Es wurde diskutiert, welche politischen Inhalte auf Plattformen wie TikTok und Instagram ankommen – und welche Zielgruppen sie tatsächlich erreichen. Dabei ging es um die Rolle von Influencer:innen wie Sarah Tonin, die bewusst von Gaming zu politischen Themen wechselte, sowie um die Strategien von Parteien wie der Jungen Union. Ein zentraler Punkt: Social Media prägt zunehmend parlamentarische Debatten, doch die Qualität der politischen Kommunikation leidet oft unter Algorithmen und Affektlogik.

Just Chatting
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Just Chatting

Einführung und Themenvorstellung

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00:00:00 den Mut für haben. Ich bin das jetzt nicht so einfach zu sagen, ich setze mich da jetzt hin, mache die Kamera an und sitze hier dann fünf Stunden. Und das war für mich halt überhaupt keine Option, weil ich bin jemand, ich mag das nicht, ich will nicht, dass mich jemand die ganze Zeit anstarrt, aber ich will ja trotzdem irgendwie mich verkörpern. Ich bin unsicher, aber ist mir doch egal. Ich mache jetzt ein VTU. Also, also, ah, nein! Das war der Chat. Das war der...

00:00:26 Apropos Werkzeug. So schnell kann es gehen, als YouTuber lebt man gefährlich. Also, was mir zum Glück noch nicht passiert. Ja, das ist ein gutes Beispiel, weil zum Beispiel in echtem Leben kann ich mir ein Klavier auf den Kopf fallen lassen. Kann ich schon. Ja, kann ich schon, aber das ist halt nur so für einen Clip.

00:00:52 Einen wunderschönen guten Abend. Schön, dass ihr mit dabei seid beim Nix Talk. Wir wollen wie jeden Mittwoch hier gemeinsam diskutieren zu einem spannenden Thema mit Gästen, aber auch mit euch. Wenn ihr Lust habt, schaltet euch rein. Ihr könnt mitreden und mitdiskutieren. Chat, schön, dass ihr da seid und dass ihr kurz überbrückt habt.

00:01:12 Ich habe schon gesehen, ihr hattet diverse Ideen, wie man die Zeit noch überbrücken kann. Unser Thema heute ist Politik auf Social Media. Wir wollen drauf schauen, welche politischen Inhalte gibt es und welche funktionieren oder eben nicht. Wir schauen zum einen auf politische CreatorInnen, aber auch auf das Social Media Game von PolitikerInnen und Politikern. Und was braucht es, um, wie es immer heißt, jungen Menschen zu erreichen? Genau darauf wollen wir heute schauen. Chat, ich hoffe, ihr könnt mich jetzt gut hören.

00:01:43 Sehr gut, das freut mich. Und Chat, fangen wir doch direkt mal an. Mich würde interessieren, ob politisches, sei es von CreatorInnen oder PolitikerInnen bei euch im Feed oder auch bei Twitch eine Rolle spielt. Also folgt ihr politischen CreatorInnen oder PolitikerInnen? Spielt das in eurem Feed eine Rolle? Mal eine Eins-Reihen, wenn ja, eine Zwei, wenn nein. Würde mich mal interessieren, ob das bei euch in den sozialen Netzwerken eine Rolle spielt.

00:02:10 Und ich sehe viele Einsen. Scheint etwas zu sein, was bei euch auch öfter auftaucht. Ah, okay, hier gibt es sogar einige. Ich sehe, Nev Nuxus schreibt fast ausschließlich. Oder auch Natural Games Fitness sagt auch fast nur. Ah, auch 1, 2, 2 dazwischen. Und hier kommt schon das erste Beispiel. Pandora sagt, Drakon zum Beispiel. Als einen Streamer, der da sicherlich sehr aktiv ist.

00:02:50 auch

00:02:56 Sagittarius sagt auch sehr viel. Also ich sehe, das scheint etwas zu sein, was euch bewegt. Wir holen gleich auch die erste Gästin dazu. Und zwar Streamerin und Content Creatorin Sarah Tonin wird gleich bei uns sein. Chat, wenn ihr Fragen an sie habt, haut die gerne schon mal rein. Ich gebe sie dann gerne weiter. Oder ihr kommt einfach kurz rein und stellt die Frage ganz direkt. Ihr könnt natürlich auch reinkommen und euren Take zum Thema da lassen. Das geht einfach über Stream Together, über den Anklängeln-Button oben über dem Stream oder unter... oben über dem Chat oder unter dem Stream. So rum und kommt rein.

00:03:26 Mich würde total interessieren, was holt euch denn ab? Was würdet ihr sagen, ist guter politischer Content? Was zieht? Was würdet ihr euch vielleicht vom Content von Politikerinnen und Politikern wünschen? Kommt kurz rein, erzählt uns euren Take. Das wäre doch schön. So, und jetzt würde ich sagen, ich sehe noch einige Beispiele, aber dann holen wir doch direkt mal Sarah mit dazu, würde ich sagen. Gehen wir direkt rein. Einen wunderschönen guten Abend.

00:03:56 Man hört dich. Wir haben schon mal gut vorgelegt, ne? Ne, alles gut. Scheint zu funktionieren. Wie geht's dir? Genau, einfach mal durchatmen. Wir haben jetzt quasi so ein bisschen schon mal eine Runde extra gedreht. Kann jetzt gar nichts mehr schief gehen. Wie ist es bei der Hitze? Das ist ja was, was viele im Moment auch... Ah, ich sehe gerade... Ah.

00:04:22 Moment, Moment, warte kurz, Sarah. Der Chat sagt, wir hören dich nicht. Ich höre dich, aber der Chat sagt, er hört dich nicht. Das scheint sich heute ein bisschen durchzuziehen. Und ich werde gerade auch pixelig. Es freut mich, dass du da bist. Wir fixen das im Hintergrund noch mal kurz. Oh, ich klinge wie ein Roboter. Oh, ich hoffe nicht. Okay. Also der Chat hier sagt, hm, ich glaube, da müssen wir noch mal was fixen. Chat hört, ja.

00:05:26 Okay, Sarah, ich habe dich zwar gerade eben gehört, aber wir wollen ja auch, dass der Chat dich hört und alle anderen. Ich glaube, wir arbeiten da gerade noch mal dran im Hintergrund. Ich frage mal ganz kurz, was die Regie mir sagt. Genau, Sarah, sag noch mal was. Das klassische Test, Test, Test, 1, 2, 3, 4. Wir schrauben noch ein bisschen dran.

00:06:16 Ah, Delay ist gefix. Alles nicht so einfach mit 56K-Modem. Ja, ist auch Neuland für uns alle, das würde ich bestätigen. So, wir arbeiten noch ein bisschen dran, dass wir Sarah auch hören. Wir könnten zu... Okay.

00:06:40 Verstehe. Okay, ich gucke mal, was ihr zum Thema schon gesagt habt, während wir das im Hintergrund fixen. Sven sagt zum Beispiel, ich denke, zu dem Thema habe ich in letzter Zeit...

00:06:50 viel gelesen und gehört. Ich denke, dass der Trend immer mehr zu Nachrichten geht, die auf Social Media geteilt werden und somit auch eingeordnet werden. Weniger neutral und mehr Kommentar vom Content Creator. Ich persönlich schaue und informiere Nachrichten nur noch einmal am Tag, da die Informationsflut mir zu viel ist. Sorry, vielleicht ist das auch am Thema vorbei. Ich würde sagen, da sind auf jeden Fall einige Aspekte drin, auf die wir heute auch noch mal kommen werden. Also auch

00:07:12 was Meinung angeht, was die Trennung von Informationen und Meinung angeht. Da schauen wir heute sicherlich auch noch mal drauf. Und ich glaube, mit diesem Gefühl, dass es gerade sehr viel ist, bist du sicherlich auch nicht alleine. Dann, was sehen wir noch? Ah ja.

00:07:30 Oxfairian schreibt, gute Lösung für Politik auf Social Media, Stille. Ja, das haben wir ja gerade eben schon einmal praktiziert. Da arbeiten wir dran, dass sich das gleich ändert. Und wir könnten zur Überbrückung. Ich hatte euch letztes Mal schon gefragt, wen ihr besonders gut findet, was die Politiker und Politikerinnen angeht. Ich habe gerade eben auch schon gesehen, da habt ihr noch StreamerInnen oder Creator genannt, die ihr besonders gut findet. Ich such es gerade, wo war es denn?

00:08:00 Bei den ganzen...

00:08:06 Finde es gerade nicht, kommen wir gleich darauf zurück. Aber sonst lasst uns vielleicht noch mal kurz, wenn unser Technik-Kollege gerade dafür auch noch ein Auge und ein Ohr hat, einmal kurz auf die erste Tafel gucken, auf die erste Grafik, wo es eben darum geht, wo begegnen euch denn politische Themen? Das ist eine repräsentative Umfrage der Bertelsmann Stiftung unter 16- bis 27-Jährigen gewesen.

00:08:34 Die haben eben gefragt, wo begegnen euch politische Themen und 74 Prozent sagen online. Und im Vergleich zum Beispiel traditionelle Offline-Medien waren nur 46 Prozent. Chad, würdet ihr da mitgehen? Würdet ihr sagen, ja, politische Informationen und politischer Content begegnet euch am meisten online?

00:08:54 Das ist auf jeden Fall, finde ich, sehr spannend. Übrigens natürlich mehrfach Nennung möglich. Sieht man auch bei der zweiten Frage, das sehen wir im unteren Bereich. Da wurde gefragt, wem folgt ihr denn? Und da gaben 38 Prozent an, sie folgen PolitikerInnen auf Social Media und 60 Prozent, sie folgen politischen InfluencerInnen. Also da liegen die Content Creator deutlich vorne und ich würde sagen, bei den PolitikerInnen und Politikern gäbe es noch deutlich Luft nach oben.

00:09:22 Und ihr könnt ja auch mal schreiben, wem ihr lieber folgt. Also den Creatoren und CreatorInnen, die euch vielleicht noch Content drum rum liefen, Meinung liefern oder lieber den Politikern. Aber vielleicht besprechen wir das auch mit Sarah, wenn wir sie jetzt wieder mit dazu holen und hoffentlich hören. Hi! Nochmal. Ich höre dich, Chat. Hört ihr Sarah? Checken wir es noch einmal kurz, dass jetzt alles klappt.

00:09:50 Chat, sag mal, hört ihr was? Test, Test, Test. Das sieht gut aus, sehr schön. Dann nochmal, schön, dass du da bist. Einen wunderschönen guten Abend. Moment, ich muss dich, glaube ich, ein bisschen lauter stellen. Kannst du kurz was sagen? Ja, Test, Test, Test. Eins, zwei, drei, vier. Schön, dass du da bist. Okay, ja, jetzt passt, glaube ich. Perfekt. Sarah, ich stelle dich nochmal ganz kurz vor für alle. Du bist Streamerin und Content Creatorin und hast Ende letzten Jahres...

Sarah Tonin über ihren politischen Content-Shift

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00:10:18 bis dahin fast nur Gaming-Content und IRL gemacht. Und Anfang des Jahres könnte man sagen, hast du so einen kleinen Shift gemacht. Du hast dich neu orientiert und machst seitdem auch viel Content zu politischen oder gesellschaftlichen Themen. Gaming spielt zwar ab und an immer noch eine Rolle, aber man kann schon sagen, du hast da einen neuen Fokus gelegt. Das vielleicht kurz einmal für alle, die dich nicht kennen. Ich glaube, deine Community ist auch mit am Start. Geht's dir gut nach den ganzen Hürden und den kleinen Stolpersteinchen? Geht's dir gut heute Abend? Mir geht's super.

00:10:46 Ich muss nur ganz deutlich sagen, ich bin noch neu in so Diskussionsrunden, aber ich freue mich immer, wenn ich zu sowas eingeladen werde. Ich versuche mich dem auszusetzen und versuche immer besser zu werden. Ich hoffe, ich erzähle heute keinen Quatsch. Danke für die Einladung. Das macht dir gar keinen Stress. Schön, dass du da bist. Wir machen das hier ganz entspannt und sprechen ein bisschen über das Thema. Und Chat, wenn ihr Lust habt, kommt auch mit dazu. Sprecht mit oder wenn ihr Fragen habt, dann stellt ihr auch gerne. Ich habe gerade eben angesprochen, du hast Anfang des Jahres.

00:11:14 einen Shift bei deiner Ausrichtung gemacht. Warum genau hast du dich entschieden und gesagt, okay, ich werde jetzt politischer in meinem Content? Gab es da irgendeinen Auslöser oder einen Schlüsselmoment für dich? Ich würde sagen, das kam eben einfach einerseits dadurch, dass man sich das halt alles angeschaut hat und dass man irgendwie nicht mehr so ganz richtig zuschauen konnte. Wenn man sich das so anguckt, die Beschwerden innerhalb der Bevölkerung habe ich schon auch immer ernst genommen.

00:11:44 und habe teilweise Ansätze dazu gesehen, denen ich nicht so ganz entsprochen habe oder wo ich mir gedacht habe, ich glaube, das bringt irgendwie gar nichts und dass mir nichts anderes übrig bleibt, außer meine eigene Meinung mit unterzubringen. Andererseits habe ich mir natürlich auch gedacht, ich möchte mich natürlich auch im Privaten entwickeln, im Privaten genau wie im Beruflichen entwickeln und ich will nicht für immer mit dem Katzen oder Headset vor der Kamera sitzen, sondern ein bisschen ermerksamen Content machen.

00:12:12 Und würdest du sagen, da steckt auch eine bestimmte Intention dahinter, was du irgendwie bei den Userinnen und Usern erreichen willst oder denen mitgeben möchtest? Nachzudenken. Also ich möchte, also ich glaube, ich...

00:12:25 Ich würde sagen, ich bin nicht so sehr Meta, dass man mir eine perfekte Ideologie oder sowas zuschreiben kann. Aber ich glaube, meine Mission ist eher, die Leute dazu anzuregen, selber mal zu überlegen oder diesen Punkt zu bilden, sich überhaupt politisch zu interessieren. Deswegen, also mein Fokus ist tatsächlich auch eher, teilweise schwere politische Zusammenhänge ein bisschen leichter zusammenzufassen, dass die Leute nicht alleine schon von der Rhetorik abgeschreckt werden.

00:12:51 Ich sehe gerade, das geht vielleicht auch in eine ähnliche Richtung, schon ein Kommentar und zwar Nieders in Paris schreibt, meine Frage ist, bin ich gegen politische Einflussnahme in sozialen Medien machtlos ausgesetzt? Kannst du das nachvollziehen, dass man sich da vielleicht machtlos dem gegenüber fühlt oder dass man da sehr mitgenommen wird davon?

00:13:12 Naja, also erstmal, das ist ein sehr, sehr, sehr, sehr wilder Name. Ich würde nicht sagen, dass man dem machtlos einfach ausgesetzt ist. Erstmal Nummer eins, Politik ist natürlich, also alles ist politisch. Das heißt, man kann sich schon auch aktiv dazu entscheiden, im normalen Leben, also außerhalb von Social Media, als auch dann in Social Media, wem man letztendlich zuhören möchte. Am Ende hat jeder auch die Möglichkeit.

00:13:40 quasi bei jedem Creator irgendwie draufzudrücken, interessiert mich nicht. Und wenn man jetzt komplett sagt, hey, das finde ich komplett abgespaced, kann man sich da schon auch dazu entscheiden, dass man da nicht mehr zuhören möchte. Ah, ich sehe auch direkt die nächste Frage. Osock oder wie auch immer, sagt, liebe Katharina, danke, könntest du Sarah mal fragen, warum ihr antifaschistische Arbeit wichtig ist?

00:14:10 Warum ist das eine Frage? Wenn das jemand aus seiner Community ist, ist es wahrscheinlich eher eine rhetorische Frage, aber was würdest du darauf antworten? Ich glaube, der Faschismus wird gebrütet, zum Beispiel in einem kapitalistischen System leider. Ich bin für soziale Gerechtigkeit zum Beispiel und in dem Moment, wo

00:14:33 der Faschismus siegt, wird diese soziale Ungerechtigkeit, die wir jetzt schon in unserer Gesellschaft erleben, einfach nur schlimmer. Also auch aus sozialen Ungerechtigkeiten, die du siehst? Ja, auf jeden Fall. Okay, kommen wir noch mal ganz kurz zurück auf das Thema Creatorinnen und Creator, die eben Politik thematisieren. Würdest du dir wünschen, dass mehr CreatorInnen Darstellung beziehen und sich politisch äußern?

00:15:01 Ja, auf jeden Fall. Also ich glaube nicht, dass das irgendwo jeder zu seinem Fokus macht. Am Ende ist natürlich jeder hat seine freie Entscheidung. Hey, möchte ich mich lieber darauf konzentrieren, irgendwas Seichtes zu machen? Sowas wie halt Gaming. Das ist ja letztendlich auch einfach Unterhaltung. Ich würde aber trotzdem jedem nahelegen. Also wir beobachten gerade, jeder kann das glaube ich beobachten, in der Gesellschaft einen super interessanten Shift.

00:15:26 Und ich sage, in dem Moment, wo man sich aus der Politikdiskussion komplett rausziehen kann, ist man eigentlich auch nur ein privilegierter, sehr, sehr privilegierter Mensch, der unbedingt mal über sein Privileg nachdenken muss und das vielleicht diesen Gedankengang mal verfolgen und umsetzen. Also auch das wäre dann quasi politisch, sich dann nicht zu äußern. Genau, dass sich nicht zu äußern ist politisch.

