen und wusste gar nicht, warum jetzt genau. Und was vorher noch der Fall war, also ich bin Stunden vorher ins Bett gegangen, war auch nicht am Handy oder irgendwas, sondern habe einfach versucht,
00:28:04 zu schlafen und es ging einfach nicht. Und ich war ganz unruhig und hab mich einfach komisch gefühlt.
00:28:10 Aber das ist total interessant, weil wenn du das sagst, du bist eigentlich gerade zur Ruhe gekommen. Du hast gerade entspannt und das höre ich ganz, ganz häufig von meinen Patienten auch, dass es gar nicht in dieser super stressigen Situation selbst passiert. Natürlich kann es auch da mal vorkommen. Aber ganz häufig ist es auch so, wenn der Körper mal zur Ruhe kommt, wenn man mal entspannt, auch gedanklich entspannt, wenn man gerade in dieser Phase ist, wo man eigentlich Pause macht und man dann gleich
00:28:39 eigentlich so jetzt kann ja eigentlich nichts passieren oder jetzt tue ich ja was für meinen Körper oder für meine Mental Health so. Aber genau da sagt dann der Körper, hey jetzt habe ich Zeit und Energie überhaupt zu reagieren. Sonst war man nur ständig in diesen Flucht- und Kampfmodus und da sagt der Körper dann okay jetzt habe ich eine Chance sozusagen den Ronny jetzt in dem Fall eine Message irgendwie zu senden. Aber das ist dann so.
00:29:04 komisch dann für die Menschen, weil dann fragen die sich häufig so, ja warum denn gerade jetzt? Weil jetzt habe ich doch, jetzt habe ich doch gerade die Pause gemacht, jetzt habe ich doch entschleunigt. So, ne? Aber ja, das ist leider so. Und ich fand es auch super interessant, dass du gesagt hast, das Jahr davor war super anstrengend oder die acht Monate irgendwie so davor waren super, super anstrengend, weil wenn bei mir Patienten in die Praxis kommen und mich genau wegen Panikattacken, dann schauen wir uns genau das Jahr vor der ersten Panikattacke an. Und
00:29:33 Da liegt ganz, ganz, ganz häufig die Antwort. Weil das ist dann, Panikattacken sind eigentlich nichts anderes, als so ein Symbol vom Körper, dir zu sagen, das Fass ist wirklich übergelaufen. Ja. Findest du dich da wieder? Ich konnte auch, also ja, es war genau so, ich habe das aber auch erst dann im Gespräch mit der Psychologin im Nachhinein dann.
00:29:58 gemerkt in der Therapie dann, dass ich ja nur diese zwei, drei Pause gehabt habe, aber ich habe das halt einfach nicht gezählt, die Tage, sondern bin einfach wirklich...
00:30:11 von Woche zu Woche gegangen und bin immer ins Nächste und bin da in so eine Art Teufelskreis gelaufen. Und ich will es jetzt nicht zu sehr im Detail sagen, aber ich bin auf jeden Fall am Ende zum Schluss gekommen, dass das auch aus verschiedenen Gründen kam. Also einerseits aus dem Ding nicht genug Pause, viel machen, aber auch aus dem Grund, wie ich, sag ich mal, mit...
00:30:38 Ideen, Aufgaben, To-Dos, die in meinem Kopf sind, umgegangen bin, dass ich ja immer 25 Sachen in meinem Kopf hatte, die ich versucht habe, mir zu merken, auch wenn ich dann mal frei hatte, der Kopf gestresst war, weil er war so, bloß nicht diese Sachen bis Montag vergessen, weil wir dann müssen wir ja wieder arbeiten und müssen das alles wieder wissen. Und halt, weil ich mir dann irgendwie nicht genug aufgeschrieben habe und so verschiedene Sachen, die da so zusammengekommen sind, die dann, ja.
00:31:07 Aufschreiben ist so cool einfach. Ich glaube, das wird so als was Banales gesehen, aber es macht so viel mit einem. Also dann ist der Kopf einfach mal viel leerer, wenn man das einfach mal auf dem Blattpapier kitzelt. Ja, wirklich unglaublich. Auch wie man dann...
00:31:29 Ja und was ist da auch, ich sag mal, es gibt ja nicht nur eine Art von Aufschreiben so. Ich hab zum Beispiel dann zum ersten Mal irgendwie von dieser Psychologin erklärt bekommen, dass man seine Sachen, das haben bestimmt schon tausend Leute hier gehört, ich kannte es nicht, dass man seine Sachen irgendwie in so dringend und wichtig und nicht dringend, aber wichtig und...
00:31:56 nicht dringend und nicht wichtig aufteilt und dann hat sie gesagt, okay, wir gucken uns jetzt mal nur dringend und wichtig an, was jetzt so in nächster Zeit ansteht. Über alles andere machen wir so ein großes Blatt Papier und das kannst du vergessen, weil das steht ja da, das steht ja schon da, das ist ja nicht vergessen, das ist ja quasi im zweiten Gleichnis auf dem Papier gespeichert und jetzt kannst du dich nur noch um diese fünf Sachen, die jetzt bei dringend und sichtig sind, kümmern.
00:32:19 Und allein so ein ganz kleiner Trick hat so ein riesiges, befreiendes Gefühl ausgelöst. Ja, das klingt tatsächlich, wenn man das jetzt so sagt, banal. Aber ich glaube, es hilft so sehr, sowas auch mal irgendwie zu hören und zu sagen, ey...
00:32:33 Setz mal den Fokus nur auf das, weil wenn du dann 25 Sachen hast und plötzlich nur noch fünf irgendwie laut schreien, das macht ja schon einiges. Gibt es denn noch andere Sachen, die helfen? Also ich habe gerade gesehen, dass im Chat-Presenter, den wir immer wieder hier unten haben, da war auch schon ein Kompliment an dich, Ronny, sowas wie Ronny, Beate, ich flipp aus. Also das gebe ich dir nochmal mit. Da freut sich jemand sehr, dass du da bist.
00:32:56 Ich lese auch hier heimlich den Chat mit. Perfekt. Sehr gut. Das ist sehr gut. Deswegen grinst du auch immer wieder so verschmitzt. Das ist mir schon aufgefallen. Zwischendurch bin ich zwischendurch grinsig. Ja, finde ich sehr, sehr gut. Genau, aber was ich noch sagen wollte, ich glaube, danach war noch eine Nachricht eingeblendet, von wegen, dass auch Atmung eine große Rolle spielen kann. Ronny, erst die Frage an dich.
00:33:19 Hast du da auch irgendwas für dich entdeckt, dass du sagst, okay, mir hilft es irgendwie auch ein bisschen Ruhe zu finden, wenn ich mal eine bestimmte Atemtechnik mache oder einfach nur mal tief durchatme? Oder ist das was, wo du sagst, nee, das bringt mir irgendwie gar nichts? Oder habe ich vielleicht auch noch gar nicht getestet?
00:33:38 Also auf so eine körperliche Art und Weise zur Ruhe. Also ich gehe jetzt einfach mal nur mit Atmung. Sowas in der Richtung habe ich nicht probiert. Ich bin auch gar nicht so richtig auf die Idee gekommen. Es gab andere Sachen einfach, die mir geholfen haben. Das war mehr auf so einer...
00:34:04 Also mir haben dann mehr diese Sachen, die auf so einer, keine Ahnung, Kopf- und Gedankenebene waren. Wie zum Beispiel seine Gedanken aufzuschreiben und auch sich irgendwie ja diese so regelmäßige Pausentage einzuplanen. Das war nämlich etwas, was ich...
00:34:21 vor diesem Jahr schon gemacht habe und dann in diesem Jahr, dass ich so stressig war, so ein Jahr aus den Augen verloren hatte. Und das war damals aber eine Regel, die mir irgendwie geholfen hatte, zu sagen, okay, ich mache auf fünf Tage Arbeit, zwei Tage Pause. Einfach mal so, das war irgendwie, hat sich für mich irgendwie eine Zeit lang bewährt gehabt, was ich dann völlig vergessen habe.
00:34:47 Und dann, weil das halt etwas war, wo ich wusste, das hatte ich mal, das hat damals gut funktioniert, dass wir das dann versucht haben, wieder so ins Leben zu implementieren. Und das sind jetzt zum Beispiel zwei Sachen, diese Sachen irgendwie so ein bisschen systematischer auch aufzuschreiben, die im Kopf sind und halt diese Pausentage einzunehmen. Vor allem auch diese Pausentage, würde ich sagen, machen.
Strategien zur Stressbewältigung
00:35:1200:35:12 vielleicht so das meiste aus. Ja klar, Pausen sind wichtig, definitiv. Robert, ich will die Frage direkt mal an dich weiterleiten, weil wir haben ja gerade das mit der Atemtechnik gesehen bzw. gelesen. Ronny sagt, für ihn ist das nichts, aber gibt es da noch andere Sachen, die einem vielleicht helfen können, neben Atmung aufschreiben oder eben auch mal aktiv Pausen mit einplanen? Also bei Panikattacken oder Stress? Ich glaube wahrscheinlich das eine führt zum anderen, gerne beides.
00:35:39 Ich teile das immer so ein bisschen auf in kurzfristige Strategien und in langfristige Strategien. Kurzfristige Strategien können sowas sein, wie Atmung, dass man wirklich mal in den Bauch atmet. Mal wirklich in dem Moment, wo man wirklich extrem gestresst ist, muss ja auch keine Panikattacke immer direkt sein, sage ich mal. Aber sich da mal diese fünf Minuten zu nehmen, rauszugehen, einfach mal raus aus der Situation, sich vielleicht irgendwie frische Luft holen, all das kann schon helfen kurzfristig. Das löst aber langfristig.
Resilienz: Langfristige Strategien gegen Stress
00:36:0800:36:08 finde ich nicht das Problem. Also auch wenn du dir, sag ich mal, diese zwei, drei Minuten irgendwie mal am Tag nimmst, das wird nicht deinen Stresspegel auf null bringen. Das ist dann eher so langfristige Strategien von, ich baue wirklich immer wieder jede Woche wirklich feste Pausentage ein. Ich mache die Pause auch nicht, wenn es zu spät ist, sondern ich mache die Pause schon, bevor...
00:36:28 ich irgendwie hier oben schon bin. Das ist auch wichtig. Und da muss jeder, glaube ich, so ein bisschen Strategien für sich selbst finden. Deswegen fand ich es auch gut, dass du gesagt hast, nee, Atmung ist jetzt nicht irgendwas, was jetzt für mich super funktioniert. Ich sehe halt auch auf Social Media immer so Reels und Videos und so, wenn irgendwie Leute sagen, so Yoga ist das Ding oder Sport ist das Ding oder Atmung oder Meditation ist das Ding. Aber das funktioniert halt immer nur für bestimmte Menschen, für mich.
00:36:55 Zum Beispiel funktioniert Sport für andere vielleicht überhaupt gar nicht. Also da muss man, glaube ich, deine Strategie finden, um sein Fass zu lehren, bevor es dann überläuft. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass Atmung bei mir gut funktionieren könnte. Aber ich glaube nicht, dass ich... Ich glaube auch nicht, dass ich...
00:37:15 zehn Sachen zur Entspannung brauchen. Wenn ich meine paar Sachen habe, wo ich weiß, das ist was für mich funktioniert. Weil am Ende stresst einen ja dann die Entspannung. Weil ich merken muss, was man alles für Entspannungsübungen machen muss. Ich glaube, niemand braucht zehn Sachen zum Entspannen. Also ich glaube, da bist du schon echt gut bedient mit zwei, drei Dingen. Ich sage meinen Patienten sogar, schreibt euch mal zwei, drei Dinge auf auf so ein Post-it. Also wirklich ganz billo so. Klebt es euch mal in den Kühlschrank, weil meistens in so einer stressigen Situation...
00:37:44 Man denkt dann gar nicht an sowas. Und wenn man das sieht, dann sagt er, okay, krass, ich kann jetzt diese und diese Strategie anwenden. Für mich war auch, sorry. Alles gut, ich wollte nur ganz kurz einwerfen. Wir wurden gerade geradet, zum einen vom ZDF.
00:37:58 Und Vanover, vielen lieben Dank an der Stelle. Liebe geht raus an euch. Danke schön. Und Ronny, wenn du gerade noch was ausführen wolltest, mach das gerne. Ich habe dann aber auch direkt im Anschluss eine Frage an dich aus dem Chat. Und wenn alle anderen noch Fragen an dich haben, dann gerne her damit. Weil wenn wir dabei sind, dann können wir direkt losfeuern auf Ronny.
00:38:17 Ja, eine vielleicht, was interessant ist, was mir in meiner individuellen Situation geholfen hat, dann, ich sag mal, weil ich hab gemerkt, ich muss irgendwie ja...
00:38:31 an sich irgendwie mein Leben bzw. meine Arbeit, die ja sehr viel von meinem Leben einlbt, auch weil ich selbstständig bin und ja irgendwie so meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe als Streamer und Content Creator, gemerkt, dass ich halt generell irgendwie, ja, dass so die ganze Arbeit irgendwie systematisch noch anders angehen muss.
00:38:53 muss und das Stück für Stück irgendwie aufrollen muss und herausfinden muss, wie gehe ich das an, wie zum Beispiel mit diesen Pausetagen und da war auch ein Teil davon, dass ich mir einen guten Kumpel von mir mit ins Boot geholt habe, der Monate vorher gesagt hatte, ey, ich hätte Bock mit dir zusammen. Können wir noch hören? Ich hatte kurz ein Lab. Er hätte Bock mit mir zusammenzuarbeiten.
00:39:20 dass wir jetzt halt zwei Leute sind, die quasi meine Arbeit machen, wodurch ich nicht nur mehr machen kann, aber vor allem in erster Linie auch weniger machen kann und trotzdem Aufgaben übernommen werden können. Und so kann ich auch in Momenten, wo ich sage, ey, boah, das ist hier halt alles irgendwie zu viel, ich muss jetzt...
Vergleiche mit anderen und die Suche nach Selbstwert
00:39:2800:39:45 Dann kann ich ihm sagen, guck mal hier das und das und das. Kannst du das mal organisieren, das mal nachgucken. Weil manchmal als Selbstständiger gibt es ja Sachen, die müssen gemacht werden, auch wenn man eigentlich gerade Pause machen will. Und wenn man aber die Möglichkeiten hat, da Leute ins Boot zu holen, die dann einem auch Sachen abnehmen können.
00:40:06 Ist das eine Sache, die mir viel gebracht hat. Ja, finde ich gut, dass man sagt, okay, man holt sich eben auch Hilfe von außen dazu, wo es halt geht. Also natürlich du als Person, dich kann man jetzt nicht irgendwie ersetzen. Deine Person ist ja auch dein Job. Also du arbeitest ja eben auch damit. Ich glaube, da passt auch ganz gut die Frage von Diesen. Fragt nämlich, hätte da eine Frage an Ronny, ist die Verantwortung als IRL-Streamer und sicherlich auch Vorbild für einige?
00:40:33 in Klammern sehr junge Leute für ihn eine Sache, beziehungsweise erzeugt das überhaupt einen gewissen Druck oder Stress für ihn. Ich schätze ihn als ehrlich wirkend lebensfrohen und abenteuerlustigen Zeitgenossen der jungen Leute, der jungen Leuten zeigt, dass es einfach mal machen in guten Erfahrungen enden kann.
00:40:52 Ein sehr langer Kommentar. Ich muss noch einmal kurz nochmal die noch mal lesen. Gerne, mach das. Oh, shit. Oh, warte mal, wo war die? Können wir die noch mal reden? Moment, ich hol sie dir noch mal zurück. Ja, warte, mein Kopf ist auch ein bisschen abgedriftet. Alles gut, ist wieder da. Kannst nochmal gucken. Ich versuche die Kommentare und den Chat gleichzeitig zu lesen. Ist die Verantwortung als Einerstunde sicherlich auch eine Sache. Hä? Ist die Verantwortung als...
00:41:19 Was steht da? Ist die Verantwortung? Also ich kann es dir ganz kurz zusammenfassen. Er möchte wissen, ob dir dir quasi dieser Vorbildfunktion bewusst bist, dass du diese hast und wie du damit umgehst und ob das für dich auf irgendeine Art und Weise Druck oder Stress erzeugt, dass du diese Vorbildfunktion hast und eben auch die Verantwortung dafür trägst.
00:41:44 Also ich würde sagen, dass das nicht besonderen Druck für mich auslöst, weil ich jetzt, ich lebe ja nach bestimmten Werten und Prinzipien und nach diesen Werten und Prinzipien lebe ich auch in meinem Stream und so bin ich auch privat und deswegen...
