@verena bts am Set der großen ARD Diskussionsrunde - Eskaliert es?
Gesellschaftlicher Austausch: 84 Bürger diskutieren in Deutschland verbindet
Ein Raum wurde geschaffen, in dem Menschen ohne journalistische Einordnung ihre persönlichen Erfahrungen teilen konnten. Wissenschaftliche Begleitung wird untersuchen, ob ein solcher Austausch gesellschaftliche Veränderungen bewirken kann. Teilnehmer zeigten, dass persönliche Begegnungen mehr verbinden als digitale Interaktionen. Die gesammelten Perspektiven sollen mit politischen Entscheidungsträgern zusammengebracht werden.
Einführung ins Format 'Deutschland verbindet'
00:09:2200:09:22 Könnt ihr mich hören? Seid ihr da? Ich habe gerade schon gelesen im Chat, OARD Stream, da werfen wir doch mal ein Auge drauf. Und schon sind wir live. Hallo, hier ist Verena. Ich bin hier in Leipzig in den NBR Studios und mit mir dabei ist ein tolles Produktionsteam. Merle ist mit dabei.
00:09:40 Ja, wer mich nicht kennt, ich bin Twitch Streamerin auch und normalerweise bin ich zu IRL unterwegs, mache auch leichtes Chatting-Kost. Und heute sind wir hier für ein sehr spezielles Thema, aber für ein sehr, sehr cooles Format. Ich habe eben schon gesehen, dass die Moderatoren in den Chat reingeschrieben haben. Ausrufezeichen WDV war, glaube ich, der Chat-Command. Dann könnt ihr nochmal lesen, worum es hier eigentlich heute geht. Weil weswegen wir heute sind, ist wegen dem Format, was Deutschland verbindet.
00:10:08 Das ist ein Format, wo in einem Dialograum 48, oder 48? Falsch rum, 84 Personen zusammengekommen sind.
00:10:16 in einem Dialograum, wo sie darüber über verschiedene Themen diskutieren und sich austauschen und über ihre verschiedenen Meinungen und Erfahrungen, die sie gesammelt haben. Und es ist super spannend. Also das heißt, 84 Millionen Menschen sind wir in Deutschland, 84 Personen sind heute hier und repräsentieren jeden Einzelnen davon. Und da sind wir sehr gespannt, was da für Gespräche zustande kommen. Aber auch, wie ist das eigentlich, wenn du mit...
00:10:41 deine Erfahrung und mit deiner Meinung in so einen großen Raum kommst mit so vielen anderen Menschen, die so viele andere Erfahrungen gesammelt haben. Und was passiert dann? Wird diskutiert, wird geschrien oder kann das noch auf einer Ebene stattfinden, wo ein normales Gespräch passiert? Das ist alles super spannend und wir haben nachher die Möglichkeit, diese Leute, die bei dieser Diskussionsrunde mitgemacht haben, zu interviewen. Also wir haben heute hier in den nächsten Stunden einen schönen Mix aus
00:11:10 Wir werden uns die Produktion angucken, wir laufen durchs Gebäude, wir werden mit den Teilnehmern quatschen und dann werden wir uns das alles mal angucken, wie das hier so abläuft. Und genau, Ausrufezeichen WDV in den Chat. Für alle, die jetzt gerade reingekommen sind und meine Erklärung verpasst haben. Hier ist Merle. Sag mal Hallo. So, Merle, wir laufen schon mal los.
00:11:33 Das Studio hier erkannt. In aller Freundschaft. Im Krankenhaus. Ja, das hast du eben schon erklärt. Oben ist der Operationsraum im Obergeschoss. Wir sind hier in der Sachsenklinik. Wir laufen jetzt mal so in Studio oder in Richtung Studio. Chat, wer von euch guckt in aller Freundschaft, heißt es, ne? Wer von euch guckt in aller Freundschaft? Wer wäre ganz aufgeregt, hier zu sein und sich die Operationsräume anzuschauen? Das sind die Räume des MDR. Ja, genau da sind wir.
00:12:07 Sollte man sich das schon live angucken, falls das BD gelasht werden muss? Nee. Keine Ahnung. Wir sind mal ganz gespannt, was hier heute passiert. Was Sie alle so zu sagen haben. Das habe ich mit meinen Eltern früher geschaut. So alt ist die Serie ja auch schon. Wieso? Ich habe meiner Oma immer die Lindenstraße geschaut. Kennst du das? Das ist, glaube ich, noch ein Tick älter. Ich habe es auf jeden Fall gehört, schon mal. Ich glaube,
00:12:36 Die Timeländer sind auch noch im Set. Wir müssen mal gucken, ob wir da schon rein dürfen oder nicht. Das ist aber auch mal so cool zu sehen, oder, Leute, Chat? Wie es so ein bisschen hinter den Kulissen aussieht. Hier war ich heute auch noch nicht. Schön cool. Und hier sind die verschiedenen Studios, wo produziert wird. Hier siehst du Notaufnahmen. Boah, wow. Da werden die wirklich dann so durchgeschoben, die Patienten. Kleines Sidequest-Chat. Guck mal.
00:13:13 Kleine Sidequest-Chat, guck mal hier. Anmeldung für die Notaufnahme, die ganzen Schränke, Wartebereich, EKG. Es ist alles da. Da gibt es doch in aller Freundschaft die jungen Ärzte. Insight-Einblicke. Cool. Wow. Wenn man sich das mal so anguckt, das ist einfach nur ein Studio und es ist so aufgebaut, als ob, aber es ist nicht real. Ja.
00:13:51 So, in irgendeinem Raum sitzen auch die Teilnehmer. Wir müssen jetzt nämlich mal so ein bisschen low machen. Ja, kein Problem.
00:14:04 Das sind die Teilnehmer. Ja, genau. Chat! Chat, jetzt noch kurz zusammenreißen. Das sind nämlich die Teilnehmer. Und einen Teil davon werden wir nachher interviewen. Und die kommen jetzt aus der Diskussionsrunde raus. Ja, genau. Die müssten jetzt entweder fertig sein oder... Ah, es kann sein, dass die noch... Ah, genau. Die müssen jetzt, glaube ich, noch so ein paar Schnittbilder und sowas drehen. Und deswegen laufen die quasi nochmal ins Studio rein.
00:14:31 Können wir uns den Raum oder das Studio, wo Sie gerade waren, laufen Sie wieder rein? Genau, ja. Okay. Kein Problem.
Hinter den Kulissen des ARD-Studios
00:14:4300:14:43 Ich bin schon ganz nervös, Chad. Weil normalerweise, also ich vor allem die Leute, ich habe eben so ein paar Ausschnitte so backstage gesehen, wie die miteinander gesprochen haben und da waren schon hitzige Gespräche dabei, das war jetzt nicht hitzig, also die haben sich noch alle sehr, glaube ich, zusammengerissen, aber da waren schon sehr viele verschiedene Personen mit sehr vielen unterschiedlichen Erfahrungen einfach dabei und das hast du gemerkt, so sehr unterschiedliche Generationen und
00:15:10 Das war schon sehr spannend. Ich habe mich auch schon sehr gefreut heute auf den Tag. Ich freue mich jetzt noch mehr darüber, mit denen allen quatschen zu können. Es wird sehr cool. Es geht um verschiedene Themen, beziehungsweise in dem Studio ging es um verschiedene Themen das ganze Wochenende über, was dich als Mensch irgendwie bewegt. Alles, was mit Politik, Migration zu tun hat, Inklusion.
00:15:36 Das ist schon sehr spannend und sehr, sehr cool. Und Merle wird nebenbei, also wenn wir nachher in die ganzen Interviews gehen, wird Merle immer schön den Chat lesen.
00:15:47 dann wird Merle die Chatnachrichten durchgeben, weil ihr habt nämlich heute auch die Möglichkeit, die ganzen Fragen zu stellen. Das heißt, wenn euch irgendwas auf der Seele brennt, wenn ihr da irgendwie merkt, ein Interviewteilnehmer hat jetzt wirklich ein brisantes Thema, was auch euch bewegt, dann könnt ihr eure Fragen in den Chat schreiben und dann wird Merle das weitergeben. So gut, sie kann natürlich nicht sauer sein, wenn es gerade mal irgendwie nicht passt. Aber deswegen sind wir heute hier, dass wir auch zusammen mit euch ein Gespräch führen können.
00:16:11 Wir müssen weiterlaufen. Ich glaube, wir müssen noch einen Ticken warten. Aber wir machen auch später noch ein Interview mit der Moderatorin vom Format. Genau. Und wen treffen wir als erstes?
00:16:27 Als erstes treffen wir Julia Kritian, die Programmdirektorin vom Hessischen Rundfunk. Ich glaube, da kannst du ganz gut mal ein bisschen zu den Hintergründen vom Format fragen. Sie macht halt im hr eben vor allem natürlich die hessischen Formate, also betreut quasi unser ganzes Programm, aber ist bei diesen ARD-Formaten dann natürlich auch dabei. Und der Hessische Rundfunk hat...
00:16:53 Das ist die Federführung für das Format. Das heißt, der kann super viele Fragen stellen, auch der Chat. Wie macht man überhaupt so eine Produktion? Wie kam das alles zustande? Weißt du das auch, wie das zustande gekommen ist? Das ist eine gute Frage, musst du sie fragen. Ich frage sie, weil das ist schon eine außergewöhnliche Idee, dass man sich denkt, okay, das Format, das setzen wir jetzt genauso um.
00:17:13 Ja, genau. Also sie ist schon wirklich so die Head-of-Programm. Also ich weiß nicht, wie tief sie da involviert war. Wir finden es raus. Ja, genau. Wir finden es raus. Und danach treffen wir auch noch den Luis Klamroth, der ist ja Moderator von Hard Aber Fair. Kennt ihr wahrscheinlich, Chad. Ja, ich hoffe doch mal. Müssen wir gleich mal gucken. Aber ist auf jeden Fall, glaube ich, auch nochmal ganz cool, weil er natürlich als Host, glaube ich, dir auch nochmal ein paar coole Sachen zu so einem...
00:17:36 zu einem Format erklären kann. Genau, der hostet dann später das Format, also ein Teil, wenn es im Fernsehen ausgestrahlt wird. Genau, der hostet, hat aber fair diese Spezialsendung. Und am 1.6. kommt aber zusätzlich auch nochmal die Doku zu dem Format, was hier dann gedreht wurde. Genau, 1.6. Leute, kommt dann die Doku, die gibt es dann auch in der Mediathek.
00:17:55 Genau, die wird auch linear gesendet, aber die gibt es auch zum Stream. Und wenn ihr es verpasst, könnt ihr es auch in der Mediathek anschauen zum Stream. Da ist dann nochmal alles zusammengecuttet und könnt ihr euch dann anschauen am 01.06. Was sagt Chat? Oh, guck mal, wir haben ja wirklich für alles Chat-Commands. Das ist ja stark. Ah, Klammbrutsch, alles klar, kenne ich. Alles klar, kenne ich. Guck mal, cool. Hier, guck mal, wir haben wirklich für jeden einen Chat-Command.
00:18:23 Guck mal, fein. Ist ja toll. Die Mod ist super gut vorbereitet. Ich finde die Einblicke so cool. Stark. Wer moderiert denn? Sag mal, Verena, wie bist du denn an den Gig gekommen?
00:18:37 Ich weiß es ehrlich gar nicht, ich habe mir einfach angeschrieben. Von wem? Sebastian. Ah ja, stimmt. Ja, der hat mich angeschrieben. Krummdick. Ja. Den treffe ich immer mal wieder. Das ist der nämlich von den Öffentlich-Rechtlichen, der wirklich bei jedem Event immer rumturnt. Also den siehst du überall. Egal ob das so eine Twitch-Party oder sowas ist, dann ist er da. Bei der Gamescom ist er da. Also immer bei den...
00:18:57 sehr, sehr Streamer-lastigen Events ist auch immer Sebastian irgendwie dazwischen. Und ich habe ja schon auch für ein ARD mitgemacht, bei, oder für Öffentlich-Rechtliche bei der Gamescom letztes Jahr, wenn ich daran erinnern kann. Da war ich schon bei Work Hard, Play Hard. Vielleicht kann sich der ein oder andere daran erinnern. Da habe ich so, weil ich ja auch Gründerin bin, habe ich so ein Gründer-Game, so ein Start-Up-Game habe ich da gespielt. Und auch auf dem Kanal von der ARD. Und da haben wir dann getestet, ob diese Spiele, Start-Up-Spiele, ob die halt auch was mit der Realität zu tun haben.
00:19:27 Zum Beispiel war da dabei, dass ich nicht genug Geld hatte, mir dann einen Schreibtisch zu kaufen für meinen Mitarbeiter und so was. Und war auch sehr, sehr stark. Ich glaube, da wurde auch Minecraft gespielt. Also ARD, Twitch-Kanal, macht ja schon sehr viele coole Sachen. Ja, stimmt. Die machen richtig coole Sachen. Die machen auch so Reactions und so, glaube ich. Das ist, glaube ich, auch so ein Standardformat. Das ist schon ganz geil. Ja, und ich war, glaube ich, auch vor ein paar Wochen dabei.
00:19:49 bei einem Talk. Ich weiß gar nicht mehr, ob es da über IRL-Streaming oder sowas ging. Also die laden doch immer mal Streamer ein zu einem bestimmten Thema, dass man miteinander quatschen kann. Einfach sich ausgetauscht wird. Also schon sehr viel. Haben wir noch was, was wir hier zeigen können? Irgendeinen spannenden Raum? Irgendeine geheime Tür. Könnten vielleicht mal hier noch reingucken. Ich weiß nicht. Vielleicht kannst du da einfach mal... Wobei, kann sein, dass das auch geschlossen ist.
00:20:20 Nadine fragt schon im Chat, wie die Teilnehmer ausgesucht wurden. Ich versuche das jetzt so wiederzugeben. Also die Teilnehmer, die 84, das sind Teilnehmer, die repräsentieren, also diesen Querschnitt von Deutschland. Und was ich gesehen habe, war das von dem, oh Gott, wie ist das Wort, wo alle Menschen Deutschlands drinstehen. Und da wurden die doch rausgesucht, wie alt, welches Geschlecht.