00:15:49 Chad, wie seht ihr denn das? Würdet ihr sagen, wünscht euch das, dass CreatorInnen da vielleicht politischer werden und sich mehr äußern oder Stellung beziehen? Oder sagt ihr, nee, das ist ein falscher Anspruch? Sag mal, wie ihr das seht. Sarah, du bist ja auch auf unterschiedlichen Plattformen aktiv. Also du bist bei TikTok, bei Insta, aber eben auch hier bei Twitch. Würdest du sagen, da gibt es einen Unterschied, wie sich dein Content gestaltet?

00:16:14 Ich weiß gar nicht, warum meine Kamera gerade so ein bisschen laggt. Ich glaube, ich auch. Wir machen auch mal weiter. An mir liegt es nicht, an mir liegt es nicht. Das habe ich gerade eben auch schon gesagt.

00:16:30 Bei euch ist das alles ein bisschen am Bitrate oder Minimum? Wie schon jemand schrieb, das ist ja auch ihr Neuland. Auf jeden Fall, ich würde sagen, ich bin auf Twitch viel zu gänglicher zum Beispiel. Was ich auf anderen Social Media Plattformen mache, ist natürlich...

00:16:56 Funkis ist ja Short-Form-Content und da muss man einfach Standpunkte ganz, ganz dolle verkürzen. Daraus folgert ganz oft, dass es vielleicht auch polarisierender rüberkommt, als es letztendlich vielleicht so mein Standpunkt ist. Und dass man da vieles auch falsch reininterpretieren kann. Auf Twitch kann man reingehen, in meinen Chat schreiben und sich dann da vielleicht von mir beleidigen lassen, falls ich komplett anders denke. Aber sonst bin ich da, würde ich sagen, viel, viel zugänglicher.

00:17:24 Okay, verstehe. Also dass da quasi dann auch eigentlich mehr Dialog dann stattfindet, wenn du sagst, da gehst du dann in den Direktiven. Ja, klar. Also ich habe ja auch inzwischen eine Masse an Kommentaren, die lässt sich ohne ein Social Media Team gar nicht bewältigen und das habe ich halt einfach nicht. Also am Ende ist es wirklich, it's just me. Und da kann ich gar nicht auf jegliche Meinung eingehen. Das ist natürlich im Twitch-Chat ganz anders. Ja.

00:17:47 Ja, da gibt es auf jeden Fall einen Unterschied, den man, glaube ich, bei vielen sieht. Chad, auf die Frage, ob CreatorInnen politischer sein sollten oder sich da mehr Stellung beziehen sollten, da seid ihr sehr unterschiedlicher Meinung. Dracken sagt, sich nicht zu äußern als Creator ist meiner Meinung nach wichtig. YouTube ist für viele ein Rückzugsort, der uns mal von Politik durchatmen lässt. Also, dass man gar nicht überall ...

00:18:13 politische Inhalte vielleicht haben möchte. Dreis Sternburg sagt, Creator sind bereits alle politisch, ob sie wollen oder nicht. Wichtig ist, dass sie sich politisch bilden, bevor sie ihre Meinung an die Community weitergeben. Das ist die Verantwortung, die sie wahrnehmen müssen. Siehst du das ähnlich, Sarah?

00:18:31 Ja, also sich politisch bilden, bevor man sich halt mit Stammtisch gelabert äußert, ist auf jeden Fall wichtig. Aber ich glaube, das ist halt die Basis, oder? Also ich glaube, wir sollten alle danach streben mit den Sachen, die wir von uns geben, dass sie zumindest irgendwo Hand und Fuß haben. Egal, was man sagt. Und andererseits, deswegen meinte ich ja, ich finde nicht, dass es ist okay, wenn man das nicht zu seinem Fokus-Content macht, aber trotzdem finde ich es...

00:19:00 In dem Moment, wo man sich halt gar nicht positioniert und das so komplett auslässt, nimmt man einfach, also sich nicht zu positionieren, in der Politik ist sich eigentlich zu positionieren. Und es gibt kein unpolitisch.

00:19:16 Da sind wir dann wahrscheinlich auch wieder bei sozialwissenschaftlicher Theorie und politikwissenschaftlicher Theorie. Ich sehe, da sind auch noch ein paar andere Stimmen zu der Frage. Ja, ich stimme zu, doch ich denke, viele besuchen Social Media, um abzuschalten und sich einmal nicht mit der Realität und Politik zu beschäftigen. Also das geht auch eher in die Richtung, es muss nicht überall politisch sein. Filme vom Himmel schreibt, absolut, gibt noch viel zu viel patriarchalen Quatsch im Netz.

00:19:46 Ja, Sarah, sag gerne. Ich möchte dich gar nicht unterbrechen, oh nein, Konrad Abschrecker ist von mir. Liebe Grüße an der Stelle. Er sagt, ich finde, die mit guter Meinung können sich gerne äußern, aber die anderen können auch bei Entertainment bleiben. Interessant, also da so ein bisschen die Frage, die, die der eigenen Meinung entsprechen, die sollen was sagen, aber die anderen lieber nicht.

Social Media-Strategien von Parteien und Politiker:innen

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00:20:07 Ich kann nicht mehr. Also ich finde, ein Meinungsdiskurs ist sehr, sehr wichtig, weil nur so hat man überhaupt die Möglichkeit, eine blöde Meinung auch aufzukommen. Stimmt, also dass man da in den Dialog geht. Und unterschiedliche Meinungen wollen wir hier beim Mixed Talk ja auch hören. Wir wollen einander zuhören und auch unterschiedliche Meinungen aushalten. Das ist ja auch ein bisschen so das Prinzip von unserem Format.

00:20:33 Genau, ich würde sagen, ich gucke gerade nochmal, ich würde sagen, wir holen jetzt einfach mal unsere nächste Gästin mit dazu, würde ich sagen.

00:20:44 Und zwar die Klara. Einen wunderschönen guten Abend. Hallo. Hallo. Freut mich, dass ich da sein darf. Dankeschön. Schön, dass du da bist. Ich stelle dich auch noch mal kurz vor für alle. Klara, du bezeichnest dich selbst als politische Meinungsmacherin und du thematisierst zum Beispiel bei Insta und TikTok Politik. Du bist Schatzmeisterin im Bundesvorstand der Jungen Union und warst zuletzt auch Pressesprecherin von Kultusstaatsminister Wolfram Weimar. Das kurz zur Einordnung zu dir. Schön, dass du da bist. Danke für die Einladung. Ich freue mich.

00:21:14 Mich würde interessieren, hat es dich am Anfang eigentlich auch Überwindung gekostet, das ist so ganz konkret politisch Stellung zu beziehen auf Social Media oder war das schon immer so leicht? Fiel dir das immer schon so leicht? Ich glaube, dass ich mich überhaupt angefangen habe zu äußern, war auch eher so ein Zufall.

00:21:34 wie mein primäres Ziel, Content Creatorin zu werden. Und deswegen ist es eigentlich eher ein Zufall gewesen, dass ich überhaupt da reingekommen bin. Das lag daran, dass ich ein Praktikum im Bundestag gemacht habe, dann für den Abgeordneten. Damals ging Social Media, und man kann sich das vorstellen, bei der CDU ein bisschen später als bei dem einen oder anderen sonst, ging Social Media gerade so los. Und ich betrieb die Kanäle und habe mir dann irgendwann einen eigenen Kanal angelegt, damals mit Start auf Twitter, so hieß es jedenfalls noch.

00:22:03 und habe den Kanal nur zugelegt, damit die Postings, die ich über den Kanal des Bundestagsabgeordneten ansetze, noch ein Like mehr bekommen. Und dann lief das irgendwann darauf hinaus, dass ich gesagt habe, okay, damn, die Tweets, die ich vorschlage, die ich eigentlich gut finde für politische Kommunikation, die ein bisschen witziger sind, die ein bisschen edgier sind, die gehen bei den meisten Bundestagsabgeordneten dann halt nicht durch. Und dann habe ich die selber gepostet und dann bin ich da irgendwann...

00:22:31 so ein bisschen größer geworden und habe dann meine Netzwerke aber tatsächlich geändert. Und ich glaube, so ein bisschen mit so einer Erfahrung und vielleicht dann doch auch mit ein bisschen im Alter traut man sich dann so Sachen mehr. Aber es wird sicherlich irgendwann Videos geben, die mir massiv auf die Füße fallen werden. Ich freue mich jetzt schon auf irgendwelche Sendungen, in denen ich das finde, welche Aussagen von vor sechs Jahren von mir zitiert werden, für die ich mich dann rechtfertigen werde.

00:22:57 Ich hätte auch noch ein Zitat. Und zwar, du hast gerade eben angesprochen, auch so Sachen, die etwas edgier sind. Die Süddeutsche Zeitung hatte ich vor kurzem begleitet und da hast du den Satz gesagt, bürgerlich zu wählen wird wieder cool werden. Dafür stehe ich mit meinem Namen. Ist das auch so ein bisschen die Mission, die du hast auf Social Media? Kann man das so zusammenfassen? Das wieder cool machen?

00:23:15 Ich würde sagen, auf jeden Fall, die Mission für mich auf sozialen Netzwerken ist überhaupt erstmal da zu sein mit einer vernünftigen bürgerlichen Stimme und halt nicht zu sagen, dass man die Stimmen, die sozusagen rechts der politischen Mitte sich befinden, nur der AfD überlässt, die halt da mit sauvielen Stimmen und mit extrem viel Content vorkommt. Das ist ja auch immer so, ich spreche mir da auch noch drüber, aber es ist ja immer, dass man sagt, ja, auf TikTok zum Beispiel, da sind nur Rechte unterwegs und man kriegt da von dem Algorithmus immer nur Rechte in Medien eingespült.

00:23:44 Es liegt halt daran, dass einfach zu wenige Creator von den anderen da unterwegs sind. Und deswegen gibt es in der Messung, tausend Studien dazu, halt mehr Content von der AfD, der einem ausgespielt wird. Ob man das sozusagen gut findet oder nicht, ist erstmal eine andere Rolle. Ich glaube schon, dass ich wahrscheinlich, ohne mir da zu viel zuzusprechen, aber vielleicht jetzt nicht so unbedingt der Otto-Normal-CDUler oder J-Uler bin. Und deswegen fällt es mir vielleicht ein bisschen einfacher, auch was zu...

00:24:12 darzustellen, was vielleicht tatsächlich so ein bisschen in eine Richtung cool in Anführungsstrichen geht. Okay, perfekt. Dann haben wir das an der Stelle auch schon mal festgehalten. Dann lasst uns doch mal gemeinsam auf das Social Media Game der PolitikerInnen gucken. Clara hat es gerade eben auch schon ein bisschen angeteast. Was sind denn für euch so positiv und negativ Beispiele? Und Chat, ihr könnt gerne auch mal eure reingeben. Was sagt ihr, was funktioniert oder wer funktioniert für euch besonders gut auf Social Media? Wer weniger? Sarah?

00:24:40 Wen siehst du denn da so? Wäre für mich gut, ob Social Media funktioniert. Ja, oder gar nicht. Ganz gerne positiv und negativ. Fangen wir mal mit dem Positiven an vielleicht.

00:24:51 Ich funktioniere gut auf Social Media. Da muss man sich auch mal selber loben. Und abgesehen von dir, ich meine jetzt auch auf Politiker bezogen. Also lass uns auf Politiker gucken. Ach so, auf Politiker. Ich dachte auf politische Influence. Nein, nein, nein. Lass uns für den Anfang mal auf Politiker gucken. Wer funktioniert für dich da besonders gut und wer weniger? Okay, also ich finde jegliche Politiker, die sehr einfach...

00:25:19 ob salopp gesagt, das verstanden haben, wie man sich kurzfasst und wie man gleichzeitig so ein bisschen das Ragebait-Game auch vielleicht studiert haben und sich auch vielleicht auch mal wirklich eine halbe Stunde einen Exkurs über einen Algorithmus gemacht haben. Also ich glaube, theoretisch kann das jeder hinbekommen. Und wer sehr, sehr gut funktioniert, zum Beispiel gerade super Beispiel, ist Frau Katrin Gebel aus der Linken.

00:25:48 die das gesagt hat, mit dem zum Beispiel, dass das war irgendein AfDler, dass er empfindlicher ist als die Kitoris. Super, sie hat das wirklich toll gemacht.

00:26:00 Also du nennst die Linke. Wir wollen jetzt natürlich auch unabhängig von euren politischen Positionen gucken. Also Clara, würdest du da mitgehen, die Linke, was das Social Media Game angeht? Ja, fällt mir natürlich schwer, das zu sagen. Aber ja, auf jeden Fall. Heidi Reichenegg ist sicherlich ein Paradebeispiel dafür, wie man auf sozialen Netzwerken kommuniziert.

00:26:20 In der allgemeinen Vorstellung darüber, wie ich mir wünschen würde, dass Politiker kommunizieren, weiß ich nicht, ob es immer so weit gehen muss, weil ich finde, man trägt mit einem Mandat auch so eine gewisse staatspolitische Verantwortung. Aber wenn ich Rene Ricarda Lang anschaue, funktioniert es gut. Ich würde auch sagen, dass jemand wie Markus Söder schon ein guter Content Creator auf den Netzwerken ist, wobei der jetzt nicht so über Videos funktioniert.

00:26:47 schon eine Social Media Strategie fährt, die auf jeden Fall auch irgendwie Anklang findet. Aber, und es gibt zahlreichste Creator von, die sind halt tatsächlich auch eher Creator als Politiker, würde ich dann in dem Fall sagen, ist auch jemand wie Maximilian K. von der AfD. Es ist einfach, es ist einfach, es funktioniert, die Botschaften dieser Parteien sind.

00:27:11 sowieso in sich einfacher und deswegen auch schneller auf sozialen Netzwerken zu verbreiten. Und dann würde ich aber auch reingehen, dann kommt auch häufig aus so Parteien wie meiner, aber auch aus der SPD beispielsweise, ja, für uns ist es einfach nicht so einfach. Und ich glaube, das würde ich widerlegen und das zeigt dann vielleicht auch so ein Content wie meiner, dass man, obgleich man jetzt auch dann doch ein bisschen Polemik benutzen darf, weil anders funktioniert es halt nicht.

00:27:36 dann auch komplexe Inhalte, glaube ich, gut und einfach. Und Sarah hat es ja auch gesagt, sozusagen darstellen kann, auch wenn man eine komplexere Meinung hat als Ausländer raus.

00:27:47 Ich sehe, der Chat hat auch schon einige Vorschläge gemacht. Hier noch ein positives Beispiel. Schukon sagt zum Beispiel, bestes Social Media Team hat der Außenminister. Ja, da gehe ich auch mit dir. Das geht tatsächlich hart. Also der Cutter kann auf jeden Fall was. Ich glaube, das kann man festhalten, egal ob man mit seinen Positionen jetzt irgendwie mitgeht. Chat, seht ihr auch den Außenminister da als Positivbeispiel?

00:28:14 Ich glaube, der wird auf jeden Fall sehr gerne angeführt, wenn es darum geht. Wobei ich da vielleicht auch ganz kurz reingehen würde, weil ich finde, es gibt immer so ein bisschen Missverständnis, gerade was politische Kommunikation angeht. Und Sarah hat es eben auch selber zum Beispiel gesagt, sie ist eine One-Man-Show oder One-Woman-Show. Ich bin auch eine One-Woman-Show. Und natürlich ist es so, dass...

00:28:35 irgendwie zig Minister oder auch Politiker, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben, die Content-Createn. Aber es ist halt nicht notwendigerweise so, dass man das zwingend braucht, um mit den Inhalten anzukommen. Also ich glaube, dass das so ein Missverständnis ist, was viele Leute in der Politik haben oder wenn sie selber Creator werden müssen, wollen. Man braucht da nicht zehn Leute, die irgendwie geile Edits für einen machen, auch wenn es natürlich Bock ist, das anzuschauen.

00:29:02 Sarah, siehst du genauso? Ja, ja, also es reicht auch tatsächlich einfach mit den Leuten persönlich in Kontakt zu treten. Da ist es auch gar nicht so überperfektionieren etc. pp. TikTok ist letztendlich eine Plattform. Das Grundprinzip ist ja auch so original wie bei YouTube. Also jeder kann da eigentlich was hochladen, nur in kurzer Form. Und man muss auch nicht die ganze Zeit übergezwungen auf irgendwelche Trends einsteigen. Mach dein Ding, zieh durch.

00:29:32 halt dich, pass dich kurz und dann klappt das schon. Und fange ich an zu tanzen. Ja, das ist ja auch so ein Ding, dass man oft das Gefühl hat, wenn Parteien auf TikTok sind, dass sie dann denken, okay, sie müssen irgendwelche Trends mitmachen, wo man sich fragt, okay, ist das vielleicht was irgendwie der Plattformlogik entspricht, irgendwelche Trends aufzugreifen oder wird es dann sehr schnell cringe. Chat würde mich auch mal interessieren, wie ihr das seht. Wo würdet ihr die Grenze ziehen?

00:30:01 Sarah, was sagst du? Bei dem, was authentisch für einen ist. Also wenn jetzt, guck mal, wenn jetzt ein Bundeskanzler, ich musste mir gerade Friedrich Merz dieses eine AI-Edit vorstellen, aber wenn das für jemanden authentisch ist, dass er da tanzt, während er diese Sachen vorschlägt oder während er Werte vermittelt, dann ist das doch okay. Ich finde nur, man erkennt super schnell, wenn irgendwas halt gezwungen ist.