00:42:11 habe ich nicht das Gefühl, ich muss jetzt irgendwie auf bestimmte Sachen mehr achten, wenn ich im Stream bin oder weniger achten. Also deswegen würde ich nicht sagen, dass mich das speziell unter Druck setzt. Was allerdings in Livestreams schon durchaus mal passiert, ist, dass Leute eine andere Meinung haben als du oder denken, dass du lieber vielleicht dies oder das tun solltest, um jetzt ein gutes Vorbild für andere zu sein.
00:42:40 Ich würde sagen, da liegt eher so ein bisschen, ich sag mal, manchmal die Schwierigkeit für mich, was vielleicht auch mal ein bisschen Druck auslösen kann, weil man ganz viel irgendwie Fingerspitzengefühl braucht als Livestreamer.
00:42:57 dem Chat einerseits das Gefühl zu geben, dass die Leute, die zuschauen, Teil davon sind und mitbestimmen dürfen, was passiert. Und so soll es ja auch sein. Die dürfen ja auch mitentscheiden und sagen, darauf haben wir Bock und darauf haben wir keinen Bock. Oder geben Kommentare in den Chat ein, wie wir jetzt hier, auf die wir eingehen. So mache ich es ja auch. Aber dass dann man aufpassen muss, dass manche Chatner nicht das Gefühl haben, die haben hier irgendwie zu viel Macht.
00:43:26 und können sich zu viel rausnehmen, weil viele Livestreamer dann schnell das Gefühl bekommen, oh, jetzt mache ich was falsch, ich muss jetzt hier auf irgendwas achten, um zum Beispiel ein gutes Vorbild zu sein oder um irgendwie die richtigen Werte zu vermitteln. Und da ist es, glaube ich, sehr wichtig, erstmal selber zu wissen, was man für richtig und falsch hält.
00:43:54 Ja, absolut. Also ich glaube, da kann man bestimmt noch ewig ausführen, aber ich glaube, der Kern, den du da gerade getroffen hast, der ist super wichtig. Anknüpfend daran aber von Pandora auch noch eine Frage, da hätte ich jetzt ehrlicherweise eh drauf hinausgewollt, ob du dir denn grundsätzlich auch selbst Stress machst, was so Performance angeht, weil natürlich sind Follower, Viewer und so weiter und so fort.
Sozialer Stress und identitätspolitische Themen
00:43:5800:44:20 Wichtig. Ich meine, das ist ja auch das, was dann letzten Endes in irgendeiner Form dein Leben finanziert. Darüber generierst du entweder durch Abolos Geld oder auch durch die Reichweite dann für Sponsoren. Ist das etwas, dass du dir da Stress machst, dass du auf einem gewissen Level performen, also performen in Anführungszeichen, musst, damit halt das auch nicht abnimmt? Oder ist das was, wo du sagst, nee, das stresst mich irgendwie trotzdem nicht?
00:44:50 Also ein Grund auch weswegen ich sagen würde, warum der Stress letztes Jahr dann so hoch war, dass ich dann einen Monat Pause machen musste und eine Panikattacke hatte, war auch, weil ich das Gefühl hatte, okay, boah, ich bin nicht 100% am Start. Ich kann hier gerade nicht richtig performen. Ich bin nicht der lustige und entertainende Ronny, der ich sonst immer bin.
00:45:18 Und deswegen lief jetzt das Projekt hier nicht so gut. Es ist für mich nicht so wichtig, wenn mal ein Projekt nicht so viele Zuschauer hatten. Das passiert einfach. Ich sehe das als so wie so eine Aktienkurve. Die muss auch mal runtergehen, damit es dann wieder zwei Schritte hochgehen kann. Und dann verhält sich auch mal zwei Jahre irgendwie so. Und das gehört ja einfach...
00:45:42 dazu, aber da hatte ich so das Gefühl, okay, ich bin hier grad am stagnieren und ich hatte wirklich das Gefühl, auch inhaltlich, dass ich irgendwie nicht irgendwie so die Power geben kann, für die mich die Leute sonst gerne gucken, weswegen die Leute auch nicht so zahlreich zugucken, wie ich das vielleicht erwartet hätte bei manchen Projekten und dann immer in so einen Teufelskreis gekommen bin von, jetzt muss ich direkt ins nächste, um das zu kompensieren.
00:46:06 Und jetzt musste ich wieder das nächste Projekt machen, nächste Woche bam, bam, bam. Hatte dadurch aber weniger Zeit, diese Projekte vorzubereiten. Und natürlich auch, weil ich dadurch sowieso viel weniger Pause hatte, dass ich eben nicht die volle Ronny-Berger-Energie abrufen konnte. Und dadurch dann weniger Kraft einfach hatte. Und habe wirklich auch dieses Jahr gemerkt, einen Teil...
00:46:31 von der Recovery würde ich sagen, ist auch, dass ich halt dann von einem halben Jahr nach Hamburg gezogen bin, wo ich viel einfacher Content machen kann. Und in Tübingen, wo ich voll gewohnt habe, die Stadt, die ich immer noch sehr liebe, aber ich, ja, da Schwierigkeiten hatte, einfach zu streamen. Erstens war das Internet sehr schlecht dort. Und...
00:46:53 Es gab einfach nicht so viele Leute, mit denen ich was machen konnte. Ich habe die Stadt schon 50 Mal gezeigt, da ging einfach nicht mehr so viel. Das ist irgendwie so am Arsch der Welt, auch ein bisschen so von dieser Medienwelt aus gesehen. Und hier in Hamburg habe ich ganz viele Kollegen, mit denen ich was machen kann. Berlin ist nah, wo ich viele Freunde habe. Und da geht einfach viel mehr. Ich kann mehr zu Hause sein und trotzdem irgendwie coole Sachen machen. Und genau, aber...
00:47:22 Genau, wegen diesem Performance. Das war eigentlich die Frage.
00:47:26 Das ist ein bisschen was, was natürlich immer im Hintergrund ist. Man guckt nach jedem Projekt und sagt, okay, wie ist das angekommen bei den Leuten? Was sagen die Zahlen? Und ja, es gibt irgendwie jetzt nicht unbedingt ganz konkrete Zuschauerwerte, die ich erreichen muss, aber so ein gewisses Maß habe ich ja schon als Ziel, weil ich ja eben, ja keine Ahnung, mich und jetzt ja auch mittlerweile nicht nur noch mich davon bezahlen muss.
Perfektionismus und Leistungsdruck im Streaming
00:47:5600:47:56 Und natürlich löst das dadurch ein bisschen Druck auch aus, weil... Klar, es hängt ja mehr dran einfach, ne? Ja, voll verständlich. Aber ich würde sagen, dass ich damit gut umgehen kann, weil ich mir dessen bewusst bin und auch langfristig einen Plan habe, wie ich das halt hinkriegen kann, dass dieser Zustand so bleibt oder vielleicht sogar noch mehr wird.
00:48:25 Und das auch so funktioniert und deswegen macht es ja nicht so viel Sinn. Aber da hast du ja schon einiges geändert. Du hast grundsätzlich so deine Lebenssituation so ein bisschen geändert, um, sage ich mal, weniger gestresst zu sein, weil so ein in real life, sage ich mal, Content zu drehen und auch wirklich regelmäßig zu drehen.
00:48:45 stelle ich mir einfach schon echt stressig vor. Ja, das kann ich mir auch sehr, sehr gut vorstellen. Was man aber tatsächlich eben auch mit diesem Stress und damit umgehen auch hört, ich meine, du hast ja vorhin schon ein paar Sachen gesagt, was dir dabei hilft, ist das Wort Resilienz. Das ist ja jetzt irgendwie ein Wort, das wirft man so rein. Kannst du da mal ein bisschen genauer darauf eingehen, liebe Uruba, und erklären, was das ist? Und vielleicht auch anhand dessen, was Ronny schon so mitgebracht hat und gesagt hat, erklären.
00:49:12 Was eben diese Resilienz ist. Resilienz bedeutet eigentlich nichts anderes als mentale Widerstandsfähigkeit. Also dass, wenn wir stressige Situationen haben, dass wir dann vielleicht auch mal belastet sind, aber irgendwie die Fähigkeit haben, wieder zurückzukommen zu unserem Ursprungszustand und, sage ich mal, gesund zu bleiben. Das heißt aber nicht, dass resiliente Menschen jetzt irgendwie nie belastet sind und nie gestresst sind und irgendwie alles super wuppen, sondern die sind gestresst.
00:49:42 Sie sind belastet, aber haben bestimmte Strategien für sich im Leben entwickelt und entwickeln sie wahrscheinlich auch lebenlang weiter, die sie gesund halten. Das kann Sport sein, das kann Yoga sein, das kann durchatmend sein, das kann sowas sein, wie Ronny sagte, wirklich feste Tage einplanen für Pausen, bevor es zu viel wird. Also nicht warten, bis es zu viel wird und dann Pause, sondern bevor es schon da ist und auch wirklich mal Situationen verändern. Also nicht so.
00:50:11 davor zurückscheuen und sagen, hey, ich krempel jetzt mal einiges um. Ich krempel vielleicht mal meine Selbstständigkeit um und gestalte einiges anders und gebe vielleicht mal ein paar Aufgaben ab, die mich stressen, die ich zwar alleine machen könnte, wüsste ich aber vielleicht auch gar nicht. Also das alles ist Resilienz. Und ich glaube, fast niemand wird irgendwie, sage ich mal, zu 100 Prozent resilient geboren, sondern die meisten von uns lernen das dann auch.
00:50:37 Ganz kurz, Ronny, ja oder nein? Würdest du sagen, du bist resilienter geworden im letzten Jahr? Oder im letzten halben Jahr? Ja, das auf jeden Fall. Ich habe mir nie viel Gedanken darum gemacht, was dieses Wort bedeutet, auch wenn ich es schon ein paar Mal gehört habe. Das ist ja am Ende ein Fachbegriff. Aber wenn ich jetzt so mit dem, wie ich mein Leben verändert habe, das vergleiche mit dem, was du sagst, würde ich sagen, auf jeden Fall, klar.
00:51:07 Und was würdest du jetzt zum Beispiel jemandem mitgeben, der sagt, boah, ja irgendwie, also ich merke, ich habe auch Stress, aber ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Wie kann ich damit umgehen? Was würdest du jemandem mitgeben, der dich das fragt? Also was ich auf jeden Fall gelernt habe jetzt, weil in der Therapie, die ich so in Anspruch genommen habe und auch wenn ich mit...
00:51:33 ja, Freunden rede, die vielleicht auch anfangen oder selber ja anfangen, sich damit auseinanderzusetzen, wie lebe ich mental gesund, würde ich sagen, das ist in erster Linie erstmal darauf ankommen zu lernen, auf sich und seinen Körper und seinen Kopf zu hören und zu lernen, zu reflektieren und herauszufinden, was die Dinge, die im Körper und im Kopf vorgehen, eigentlich bedeuten.
00:52:04 Wenn ich mich schlecht fühle, woher kommt das eigentlich, dass ich mich jetzt gerade schlecht fühle? Boah, ich fühle mich jetzt gerade kaputt, woher kommt das eigentlich? Oder ich fühle mich jetzt gerade total gut, woher kommt das? Dass man sich selber kennenlernen muss, weil erst dann weiß man ja, was einem gut tut, was einem schlecht tut, was die Probleme sein könnten, die man im Leben so hat.
00:52:25 So seine eigenen individuellen Bedürfnisse kennenlernen. So was für Bedürfnisse habe ich oder welche Bedürfnisse halten mich auch gesund.
00:52:40 Vielleicht entdeckt man dabei auch dann Sachen, wo man eigentlich immer dachte, ey, das ist was, das ruht nicht aus, das macht mir Spaß. Und dann, wenn man erstmal überlegt, okay, was ist zum Beispiel Kochen eigentlich für mich? Wie fühle ich mich, wenn ich gekocht habe? Wie fühle ich mich auch nach einem anstrengenden Tag, wenn ich gekocht habe? Oder so, ist das wirklich was, was irgendwie eine Meditation für mich ist? Oder ist das...
00:53:05 in Wahrheit eigentlich eher was, was sich anfühlt nach etwas, was ich tun muss, was eigentlich eher eine Aufgabe ist.
Authentizität vs. Cringe-Kultur
00:53:1800:53:18 Das hört sich gut an. Ronny, du hattest im Vorgespräch auch was gesagt, was besonders, also es ist einfach hängen geblieben. Du hast das so ein bisschen vergleichen mit Skillpunkten, die man im Leben verteilt. Und das war irgendwie echt cool. Kannst du das vielleicht nochmal so ein bisschen wiederholen? Weil ich fand, das waren einfach sehr schöne Worte. Im Vorgespräch. Das ist schon ein bisschen her. Vielleicht kannst du das auch nochmal wiederholen. Ich kann nochmal ein bisschen weiter ausholen. Du hast quasi...
00:53:49 Skillpunkte aus Videospielen mit Skills von Menschen im echten Leben verglichen und hast halt da irgendwie so ein bisschen das Ganze verglichen mit Stress, mit sich selber stressen, wenn man vielleicht in etwas zum Beispiel nicht ganz so gut ist oder andere bewundert, die in etwas extrem gut sind und sich denkt, so gut wäre ich irgendwie auch gerne, aber vielleicht verliert man dadurch eben auch aus den Augen so ein bisschen.
00:54:17 was man selbst gut kann, wenn man immer nur guckt, was können denn die anderen, wo sind meine Skillpunkte? Ich weiß jetzt wirklich immer noch nicht, was ich über diese Skillpunkte gesagt habe. Dann ist es bei uns stärker hängen geblieben als bei dir, glaube ich. Boah, ich finde das geil. Also, es ist in meinem Kopf, ich erinnere mich dunkel, dass ich sowas gesagt habe. Ja, ist gut. Aber ich weiß nicht mehr genau, also ich check's wirklich nicht mehr genau, was ich damit...
00:54:47 ähm, äh, aussagen wollte und ich benutze diese Metapher eigentlich ganz gerne für, ähm... Wofür? Dann fang doch einfach da an. Also wo... Aber, also... Also...
00:55:00 Also was ich auf jeden Fall, was du jetzt am Ende gesagt hast, wo Leute gut drin sind, dass es auf jeden Fall so ist, dass wenn es darum geht, sich mit anderen Leuten zu vergleichen, was als Thema sehr, sehr schnell passiert, viel zu vielen Leuten viel zu doll passiert, zu überlegen, wo ist der, was kann der, was macht der.
00:55:24 Und dass da auch viel Stress auslösen kann im Leben. Da ich so über die letzten Jahre für mich gelernt habe und was glaube ich viele andere sich auch...
00:55:42 mal überlegen können, dass halt am Ende hat jeder halt irgendwie eigentlich gleich viele Skillpunkte, die er in seinem Leben so verteilt, weil jeder macht Erfahrung, jeder macht in jeder Minute, eine Minute Erfahrung, egal in was. Und das ist, ich häufig mit Menschen rede, Menschen erlebe, die zum Beispiel Freunde sehen, wo die haben diesen einen Kumpel, der
00:56:11 geht jeden Tag zur Arbeit, geht dann noch zum Sport, hat dann noch eine Jugendgruppe in der Gemeinde, die er leitet und gibt noch Fußballtraining und am Wochenende trifft er sich dann noch mit seiner Familie, zu der er zwei Stunden hin und zurück fährt und man hat das Gefühl, wie kriegt diese Person das alles hin? Und auf der anderen Seite aber...
00:56:38 denkt diese Person genauso über dich. Auf der anderen Seite denkt diese Person, wie macht er das? Irgendwie, keine Ahnung, vielleicht eine gesunde Beziehung zu führen. Mann, wie kriegt er das hin? Ich krieg das überhaupt nicht hin. Wie schafft er das? Vielleicht...
00:57:00 Mir fällt es jetzt gerade nicht ein. Es gibt einfach Sachen, die sind offensichtlicher. Man sieht die Eier. Der geht zum Sport jeden Tag, ist nie krank und kümmert sich in der Woche um irgendwelche Kindergruppen. Und auf der anderen Seite gibt es Personen, die man selber vielleicht bei sich...
00:57:28 nicht so offensichtlich sieht, die halt ein bisschen versteckter sind. Vielleicht ist man selber dafür einfach viel...
00:57:33 empathischer, hat ein viel besseres Verhältnis zu seiner Familie, was diese andere Person nicht hat. Aber das sind eben die Sachen, die man nicht sieht. Und was ich auf jeden Fall auch als Streamer ganz, ganz toll gelernt habe, ist, dass man sich nicht mit den anderen Leuten vergleichen sollte, sondern mit sich selber so ein bisschen. Was auch nicht immer das allerbeste ist, aber wenn man sich mit irgendeinem vergleicht, dann am besten mit einem selber. Weil du kannst ja im Leben nur...