00:20:47 Da gibt es so eine Kartei. Oh, gute Frage. Und da wurden die ausgesucht, nach Alter, Geschlecht, dann wurde auch drauf geachtet. Es ist niemand dabei, der mal irgendwie in der Politik war. Genau, kein politisches Amt. Kein politisches Amt hat die Person. Und so wurden die Teilnehmer dann ausgesucht. Genau. Also wir haben jedes Alter dabei, jedes Geschlecht, mit Migrationshintergrund, ohne. Da wurde sehr drauf geachtet.
00:21:11 Ja, also tatsächlich auch, also sowohl über Telefonbuch als auch über einfach Social Media, es gab quasi keine Grenzen bei der Teilnehmersuche. Wichtig war halt nur noch nie irgendwie ein öffentliches Amt oder eine Art politische oder was heißt noch nie, aber in den letzten Jahren nicht und vor allem auch keine...
00:21:32 Also noch nicht so viel in der ARD vertreten, weil hier Leute sprechen sollen, die sonst vielleicht noch nicht so häufig vor einer Kamera standen.
00:21:43 Aber bewerben kann man sich, wird gefragt. Wo meinst du? Captain Calvin Cat? Das Format ist ja jetzt durch. Das war ja jetzt am Wochenende, dass das stattfand. Das ist jetzt fertig und wird am 1.6. ausgestrahlt. Ich glaube, bewerben kann man sich bei solchen, es gibt noch andere Dialogformate von der ARD, das ist dann sowas wie Mitreden zum Beispiel. Ich glaube, da konnte man sich bewerben. Vielleicht kann man es auch noch.
00:22:07 Es gibt noch so andere Dialogformate, die jetzt nicht direkt hier dazugehören, aber die ARD macht generell aktuell viel. Dialog, Mitreden, Leute mit einbinden, um diese Kommunikation ein bisschen mehr mit den Menschen zu machen. Wenn es wieder eine Gelegenheit gibt, Leute, könnt ihr euch bewerben. Wollen wir jetzt noch mal zu einer Tür gucken, ob sie offen ist? Oder wir sind ready. Ich würde mal den Janis fragen.
00:22:36 Janis, unser Mann. Jetzt darf ich einmal aufpassen, dass wir die Teilnehmenden nicht mit drauf haben, dass wir vielleicht uns einmal hierhin drehen, weil die sind jetzt quasi, müssen sie noch zu ihren Einzelinterviews.
00:22:53 Dann stellen wir uns mal hier an die Seite oder so, das würde da nicht stören, wenn die jetzt alle an uns vorbeilaufen. Wie läuft das ab? Die waren jetzt in diesem Dialograum gemeinsam und es wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Insgesamt 84 Menschen, die waren in zwei Gruppen aufgeteilt, also 42 pro Standort, einmal Baden-Baden, einmal Leipzig und wir sind halt eben hier in Leipzig und die haben jetzt echt ein straffes Programm hinter sich gehabt.
00:23:20 Zwei Tage jetzt in jeweils einstündigen Diskussionsrunden. Wie viele Stunden? Jeweils eine Stunde und dann immer eine Pause und es gab drei Diskussionsrunden pro Tag. Ah, okay, also dann drei Stunden pro Tag Diskussionsrunde. Ja, also wirklich, wirklich viel Programm. Aber also das, was ich bisher mitbekommen habe, war echt super positiv. Ich meine, die können es dir vielleicht später nochmal ein bisschen erzählen, aber die meisten, glaube ich, gehen hier echt mit einem ganz guten...
00:23:48 Gefühl, keine Ahnung, aber mit so einer Art, glaube ich, Bereicherung, I don't know, raus, weil es schon was...
00:23:55 Anderes ist als sonst so diese klassischen Formate. Dann haben die jetzt drei Stunden hinter sich und jetzt gehen sie in Einzelinterviews. Genau, jetzt ist so Abschluss, Abschluss. Und dann kommen nochmal wir nach den Einzelinterviews. Dann nerven wir sie nochmal. Aber ich bin ultra gespannt, weil normalerweise, wenn du über so wirklich Themen redest, sowas wie Migration und sowas, wird ja super hitzig. Und du würdest dich ja in der Regel, würdest du dich ja niemals mit irgendwie an den Tisch setzen mit deinen Freunden oder sowas. So, jetzt quatschen wir jetzt mal über Migration. Weil das ja schon so sensible Themen sind, dass es auch mal hitzig wird, mal laut.
00:24:25 teilweise traust du dich ja auch gar nicht Dinge zu sagen, wie du vielleicht denkst. Und hier wurde halt ein Raum geboten, wo halt über sowas geredet werden kann, wo halt, wo du schon auch mal emotional oder sowas werden kannst. Aber man hat eben auch schon gemerkt in dem Stream, den ich mitgeschaut habe, das war trotzdem noch alles so, dass man gesagt hat, es war ein sehr, es war so ein Safe Space. Ja, total. Das war auch tatsächlich super wichtig, dass am Anfang auch so eine Art Versprechen auch gemacht wurde. So ihr seid hier irgendwie in einem Safe Space.
00:24:51 Keiner, um entblößt zu werden oder so, sondern es geht darum, ins Gespräch zu kommen und auch wirklich auch mal Meinungen aushalten, auch mal eine Diskussion aushalten, wo man vielleicht irgendwie auf Argumente stößt oder so, mit denen man jetzt nicht so fein ist. Das war das ganze Ziel von dem Format. Und ich glaube, es hat ganz gut geklappt. Man sieht es dann am 1.6. in der Doku, aber es ist schon, glaube ich, echt gut gelungen, weil die Teilnehmer natürlich super gut ausgewählt wurden.
00:25:19 Was wären Themen, über die ihr reden würdet, wenn ihr in so einem Diskussionsraum werdet? Mit ganz vielen anderen Leuten. Was sind so Themen, die euch bewegen? Was würdet ihr, also was für ein Thema wäre das, was ihr gerne besprechen möchtet?
00:25:32 Kann man hier auch während der Diskussion Fragen an die Beteiligten stellen? Ja, auf jeden Fall Nadine, dafür sind wir hier. Also wenn wir nachher in die Gespräche, in die Interviews gehen, auf jeden Fall bitte Nadine, dafür sind wir da, dafür sind wir live auf Twitch. Stell deine Fragen hier rein, Merle wird es dann abgreifen und wenn das halt irgendwie ins Timing halt passt, dann kommt deine Frage und dann stelle ich deine Frage live an den Teilnehmer. Nadine hat auch gefragt, also hätte ich theoretisch ausgewählt werden können, hätte passieren können. Also ist nicht unrealistisch. Jeder von uns eigentlich, ne? Jeder von uns hätte ausgewählt werden können, ab 18.
00:26:01 Genau, ja, ja, genau. Genau, ab 18. Ich glaube, wir können jetzt aber schon mal Richtung Studio laufen, wenn du Bock hast. Chat sagt, Bildung wäre so ein Thema, worüber sie sprechen würden. Thema wäre Abschaffung des ÖR Einheitspreises. Das ist ja ein harter Take. Dafür geben wir uns so viel Mühe. Bleib einfach mal dran, weil gleich wird sie mich sehr spannend und dann kannst du dir nochmal ein Bild von machen. So, Jobs. Killed KI die Jobs.
00:26:33 Wer war das? Das war eine Kamerafrau, die später eigentlich zugesagt hat. Vielleicht finden wir sie später noch. Die hat quasi eine der Kameras besetzt im Studio. Ja, cool. Wir haben nämlich auch ein paar Leute hinter der Kamera, mit denen wir nachher quatschen. Oh, guck mal. Hier saßen die Teilnehmer-Chat.
00:27:10 Hier saßen sie alle. Das wurde moderiert, aber nicht so moderiert, wie man sich das so vorstellt. Es war komplett ohne, das ist wichtig zu betonen, komplett ohne journalistische Einordnung passiert das hier alles. Also hier sind einfach Leute gewesen in einem Safe Space und die haben ihre Themen angesprochen, die sie bewegt haben. Und da wurde keinem gesagt, das ist aber falsch, ich habe hier eine Statistik und so mitgebracht, sondern die konnten einfach so reden, was sie halt fühlen und was sie halt bewegt haben.
Moderation ohne journalistische Einordnung
00:27:4000:27:40 Wir können jetzt mal in die Regie. Da wartet nämlich die Julia auf uns. Ja, super. Luni Cloud, das können wir nachher die Person fragen, die das moderiert hat, weil die werden wir auch interviewen.
00:27:57 Noch nicht. Noch nicht? Tett hat gerade gefragt, ob das nicht zu viele sind, mit 42 Leuten gleichzeitig ein Gespräch zu führen. Zu viel? Ja, aber dafür haben wir ja nachher das Gespräch auch mit der Moderatorin. Genau, das kannst du sie ganz gut fragen. Ja, aber ich stelle mir das auch schwierig vor. Schreibt euch vor, Tett, ihr seid mit 42 Personen in einem Raum und jeder hat eine andere Meinung, einen anderen Standpunkt. Das ist schon schwierig. Aber dafür sind die ja auch da, dass die dann mal sagen, hey, lass mal ausreden oder du kommst als nächstes dran und so.
00:28:26 Genau, aber nicht um zu sagen, hey, das ist falsch. Oh, guck mal, wir haben sogar ein Chat-Command für die Auswahl, das nochmal gut erklärt, wie dieser Querschnitt zustande gekommen ist. Vereine, Verbände, kleine und mittelständische Unternehmen, Selbstständige kontaktiert oder Zufall aus dem Telefonbuch.
00:28:49 War Telefonbuch das, was ich vorhin gesucht hatte, das Wort? Habe ich mich auch gefallen, aber irgendwie klang es nicht so, als würdest du das Telefonbuch meinen. Vielleicht auch nicht. Hast du mit einer Telefonzelle mal telefoniert oder bist du zu jung dafür? Nein. Mein erstes Handy war ein Smartphone. Boah, ist das krass. Also in meiner Welt gibt es nur Leute, die halt...
00:29:13 die das noch alles erlebt haben. Echt? Ja. Also ich habe damals von meiner Mama Kleingeld mitbekommen, dass ich mich dann melde, wenn ich irgendwo bin. Oder ich musste dann aus der Telefonzelle meine Mutter anrufen, dass sie mich halt irgendwo abholt, dass ich fertig bin. Süß. Ja. Genau. Und wenn ich dann meine Telefonnummer von zu Hause vergessen hatte, wir standen auch nicht im Telefonbuch. Also du hattest wirklich in so einer Telefonzelle ein Buch und dann konntest du da halt drinnen... Ach so. Ja. Aber eigentlich geil. Ja. Das war schon aufgeschmissen. Also ganz ehrlich, ich könnte nicht ohne Handy raus. Das ist schon...
00:29:41 Das waren andere Zeiten. Was sagt ihr? Der Zufall aus dem Telefonbuch. Ich stelle mir das auch verrückt vor, ob jemand gesagt hat, hallo, hier ist ARD, wie alt sind Sie? Das habe ich mich auch gefragt, aber ich glaube, es ist wirklich so. Ich glaube einfach nach...
00:30:02 Interesse ein bisschen geguckt, wer ist da so? Aber wir können ja auch gleich fragen, wenn wir mit dir quatschen. Okay, wir können rein. Ist eigentlich eine coole Frage auch. Hallo, grüß dich, hi, ich bin Verena. Hallo Verena. Na, da oben, da ist ein Mikrofon.
Interview mit Julia Kritian
00:30:2200:30:22 Dankeschön. So, wir haben zwei Mikros. Hi, ich bin Verena, wir sind gerade live auf Twitch und wir haben einige Zuschauer, die sehr an diesem Format interessiert sind. Und ich höre dir erstmal so als Intro, damit die Zuschauer wissen, wer du bist. Vielleicht kannst du dich mal kurz selber vorstellen. Soll ich dir das abnehmen? Ja, dann. Ja, hallo, Julia, Julia Kritian. Ich bin Programmdirektorin beim HR, aber eigentlich viel wichtiger. Ich bin ein bisschen schon eine der Ermöglicherinnen dieses Projekts. Der Hessische Rundfunk hat das vor zwei Jahren schon mal ausprobiert und wir waren...
00:30:51 so begeistert davon, weil das so berührend, leidenschaftlich und toll ist, dass wir gesagt haben, wir würden das gerne nicht nur für Hessen machen, sondern für ganz Deutschland. Und deswegen haben wir viele, viele Anläufe gemacht, viele Menschen überzeugt. Und ja, ich bin tatsächlich noch ganz emotional gerührt von diesen zwei Tagen. Ich habe mir wirklich alles angehört und bin beeindruckt, wie groß das Bedürfnis von den Menschen, die dabei waren, war, zu sprechen.
00:31:19 wie groß auch der Mut, sich so auszuziehen, sich so in den Kopf gucken zu lassen in so einem Raum, wo man ja gar niemanden kennt. Woher kam überhaupt die Idee, dieses Format zu machen oder schon damals das über den hr?
00:31:33 Also ich bin der Meinung, zuhören hat eine Zauberkraft. Das klingt komisch, weil natürlich ist da jetzt keine Magie dabei oder so. Aber da war so das Gefühl, in der Gesellschaft gibt es immer weniger Räume, in denen solche Debatten überhaupt möglich sind. Weil wenn du Weihnachten in der Familie, wenn irgendjemand ein Thema anschneidet, wo alle wissen, oh jetzt wird es schwierig, dann hört man ja eher auf zu sprechen oder schweigt eher. So Orte, wo man früher vielleicht tatsächlich streitbare Unterhaltungen hatte.
00:32:02 im Verein, in der Kirche, in der Partei, am Stammtisch, in der Dorfkneipe, die machen immer mehr zu. Also wir erleben ja schon auch ein bisschen Vereinzelungen oder Bubbles in der Gesellschaft. Und das war wirklich die Idee zu sagen, wir finden jetzt mal einen Raum, wo Menschen zusammenkommen, die maximal unterschiedlich sind, die also tatsächlich auch Perspektiven mitbringen und Erfahrungen. Und das ist ja das Schöne.