00:30:27 Ja, hier Christoph sieht es genauso, mache einen charakterstarken Account, der authentisch ist. Also das geht genau in deine Richtung. Ich sehe hier noch ein paar andere Beispiele. Leuke sagt zum Beispiel, SPD finde ich zum Beispiel auf Social Media sehr schwach.

00:30:42 Und weil Clara gerade eben Söder sagte, Söder funktioniert aber halt nicht bei jungen Menschen. Ich denke, das muss man auch differenzieren. Ich persönlich finde es cringe, wie Söder Social Media macht, aber er scheint bei älteren Menschen zu funktionieren. Also da vielleicht auch nochmal die Frage, welche Zielgruppen man anvisiert.

00:31:01 Also ich muss da ganz kurz reingrätschen. Ich stelle mir bei Söder halt auch immer die Frage, wie funktioniert das? Also ist das tatsächlich gut, wie das gemacht wird? Weil am Ende des Tages, wenn ich mir die Beiträge von Söder anschaue, also alleine die Like-Kommentar-Ratio, die ist ja auch bei Friedrich Merz zum Beispiel, ist das ja absolut katastrophal. Also das funktioniert, weil sich die Leute darüber aufregen. Und ich finde nicht, also ich finde, das ist ein absoluter...

00:31:27 Das ist nicht richtig, wenn man sagt, dass irgendwas auf Social Media funktioniert, nur weil es viel gesehen wird, sondern es muss, finde ich, auch irgendwo, also Ragebait darf nicht die Endform von Social Media sein, finde ich.

00:31:40 Das ist die Politik ja auch nicht, weil am Ende entscheidet es ja an der Wahlurne. Also sozusagen da ist die Entscheidung dann. Und ich glaube, da würde ich recht geben, da kann man glaube ich als Union gerade sagen, es ist wahrscheinlich nicht so richtig geil, was wir machen. Aber insgesamt ist schon auch bei Social Media für Politiker, glaube ich, so ein bisschen, any publicity is good publicity. Also einfach, du bleibst auch im Gedächtnis mit Aussagen.

00:32:05 Nicht, dass ich das immer teile und es ist auch nicht meine Herangehensweise, aber das würde ich schon sagen. Aber warum hat dann die CDU oder die Union an sich so viele Wählerstimmen verloren in den letzten Jahren? Das habe ich ja gerade gesagt, dass das so ist, weil wir aber insgesamt auch kein gutes Social Media machen. Aber das habe ich ja gerade genau gesagt.

00:32:24 Da würde mich auch mal, Chad, eure Meinung interessieren. Clara, wenn du schon da auch kritische Stimmen der Union gegenüber äußerst und Sarah, du hast gerade eben auch Bundeskanzler Friedrich Merz angesprochen, der ja ein Politiker ist, der ja eigentlich viele Menschen erreichen sollte, auch bei Social Media. Chad, was sagt ihr denn, wenn ihr ihm eine Note geben würdet, von einer Skala von 1 bis 10, 10 das Beste, wo würdet ihr denn das Social Media Game von unserem Bundeskanzler verorten? Würde mich mal interessieren, weil

00:32:53 Chat, wenn ihr die Note vergebt, denkt daran an das Telefonat von Friedrich Schmerz mit dem DFB.

00:33:09 Machst du hier Chat-Beeinflussung? Ich möchte nur die Realität widerspiegeln. Okay, ja gut. Wir gucken mal in die Ergebnisse, aber da sehe ich alles von 1 bis 10. Ich sehe auch ein paar Minusnoten, Leute. Da scheint ihr nicht besonders zufrieden zu sein. 9, 10. Also es gibt auch welche, die sagen, nee, finde ich gut, holt mich ab. Einige Einsen, einige Zweien.

00:33:38 Aber man kann festhalten, also was ich so sehe, es polarisiert. Es geht entweder stark in die eine oder in die andere Richtung, würde ich jetzt mal so festhalten. Was in dem Zusammenhang aber sicherlich auch mit der Person zusammenhängt, was glaube ich auch richtig ist. Ich glaube eine Sache und ich würde mir auch wünschen, dass das Game ein bisschen anders ist und ein bisschen anders funktioniert, glaube ich. Aber ich glaube eine Sache, die man schuldig mehr als nicht vorwerfen.

00:34:05 darf, ist, dass es nicht authentisch ist, was er macht. Aber es ist vielleicht manchmal auch etwas zu authentisch, was da passiert und dann etwas zu wenig doch in Richtung der Plattform, die man halt auch bespielt. Und ich glaube, das ist auch eine schwierige Gratwanderung, die viele Politikerinnen und Politiker selber erleben und kann ich nur in Bezug auf meine eigene Partei am allerbesten sagen, alleine, weil es halt

00:34:29 viele Leute gibt, die auch relativ alt sind und halt auch Männer und die sind da dann irgendwie auch nicht so zu Hause und die tun sich damit echt sau schwer. Also alle Gespräche, die ich führe, sind so ein bisschen, dass man noch nicht mal so richtig weiß, wie man da startet. Und ich glaube, es hat auch viel damit zu tun. Jetzt sind hier sicher auch viele Leute im Chat eben, die jünger sind.

00:34:51 Aber dass man, glaube ich, auch noch nicht so ganz verstanden hat, dass sich die komplette Meinungswelt und wie Meinungen heute entstehen, total verändert haben. Für mich ist zum Beispiel diese Plattform hier so, Sarah, du bist hier irgendwie zu Hause. Für mich ist es hier komplettes Neuland. Also das ist wirklich so.

00:35:07 Ich finde, du machst es aber, dafür kannst du super frei sprechen. Also das Problem, was ich aber sehe, also ja, okay, das fällt ihm ein bisschen schwer, aber dafür hat er halt ein wirklich echt großes Social Media Team.

00:35:22 Das wird doch immer verlangt, dass halt eine bessere Leistung getrennt werden muss. Genau, aber die Person ist natürlich immer noch du. Genau, also voll. Und ich würde in dem Fall, ich kann da überhaupt nicht widersprechen. Ich glaube, es gibt Content Pieces, die sind ganz gut. Ich glaube, es gibt Content Pieces, die sind furchtbar. Und da denke ich nicht nur an irgendwie den Dank an das DFB-Team, sondern ich denke mir auch, wenn du schon bei Wimbledon sitzt, dann...

00:35:48 verdammte Hölle, dreh doch bitte ein Video aus dieser Royal Box und sitz da und sag einfach, wir alle drücken gerade Sachschausfäre für die Daumen und lass nicht irgendwelche professionellen Shots von dir nach Beendigung des Spiels hochladen. Also so nur, es muss natürlich irgendwie auch so sein, dass man als Politiker oder als Politikerin intrinsisch dieses Gefühl hat, das passt jetzt zu mir. Und ich glaube, man muss einfach sagen, er hat das einfach nicht.

00:36:17 Und das finde ich dann halt auch wieder ehrlich, es ist halt nur scheiße, wenn halt der Großteil der Meinungen, gerade bei jungen Menschen, dort entstehen, wo wir dann halt nicht präsent sind.

00:36:27 Ich glaube, der Ansatz ist aber an sich falsch. Also wenn es jetzt zum Beispiel in dem Fall um Friedrich Merz beim Wimbledon, wie heißt die Veranstaltung nochmal? In der Sommerpause, dass die erste Veranstaltung, auf die Friedrich Merz geht, das exklusive Wimbledon Event ist, finde ich auch einfach an sich falsch.

Kooperationen zwischen Creator:innen und Politiker:innen

00:36:40

00:36:49 Die Sommerpause steht ja eh schon in heftiger Kritik an sich. Aber ich glaube, das ist wahrscheinlich thematisch nochmal ein bisschen andere Diskussionen. Wir wollen ja jetzt speziell auch darauf gucken, wie die Politikerinnen und Politiker sich bei Social Media platzieren. Deswegen würde ich da uns mal ganz kurz zurück zur Ursprungsfrage holen. Und wir haben gerade eben schon ein paar Mal viel schon die Linke.

00:37:13 Ist natürlich auch die Sache, wenn man über Inhalte zum Beispiel bei TikTok spricht und Inhalte, die eben viel Reichweite generieren, dann ist man eben bei der Linken und bei der AfD, wenn man sich die Zahlen anguckt, weil die da eben sehr erfolgreich sind. Was würdet ihr denn sagen, was machen die besser als andere Parteien, Sarah?

00:37:31 Die Linke und die AfD, also naja, die AfD macht sehr viel Stammtischgelaber, die hört tatsächlich, also was man der AfD zugute sprechen muss, ist, dass die erkannt haben und das auch annehmen, dass es den Leuten schlecht geht. Und die tun nicht so, als würde es den Leuten eben nicht schlecht gehen oder als so dieses Ding, so nach dem Motto, wir zusammen schaffen das, sondern die schlagen halt irgendwie, also die nehmen tatsächlich einfach auch

00:38:01 oft linkes Gedankengut, vereinfachen das und machen damit, so was kann man übertrieben gesagt, kann man das als Rattenfang bezeichnen.

00:38:08 Und das wird in Stammtisch gelabert, dann in irgendwelchen TikToks gesprochen. Das funktioniert super gut, weil die ersten Leute, die das sehen, lassen sich davon ragebaiten, kommentieren dann, liken das nicht. Es wird mehr Leuten rausgespielt. Wir haben in Deutschland zum Beispiel, also da kann man jetzt auch auf strukturelle Probleme eingehen mit Entnazifizierung zum Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele Leute teilen diese Meinung auch einfach noch.

00:38:32 Es ist super populistisch gehalten und deswegen wird das vielen Leuten vorgeschlagen. Und letztendlich ist es auch das, also Rage-Bate zum Beispiel, wie der Algorithmus funktioniert. Clara, was sagst du? Wie erklärst du dir den Erfolg, beziehungsweise was sollten sich vielleicht auch andere Parteien davon abgucken?

00:38:50 Sie schaffen es einfach, alleine mit den ersten fünf Sekunden in einem Video bei Menschen Emotionen auszulösen. Und es machen beide Seiten genau gleich. Beide spielen mit Emotionen. Und wir, das erlebe ich häufig, es kommt immer, ja, man soll halt nicht polemisch werden. Politik war immer polemisch. Also wenn ich mir jeden von Wehner von früher im Bundestag anschaue, von Franz Josef Strauß, so, dann nehme ich mir, also...

00:39:15 Die Polemik, die haben jetzt nicht die Linkspartei und die AfD erfunden aus sozialen Netzwerken, sondern die war immer ein Teil der Kommunikation politischer Inhalte. Und wenn man sie halt nicht nutzt, Julia Klöckner, unsere Bundestagspräsidentin, auch CDU-Lehrerin, hat gerade ein Interview gegeben vergangenes Wochenende und hat gesagt, ich weiß den O-Ton nicht mehr, aber irgendwie so von wegen, ja, unser Plenarsaal würde zu einem Influencer-Raum verkommen. Und ich denke mir so...

00:39:42 nur weil Reden so beschnitten werden, dass sie halt auch gut für Social Media funktionieren. Wenn du es nicht machst, bist du einfach nur dumm. Da kommen wir gleich auch noch mal genauer drauf auf den Punkt, bevor wir da was vorwegnehmen. Und ich würde gerne noch mit euch beiden auf einen anderen Punkt gucken. Also es scheint etwas zu geben, was da...

00:40:02 Leute richtig machen. Jetzt ist ja eine Möglichkeit auch noch, dass CreatorInnen oder auch Stars, also Leute mit viel Reichweite, sich mit Politikerinnen und Politikern zusammentun. Und da hat sich Vika Reichelt vom Funkformat Vika's Takes mit beschäftigt und wir gucken uns das mal an.

00:40:19 Was ich mir jetzt so für die Linke auftritt, ist für mich erstmal einfach Nachmache. Und damit meine ich jetzt nicht, dass Sarah Wagenknecht massiv besucht hat oder Flair bei Philipp Amthor im Bundestag war oder Robert Havik bei Hand of Blood im Stream saß. Was hier passiert, wirkt auch nicht zumindest wie eine Größe. Halten wir mal kurz an, wir haben gerade eben Hand of Blood gesehen, das war im Bundeswald.

00:40:36 Bundestagswahlkampf Januar 2025. Da war Robert Habeck, damals Vizekanzler, Wirtschaftsminister und Kanzlerkandidat der Grünen, zu Gast bei HENNO. Über 2,5 Stunden lang. Chat, habt ihr das gesehen? Fandet ihr das gut? Also generell, wenn Streamerinnen und Streamer da Politiker eine Plattform geben, was sagt ihr dazu? Sarah, würdest du einen Politiker, eine Politikerin einladen? Wäre das was, wo du sagst, das ist gut oder das bringt vielleicht einen Mehrwert oder sagst du, es geht zu weit?

00:41:02 Ich glaube, das ist einfach nicht so ... Also ja, zu diskutieren vielleicht, aber ich weiß jetzt auch nicht, ob es wirklich eine Politikerin gibt, hinter der ich mich jetzt so voll umständlich stellen würde. Ja, das ist ja auch ein Punkt, wen möchte man dann da einladen und wen gibt man dann die Plattform? Clara, wie siehst du das?

00:41:26 Also ich glaube, bei mir ist es ja kein Geheimnis, wo ich hingehöre, aber ich glaube, ich würde eher Leute einladen, auch zum politischen Diskurs. Ich würde wahnsinnig gerne mal mit AfD-Politikern darüber diskutieren, was sie eigentlich unter konservativ verstehen. Und deswegen, das könnte ich mir schon extrem gut vorstellen, da reinzugehen in den Austausch. Ich würde jetzt nicht irgendwie...

00:41:48 Friedrich Merz nur ein Interview bei mir einladen, um Friedrich Merz irgendwie meine Followerschaft zu bringen, die eh größtenteils wahrscheinlich jetzt eher der CDU nicht komplett abgeneigt sind. Das macht überhaupt keinen Sinn. Aber Reichweiten darüber zu entwickeln und einen Austausch mit anderen

00:42:05 politischen Ansichten zu haben, um die vielleicht auch zu entlarven. Das ist auf jeden Fall etwas, was ich mir selbst vorstellen kann. Okay, also da sehen wir schon die nächsten Formatideen. Chat, ich sehe, ihr habt da unterschiedliche Meinungen. Prof Bumsus, schöner Username, sagt, das ist irgendwie eine Schere, vor allem bei Streamern, die keine Polit-Influencer sind. Also da auch die Frage, wer lädt ein?

00:42:31 Tino sagt, ich finde es gut, weil es ungefiltert ist. Ian Exe sagt, Politiker einladen ist schwierig in Deutschland. Dann auf der anderen Seite, ja, war eine coole Aktion. Klubbemfred Kämme ist sehr kritisch, sagt, nee, ist Müll. Sehr drastisch. Looney Cloud sagt, war halt eher oberflächlich, aber kann man machen.

00:42:55 Also da gehen die Meinungen auseinander. Wir schauen mal noch ein bisschen weiter.

00:43:12 Also auf mich wirkt das wie so eine offizielle Politiker-Empfehlung. Und in den USA gehört die ja schon seit Jahrzehnten zur politischen Kultur. Und es gibt tatsächlich immer wieder Analysen, die nahelegen, dass das den Kandidaten und Kandidatinnen dort bei Wahlen wirklich was bringen kann. Was genau jetzt ihre Strategie ist, das konnte mir Heidi Reichenek höchstpersönlich nicht sagen. Sie meinte, sie sei einfach Fan von Icky Mail und habe sie deshalb zum Beispiel in ihren Podcast eingeladen. Ihre Themen wie Gleichberechtigung, Toleranz und Vielfalt seien ja auch für die Linke zentral. Mein Eindruck ist trotzdem, dass die Linke sich hier langfristig Ickymails Fame abgreifen will. Das Ding ist nur, in den USA hat sie...

00:43:39 Oder lassen wir noch ein Stückchen weiterlaufen? Sich dieses ganze Zusammenspiel von Stars und Politikern über lange Zeit etabliert und gehört viel mehr zur Kultur als bei uns. Und ich bin gar nicht so sicher, wie gut... Das war noch der Punkt, den ich noch hören wollte. Und zwar ist ja so ein bisschen die Frage, jemanden einladen, mit ihm diskutieren ist eine Sache, aber ja quasi auch aktiv Werbung machen ist ja die andere Sache. Clara, was sagst du?

00:44:00 Würdest du sagen, das ist sinnvoll, dass da auch irgendwie Leute klar auch eine Empfehlung aussprechen, also Orientierung geben oder geht das zu weit? Vor allem jetzt auch im Vergleich mit den USA, die das ja anscheinend gewöhnter sind.

00:44:13 Herr Arnum, ich finde es völlig in Ordnung. Also es wäre jetzt total naheliegend, wenn ich sagen würde, nee, ist überhaupt nicht in Ordnung, weil ich auch sagen kann, wahrscheinlich werden zur CDU jetzt nicht unbedingt die größten und coolsten Leute kommen, die irgendwie junge Leute auch hören oder anschauen oder halt auch irgendwie lässig finden. Aber natürlich ist es in Ordnung, weil meine Herangehensweise an die Sache ist, dass Leute sich ihre eigene politische Meinung bilden können. Und vielleicht hören sie auch Heidi Reichenegg und Ikimel im Podcast zu, finden Ikimel eigentlich mega geil und denken sich so, sag mal,

00:44:42 Und ich glaube, das Ergebnis kann es auch sein. Deswegen meine Herangehensweise daran ist, und so mache ich auch politischen Content, ist, ich will Leute eine Perspektive aufmachen, über die sie nachdenken können, aber sich am Ende ihre eigene Meinung bilden sollen. Das ist ein kritisches Denken. Und ich glaube, wenn man das jedem abspricht, dann ist es irgendwie so ein bisschen komisch. Und deswegen finde ich es völlig in Ordnung, dass Icky Mail da endorsed. Ich glaube, das hat ihr jetzt auch nicht nur Fans gebracht. Von daher...