ADHS, Stress und emotionale Regulation
00:58:0300:58:03 eine bessere Version aus dir selber machen und nicht eine Kopie von jemand anderem werden. Das funktioniert nicht, weil du bist ja nicht die Person. Das sind richtig schöne Worte, Ronny. Vielen lieben Dank dir. Ich würde sagen, das ist auch genau das Perfekte, um hier zum Abschluss zu kommen. Es gab ganz viel Liebe für dich. Ich weiß nicht, ob du das gesehen hattest oder nicht. Aber hier zum Beispiel Cray Zart schreibt, ich wusste nicht, wie sehr ich gerade Deep Talk mit Ronny Berger nötig hatte. Oder hier auch sehr, sehr süß.
00:58:32 von der Puls nur Liebe Ronny. Und deswegen würde ich sagen, lieber Chad, schließt euch gerne einmal an. Ganz, ganz viel Liebe an dich Ronny. Danke, dass du das mit uns geteilt hast. Danke für deine Ratschläge und dann dir noch einen ganz wundervollen Abend. Danke für ihn. Vielen, vielen Dank. Danke Leute, danke für eure Zeit. Ich wünsche euch auch einander Spaß. Danke, tschüss. Die Lampe leuchtet für dich. Genau, das ist die Herzchenlampe. Ja, wie schön. Mach's gut. Tschüss.
00:59:02 Schön, schön, schön. Genau, das an der Stelle auch einmal kurz erwähnt. Wann immer ihr etwas besonders toll findet, besonders cool findet, könnt ihr gerne ein paar Herzen reinschmeißen. Wir haben hier eine interaktive Lampe, die immer genau dann angeht, wenn Liebe in den Chat gepostet wird. Und was mich persönlich interessieren würde, weil wir streamen ja nicht nur auf dem Arte-Kanal, sondern auch noch auf dem ARD-Kanal, können mal alle Menschen eine Eins in den Chat schreiben.
00:59:27 die gerade von ARD zu schauen. Das würde mich wirklich mal interessieren, wer da so von ARD am Start ist.
00:59:34 Währenddessen ich hier so ein bisschen Chat beobachte. Oh ja, da sind aber. Uiuiuiui. Danke, das sind aber auch eine andere Person. Hier ist tatsächlich auch eine Frage an dich. An mich? Ja, genau. Die sollen ja Fragen an mich stellen, aber das ist eine Frage an dich. Falsch. Aber ich finde das fast voll zum Thema. Du hast am Wochenende so toll moderiert. Ich denke, die meint dann wahrscheinlich auch die Gamescom. Ich glaube, das Konzert, das lief auch auf ALD. Ah ja, okay. Macht sie sich vor solchen Moderationsstoppen mit Publikum selbst noch stress?
01:00:03 oder wurde die Resilienz geskillt? Ich glaube, es wurde voll geskillt in Resilienz und meine Taktik ist tatsächlich einfach immer Kopf aus, was Publikum angeht. Und ich denke mal, was soll schief gehen? Also das Schlimmste ist, dass ich mich irgendwie langlege oder der Ton nicht funktioniert.
01:00:25 Also was passiert, passiert. Das ist ja das Schöne am Live oder auch das Schlechte am Live-Sein. Was passiert, passiert. Du kannst es nicht ändern, du kannst nur das Beste daraus machen. Und das ist dann immer so meine Taktik, Strategie, das da irgendwie zu machen. Aber vielen lieben Dank. Sehr, sehr liebes Kompliment in dieser Frage auch. Dankeschön. Aber ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber man gewöhnt sich irgendwie auch daran. Also ich weiß noch, wo wir hier angefangen haben. Ich war am Anfang so verdammt aufgeregt.
01:00:53 Und also ich war den ganzen Tag aufgeregt und wir machen das ja abends. Aber jetzt mittlerweile geht's. Also man gewöhnt sich irgendwie auch daran. Ja, aber es ist auch irgendwie, finde ich, einfach eine kuschelige Atmosphäre. Auch wenn das Studie jetzt so ein bisschen verändert hat, da dürft ihr auch gerne noch mal eure Meinung kundtun. Ich habe schon so ein paar Meinungen gelesen, aber wenn da noch mehr Meinungen sind, ist das auch nie verkehrt. Und für den Fall, dass ihr noch irgendwelche Fragen habt, dann immer her damit. Per WhatsApp.
01:01:18 Per Chat, auch gerne per Discord. Da könnt ihr dann auch mit uns so reden. Genau hier nochmal ganz kurz eingeblendet. Wir haben ja auch einen wundervollen QR-Code, den ihr benutzen könnt. Also schaut da auch gerne mal vorbei, wenn ihr irgendwas loswerden wollt, wo ihr denkt, okay, vielleicht passt es nicht so in den Chat oder das ist irgendwie zu lang für den Chat oder ich habe ein paar mehr Fragen. Dann gerne da auch nochmal vorbeigucken und sich darüber eben einwählen.
01:01:42 Und auch wie Oruba ganz anfänglich schon gesagt hat, keine Angst, im Hintergrund gibt es ein ganz wundervolles Team. Die schicken euch nicht hier direkt rein zu uns, sondern die hören sich erst mal an, was ihr zu sagen habt. Dann könnt ihr auch noch mal sagen, ich weiß aber gar nicht, passt das hier rein? Ich weiß nicht, ob ich mich wohlfühle. Und erst dann, wenn sich alle sicher sind, dass es passt, dann landet ihr hier.
01:02:01 Das einmal ganz kurz nochmal am Rande erwähnt. Ansonsten dürft ihr euch gerne schon mal Fragen überlegen für unsere nächste Gästin. Das ist nämlich die wundervolle Nova aka Antonia und online zu finden als Starlet Nova. Hallo meine Liebe. Hallo. Du strahlst ja anders. Ist das schön. Schön dich zu sehen.
01:02:26 Wie toll, schön euch zu sehen. Hallihallo. Wie geht es dir an diesem Abend? Geht es dir gut? Bist du noch fit oder ist schon fast so langsam Bett-Geh-Zeit?
01:02:35 Ich würde sagen, auf jeden Fall an sich noch fit, aber ich bin auch schon ein bisschen eine Oma. Ich bin schon dankbar, dass ich jetzt kommen bin und nicht noch später. Ich finde es aber voll cool, Oma zu sein. Ich beneide Menschen, die auch früh ins Bett gehen können. Ich wünschte, ich könnte früh ins Bett gehen manchmal. Du bist also so eine Nachtäule. Ich will es nicht sein, aber meistens wird es dann schon leider sehr spät.
01:03:02 Mit dir wollen wir heute über das Thema Sozialstress reden und tatsächlich auch über das Thema ADHS und Stress, wie das in Kombination wirkt. Ich würde sagen, gibt es denn bei dir vielleicht etwas, um da direkt eiskalt reinzuspringen, wo du in typischer Weise besonders viel Stress hast, was bei dir so vor allem auch Sozialstress auslöst?
01:03:29 Also ich finde, das ist so ein großes Thema, was man da irgendwie anreißen muss. Also klar, ich war sozialer Stress. Ich weiß nicht, ob das jetzt dadurch ist, dass ich irgendwie älter geworden bin oder irgendwie schon immer in mir hatte und jetzt einfach nur ein bisschen feinfühliger mit mir geworden bin. Aber ich glaube, das kennt jeder so ein bisschen, auch die Interaktion miteinander, gerade auch bei uns im Job. Man lernt so viele Leute kennen und arbeitet auch mit so vielen Leuten irgendwie zusammen.
01:03:57 Das kann auch schon unter Umständen manchmal ziemlich stressig sein, wenn da auch so viele verschiedene Persönlichkeiten aufeinandertreffen und man sich da versucht, irgendwie so zurechtzufinden und sich dabei auch selber nicht zu verlieren. Ich glaube, das könnte auch vielleicht ein stressiger Moment sein. Also das klingt aber schon so, als ob du da auch so die eine oder andere Erfahrung gemacht hättest, wo du vielleicht auch mal dich so ein bisschen selbst verloren hast vor lauter...
01:04:24 Stress und hier würde ich gerne sein und das möchte ich nicht verpassen. Und da gibt es ja auch noch eine coole Möglichkeit und da sind Menschen, die ich gerne mag. Also ist das passiert oder habe ich da gerade was ganz Falsches rausgehört?
01:04:39 Definitiv. Also ich habe gerade so besonders in den letzten eineinhalb Jahren oder in den letzten zwei Jahren, würde ich sagen, so eine sehr große Entwicklung durchgemacht. Und ich mache das Ganze ja jetzt tatsächlich schon oder darf ich schon seit jetzt so um die zehn Jahre machen. Und dementsprechend war ich damals 17, jetzt bin ich 27. Das sind natürlich auch starke Entwicklungsjahre, die natürlich dann bei mir ja auch sehr begleitet worden sind.
01:05:08 Und ich war auch vor kurzem an einem Punkt, wo ich mir wirklich so gedacht habe, so, ey, wer bin ich eigentlich? Wer bin ich, wenn niemand anderes da ist? Wer möchte ich überhaupt sein? Wo möchte ich mich hin entwickeln? Welche Seite von mir möchte ich im Internet zeigen? Also das sind, glaube ich, viele so Themen, die mich da in die Richtung irgendwie beschäftigt haben. Aber ich glaube, dass ich auch mit Therapie auch einen sehr guten Weg gefunden habe, um das zu bereiten.
01:05:36 Machst du dir diesen Stress oder auch Sozialstress irgendwie selbst eher oder würdest du sagen, das sind eher die Erwartungen von anderen, die die stressen? Also es ist sozusagen, verstehst du, was ich meine? Ist das eher innerlich getrieben oder eher die Erwartungen von anderen?
01:05:54 Ich glaube, es ist ein zweischnelliges Schwert, auch in Situationen, in denen wir uns als Influencer befinden. Ich weiß, dass es kein Job ist, den man vergleichen kann, wie mit, dass man auf der Baustelle arbeitet. Es ist kein systemwichtiger Job. Und wenn ich jetzt über meine Erfahrungen rede, möchte ich nochmal wirklich betonen, dass ich auch schon andere Jobs in meinem Leben gearbeitet habe und bin sehr dankbar, diesen Job machen zu dürfen und habe da größten Respekt für.
01:06:20 Es gibt natürlich aber auch wie in jedem Job so ein paar Schattenseiten und ich glaube gerade in unserer Social Media Welt, wo alles auch extrem schnelebig ist, ist es natürlich, dass man irgendwo auch einen sozialen Druck hat, relevant zu bleiben. Also die Zahlen, die ich einfach auf einer App sehe, die sind im Endeffekt die, die meine Miete zahlen und die dafür verantwortlich sind. Ey, wollen Leute mich noch sehen? Drücken die auf dieses kleine Herz, gerade bei dem Content, den ich erstellt habe oder nicht?
01:06:48 Da muss man natürlich sich überlegen, wie gehe ich diesen Grad zwischen ich weiß, was jetzt sehr polarisieren würde, was Likes kriegen würde und zwischen eigentlich ich selber bleiben. Also das ist, glaube ich, eine Gratwanderung und auch, dass man sich halt selber versucht, sich wieder neu zu empfinden. Aber ich glaube, um die Frage zu beantworten, bin ich tendenziell eher jemand, der sich selber einfach sehr viel Stress macht. Und dass ich schon sagen würde, dass ich...
01:07:16 recht resilient bin, was so Druck von außen angeht oder dass Leute mich haben wollen, weil ich glaube ich schon doch auch manchmal sehr anders handele, als man es vielleicht jetzt irgendwie erwarten würde oder das von mir denken würde, dass ich doch jetzt schon das mache, was mir mein Herz sagt und das eigentlich immer so gemacht habe. Das heißt, du kannst andere gut ausblenden. Das klingt ja dann so, als ob du schon gelernt hättest, wie man mit so sozialem Stress einigermaßen umgeht.
01:07:45 Da würde ich dann einfach mal erst dich fragen, Nova, wenn man jetzt so sozialen Stress krass empfindet. Also das ist ja meiner Erfahrung nach eher so, weil man noch so ein bisschen jünger ist und so denkt, okay, ich will irgendwie alles sehen. Ich will alles erleben. Ich muss alles mitnehmen. Hast du deine Empfehlung, was man tun kann, um diesen sozialen Stress für sich vielleicht so ein bisschen leiser zu drehen? Oder vielleicht auch, wie hast du es geschafft? Ja, ja, also.
01:08:14 Ich glaube, eine Grundessenz, oder dass man, naja, wie soll ich das sagen, also ich glaube, ganz wichtig ist, dass man ein ganz stabiles und sicheres Umfeld hat und auch mit sich selber sehr im Reinen ist, weil ich glaube, je unsicherer man ist, desto leichter ist es auch natürlich, dass man sich beeinflussen lässt oder dass man das Stress aufkommt, wenn man halt auch keine Bewältigungsstrategien hat. Und ich weiß, wir leben in der Gesellschaft, die dafür...
01:08:39 also die davon profitiert, wenn man unsicher ist. Also so, ja, kauf die Creme, dann bist du schöner und mach das. Also der Kapitalismus, der profitiert davon, dass auch gerade wir als Frauen uns irgendwie unsicher fühlen in unserer Haut. Und das ist natürlich auch ein sehr großes Thema. Und ich glaube, wichtig ist da, sich selber Momente im Leben zu schaffen und ein Umfeld zu schaffen, in dem man sich wohl fühlt und wo man auch stolz auf sich selber ist und wo man Selbstbewusstsein hat. Das einen, glaube ich, dann solche...
01:09:08 die sehr stressig sein können, nicht mehr so aus dem Leben holen. Bei mir ist das beispielsweise der Sport, den ich habe. Ich habe vor ein paar Jahren mit Kraftsport angefangen und das erdet mich sehr und gibt mir auch ganz viel Selbstbewusstsein, dass ich etwas für meinen Körper tue, dass ich etwas für mich tue und dass ich etwas durchziehe und etwas mache. Und ja, so Grundbausteine würde ich sagen, die einem da sehr helfen können.
Sozialer Stress und die Rolle der Therapie
01:09:2201:09:31 Das klingt richtig gut und schön und ich finde es toll, dass du da so deinen Weg gefunden hast, jetzt hier an der Stelle mit dem Sport. Ruber, jemand, der jetzt seinen Weg noch nicht so geebnet hat, hast du da ein paar Tipps, die du uns an die Hand geben kannst? Also jetzt, wenn wir uns wirklich mal auf diesen sozialen Aspekt von Stress konzentrieren, wenn es jetzt wirklich geht.
01:09:51 Wie relevant bin ich, sag ich mal, in der Freundesgruppe oder ganz viele Menschen haben ja auch wirklich Angst, alleine zu sein und machen dann manchmal Dinge in einer Gruppe, die die eigentlich gar nicht machen wollen, um einfach, sag ich mal, cool zu bleiben oder so. Da gebe ich immer die Tipps, so ein bisschen sich auf die...
01:10:07 wichtigen Menschen, sag ich mal, zu konzentrieren. Und das sind vielleicht nicht 10, 20, 30, 40 Menschen, sondern das sind vielleicht diese zwei, drei Menschen um einen rum, die einem aber gut tun. Und da sich nicht, sag ich mal, auf die Masse zu konzentrieren, weil man kann auch nicht von allen irgendwie gemocht werden. Obwohl natürlich das Bedürfnis da ist, von allen geliebt zu werden. Dann als zweites Zeit für Rückwirkung.
01:10:29 einplanen. Also es ist natürlich von jeder Person irgendwie unterschiedlich, wie extrovertiert oder introvertiert man ist. Aber jeder hat so ein bisschen, sage ich mal, so eine Social Battery, also so ein soziales Aufladungsenergie. Und wenn die irgendwann down ist und die sollte auch wieder aufgeladen werden. Das heißt, ich brauche zum Beispiel schon einiges an Zeit für mich alleine, um, sage ich mal, wieder Energie zu haben für andere Menschen.
01:10:56 Aber dann auch als dritten Punkt, und ich weiß nicht, wie du da auch denkst oder wie du auch darüber in der Therapie vielleicht auch mal gesprochen hast, aber seine Ängste und Bedürfnisse in Beziehungen, sei es Freundschaft, Partnerschaft, sonst wie, zu reflektieren und sich mal zu fragen, hey, was stresst mich jetzt denn gerade in dieser Situation und was für ein Bedürfnis steckt denn dahinter? Also nicht einfach nur, sag ich mal, wegdrücken, weil ich glaube,
01:11:20 Da tendieren wir Menschen schon sehr schnell dazu, dass wenn ein unangenehmes Gefühl aufkommt oder Ängste aufkommen, dass wir ganz schnell versuchen, das irgendwie wegzudrücken. Und dann sehen wir aber uns selbst häufig gar nicht dahinter, also unsere Bedürfnisse gar nicht mehr.
01:11:35 Vielen Dank dafür. Und du, liebe Nova, hast ja gerade schon gemeint, dass Zahlen ja schon auch irgendwo einen gewissen Druck haben, vor allem eben auf Social Media. Bei Arte gibt es da auch ein Stück dazu, das heißt Kids, Statussymbole und Identität. Und ich glaube, das passt hier an der Stelle, um auf dieses Thema zu sprechen zu kommen, ganz gut rein. Ich würde sagen, wir gucken uns das einfach mal gemeinsam an.