00:32:26 Wenn du hier zuhörst und dir zwei Tage Zeit nimmst. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal mit 42 Menschen zusammen war, die ich nicht kenne. Vielleicht so im Supermarkt. Aber da redest du ja nicht. Außer du kackst jemanden an der Kasse an, weil er sich vordrängelt oder so. Sonst spricht man ja eigentlich nicht. Und das heißt, die waren hier sich schon mal alle fremd. Das war neu.
00:32:47 Und dann wirklich zwei Tage. Nicht wie in der Talkshow eine Stunde, nicht wie vielleicht bei der Busfahrt zehn Minuten, bis man da ist oder so, sondern wirklich zwei ganze Tage. Und das war so besonders, dass es diese Magie eben hat. Ist man da auch so irgendwie zusammengewachsen? Also hat man schon so ein Gemeinschaftsgefühl irgendwie gespürt? Also ich saß ja hier hinter...
00:33:10 der Wand. Also insofern, ich bin nicht zusammengewachsen, aber dieses Team davor auf jeden Fall. Also wir haben das in den Pausen gemerkt, weil da wurden sie ja auch begleitet. Wer redet jetzt noch mit wem? Geht der Streit noch weiter oder die Diskussion? Und ich glaube, es hat sich sogar eine WhatsApp-Gruppe schon gegründet zwischen den Teilnehmern. Ich weiß gar nicht, ob ich das verraten darf. Also wir sind nicht drin. Wir können nicht lesen, was sie da geschrieben haben. Aber sie haben gesagt, sie wollen eigentlich so gerne in Kontakt.
00:33:35 bleiben. Also gerade auch in der Schlussrunde kam ganz viel, was das bedeutet, so einen Raum zu haben. Ich weiß es aus Baden-Baden, das ist ja der zweite Standort, da hat eine Teilnehmerin gesagt, ich habe an diesem Wochenende festgestellt, dass ich eine Stimme habe. Und das ist ja so ein Satz, bei dem man irgendwie denkt, aber die hast du doch schon die ganze Zeit und warum ist dir das erst jetzt bewusst? Aber es ist ja erst mal toll, dass es dieses Wochenende das bei ihr ausgelöst hat.
00:34:01 Du hast am Anfang gesagt, dass du so sehr gerührt warst von allem. Gab es eine Situation, die dir besonders im Gedächtnis geblieben ist? Es gab viele, aber Migration war so ein Thema, weil da war irgendwie klar, das ist ein Triggerpunkt in der ganzen Gesellschaft. Und was ich toll fand, war, dass wirklich jeder und jede was zu sagen hatte. Und es waren so unterschiedliche Sachen und es hat den Raum verändert. Also wir hatten eine ukrainische Geflüchtete, die gesagt hat,
00:34:29 Sie ist Deutschland total dankbar, aber Deutschland sei zu großzügig, weil sie würde viele Fälle kennen, wo Bürgergeld auch missbraucht wird. Dann kam jemand, der gesagt hat, er arbeitet als Bäcker und er hat Azubis, die kein Deutsch sprechen und das wäre total hart. Dann kam ein Judoka, der aus dem Iran geflohen ist, mittlerweile für Deutschland trainiert und da wirklich auch auf Top-Level Judo macht und der mal geschildert hat, wie das für ihn war. Der ist seit zwei Jahren in Deutschland in einer Flüchtlingseinrichtung.
00:34:59 wie viele gebrochene junge Männer er dort getroffen hat und wie traumatisiert die auch sind. Und das war so ein Moment, da merktest du, wie der ganze Raum sich dann auch verändert, wie also die positiven und die negativen Erfahrungen, die mit Migration einfach da sind, im Raum waren, wie das schon die eigene Meinung verändert hat, allein dadurch, dass man den anderen zuhört. Und dann haben...
00:35:22 Danach, wie ihr uns hier auch ein bisschen gefragt habt, wann hat man eigentlich selber das letzte Mal seine Meinung geändert? Ich weiß gar nicht, wenn ich dich jetzt, also ich stelle jetzt einfach mal eine Gegenfrage, wenn man so darüber nachdenkt, wann habe ich selber eigentlich das letzte Mal jemandem zugehört und danach gedacht, der hat ja recht. Stimmt. Meistens habe ich gar nicht die Gelegenheit, mit Leuten so zu reden. Ich meine, ich habe meinen Freundeskreis, das sind so meine fünf besten Freunde, mit denen quatsche ich, aber da gehen wir meistens auch nicht so tief in die Themen rein. Wann rede ich mal mit einer fremden Person, die vielleicht so nicht in meiner Bubble ist? Das kommt eigentlich so sehr, also nie vor.
Persönliche Erfahrungen und Meinungsbildung
00:35:5100:35:51 Also wann soll man sich irgendwie eine andere Meinung annehmen? Und das ist irgendwie halt der Zauber, auch wenn es im Prinzip ja so simpel ist. Es ist ja einfach nur zuhören. Aber irgendwie ist einfach nur zuhören schon ganz schön viel geworden mittlerweile. Und das ist vielleicht das Beglückende auch an diesem Projekt. Das heißt, das Format ist auch so gelaufen, wie du dir das vorab vorgestellt hast? Oder gab es Überraschungsmomente?
00:36:14 Also ich war schon überrascht, wie schnell die einfach wirklich so persönlich erzählt haben. Also da kam eben ein älterer Herr, der sagte, er findet, Frauen können gar nicht jeden Beruf machen, finde ich schon mal. Nicht so ich persönlich, aber der sagt, und dann brachte er das Beispiel, aber was?
00:36:29 als Handwerkerin, wenn ich einen 40 Kilo Sack tragen muss. Und dann saß neben ihm die Malermeisterin, die einen Betrieb hat, bei dem nur Frauen arbeiten, also im Handwerk und sagte, also erstens, es gibt gar keine Säcke mehr, die 40 Kilo wiegen, weil Männer haben Bandscheibe. Und zweitens, wir als Frauen, das ist lange nicht mehr Körperkraft, sondern Handwerk ist auch ganz viel einfach Können und KI und so viele andere Dinge als jetzt die reine Muskelkraft. Und erzählte dann eben sofort aus ihrem persönlichen Leben, sie als
00:36:59 Malermeisterin. Und das ist was ganz anderes, wenn ich jetzt sage, aber die Statistik sagt so und so viel Prozent oder sehe ich ganz anders oder so, sondern es ist tatsächlich so einfach mein Leben, meine Erfahrung, was hat mich geprägt, was bringe ich mit und warum denke ich so, wie ich denke. Das war cool.
00:37:15 Das ist vielleicht doch was für ein Chat, was ihr euch mal überlegen könnt. Wann habt ihr das letzte Mal irgendwie so einen Raum für euch gehabt, wo ihr halt einfach so wirklich, was ihr denkt und was ihr fühlt, einfach mal nach draußen bringen könnt, ohne dafür verurteilt zu werden. Ich glaube, das ist sehr selten und so ein Austausch ist sehr schön. Frau Kritian, was erwarten Sie eigentlich von dem Austausch hier?
00:37:38 Das ist jetzt fast schon zu spät, weil das ist ja schon gelaufen. Also das habe ich im Vorfeld erwartet. Ich habe wirklich nicht gedacht, ich habe gedacht, dass es mehr Stille gibt, dass es vielleicht manchmal so ein bisschen erstmal vorsichtiges Abtasten gibt. Darf ich das sagen? Kann ich das sagen? Weil die Teilnehmenden wussten ja schon auch sehr genau, dass wir natürlich hoffen, dass das möglichst viele Menschen, also toll, dass ihr euch jetzt schon hierfür interessiert.
00:38:06 dass es möglichst viele Menschen sehen und hören. Also wir wollen es wirklich breit in die ganze ARD ausspielen, auf alle möglichen Ausspielwege. Und dass das natürlich etwas ist, was heutzutage eben manchmal auch mit so ein bisschen Zurückhaltung versehen ist. Will ich überhaupt noch meine Meinung daraus stellen? Weil alle ja Social Media erlebt haben und dann so wissen, es könnte ja sofort ein Feedback geben, was mir gar nicht so gefällt vielleicht. Und das hat mich schon...
00:38:33 sehr positiv überrascht, wie groß einfach dieses Bedürfnis war. Ich habe hier was zu sagen, ich bringe was mit und ich möchte das auch äußern. Und ich gehe auch in genau diese Auseinandersetzung, wenn jemand was sagt, wo ich sage, nee, sehe ich ganz anders, dann sage ich es auch und mit einer eigenen Erfahrung. Das war für mich so der...
00:38:50 Game Changer irgendwie. Haben sich auch die Teilnehmer gefreut, als ihr sie angeschrieben habt und gesagt habt, hey, hier gibt es so einen Diskussionsraum und du hast da deine Möglichkeit. Waren da sehr viele eher verhalten oder war der Großteil so, ja, okay, ich bin unbedingt sofort dabei? Ganz unterschiedlich. Also es hing ein Tick an Altersstufen, manchmal auch.
00:39:10 Es gab einfachere und weniger einfache Bundesländer, wo vielleicht auch ein bisschen mehr Misstrauen Medien gegenüber da ist. Und wir haben da echt auch eine Verantwortung, weil wir gesagt haben, wir passen damit auf, was mit den Aussagen, die ihr hier trefft, passiert. Wir übernehmen die Verantwortung, dass das nicht aus dem Kontext gerissen wird, dass es nicht bloßstellend wirken soll, sondern dass es wirklich darum geht, jeder Stimme hier gerecht zu werden. Und das hat schon auch viel Mut von den Menschen, die...
00:39:39 bereit waren, hier wirklich ihr Innerstes auszukehren erfordert. Und deswegen bin ich da einfach erst mal wahnsinnig dankbar, dass sie das überhaupt gemacht haben. Und es kam so oft hier heute und gestern auch schon, eigentlich bräuchten wir viel mehr solche Räume. Wir hatten eben eine spannende Unterhaltung, als wir auf dem Weg hierher waren, nämlich wie sucht man diese Person eigentlich aus? Weil anscheinend auch über das Telefonbuch ruft man da einfach an und sagt Hey.
00:40:06 Hier ist der ARD, willst du mitmachen? Ja, so ungefähr. Beim nächsten Mal fragen wir dich, ob du auch mit in die Suche willst. Wurde dann direkt auch nach dem Alter gefragt, so am Telefon? Ja, na klar. Also du gehst tatsächlich durch. Ich glaube, es gibt dann so ein bisschen Tricks, wenn du ältere Menschen finden möchtest, dann gibt es bestimmte Namen, die eben in älteren Generationen häufiger vorkommen.
00:40:30 Aber da wurde tatsächlich einfach Telefonbuch abtelefoniert. Dann haben wir mit Vereinen gesprochen, mit Verbänden, mit Institutionen, um eben wirklich ganz breit zu erwischen vom Müllmann, der da war, über die Erzieherin, eine Kassiererin bei Lidl, aber eben auch Unternehmer, Handwerker, jung, alt, Kleinstädte, Großstädte, verschiedene Bildungsgrade. Also es soll ja tatsächlich.
00:40:57 nicht ganz repräsentativ, weil dann müsste man aufs Komma einen halben Menschen hier hinsetzen oder so, aber wirklich ein Querschnitt der Gesellschaft sein. Wurde dann quasi so ein Bogen erstellt und gesagt, das Alter und sie müsste weiblich sein und sie müsste die Interessen haben? Genau, es gibt die sogenannten Sinusmilieus. Also da ist eben so dieses, wie ist die Gesellschaft in Zahlen? Also alle Menschen in Deutschland, wie kannst du die in Zahlen klastern? Und dann...
00:41:25 wurde geguckt, dass wir uns dem möglichst annähern, dass wir also wirklich sagen, NRW als größtes Bundesland Nordrhein-Westfalen hat eben auch die meisten Teilnehmenden. Und so wurde dann von Bundesland zu Bundesland, Mann, Frau, mit Beeinträchtigung, ohne. Also wirklich versucht, alle möglichen Faktoren, die Gesellschaft bestimmen, auch wirklich abzubilden.
00:41:53 Ich weiß es tatsächlich einfach gar nicht. Also ich weiß, dass das Finden von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die ja auch zusammen eine Geschichte erzählen können müssen, das herausforderndste war, dass das wirklich auch eine Weile gedauert hat. Für mich persönlich war das auch der aufregendste Moment am Samstagmorgen, als es losging, so diese Frage.
00:42:15 Sind denn alle da oder ist einfach jemand nicht gekommen, weil er vielleicht nachts gedacht hat, oh, das ist mir doch zu viel oder zu aufregend oder so. Also es hat sehr, sehr lange gedauert. Es gab natürlich auch Menschen, die dann krank geworden sind. Da hatten wir Nachrücker und so. Und das war schon das Herausforderndste vielleicht an diesem Projekt. Plus die Logistik, also wirklich zu sagen, zwei Standorte, alle hierher. Dann geht dieses ganze Material ja zeitgleich in die ganze ARD, weil jetzt das...
00:42:44 Das Wesen dahinter ist, dass es nicht nur darum geht, dass die 42 Leute hier in Leipzig und 42 in Baden-Baden sagen, das war eine richtig gute Debatte für uns, sondern...
00:42:54 Wir wollen ja jetzt tatsächlich diese Themen, diese Perspektiven breit in die ganze ARD tragen. Dafür muss das Material überall hinkommen. Es gibt also jetzt Transkripte, da kann man dann schauen, was hat für den hessischen Rundfunk, was haben die hessischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesagt für den norddeutschen Rundfunk. Die gucken dann wahrscheinlich eher nach Niedersachsen, Hamburg, Meck-Pomm und so weiter und so fort. Jede Landesrundfunkanstalt kann sich jetzt...
00:43:20 Entweder sagen, ich interessiere mich für ein bestimmtes Thema oder ich interessiere mich für die Teilnehmenden aus meinem Sendegebiet. War das auch das Ziel mit diesem Format? Sprite in die ARD zu tragen? Schon, ja. Also natürlich geht es darum, hier in diesem Raum diesen Debattenraum zu ermöglichen für die Teilnehmenden. Aber das wäre sehr viel Aufwand jetzt.