00:45:11 Soll es mir jetzt nichts tun. Sarah, was sagst du zu dem Move?

00:45:17 Ich finde es allgemein ein bisschen schwierig, weil Influencer, gerade Twitch-Streamer, haben eine extrem, also da ist extrem viel parasoziale Beziehung dabei und ich glaube, viele Leute entscheiden sich dann zum Beispiel jetzt, nachdem Hanno Robert Habeck mit reingebrettet hat, halt einfach ohne die Inhalte nachzugucken für diesen Politiker und ich glaube, das entmündigt eher die Leute, anstatt dass sie sich selber damit auseinandersetzen.

00:45:46 Ich würde mich wirklich aktiv widersprechen. Das würde doch bedeuten, dass jeder, der irgendwie Twitch schaut, zu dumm ist, um ein Parteiprogramm zu streamen. Jetzt übertreibe ich ein bisschen und bin total polemisch. Aber das ist doch genau die Aufgabe. Also der kommt da hin, die unterhalten sich zwei Stunden oder zweieinhalb oder auch irgendwie im Podcast zwischen IKIMEL und Heidi Reichenleck ein bisschen kürzer. Und dann denke ich mir doch, jeder mündige Bürger, der sich auch als solcher versteht, der schaut dann halt nach.

00:46:15 Also du hat... Oder informiert sich halt. Und wenn er es nicht will, dann kann ich doch nicht sagen, ja, aber das ist bescheuert, dass Icky Mel das gemacht hat. Dann denke ich mir so, ja, Power-Move von ihr und von Heidi Reichenegg. Ich glaube eher, dass es sinnvoller ist, wenn die Influencer an sich ihre Leute dazu oder ihre Zuschauer motivieren, sich politisch auseinanderzusetzen. Das können die auch ganz alleine. Du meintest ja vorhin, dass Twitch zum Beispiel für dich eher eine neue Plattform ist. Twitch ist und dass Twitch mein Zuhause ist.

00:46:44 Ich kann dir nur wirklich mit Herz sagen, den Leuten, sei es ein Hendo Blatt, sei es ein Monte, sei es ein was auch immer, die übernehmen einfach komplett die Meinung ihres Streamers, hinterfragen das nicht. Also diese parasoziale Beziehung zwischen Streamer und Zuschauer wird auch ganz stark unterschätzt. Ich sag, das ist sehr gefährlich. Also, ja.

00:47:10 Ja, und zum Beispiel in AfDler, also wissen wir auch, dass sie zum Beispiel sich auch, wenn sie ohne einen Streamer, ohne dass ein Streamer die jemals endorsed hat, sich noch nie mit dem Wahlprogramm beschäftigen. Also da sage ich, es ist halt utopisches Denken zu sagen, ja, ja, wenn die den in den Stream sehen, dann gucken die bestimmt mal in das Wahlprogramm rein. Naja, aber das sage ich nicht, sondern das, was ich sage, ist meine Erwartungshaltung ist nicht, dass sie das tun.

00:47:36 Aber meine Erwartungshaltung ist halt von anderen politischen Meinungen, einfach, dass sie diese Räume halt auch füllen, damit es diverse Diskussionsplattformen gibt, bei denen man sich halt informieren kann. Und ich würde sagen, also erstmal gehen wir vielleicht ein bisschen weg von der E-T-Mail oder so, aber jeder Künstler, den man anspricht... Wir können auch mal aus dem Reakt rausgehen an der Stelle.

00:47:57 Aber jeder Künstler, den man abspricht, so ein Endorsement machen zu können, dem spricht man ja irgendwie auch seine eigene freie Meinung ab, sich äußern zu können. Das würde so ein bisschen sagen, auch die Cara, die sollte sich echt zu Thema, keine Ahnung, Transgender, das war das Erste, was mir gerade einfällt, weil ich dazu noch nie was gemacht habe, dazu sollte sie sich nicht äußern, weil ich finde, es passt nicht zu ihrem Profil.

00:48:24 Und Ikimel ist halt Künstlerin, aber sie ist halt auch total politisch und dann soll sie sich halt auch dazu äußern. Und wenn ihre politische Einstellung halt die Linkspartei ist, denke ich mir so, ja, soll sie es machen. Also es ist vielleicht gar nicht meine, aber ich finde es fair. Und jeder, der das anschaut und auch die parasozialen Beziehungen, die sind sicher so, die sind, habe ich auch teilweise Leute auf Instagram, vielleicht nicht ganz so krass, aber ja, dafür macht man es ja, weil man die Leute influencen möchte.

00:48:52 Ich blicke an der Stelle noch mal kurz in den Chat. Ihr habt da auch gemischte Meinungen zu. Peter sagt, na klar, beide profitieren jeweils voneinander. Klassenstandpunkt sagt, wenn Stars mit Politikerinnen gemeinsame Sache machen, dann ist das keine zufällige Begegnung. Das ist immer eine Inszenierung. Die Politik kauft sich Authentizität, der Star kauft sich politische Relevanz und die Arbeiterklasse hat nichts davon. Es geht nicht um Inhalte, es geht ums Image für beide.

00:49:18 Tino sagt, also ich finde es in Ordnung, wenn jeder seine Meinung sagen darf. Jetzt haben sich ja auch Prominente geäußert, was sie von der Politik halten und ich finde das gut, dass man auch die fragt. Und jetzt hier einen interessanten Punkt von Ohaigo. Die Zuschauer übernehmen nicht die Meinung der Streamer, die sind eh einer Meinung, sonst wären sie ja nicht da. Also das ist ja auch so ein bisschen die Frage, wen erreicht man mit dem Content? Erreicht man nicht schon eh die, die der gleichen Meinung sind oder schafft man es tatsächlich, Leute zu erreichen?

00:49:46 die eine andere politische Meinung ist. Glaubt ihr, da gibt es ein Potenzial oder bleibt man eh in der eigenen Bubble, Sarah? Schwierig zu sagen, ja. Ich glaube, ab einer gewissen Größe gibt es tatsächlich auch so Hype-Leute, die halt einfach in den Stream mit reinschauen, weil es zum Beispiel gerade der größte Streamer Deutschlands ist oder sowas. Und ja, ich sage, das ist Ei versus, was kam zuerst, Ei oder Henne? Die Diskussion ist schwierig.

00:50:18 Ja, würde ich auch sagen, aber ich glaube generell, man kann schon neue Leute erreichen. Man kann auch Leute erreichen, die anderer Meinung sind, aber im Zweifel würden die sich jetzt nicht die ganze Zeit irgendwie die Videos von einem reinziehen, wenn sie komplett andere Meinungen haben. Also mir folgen sicher auch Leute von der Linkspartei, aber dann eher um den Content zu monitoren und nicht, weil sie sagen, was die da macht, finde ich echt kontrovers, da habe ich irgendwie Bock drauf.

00:50:46 halt einfach, um zu schauen, ob es irgendwas gibt, worauf man auch mal reagieren kann. Ja, oder auch bei, zum Beispiel bei TikTok, der Algorithmus versteht ja auch, welche Politiker oder welche politische Position findet man vielleicht gut und spielt einem dementsprechend auch Content aus. Ich sehe hier auch gerade noch ein Beispiel, wisst ihr noch, LeFloid ein Interview mit Merkel hatte, das waren Zeiten. Ja, das ist schon eine ganze Weile her. Vielleicht erinnern sich manche noch daran.

00:51:11 Hier kam noch eine Sache und zwar gerade eben auch, als wir über die Union gesprochen haben. Just Noir sagt, das Problem bei der CDU aktuell ist nicht, wie die Inhalte vermittelt werden, also wie die Inhalte vermittelt werden, sondern welche Inhalte vermittelt werden. Und es geht in eine ähnliche Richtung, was The Batman sagt. Sollte man bei Politik wirklich so sehr auf die Personen schauen, geht es nicht auch um Parteiprogramme, Kompetenz, Inhalte, Erfahrung. Also inwiefern kommen denn Themen zu kurz? Also es ist ja die Frage, wie sich die Politiker selbst inszenieren.

00:51:39 Werden die Themen, die im Chat auch euch wichtig sind, genug gesehen, genug aufgegriffen? Chat könnte ja mal sagen, was ihr da denkt, ob das genug vorkommt. Sarah, was sagst du? Siehst du da einen Punkt?

Kritik an politischer Kommunikation der Bundesregierung

00:51:40

00:51:53 Was ist die Frage genau? Also ob du das Gefühl hast, dass die Parteien die Themen der Menschen und der UserInnen da einfach nicht genug aufgreifen, nicht ernst genug nehmen, also dass die da vielleicht gar nicht das Gefühl haben, dass man inhaltlich da so viel Input braucht. Also ich glaube, gerade von den

00:52:18 Ich glaube, dass die Randparteien gerade so viel Erfolg haben, weil die Parteien der bürgerlichen Mitte keinen Zugang zu den Leuten finden, weil die ihre Ängste und Sorgen nicht ernst nehmen. Es wird sich wenig auf den Inhalt oder auf die Lebensrealität der großen Masse konzentriert oder darauf gehört und das ist das Problem.

00:52:46 Also man muss sich ja nur das letzte Reformpaket anschauen, das die Regierung durchgebracht hat. Da bringt es auch nichts, wenn die Leute dann über diese Inhalte TikToks machen. Da fühlt sich dann trotzdem keiner davon angesprochen.

00:53:00 Was sagst du dazu? Also, erstmal ist es offensichtlich, funktioniert Politik über Themen und dann muss man die kommunizieren, so wie sie halt gut kommunizierbar sind. Ich glaube, wir befinden uns in einer politischen Situation, in der es jetzt tatsächlich, glaube ich, nicht ganz auf viele komplexe Fragen, nicht nur einfache Antworten gibt. Und je einfacher die Antworten auf komplexe Fragestellungen sind, desto mehr sollte man sich eigentlich Sorgen über die Antwort machen oder sich relativ sicher sein, dass sie so einfach nicht beantwortbar sind.

00:53:30 Macht die Bundesregierung alles richtig gerade? Ich glaube nicht. Aber würde man in der Situation, wie gesagt, alles richtig machen, indem man irgendwie Lösung A oder B macht? Das glaube ich auch nicht. Aber unabhängig davon, was sie machen, ist ja die Frage, wie es kommuniziert wird und wie es vielleicht auch erklärt wird. Genau, das ist sozusagen der Punkt. Und da würde ich dann echt sagen, hat Sarah vielleicht schon auch einen Punkt zu sagen, man nimmt halt die...

00:53:56 Sorgen und Ängste der Bürger nicht richtig auf, um die dann zu verpacken. Und ich glaube, dass beides aber miteinander schon möglich ist. Auch wenn man am Ende unterschiedliche politische Einstellungen zu den Paketen hat, erreicht die Politik gerade auch viele bürgerliche Wähler nicht, weil sie halt einfach schlecht dazu kommunizieren.

00:54:18 Ist das nur eine Frage von sozialen Netzwerken, das würde ich jetzt auch nicht unbedingt sagen. Ja, Politik hat auch noch ganz, ganz viel damit zu tun. Kann ich selber aus unzähligen Wahlkämpfen sagen, dass man den Bürger auch persönlich wirklich erreicht. Und das ist halt auch eine Schwierigkeit, die nicht immer funktioniert. Und mit persönlich meine ich wirklich ein Face-to-Face-Gespräch, was nicht über einen Bildschirm funktioniert. Aber ja, die Kommunikation ist nicht gut. Punkt. Aber es liegt nicht nur an den Themen.

00:54:47 Also da gibt es... Ja. Sarah, gerne noch kurz. Also wenn du sagst, dass du der Meinung bist oder wenn du glaubst, dass die Politik gerade nicht alles richtig macht, wann ist denn das letzte Mal gewesen, dass du mit einem Vorschlag aus der Politik zufrieden gewesen bist? Also aus der regierenden Politik? Die Rentenkommission, die Vorschläge der Rentenkommission waren gut. Und sie waren, sie sind natürlich hart.

00:55:12 Und sie sind auch nicht für jeden geil. Aber das ist doch einfach Gerontologie und das machen die auch einfach nur, weil der größte Wähleranteil sind halt Renten. Leute, ich glaube, da müssten wir zum Thema Rente, müssten wir wahrscheinlich nochmal einen ganz eigenen Stream machen. Chat, ihr könnt ja mal reinschreiben, falls ihr eins der aktuellen Themen, die gerade so brennen, die die Bundesregierung angegangen ist, falls ihr da nochmal einen extra Stream zu wollt, jetzt eure Chance, Themenvorschläge, was würdet ihr unbedingt diskutieren wollen? Rente wäre vielleicht ein Thema, weil ich glaube, das macht jetzt nochmal ein ganz neues, riesiges Thema auf.

00:55:38 was man da hätte anders machen sollen oder was man daran gut und schlecht findet, ohne euch da jetzt abwürgen zu wollen. Und an der Stelle noch einen Nachtrag zu der Frage, was passiert, wenn InfluencerInnen politische Gespräche oder Gespräche mit PolitikerInnen führen. Joss Corley sagt, viele der InfluencerInnen, die dazu bereit sind, diese Gespräche zu führen, haben einfach nicht die politische Bildung und rhetorischen Fähigkeiten, um zu verhindern, dass diese Gespräche in unkritische Parteiwerbung derailen.

00:56:04 Es gehört einfach einiges dazu, mit Menschen öffentlich zu sprechen, die Medientraining bekommen und das wird total unterschätzt. Und noch eine Sache zum Thema politische Creator. Mina sagt, ich habe zur Wahl die politischen Aufarbeitungen und Interviews von Stay und Freiraum geschaut und fand das sehr schön, da auch in den Austausch gehen zu können, sowohl mit Chats als auch mit den Streamenden und den Gästen gemeinsam solche Sachen erarbeiten, ist sehr hilfreich. Und auf CreatorInnen schauen wir gleich sicherlich auch nochmal genauer. Und an der Stelle.

00:56:33 würde ich mich von Sarah verabschieden. Sarah, vielen Dank, dass du da warst. War sehr schön, dass du deine Meinung geteilt hast mit uns. Danke. Tschüss. Danke dir und wir holen unseren nächsten Gast mit dazu. Chris, hi.

Metathemen und journalistische Creator:innen

00:56:40

00:56:51 Was geht hier? Jetzt. Sehr schön. Geht's dir gut? Mir geht's gut. Was geht bei euch? Ja, wir sind schon mittendrin in der Debatte. Ich stelle dich noch mal ganz kurz vor für alle. Du bist Journalist und Content Creator und du wurdest während des Studiums auf die journalistische Creator-Szene aufmerksam, glaube ich, kann man sagen, und hast angefangen, selber auf Social Media zu experimentieren. Gleichzeitig...

00:57:12 Hast du aber auch die klassische journalistische Ausbildung gemacht, also bist auch Journalist. Und du bist aktiv auf TikTok, Instagram, YouTube. Und eine Zeit lang waren deine Kanäle auch Teil von Funk. Und in deinen Videos geht es immer wieder um aktuelle politische Themen, aber auch viel um Metathemen und Hintergründe. Das heißt, du gehst auch richtig komplexe Inhalte an, versuchst da Hintergründe zu liefern, auf Plattformen, wo es eigentlich darum geht, schnellen Content zu liefern, schnell weiter swipen.

00:57:41 Wie wichtig ist denn da so der Informationsgehalt auf der einen Seite und auf der anderen Seite so Plattformregeln, guter Hook, richtige Ansprache und alles, was so zur Plattformlogik gehört?

00:57:52 Wie passt dein Content da rein? Komplett wichtig. Also man nimmt ja immer an, dass diese ganzen Themen nicht funktionieren. Und dann habe ich mir Gedanken gemacht, wie das dann doch funktionieren könnte. Hat aber auch damit zu tun, was ich selber interessant finde oder die Formen und wie ich selber Sachen interessant finde. Und dann habe ich das dann irgendwie angewandt auf diese Themen, Politik, Sprache, wie spricht Politik und sowas.

00:58:18 Habe aber immer das Gefühl, dass ich das ein bisschen zweckentfremde. Also ich mache jetzt nicht die Hook, weil ich jetzt denke, ich habe jetzt irgendwie die geilste Hook auf der Welt und ich versuche damit, jemanden platt zu machen, sondern was ich dann immer versuche, ist halt irgendwie eine Art und Weise zu finden, einen Hookzweck zu entfremden und dann darüber in diese Komplexität reinzukommen. Was hast du zweckentfremden? Es gibt ja, also man kann ja Debatten sehr platt führen.

00:58:45 Man kann dann eben diese Affektlogik, also das ist ja auch so ein allgemeines Thema, wie funktioniert Social Media? Man sieht halt Reichweite, man sieht Viralität und man geht dann direkt über in Übereinstimmung. Also viele Leute denken halt, das haben viele Leute gesehen, dann stimmen die eben auch viele Leute zu. Ich unterscheide da immer ein bisschen. Also man erreicht viele Leute, aber dann gibt es halt eben so Sachen wie...