01:11:59 Mein Name ist Vivi, ich bin 15 Jahre alt. Ich bin Mian, ich bin 16 Jahre alt. Mein Name ist Anastasia, ich bin 17 und ich komme aus Berlin.
Jugendliche, Social Media und Statussymbole
01:12:0901:12:09 Teenager finden diese Statussymbol auf verschiedenen Wegen. Am meisten würde ich schon sagen, spielen aktuell die sozialen Medien eine Rolle, insbesondere TikTok und Instagram. Also wenn ich jetzt keine Schule habe und zu Hause bin, verbringe ich schon bestimmt mindestens vier Stunden auf TikTok. Ich verbringe auch so um die fünf, sechs Stunden am Tag auf TikTok. Also bei mir würde ich sagen in der Woche so circa zwei Stunden. Am Wochenende generell sind es eh länger, weil ich immer zum Einschlafen bin.
01:12:36 davor ein bisschen auf TikTok bin.
01:12:41 Also mir sind Likes schon wichtig, würde ich sagen. Ich poste auch TikToks von mir. Das hatte ich früher am TikTok mal mit 300 Likes. Und wenn ich dann irgendwie mal ein TikTok von mir poste, dass er so, ich sag mal, 20 Likes oder so hat, nehme ich es wieder runter, weil ich denke, ja okay, vielleicht sah ich ja auf dem anderen ein bisschen besser aus und auf dem nicht, dass so wenige liken, sag ich mal. Ja, also ich glaube, dass jeder, der irgendwas auf TikTok hochlädt, schon das Ziel hat, erfolgreich zu sein. Also ich glaube, das ist schon das Stabsymbol von TikTok, dass man da...
01:13:10 viele Likes bekommt. Ja, also ich finde, man hört da sehr krass raus, wie sehr die Zahlen diese jungen Menschen beeinflussen. Wie ist das bei dir? Sind Zahlen für dich ein Ding, die dich so krass beeinflussen? Oder war das vielleicht mal so? Bist du da inzwischen irgendwie besser mitgeworden? Gib uns da gerne mal so dein Empfinden, was Social Media und Zahlen angeht.
01:13:37 Erstmal tolles Video, beziehungsweise auch irgendwo traurig.
01:13:44 Da muss ich auch sagen, ich bin ja aufgewachsen ohne Handy. Also ich bin mit der letzten Generation noch die, ich hatte so ein Club Handy damals. Ich auch. Ich auch. Und das war das höchste Gefühl. Und ja, dann kommt die Media. Oder kennt ihr dieses Snakes Spiel? Ja, ja, ja, ja. Ja, das war toll. Genau so war es halt irgendwie. Und das ist natürlich eine ganz, ganz, ganz andere Welt. Das hat man ja natürlich auch als Influencer auch irgendwie eine große Verantwortung. Aber um zum Thema zu kommen.
01:14:14 Ja, Zahlen, also ich müsste ja lügen, wenn ich mich nicht davon frei machen könnte, weil im Endeffekt ist es natürlich auch so, da gibt es ja knallharte Fakten zu, wenn du durchschnittlich höhere Zahlen hast, dann bezahlen Kunden mehr, das ist das, wo du damit Geld verdienst in den meisten Fällen, also du wirst ja für Reichweite bezahlt und das ist also ein direkter, das ist ja wie, als würde man aufsteigen im Beruf oder würde da halt eine Gehaltserhöhung bekommen.
01:14:43 Zahlen sind natürlich dann immer gleichzusetzen mit mehr Geld, mehr Erfolg, whatever. Ich versuche mich größtenteils wirklich davon so ein bisschen frei zu machen und Sachen nicht persönlich zu nehmen. Und ich glaube, das ist ja auch wichtig.
01:15:00 Die Maus meinte, so ja, ich glaube bei dem Video sah ich nicht so schön aus. Vielleicht habe ich das gesagt. Das hat mir mein Herz gebrochen. Ja, auf jeden Fall. Weil bei mir sind es auch teilweise krass. Es gibt auch so Videos, da sitze ich dann irgendwie drei Stunden und schneide das und dann wird das auch noch gefilmt. Ey, kompletter Flop. Kompletter Flop. So, kriegst du.
01:15:20 in Anführungszeichen nur, keine Ahnung, 10.000 Aufrufe oder so, weil ich denke mir so, ja, okay, und dann lade ich ein anderes Video hoch. Jetzt vor kurzem, da war ich irgendwie in einem Auto eingesperrt und meine Mutter war ein Erdi. Und das hat, ich glaube, 600.000 Aufrufe. Und das habe ich in der App aufgenommen. Social Media ist tückisch. Man weiß nie, was funktioniert, was nicht. Und das hat in vielen Fällen auch nichts mit einem selber zu tun. Und ich glaube, das, was auf lange Sicht, was mir gezeigt hat, ist,
01:15:48 die Sachen zu machen, die einen glücklich machen und wo man sagt, okay, das ist zum Beispiel Content, den möchte ich wirklich teilen und auf den bin ich. Und selbst wenn der nicht so performt, ist das für mich nicht schlimm, weil ich das Gefühl habe, dann dadurch trotzdem die Menschen, die das erreicht, da fühle ich mich einfach viel wohler mit. Also ich habe jetzt auch zum Beispiel angefangen in Schweden bei meinen Eltern und da habe ich so, ich würde sagen Handwerker-Content gemacht.
01:16:15 was ganz anderes als ich sonst davor gemacht habe und für viele war das vielleicht auch so, okay, warum ist sie da jetzt auf dem Dach, warum wechselt sie die in der Autobatterie, was ist da los, warum ist sie da auf einmal am Strein an, hä? Aber ich weiß halt, dass mir das so viel Freude bereitet hat und deswegen war das dann für mich auch, also für mich waren dann die Zahlen in dem Moment auch einfach nicht so wichtig, sondern ich habe mir gedacht, ey, das ist einfach Herzenscontent, den ich zeigen möchte.
01:16:40 Bei allen anderen Sachen, manchmal floppen Sachen auch, da hat man auch gar keinen richtigen Einfluss drauf. Ich versuche das Ganze wirklich irgendwie distanzierter wie einen Job zu sehen. Natürlich würde ich nümlich sagen, dass ich mich extrem freue. Klar, wenn irgendein Video auf einmal viraler geht oder mehr geklickt wird oder ich in einem Stream random mehr Zuschauer habe. Natürlich ist es was Schönes, aber man muss halt, glaube ich, versuchen zu lernen, diese Zahlen zu abstrahieren von sich selber als Person, als Influencer-Verkauf.
01:17:08 Deine Persönlichkeit. Also du verkaufst ein Produkt, was du selber bist. Natürlich viel einfacher zu sagen, ja, okay, hier, ich verkaufe diese Creme, diese Creme funktioniert nicht so gut und floppt irgendwie leider, ja, das ist nicht schlimm. Aber hier ist es ja so, hey, das ist mein Produkt und das Produkt bin ich. Und wenn das dann ist, dann ist es natürlich klar, dass man das irgendwie persönlich nimmt mit Zahlen, mit Erfolg. Aber ich versuche mich einfach weitestgehend irgendwie so zu...
01:17:31 selber so ein bisschen zu distanzieren. Wie machst du das? Weil das ist ja doch ein ganz schöner Druck, der auf einen ausgeübt wird. Also Stress ist das eine, der Druck, den man sich dann selbst macht, ist irgendwie nochmal das andere, weil du schon sagst, ich bin das Produkt. Also ich muss mich ja irgendwie gut verkaufen. Wie bewältigst du diesen Druck, den du dir wahrscheinlich dann auch in erster Linie selbst machst oder hoffentlich auch nur du selbst machst? Ich hoffe jetzt nicht, dass da auch noch Druck in irgendeiner Form von außen kommt. Aber wie gehst du mit dem Druck, den du dir selbst machst, um?
01:18:00 Aber ich finde ja auch, da muss man nochmal hinzufügen zu der Frage, ich finde es ist ja nicht nur beruflicher Druck. Das ist ja auch dieses, was du sagst, ich versuche es nicht persönlich zu nehmen. Das geht ja auch nochmal auf eine andere Ebene, wie die Mädels da gerade in dem Video, weil ich glaube, die leben jetzt nicht von ihren TikToks, sondern das geht mehr auf diese Ebene von Selbstwert. So diese Klicks und diese Likes bestimmen meinen Wert als Menschen irgendwie. Auch das erzeugt ja auch ohne beruflichen Stress schon sehr viel Druck.
01:18:29 Also ich glaube auch, wenn ich keine Influencerin wäre, ich müsste gar nicht durch Social Media-Hitsen tatsächlich. Also, das finde ich jetzt so leicht zu sagen, jetzt, wenn man an so einem Punkt ist, aber für mich, ich glaube, seitdem ich auch so im Reinen mit mir selber bin und so ein Selbstbewusstsein habe, also, wenn jetzt da irgendwie Bilder von mir geliked werden, das freut mich natürlich, wenn Leute schreiben, hey, du siehst schön aus oder so, aber whatever, aber das ist natürlich ein ganz menschliches Bedürfnis oder Gefühl, dass man
01:18:58 Schön angenommen zu werden von der Gesellschaft oder da entbrochen zu werden. Das ist völlig verständlich. Aber in meinem Herzen berührt es das nicht mehr. Und das habe ich, glaube ich, gelernt, wo ich sehr dankbar darüber bin, dass mir das tatsächlich nicht was bedeutet und ich einfach auch sehr viel für mich selber einfach mache und auch entgegen der teilweise auch Hate-Kommentare, die sagen mir, pack mal das Handy weg, warum filmst du da die ganze Zeit? Herbert, das ist mein Job. Ich wurde selbst besucht, um das hier zu filmen.
01:19:26 Ich genieße den Moment, ja, aber ich sag da auch nicht, wenn du da irgendwie am Schweißen bist, sag ich da auch nicht, du genießt bei dem Moment. Fang mal die Specs weg, genießt die Moment. So, naja, auf jeden Fall. Aber ich glaube, dadurch, dass ich auch durch Seven vs. Wild so viel Hate erfahren habe, hat das für mich nochmal irgendwie, habe ich gefragt, mit diesem ganzen Rezept an sich auseinandergesetzt und dadurch habe ich es, glaube ich, auch geschafft, da so einen Abstand irgendwie zu gewinnen und zu wissen, hey, die Person...
01:19:55 Ich bin ja nicht diese Internet... Klar, ich bin das, aber ich habe ja ein eigenes Leben. Und was mir da auch ganz, ganz, ganz toll hilft, gerade bei Stressbewältigung, ist, wenn ich zum Beispiel mal irgendwie... Manchmal ist es ja so, ich kriege ein richtig mieses Kommentar. Und manchmal, also 99% der Fälle nicht, aber manchmal ist es so ein Kommentar, wo ich echt... Und mir denkst du, aua. Das tut mir. Also warum ist so verbale Gewalt im Internet okay, aber auf der Straße, ich könnte die Person halt anzeigen. Das ist halt auch so.
01:20:23 Das sind dann so Momente, wo ich glaube ich halt auch oder auch allgemein einfach viel mit meinem Umfeld rede. Also ganz primär auch meiner Mama und meinem Papa. Und das erdert mich total. Und wenn ich da manchmal Redebedarf habe oder an mir selber Zweifel oder mir einfach nochmal Feedback irgendwie einholen möchte, das sind dann so die Menschen, bei denen ich auch ungestimmt ich selber bin und die mich an allen meinen Facetten kennen. Und das tut mir auf jeden Fall sehr, sehr gut. Also der Rückhalt, den du da eben hast.
01:20:51 der hilft dir halt dann eben auch mal mit einem Herbert.
01:20:55 einem Nichtsgönnenden Herbert umzugehen. Das ist ja, ist schön. Was ist denn, Ova, wenn man jetzt nicht so viel Rückhalt hat von Freunden, von Familie? Wie kann man dann mit so Sachen auf Social Media umgehen, wenn man sagt, okay, keine Ahnung, da hat jetzt jemand genau meinen wunden Punkt getroffen irgendwie oder das, wo ich mir eh schon unsicher war mit dem Post. Wie kann man dann damit umgehen? Was kann man tun? Erstmal das total wichtig, was du gesagt hast, Nova.
01:21:23 das versuchen wirklich von sich selbst zu entkoppeln. Also sich immer wieder bewusst machen, hey, diese Likes, diese View-Zahlen, was auch immer, welche Kommentaranzahl, es gibt ja jetzt echt viele, sag ich mal, Levels, auf denen man gucken kann, wie gut irgendwie etwas performt oder nicht. Sogar sowas wie Saves und so. Aber immer wieder sich bewusst machen, hey, das hat nicht...
01:21:48 also das bestimmt nicht meinen Wert als Menschen. Ich könnte morgen irgendwie all das löschen und dann wäre ich immer noch dieselbe Nova oder ich wäre immer noch dieselbe Uruba, dieselbe Sisor irgendwie als Mensch. Das wird ja mit dir als Person selbst nichts machen. Und ich glaube, vor allem, wenn man mit Social Media wie die Mädels jetzt in einem Video aufwächst, das ist halt so eine sensible Phase, wo du als Jugendliche irgendwie noch das...
01:22:15 also dich selbst entdeckst, so deine Identität bildest. Und ich finde es halt schon echt traurig, dass solche Zahlen von außen Teil deiner Identität werden und dich bestimmen und deinen Wert bestimmen. Und ich glaube, das ist schon wirklich echt verdammt schwer.
01:22:32 seinen Selbstwert da zu entkoppeln. Aber es hilft natürlich, wenn man sich das immer wieder bewusst macht. Und dann auch ganz normal so banale Sachen. Ich glaube, das sagt jeder rauf und runter. Aber es hilft, wenn man nicht stundenlang da drauf ist. Also es hilft, wenn man wirklich vielleicht mal sein Instagram oder TikTok oder was auch immer auf eine halbe Stunde reduziert. Und auch das ist vielleicht zu viel, aber das ist besser als zwei Stunden oder drei oder vier Stunden.
01:22:56 Und dann sage ich auch ganz häufig, das packen wir auch, diese Infos packen wir tatsächlich auch in den Chat, damit ihr das nachlesen könnt. Aber passt mal auf, dass ihr nicht so passiv konsumiert. Also dieses typische Doomscrolling, das kenne ich tatsächlich auch von mir. Wenn ich irgendwie abends total kaputt auf der Couch liege, dann bin ich irgendwie, ohne das irgendwie zu realisieren, eine halbe Stunde auf TikTok unterwegs und konsumiere passiv, obwohl...
01:23:21 genau das schädlich ist. Also wenn man Social Media aktiv nutzt, indem man Menschen irgendwie schreibt, kommentiert, wenn man irgendwie Kontakt mit seinen Freunden hält, all das ist nicht so...
01:23:32 sag ich mal, schädlich, als dieses passive Konsumieren, weil da hoppelt man ständig zwischen Gefühlen hin und her und das bringt eigentlich nichts. Dann natürlich auch Accounts entfolgen, die einen nicht gut tun und immer wieder bewusst machen, man sieht auf Social Media nur die Highlights von den Menschen und nicht wirklich das reale Leben. Auch wenn viele Influencer vor allem gerade versuchen, sehr viel Realität darzustellen, aber es ist trotzdem nicht die Realität.
Authentizität in Social Media
01:23:5801:23:58 Ja, das ist ja nur ein Ausschnitt von dem, was Sie gerade zeigen wollen. Das ist ja ein sehr gewolltes Ausschnitt. Ich bin jetzt mal so authentisch, Leute. Heute ist mir sogar echt ein Glas runtergefallen. Manche haben Depressionen wie Brigitte. Da ist der Vater schwer krank. Erzähl mir doch jetzt bitte nicht, dass dir dein Lip Liner abgebrochen ist.
01:24:23 Aber ich glaube, es gibt halt gerade... Aber dann war so dieses, ja Leute, ich bin jetzt mal richtig ehrlich. Ich denke, nein, das ist nicht.
01:24:30 Kann man gar nicht. Ich glaube, man muss sich auch wirklich selbst eingestehen, dass man es einfach nicht kann. Außer man wird wirklich gefilmt, ohne dass man es in dem Moment weiß und so. Und das auch viel längere Zeit dann. Und dann bildet sich, glaube ich, so ein authentisches Bild. Ich habe gerade im Kopf, ich habe letztens so eine richtig, richtig krasse Studie und beziehungsweise eine Umfrage gelesen. Da geht es um Gen Z.
01:24:54 Menschen, sag ich mal, oder Genziler, die wegen Social Media nicht mehr unbeschwert leben können. Also, weil sie Angst haben, cringe zu sein. Also es gibt ja diese Cringe-Culture, alles ist ständig Cringe-Zone. Es werden Memes gemacht aus Menschen, die irgendwie einfach ganz normal irgendwo standen und irgendwas gemacht haben.