00:43:44 nur in Anführungszeichen für 84 Menschen, sondern die stehen ja für etwas, was wir dann jetzt auch allen anderen 84 Millionen zur Verfügung stellen wollen. Also ich glaube nicht, dass wir alle 84 Millionen erreichen, da sind ja auch Kleinkinder dabei und so. Wobei es tatsächlich auch ein Format ja vom Kika gibt, was dieses Projekt begleitet. Also insofern war das Ziel schon zu sagen, wir beschäftigen uns mit Dialog und Debatten und unterschiedlichen Perspektiven für alle Generationen. Funk ist mit an Bord, das Jugendangebot von allen.
00:44:13 Die und ZDF. Der Kika macht was Eigenes und wir bespielen hier aus dem, was hier in Leipzig und Baden-Baden heute und gestern passiert ist, tatsächlich alle Radiowellen, unterschiedlichste Social-Media-Kanäle, Twitch jetzt mit dir, aber eben auch die Mediathek, das lineare Fernsehen, Tagesschau, Tagesthemen, Mittagsmagazin, Morgenmagazin, die verschiedenen Regionalprogramme und so. Also das ist uns wirklich so wichtig, dass wir
00:44:43 Ich glaube, mit nahezu jedem und jeder in der ARD telefoniert haben, um zu sagen, mach doch mit. Und wir scherzen schon immer intern so ein bisschen, dass der Plan über dieses, wohin geht das Material alles und wer ist alles mit an Bord? Damit könnte man wahrscheinlich auch schon ein Atomkraftwerk steuern, weil es so komplex ist. Aber es ist gleichzeitig halt auch einfach so ein schönes Projekt.
Ausspielwege und wissenschaftliche Begleitung
00:45:0500:45:05 Es wird noch gefragt, ob wenn das Format nochmal stattfinden würde, ob es dann zum Beispiel auch mal in einem anderen Bundesland sein würde, zum Beispiel NRW oder irgendein anderes Bundesland.
00:45:17 Ich glaube, je mehr Leuten wir davon erzählt haben, umso mehr haben gesagt, das kann aber doch nur das erste Mal sein. Und das Schöne ist ja, das kam heute auch von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selber, die gesagt haben, es wäre so toll, wenn andere Leute auch so einen Raum erleben könnten. Es ist natürlich wahnsinnig viel Aufwand, deswegen kann ich das noch gar nicht zusagen. Ich glaube, für uns war wichtig, dass Menschen von überall her dabei sind, wo es tatsächlich stattfindet.
00:45:44 Es ist interessant, weil wir haben uns auch ausgetauscht, was in Baden-Baden erzählt wurde und was hier in Leipzig. Und in Baden-Baden kamen die gleichen Themenblöcke. Und zum Beispiel Ost-West hat hier in Leipzig aber eine viel größere Rolle gespielt als in Baden-Baden. Jetzt habe ich nur Leipzig gehört, weil ich ja nicht mit zwei Ohren an zwei Orten sein kann.
00:46:03 Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass das natürlich eine Rolle spielt, dass wenn man in Leipzig darüber diskutiert, auch wenn es Menschen aus ganz Deutschland waren, so wie in Baden-Baden auch, da waren auch Menschen, die in den ostdeutschen Bundesländern zu Hause sind, die haben andere Themen gesetzt. Und das ist dann tatsächlich ein Fragezeichen, ob der Ort tatsächlich die Debatte auch nochmal bestimmt. Das weiß ich aber nicht. Wir machen tatsächlich auch eine wissenschaftliche Erhebung.
00:46:30 davor und danach. Vielleicht können wir danach, also wenn die Ergebnisse vorliegen, was dazu sagen, ob der Ort irgendwie eine Rolle gespielt hat und noch mehr herausfinden, was das jetzt auch bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgelöst hat. Das interessiert mich auch echt total.
00:46:45 Aber die Ergebnisse habe ich jetzt noch nicht. Ja, das mit der wissenschaftlichen Erhebung, das fand ich gerade eigentlich sehr spannend. Worum geht es da genau? Auf was wird geachtet? Das ist vom Hans-Bredow-Institut. Und die Fragen eben tatsächlich, hat sich deine Meinung verändert? Welche Argumente haben überzeugt? Ein bisschen auch die Meinung zu Medien generell. Und das Ziel ist eben tatsächlich herauszufinden, ob solche Formate eine Veränderung für die Gesellschaft hervorbringen. Weil das ist ja schon auch...
00:47:15 öffentlich-rechtlicher Auftrag zu sagen, Willensbildung herstellen, Debattenräume auch öffnen. Und deswegen haben wir gesagt, wir alle hier in diesem Raum würden sagen, es ist tatsächlich gelungen. Aber die wissenschaftliche Begleitung ist da dann schon nochmal eine tolle Ergänzung. Und kommt es dann auch am 1.6. direkt mit rein, die Ergebnisse davon?
00:47:35 Die haben uns gesagt, dass sie für eine Gesamtauswertung einen Tick länger brauchen, aber wir hoffen sehr, dass schon mal so erste Trends auf jeden Fall bis dahin da sind. Ja, voll gerne. Gibt es irgendwas, was du nächstes Mal, also wenn es das Format nochmal gibt, was ihr anders machen würdet, was ihr jetzt schon irgendwie gelernt habt?
00:47:59 Schwere Frage. Was würden wir? Mehr Menschen. Also nicht mehr Teilnehmer, sondern am Anfang haben wir gedacht, okay, wir erzählen mal in der ARD davon, wie das so beim Hessischen Rundfunk war vor zwei Jahren.
00:48:15 Und Louis ist da, das zeigt ja schon. Hi, Serena, hi. Grüß dich. Ich habe einfach so getan, als würde ich hier zufällig sitzen. Das zeigt ja schon, wo wir dann am Ende gelandet sind, weil je mehr Leuten wir davon erzählt haben in der ARD, desto mehr haben wir gesagt, ey, das ist eigentlich total cool, die Idee. Und wir würden gerne auch mitmachen, sodass dieses Planungsteam...
00:48:36 am Ende echt, das wurde einfach immer größer, aber das Team ist halt das Team geblieben. Das würde ich, glaube ich, anders machen. Und ich finde es aber mega, dass es eben tatsächlich gelungen ist, so viele Ausspielwege zu finden und dich mit an Bord zu holen und zu sagen, also weil hier wurden so viele kluge Sachen auch an Politik adressiert. Und das ist ja mit so ein bisschen das Wesen von deiner Sendung auch zu sagen, man bringt die Realität.
Interview mit Luis Klamroth
00:49:0100:49:01 zu den Politikern und sagt, das ist hier den Menschen ein Anliegen. Und deswegen ist das so eine tolle Übersetzung eigentlich zu sagen, das, was hier besprochen wurde, das ist jetzt ein Geschenk oder ein Auftrag, den wir dir anvertrauen und zu sagen, jetzt guck mal, was die darauf antworten, weil wir ja schon auch so ein bisschen die Brücke sind von hier dann zu den politischen Stimmen. Vielleicht stellst du dich kurz vor? Ich bin Luis, Moderator von Hard Aber Fair.
00:49:30 Der regelmäßige ARD-Livestream-Twitch-Gucker natürlich. Alle IRL-Streams von ARD gucke ich. Ja, genau so ist es, wie du es gesagt hast. Ich fand es total spannend, heute hier so das mitzubekommen, wie die gesprochen haben. Die haben ja mehrmals betont, es ist hier nicht wie in einer Talkshow. Da habe ich immer aufgehorcht. Was war denn für dich anders?
00:49:53 Das Interessante war, dass die einander ja zugehört haben auch viel. Also man hat ganz genau gesehen, die hören zu. Die haben nicht direkt immer gedacht, was antworte ich da jetzt drauf, sondern die haben es wirken lassen. Und das fand ich total spannend. Die haben total freischnauzig gesprochen, muss man auch sagen. Also ich glaube, die haben die Kameras irgendwann vergessen. Und das fand ich...
00:50:14 Das ist wahrscheinlich das Wertvollste sowieso, weil wenn man in so einem Studio ist, hier sind wir auch in einem Studio, dann sendet man und spricht man ja doch anders, als man es im normalen Leben wahrscheinlich so tun würde. Aber wenn man dann zwei Tage hier ist und sich irgendwie daran gewöhnt hat, das Handy weg ist, das wäre auch die Nummer eins übrigens.
00:50:34 Handy ist weg, das hat den allen gut getan. Das muss die abgeben. Die komplette Dauer. Die haben es doch nicht abends wiederbekommen. Also jetzt demnächst, glaube ich. Oh mein Gott. Ja, aber ich glaube, da treffen sie einen Nerv irgendwie. Die haben wirklich bei den Schlustatements ja alle irgendwie gesagt.
00:50:52 Ja, aber geil ohne Handy. Und wie toll, dass wir das Handy abgeben mussten und so. Und am Anfang waren sie hebelig und dann nicht mehr. Probierst du das heute auch aus? Ja, ich probiere es natürlich immer mal wieder aus, aber ich schaffe es natürlich irgendwie nicht so richtig. Aber das fand ich interessant. Da waren ja auch Leute dabei, die haben manchmal echt durchgeknallte Sachen gesagt.
00:51:13 Und auch das ist vollkommen okay und gut. Und dann haben andere dagegen gehalten und dann haben sie sich irgendwann in der Mitte getroffen und haben gesagt, wir haben doch viel mehr gemeinsam, als wir irgendwie dachten. Und genau das ist es doch. Irgendwie aushalten, dass da jemand was sagt, womit man vielleicht nicht...
00:51:29 rechnet, was vielleicht nicht in dem eigenen Meinungskorridor so richtig drin ist und dann am Ende zu merken, vielleicht haben wir doch irgendwie mehr gemeinsam, als wir dachten. Jetzt habe ich einfach durchmonologisiert, weil ich denke, wir sind bei Twitch, ich muss einfach reden die ganze Zeit. Da kannst du auch super locker. Ich erinnere wirklich total daran, wie der eine ältere Herr hat so eine steile These in den Raum geworfen, dann haben ganz viele Leute darauf reagiert und dann hat er gesagt,
00:51:53 Ich habe vielleicht in die falsche Kiste gegriffen. Und das war so ein echt starker Moment, weil ich dachte dann so über meinen Schwiegervater und andere nach und dachte so, wann hat der zum letzten Mal gesagt, muss ich nochmal drüber nachdenken. Und das hat hier aber funktioniert. Ja, ich glaube, die Leute merken, wenn man nicht im digitalen Raum unterwegs ist, sondern sich im echten Leben unterhält, dann unterhält man sich halt anders. Also Elie heute, Shoutout, ein ganz gutes Statement auch gebracht, online wirfst du dir halt schnell mal Sachen an den Kopf und
00:52:21 findest mit dem negativsten, überdrehtesten Take vielleicht statt. Und das ist dann im echten Leben natürlich was anderes, wenn du angesichts zu angesichts irgendwie miteinander reden musst, darfst und nicht in irgendwelchen Kommentarspalten dich rumtreppst oder irgendwie bei Twitch darauf auf bist, gebannt zu werden, damit du danach wieder entbannt werden kannst und dich darauf feiern kannst.
00:52:41 Ja, verstehe ich. Gab es einen Moment, wo du gesagt hast, oh Gott, das ist jetzt echt kritisch hier oder wie die sich jetzt unterhalten, das geht gar nicht? Nee, gar nicht. Das ist ja das Tolle. Die sind schon echt super divers, was die Meinung angeht. Das komplette Meinungsspektrum ist irgendwie hier abgedeckt, würde ich sagen. Und auch Dinge, wo ich manchmal gezuckt habe und dachte so, oh, okay.
Öffentlich-rechtlicher Auftrag und Diskussionskultur
00:53:0400:53:04 Er ist schon auch hardcore in die eine oder andere Richtung, aber das ist ja vollkommen okay. Also ich finde übrigens, so langweilig das klingt, aber es ist auch ein kernöffentlich-rechtlicher Auftrag, solche Räume zu schaffen und zu gucken, dass alle hier zu Wort kommen und genau ihre Meinung sagen dürfen. Weil ehrlicherweise, frage ich jetzt kein Geheimnis an die Leute da draußen, W in Chat, aber man darf schon auch alles sagen.
00:53:29 Das war uns ja auch total wichtig. Also klar, wenn das jetzt klar justiziabel wäre, also das sind so die Sachen, du sagst, passt alles, Aufruf zu Gewalt, verwassungsfeindliche Äußerungen oder schwere Beleidigungen, das hätten wir rausgenommen. Aber ansonsten ist das wirklich möglich, selbst wenn man zuckt und denkt, das ist jetzt ein bisschen krude oder so, dann haben wir da ein Rechercheteam, die werden nochmal gucken, welche Aussage stimmt, wie, falls Redaktionen jetzt eben sagen, wir würden das Zitat gerne benutzen.
00:53:58 aber dass die Jahreszahl falsch oder so, dass man das einordnen kann. Aber es geht wirklich darum zu sagen, wir halten das miteinander aus, dass da auch Aussagen kommen, die eben ein bisschen, ja, manchmal, du hast es krude genannt oder vielleicht nicht. Du hast es durchgeknallt genannt. Durchgeknallt, ja gut, ich sage krude. Aber genau darum geht es ja auch, zu gucken, was hält Gesellschaft zusammen und was hält Gesellschaft aus.
Härteste Sendung und Plattformvergleiche
00:54:2100:54:21 Und habt ihr jetzt bei Twitch die Gespräche mitgenommen oder was? Man konnte die Gespräche nicht sehen. Nein. Ich hätte fragt dich noch, was war bisher denn so deine härteste Hard-of-Affair-Sendung? Meine härteste Hard-of-Affair-Sendung? Das ist jetzt der Baroas-Streizern-Effekt. Wenn ich jetzt auf eine Sendung hinweise, dann ist sie wieder im Gedächtnis. Die war gar nicht schlecht, fand ich. Aber es war natürlich zum Thema Israel-Palästina.
00:54:50 Da war Enisa Mahni zu Gast, da war Perman Engel zu Gast und so. Das war eine harte Sendung, einfach weil es, glaube ich, kein Thema gibt, was so existenziell diskutiert wird, wie...