00:59:11 Also man löst ein Gefühl aus durch viele Views und sowas, aber dann gibt es halt immer noch dieses hintere, was ich versuche immer zu erreichen, dass die Leute halt irgendwie selber über Dinge nachdenken. Das meine ich damit. Ist das auch so ein bisschen dieses selber über Dinge nachdenken, das, was du bei den UserInnen erreichen möchtest? Das ist mein Hauptziel. Also wenn ich einfach nur Meinung mache und die Leute selber nicht darüber nachdenken, was das für eine Meinung ist, woher ich die her habe oder sowas.

Algorithmen und Content-Logik: Wie Social Media die Politik prägt

00:59:39

00:59:39 dann mache ich meine Arbeit nicht. So, dann bin ich halt kein journalistischer Creator, sondern kann dann halt wie viele andere Meinungscreator. Das ist eine ganz andere Geschichte. Und das ist ja das Negative beim Algorithmus. Also es wird ja eigentlich gar nicht unterschieden zwischen, beziehungsweise man sieht den Unterschied eigentlich gar nicht zwischen Meinungscontent und recherchiertem Content und versteht das, glaube ich, meistens erst im Nachhinein.

01:00:07 Lass uns doch da einmal kurz rein. Wir klären noch eine Frage, weil du gerade Meinung und Inhalt ansprichst. Lass uns da gleich nochmal drauf kommen. Noch eine schnelle Frage zum Klären, weil ich glaube, die können wir schnell abarbeiten. Neff Nuxus fragt, was meinst du mit Hook? Also das Ding ist, im Social Media Feed nach drei Sekunden oder sowas schalten die meisten Leute ab, weil es die meisten Leute nicht juckt. Also man erreicht gar nicht mehr Leute, sondern man fängt die Leute eher ab, indem man so eine Hook platziert.

01:00:34 oder eine Rutsche. Also man fängt irgendwie, man macht irgendwie ein Bild auf und sagt irgendwie Friedrich Merz, bla bla bla, Friedrich Merz funktioniert natürlich, weil das alle irgendwie im Kopf haben. Und darüber kommen dann die Leute in ein Video rein und ab so, was weiß ich, 30 Sekunden oder sowas.

01:00:52 kann man davon ausgehen, dass die meisten Leute drin bleiben oder sowas. Aber man muss am Anfang, weil Social Media, soziale Medien sind es ja eigentlich am Ende gar nicht mehr. Es ist ja eigentlich am Ende des Tages so eine Art Fernsehlogik. Also du selbst durch, du scrollst dein Feed durch und du bleibst da hängen, was dich in den ersten paar Sekunden anspricht. Genau, also das, was dich quasi dranbleiben lässt, könnte man verkürzt sagen.

01:01:16 Anstelle. Lasst uns doch mal, ich überlege, in welche Richtung wir gehen, einmal auf, vielleicht gucken wir nochmal, weil Clara es gerade eben angesprochen hat und solange Clara noch da ist, auf den Bundestag. Und zwar gibt es da eben, Clara hat es schon angesprochen, diese Theorie, dass eben Social Media da mittlerweile auch sehr beeinflussend wirkt, was im Bundestag passiert. Die Tagesthemen haben sich Ende Mai diesem Thema auch gewidmet und da schauen wir mal rein.

Social Media als Einflussfaktor auf parlamentarische Debatten

01:01:44

01:01:44 Liebe Zuschauer im Saal, bei YouTube und auf X. Ihre Fragestellung offenbart so vieles. Sie wurde nämlich offensichtlich gestellt, um auf Instagram und auf TikTok zu funktionieren. Die Bundestagspräsidentin, selbst sehr gern auf Instagram, findet Politik braucht die Plattformen. Hallo zusammen, es ist wieder Dienstag, Fraktionssitzung. Diesmal habe ich etwas Schokolade dabei. Die Leute sind online, aber es könne auch zu weit gehen.

01:02:07 Es gibt Debatten, da ist absehbar, dass vieles eigentlich nicht für die Zuhörerinnen und Zuhörer gemacht ist, sondern für die eigenen Echokammern. Und das dient nicht der Qualität der Debatte. Abgeordnete Sahn. Clara, jetzt würde mich deine Meinung dazu interessieren. Du hast es vorher schon angesprochen. Würdest du sagen, diese Entwicklung ist ein Problem? Nee. Schlecht die Hände im Gesicht zusammen? Nee, das macht mich auch so wahnsinnig wütend. Also erst mal.

01:02:36 Es gibt massive Nachteile von sozialen Netzwerken und ich glaube, die meisten Leute wissen auch über diese Nachteile bekannt. Aber es gibt einen massiven Vorteil sozialer Netzwerke und es ist die direkte Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern an der parlamentarischen Demokratie und an der Demokratie als solches. Und deswegen ist sozusagen die Art und Weise, wie kommuniziert wird, die ist heute einfach komplett anders als noch vor 30 Jahren. Und der Bundestag war damals anders aufgestellt.

01:03:04 Wie gesagt, ich habe es vorhin ganz kurz gesagt, jeder, der heute seine Reden im Bundestag am Ende nicht so hält, dass sie auch für die Preise, Master auf sozialen Netzwerken funktionieren, der macht selber, also meines Erachtens wirklich drastisch gesagt, ist er einfach ein bisschen zu dumm, um diese Funktionalität auch zu seinen Gunsten zu nutzen.

01:03:24 Und würde ich mir wünschen, dass Parteien, die ganz rechts und ganz links außen am Rand agieren, sozusagen nicht nur mit plumpen Thesen und mit einfachen Antworten auf komplexe Fragen, wie eben erwähnt, antworten. Ja, aber das heißt nicht, dass man nicht aus der bürgerlichen Mitte heraus einfach sich aus dieser Funktionalitäten annehmen sollte. Also ich halte diese Aussage für wirklich massiv falsch, zumal Jungener Plöckner selber zum Glück auch sehr präsent auf sozialen Netzwerken ist und glaube ich auch, dass gar nicht so...

01:03:53 super schlecht macht. Von daher ist es eine klassische These aus meiner Partei, die ich wirklich in jedem Gespräch widerlege. Okay, Chris, jetzt würde mich interessieren, wie siehst du denn diese Entwicklung? Also gibt es da irgendeine Grenze, wo es für dich zu weit geht, wo du sagst, da ist auch irgendwie die Debatte im Bundestag nicht mehr so zielführend, wenn es nur noch darum geht, guten Content nebenbei für TikTok zu generieren? Ich finde das die Art und Weise, wie man darüber nachdenkt.

01:04:20 Also die, klar war mancher gerade, es ermöglicht parlamentarische oder demokratische Teilhabe und das ist ja immer die Frage und ich glaube meiner Meinung nach sind halt auch viele Bundestagsgebatten halt Einbahnstraßen. Also dann macht man einen viralen Clip und dann schreibt man seine Rede für diese Viralität und das Problem bei Content an sich, also wenn man sich da ein bisschen Gedanken macht, ist, dass Content immer so eine Art von Selbstzweck hat, also wodurch funktionieren Plattformen?

01:04:49 Ich glaube, es ist halt eigentlich immer egal. Also natürlich hat die auf Plattformen wie X oder sowas, der Algorithmus wird dann da angepasst oder sowas, damit Elon Musk seine ganzen Witze verkaufen kann. Aber eigentlich glaube ich, dass es meistens unerheblich ist, dass wie ein Algorithmus eingreift, sondern ich glaube, dass diese Logik, dass man halt irgendwie für Viralität schreibt und diese, die sind doof und die anderen sind auch doof, dass das immer ganz gut funktioniert und das aber...

01:05:17 diese andere Richtung, also was ich eben vorhin meinte, dass diese Einbahnstraße, dass da kein Rückkanal ist, nur weil da viele Leute zu kommentieren, weil man am Ende auch irgendwie ein bisschen in seiner Bubble bleibt.

01:05:30 Vielleicht ein Punkt, der in dem Zusammenhang jetzt in Bezug auf den Bundestag auch immer wichtig ist. Man fragt sich ja, wofür sind eigentlich diese Leute in dem Bundestag gewählt? Und es ist nicht, um sozusagen eigentlich über Politik so primär zu kommunizieren, sondern eigentlich, um gute Politik zu machen. Also sie sollen dieses Land voranbringen. Und deswegen finde ich es tendenziell auch in Ordnung, dass in der...

01:05:52 in der sich Kommunikation verändert hat, halt auch das primäre Kommunikationsmittel innerhalb des Bundestags, und das sind nun mal Reden im Bundestag, halt auch genutzt werden, um diese neuen Wege zu gehen und sich der Algorithmen und sozusagen den Plattform-Arithmetiken, ob wir die mögen oder nicht, ist halt eine ganz andere Sache, aber sie existieren nun mal, sich denen halt auch anheimzunehmen.

01:06:14 Ehrlicherweise, ich bin gar nicht so undankbar über Politikerinnen und Politiker, die ihre Reden nutzen, weil ich denke mir, dann könnt ihr die andere Stunde, die ihr eigentlich noch nutzen würdet, um Videos zu drehen, bitte machen, um gute Politik zu machen und eure Argumente zu schärfen. Das darf ja auch nicht zu kurz kommen. Genau. Und eigentlich sind es Politiker, die machen inhaltliche Arbeit und keine Social Media Videos.

01:06:37 Ich würde wirklich fast sagen, nutzt die Reden im Bundestag bitte. Die sind eigentlich ursprünglich mal gewesen, um eine Audience innerhalb des Plenarsaals zu erreichen. Mittlerweile gehen sie weit darüber hinaus. Aber dann nutzt bitte auch den Rest des Tages, um nicht noch irgendwie anderthalb Stunden weitere Content-Pieces sozusagen zu drehen, sondern auch bitte wirklich mit den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes auseinandersetzen, mit den Themen, die wir auf dem Tisch haben. Und überlegt euch, wie man die lösen kann und bereitet bitte.

01:07:05 Themen, Argumente und Papiere vor, die dann wieder in einem Plenarsaal diskutiert werden könnten. Bevor Chris, noch ein kleiner Hinweis, weil hier gerade die Frage aus dem Chat kam. Alexis fragt, ob er oder sie Mika schon verpasst hat. Nein, hast du nicht verpasst. Und erlaube ich mir eine elegante Überleitung. Wenn ihr nichts mehr von uns verpassen wollt, könnt ihr auch gerne mal reinfolgen. Wäre doch jetzt ein guter Zeitpunkt.

01:07:33 So, da muss man auch mal Werbung für sich selber machen, so an der Stelle. Christo wolltest du darauf eingehen? Ich glaube, die Frage ist, oder was ich manchmal hinterfrage, ist, was ist Performance und was habe ich davon? Also dieses ganze Thema Personenkult in der Politik wird ja auch dadurch immer größer. Ich meine, das ist jetzt, alles sind Creator, Personen, alle gucken halt irgendwelchen Leuten zu, alle gucken irgendwelchen Streamern zu oder sowas. Aber ist das dann wirklich die erhebliche Sache, die halt in so einem Bundestag eben auch stattfinden muss?

Funktionen von Politik auf Social Media: Nutzung oder Selbstzweck?

01:08:02

01:08:02 jemand halt eine geile Rede gehalten hat, aber es war immer Personenkult. Sorry Chris, aber es war immer, immer Personenkult. Angela Merkel wurde doch nicht sozusagen zur Bundeskanzlerin gewählt, weil sie CDUlerin war. Es geht in der Politik immer, immer um Personen und um Gesichter. Und natürlich sozusagen, also...

01:08:26 Ich glaube, es funktioniert halt nur so. Wie funktionieren Medienmarken heute? Die funktionieren auch über Content Creator und über Gesichter. Ob das eine Entwicklung ist, die man immer so mega gut findet, das ist eine andere Frage. Aber es ist halt so. Also, dass es quasi gar keine neue Entwicklung ist und nicht erst seit Social Media. Sorry, genau. Aber in der Politik würde ich wirklich sagen, es ist eins zu eins so.

01:08:49 Das sowieso nicht. Leute, wir gehen mal ganz kurz an der Stelle aus dem React raus, weil ich sehe, wir haben einen Community-Gast, der zu uns kommen würde. Wenn mich nicht alles täuscht, dann würden wir hier einmal jemanden mit dazu holen. Gucken wir mal. Einen wunderschönen guten Abend. Bei mir bist du, man hört dich, bei mir bist du sehr verpixelt. Aber heute Abend wundert mich nichts mehr. Stell dich doch mal kurz vor, bitte.

01:09:36 Ist ja heute Abend gar nicht so unwichtig. Ah, Moment. Hensch, bevor du loslegst und dein Take los lässt, der Chat sagt, ich glaube, wir haben wieder ein Tonproblem. Ah, Mist. Ich glaube, wir versuchen es nochmal im Hintergrund.

01:10:03 Okay, ich höre gerade, wir haben heute ein Problem, oder Stream, anders gesagt, nicht wir haben ein Problem, sondern Streamtogether hat ein Problem. Deswegen scheint das nicht richtig zu funktionieren. Leute, es tut mir total leid, aber Hensch, mich würde total freuen, schreib doch einfach deinen Take bitte nochmal in den Chat, damit wir darüber diskutieren können. Tut mir leid, wenn das technisch nicht funktioniert. Streamtogether, das Tool, scheint da irgendwelche Probleme zu haben, die wir nicht nachvollziehen können. Also gib das gerne nochmal in den Chat.

01:10:32 Genau. Und ansonsten steht, wir haben es gerade eben schon angedeutet, unser nächster Gast schon in den Startlöchern. Clara, vielen Dank, dass du da warst. Es war sehr schön, dass du deine Meinung mit uns geteilt hast. Danke dir. Danke, dass ich dabei sein durfte. Viel Spaß noch. Tschau. Schönen Abend. Tschau. Tschau. So. Und wir holen unseren nächsten Gast mit dazu. Das ist Mika. Hallo. Guten Abend.

01:11:00 Yes, man hört dich. Guten Abend. Guten Abend. Alles gut bei dir? Ja, soweit. Doch. Bei mir funktioniert technisch alles. Also bei mir ist es entspannt. Sag das nicht so laut. Sag das nicht so laut. Wir wollen es nicht beschreien. Aber gut. Ich kann mir noch in meinem Kabel wackeln, dann ist auch meine Kamera weg.

01:11:21 Wir könnten auch alle einfach mal kurz uns nicht bewegen und dann denken alle, es wäre erstaunt. So, Mika, ich stelle dich auch noch mal ganz kurz vor für alle. Du bist Moderator, Produktionsleiter und Co-Founder von Social Proof. Da setzt ihr verschiedene Projekte um zur digitalen Bildungs- und Präventionsarbeit und eben mit dem Fokus Mentale Gesundheit junger Menschen. Und ein Teil eurer Arbeit ist eben auch, du streamst gemeinsam mit Elias Jessen hier auf Twitch. Dabei reagiert ihr auf aktuelle Influencer, Internetthemen, gesellschaftliche Themen und ordnet das Ganze.

Content-Standards: Journalismus vs. politische Influencer:innen

01:11:48

01:11:48 psychosozial und politisch ein und du beschäftigst dich eben viel mit gesellschaftspolitischen Themen. Oh, Krogmann, vielen Dank für den Raid. Schön, dass ihr alle da seid. Kommt rein, macht es euch gemütlich. Vielen Dank dafür. Ich freue mich über alle, die dazugekommen sind. Wir sprechen hier gemeinsam über das Thema Politik auf Social Media. Also, was machen PolitikerInnen?

01:12:11 Richtig oder falsch? Welche Inhalte kommen an? Welche Rolle haben politische Influencer oder CreatorInnen heute? Was guckt ihr gerne? Was kommt bei euch an? Was sind vielleicht auch so die Kritikpunkte, die es da gibt? Über all das diskutieren wir gerade. Wir haben uns schon einiges abgearbeitet. Und jetzt gerade haben wir hier Mika in der Runde begrüßt. So, und ich hätte mich nicht besser vorstellen können. Das passt ziemlich gut zusammen durch.

01:12:32 Danke schön. Ja, das ist doch schön. Am schlimmsten sind, glaube ich, immer so in Vorstellungsrunden, irgendwo wurde mal eine Sache geschrieben und dann wird in jeder Vorstellung das wiedergegeben, so diese Halbwahrheiten, die sich da irgendwie durchziehen. Aber schön, dass du da bist, so. Jetzt nochmal der Vollständigkeit halber. Mika, wir haben es vorhin schon mal angesprochen, dass Teile der Politik immer noch denken, dieses Social Media Game, das ist nur für junge Leute, das macht man mal so nebenbei. Wie ist denn dein Eindruck, was das angeht?

01:13:03 Also erstmal ist es ja einfach nicht wahr. Also wir haben einfach nicht nur 14-Jährige auf Social Media, das ist einfach Statistik. Da kann man gucken, dass genauso auch die ältere Generation auf Social Media ist. Auch TikTok ist mittlerweile nicht mehr einfach nur junge Menschen. Ich glaube, das sieht man auch genügend in irgendwelchen Kommentarspalten. Die kommentieren ja auch unter Klarnamen und sowas. Also ich würde jetzt nicht sagen, dass sie dasselbe Knowledge über Internet haben.

01:13:32 Aber trotzdem sind auch die älteren Herrschaften in den Social Media Eta irgendwo auch vertreten. Ja, das zeigen ja auch die Zahlen. Also bei TikTok ist ja der Großteil mittlerweile über 25. Also das hat sich ja auch wirklich ein bisschen geändert über die Jahre, muss man sagen. Ja, sonst wäre es auch einfach nicht so wichtig für die Politik, sind wir mal ehrlich. Also demografisch machen einfach die jungen Leute auch einfach nicht so viel aus. Heißt, die Politik setzt auch da Energie rein, wo sie die Leute...