01:25:14 Aber diese Angst sitzt bei jungen Menschen ganz tief. Also ganz ehrlich, bei mir auch manchmal. Ich merke das so, dass ich irgendwie, wenn ich irgendwo draußen bin, dann manchmal schon Angst habe, dass mich irgendjemand wegen irgendwas Dummen, was ich gemacht habe, filmen könnte. Und das könnte irgendwie im Netz landen. Und aus mir könnte der größte Witz des Jahrhunderts irgendwie werden.
01:25:34 Aber es gibt tatsächlich eine Umfrage, die zeigt, dass 55 Prozent der Erwachsenen Gen Z sagen, sie können sich online nicht frei ausdrücken, weil sie Angst haben, cringe zu sein. Sie öffnen sich emotional auch echt schwieriger, auch im realen Leben. Und 55 Prozent der Gen Zler sagen, dass sie Angst haben, einfach auch sowas wie Flirts einzugehen, neue Hobbys auszuprobieren, einfach aus der Angst, cringe zu sein. Ja, also finde ich schon...
01:26:01 Schon krass. Das ist voll traurig. Ja, es ist richtig traurig. Vor allem, ich weiß nicht, so zu flirten oder so, das ist so der erste Schritt, wie man überhaupt jemanden kennenlernt, glaube ich. Ja, voll. Chat. Ich sag mal wirklich, to be free is to be cringe, Leute. Ja, absolut. Das ist voll gut. Man muss nicht cringe sein, um frei zu sein. Um zu leben irgendwie.
01:26:24 Ja, und mir wurde schon so oft gesagt, oh mein Gott, das ist so cringe, oh mein Gott, das ist so cringe. Wo ich mir denke, ja, aber ich bin frei und ich, also, ich weiß, dass es schwer ist, aber wenn man einmal da irgendwie ausbringt, also ich bin doch gefühlt irgendwie ein Senden für mein Leben, ich weiß noch nicht, da muss ich weniger Pellen nehmen. Aber so, die ist an... Embrace the cringe. Ja, hier ist wirklich alles egal, also nicht alles egal, aber so.
01:26:48 Mir ist nichts mehr peinlich, weil ich finde so Scham, das grenzt einen so in seiner Entfaltung aus und gleichzeitig verwässert es auch das Bild, was Menschen von dir haben, beziehungsweise wer du selber bist, weil ich möchte ja auch authentisch ich selber sein und das kann ich halt nur.
01:27:06 geben, die auch mich dann nicht mögen oder halt sagen, so, oh, das ist peinlich oder das finde ich unsympathisch, aber nur wenn ich selbst bin, kann ich auch Menschen treffen, die das an mir mögen, wie ich bin. Und ich verstehe, das erfordert so viel Mut und so viel Kraft, zu sich selber zu stehen, gerade auch in dieser extrem schnelebigen Welt, die halt auch so gepolt ist irgendwie, auch durch soziale Medien, dass halt irgendwie alle gleich aussehen, alle tragen das, die ganzen Mikrotrends und so, das läuft ja alles in einer extrem hohen Geschwindigkeit durch.
01:27:35 mal eine andere Frisur zu tragen oder einmal nicht die angesagten Sneaker ist ja wie schon ein rebellischer Ark im Endeffekt. Also ich kann das wirklich nur empfehlen. Ich weiß nicht, ich war als Kind oder als Jugendliche, ich war halt auch Emo, ich war ein bisschen anders immer.
01:27:53 ausgedrückt, hab natürlich auch Anfeindungen dadurch erlebt und Mobbing etc. Aber ich glaube, war für mich, für meine Charakterentwicklung extrem wichtig. Besser war da viel Mut, aber auf der anderen Seite ist es schön. Ja, total. Also ich hoffe, lieber Chat, ihr habt gut aufgepasst. Weil ich glaube, jeder hier kann mal eine Eins in den Chat machen, wenn er sich irgendwann mal cringe gefühlt hat. Ich würde hier sehr viele Einsen reinmachen. Ich fühle mich...
01:28:20 ganz oft irgendwie cringe in gewissen Situationen. Aber dann denke ich mir immer, ganz ehrlich, entweder ihr mögt mich cringe oder ihr mögt mich halt nicht und dann ist auch fein. Ich bin halt manchmal komisch, aber das macht mich ja irgendwie auch aus. Aber jeder ist komisch auf seine alte Weise. Und das ist auch okay. Sollen wir uns auch einen Betrachten auflegen? Wäre voll langweilig.
Einführung von Sola: E-Sports und Stress
01:28:4401:28:44 Das würde nicht gehen. Nein, das wäre es überhaupt nicht. Wir haben ja vorhin geteased, als wir dich so ein bisschen vorgestellt haben, dass es auch noch um das Thema ADHS gehen wird, in Bezug auf Stress. Weil ich mir vorstellen kann, dass das auch wirklich nochmal so ein anderes Level ist. Willst du dir doch mal ein bisschen erzählen, wie das genau für dich ist? Also du hast die Diagnose ja noch gar nicht so lange. Dementsprechend ist das ja auch was, womit du erst lernen hast, umzugehen. Und Stress ist ja dann irgendwie auch nochmal so ein ganz anderer Faktor, das ist auch nochmal...
01:29:13 Ja, beeinflusst, sage ich mal, schilder gerne mal, was so deine Erfahrungen damit sind und wie es vielleicht auch besser, vielleicht auch schlechter geworden ist, seitdem du eben diese Diagnose hast und da vielleicht auch mehr weißt über die ganze Thematik.
01:29:28 Ja, also ich wurde letztes Jahr diagnostiziert. Nicht eine Überraschung, für die, glaube ich, meisten Menschen in meinem Umfeld jetzt nicht wirklich. Ich habe die Diagnose, wie gesagt, bekommen und am Anfang habe ich das auch nicht so richtig gecheckt oder habe das jetzt nicht zu 100 Prozent gesehen, aber ich war in der Kindheit währenddessen.
01:29:53 Für mich hat das einige Problematiken in meinem Leben erklärt und hat mir sehr an die Hand gegeben, unter anderem auch Werkzeuge, um Stress zu bewältigen. Also beispielsweise ADHSler ja auch, korrigiert mich, falls ich da falsch klicke, aber soweit ich weiß, haben wir auch ein ganz anderes Empfinden von Stress. Was ist stressig für einen oder in welchen Situationen funktioniert unser Gehirn gut? Ich bin Flugbegleiterin gewesen, ich habe gerne in Restaurants gearbeitet, in der Gastro.
01:30:21 Kellnern, wenn der Laden proppevoll ist und du wirklich nur von einem Ort zum nächsten stratz und wirklich die ganze Zeit eine High Stress Situation für die meisten Menschen, habe ich mich am wohlsten gefühlt. Beispielsweise und das war immer so eine Sache oder auch für manche halt auch Streaming. Das ist halt auch eine Sache, wo du redest gleichzeitig, du agierst mit deinen Händen gleichzeitig, du spielst ein Videospiel gleichzeitig und am besten läuft auf dem linken Bildschirm noch irgendwie Subway-Server oder so. Das ist für viele halt vielleicht...
01:30:46 auch sagen, oh mein Gott, ich könnte das nicht, das ist mir viel zu anstrengend, das ist ja überall irgendwie was. Und für einen selber ist das halt so eine Sache, die sehr angenehm ist. Und ja, ich glaube einfach, mit meinem ADHS empfinde ich halt, wie gesagt, Stress glaube ich einfach anders. Und für mich glaube ich so die Punkte, wo ich gesagt habe, hey, das hilft mir richtig, ist unter anderem, was ich auch schon angesprochen hatte, der Sport. Also das ist wirklich für mich ganz, ganz wichtig. Das erdet mich sehr. Das gibt mir Selbstbewusstsein. Das gibt mir Kraft.
01:31:14 Da habe ich auch das Gefühl, dass meine Stresshormone besser abgebaut werden. Ich würde sagen, das ist auf jeden Fall auch eine klare Therapie, über sich selber mehr Sachen zu erfahren. Und auch das Leben so ein bisschen um sich herum zu gestalten und sich nicht in das Leben reinpressen zu müssen. Ich weiß, dass ich da in einer sehr privilegierten Position bin, weil ich mich nicht in einem normalen Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis befinde. Das habe ich auch alles gehabt, aber natürlich weiß ich, dass ich jetzt nicht mehr in einem neuen Job bin.
01:31:41 dass ich meinen Arbeitsalltag beispielsweise auch nach meinem ADHS gestalten kann und darf. Und beispielsweise kriege ich halt auch durch mein Management zum Beispiel in manchen Situationen Unterstützung, wo es halt vielleicht um manche Sachen geht, wo sich jeder denkt, beispielsweise so was wie Briefe öffnen. Das ist ja so eine Sache.
01:32:03 Das ist ja eigentlich eine Sache, das sind fünf Minuten in der Woche. Und für mich war das ein unüberwindbares Hindernis für mich gewesen. Obwohl ich mir denke, für eine normale Person oder für eine nicht neurodivergente Person ist es vielleicht so, mach doch einfach deine Briefe aus, was ist da los? Und da ging es auch gar nicht darum, was in diesen Briefen jetzt drin ist oder dass da irgendwie ein Gelber ist oder sowas.
01:32:27 sondern einfach der Punkt an sich. Und dann war ich auch irgendwie so verzweifelt und war auch bei meiner Therapeutin und meinte halt auch so, ja, ich habe manchmal so Momente in meinem Leben, wo ich mich so über mich aufrege und mich so nerve, weil ich mir denke, warum schaffe ich das nicht? Alle anderen kriegen das ja hin. Und dann auch zu mir meinte, anstatt dass du dich da selber irgendwie so hast für und dich selber hast, versuch doch einfach Alternativen zu finden oder dir das einfach zu erleichtern. Du musst nicht diesen Weg.
01:32:54 Und seitdem ich das halt so verinnerlicht habe, habe ich halt auch einfach so ein paar Anpassungen. Also zum Beispiel, dass ich dann irgendwie mehr Sport mache in meinem Alltag oder dass ich manchmal superlaut Musik höre, einfach nur für mich selber, weil ich halt diesen Lied brauche und dann ist voll okay. Und das ist dann auch nicht weird, wo man sich denkt, warum hat die Kopfhörer auf in so einer Situation? Und dass ich halt einfach sage, hey, ich bin halt einfach ein bisschen different, aber ich funktioniere trotzdem genauso.
01:33:20 oder kann genauso, wenn ich sogar manchmal in manchen Situationen besser funktionieren als andere. Und es ist okay, sich selber diesen Platz im Leben einzuräumen und es ist okay, sich selber an erster Stelle bzw. sich selber einfach so wichtig zu nehmen, zu sagen, hey,
01:33:34 Und ich bin nicht komisch und bei mir ist nichts was kaputt, es läuft nichts was anders. Das ist ja auch einfach eine andere Perspektive, wenn man Dinge sieht. Also man kann sich mit der Perspektive stressen, warum schaffe ich es nicht und alle anderen schon. Und dann die Perspektive mal einzunehmen, hey, ja okay, dann funktioniert bei mir einfach, Partige funktionieren bei mir einfach anders und ich muss die vielleicht anders angehen.
01:33:58 dieser Perspektivwechsel und diese Gedanken bringen ja schon voll viel Ruhe ein. Ich finde, man hört auch voll raus, dass du da für dich einfach schon so Mechanismen entwickelt hast, wie es für dich funktioniert, zum Beispiel eben mit dieser lauten Musik. Aber vielleicht noch mal so zum Abschluss die Frage an dich. Was würdest du Leuten mitgeben, wenn sie zum Beispiel eine stressige Phase haben? Was hat dich da vielleicht auch rückblickend am meisten geprägt?
01:34:23 Was hast du da am meisten mitnehmen können und was sind so die Tipps, die du dann eben dementsprechend weitergeben würdest, wenn jemand eben mal in so einer stressigen Phase ist?
01:34:36 Ich würde sagen, sich vielleicht auch bewusst zu machen, dass es gerade auch erstmal eine Phase ist, also dass der Stress nicht sein Leben bestimmt und dass das nicht für immer so bleiben wird. Dass sich eine Person versucht, so kleine Inseln der Ruhe zu schaffen oder der Erholung. Und auch selbst, wenn man irgendwie so stresst, ich selbst habe keine Zeit, doch hast du.
01:35:01 und ein bisschen nimm dir die Zeit, weil da kann man so die Energiereserven aufladen. Das kann einem so viel helfen. Sei es irgendwie, dass man sagt, ey, abends lese ich jetzt immer 50 Minuten ein Buch oder ich mache mir heute nochmal einen Tee oder ich telefoniere mit meiner Mutter oder also irgendetwas, wo man sich selber einfach versucht runterzuholen von diesem Stress und auch auf sich zu achten und sonst einfach so die Basics, genug schlafen. Ich will jetzt hier nicht wie so eine Sportverfechterin klingen, aber
01:35:30 Sport hilft so sehr, auch bei Stress alles irgendwie rauszulassen. Ich würde dazu 100 Prozent zustimmen. Wir sind hier, glaube ich, drei, denen Sport extrem hilft. Ich finde das voll schön auch, weil man halt Sport machen kann und irgendwann ist der Kopf einfach still. Sport ist das Einzige, wo mein Kopf irgendwie mal still wird und leer wird. Und ich glaube, wenn ich meditiere, oh Junge, das funktioniert bei mir fast gar nicht. Dann wird der Kopf noch lauter.
01:35:57 Also nicht alles muss immer für alle Menschen funktionieren. Deswegen findet wirklich das, was für euch funktioniert. Weil vielleicht ist es auch wirklich meditieren, dann ist das super. Dann macht das bitte rauf und runter von mir aus. Aber jeder muss für sich das...
01:36:15 Falls ihr noch Fragen habt, Nova, ich würde sagen, dann können Sie noch ein, zwei Fragen an dich stellen. Wir gucken mal, ob wir da irgendwas finden an dich. Ansonsten habe ich noch eine Frage. Glaubst du denn grundsätzlich, also wir haben hier einen doch eher sehr eingeschränkten Horizont, weil wir ja meistens Leute kriegen in diese Sendung, die Lust haben, mit uns zu reden über Mental Health Themen. Aber denkst du, es ist grundsätzlich so, dass alles so ein bisschen offener?
01:36:40 geworden ist gegenüber Therapie und eben auch über diese mentalen Probleme, die man hat, zu sprechen? Oder denkst du, das ist jetzt nur so unser Bild, weil wir halt da drin sind und ein Mendel Have Talk Format führen?
01:36:58 Definitiv. Also und das finde ich auch was ganz Tolles, weil ich weiß noch, als ich damals 16 war und da war ich in der Schule und wegen Depressionen in einer Klinik gewesen und ich hatte Angst, das meiner Schule zu erzählen oder auch, dass meine Klassenkameraden das mitnehmen. Ich hatte auch eine Herzinfektion, aber die wurde halt dann vorangeschoben und es wurden nicht meine mentalen Probleme thematisiert, weil ich so viel Angst hatte davor, dass irgendwie...
01:37:23 die hat einen an der Klarinette, das ist so eine gestörte. Und ich komme auch im Umfeld, das ist auch heutzutage, beziehungsweise in unserer heutigen Zeit, dass alles viel offener wird und dass Gott sei Dank auch mehr Menschen keine Angst mehr davor haben, einfach nach Hilfe zu fragen. Gerade auch die Männer, dass sie auch merken, ich muss nicht meine Probleme mit ins Grab nehmen, sondern dass sie halt anfangen.
01:37:52 dass das Mental Health ein viel größeres Ding wird und dass es einfach normalisiert wird. Ich meine, wenn du gebrochenes Bein hast, gehst du zum Arzt. Wenn mit deinem Kopf was nicht stimmt, dann gehst du zum Therapeuten und das ist was komplett Normales und das ist was möglich ist und das ist für jeden gut. Und ja, ich befürworte das sehr als nicht nur selbst betroffen, ich denke, Therapie tut jedem Menschen da draußen gut. Also jeder kann davon und ich finde das ganz, ganz, ganz schön, dass wir wieder immer offener werden.
01:38:21 Das ist eine tolle Entwicklung. Also so bekomme ich das auf jeden Fall auch mit.
01:38:25 Vielleicht kann ich mal zu den Zahlen was sagen, weil ich finde, das hilft immer offener zu werden. Jede vierte Person ist eigentlich betroffen von Mental Health Problemen, sei es psychische Störungen, Erkrankungen. Also in der Hinsicht sind wirklich so viele Menschen betroffen. Das heißt, wenn man in einer Gruppe steht von zehn Menschen, dann sind da zwei bis drei Menschen betroffen. Das heißt, wenn man sich öffnet, dann findet man diese zwei, drei Menschen, die einen auch wirklich wahrscheinlich auf einer...