00:55:06 wie dieses Thema und so emotional und zu Recht natürlich. Und deshalb war die für mich schwer zu handeln, weil die sehr emotional wurde. Aber fand ich auch, ich finde Diskussionen, wie sie heute ablaufen, toll. Die sind ruhig, die sind gesittelt, die sind mit Respekt auf Augenhöhe. Das ist wichtig. Ab und zu finde ich es aber auch okay, wenn Themen mal besprochen werden, die so emotional und existenziell sind, dass sie dann vielleicht auch mal hoch hergehen. Das war so eine Sendung.
00:55:34 Deswegen war es die härteste für mich als Moderator, würde ich sagen. W in Chat, wer die gesehen hat. Sind Medien wie Twitch nicht viel bessere Medien, um Meinungsthemen zu diskutieren?
00:55:48 Die bessere Plattform vielleicht sogar? Ihr seid der erste Ausspielpunkt. Also wir fangen mit diesem Projekt nach draußen auf Twitch an. Also insofern ist das vielleicht auch schon eine Aussage. Ja, aber ich glaube, das ist halt super spannend zu sehen, wie sich das, also ich sehe es jetzt gerade, wie der Chat sich verhält, weil die sind ja schon sehr lautstark auch teilweise. Ich weiß nicht, ob das der beste Raum vielleicht wäre, um Themen zu diskutieren am Ende.
00:56:10 Also manche, ich sag mal, ich bin auch viel bei Twitch, gucke viel Mali, gucke Knossi Wenner dann mal wieder streamt, gucke irgendwie auch bei Monte manchmal rein und so.
00:56:22 Ich weiß nicht, ob das die besten Diskurs- und Dialogräume sind. Ich sag's wie es ist. Manchmal ist der Chat super nett und unterhält sich gut und diskutiert gut. Aber manchmal, heieiei, driftet ihr auch wirklich ab. Du hast es gesagt, die verschiedenen Ausspielwege sind ja das Gute.
00:56:40 Das macht die ARD ja schon echt toll. Sie ist sowohl bei Twitch, dann auf den sozialen Medien. Dann im linearen Fernsehen ist halt immer auch noch ein Raum, wo wir extrem viele Menschen erreichen. Das muss man auch nicht vergessen. Also letzten Montag bei Harder by Fair hatten wir irgendwie 2,8 Millionen Menschen, die live zugeguckt haben. Das darf man nicht vergessen. Da erreicht man dann auch nochmal Menschen, die vielleicht nicht vor dem Twitch-Stream sitzen. Insofern macht es die ARD, der HR.
00:57:09 sowieso genau richtig überall da präsent zu sein. Und das Besondere hier war eben gerade dieser Vertrauensraum. Also ich glaube, dieses Format funktioniert nur, wenn du sagst, du hast erst einen Vertrauensraum und danach gehst du damit raus, das hätte so nicht funktioniert. Und das war eben auch das Besondere, würde ich sagen. Gab es eine Situation, die dir in Erinnerung geblieben ist von dem, was du gehört hast? Ja, ich fand...
Impressionen vom Experiment und gesellschaftliche Spiegelung
00:57:3300:57:33 Sehr beeindruckend, die letzten zehn Minuten. Das waren, glaube ich, die letzten zehn Minuten überhaupt, also von dem ganzen Experiment, von den zwei Tagen. Und da waren alle so, es klang fast traurig, dass es jetzt zu Ende ist, dass sie wieder raus müssen in die echte Welt sozusagen. Und da gab es eine Frau, die sagte, ungefähr, zitiere ich das jetzt, sie sagte, ey, wir sind alle so unterschiedlich,
00:58:00 im echten Leben werden wir uns nie begegnet und jetzt haben wir uns hier getroffen und wir sind ja so eine geile Truppe. Irgendwie so sagt sie. Das fand ich schon interessant. Das fand ich schon interessant, weil natürlich, wenn man auf die Leute guckt, würde man denken, die sind so unterschiedlich alle. Auf Alter, wo sie herkommen, wie sie aussehen und so weiter. Und dass sie dann am Ende irgendwie feststellen, hey scheiße, wir haben ja echt viel gemeinsam.
00:58:27 War beeindruckend. Aber halt auch voll schön, weil auch nicht nur das Alter unterschiedlich ist und das Geschlecht und auch die ganzen Meinungen hier. Und dass du trotzdem am Ende sagst, hey, mögen uns alle. Wie schade ist das. Voll schön. Ja, ich glaube auch, dass es fast, ich will jetzt nicht zu pathetisch werden für den Twitch-Stream, aber das ist fast wie so ein...
00:58:46 dass das hier so ein kleines Abbild ist dessen. Und wenn man das mit rausnehmen kann, dieses Gefühl von, vielleicht haben wir eigentlich mehr gemeinsam, als wir alle denken. Und vielleicht müssen wir uns gar nicht immer so zerfetzen. Vielleicht können wir es aushalten, unterschiedliche Meinungen zu haben. Und am Ende sagen wir trotzdem, wir gestalten hier gemeinsam eine Gesellschaft, ein Land. Dann tut das, glaube ich, uns allen ganz gut. Hier sagt auch jemand am Schluss noch, einer der Teilnehmenden sagt irgendwie sowas wie,
00:59:14 Eigentlich müsste man das in jedem Dorf machen, in jeder Gemeinde. Da habe ich auch gedacht, ja, eigentlich ja, solche Gesprächskreise, klar, würden, glaube ich, allen gut tun.
00:59:24 Aber da müsst ihr richtig viele Teams aufstellen. Wir machen ja viele solche Dialogveranstaltungen. Ich glaube, alle Landesrundfunkanstalten. Und bei der letzten kam von einem Kollegen der Satz, die Menschen sind halt anders als das Internet. Weil in der Regel immer, wenn du in diesen direkten Austausch gehst und mit jemandem direkt sprichst, dem in die Augen guckst, dann findest du irgendetwas, was euch verbindet. Und das ist meistens mehr als das, was trennt. Natürlich gibt es unterschiedliche Meinungen. Aber wenn du dir die Zeit nimmst zu verstehen, warum denkt der so, was...
00:59:53 hat die Person geprägt, dann entsteht schon dadurch eigentlich ein Verständnis, was dazu führt, dass du halt nicht mehr einfach nur dagegen oder dafür bist.
01:00:03 Wegen, glaube ich, auch, wie du gesagt hast, das ist ein öffentlich-rechtlicher Auftrag, mehr solche Räume, auch wenn man jetzt wahrscheinlich nicht in jedem Dorf alle diese Stühle aufstellen kann. Aber ich mag die Idee. Ich mag die Idee auch, wenn dann Horst Günther dann mit einer Zoe im getroffenen Gemeinschaftshaus irgendwie sitzt. Und dann wird mal drüber geredet und auch mal gesagt, ich will das nicht, dass die Musik morgens um drei spielt so laut. Ist ja so ein bisschen, ich finde halt auch, was man hierin ganz gut sieht, diese Idee von Bürgerreden, die gibt es ja jetzt schon ganz lange.
01:00:32 Das ist jetzt nichts Neues unbedingt. Aber die hat so ein angem... Das ist irgendwie so miefig, die Idee, finde ich. Was ist das? Bürgerräte sind eben zufällig ausgewählte Räte aus Bürgerinnen und Bürgern, die dann die Politik beraten, über einzelne Gesetze entscheiden.
01:00:47 gibt es in anderen Ländern schon viel mehr verankert als in Deutschland. Das klingt immer so ein bisschen miefig, finde ich, aber heute hat man gesehen, ey, muss jetzt nicht ein Bürgerrat sein, aber vielleicht Runden, wo Menschen mal frei von irgendeinem Erwartungsdruck, hier gab es ja keine Erwartungen an die Menschen, weil die einzige Erwartung war, benehmt euch, redet ruhig miteinander und haut euch nicht gegenseitig. Und solche Räume zu schaffen, ist, glaube ich, sehr, sehr wertvoll, tatsächlich.
Repräsentanz im politischen Raum und Lösungsansätze
01:01:1201:01:12 Die Erkenntnis hier im Raum war halt auch, der Raum, wie er hier ist, der ja stellvertretend für Deutschland steht, der ist halt so im Bundestag nicht. Da sind ganz viele nicht vertreten. Also die eine Dame sagte dann, Bürgergeldempfänger gibt es im Bundestag eher wenige.
01:01:29 Menschen mit Beeinträchtigungen, Handwerker sind viel weniger abgebildet als Akademiker etc. Und insofern ist das natürlich schon der Reichtum von so einem Raum, dass es so unterschiedlich ist. Und der Bundestag ist es halt nicht und die meisten Landesparlamente auch nicht. Das ist ein starker Punkt, darauf habe ich gar nicht gedacht.
01:01:46 Ja, ich meine, im besten Falle muss der Bundestag natürlich irgendwie in der Lage sein, all diese Perspektiven so mit einzubringen in die Debatten. Aber in dieser Schnelebigkeit, in dieser von Krisen gehetzten Zeiten, das zu schaffen, ist verdammt schwierig. Und das werden wir bei Harder bei Fährdern ja auch versuchen, genau das, was du am Anfang gesagt hast, zu gucken. Wie können wir diese Perspektiven, die es hier heute gab, mit Entscheiderinnen und Entscheider, also Politikern, zusammenbringen?
01:02:14 und mit denen diskutieren lassen. Genau, vielleicht müssen die Zuschauer noch gar nicht so, was können die denn bei dir bei Hart aber Fair erwarten? Am 1. Juni, 21.15 Uhr. Was genau wir da machen, weiß ich auch noch nicht. Ich glaube, wir haben es genannt, Hart aber Fair, extra der Dialog. Was wir tatsächlich da machen werden, ist, dass wir mit Menschen aus dieser Runde und Baden-Baden gucken werden, wer von denen hat Lust.
01:02:41 das, was hier heute besprochen wurde, dann nochmal mit Politikern in einen Raum zu bringen. Weil wir haben ja jetzt hier, wenn man es so beschreiben würde, die horizontale Ebene gehabt, also die Menschen untereinander diskutiert und jetzt wollen wir es einmal in die Vertikale auch bringen, also zu den Entscheiderinnen und Entscheidern, weil wir können hier so viel diskutieren, wie wir wollen. Ich glaube, es hat einen totalen Wert an sich und ist wichtig, aber am Ende müssen wir irgendwie die Erkenntnisse oder die...
01:03:09 die Dinge, die besprochen werden, auch zu denen bringen, die am Ende dann mit einem relativ großen Hebel Dinge entscheiden und verändern können in diesem Land. Haben wir noch eine Frage aus dem Chat?
01:03:19 Ich hab gerade die Infobox, du musst zu deinem einzelnen Interview. Achso, sorry. Das war mir ne Freude. Tschüss. Danke schön, tschau. Wir gehen eigentlich auch weiter, oder? Genau, wir können noch ein bisschen hier bleiben. Auch um die Julius, glaub ich, braucht das Studio so müssen, aber wir können uns an die Seite stellen. Sollen wir raus? Wir können uns auch mal in die Regie gucken. Ja, komm Leute, ab in die Regie. So, ich hab ja noch ein paar Chatfragen. Ja, gucken.
01:03:46 Ja, ich weiß nicht, ob ich die Ausdauer habe. Du bist ja Profi. Da muss man schon richtig regelmäßig.
01:03:55 drauf sein und richtig viele Stunden machen. Frag mich einmal, was mein schlimmster Stream war. Was war dein schlimmster Stream? Ich war mal bei der Bauerndemo in München und ich habe mich so mitten reingestellt und ich handhabe das so mit meinen Zuschauern, dass die halt auch im Chat alles sagen können, was sie wollen. Wir verurteilen niemanden. Die dürfen auch diskutieren, die sollen nur nicht beleidigend werden. Es war hart. Es war für die Mods auch hart. Wir wollten die ganze Zeit die Leute bannen. Es war schlimm. Warte, hier gibt es noch erstmal Süßigkeiten. Willst du was? Oh ja.
01:04:22 Ja, die wollten die ganze Zeit die Leute bannen. Ich hab gesagt, nein, Motz, wir sind hier bei einer Demo und es soll so sein. Solange die jetzt nicht jemanden beleidigen, passt das schon. Aber das war auch hart für mich, weil Chet ja auch die ganze Zeit gegen mich gegangen ist. Warum bist du überhaupt hier und was hast du für eine Meinung und wie kannst du sowas hier durchgehen lassen, manche Aussagen. Das war schon hart, ja. Ja, glaube ich. Wenn ich auf Demos bin mit einem ARD-Mikrofon, dann wird es auch hart. Also manchmal kann ich sowieso Jesus durch so eine Menge gehen und das mehr teilen, weil...
01:04:51 Erstens Leute haben manchmal Schiss, wenn Kameras kommen. Und zweitens ist es doch schon, ich merke, dass es für das ARD-Logo oder für ARD oder ZDF auch öffentlich-rechtliche schon auch öfter mal richtig Gegenwind gibt draußen. Ich mag die Momente eigentlich am liebsten, ehrlicherweise. Das ist anstrengend natürlich. Aber weil man dann so Vorurteile abbauen kann, weil dann schreien einem die Leute entgegen.
01:05:14 wir dürfen ja sowieso nichts mehr sagen und und und das nehmt ihr ja nicht auf und dann sage ich immer doch komm hier ist die kamera hier ist das mikro erzähl doch mal ja merken die leute ja man darf schon auch irgendwie fast alles sagen so lange ist irgendwie wollen sie dann eher nicht mehr so ja so ein bisschen
01:05:31 Jetzt schmatzen wir hier richtig rein. Ich habe hier ein bisschen Fehler gemacht. Ich habe mit einem Lolli, aber ich muss ja reden. Ich habe so einen Nimm-Zwei mitgenommen. Es gibt auch noch andere Marken. Das war jetzt nicht so klug mit den Süßigkeiten. Die Leute reden dann schon und merken, also diese Erzählung, dass man ja nichts mehr sagen dürfte, die ist ja einfach Quatsch. Die ist ja wirklich einfach Quatsch. Die kommt ja auch von...
01:05:56 von irgendwie Prominenten, die dann immer sagen, ja, man darf ja nichts mehr sagen und dann geben sie ein Interview und auf einmal gucken Millionen Menschen zu. Aber es ist irgendwie eine Erzählung, die man nicht so schnell wegbekommt. Und ich denke immer, wie kommen die Leute darauf? Und ich glaube, meine These ist, würde mich interessieren, was du dazu sagst.