01:14:01 bekommt, die sie auch wählen können. Und in Deutschland sind das vor allem die älteren Generationen. Und deswegen zu sagen, wir machen so viel Energie, wir setzen so viel Geld ein, um auf Social Media die 14-Jährigen zu erreichen, die noch nicht mal wählen dürfen, das wäre einfach nur doof. Und das wissen die auch, dass da nicht nur die jungen Leute sind. Und wenn Politikerinnen und Politiker da Social Media als Plattform

01:14:26 oder als Plattformen, muss man ja sagen, nicht ernst nehmen? Gibt es da eine Gefahr, die du dahinter siehst?

01:14:33 Es ist halt so, dass Social Media ist ja jetzt nicht einfach so, was aus dem Himmel gefallen ist, was so krass anders ist eigentlich als andere Sachen, sondern es ist einfach eine neue Art, ein neuer Weg zu kommunizieren. Also wenn man sich mal anguckt, also man könnte auch in die Parallele ziehen zu, okay, es gab Zeitungen und dann plötzlich kam das Fernsehen und wer als Politiker sagt, nee, da gehe ich nicht rein, ich mache keine Talkshows, ich versuche da nicht in die Nachrichten zu kommen oder sowas.

01:15:01 der hat es halt einfach nicht verstanden. Genauso ist es bei Social Media. Es verändert sich einfach, wie man die Leute erreicht und wo man die Leute erreicht. Aber als Politiker hat man meiner Ansicht nach auch die Pflicht, sich da hinzusetzen und den richtigen Kommunikationsweg auf die richtige Art und Weise zu nutzen, um im besten Fall einfach aufzuklären über die eigene Politik oder auch einfach für die eigene Politik zu werben. Und dann funktioniert das so bei uns.

01:15:26 Sehr schön. Also da ist auf jeden Fall noch, würde ich sagen, noch ein bisschen Luft nach oben, dass das besser funktioniert. Ich sehe gerade im Chat, hat Hensch mal seinen Tag reingepostet, der gerade eben kurz bei uns war. Ich würde das nochmal reinreichen. Okay, ich versuche mich kurz zu halten. Es geht nicht um Inhalte. Weniger als 17 Prozent nehmen vor einer Wahl überhaupt Kurzwahlprogramme oder Wahl-O-Maten wahr.

01:15:52 Aber auch das ist egal. Politiker behaupten Sachen, die ihnen Stimmen bringen. Danach sind sie Verwaltung des kapitalistischen Systems. Sachzwänge des Systems geben Inhalte vor. Inhalte, Moment, jetzt ist hier gesprungen, Inhalte würden These, Argument, Beispiel erfordern, aber das, Moment, jetzt ist der, weil der Kommentar so lange wieder rausgeflogen, Moment, ich lese es kurz zu Ende vor. Wo waren wir? Moment.

Die Macht der Plattformentwicklung und Demokratiefähren

01:16:00

01:16:21 So, ich muss ja einmal kurz die Technik, meine Bildschirme muss ich immer ausschalten. Also, Inhalte würden These, Argument, Beispiel erfordern, aber das passiert nie. In Talkshows wird ohne Basis Ragebait und Werbung verteilt, aber um Inhalte geht es doch nie. Und er ergänzt noch, wenn wir Inhalte wollen oder was vorher schon so oft gefordert wurde, dass das Land vorankommt oder Freiheit oder Demokratie, was übrigens inhaltslose Begriffe sind, die

01:16:47 viel gut Stimmung erzeugen, dann müssen wir den Kapitalismus und deren Verwaltung überwinden. Im Kapitalismus gibt es Klassen und deren Widersprüche und es wird sich immer für die herrschende Klasse entschieden, auch das ist belegt. Also das an der Stelle. Möchte einer von euch beiden da noch etwas darauf eingehen? Das ist in Teilen das, was ich ansprechen wollte. Also bei einer politischen Debatte ist immer die Frage,

01:17:08 Was ist jetzt Performance? Wo führt man die Debatte, um eine Debatte zu führen? Und wo sind halt eigentlich die wesentlichen Sachen? Wo sind die wesentlichen Inhalte? Wo kann drüber... Also man sieht das ja auch zum Beispiel beim Bundeshaushalt. Worüber kann wirklich entschieden werden? Das ist den meisten Leuten gar nicht so bewusst, dass der Handlungsspielraum von der Bundesregierung gerade ziemlich klein ist. Und dass deswegen halt eben so eine Form von...

01:17:33 die Rentendebatte oder sowas, die Rentenkommission und solche Geschichten halt einfach. Warum ist das denn so? Warum wird dann halt so ein Kürzungspaket verabschiedet oder ein Rentenkommissionspaket? Ist, weil der Handlungsspielraum halt relativ klein ist. Aber es werden trotzdem riesige Debatten geführt, als wäre alles verhandelbar. Und das sind so Sachen, die man immer hinterfragen muss. Und die Frage ist auch immer, wie attraktiv ist der Inhalt? Also wie verpackt man das?

01:17:57 wie interessant ist das für die Leute, weil es ist halt immer einfacher, einfach über, also das, was ich gerade gesagt habe, die sind doof und wir sind besser und wir machen die besseren Inhalte und überhaupt, alles irgendwie doof ist halt immer einfacher, als halt irgendwie sich dieser Komplexität zu stellen und das halt irgendwie in den Mittelpunkt zu setzen. Und das ist so eine Schieflage, die ich glaube ich halt öfter mal wahrnehme, wenn ich anfange, mir Sachen anzuschauen oder Sachen so durchzulesen.

01:18:26 Und manchmal beschäftigen wir uns mit Dingen, die gar nicht so relevant sind, weil es halt einfach für die Politik eine geile Debatte ist. Ja.

01:18:38 Also da eine Schieflage, die du da siehst. Ich habe hier noch eine Faktenfrage, eine kurze Abfrage. Vielleicht, Mika, magst du es selber beantworten. Welche Berufsausbildung du hast? Das interessiert hier noch Killer-Virus. Ja, okay, aber die hast du ja auch. Ich habe Philosophie und Wirtschaft studiert im Bachelor. Meinen Master habe ich erfolgreich abgebrochen, aber um auch ...

01:19:05 dann die Arbeit auf, die präventive Arbeit zu machen. Meine zwei Kollegen bei Social Proof sind bei Elias, mit dem ich vor der Kamera bin, Psychologe und Schroom, ich glaube, der ist gerade nicht im Chat, unser Hauptmod, der ist auch Psychologe. Und so machen wir dann unsere psychosoziale Aufklärung. Gut, dann haben wir die Frage auch beantwortet. Wir haben vorhin schon mal ganz kurz, Chris, du hast es angesprochen, was so

01:19:30 Meinung, Information angeht und ja auch ein bisschen die Frage, welche Standards sollte man an CreatorInnen und Creator anlegen. Da würde ich jetzt gerne ein bisschen mit euch drauf schauen. Was journalistische Standards sind, das ist für viele ja wahrscheinlich erstmal auch sehr abstrakt und wir wollen jetzt keine Sorge, wir machen jetzt hier keine Journalismusvorlesung draus. Aber vielleicht können wir mal so ein, zwei Sachen klären, damit dann irgendwie alle irgendwie auf dem gleichen Stand sind.

01:19:55 Und ich weiß, natürlich kann man jetzt nicht alle Creatorinnen und Creator über einen Kamm scheren. Das ist auch klar. Das wollen wir ja auch nicht. Aber Chris, du bist ja Journalist und vielleicht kannst du mal kurz so ein konkretes Beispiel nennen, wo du sagst, wo sich vielleicht die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten unterscheidet im Vergleich zu vielen Creatorinnen oder Kreaturen. Alles, was ich sage, hat eine Quelle. Also irgendwo ist es hinterlegt. Ich beziehe mich auf irgendwas. Ich glaube, das ist so das Transparenteste, was ich habe.

01:20:22 Also ich meine, ich keine Ahnung, damals, als ich bei Funk war, war ich glaube ich mit so der Erste, der oben links immer so eine Quellenzahl hatte und dann in der Videobeschreibung steht dann, wo ich das her habe. Das macht Simplicissimus so, das machen die guten Leute, die guten Journalisten und Creators in den USA machen das auch so und das wird halt einfach Standard sein. Und das ist halt einfach ein Mehraufwand, den dir eigentlich niemand bezahlt. So, du machst das, weil es...

01:20:49 für dich korrekt ist, weil ich das so gelernt habe. Aber man kann es genauso gut ohne machen. Und das Video funktioniert wahrscheinlich auch genauso gut, beziehungsweise, was weiß ich, vielleicht besser, weil man weniger Zeit darauf verwendet hat und man ist halt in dieser News-Wilde besser drin. Aber das ist so eine Sache, mit der ich mich beschäftige, weil ich halt einfach finde, dass das wichtig ist. Und ich habe immer das Gefühl, dass es halt auch ein bisschen so die Kommentare, keine Ahnung, Kommentare gehen ist.

01:21:17 dadurch viel besser, weil man kann sich dann die ganzen Sachen durchlesen, wenn man will. Also es ist halt immer, wenn ich meine Sache richtig mache, dann guckt jemand da rein und kopiert den Link und macht so einen Browser auf und so. Und dann werden dementsprechend dann immer ein bisschen so die Diskussionen besser. Aber es ist halt jetzt... Also alles muss belegbar sein, ist quasi ein Punkt, der den Unterschied ausmacht. Chat, wir wollen jetzt mal aufs Thema...

01:21:43 Und auf einen journalistischen Grundsatz gucken, den es ja auch gibt, und zwar, dass man Meinung und Information voneinander trennt. Ist ja quasi auch eine Sache, die man da beachten sollte. Und nee, noch nicht.

01:21:55 Leute, ich wollte fragen, was ihr denkt, wie viel Prozent sind das? So, jetzt haben es natürlich alle schon gesehen. Was denkt ihr denn, wie viel Prozent sind es? Also es geht um Folgendes. Die Landesanstalt für Medien NRW hat im Zusammenhang mit der Bundestagswahl 2025 1000 Beiträge von den 98 Reichweiten stärksten Accounts analysiert von.

01:22:18 PolitikerInnen, also wie sie es nennen, Gemeind-Content-CreatorInnen, die auf TikTok und Instagram regelmäßig politisch relevante Inhalte posten. Ausgeschlossen wurden offizielle Accounts von Parteien, PolitikerInnen und Politikern, sowie Journalisten, JournalistInnen oder auch für Medienhäuser tätige Influencer. So, der Chat. Und jetzt ist halt die Frage.

01:22:38 Bei dieser Untersuchung wurde geguckt, in wie vielen von den untersuchten Beiträgen wurde Information und Meinung nicht klar voneinander getrennt. Ja, 10 Prozent. Was haben wir noch? 42. Ja, ich brauche euch jetzt nicht fragen, was eure Schätzung ist. Wir blenden die Grafik nochmal ein, würde ich sagen.

01:22:56 So, und das Ergebnis ist, dass bei den Beiträgen 59 Prozent beweisen eben das auf, dass Meinung und Information nicht klar voneinander getrennt sind. In dem Fall bezieht sich das zum einen auf partielle Vermischung, aber auch eben auf eine klare Vermischung. Aber das wird eben durcheinander geworfen. Wenn ihr diese Zahl seht, überrascht euch das, Mika.

01:23:20 Nö. Ich finde auch, politischer Influencer ist so ein Begriff, der so ein bisschen weich ist. Ich finde zum Beispiel, wie Chris schon gesagt hat, Chris hat seine Quellen in der Beschreibung drin und das ist auch wichtig, weil seine Rolle ganz klar journalistisch ist. Ich möchte mich bei einem guten Journalisten darauf verlassen können, dass ich da nochmal die Quellen nachgucken kann, wenn ich möchte. Oder er sich zumindest die Arbeit gemacht hat, die Quellen einmal aufzulisten, dass ich es könnte, wenn ich denn wollte.

01:23:49 Politische Influencer heißt dabei nicht unbedingt Journalist und dann ist es auch vollkommen okay, wenn sich so Meinung und Inhalt einfach oder Informationen vermischen, weil man im Zweifel auch für eine bestimmte Sache kämpft. Also und das ist auch okay. Also es ist quasi ein falscher Anspruch. Ja, also es kommt drauf an.

01:24:12 Politischer Influencer kann journalistisch sein und wenn das der Anspruch ist, dann sollten da auch Quellen dahinter sein. Bei uns zum Beispiel, wir haben natürlich auch einen wissenschaftlichen Anspruch, deswegen haben wir alle studiert, wenn es um Psychologie geht, haben wir sogar Psychologen oder sogar zwei Psychologen, die das alles halt lange gemacht haben und auch ihren Doktor in der Charité machen, da sind wir ganz gut aufgestellt. Und trotzdem gibt es natürlich bei uns auch normative Aussagen, also etwas, was nicht einfach ist, sondern was sein soll.

01:24:40 Es ist nicht so, dass wir genug Therapieplätze haben. Wir sagen, es sollte mehr Therapieplätze geben. Dann ist das nicht einfach eine Information, wo wir jetzt eine Quelle bereitstellen. Natürlich könnten wir das zu den Forderungen von irgendwelchen Kammern oder anderen PsychologInnen. Aber es reicht auch, wenn wir einfach sagen, aufgrund unserer Expertise, unserem Wissen, sagen wir, es sollte mehr Unterstützung in der psychosozialen Landschaft geben.

01:25:08 Da ist es auch okay, wenn man da keine Quelle hat. Und das ist dann unsere Aufgabe. Und deswegen muss man immer gucken, welche Rolle nehme ich in der Gesellschaft und auch dann auf Social Media ein. Und je nachdem muss ich mich nach der Rolle auch verhalten, meiner Ansicht nach.

01:25:26 Ich sehe, aus dem Chat kommt eine etwas andere Meinung, Mika, und zwar 3Sternburg sagt, ich denke nicht, dass faktenbasierte Argumentation nur für journalistische Influencer gelten sollte. Ich finde, dass das genereller Standard sein sollte. Chat, Jan, dann könnt ihr auch mal sagen, was denkt ihr denn, sollten journalistische Standards auch für CreatorInnen gelten, beziehungsweise würdet ihr es wünschen, dass das mehr berücksichtigt wird? Chris, was sagst du?

01:25:48 So wäre das in einer perfekten Welt, wo alle miteinander gut kommunizieren. Aber so ist es ja nicht. Also Leute reden einander vorbei, Leute wollen halt einfach ihre Meinung platzieren. Also es wäre natürlich wünschenswert oder sowas, aber auf der anderen Seite, mich verpflichtet auch niemand dafür. Also ich mache das, weil ich es machen möchte. Also ich habe jetzt keine Organisation, die sagt, du musst das jetzt gerade so machen.

01:26:14 Und das gibt es auch nicht. Das wird es, glaube ich, auch gar nicht geben. Also wer weiß, wo sich das alles hin entwickeln wird. Natürlich wäre es toll, wenn alle sich an irgendwelche Standards halten. Aber das Internet ist auch immer noch ein bisschen so Wild-West.

01:26:32 Also es teilt sich ein bisschen so auf in seine Lage, aber am Ende ist es halt immer noch, mach was du willst. Ich glaube auch, Quellen angeben ist ja nicht das einzige Zeichen für faktenbasierte Argumentation. Also ich würde trotzdem behaupten wollen, dass die Argumentationen, die wir zum Beispiel im Stream nennen, alle faktenbasiert sind. Aufgrund zum Beispiel von dem Psychologen, der neben mir sitzt, wenn es dann um Psychologie geht.

Erreichbarkeit vs. Qualitätsverlust: Potenziale politischer Social-Media-Arbeit

01:26:59

01:26:59 Was ich nur sagen möchte, ist, wir können nicht denselben Anspruch an alle erheben wie an Journalistinnen. Das würde auch so ein bisschen vergessen, dass Journalismus ein Handwerk ist, was man lernen muss. Was nicht einfach so einem zufliegt und was man mal auf den Nachmittag plötzlich lernt. Und wenn ich dann zwei Quellen genannt habe, dann ist das schon ausreichend journalistisch gearbeitet. Natürlich kann das eigentlich jeder lernen. Es ist ein Handwerk und Menschen sind fähig, Sachen zu lernen.

01:27:26 Und trotzdem, wenn jemand seine Meinung auch ins Internet packt, dann muss das nicht immer mit einer Quelle versehen sein. Aber natürlich wünsche ich mir, dass da nicht gelogen wird oder auf irgendwelchen Falschinformationen gearbeitet wird. Also klar, auch wir als psychosoziales Aufklärungsmedium, sage ich mal, würden uns sehr wünschen, dass es weniger Quatsch zu ADHS auf TikTok gibt. Das käme uns sehr entgegen.

01:27:56 Auch da geht es, es geht einfach um, was wird gesprochen und wer spricht gerade und danach muss man so seine Ansprüche anpassen, um auch irgendwo realitätsnah zu sein. Aber Mika, wenn du sagst Wunschdenken, Chat, ihr habt da auch ein paar Wünsche. Faktenbasierte Argumentation sollte allgemein gelten, ob Influencer oder nicht. Bori dann sagt, es sollte generell mehr faktenbasiert diskutiert werden, aber die Leute setzen Meinung mit Fakten gleich. Also da aber auch der Wunsch, der da mitschwingt.