01:38:52 anderen Ebenen verstehen als jemand, der vielleicht nicht das gleiche durchmacht. Aber das hilft mir immer im Kopf irgendwie freier sprechen zu können über solche Dinge. Finde ich total schön und danke dir, liebe Nova, dass du dir die Zeit genommen hast, dass du so offen und wirklich ehrlich mit uns über alles geredet hast. Ich finde es auch total faszinierend, wie du Sachen beschreibst. Also du beschreibst sie so ein bisschen anders als andere, aber man kann es total greifen. Fand ich total schön. Vielen Dank dafür.
01:39:21 Und ich wünsche dir alles, alles Gute und dass es alles nur noch besser wird. Und ich kann nur sagen, ich bin Fan von deinen Bauarbeiten-Content. Den finde ich klasse. Von ein oder anderen Fans, was das angeht. Voll cool. Also bitte weiter damit. Deswegen danke. Ich werde es dann nicht, wenn ich das nächste Mal irgendwas bohre. Der Weg.
01:39:45 Ganz viel Liebe übrigens. Das ist toll, was du machst. Danke, dass du da warst und wir sehen oder ich sehe dich zumindest auf Social Media. Dankeschön. Mach's gut. Tschüss. Tschüss. Ach Gott, den Kommentar finde ich jetzt gerade auch voll süß von Save a Spacer Frau. So ein schöner, süßer, girly-talk.
01:40:11 Ich fühl's grad voll. Es war irgendwie schön. Wir hatten davor jetzt einen Mann. Ronny, finde ich, war auch total klasse. Also jetzt nicht falsch mit dem. War auch ganz, ganz wundervoll. Aber ich fand, Nova hatte wirklich so ihre ganz eigene Art, sich auszudrücken und fand das total spannend, wie sie ihren Sachen gesagt hat. Jeder Gast bringt auch wirklich was eigenes Wertvolles mit und deswegen.
01:40:34 Ich finde das wertvoll. Absolut. Ich wollte jetzt hier gar nicht werten oder sonst irgendwas. Ich freue mich extrem über jeden, der hier ist, der seine Geschichte teilt und der das hier mit uns sehr intim in einem doch etwas größeren Chat teilt. Und wenn ihr auch irgendwas teilen wollt, dann könnt ihr das gerne tun, denn wir haben hier eine Nummer oder auch einen Discord, auf dem ihr jederzeit dazukommen könnt und auch eure Geschichte dazu zählen könnt oder eure Erfahrungen.
01:41:01 Sehr gerne, herzlich willkommen. Also sagt da gerne mal Bescheid. Liebe Europa, Stress ist ja auch so ein Ding. Ich meine, du bist Therapeutin, das ist was ganz anderes. Aber ich dachte, ich frage dich, das ist einfach mal aus eigenem Interesse heraus. Du hast ja auch einen Alltag, einen ganz eigenen Alltag. Da ist auch Stress, da passiert viel. Und trotz all dem.
01:41:23 hast du ja die Verantwortung, dann in der Therapie trotzdem zu 100 Prozent bei dieser Person zu sein. Wie schwer ist das manchmal? Ich kann mir das irgendwie nur sehr schwer vorstellen, weil du ja den Kopf, du musst ja alles andere eigentlich hinten anstellen und zu 100 Prozent genau bei dieser Person sein. Das heißt, deinen Stress komplett ausblenden und full Fokus auf das, was die Person mitbringt. So habe ich das gar nicht gesehen, ehrlich gesagt. Aber...
01:41:52 Macht das nicht eigentlich fast jeder, der arbeitet? Also jeder hat irgendwie irgendwo einen stressigen Alltag oder so.
01:42:01 Ich nehme mal an, ganz viele Menschen da draußen, die uns gerade zuhören, arbeiten auch. Oder sind vielleicht Mama oder Papa und haben in dem Sinne irgendwo Arbeit mit Kind oder mit Kindern. Aber irgendwo muss man ja natürlich auch irgendwann einen Cut machen und sagen, hey, jetzt sind meine Probleme, sage ich mal, im Hintergrund oder mein Stress. Jetzt konzentriere ich mich gerade auf die Arbeit. Sei es jetzt Therapie, also Arbeit mit Patienten oder was anderes. Allein, wenn ich irgendwie, weiß ich nicht, Handwerker bin oder Schreiner oder sonst was, ich muss einen Tisch schreien.
01:42:30 dann klar kann ich meinen Gedanken in den freien Lauf lassen lassen, aber ich muss mich ja schon auf meine Arbeit irgendwo konzentrieren, um die richtig machen zu können. Also ich finde es gar nicht so schwer. Wir haben aber als Therapeuten auch Supervision und Selbsterfahrung, wenn wir zum Beispiel Patienten haben, die eine sehr ähnliche Geschichte zu uns haben, zum Beispiel so
01:42:54 eine ähnliche Kindheit oder ähnliche Traumata, ähnliche Themen, da ist man dann ganz anders drin und kann vielleicht manchmal seinen Kopf doch nicht so ganz ausschalten, weil da kann man, sag ich mal, ganz anders mitgehen und kann gar nicht vielleicht so objektiv bleiben. Aber dann haben wir eine schöne Möglichkeit, selbst in Selbsterfahrung zu gehen. Das heißt,
01:43:16 selbst mal die Erfahrung machen, Therapie zu machen. Also wir gehen dann zu einem erfahrenen Therapeuten und sprechen solche Themen durch. Und es ist tatsächlich auch Pflicht in der Ausbildung, dass du, ich glaube bei mir waren es 15 oder 20 Stunden, also ich musste 15 oder 20 Stunden Therapie selbst machen. Also das nennt sich bei uns Selbstverfahrung, wo man dann solche schwierigen Themen durchspricht, damit man dann bei den Patienten sein kann.
01:43:42 Ich habe mich das jetzt ehrlich gesagt einfach nur gefragt, weil ich gedacht habe, okay, klar, du hast absolut recht, jeder der arbeitet, muss das irgendwo auf die Seite schieben zu können. Aber ich finde schon, dass es irgendwie nochmal was anderes ist, sich ja letzten Endes Probleme oder auch Sachen, mit denen sonst...
01:43:58 nie drüber geredet wird, also wenn eine Person kommt und sagt, das sind meine schlimmsten Erfahrungen und das hat mich irgendwie noch nie jemandem erzählt, finde ich es doch nochmal so eine ganz andere Verantwortung, die man da irgendwie trägt. Ja, mir fällt es aber da fast schon leichter, also während der Therapiestunde meine eigenen Gedanken, sage ich mal, auszuschalten, weil ich mich dann doch so stark auf die Patienten konzentrieren muss. Also ich kann ja nicht mal, also wenn man irgendwie eine Bürotätigkeit hat, dann kann man mal fünf Minuten seinen Kopf ausschalten. Also man kann einfach fünf Minuten Pause machen und nichts machen.
01:44:27 Aber in dieser 50 Minuten Therapiezeit, die ich habe, ich kann ja nicht einfach mal ausknipsen. Also der Patient erzählt mir ja was ganz Wertvolles und ich will ja auch dabei sein. Das geht nicht. Aber da fällt es mir leichter, meine Probleme dann hinten anzustellen und zu sagen, ich bin jetzt ganz fokussiert beim Patienten. Und das fällt mir schwerer, wenn ich so Bürotätigkeit mache. Also ich bin ja selbstständig, muss dann auch so etwas wie Steuern machen.
01:44:51 Briefe vom Finanzamt öffnen und was weiß ich. Da fällt es mir schwerer, meine eigenen Gedanken, sag ich mal, hinten anzustellen. Ja. Okay. Ja, also es ist ein bisschen andersrum schon. Also es fällt mir leichter in der Therapie. Ja. Okay.
01:45:05 Spannend. Aber lass uns doch direkt mal, wenn du Lust hast, zu unserem nächsten Gast kommen. Das ist Hannes. Das ist tatsächlich ein Community-Gast. Und es gibt ja nicht nur Stress auf sozialer Ebene, Stress, den man durch die Arbeit hat, sondern auch wenn man Stress hat, der dadurch bedingt ist, dass man keine Arbeit findet, keinen Ausbildungsplatz.
01:45:28 Falls ihr da gerade relaten könnt, könnt ihr auch gerne mal eine Eins in den Chat machen. Deswegen würde ich sagen, herzlich willkommen Hannes. Schön, dass du da bist. Und wenn du möchtest, mein Lieber, dann kannst du dich gerne einmal vorstellen. Kurzer Hinweis an alle.
01:45:42 Du bist hier nur mit Ton. Deswegen hier unten ist irgendwo ein Discord Bild, wenn ich mich nicht täusche. Kannst du einmal ganz kurz erklären, was bei dir los ist? Also du bist ja jemand, der studiert hat, wenn ich das richtig gesehen habe. Genau, ich kann es ja auch nochmal zusammenfassen. Ja, gerne. Anis, du hast dich ja bei mir tatsächlich gemeldet, weil du bist tatsächlich studierter Medientechniker. Ich auch.
01:46:04 Verbesser mich, wenn ich es falsch sage. Aber suchst aktuell einen neuen Ausbildungsplatz als Hörakustiker und findest seit längerem keinen Ausbildungsplatz. Und ich glaube, ganz, ganz vielen Menschen geht es aktuell so, dass sie irgendwie einen Job suchen oder einen Ausbildungsplatz suchen. Und aktuell wegen der wirtschaftlichen Lage ist das wirklich echt nicht einfach.
01:46:29 Wie stressig ist es für dich im Moment, wenn du sagst, okay, du hast studiert, du bist fertig und jetzt suchst du einen neuen Ausbildungsplatz, aber du findest keinen? Es ist vor allem so, wo ich mich frage, wollen mich die Leute nicht? Ich fühle mich gelinder gesagt auch irgendwo verarscht, weil man schafft, man findet keine Fachkräfte.
01:47:02 Ach, dann tut man sich ein bisschen abgehakt, man hört sich ein bisschen...
01:47:20 Kann es sein, Hannes, dass du gerade irgendwie in einem Punktloch oder so bist? Wir verstehen dich ganz, ganz schlecht oder will dein Internet heute nicht so? Kann das sein? Also der Ton an sich ist gut, aber es ist so abgehakt. Vielleicht ist es die Rechenleistung. Ja. Genau. Es geht jetzt besser. Ich würde gern Ja sagen, aber das wäre nicht so ganz wahr.
01:47:50 Du bist irgendwie so ein bisschen Roboterartig. Hannes, ganz ehrlich, es tut mir leid. Ich glaube, ich könnte das gerade nicht... Ich habe 50 Megabit abgelaufen. Oh je, man hört dich ganz abgehakt. Oh Mann. Ich versuche wirklich zu verstehen. Ich glaube, du hast uns gerade erklärt, was für eine Leitung du hast.
01:48:13 Weißt du was? Du kannst ja erstmal mit dem Team sprechen und wir gucken mal, ob später die Akustik besser ist und dann holen wir dich vielleicht nochmal rein. Weil ich finde das Thema so wichtig. Hannes, ich glaube, versuch das vielleicht.
01:48:36 Nee, also ich glaube, wir verstehen dich leider noch nicht so richtig. Eventuell können wir das im Hintergrund fixen und dann gucken wir nachher nochmal, ob wir dich reinholen können, so wie Ruben alle meinte. Vielen, vielen Dank, dass du dich hier gemeldet hast. Aber danke, das Thema ist wichtig, wie du schon sagst. Das wäre schön. Aber dann schalte ich die Kamera kurz aus. Wir haben gar keine Kamera gesehen bis dato.
01:48:57 Ich glaube, er ist auch raus, Hannes. Ich hoffe, wir können das vielleicht noch mal kurz anschneiden. Ich kann mir auch vorstellen, selbst wenn ihr jetzt nicht selbst betroffen seid, aber es ist ja auch so, dass man vielleicht...
01:49:13 sogar schon eigene Kinder hat, die eine Ausbildung suchen oder man selbst sagt, ey, ich möchte mich nochmal beruflich umorientieren. Und man hat da halt zum Teil einfach Probleme. Jetzt gerade hat man es doppelt schwer. Wirtschaftliche Lage ist gerade nicht so richtig gut. Also ich würde schon sagen, dass es wichtig ist und dass da bestimmt der eine oder die andere im Chat auch relaten kann. Deswegen wäre es schön, wenn wir das noch hinkriegen. Aber wir gucken mal, was sich da machen lässt. Das Internet ist am Interneten. Da lässt sich manchmal einfach.
01:49:41 nicht mitrechnen und dann muss man das so hinnehmen. Aber vielleicht klappt es ja später. Genau, das wäre die Hoffnung. Ja, genau. Riot finde ich auch gut. Ihr habt recht. Da sollten wir uns auf jeden Fall nochmal beschweren. Oh ja, guck mal hier. Top Mittel schreibt tatsächlich heutzutage am Arbeitsmarkt sicher ein Struggle. Ich denke auch. Ich finde, also das ist auch wirklich vor allem diese Ungewissheit. Also du bewirbst dich, bewirbst dich und du weißt gar nicht, ob dann da mal was zurückkommen wird. Ich glaube, das ist auch richtig...
01:50:10 demotivierend. Also ich glaube nach der 10. 20. Bewerbung wäre ich schon sehr frustriert und das ist für aktuell ist das wirklich echt für ganz ganz viele Menschen sehr stressig. Also was ich aber trotzdem irgendwo schön finde, was aber natürlich nicht die Situation komplett rettet ist, man ist gerade nicht alleine damit. Also ganz ganz ganz vielen Menschen geht es da so und ich weiß nicht, es hilft mir immer zu wissen, ich bin nicht alleine mit meinem Problem.
01:50:38 Ja, ich glaube, jeder hat Probleme und das ist grundsätzlich schön, wenn man sein Leid teilen kann. Das macht das Leid zwar nicht kleiner, aber man weiß zumindest, man ist eben nicht der oder die Einzige damit. Ich würde sagen, wir gehen jetzt mal zu einer ganz anderen Art von Stress, hat aber irgendwie trotzdem was mit Job zu tun, denn wir haben Sola. Sola ist League of Legends Spieler.
01:51:00 unfassbar gut in dem Spiel, ist nicht nur das, also noch Caster, das heißt, er hat unfassbar viel Ahnung davon und dann spielt der Mann auch gar nicht mal so schlecht Fußball. Er ist nämlich auch noch Torwart in der Border League bei Eintracht Spandau. Soda, sag mal, das ist ja also eine anderswilde Karriere, die du da hingelegt hast. Du bist eingestiegen damals mit League of Legends, richtig? Das war so das Erste, was du gemacht hast.
01:51:25 Genau, League of Legends. Damit hat es angefangen. Da bin ich auch immer noch dran geblieben. Also das ist auch immer noch mein Steckenpferd, sag ich mal. Seit wie vielen Jahren inzwischen machst du das?
01:51:36 Naja, wir sind jetzt in Season 16, also seit 16 Jahren, haben ein halbes Leben schon. Wow, geil. Das ist krass. Ja, absolut. Was würdest du jetzt sagen, okay, ich meine, League ist grundsätzlich irgendwie stressig. Du hast ja, glaube ich, auch noch die ADC-Rolle ausgewählt, die ja irgendwie auch noch damit zu tun hat, dass du zum einen zu zweit auf der Lane bist, aber auch gegen zwei spielst. Das heißt, ihr seid irgendwie zu viert.
Stress in kompetitiven Videospielen
01:52:0101:52:01 Auf einer Lane, das macht es ja auch noch mal ein bisschen stressiger. Die Kommunikation, die Absprachen sind auch jetzt nicht immer ganz so einfach. Was würdest du jetzt deinem jüngeren Ich raten oder grundsätzlich jüngeren Spielern, die Ranked spielen und sich krass unter Druck setzen, weil sie sagen, ey, ich möchte der Beste sein, ich möchte besser sein, ich möchte in der Rangliste nach oben klettern. Was würdest du Menschen raten, die das tun?
01:52:28 Ich glaube, also Kompetition ist immer mit Druck irgendwie verbunden. Also man ist ja, man versucht ja besser zu sein als jemand anderes und da ist ja einfach schon eine gewisse Reibung dadurch vorhanden. Also ich glaube, dieser Druck ist etwas, das geht man bewusst ein, wenn man so ein Spiel spielt. Und ich glaube, früh zu lernen, damit umzugehen und zu lernen, wie man selber auf solche Situationen reagiert und da dann eben, ja, nicht in diese...
01:52:58 Dinge zu verfallen, so wie es eigentlich fast jeder macht und warum auch solche Spiele häufig einen schlechten Ruf haben. Also wenn man Stress hat in solchen Spielen, es läuft nicht so wie man will, dann sucht man den Verantwortlichen, den Schuldigen bei allem außer sich. Man fängt an, alles um sich herum, mal mehr, mal weniger lautstark.