01:06:14 dass es einfach mehr Gegenwind gibt mittlerweile. Wenn man was sagt, wo viele andere denken, dass es Quatsch, dann gibt es halt schnellen Gegenwind im Internet und dann denken Leute, das sei gleichzusetzen mit, sie dürften das ja gar nicht mehr sagen. Ja, genau.
01:06:29 Also wenn die was bei mir schreiben und dann sagt jemand anderes, ja, was ist das für ein Mist, was du erzählst, dann kommt auch immer dieser typische Spruch, ja, wir dürfen ja gar nichts mehr sagen und cancel culture und sowas. Also totaler Quatsch ist, aber du musst halt davon ausgehen, dass wenn du halt was reinschmeißt, dass du halt auch Gegenwind bekommst, ne? Dass Leute halt nicht deiner Meinung sind. Und dann wird's aber spannend, so, dann kommt ja ein cooles Gespräch am Ende auch zustande. Ja klar, streitest du dich erstmal, ne? Aber von den Erfahrungen, die hier auch gemacht wurden, wenn du dich kennenlernst und auch die andere Sicht irgendwie mal wahrnimmst, dann kann es am Ende was ganz, ganz cooles...
01:06:59 Und es ist ja auch einfach, ich verstehe es auch total, es ist ja einfach wahnsinnig anstrengend, sich irgendwie mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. Ich habe auch nicht immer Bock, mich irgendwie damit auseinanderzusetzen, wenn jemand komplett anderer Meinung ist als ich. Ich würde auch lieber irgendwie manchmal einfach nur zu Hause sitzen und denken, ja, dann unterhalte ich mich mit Leuten, die das alles genauso finden wie ich. Aber das ist ja Quatsch, bringt einen ja auch nicht weiter.
01:07:24 Manchmal muss man ein bisschen den Arsch hochkriegen und sich trauen, irgendwie auszuhalten, dass es da draußen Menschen gibt, die denken ganz anders als man selber. Und ehrlicherweise, meine Erfahrung ist, da spricht man miteinander, dann ist es anstrengend, dann hält man das aus. Dann ist man am Ende auch nicht immer der gleichen Meinung, aber man hat zumindest ein bisschen mehr Verständnis dafür, wie der oder die andere denkt. Und das ist...
01:07:48 Um jetzt mal so ein altmonisches Wort zu benutzen, das ist sehr bereichernd, finde ich. Ja, ist cringe, das Wort, ich weiß, aber ist so, sorry. Ich freue mich, ob ihr schon mal körperlich angegangen wurdet. Uh.
01:08:01 Auf der Bauern-Demo wurde dir mit der Mistgabe hinterhergelaufen? Nee, tatsächlich noch nicht. Nein, ich habe die Erfahrung noch nicht gemacht. Ich bin richtig körperlich klar angerempelt, mal das Mikro weggeschlagen und sowas. Das gibt es schon mal. Aber wenn wir vorher wissen, dass es eine brenzliche Situation wird, dann kommen da meistens zwei so Schränke mit. Die sind so...
01:08:25 groß und furchteinflößend, dass sich niemand traut, richtig körperlich zu werden. Angeschrien wurde ich natürlich schon öfter, aber auch das ist okay. Man lernt halt so mit der Zeit, wenn man lernt, damit umzugehen. Bei mir im Chat ist ja nichts anderes, die kommen dann auch rein und schreien mich an. Was ist dann an Schreien? Caps Lock oder was? Nö, die machen schon zehn Ausrufezeichen, wo dann mal eine Eins dazwischen kommt und dann noch irgendein Buchstabe und sowas dazwischen ist. Da merke ich schon, die Wut ist stark, da meint jemand wirklich ernst.
Umgang mit Hass im Netz und persönliche Erfahrungen
01:08:5301:08:53 Ich kenne Bauern-Demos einfach wild. Bauern-Demos ist auch wild. Ich war auch schon auf Pal-Bauern-Demos. Als die, wann war das? Ach so, Beginn Ukraine-Krieg war das, glaube ich, als die Energiekosten, Benzin, Spritkosten und so extrem hoch waren. Da waren die Bauern ja richtig auf Zinne. Da war ich auch unterwegs. Das war schon anders. Aber ansonsten körperlich angegriffen. So richtig wurde ich auch noch nicht. Es gibt...
01:09:20 Das ist ja auch das Schöne, das ist ja die Erfahrung, die die hier drin auch gemacht haben. Sobald man dann Angesicht zu Angesicht ist und merkt, der ist ja gar nicht so schlimm oder der ist ja gar nicht so scheiße, dann geht es auch. Dann baut das ja auch Barrieren ab. Die Leute schreiben halt im Netz Dinge, die sie glaube ich nie Angesicht zu Angesicht sagen würden, oder? Nein, würden sie auch nicht. Ich glaube, all das Internet oder...
01:09:45 ist halt einfach so ein Raum, wo man seinen Frust auch einfach so ein bisschen raus lässt. Man hat einen schlechten Tag gehabt und da geht es jemandem besser oder ein Thema, was einen vielleicht sowieso berührt und dann lässt man das halt alles raus. Ich glaube, wenn, also bei mir, ich kriege ja auch viele Hasskommentare, aber ich glaube, wenn die mich kennen würden, so privat, würden sie sich auch denken, was so schlimm ist hier eigentlich gar nicht. Man muss am Ende halt ein bisschen Empathie rangehen und mal quatschen und sich kennenlernen, aber es ist halt schwer so, Deutschland ist groß. Ja, das stimmt. Aber...
01:10:13 Also manchmal fehlt noch so ein bisschen das Verständnis für den Hass, den es im Netz gibt. Ich meine, ich als Typ, wir kommen da irgendwie nur die Hälfte ab. Frauen für schlimmere Dinge natürlich. Aber ich denke dann auch immer, ich bin auch manchmal sauer auf Leute, die ich im Internet sehe oder denke, das ist doch echt scheiße, was ihr da macht. Aber mir wird es ja nicht in den Kopf kommen, denen dann eine Hassnachricht zu schicken.
01:10:34 wird dann immer so denken, naja, ist mir jetzt auch ein bisschen peinlich, dass ich sowas abschicken würde. Weil es macht ja gar keinen Unterschied, ob die Person sich dann liest, so von einer Person, die sie gar nicht kennt, kriegt so eine Nachricht mit so 100 Ausrufezeichen und sich denkt, oh ja, jetzt verändere ich das sofort, die Person hat voll recht. Jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal, jetzt mal
01:10:55 Macht euch mal nackig jetzt, macht euch mal sauber. Sie fragen sich auf jeden Fall, Nadine fragt, wie kann man ins Publikum bei Hard Aber Fair? Oh, ich glaube ganz einfach. Googelt mal oder nehmt eine andere Suchmaschine. Publikum Hard Aber Fair. Ich glaube beim WDR gibt es so ein Publikums-Service und dann kann man easy rein. Also Montag, wieder Sendung.
01:11:23 Kommt vorbei ist diesmal in Berlin. Wir zeichnen in Berlin und Köln auf. Wechseln die immer, Lopation? Wir wechseln in Berlin und Köln. Die Zuschauer sehen den unterschiedlich. Es ist einfach das gleiche Studio. Aber am Montag sind wir in Berlin und am 1. Juni, jetzt für die Folge, sind wir auch in Berlin und jederzeit gerne vorbeikommen. Wir machen das auch ganz spannend, wenn man im Studio ist, weil wir machen mal so ein bisschen behind the scenes. Also werden die Kameras noch nicht laufen.
01:11:49 Fürs Publikum erklären wir so ein bisschen, wie es läuft und zeigen, wie es so hinter den Kulissen ist. Insofern kommt gerne vorbei. Ist immer sehr spaßig auch. Außer das Thema ist sehr ernst. Was kommt als nächstes für ein Thema? Wir machen am Montag, ist eine sehr spaßige Sendung, glaube ich. Und zwar kümmern wir uns um den ESC, Eurovision Song Contest. Es läuft eine Doku in der ARD, eine ganz große, ganz tolle Doku. Den kann man sich auch jetzt schon in der Mediathek angucken.
01:12:18 Die geht um den Eurovision Song Contest und danach diskutieren wir darüber, weil es gibt ja ein paar häkle Punkte. Also wir diskutieren natürlich, welchen Platz macht Deutschland? Ist das jetzt ein guter Song? Müssen wir das überhaupt diskutieren? Müssen wir es nicht schon vorher? Nein, ich weiß nicht. Vielleicht dieses Mal ja ein besseres. Aber natürlich gibt es auch ein paar ernste Themen beim ESC, also Boykott von ein paar Ländern, weil Israel teilnimmt und so weiter.
01:12:42 Auch das werden wir diskutieren. Das wird eine interessante Runde. Wir laufen auch später, 21.45 Uhr erst, weil diese tolle Doku vorher läuft. Dann sprechen wir drüber. Ich sage zu den Hass-Nachrichten. Hass-Nachrichten nicht, aber kritisch schon. Beschreiben ein paar. Kritische Nachrichten schon mal gefallen. Kritische Nachrichten, zwinker, zwinker oder was? Kritische Nachrichten sind ja gut. Wir brauchen ja den Diskurs, auch online. Finde ich ja richtig.
01:13:10 Ich hätte jetzt auch nicht gedacht, dass irgendjemand, der Hass nachher schreibt, im ARD Twitch-Stream ist. Hättest du das gedacht? Ja doch. Ich glaube, wenn die Emotionen mit dir durchgehen, dann ist es egal. Chat fragt noch, gibt es eine für beide Seiten gute Art, mit schreienden Personen umzugehen? Oh mein Gott, das wird jetzt deep. Aber ich habe noch keine Lösung gefunden.
01:13:34 Also ich glaube, es ist auch vielleicht noch mal schwieriger, wenn im Chat jemand schreit. Ja, ich time-oute den dann und dann hat sich das Team halt erledigt. So, Bann und Time-Out. Das kann ich in der Sendung nicht machen. So, Bann. Time-Out jetzt. Nee, tatsächlich merke ich, wenn man nicht zurückschreit.
01:13:56 dann wird die andere Person automatisch auch schneller ruhig. Also, weil man merkt dann, oh, das hat sich im Ton vergriffen, das ist hier komisch, jetzt bin ich auf einmal die einzige Person, die rumschreit. Und wenn man selber ruhig bleibt und der anderen Person zu verstehen gibt, ey, wir können uns auch im ganz normalen Ton unterhalten, dann beruhigen die sich ja meistens. In der Sendung selber ist es manchmal schwierig, weil dann natürlich zwei Politikerinnen und Politiker sich dann auch mal richtig zoffen.
01:14:23 Und ich habe dann so einen Trick. Wir haben das Studio umgebaut. Und zwar ist es früher war das nur so wie an einer Bar, so eine eine Reihe. Und wir haben jetzt quasi so einen Kreis und ich kann mich in den Kreis stellen. Das heißt, ich kann mich einfach körperlich zwischen die Streithähne stellen und dann sehen die sich nicht mehr. Dann schreien die meinen Rücken oder.
01:14:41 mein Gesicht an und dann hören sie meistens direkt auf. Klingt nach so einem Tipp, den so manche Eltern auch zu Hause zwischen ihren Kindern irgendwie mal sich dazwischen stellen. So, jetzt seht ihr euch nicht mehr, jetzt hört ihr auf. Ja, genau. Ja, manchmal ist das so ein bisschen so, dass das stimmt schon. Ich finde aber, um das noch darzulassen, ist gar nicht so schlecht oder schlimm oder negativ, wenn man sich auch mal richtig zockt. Auch in der Sendung, das muss nicht immer sein und so.
01:15:10 Aber manchmal hilft das, um irgendwie Dampf rauszulassen. Und es hilft den Zuschauern und mir manchmal zu verstehen, aus der Perspektive kommen die, aus der Richtung kommen die. Deswegen finden die das so doof oder so gut oder wie auch immer. Bei meinen Fragen könnte man die Perspektive auch nicht zeigen, wenn man ein bisschen ruhiger ist. Im Idealfall ja, aber es gibt Themen.
01:15:32 Da ist es einfach emotional. Da ist es einfach so existenziell. Also ich habe es vorhin ja gesagt, Israel, Palästina zum Beispiel. Auch andere Themen, die sind so existenziell und dass die Menschen, die auch persönlich betroffen sind, die Familie haben vor Ort und so weiter, dass die da emotional werden und dann auch lauter. Dann denke ich auch, ja, ist auch okay und ist auch verständlich und kann man machen. Und solange man jetzt nicht die ganze Zeit durchschreit, vollkommen okay, finde ich.
01:16:01 Chat sagt Verena heute so seriös. Hä? Sonst unseriös, oder was? Was soll denn das heißen? Ich bin die seriöseste Streamerin auf Twitch. Ist das so? Ich kann auch so. Nee, eigentlich nicht. Aber ich kann beides. Das Beste von beiden Welten. Ey, diese Süßigkeitentüte hier ist sehr herrlich. Wenn du das jetzt wieder isst, dann klebst du dir wieder die Zähne zu. Direkt die gleichen Fehler nochmal gemacht. Sorry an dem Ton, Leute.
01:16:25 Die Megabären. Super sauer. Die Regie wollten wir uns, glaube ich, als nächstes angucken. Sind wir hier? Ja, sind wir. Man sieht einfach vier. Kannst du das auch erklären? Ja, also, ist jetzt Aushalt. Aber hier waren, hier hat man alle Kameraperspektiven gesehen. Ich weiß gar nicht, wie viele das waren. Acht, neun, zehn. Kürtisch so ist das hier. Und hier konnte man dann, glaube ich,
01:16:58 Hier am Mikropanel konnte man dann glaube ich die verschiedenen Kameras auswählen, die dann sozusagen wie so eine Art Live-Schnitt waren. Woher wissen die denn immer, wenn eine, also ich meine, da waren jetzt super viele Personen, wenn jetzt eine redet, ist auf jeder Person eine Kamera drauf? Nee, dann hat man das hier auch immer gesehen, dann wurde so wild hin und her geschwankt. Aha. Und man so, oh, wo ist die Person dann schnell drauf? Aber zwischendurch echt wild. Hinterher, wenn es geschnitten ist, sieht man das dann glaube ich nicht mehr. Aber ja, hier saßen, jetzt ist es leer, aber hier saßen, ich glaube wirklich...