01:28:26 wo auch ein sehr schöner Name, Prokrastinatus Longus sagt, glaube, das kann man nicht erwarten. Aber es sollte klarer und ehrlicher gesagt werden, wann etwas Meinung ist und recherchierter nachprüfbarer Fakt. Leuk sagt, finde Meinung und Fakten beide relevant, aber sie müssen unbedingt als solche gekennzeichnet werden. Also da auch der Wunsch. Und Emma sagt,

01:28:46 Moment, ich lese noch schnell den vor, dann könnt ihr gerne. Ich glaube, das kommt darauf an, was man sich auf die Fahne schreibt. Wenn der Anspruch politische Bildung ist, sollte man sich schon an gewisse Standards halten und faktenbasiert arbeiten und Infos einordnen. Wenn man eher einen Unterhaltungscharakter hat, kann das meiner Meinung nach weniger Gewicht tragen, sollte aber gegebenenfalls gekennzeichnet werden. Also da die Frage, definiert man das selber, weil da gibt es ja theoretisch auch ...

01:29:12 bestimmte Vorgaben, was den Medienstaatsvertrag angeht und wann sind journalistische Inhalte journalistische Inhalte. Also da gibt es zum Beispiel, es wurde 2020 ausgeweitet, der Medienstaatsvertrag, dass die journalistische Sorgfaltspflicht eben auch auf Online-Only-Angebote ausgeweitet werden kann. Und da wird zum Beispiel eher danach geguckt.

01:29:34 werden regelmäßig Nachrichten oder politische Informationen quasi gesendet, angeboten, geschäftsmäßig angeboten, den anerkannten journalistischen Grundsätzen entsprechen oder Nachrichten vor Verbreitung auf Inhalt, Herkunft und Wahrheit zu prüfen. Also genau das wäre dann quasi der Anspruch. Also da ist so ein bisschen die Frage, definieren die Leute das selber oder wird das eben von außen definiert? Aber es wollte gerade eben noch jemand was von euch sagen. Ja, ich glaube, Leute...

01:29:59 Wir müssen ein bisschen aufpassen mit den Begriffen, weil Meinung und Fakt steht sich nicht diametral gegenüber, als das eine ist falsch und das andere ist wahr. Es gibt zwei Fragen, die man stellen kann. Was ist und was sollte sein? Das nennt man in der Philosophie deskriptiv und normativ. Und das ist ein wichtiger Unterschied. Wenn es um deskriptive Sachen geht, also einfach um die Frage, was ist, was hat stattgefunden in einem bestimmten Teil der Welt,

01:30:28 oder in Deutschland, was ist der aktuelle Stand einer Diskussion zum Beispiel. Das ist eine Faktenfrage. Obviously sollte das faktenbasiert sein. Und im besten Fall basieren auch Meinungen, also quasi Aussagen über das, was sein soll, auch weitestgehend auf Fakten. Aber irgendwann kommt man eben zu diesem normativen Teil, wo man sagt, was sein soll. Dafür gibt es dann keine Fakten mehr. Das ist dann eine Meinung, das ist dann eine Überzeugung, die da mitgeteilt wird.

01:30:57 Und genau die kann man eben nicht mit einer Quelle versehen, außer man bezieht sich eben auf jemand anderes, der das schon gesagt hat. Aber das sind zwei unterschiedliche Dinge. Und bei Influencern zum Beispiel ist es häufig die normative Geschichte. Also ob es ein Stay oder auch ein Drakon sind, da ist ganz viel faktenbasiert, wenn es um die Frage geht, was ist. Aber sobald dann die Frage gestellt wird, und was...

01:31:23 ziehst du daraus, was möchtest du daraus ableiten, wie wir weitermachen sollten, dann sagen die, aufgrund dieser Faktenlage bin ich der Überzeugung, wir sollten das tun. Das sind zwei unterschiedliche Bereiche. Im Journalismus gibt es auch irgendwie den Diskurs, beziehungsweise diese Debatte um, wir machen jetzt Fact-Check-Formate und wir retten damit die Demokratie. Und das funktioniert an sich immer eigentlich gar nicht, als halt auch eben das, was Michael gerade meinte.

01:31:51 außer Acht lässt und viele Dinge halt einfach nicht so darstellt, wie sie eigentlich funktionieren in der Öffentlichkeit und sowas. Dann haben wir einen kleinen Exkurs gemacht, auch nochmal, was Fakt und Meinung angeht.

01:32:06 Ein Punkt, auf den wir bisher noch nicht so stark geguckt haben, ist die Rolle der Plattformen. Nef Nuxus sagt da zum Beispiel, die Macht der Plattformen können wir auch mal diskutieren. Nervt mich stark, dass Zuckerberg an meinem politischen Diskurs verdient und er auch noch darauf Einfluss nehmen kann.

01:32:22 Wie stark dieser Einfluss eventuell sein könnte, fällt auch auf, wenn man sich ein paar Zahlen anguckt. Und zwar gibt es da eine Analyse der Bertelsmann Stiftung. Und wir schauen mal kurz rein. Die haben sich nämlich die Parteien angeguckt, wie viele Inhalte die machen und wie sie ausgespielt werden.

01:32:40 Genau. Und da wurden offizielle Partei-Accounts, 1763 Accounts an der Zahl, analysiert. Und es wurde geguckt, die Parteien, wie viele Videos laden die hoch? Also das seht ihr links. Und rechts seht ihr, wie viele dieser Videos landen denn tatsächlich auch im Feed der Userinnen und User. Und wenn man sich diese Zahlen anguckt, dann sieht man zum Beispiel, die Linke ist für 9,7 Prozent der hochgeladenen Videos verantwortlich.

01:33:08 Bei den Leuten im Feed kommen aber 27,6 Prozent an. Also das heißt, das wird extrem gut ausgespielt. Gleiches Prinzip bei der AfD. Und im Vergleich dazu, wenn man sich anguckt, die CDU ist für 17,1 Prozent der hochgeladenen Videos verantwortlich. Im Feed sind es nur noch 4,9 Prozent, die sich da finden. Und auch bei der SPD sind es deutlich weniger im Vergleich. Also, Chad, könnt ihr ja mal reingeben. Jetzt nehme ich die Frage.

01:33:34 Liegt das am besseren Content oder verzerrt hier tatsächlich auch ein bisschen die Plattform, die Wahrnehmung und wie gut die Parteien hier ankommen? Chat, was sagt ihr? Schreibt mal eine Eins rein, wenn ihr sagt, es liegt am Content und eine Zwei, wenn ihr sagt, es liegt an der Plattform. Also welche Macht hat die Plattform? Chris, was sagst du denn?

01:33:53 Ich glaube, auf der einen Seite hat man natürlich dann Einflüsse, man hat das ja auch irgendwie so gesehen, in den letzten zehn Jahren, da gab es ja auch dieses Cambridge Analytica und solche Fälle bei Facebook. Das waren Demokraten und Republikaner in den USA, aber was da halt auch passiert, ist halt einfach, die Parteien wie die AfD sind halt auch ein bisschen so einfach da reingeschlittert. Also die hatten Glück, dass das so funktioniert, dass sie jetzt auf Social Media sind.

01:34:21 Debatten jetzt eben über Social Media geführt werden. Also die haben halt einfach akzeptiert, wie das Format zu funktionieren hat, wenn du auf Social Media sein musst. Du musst nicht professionell sein, musst nicht recherchiert haben, kannst halt eben, was ich vorhin auch schon meinte, das ist halt dieses Hook-Ding. Und der Hook funktioniert besser, wenn du sagst, ich finde jetzt Friedrich Merz scheiße oder erkläre dir jetzt warum. Da werden die Leute hellhörig und nicht...

01:34:47 Wir haben uns jetzt ganz viele Gedanken gemacht, was der Konsens sein könnte und wie wir jetzt effektiv Politik machen. Das funktioniert so rein von diesen kommunikationswissenschaftlichen Sachen, die wir haben, einfach viel besser. Es gibt so Sachen wie Negativity Bias, das kann mir bestimmt auch alles besser, dass Leute immer negativen Sachen zuhören.

01:35:14 Auch so Sachen, wie oft veröffentlicht man etwas, also dieses Rehensensie-Bias, wie oft hört man etwas und dann fängt man es langsam an zu glauben. Am Ende sind wir immer noch Menschen und das ist auch ein bisschen, was ich öfter auch im Journalismus vermisse. Viele im Journalismus kommen aus diesem Kommunikationswissenschaft-Bereich, aber wenn es dann um Journalismus machen geht, haben es viele vergessen, was dann im Studium passiert und wie man Leute erreicht und sowas und das habe ich nie verstanden.

01:35:41 warum man sich nie darüber Gedanken macht, was eigentlich funktioniert und was die Wissenschaft gesagt hat und wie eigentlich so richtig guter Journalismus funktionieren würde, wenn man jetzt sagt, ich habe mir diese Studie durchgeguckt und sowas. Also Randparteien, die sagen können, ich bin anders als die anderen, es funktioniert halt einfach viel besser. Und Hass und solche Geschichten.

01:36:06 dass sowas gut funktioniert, das deckt sich auch mit dem Kommentar von Buridan, der sagt, ja, die Videos der Ränder sind stärker, weil der Algorithmus radikale Positionen pusht. Ich habe auch sehr viele Zweien gesehen, die die Plattform als Grund sehen. Zani sagt, ja, die Ränder vertreten halt extremere Positionen und sind deshalb attraktiv für den Algorithmus. Das geht in die gleiche Richtung. Und Elli hat noch eine Beobachtung. Jess wollte auch gerade mit reingeben, dass der Algo

01:36:33 auch eine Rolle spielt bei der ganzen Sache, bekomme super viel AfD-Content zum Beispiel. Und auch hier, ich denke, das liegt ganz stark an den Algorithmen. Also ihr seht da, Chad, ihr seht da auch die Plattform in der Verantwortung. Mika, wie siehst du denn, wie viel Macht haben denn da die Plattformen und ist das vielleicht auch ein Problem, wie viel Macht sie haben? Also wenn man ehrlich ist, haben die die ganze Macht, weil die schreiben bei den Algorithmus. Die tun immer so, als wüssten sie nicht, wie der Algorithmus funktioniert. Da hat man aber einfach keinen Einblick.

01:37:01 Die haben die größte Macht. Jetzt tut man auch immer so, dass Social Media so eine krasse Demokratieförderung ist, weil da kann jeder posten und jeder viral gehen und auf der einen Seite stimmt das und auf der anderen Seite hat sich einfach der Gatekeeper verändert. Es sind jetzt keine Redaktionen mehr, sondern es ist halt der TikTok-Algorithmus oder es ist auch vielleicht ein bisschen verkürzt, also auf Twitch.

01:37:27 Ist ja auch eine Social Media Plattform, da ist dann der Algorithmus Einfluss ein bisschen weniger. Das ist einfach der, der mehr Zuschauer hat, ist halt einfach weiter oben. Aber bleiben wir mal bei TikTok, so dass die können auch entscheiden, wie sie ihren Algorithmus programmieren. Natürlich können die auch entscheiden, ob Sachen viral gehen, ob welche, ob was ge-shadowbannt wird oder was auch immer. Am Ende hat man keinen Einblick. Wir hatten mal einen Blick in den X-Algorithmus, das ist jetzt aber auch schon wieder veraltet.

01:37:56 Also eigentlich ist das alles eine Blackbox. Jetzt kann man natürlich so ein bisschen durch Trial and Error und ein bisschen, wie Chris auch schon so angesprochen hat, Psychologie versuchen, das ganze Ding ein bisschen zu dribbeln. Und ich glaube, da ist auch nochmal ein Grund, warum Linke und AfD mehr ausgespielt werden, obwohl sie weniger posten. Wir haben einfach gelernt, das zu tun. Also vielleicht sind das die Themen, die denen auch in die Hände spielen. Und gleichzeitig haben wir einfach krass viel...

01:38:24 reingesteckt in die ganze Arbeit. Also die Linke hat krasse Teams, die AfD ist Head of the Curve seit langem. Die haben auch Leute mobilisiert, ob das jetzt alle Spots sind oder echte Menschen. Auf jeden Fall sind die ganzen Kommentarspalten voll mit blauen Herzen und das fördert natürlich die Interaktionsrate und sowas. Aber ja, es ist ein wichtiger Punkt zu sagen. Plattformen, auf denen wir stattfinden, sind undemokratisch. Das sind Firmen, die von wenigen Leuten geführt werden.

01:38:52 und wo wir keinen Einfluss haben und wo auch, selbst wenn die EU bestimmte Regeln einsetzen möchte, es irgendwie noch nicht so richtig hinkriegen, die auch wirklich durchzusetzen. Und auch Donald Trump schon angekündigt hat, dass wenn man gegen X und Co. richtig vorgeht, dann gibt es halt sogar politischen Ärger. Muss man, glaube ich, noch ein bisschen austrähen, wie man damit umgehen möchte.

01:39:17 Auf jeden Fall auch ein Thema. Chris, bevor wir dich gleich verabschieden, würde mich noch von dir interessieren, was glaubst du denn, Thema Politik auf Social Media, wo bewegen wir uns hin? Jetzt wurde gerade die USA auch schon wieder angesprochen, die da glaube ich auch ein Faktor ist. Also was glaubst du, wenn du so einen kleinen Ausblick geben magst?

01:39:33 Das ist immer die Frage. Also wir haben das ja auch anfangs gehabt mit den Bundestagsdebatten und wie werden die geführt und wie werden die gestellt und wie sehen die am Ende aus. So ein Algorithmus und Social Media ist am Ende auch ein bisschen so ein großer Erzieher. Also alles, was nicht hockt, existiert nicht oder kommt nicht durch. Politik ist dann nur noch... Übrigens auch eine gute Hook. Alles, was nicht hockt, existiert nicht. Das wäre auch eine gute Hook. Also alles ist immer Konflikt.

01:40:02 Wir haben einen konstanten Konflikt, weil Konflikt funktioniert halt einfach. Skandale, also Karam hat ja auch vorhin, Personenkult war schon immer so. Ja, aber es wird halt auch härter. Also der Personenkult wird noch härter als vor 20 Jahren, wo die Oma gesagt hat, ich finde den einen Typ so toll oder die eine Frau. Jetzt wird es halt einfach...

01:40:25 passieren auch noch so Sachen. Was ich aber auf der anderen Seite halt auch sehe, ist, dass auch sehr viele Leute darauf reagieren, dass sich das auch Leute nicht gefallen lassen und dass auch viele Journalisten sagen, wir müssen auch was ändern an unserer Arbeit und wie wir eben, wie Journalismus zu funktionieren hat, also ich, journalistischer Creator, würde jetzt sagen, ein bisschen so Deutungsjournalismus, also dieses Ganze, ich übersetze jetzt Politik für

01:40:54 für die normalen Leute und was in deinem Alltag ist Politik und was kann man verändern und was nicht. Und dann gibt es halt noch diesen institutionellen Journalismus, ich gehe irgendwo hin und das, was Mika meinte, so Gatekeeper, ich schaffe jetzt eine Information oder sowas. Ich glaube, es gibt diese Deutungsjournalisten, die jetzt irgendwie zusammentragen aus 40 Jahren, was weiß ich, Wissenschaft, Bundestag. Das muss man gerade wissen, um das zu verstehen, was gerade los ist.

01:41:22 Und ich glaube, das kommt so langsam, aber man arbeitet dann immer gegen den Algorithmus und gegen die Plattform und surft nicht wie die anderen auf so einer Welle, sondern... Das vielleicht ein bisschen schwieriger ist. Das ist ein bisschen schwieriger. Aber ich hoffe, dass mehr Leute es nachtun und dass das immer wieder wird. Der Wunsch an der Stelle. Bevor Mika, bevor du deinen Ausblick uns verrätst,

01:41:50 verabschieden wir uns von Chris. Chris, vielen Dank, dass du da warst. War schön. Danke dir. Schönen Abend euch noch. Und Chad auch. Ciao. Ciao. Mika, du bleibst noch ein bisschen bei uns. Und Chad, wenn ihr noch eine Frage habt an Mika, haut die gerne rein. Dann stelle ich die auch sehr gerne. Ja, also jetzt an dich die Frage. Was glaubst du denn, wo geht es denn? Du hast gerade eben schon Plattformen angesprochen und so. Was ist so dein Take?

01:42:16 Das ist eine gute Frage. Jetzt ein bisschen in die Glaskugel schauen. Also ich kann ja nur falsch liegen.

01:42:25 Wenn man jetzt einfach auf so Plattformen guckt, dann haben die ein Interesse, die wollen halt Geld verdienen. Und das macht man halt, indem man Sachen verkauft oder Werbung verkauft. Und damit Werbung geguckt wird, muss man Leute auf der Plattform halten. Und aktuell ist der Modus da Entertainment. Also ich glaube auch, dass wenn man so in dieser Journalismus-Politik-Bubble drin ist, dann hat man auch ein sehr verkürztes Wissen über Social Media, weil

01:42:53 Ich habe es auch schon häufiger genannt, Bibi Blocksberg und Bares Ferraris gehen regelmäßig viral und die müssen nicht gegen irgendwen hetzen, die müssen nicht haten oder irgendwelche krassen Hooks in Form von Ragebait haben. Die sind einfach nur funny und einfach entertaining. Und das gibt es immer hauptsächlich auch auf Social Media. Also ob es YouTube ist, Twitch ist, ob es TikTok ist.