01:53:17 sich vor die Brust zu nehmen. Mich hat es in vielen Situationen auch positiv beeinflusst, dass ich mich schon früh so häufig mit mich selber freiwillig mit Stress ausgesetzt habe. Aber ich glaube, als Jugendlicher oder als junger Spieler da von Anfang an quasi eine gewisse...
01:53:39 gesunde Beziehungen fast schon mit aufzubauen, um zu verstehen, warum man Dinge fühlt, die man fühlt auch in einem Spiel, was ja eigentlich Spaß machen soll. Ich glaube, das wäre das wahrscheinlich. Was ist denn bei dir jetzt noch so das, was dich am meisten stresst, wenn du League spielst? Gibt's da irgendwas? Oder bist du so abgebrüht, dass du sagst, mich stresst gar nichts mehr? Ich lass da gar nichts mehr an mich ran. Nee, das wäre auf jeden Fall gelogen. Ich würde sagen, am meisten stresst mich, wenn...
01:54:06 Dinge nicht so passieren, wie man sie sich vorstellt. Also ja, quasi immer, wenn man mit anderen Leuten spielt oder auch im Leben interagiert. Eigentlich passiert ja nie alles so, wie es soll. Also deswegen würde ich sagen, ist das das, was am meisten Stress produziert und auch immer noch tut. Also man härtet ab, aber ich würde sagen, immun wird man dagegen nie. Also so deine eigenen Erwartungen eigentlich, die du in dem Moment hast. Total, ja.
01:54:34 Man hat ja vor allem auch die Erwartung, das ist mir gerade so eingefallen, weil ich darüber selber auch viel nachdenke, man hat halt immer die Erwartung, dass alle um einen herum quasi alles richtig machen und sobald irgendjemand was nicht richtig macht, ist er ja sofort dein Feind und man sieht es viel einfacher, wenn andere Leute was falsch machen und dann ist er sofort jemand, der gegen dich arbeitet, aber wenn du selber was falsch machst, dann ist das...
01:55:01 will man das weniger wahrhaben und versucht damit auch zu kompensieren, glaube ich. Hast du denn, also ich meine, das ist ja ein sehr anstrengendes, ja, ich weiß nicht, Berufsleben irgendwie so, was du so führst, hast du aber irgendwie so Rituale, die dir helfen, vor vielleicht so einem Spiel oder so runterzukommen oder irgendwas, was den Stress irgendwie reduziert oder denkst du so, nee, das gehört einfach dazu, es muss stressig sein?
01:55:29 Also ehrlich gesagt würde ich fast sagen, das muss stressig sein. Das gehört irgendwo dazu. Das würde ich fast behaupten. Also ich habe da kein Mittel bisher gegen gefunden. Also mein Mittel ist tatsächlich einfach nicht mehr so viel spielen wie früher. Also man muss ja sagen, wenn man halt sehr sehr gut in einem Computerspiel sein möchte, dann muss man schon.
01:55:48 ungesunde Stunden in dieses Spiel stecken. Das kann man nicht schönreden. Das ist einfach so. Kannst du mal kurz sagen, wie viele Stunden du da reingesteckt hast, für alle, die da jetzt kein Gefühl für haben? Weil ich glaube nicht, jeder hier hat League gespielt oder halt auch League auf so einem Niveau dann gespielt. Also ich glaube, du hast vor nicht allzu langer Zeit auch nochmal wirklich in der höchsten, höchsten Liga gespielt. Das heißt, ich glaube, dir Challenger geholt.
01:56:09 Ja, genau. Das war mein großes Ziel, das einmal zu schaffen. Das habe ich einmal geschafft. Aber, also, Dankeschön. Also, ich würde sagen, in jedem Competitive Computerspiel, sei es jetzt LOL, Valorant, Counter-Strike, Fortnite, was auch immer, wenn du da nicht 10, 12 Stunden am Tag spielst, dann kannst du nicht mit den Besten mithalten. So möglich. Und...
01:56:32 Meine Antwort war einfach auf die Frage, wie man dann quasi mit diesem Stress umgeht oder wie man Lösungen findet, war einfach keine zehn, zwölf Stunden mehr zu spielen und zu akzeptieren, dass man dann halt eben nicht mehr ganz das Top-Niveau erreichen kann, sondern dass halt dann irgendwann Schluss ist, aber man das für seinen eigenen Seelenfrieden einfach akzeptieren muss. Ich glaube, das ist das, was ich am ehesten gelernt habe. Aber ich habe jetzt irgendwie so als Außenstehende, sage ich mal, weil ich spiele das Spiel nicht und habe da auch, ehrlich gesagt, ganz offen gesagt auch nicht so viel Ahnung.
01:57:01 Aber ist es überhaupt produktiv, 10 bis 12 Stunden zu spielen? Weil ich habe das Gefühl, wenn man 10 bis 12 Stunden arbeitet, irgendwann ist man einfach gar nicht mehr so richtig dabei und kann sein, weiß ich nicht, also da ist keine Übung mehr da, sondern man ist irgendwann einfach nur erschöpft. Und du meinst, du spielst jetzt zwar weniger, aber bist auch nicht mehr auf diesem Ranking, wo du eigentlich sein möchtest. Leider ja, also es ist leider...
01:57:27 Schon noch effektiv. Du hast krasse Diminishing Returns, also die ersten paar Stunden sind natürlich die effizientesten. Du kannst wahrscheinlich mit einem Drittel des Aufwands 80-90% der Leistung abrufen und deswegen habe ich mich auch dafür entschieden, ein bisschen zurückzustufen, weil ich bin kein Profispieler in der Hinsicht, dass ich Titel gewinnen muss, um Geld zu verdienen oder um irgendwie damit leben zu können. Und diese letzten paar Prozente, die sind aber schon...
01:57:53 Das ist das, was du wirklich... Im Prinzip ist dein Tag, deine Zeit ist wie so eine leere Zahnpasta-Packung und die letzten paar Matcher, da musst du richtig, richtig viel ackern und da musst du wirklich dann die letzten Stunden auch nochmal durchziehen, weil das Spiel einfach so viele Nuancen hat und so komplex auf dem höchsten Niveau ist und einfach deine Muscle Memory...
01:58:15 Es ist einfach ein Unterschied, ob deine Mass-Memory bei 95 oder bei 100 Prozent ist. Und wenn jemand halt diese Stunden dann investiert, die du nicht investierst, dann ist der besser als du. Wenn alles andere identisch ist, dann machen diese letzten paar Stunden leider eben doch noch den Unterschied. Auch wenn es nicht gesund ist. Ja, ja. Langfristig vor allem nicht gesund ist. Wenn man es phasenweise macht, ich glaube, da kann der Körper immer ganz okay mit umgehen. Aber wenn man das jahrelang dann irgendwie durchzieht, dann ist das, glaube ich, schon echt schwer. Aber was mich jetzt...
01:58:45 wenn du das jetzt alles erzählst, ich muss direkt an Profisportler denken. Also die wirklich so für die Olympiade und so trainieren, weil bei denen geht es auch wirklich manchmal um Sekunden. Also wenn dieser 100 Meter Lauf ist, manchmal geht es auch wirklich um, weiß ich nicht, unter einer Sekunde. Ja, um Minisekunden wirklich. Und genau da bist du für mich auch. Du bist für mich schon so ein Profisportler im E-Sport-Bereich. Da würde mich aber auch interessieren, so wird das...
01:59:14 irgendwie von deinem Umfeld oder auch Menschen, die vielleicht nicht in deinem engeren Umfeld sind, aber auch so akzeptiert, dass du da wirklich so viel Zeit und Energie reinstecken musst, weil das einfach auch, sag ich mal, so ein Profisport ist. Ich habe das Gefühl, so E-Sport wird trotzdem vielleicht doch nicht so anerkannt.
01:59:35 Also ich hab da glücklicherweise ein sehr supportendes Umfeld gehabt, also sowohl meine Eltern als auch meine Freunde, mit denen ich ja teilweise selber auch gespielt habe, bevor ich so gut wurde. Und jetzt auch, wo das, sag ich mal, Teil meiner Arbeit ist, umgibt man sich natürlich auch mit Leuten, für die das irgendwo ein bisschen normaler ist. Das heißt, da würde ich sagen, habe ich eigentlich wenig bis gar keine...
01:59:58 aneckenden Momente. Aber klar, wenn du jetzt natürlich mit Leuten sprichst, die wenig bis gar nichts damit zu tun haben, für die klingt das teilweise völlig absurd, also so viel Zeit vor dem Computer zu verbringen. Es ist immer interessant, weil es gibt ja so ein paar...
02:00:14 Berufe oder ein paar Entscheidungen im Leben, wo man jetzt sagt, mich hat es nicht negativ beeinflusst, ich habe viele Dinge in meinem Leben machen dürfen, weil ich so viel Zeit reingesteckt habe. Würde ich es jetzt meinem Kind empfehlen oder einem Jugendlichen, der mir sagen, was soll ich machen, würde ich ihm nicht sagen, steckt so viel Zeit in dieses Spiel rein. Weil die Chance, dass es quasi nicht funktioniert, ist ja trotzdem extrem groß. Aber es ist wie, also dieser Vergleich zum Profisport ist absolut da und in den letzten Jahren hat sich da auf viel gewandelt. Man hat im E-Sport bei den Top-Teams
Übertragung von Spiele-Skills ins echte Leben
02:00:4302:00:43 Sehr häufig auch Sportpsychologen, die eben genau diese letzten Prozent versuchen rauszuholen über Dinge, die man halt im klassischen Sport schon über 30, 40 Jahre gelernt hat. Und da lassen sich super, super viele Dinge eins zu eins eigentlich übertragen. Das Einzige, was halt fehlt, ist eben diese physische Erschöpfung, die dich daran hindert, zwölf Stunden am Tag im Kreis zu laufen, beim Paratonläufer beispielsweise. Wenn du jetzt sagst, okay, du hast ja so viel gespielt und da gehören Niederlagen definitiv mit dazu.
02:01:11 Wie gehst du denn mit Niederlagen um? Also wahrscheinlich hast du irgendwann auch gelernt, damit besser umzugehen. Wenn du das jetzt vergleichst mit am Anfang, wie bist du damit umgegangen? Vor allem, wenn man dann sagt, okay, ich verliere irgendwie auch zwei-, dreimal im Stück, dann wird der Frust noch viel, viel höher. Bist du darin irgendwie besser geworden oder würdest du sagen, das tut dir immer noch nicht so gut?
02:01:35 Da bin ich auf jeden Fall besser damit geworden, aber das liegt auch daran, dass ich am Anfang sehr schlecht damit umgegangen bin. Also da gab es auch den einen oder anderen Clip, der sich ja im Internet auch für immer befinden wird, aber auf jeden Fall ist das was, wo man mit der Zeit irgendwann, wo ich mit der Zeit irgendwann gemerkt habe, gerade als ich dann mal Challenger hitten wollte, als ich dann mal wirklich ganz ganz oben spielen wollte, dass das auch irgendwo zwischen mir und meinen Zielen steht.
02:02:03 Und ich glaube, das war dann der Punkt, wo ich angefangen habe, sehr aktiv mich damit zu befassen und auch teilweise Lektüre zu lesen, auch wieder aus anderen Bereichen. Zum Beispiel Poker ist ein Themenbereich, wo man super viel 1 zu 1 übertragen kann, was halt den mentalen Aspekt angeht. Da habe ich auch ein paar Bücher gelesen, die, wenn man einfach die Pokerbegriffe mit Gamingbegriffen ersetzen würde, 1 zu 1 passen würde. Das ist krass schon erschreckend.
02:02:29 Und da hat sich auf jeden Fall sehr, sehr viel getan. Und ich glaube, das ist auch was, wo wahrscheinlich die meisten sich mehr mit befassen sollten, weil man gut mit Niederlagen umgehen, würde ich sagen, ist...
02:02:43 ein sehr, sehr elementarer Teil davon, in einem kompetitiven Umfeld erfolgreich zu sein und seine Ziele erreichen zu können und auch mehr Spaß an der Sache zu haben. Zu lernen, dass es einfach dazugehört, zu verlieren, ist super wichtig. Und wenn du das erzählst, ich meine, du hast gesagt, du spielst seit über 16 Jahren. Einmal kurzer Aufruf an der Stelle, an den Chat, wenn ihr Fragen habt, stellt die gerne. Also Sola wird sie sich anhören dürfen durch uns, wenn er sie nicht selbst entdeckt. Zurück zur Frage, die ich allerdings noch habe an dich.
02:03:12 16 Jahre spielen, 16 Jahre sehr, sehr viel spielen auch. Manche würden sagen, vielleicht zu viel, aber du sagst, es hat dich im Leben auch zu Sachen, zu Chancen gebracht, die du sonst nicht gehabt hättest. Welche Skills hast du denn daraus auch übertragen können, irgendwie ins reale Leben? Also Sachen, die du durch League gelernt hast, durch dieses viele Spielen, hast du dann mitnehmen können, auch ins reale Leben? Ich würde sagen, dass ich...
02:03:42 sehr, sehr lösungsorientierter Mensch bin, der sehr
02:03:49 Es ist schwierig sich da jetzt nicht selber zu beweihräuchern, aber ich würde sagen, ich möchte in der Hälfte Lösungen für Probleme zu finden. Und das ist ja der Kern auch von den meisten Computerspielen. Du wirst vor eine Problematik gestellt und musst eine Lösung finden. Das würde ich sagen, hat mir League of Legends auf jeden Fall beigebracht. Jetzt, wo ich darüber nachdenke, würde ich wahrscheinlich sagen, dass dieser Aspekt mit der eigenen Psyche umzugehen oder mit den eigenen...
02:04:14 Emotionen und die einzuordnen und sich regulieren können. Ja, also das würde ich schon sagen, habe ich durch Liga Flashes gelernt und das hilft mir im echten Leben auch enorm weiter. Wie hast du das denn genau gelernt? Vielleicht kannst du diesen Mechanismus irgendwie erklären? Also wie kommt man im Spiel dazu, sich besser zu regulieren? Weil es ist ja so eine...
02:04:38 Ich weiß nicht, so eine Ausnahmesituation, sage ich mal, irgendwo. Es ist ja nicht so, sage ich mal, direkt mit einer realen Situation so vergleichbar. Ich glaube, eine Schwierigkeit ist halt, dass man im Endeffekt körperlich die gleichen...
02:04:55 Reaktionen bekommt, wie wenn man jetzt, sagen wir mal primitiv gesagt, gerade von einem Tiger wegrennt. Also der Körper von den Dingen, die man spürt, der Unterschied ist für den Körper nicht da, aber anstatt, dass man sich halt gerade jeden Muskel anspannt und mit vollem Tempo weg sprintet, sitzt man halt im Stuhl und bewegt sich eigentlich nicht. Und ich würde sagen, diese Diskrepanz ist was, was erstmal grundsätzlich viel Spannung hinein erzeugen kann. Aber ich glaube,
02:05:23 Es gibt sehr, sehr, sehr viele Wege, damit umzugehen. Und am wichtigsten ist, irgendwo natürlich zu verstehen und zu lernen, was...
02:05:34 welcher Moment, also es gibt meistens so einen Triggerpunkt im Spiel, der so eine gewisse Kaskade an Emotionen auslöst. Und ich glaube, den zu finden, und der kann ja ganz unterschiedlich sein, das kann ein eigener Fehler sein, das kann ein Fehler von einem Teammitglied sein, das kann was, was ein Gegner gemacht hat, sein, das kann ja alles sein. Aber diesen Moment zu finden und dann sozusagen den Faden aufzuspannen und da dann zurückverfolgen, was waren die Momente, die dazu geführt haben und wie kann ich in Zukunft damit...
02:06:01 Oder diesen Punkt erstmal ein bisschen nach hinten verschieben, immer weiter nach hinten verschieben und dann vielleicht auch verhindern, dass es überhaupt passiert. Aber es ist schwer, das so bündig zusammenzufassen, ehrlich gesagt. Das ist so ein Rattenschwanz.
02:06:17 Ich finde, du hast das schon sehr gut gemacht. Weißt du, was ich sehe? Wenn du sagst, physisch passiert ja genau dasselbe, wie wenn du von einem Tiger irgendwie wegrennen würdest. Und ich glaube, da machst du was Krasses, weil du rennst physisch irgendwie von einem Tiger weg, aber hast gelernt, dann trotzdem irgendwie zu entspannen in der Situation. Weil du musst ja irgendwie dich auch fokussieren, um zu spielen. Also du kannst ja nicht...
02:06:40 Irgendwie, wenn man von einem Tiger wegrennt, kann man gar nicht mehr nachdenken. Also da rennt man ja sozusagen nur. Aber ich glaube, im Spiel musst du schon sehr taktisch und mit Strategie vorgehen. Und da braucht man auch eine gewisse Entspannung für. Und ich glaube, vielleicht ist genau das diese Emotionsregulation, die du für dich geschaffen hast, in dieser Kampffluchtsituation.