01:17:27 35, 40 Leute überall. Wow. Alle total ruhig, alle mit so Kopfhörern auf, damit du das, hier sieht man noch so die ganzen Kopfhörer rumliegen. Die hatten wir alle auf und haben dann mitgehört, was die da drin besprochen haben. Alle möglichen Leute haben sich schon Sachen rausgeschrieben fürs Klippen. Die haben ja nicht wie ihr bei Twitch irgendwie so eine Clip-Armee, die das dann automatisch alles klippt, sondern...
01:17:53 Die haben das dann hier rausgeschnitten. Okay, aber die haben ihren persönlichen Clipper dann halt. Ja, quasi die persönlichen Clipper. Schaut da an die Clipper der ARD. Ja, ist cool. Das da hinten haben die, glaube ich, noch gar nicht gesehen, ne? Was der Tisch noch so weit geht mit diesen ganzen blinkenden Lichtern und so. Ja, das lossteigt jetzt aber meine Expertise. Ich könnte es jetzt blöffen lieber. Okay, versuch mal. Also ich blöff mal. Pass auf, hier haben wir...
01:18:22 Ja, hier haben wir natürlich das Control Pult, hier haben wir die Lichter. Pass auf, wenn du machst, hier machen wir das Hauptlicht aus, ziehen mal den runter, dann haben wir ein bisschen, sieht man drin schon schön, jetzt haben wir ein bisschen weicheres Licht, aber ziehen wir nochmal hoch. Wow, das ist ein Flashbang. Wie fühlt sich das so an als FitStreamer, wenn du halt mal improvisieren musst und einfach mal machen? Ja, ich meine, bei IRL-Streams, wie du sie machst, ist das wahrscheinlich die ganze Zeit Improvisation, oder? Ja, die ganze Zeit.
01:18:49 Ja, also in meinem Stream hätte ich mir jetzt hier dran gestellt, als ob ich ein DJ bin. Ach so, ja, guck mal. Wir haben das, wir können hier, wir können die Kopfhörer aufziehen, dann let's go. Hast du dann selber, während du streamst, guckst du dann selber auf den Chat die ganze Zeit? Ja. Also hast du so ein Handy immer rumhängt? Es ist ein ganz ungewohntes Gefühl, dass ich jetzt nicht auf den Chat gucke, aber ich lese ansonsten Nachrichten vor, die ich nicht vorlesen sollte. Ach so, ja, okay. Weil ich lese halt immer alles vor. Also ich gucke nicht erst und oh, das darfst du sagen, sondern ich lese es direkt vor. Und vielleicht soll ich das heute nicht machen. Und ähm.
01:19:17 Hast du da nicht die Gefahr, dass du gebannt wirst, weil eine Nachricht kommt, die du folgst, die nicht geht? Da gibt es eigentlich nur dieses eine Wort, was nicht geht. Ich habe keine Ahnung, welches es ist. Da gibt es nur ein Wort und ich habe hier so einen Auto-Mod drin, dass er das direkt löscht. Der filtert das schon vor. Sehr gut. Bei mir, wir senden ja auch live, hart aber fest, live live.
01:19:46 Kennst du so diese intrusive thoughts, die man hat? Also so wie auf der Autobahn, wenn man fährt einmal nach links in die Leitplanke oder so, macht man nicht, aber man hat es eben so. Und ich habe auch manchmal während der Sendung so intrusive thoughts, dass ich so denke, jetzt irgendwelche schlimme Wörter sagen. Oh mein Gott.
01:20:06 Das ist schon krass. Aber das ist schon hart, sich dann zurückzuhalten, oder? Das ist schon ein starker Zwang. Das ist schon krass. Gut zu wissen. Toll. Hier sind wir wieder bei der Produktion. Oh, was war das? Ich glaube, das ist live. Wir sehen gerade, was sie live machen. Ich glaube, die machen jetzt gerade die Posts. Ach, das sind jetzt die einzelnen Interviews.
01:20:30 Ja, komm einmal rauf, hier, komm. Wir machen die gerade Post-Sendungsinterviews. Also die werden jetzt nochmal nach ihrer Erfahrung befragt und das wird dann so zwischengeschnitten. Wir können das hier live sehen, aber können wir es auch hören? Warte mal. Man kann aber auch schon mal Richtung Moderatorin gehen. Die ist jetzt auch schon gleich ready für uns. Oh, man kann es sogar ein bisschen hören, aber gut. Ach so, hier, guck mal. Warte mal. Geil, man kann einfach reinhören, was die jetzt gerade sagen.
01:21:02 Warum höre ich das nicht? Shit, nee, geht nicht, sorry. Anyways, zur Moderation oder was? Soll ich mitkommen? Wenn du noch ein bisschen Twitch-Streamer sein möchtest, bist du herzlich eingeladen. Ich finde, du machst es gut. Ja? Ja, also du machst es echt. Also entertaining. Man hat ja gar keinen Moment irgendwie das Gefühl, du weißt nicht mehr, was du sagen sollst. Ich laber einfach durch. Endlich hört mir mal jemand zu.
01:21:32 Das Set ist echt krass, finde ich. Also das Set finde ich, also du sitzt hier und du wirst voll angeleuchtet. Aber hört man sich? Setzt du dich mal, ich setze mich mal ganz hinten hin, mal gucken, ob man sich hört, wenn man da so...
01:21:49 So, aber das ist schon weit weg. Hörst du mich gut? Nee, kaum. Die hatten wahrscheinlich Mikros an, glaube ich. Hatten alle dann was im Ohr? Zwischenzeitlich gesagt, bitte redet mal lauter. Also die hatten kein Mikro im Ohr oder sowas? Nee, die haben nur Mikro zum Aufnehmen gehabt. Findest du es gemütlich da drüben? Ja, super gemütlich hier. Zwei Tage auf dem Stuhl. Nee, die Stühle sind... Sieht aus wie von Dune. Von was?
01:22:14 Dune. Ach, wie von Dune? Ja, okay, ein bisschen. Ja, Checky aber. Ja, auf jeden Fall. Das habe ich nicht gesehen. Aber die Stühle sind schon auch gemütlich, finde ich. Die Stühle sind gemütlich, aber es ist jetzt... Ja, wir sind jetzt in einem halbe leeren Studio, ne? Hier saßen ja normalerweise noch mehr Leute. Aha, da hängt die Moderatorin. Gut, ich gebe euch das Mikro. Nächstes Highlight. Ja, ich hole das Mikro mal ab.
01:22:42 Ich mach noch eine Verabschiedung. Das war's von mir. Vielen Dank, dass ihr heute dabei wart. Wir in den Chats. Es war mir eine Freude. Tschüss.
01:22:57 Hallo, ich bin Verena. Das ist der Twitch-Stream da hinter der Kamera. Ich gebe dir mal das Mikrofon. Vielleicht stellst du dich mal kurz vor, damit der Chat weiß, womit wir das zu tun haben. Ja, Servus zusammen. Ich bin Andrea und ich habe die letzten zwei Tage das Projekt als Gesprächsbegleiterin tatsächlich begleitet, unterstützt. Und wie hast du das Projekt empfunden? Also ich meine, das waren jetzt, ich glaube, zweimal drei Stunden, also sechs Stunden insgesamt.
01:23:26 Wie fandest du die Zeit? Ja, bei weitem mehr. Also das Projekt ist mehr als die zwei mal drei Stunden, sondern da arbeiten eine Million Leute im Hintergrund. Es wurden Interviews geführt mit den Teilnehmenden, Laien wie Jakob und mich tatsächlich auf das Thema TV-Projekt vorbereitet, weil wir ja noch nie so was gemacht haben.
01:23:48 Von daher super interessant, ein Herzensthema. Jakob und ich sind, glaube ich, beide gesprungen in das Thema, weil wir noch nie was für TV- oder Medienunternehmen gemacht haben. Aber das Thema uns einfach wahnsinnig angezogen hat. Ich kann nur für mich sprechen. Für mich zumindest denke ich, dass Verbindung in Deutschland wichtiger ist als Spaltung. Wie war die Zeit so für dich? Also war das ein angenehmeres Gespräch mit den Teilnehmern? Ja, also ich sehe immer den Menschen hinter einer Position.
01:24:16 Von daher war das das, was mir sicher leicht gefallen ist. Aber ich gestehe, ich war mega unter Strom, weil ich hatte noch nie einen Knopf im Ohr, einen Regisseur, der mir Anweisungen gegeben hat. Ich hatte noch nie mit 42 wildfremden Menschen zu tun. Und von daher vieles neu, aber getragen von der guten Energie, die es hier am ganzen Set gab und die letzten drei Tage.
01:24:37 Das heißt, du hast noch nie vorher so viele Leute moderiert in so einem Gespräch? Nein, das schon in anderen Kontexten. Also ich bin Unternehmensberaterin und arbeite mit Gruppen, auch größeren Gruppen, aber da gibt es immer einen klaren Auftrag. Zum Beispiel Zusammenarbeit verbessern. Und das war hier ja relativ frei. Also es hätte alles passieren können. Zum Glück hat das Format getragen. Und was war die größte Herausforderung für dich, das zu moderieren? Tatsächlich gab es Themen.
01:25:03 die mich wahnsinnig interessiert haben, wo mein Herz höher geschlagen ist und wo ich mir immer wieder sage, deine Rolle ist ja eine, den Raum für die anderen zu tragen und zu halten, dass die ihre Meinungen kundtun können, frei, ohne Zensur, ohne Angriffe. Und es geht gerade nicht um deine Meinung in dem Raum. Und tatsächlich ist das das, was mir am schwersten gefallen ist, also nicht meinen Senf dazu zu geben. Aber durftest du das den Teilnehmern dann sagen? Nein. Nein, weil du musst sie einfach...
01:25:28 Ich glaube, es war Teil des Formates, dass ich nicht Teil der Gruppe werde. Also immer nur diese Stunde hier im Raum mitsitze. Aber das war natürlich schwer. Ich bin ein Mensch, der sonst sehr, sehr gerne mit den Teilnehmenden in die Verbindung geht und in Austausch. Von daher war das viel Drosseln und auf der anderen Seite wieder loslassen und darauf vertrauen, dass das Set trägt und all die Kollegen und Kolleginnen im Hintergrund den fantastischen Job gemacht haben.
01:25:54 Ja, Chad sagt, die Frau wirkt sehr gefasst, souverän und gelassen. Merkt man sofort. Das täuscht. Das täuscht. Ich bin total fertig. Ich war mega, mega, mega angespannt die letzten zwei Tage, weil es eine riesen Verantwortung und das erste Mal für mich in so einem Setup und auch in dieser Rolle, das zu tun, eben inhaltlich nicht steuernd mit reinzugehen.
01:26:16 Von daher war ich mega aufgeregt. Das Fremdbild habe ich rückgespiegelt bekommen, dass ich mega cool aussehe. Das passt überhaupt nicht zu meinem Innenleben. Ich bin auch mega fertig. Ich könnte mich auf der Stelle hinstellen. Es ist aber lieb, dass du trotzdem noch mit uns redest. Auf jeden Fall. Nehme mich gerne wahr. Mein Kind findet es cool, wenn das passiert. Ja? Mein Kind auch twitscht? Ja, Social Media. Eher als Fernsehen. Das verstehe ich schon. Warum genau 42 Personen?
Moderation des Formats und persönliche Herausforderungen
01:26:4401:26:44 Also sowohl hier in Leipzig 42 als auch in Baden-Baden. Das waren zwei parallele Produktionen, genau mit dem gleichen Setup, die gleichen Fliesen unten am Boden, Stühle, weil wir damit versucht haben, einen Querschnitt von Deutschland abzubilden von 84 Millionen Deutschen. Und dann waren es in zwei Gruppen.
01:27:00 Genau. Einmal Baden-Baden. Weil 84 wären nochmal heftiger gewesen zu moderieren. Weiß ich nicht. Vielleicht als Ausbaustufe? Nein, nicht mit mir. Jetzt wissen wir ja schon, was du nicht durftest, nämlich dich persönlich einzubringen in diese Gruppe, in die Diskussion. Aber was durftest du denn dann? Also was war deine Aufgabe hier?
01:27:18 Ja, tatsächlich das Gespräch so zu begleiten und den Rahmen so zu halten, damit die Meinungen tatsächlich einen Raum bekommen, unterschiedliche Meinungen frei genannt werden konnten, dass Dialog entsteht, also eine Begegnung jenseits des Austausches von Positionen oder Meinungen, sondern wirklich eine Verbindung entsteht zwischen Menschen. Dazu haben wir Vereinbarungen getroffen zu Beginn mit der Gruppe.
01:27:43 Am Ende hatte ich einen leichten Job, weil die Gruppe mega dankbar war und die Vereinbarung mitgetragen hat. Das heißt, Wortbeiträge waren meistens nicht zu lang. Auch Redebeiträge. Es wurde geschaut, dass jeder mal eine Stimme bekommt. Das war ganz wichtig, um einfach diesen Querschnittsgedanken auch gerecht zu werden, dass jeder quasi für einen Deutschen, eine Million Deutschen steht. Und gab es eine Situation, wo es dir moderativ schwer gefallen ist? Also irgendwie, wo egal, ob da jemand halt
01:28:12 super viel geredet hat oder weil es gerade sehr emotional geworden ist? Ja, tatsächlich die Themen, die einen selber betreffen. Ich habe selber Migrationshintergrund. Mein Vater ist Gastarbeiter, Ungar gewesen.
01:28:24 Ich bin älter und dann gibt es so Themen, wo ich sage, die berühren einen sehr. Also auch was so politische eigene Grundwerte angeht, wenn dann so Positionen etwas extremer waren. Also da nicht inhaltlich irgendwie reinzufallen oder auch den Raum kleiner zu machen als für andere. Das war, glaube ich, mein Job, den so zu tun, dass jede Stimme wirklich eine Chance hatte, gehört zu werden, begründet zu werden mit eigenen Erfahrungen, um dann einfach im Korrektiv vielleicht auch eine Annäherung stattfinden zu lassen.