01:43:18 Es sind nicht die großen Politikleute, die die größten sind. Natürlich gibt es das phasenweise, dass das mal so ist. Aber die größten sind Entertainer. Und da auch gut drin zu sein, bedeutet auch, ohne Ragebait zu funktionieren. Also natürlich haben wir auch TikToks, natürlich haben wir auch Inhalte, wo sich Leute vielleicht ein bisschen dran reiben können. Aber grundsätzlich ist sich für mentale Gesundheit einsetzen erstmal nicht hatebar.

01:43:42 Aber wir bieten halt Leuten irgendwo eine Hand und sagen, hey, wir können dir helfen, wir können dir Wissen an die Hand geben, aber gleichzeitig...

01:43:52 hoffe ich zumindest, dass wir einigermaßen entertaining sind. Und das bringt dann auch Leute zu uns und die bleiben dann auch. Und ich hoffe, dass es so ein bisschen in die Richtung geht. Und dass auch Politik nicht immer das Einfachste nimmt. Also so Ragebait ist, finde ich, auch so mit das Einfachste, was du nutzen kannst, um Aufrufe zu bekommen. Aber auch vorher als Sarah und Clara da waren, ging es auch darum, ja, aber was ist denn überhaupt das Ziel? Also ist das Ziel, jetzt eine Million Klicks auf mein Video zu haben?

01:44:19 Und damit aber rein gar nichts verändert zu haben, weil es ging um Bratwurst. Oder nehme ich die 200.000 Views, aber dafür habe ich Leute mobilisiert, sich für die richtige Sache einzusetzen, wählen zu gehen, whatever. Und da einfach nochmal neu zu denken, was ist mein Ziel und wie kann ich das richtig erreichen, ist natürlich mehr Arbeit. Aber wenn man ehrlich ist, den Anspruch habe ich auch an die Politik, dass die sich da auch die Arbeit macht.

01:44:48 ihre Politik richtig zu kommunizieren. Vielleicht mehr ein Hoffnungsschimmer als eine Vorhersage. Und zum Thema, wie wir Social Media sehen, kam hier noch von Zani die Anmerkung. Ich weiß aber nicht, ob man Social Media hier anprangern soll. Wenn früher jemand auf dem Marktplatz gezaubert hat, sind die Leute auch hingegangen. Das stimmt, aber der Zauberer auf dem Marktplatz hat jetzt halt nicht mehr nur den Marktplatz, sondern der kann buchstäblich die ganze Welt erreichen. Das ist was Gutes auf der einen Seite.

01:45:15 Weil so Perspektiven ja auch, also zum Beispiel migrantische Perspektiven, queere Perspektiven, die können dann ins Internet gebracht werden und ganz viele Leute sehen die und das ist was Wundervolles. Aber wenn es um eine flache Erde geht, kann das halt auch Millionen Leute erreichen. Das ist vielleicht nicht so förderlich. Aber ja, also ich bin auch immer vorsichtig. Also ich checke, dass...

01:45:42 die Plattformen nicht alleine schuld sind. Es geht auch darum, wer was postet. Aber ich werde jetzt nicht die großen Plattformen in Schutz nehmen, dass die da noch schon alles richtig machen. Also meiner Ansicht nach ist da noch extrem viel Verbesserungspotenzial, um unser gemeinsames Zusammenleben besser zu gestalten, hätte ich gesagt.

01:46:02 Da ist auf jeden Fall noch viel Potenzial. Ich sehe eine Frage aus dem Chat. Killer Virus fragt mal eine ernst gemeinte Frage. Was würden wir eigentlich verlieren, wenn wir dieses Ziel in den sozialen Medien nicht mehr verfolgen würden? Außer den endlosen Diskussionen, die oft zu keinem sichtbaren Fortschritt führen, sehe ich aktuell nur wenig konkreten Nutzen. Wäre es nicht sinnvoller, unsere Zeit und Energie in Maßnahmen zu investieren, die tatsächlich etwas bewirken, anstatt immer wieder dieselben Debatten zu führen? Mich interessiert, wie ihr das seht. Wie siehst du das?

01:46:32 Social Media ist nicht nur Diskussion, die zu nichts führt. Das ist eine Maßnahme. Ich will nicht zu viel Eigenwerbung machen, aber wir machen Präventionsarbeit auf Social Media. Wir kriegen regelmäßig Nachrichten darüber, dass Leute jetzt endlich einen Therapieplatz gefunden haben und dass wir denen geholfen haben, da hinzukommen. Man hat endlich geschafft, den Ausbildungsplatz fertig zu machen. Man hat das Abi geschafft und so. Und unser Stream hat da geholfen.

01:46:59 Das heißt, auch wenn Politikerinnen und Politiker zum Beispiel Content machen, wäre das auch eine Maßnahme in deinen Augen? Ja gut, bei Politikern muss man nochmal gucken, welchen Content sie dann machen. In erster Linie ist das Kommunikation der eigenen Linie wahrscheinlich. Aber Politik auf Social Media ist ja größer als nur Politiker. Wenn man auf Polit-Influencer guckt zum Beispiel, ich habe super viel Bildungsarbeit über Social Media bekommen. Ich bin schlauer geworden dadurch, dass ich guten Menschen gefolgt bin. Das ist natürlich irgendwo Ansichtssache, aber ich...

01:47:28 Ich folge zum Beispiel, wenn man die Fakten-Debatte nochmal auf macht, folge auf vielen Journalistinnen auf Social Media, von denen ich unglaublich viel gelernt habe, von denen ich neue Perspektiven bekommen habe und dadurch bin ich schlauer geworden. Und ich hätte das nicht müssen wollen. Hätte ich Social Media nicht gehabt, hätte ich diese Perspektiven vielleicht nie gesehen und wäre jetzt nicht an dem Punkt, wo ich bin. Und deswegen würde ich da Social Media als Konzept nicht verteufeln. Das kann sehr, sehr viel Gutes machen. Ich glaube, dass...

01:47:56 wie der Algorithmus funktioniert, wie auch Politik die Social Media Plattform nutzt, häufig motiviert sind, es vielleicht nicht ganz so schön zu nutzen. Aber das kann sehr gut genutzt werden. Das ist im Zweifel vielleicht ein bisschen anstrengender. Lass uns doch nochmal drauf gucken, wie das auch positiv genutzt werden kann. Und zwar gibt es da eine Befragung, auch von der Bertelsmann Stiftung, die Leute gefragt haben,

01:48:21 was für Potenzial Inhalte von PolitikerInnen auf Social Media denn haben. Und 49 Prozent sagen, diese Inhalte sind gut für Menschen, die sich eigentlich nicht für Politik interessieren. Also diese Aussage stimmen 49 Prozent ziemlich oder voll und ganz zu. Was ich mir jetzt gefragt habe, ist das jetzt Wunschdenken oder ist da tatsächlich auch ein Potenzial, da Menschen zu erreichen, die sich eigentlich gar nicht für Politik interessieren? Was denkst du, Mika?

01:48:51 Ja, so mal so. Es kommt halt auf den politischen Inhalt an. Ich glaube, grundsätzlich mal Zugang zu haben zu den zumindest offiziell kommunizierten Linien von Politikern ist erstmal was Gutes. Und ich glaube, da ist Social Media auch gar nicht so anders. Wenn man jetzt an die Zeitung zurückdenkt, dann ist die auflagenstärkste Zeitung nicht die Süddeutsche unbedingt, sondern die Bild.

01:49:16 hat auch, ich formuliere es mal so, hat auch immer sehr dolle getitelt mit Dingen, die vielleicht auch aufregen. Und ja, okay, Bild ist keine Zeitung. Ihr checkt aber die Aussage, Leute haben schon immer gerne zu dem gegriffen, was sie halt emotional ergriffen hat. Und da war die Politik auch schon vor Social Media nicht groß anders.

01:49:42 Natürlich kann man jetzt nochmal argumentieren, ob Social Media ist jetzt nochmal schneller, ist nochmal verkürzter, ist nochmal reißerischer vielleicht. Aber ja, grundsätzlich, ich meine, wir kommen nicht drum rum. Wir leben in einer parlamentarischen Demokratie. Wir müssen uns in irgendeiner Weise, wenn wir teilhaben wollen an diesem System, einigermaßen schlau machen, was die Politiker und Politikerinnen irgendwie machen wollen, sagen, umsetzen. Und dann kommen wir nicht drum rum, diesen Inhalt zu konsumieren.

01:50:11 Und jetzt ist halt die Frage, sind die Plattformen da der richtige Ort? Und wie gesagt, Plattformen haben sehr viel Verbesserungspotenzial. Aber es ist auch so ein bisschen so eine Diskussion für nichts, weil es passiert so oder so, ob wir das jetzt gut finden oder nicht. Das Einzige, was wir machen können, ist die Plattform ansprechen und sagen, oder auch zu Dingen zwingen, macht mal das, setzt mal das um.

01:50:35 Ich glaube, den Politikern zu sagen, macht mal liebere und tollere Inhalte, ich glaube, das wird nichts, weil die sind halt auch gezwungen, irgendwo, die sagen dann, ja, ich muss ja aber für den Algorithmus und sowas.

01:50:48 Das ist natürlich dann die Frage, um nochmal zur Ausgangsfrage zurückzukommen, ob man Leute erreicht, die sich gar nicht für Politik interessieren. Dazu sagt Kirschi, nee, würde ich nicht sagen, weil diese nicht das einsortieren können, was da gesagt wird. Meistens hat man aber schon innerlich eine Haltung und dann durch soziale Medien wird es bestätigt und dadurch wird man dann radikalisiert. Also eher eine pessimistischere Sicht.

01:51:10 Vielleicht zum Abschluss, wir haben jetzt ja heute Abend auf Social Media geguckt und Social Media ist ja jetzt nicht gleich Social Media. Also da gibt es ja eine ganze Bandbreite und klar, man könnte jetzt auch sagen, dass wir das heute hier ein bisschen verkürzt haben und uns da auf bestimmte Plattformen fokussiert haben. Vielleicht öffnen wir den Blick zum Schluss noch einmal kurz. Was würdest du denn sagen, wenn du auf andere Plattformen guckst, also sei es jetzt Discord, Telegram, welche Funktionen haben die denn für politischen Dialog oder Dialog zu politischen Themen?

Plattformendemokratie? Die Bandbreite politischer Kommunikation im Netz

01:51:38

01:51:38 Also Twitch ist natürlich die geilste Plattform überhaupt. Ich glaube, da sind wir uns einig. Da brauchen wir nicht drüber reden, oder, Chat? Ich finde wirklich, was bei Twitch gut ist, ist erstmal...

01:51:53 Es ist halt super lang und der Austausch ist direkter. Das muss nicht unbedingt gut werden. Aber ich glaube, so diese Vorwürfe von Verkürztheit oder auch der Algorithmus zwingt einen zu irgendwas, ist weniger da. Gleichzeitig gibt es aber natürlich Trends, was gut funktioniert auch auf Twitch. Das ist dann weniger Algo-based, das ist aber dann einfach, Leute reagieren halt. Also leider sind Menschen auch nicht perfekt und konsumieren einfach die Inhalte, die sie spannend finden. Und dann funktionieren auch manchmal nicht so schöne Dinge.

01:52:23 Aber, also ich mag Twitch an der Stelle.

01:52:27 Wir auch. Ja, was natürlich, ich glaube, was du auch schon gut gesagt hast, ist, Social Media ist erstmal nicht Social Media und man vergisst häufig ganz viele Plattformen, die nicht klassischerweise als Social Media verstanden werden. Und da sehe ich zum Beispiel auch ein Telegram. Ein Telegram ist super spannend, weil, also eine größere Bubble-Bildung kannst du gar nicht kreieren. Du hast da eine Gruppe, wo Leute, die gleichgesinnt sind, reinschreiben und sich immer weiter bestärken.

01:52:57 Genau das passiert. Und gleichzeitig kann man aber auch wahrscheinlich auf keiner Plattform so viel über bestimmte Bubbles lernen wie auf Telegram. Aber es ist auch ein Ort, der wenig überwacht wird. Das ist auf der einen Seite gut. Also wir wollen ja nicht, dass alle unsere Chats überwacht werden. Auf der anderen Seite, wiederum findet da auch viel Radikalisierung statt. Es ist kein Wunder, dass während Corona oder auch während anderen oder auch jetzt bestimmte Gruppierungen gerne auf Telegram chillen.

01:53:24 Wäre wahrscheinlich auch nochmal ein ganz eigenes Thema für sich. Genau, richtig. Also da muss man auch wirklich auf die einzelnen Plattformen gucken. Ich glaube, alle Plattformen haben unterschiedliche Probleme. Aber was ich halt durchziehe, ist halt das, was ich gesagt habe, der Mensch ist halt nicht perfekt. Er klickt auf Dinge, die er spannend findet.

01:53:45 Es gibt einfache Wege, etwas spannend zu machen und es gibt aufwendigere Wege, es spannend zu machen und leider ist zum Beispiel Rage-Belden ein relativ einfacher Weg, Dinge spannend zu machen.

01:53:57 Ich glaube, das fasst es ganz gut zusammen. Mika, vielen Dank, dass du da warst. Es war sehr schön, dass du mit uns diskutiert hast. Ich danke dir sehr. Danke, danke. Gerne wieder und ich habe mich gefreut, eingeladen worden zu sein. Und liebe Grüße an alle im Chat. Ich sehe die ganzen Namen auch von uns. Sehr schön, sehr schön. Übrigens, hier, folgt uns mal rein. Wenn ihr es noch nicht tut, wäre... Rede mal. Mal ARD folgen jetzt. Genau, wenn du das sagst, kommt das natürlich nochmal anders, als wenn ich das sage.

01:54:26 Ich weiß nicht, ob ich bei euch unseren Running Gag, bei uns gibt es immer einen Klicker, wenn man reinfolgt, aber das ist vielleicht, ich weiß nicht, ob ich das jetzt bei der ARD mache. Klicker, vielen Dank dir. Danke, dass du da warst. Ciao.

01:54:42 So, Chat, wie fandet ihr es auf einer Skala von 1 bis 10? Habt ihr was mitnehmen können? Eins ist nicht so gut, 10 ist das Beste. Sagt doch mal, wie ihr den Stream heute fandet. Wir freuen uns ja immer über euer Feedback. Wir wollen ja besser werden. Gebt auch gerne mal rein, falls euch irgendwas gefehlt hat oder ihr noch was ausführlicher diskutiert hättet, sagt gerne Bescheid.

01:55:06 Ich sehe eine 4 und dann will ich direkt wissen, Recruit, warum? Was hat dir gefehlt? Würde mich interessieren. Ich sehe auch eine 10, das freut uns natürlich sehr. Mika hat es rausgeholt, ja. Eine 8 und eine 9,5 können wir auch gut leben. Mindestens eine 14. Das geht runter wie Butter. Aber Leute, wir wollen wie gesagt auch eure Kritik und was ihr vielleicht anders euch wünscht.

01:55:38 Schreibt gerne mal rein. Ah, Tino sagt zum Beispiel, über Politik kann man immer sprechen, das muss öfter thematisiert werden, zumindest auf solchen Plattformen wie Twitch. Also da vielleicht auch der Wunsch, dass wir häufiger politische Themen angehen. Nef Noxus sagt, ich habe ein paar Dinge gelernt und über einiges werde ich noch etwas nachdenken. Ach, das ist schön, wenn ihr was mitnehmt und euch da vielleicht noch ein paar Gedanken länger beschäftigen.

01:56:13 Das freut mich sehr. Ja, sehr schön. Und vielleicht verweise ich an der Stelle nochmal kurz auf das, was am Samstag hier läuft auf dem Kanal. Da gibt es nämlich...

01:56:26 Vom Tigerenten-Club-Angebot das große Streamer-Battle. Darin treten acht Streamerinnen und Streamer an als Team Frösche und Team Tigerente. Ihr kennt das vielleicht noch aus eurer Kindheit. Und in Originalspielen aus dem Tigerenten-Club wird dort gegeneinander angetreten. Sie spielen um Spenden für die Kinderhilfsaktion Herz und Sache. Und das Beste, ihr, Chat, ihr könnt die Wettgämpfe live beeinflussen und teilweise auch selbst mitspielen. Also lohnt sich mal reinzugucken. Knips ist mit dabei. Phoebe, Chef Strobel, moderiert...

01:56:55 wird das ganze Nils von den Rocket Beans. Das am Samstag hier. Genau.

01:57:00 Folgt uns gerne rein, habe ich schon gesagt. Immer gut. Dann verpasst ihr auch nicht unseren Stream nächste Woche. Da ist mein Kollege Marvin hier. Und wir reden über das Thema Live-Service-Games. Wir diskutieren, warum immer mehr Spiele als Live-Service angeboten werden. Wie das die ganze Games-Industrie verändert. Und wir diskutieren, ob die Stop-Killing-Games-Petition Live-Service-Games vor dem Tod bewahren kann.

01:57:27 Das gucken wir uns nächste Woche an. Und wir raten gleich zu KDTV. Die ist am Samstag übrigens auch beim Tigerenden Club dabei. Heute feiert sie aber jetzt erstmal ihre neue Wohnung. Wir gratulieren, sagen ganz liebe Grüße. Viel Spaß bei der Party drüben. Ich sage vielen Dank an alle großartigen Gäste. Chat, vielen, vielen Dank für die vielen Nachrichten und die konstruktive Diskussion. Sagt liebe Grüße und ich wünsche euch jetzt noch einen wunderbar entspannten Abend.