02:07:03 zu lernen, zu entspannen und nachzudenken, also beziehungsweise reflektiert fortzugehen. Also reflektieren in einer sehr, sehr stressigen Situation. Das ist schon sehr, sehr viel wert. Aber wenn man das jetzt so ein bisschen mehr überträgt auf auch andere Situationen, hast du da vielleicht auch noch Tipps, wie man in akut stressigen Situationen gut damit...
02:07:23 umgehen kann? Ja, das sind natürlich jetzt nur Strategien für eine ganz kurzfristige Situation. Das reduziert nicht den Stress allgemein. Da müsste man andere Strategien anwenden. Aber Bauchatmung, also wirklich mal ruhiger atmen, auch in so einer Kampf- oder Fluchtsituation, das hilft, das Nervensystem zu beruhigen. Weil wenn wir ruhig atmen, dann denkt der Körper, hey,
02:07:46 Wenn ich jetzt normal atme, das heißt, ich renne ja gar nicht weg oder ich kämpfe gar nicht. Das heißt, alles muss okay sein. So beruhigt man sich schon direkt. Dann kurze Pausen einlegen. Das kannst du wahrscheinlich nicht im Spiel. Du kannst nicht einfach fünf Minuten Pause machen. Aber außerhalb vom Spiel kann man vielleicht diese zwei, drei Minuten sich nehmen, an die frische Luft gehen, einfach sich kurz rausnehmen. Das hilft auch schon. Und dann hilft es auch, nicht gegen unangenehme Gefühle anzukämpfen.
02:08:15 Wenn wir gestresst sind, hat jeder von uns vielleicht auch teils Angst oder sind irgendwelche unangenehmen Gefühle. Vielleicht ist auch Traurigkeit dabei, Wut dabei, Hilflosigkeit dabei. Und dagegen nicht ankämpfen, sondern das vielleicht auch mal akzeptieren und sich anschauen, warum ist dieses Gefühl denn da. Und da reichen manchmal auch schon zwei, drei Minuten, wenn man das macht.
02:08:36 Ja, das mit diesen Gefühlen oder diese Regulation, was hast du ja, würde ich sagen, Sola, ganz gut schon für dich irgendwie rausfinden können. So Atemübungen, hast du das auch mal irgendwie probiert oder hast du gesagt, boah, nee, das war es nicht, ist es nicht für mich?
02:08:54 Ja, also da kann ich auch ein bisschen aus dem Sport ziehen, also ist ja da nicht anders. Als Forward beispielsweise, kurz vor einer Ecke, von einem Freistoß, von einem Elfmeter, da macht man dann auch, oder wenn man es im Fernsehen sieht, so ein Harry Kane, der zu einem Elfmeter anläuft, macht ja auch immer so zwei tiefe Atemzüge, langsam aber kräftig ausatmen. Also da kann man schon viel von nehmen, ja. Das versuche ich auch immer mal wieder einzusetzen.
02:09:16 Wenn es halt extrem wird. Also wenn ich wirklich merke, manchmal ist man an so Puppermöglichkeit, der Körper rebelliert gerade und da kann dann sowas schon einen Unterschied machen. Und was ich persönlich für mich auch noch, weil bei mir ist ja die Situation auch nochmal besonders, weil ich das Ganze ja streame. Das heißt, wir gucken Leute zu dabei und wenn da negative Emotionen kommen, ist es immer schwer im Stream nichts zu machen. Also entweder man beschwert sich über irgendwas oder man sagt gar nichts und man will ja irgendwie trotzdem die Leute dann entertainen und bei der Stange halten.
02:09:45 Was ich dann für mich gelernt habe, oder was ich versuche, ist, dass quasi ich die Emotionen, die ich habe, auch wenn sie vielleicht negativ sind, dann sei es überspitzt, sei es sarkastisch, sei es ironisch, aber irgendwie daraus was Witziges zu machen und dem auch ein bisschen damit die Ernsthaftigkeit zu nehmen. Also wenn jetzt irgendwas passiert und mir geht es schlecht, dann versuche ich daraus dann halt für den Stream eine lustige Situation zu kreieren und kann das dann so für mich auch besser verpacken und dieses Gefühl dann auch leichter wieder...
02:10:14 Also ein bisschen abschütteln irgendwie dann auch dieses Gefühl. Wir haben ja im Chat tatsächlich... Sorry, ne, führ gerne noch aus. Ich habe mir gerade überlegt, also wenn jetzt was... Ich überleg gerade, wenn jetzt zum Beispiel irgendwie... Ich bin blöd gestorben und irgendwas ist doof passiert, dann kann ich da sitzen und sagen, oh, das war alles so schade, ich bin so schlecht, oh, das ist so katastrophal. Oder ich kann halt total... Ist jetzt natürlich ein bisschen...
Umgang mit Suchtverhalten im Gaming
02:10:3402:10:34 cholerisch, aber das ist halt so meine Streamart. Ich kann dann halt total übertreiben und halb aus dem Stuhl springen und sagen, wenn das nochmal passiert, dann... Also halt einfach so schon in eine aberwitzige Schiene reingehen und damit dann einfach irgendwie dem Ganzen komplett die Ernsthaftigkeit nehmen. Das hilft mir extrem.
02:10:52 Auf jeden Fall eine ganz gute Bewältigungsstrategie. Jetzt fragt aber jemand, was ich sehr, sehr spannend finde, nämlich Darf Fader, lol, schreibt, also ich finde, Spiele lösen bei mir eine Art positiven Stress aus. Gibt es sowas überhaupt? Ich würde es jetzt erst mal an dich stellen, diese Frage, Nico, und dann würde ich sie gerne auch noch weitergeben an dich, Europa.
02:11:15 Intuitiv würde ich sagen, auf jeden Fall. Ich glaube, wahrscheinlich ist dieser positive Stress sogar der Hauptgrund, warum Millionen von Menschen solche Spiele gerne spielen. Also jeder, der diese Spiele spielt, kennt das Gefühl, du hast ein superschweres Game, das geht 30, 40, 50 Minuten, du bist immer kurz vorm Verlieren, kurz vorm Gewinnen, du hast vielleicht das Spiel deines Lebens und dann ist das Spiel vorbei, du sitzt da, du merkst deinen Puls in deinem Hals und denkst dir immer nur, was war das gerade, wie geil war dieses Spiel gerade. Ich glaube, das ist schon ein positiver Stress, oder? Ja.
02:11:44 Ja, hast du schon richtig gesagt. Also es gibt definitiv positiven Stress und auch negativen Stress. Das hat tatsächlich auch einen Fachbegriff. Positiver Stress wird Eustress genannt.
02:11:55 Eustress und Distress, genau. Negativer Stress ist Distress. Und positiver Stress ist eigentlich nur, dass es uns gerade so challenged, wo wir das Gefühl haben, ich kann es irgendwie schaffen. Also es ist nicht so ganz, sag ich mal, super easy machbar, aber wenn ich mich ein bisschen anstrenge, dann klappt das schon. Also es überfordert uns nicht und es überfordert uns nicht chronisch, also nicht jetzt über längeren Zeitraum. Und negativer Stress ist dann mehr so, ich fühle mich komplett überfordert, ich habe keine Ressourcen, keine Sch***.
02:12:25 wie ich damit umgehen soll. Ich hab nicht das Gefühl, das ist eine Herausforderung, sondern das ist eher so eine Belastung und eher so ein Angriff auf mich persönlich. Und das ist so dieser Unterschied. Das ist super spannend, weil ich hab das Gefühl, wenn man jetzt so ein Competitive Game spielt, wo es eine Rangliste gibt, dass man immer gerade so an dieser Schwelle von dem Positiv zum Negativ agiert. Das kann auch kippen. Genau, das kippt regelmäßig und wahrscheinlich ist das dann auch dieses ...
02:12:53 Dieses Gefühl, dem man dann hinterher arbeitet, dass man diesen positiven Stress wieder spüren möchte. Das ist spannend. Es kann immer wieder kippen, auch zum Beispiel beim Sport. Also wenn jemand zum Beispiel Marathon läuft, am Anfang glaube ich, die erste Stunde oder die ersten 10, 20 Kilometer laufen vielleicht noch okay. Und dann kann es vielleicht auch mal in diesen Distress oder negativen Stress kippen, wo der Körper dann sagt, es reicht mir, es geht nicht mehr. Und dann muss man dann vielleicht auch versuchen, durch Gedanken...
02:13:23 oder durch Motivation, wenn man jetzt an bestimmte Dinge denkt, warum man das alles überhaupt macht, versuchen das wieder in diesen positiven Stress zu kippen. Das klingt doch gut. Jetzt mal was ganz anderes aus dem Chat. Hat jetzt überhaupt nichts mit Stress zu tun, sondern spielt oder zielt so ein bisschen auf das ab, was du gerade gesagt hast. Boah, das war so gut. Das hat so Spaß gemacht. Ich würde gerne noch eins machen. Es wird gefragt.
02:13:49 Wird man nicht auch ein bisschen süchtig nach genau diesem Adrenalinkick, also diesem, boah, das war echt anstrengend, aber es hat sich gelohnt, wir haben ja gewonnen und wir haben es noch irgendwie drehen können. Hast du da das Gefühl, dass dieser Adrenalinkick auch so einen gewissen, ich hätte das gerne wieder und vielleicht sogar so einen Suchtfaktor hat?
02:14:10 Definitiv, 100 Prozent. Also das kann ich nicht abstreiten. Ist ja auch ein schönes Gefühl. Und wie kommt man da dann wieder raus? Du sagst ja, du hast dann so lange gespielt, so viel gespielt, eben irgendwie zwölf Stunden, vielleicht auch mal länger als zwölf Stunden am Tag. Du wirst dieses Gefühl ja doch das ein oder andere Mal gehabt haben und aufgrund genau dieses Gefühls gesagt haben, ich hätte es gern wieder und noch eins gestartet.
02:14:36 Du scheinst da ja auch rausgekommen zu sein, weil du sehr reflektiert sagst, ja, okay, ich habe einfach erkannt, okay, das ist halt sehr viel Zeit, die da drauf geht. Und irgendwann habe ich gesagt, okay, ich spiele halt jetzt dann doch nicht mehr da ganz oben mit. Ich habe es für mich jetzt erkannt bzw. akzeptiert, dass ich das in der Form einfach nicht möchte. Also ich glaube, das ist wie mit...
02:15:06 vielen Dingen im Leben, die schöne Gefühle auslösen. Die Dosis macht das Gift in der Hinsicht. Also man kann oder muss sich da glaube ich in der gleichen Sicht regulieren, wie man sich mit allen anderen Genussmitteln regulieren sollte. Und ich kann für mich sagen, ich bin ein sehr suchtanfälliger Mensch. Ich habe damit schon immer...
02:15:31 Ich weiß nicht, ob ich Probleme nennen würde, aber ich merke selber, dass ich dazu neige, Schwierigkeiten zu haben, genau diese Grenze zu finden. Deswegen habe ich schon mein ganzes Leben trainiert, mich daran zu hindern. Aber ich weiß gar nicht, ob... Das ist eine interessante Überlegung. Ob Leak mir dabei geholfen hat, das besser unter Kontrolle zu kriegen, oder ob...
02:15:56 Leak überhaupt erst so ein bisschen auch mir gezeigt hat, dass ich da so Schwierigkeiten mit habe. Ich weiß gar nicht. Dass irgendwie auch beides stimmen, ne? Kann das eine, kann das andere. Können beide Hand in Hand laufen. Wenn jetzt jemand sagt, ey, ich hab da immer viel mit Stress zu kämpfen, hast du so ein Ding, wo du sagst, okay, das hat mir extrem geholfen, das würde ich gerne mitgeben?
02:16:22 Oder vielleicht so eine Strategie, die du für dich immer wieder anwendest. Auch das gerne. Ich glaube, es ist ja immer so ein bisschen diese magische Pille, die man sucht. Wenn man Probleme hat, soll man ein Ding, was alles löst. Aber ich glaube, die unspektakuläre Antwort sind wirklich Pausen. Also ich glaube, Pausen zwischen den Spielen einzulegen, ist der beste Weg, damit sich das auch nicht so übereinander stapelt. Also ich glaube, das ist das Ding, weil du hast halt...
02:16:49 ein Spiel gespielt, das war stressig. Wenn du sofort ins nächste gehst, hat dein Körper ja gar nicht die Zeit, sich davon zu erholen und dann wird es immer schlimmer und dann bist du in so einer Spirale und dann ist es 3 Uhr morgens und du denkst dir, warum habe ich den ganzen Tag gespielt? Also ich glaube wirklich, es muss ja nicht nach jedem Spiel sein, aber selber sich Regeln zu setzen und wenn es nur 5 Minuten zwischen den Spielen sind, vielleicht, wenn man merkt, es war jetzt besonders schlimm, vielleicht mal 10 Minuten oder so, das ist glaube ich echt die einfachste und effektivste Strategie.
02:17:18 Vielen Dank. Ich finde, das sind sehr schöne Schlussworte jetzt auch nochmal gewesen von dir. Deswegen lieber Nico, danke für deinen Input. Danke auch für deine Einblicke und deine Offenheit. Das sowieso. Und dann dir noch einen ganz hundervollen Abend und danke, dass du unser Gast warst.
Fazit: Die Bedeutung von Erholung und Selbstakzeptanz
02:17:3602:17:36 Euch auch. Vielen Dank, dass ich da sein durfte. Und chat natürlich gerne noch Liebe in den Chat. Wir haben hier eine Lampe, die immer genau dann ausgelöst wird, wenn ihr Liebe in den Chat packt. Für unseren Gast, für das Thema, für die Frage, für was auch immer. Also wann immer ihr da Liebe reinschmeißt, dann leuchtet diese Lampe. Wunderbar. Ich weiß nicht, ob Nico das noch sieht, aber ich würde mich natürlich freuen, wenn er es noch sieht. Beziehungsweise wir würden uns ganz offensichtlich freuen. Und wenn ihr Lust habt, dann sind wir mit Artis Soul Talk im...
02:18:04 Oktober wieder da. Da wird dann unser Thema Einsamkeit sein. Aber bevor wir uns da wiedersehen, darf ich euch hier noch auf den Mix Talk aufmerksam machen, der immer wieder auf dem ARD-Kanal läuft. Hier unten, seht ihr auch schön, da wird es morgen tatsächlich ab 20.30 Uhr mit Katharina Röben die Geoguessler-WM live aus Berlin geben.
02:18:35 Absolut gigantisch. Diese Menschen haben Skills. Ich wusste nicht, dass es diese Skills überhaupt gibt. Da wird unter anderem dabei sein Lenly und Demiax. Also schaut da auf jeden Fall vorbei. Ich glaube, das wird massiv spannend. Ich werde auf jeden Fall mal reinschauen. Und wir beide haben euch eigentlich nur noch einen wundervollen Abend zu wünschen, euch zu danken dafür, dass ihr da wart. Vielen lieben Dank, Chad. Wenn ihr wie immer konstruktive Kritik habt, immer gerne her damit.
02:19:01 Und ansonsten könnt ihr natürlich auch gerne in den Raid kommen, denn wir werden zu Basel rüberraiden. Und ja, Themenvorschläge auch immer gerne her damit. Wenn ihr irgendwas habt, wo ihr sagt, ey, darüber würde ich gerne irgendwie mehr mehr hören, ich hätte irgendwie auch mal Input von anderen, die vielleicht schon Erfahrung damit gemacht haben, freuen wir uns natürlich auch immer. Ruber, es war mir ein Fest. Es war mir auch ein Fest.
02:19:22 Also ich fand diese Runde so, so schön und das Thema ist, glaube ich, echt für alle super wichtig. Und ich glaube, das, was wir mitnehmen, ist, dass Erholung wichtig ist und bevor das Fass überläuft, nicht nachdem das Fass übergelaufen ist. Absolut. Also ich glaube auch, das ist richtig und wichtig. Wir haben richtig schöne Einblicke bekommen von jemandem, der gesagt hat, Panikattacke, der gesagt hat, okay, das waren irgendwie Auslöser. Du hast auch noch mal ein paar Tipps gegeben.
02:19:50 Dann hatten wir Sozialstress, wir hatten Stress mit ADHS und dann hatten wir natürlich auch noch Stress auf der Arbeitsebene. Ganz klar, das betrifft euch bestimmt auch alle. Und dementsprechend bleibt mir eigentlich nur noch zu sagen, danke schön, dass ihr da wart. Danke, dass ihr euren Abend mit uns verbracht habt. Danke schön auch an das Team im Hintergrund. Das ist die Liebe von uns für euch da draußen. Bis zum nächsten Mal. Bis zum nächsten Mal. Wir sehen uns im Oktober. Bis im Oktober. Winke, winke.
02:20:22 Vielen Dank.