01:28:53 Und das war aber tatsächlich das Schwierigste. Da gab es so zwei, drei Momente, wo ich mir dachte so, ach Gott, wenn ich Teilnehmerin gewesen wäre, hätte ich was gesagt. Vielleicht kannst du eine Situation erklären von denen? Es ging um das Thema Immigration. Ich denke mal, das ist eines der großen Brennthemen in Deutschland, wo viel Bewegung tatsächlich in Deutschland ist. Und da bin ich einfach Humanistin und durch und durch Demokratin.
01:29:19 und habe mich da natürlich etwas schwergetan mit extremeren Positionen und pauschalisierenden Aussagen. Aber am Ende sind das Wahrheiten, die in Deutschland existieren und darum ging es in dem Format, tatsächlich denen Raum zu geben. Genau, und dann ist es gut, wenn man in der Rolle bleibt, aber das kostet Kraft, dass man mich so erschöpft. Ja, glaube ich. Würdest du sagen, am Ende ist die ganze Gruppe irgendwie zusammengekommen und hat gesagt, hey, wir verstehen uns gegenseitig, wir haben Verständnis zueinander?
01:29:47 Also ich finde schon, das war schon am ersten Tag spürbar und es hat mich so weit gebracht oder auch von der Aufnahmeleitung, von der Regie, den Wunsch an die Gruppe zu halten, sich danach nicht zu treffen, um da weiter zu diskutieren, damit wir wirklich die Themen hier diskutieren können.
01:30:04 Und scheinbar gab es aber sehr, sehr starke Verbindungen schon nach dem ersten Tag, also dass die Menschen da in einen guten Kontakt gekommen sind. Und ich könnte mir vorstellen, dass einige davon sich auch über dieses Format hinaus weiter treffen werden. Wir haben schon gehört, es haben sich wohl WhatsApp-Gruppen gebildet. Ja, scheinbar. Was willst du mehr? Menschen, die sich vorher noch nie gesehen hatten, noch nie in der Berührung hatten, gehen nach zwei Tagen aus dem Raum raus und fühlen sich verbunden und sind initiativ und wollen gestalten.
01:30:33 Das finde ich schon was Großartiges. Was denkst du, woran lag das? Die Teilnehmenden wurden das am Ende tatsächlich gefragt von dem Programmdirektor vom MDR. Also was denken sie, war anders? Warum war diese Form des Gesprächs anders als in Debatten im Bundestag? Und die Ideen der Teilnehmenden, ich glaube, das ist das Wichtigste, deren Realitäten mitzunehmen, ist, dass sie gesagt haben, also wirklich mal zwei Tage ohne Handy.
01:30:56 Du musstest dich wirklich zwei Tage in den Hause holen. Die mussten sich wirklich aufeinander einlassen. Also es war nicht nur Ablenkung und ich höre dir nur oberflächlich zu, sondern der Mensch, glaube ich, stand als Ganzes im Hinter-, im Vordergrund. Und ich denke auch, dass das Format, so wie der Segei, der Regisseur das gedacht hat, einfach großartig ist.
01:31:19 glaube ich, etwas, wo der Mensch von Anfang an jeder Einzelne sich gesehen hat und gehört geführt hat. Ich glaube, es wurden Einzelinterviews im Vorfeld geführt. Es gab hier eine wunderbare Betreuung von den Teilnehmenden. Und von daher glaube ich, dass das Format wirklich toll ist und vielleicht eine Blaupause ist für unsere Gesellschaft, wieder in einer anderen Art von Austausch und Miteinanderkommen.
01:31:40 Wir hatten hier so Momente, dass die Jungen gesagt haben und die Alten sich versöhnt haben, im Raum zu Themen. Und der Konsens war eigentlich, lasst uns doch mehr miteinander reden als übereinander. Ja, also dieses jemanden hören und gehört werden, sagst du, war dann der Unterschied an allem. Ich finde schon. Also ich unterscheide auch in meiner Berufspraxis zwischen unterschiedlichen Formen des Zuhörens. Also inhaltlich, wir wollen beide das Gleiche verstehen und gleichen ab. Oder höre ich dir empathisch zu und möchte dich wirklich verstehen, was du fühlst.
01:32:10 du denkst, halte dir auch den Raum, dass du da länger ausschweifen kannst und deine Gedanken teilen kannst. Und das, glaube ich, geht in unserer heutigen Zeit total verloren. Ich habe die Frage noch, wie unterscheidet sich das Format von dem Format die 100?
01:32:25 Ich gestehe, ich schaue gar keinen Fernsehen. Das ist aber eine blöde Frage jetzt. Nächste Frage, dann springen wir das. Die meisten freuen sich einfach, dass du da bist, finden dich cool. Danke für den Stream. Ich habe vorhin gelesen, ARD, IRL-Stream, das ist crazy. Wow, ich glaube, das ist eine Krönung fast schon.
01:32:48 Das war wirklich ein tolles, tolles Projekt. Also ich bin auch ganz beseelt, auch wenn ich erschöpft bin, weil man einfach sieht, was möglich ist, wenn der Rahmen passt und wenn jeder Einzelne sich darauf einlässt. Und wenn man das irgendwie jetzt mal hochskaliert, also denkt auf 84 Millionen in Deutschland, stimmt einem das positiv. Also mich stimmt das positiv. Denkst du vielleicht war auch ein Unterschied, dass die Leute hier nicht eine Lösung finden mussten für ein konkretes Problem?
Verbitterung, Lösungsansätze und zukünftige Möglichkeiten
01:33:1301:33:13 Ich könnte mir vorstellen, dass es trotzdem geklappt hatte. Aber es hat, glaube ich, dieses einmal ehrlich hinschauen und auch hinhören gebraucht. Ich nenne das immer, wenn Menschen verbittert und unzufrieden sind, dann ist meistens eine konstruktive Lösung unmöglich. Aber wie kriegst du die Verbitterung und Unsicherheit raus? Das heißt, du musst den Menschen mal zuhören und den anerkennen, dass sie sauer sind oder wütend sind oder frustriert sind oder was auch immer da gerade die Stimmungslage ist. Und wenn das passiert, ich sage mal, wenn das Gift einmal raus ist,
01:33:43 Also die Verbitterung raus ist, ich glaube, dann kann konstruktiv und kokreativ gearbeitet werden. Ich glaube, hast du das Gefühl gehabt, dass die Leute am Anfang ein bisschen verbitterter in die Gespräche reingekommen sind und sich das so langsam gelegt hat? Vielleicht, also kann ich gar nicht so...
01:33:57 Vielleicht waren am Anfang mehr unterschiedliche Positionen hörbar, aber am Ende war es tatsächlich vor allem ein Miteinander, aber auch ein Korrigieren von Meinungen, indem man andere Ansichten dagegen gestellt hat oder zumindest Nachdenken angeregt hat. Und ich könnte mir vorhin schon das Abschlussfeedback fragen von jemandem. Mensch, schade, eigentlich habe ich mir gedacht, jetzt könnte jetzt der Lösungs...
01:34:19 die Lösungsarbeit gegeben. Die wäre gerne hier rausgegangen mit konkreten Lösungen für Generationsfragen. Was bedeutet das Rentensystem für junge Menschen wie euch? Und ich kann mir vorstellen, wenn wir noch einen Tag drangehangen wären, wäre das möglich gewesen. Bin ich fest von überzeugt. Also einen Katalog mit Fragen und da müssen wir jetzt eine Lösung finden, einen Tag länger. Und es hätte funktioniert. Vielleicht zwei oder drei große Themen, um zu sagen, was kann auf unterschiedlichen Ebenen von Einzelnen, aber auch von der Gesellschaft getan werden.
01:34:46 traue ich dieser Gruppe mehr als so. Cool. Chat sagt noch, eine gute Moderatorin ist genauso wichtig wie die Teilnehmer. Vielen Dank, Andrea. Dankeschön. Danke, danke, danke. Chat ist süß. Ja, mega. Seit wann streamt die ARD? Ist ein guter Schritt, auch Jüngere zu erreichen?
Vorbereitung und Eindrücke des Formats
01:35:0001:35:00 Mit euch auf jeden Fall. Ja, auch mal schön zu hören. Ich finde es auch cool. Ich freue mich auch hier zu sein. Ich freue mich auch. Ich fand das Format toll. Ich freue mich auf den ersten Sechsten. Hast du das gesehen? Vorhin im Backstage-Raum habe ich so ein bisschen zugehört. Mehr als ich wahrscheinlich gesehen schon. Ich weiß nicht, es waren so drei Minuten, wo ich so zugeschaut habe. Das war jetzt nicht so viel, aber die Eindrücke waren schon stark. Aber auch dieses ganze Konzept ist ja auch mega cool. Also ich bin schon sehr gespannt auf den ersten Sechsten zu sehen, wie sind die Leute denn?
01:35:28 Ist einer hitzig geworden? Hat er sich wieder runtergefahren? Hat er Einsicht gezeigt? Was haben die Leute gesagt, damit er vielleicht einsichtig wird? Ich freue mich auf die emotionalen Momente. Ich bin gespannt, mir das am 1.6. anzuschauen. Ich teaser mal ein bisschen. Seid gespannt am 1.6. Mega spannend. Gab es alles, mehr oder weniger. Mal schauen. Wut und Trauer war alles zusammen.
01:35:49 Ja, Resignation, auch persönliche Geschichten, die mich tief berührt haben. Also ich könnte mir gut vorstellen, dass ich jetzt erstmal die nächsten Tage, dass sich das erstmal alles setzt, gerade war ich so im Konzentrationstunnel, bloß keine Fehler zu machen bei meinem ersten Mal in so einer TV-Produktion. Ich kann mir vorstellen, wenn sich das setzt, wird erstmal klar.
01:36:08 Was das auch für eine Ehre ist, bei so einem Riesenprojekt dabei zu sein, was vielleicht eine Blaupause ist. Also ich würde mir das so wünschen, so kommunal oder in kleineren Regionen oder auch in sozialen Bubbles, wo man einfach überlegt, wollen wir nicht vielleicht anders miteinander umgehen, anders kommunizieren, welche Räume braucht es, damit einfach wieder Austausch und Miteinander möglich ist. Also von daher, mal sehen, wahrscheinlich werde ich in ein Loch fallen und dann irgendwie auch sagen, war cool. Stark.
01:36:37 Haben wir noch eine Frage aus dem Chat? Ich glaube, es wird viel diskutiert, viel ausgetauscht. Das mögen wir aber auch, wenn Chat diskutiert. Viele finden es cool, dass du im seriösen Raben mal ein bisschen bei einer politischen Sendung dabei bist. Hä, was soll das? Ich verstehe es, Chat. Ich verstehe das schon. Ich kann es nachvollziehen. Warum, was machst du sonst? Ich mache immer so Quatsch. Zum Beispiel?
01:37:00 Eine Schlauchboottour, acht Stunden über die Isar. So was habe ich auch schon gemacht. Super, dann kannst du das nächste Mal melden. Dann lebe ich immer. Bist du aus München? Warst du mal auf der Isar unterwegs, im Schlauchboot? Natürlich, hallo? Ich war ja auch mal jung. Ich war alleine, ich habe mich so abgestrampelt danach.
01:37:16 Ist auch nicht ungefährlich. Ich habe da ein Schlauchboot liegen lassen, habe mir ein Uber geholt, bin im Uber fast eingepennt, habe alles liegen lassen. Handtuch, Schlauchboot, Sonnencreme und bin einfach nur noch in meinem Bett. Bist du Münchnerin? Lebst du in München? Ich lebe in München, ich bin eigentlich aus Hessen. Spannend, dann hast du ja eine schöne Stadt ausgesucht. Ja genau.
01:37:34 Ich wollte gerade fragen, wie ist es mit dem Timing? Ja, also die Teilnehmer sind noch beim Interview, aber so in der Viertelstunde sind die ersten. Ach schön, ja, aber dann können wir uns ja da schon mal hinsetzen. Du kannst das auch noch mit uns laufen. Willst du noch mit uns? Aber du bist kaputt. Ich muss ja noch, es gibt ja noch mehr, die an mir ziehen. Ich habe mich verlaufen. Rechts? Ne, stopp. Ja genau, die falsche Richtung, da ist der Ausricht.
01:38:02 Aber kennt ihr überhaupt die ganzen TV-Produktionen, die ganzen Logiken? Weil das war für mich total... Nein. ...wie viele Millionen, also unfassbar viele Menschen im Hintergrund agieren. Keine Ahnung von sowas. Ich auch nicht. Ich war einmal als Gast bei irgendeiner Show und ich weiß auch nicht mehr, was es war. Irgendeine Spielshow.
Technische Organisation und Hinter den Kulissen
01:38:2201:38:22 Das ist das Einzige, was ich irgendwie Kontakt hatte zu Fernsehen. Also ich hab grad, da gibt's ja Maske, da gibt's Requisite. Dann passt jemand auf, dass du dich nicht vollkleckerst. Dann hast du jemanden, der die ganze Zeit sagt, dann bist du dran. Nein, warte mal fünf Minuten. Dann gibt es Licht. Ich weiß nicht, wenn ihr draußen das Personal gesehen habt, also wirklich tolle Menschen, die da auch schauen, dass es allen gut geht. Also geschätzt sind das 200-300 Leute, die hier agieren, um eine Stunde zu produzieren. Also weiß ich nicht.
01:38:50 Content. Wie sind sie denn auf dich gekommen, wenn du gar nicht... Zufall. Jakob in Baden-Baden und ich, wir sind beides ja keine TV-Menschen. Also er ist, meine ich, Psychotherapeut. Oh Gott, Jakob, verzeih es mir, wenn du was anderes bist. Und ich bin ja Wirtschaftspsychologin und arbeite eigentlich für Unternehmen. Und ich hatte mal mit dem MDR ein Training für Führungskräfte und Menschen, die Veränderungen gestalten.
01:39:15 Und da scheine ich Eindruck gemacht zu haben. Dann wurde ich gefragt, hast du Lust auf das Projekt? Sag ich ja, erzähl mal ein bisschen mehr und dann.
01:39:25 Da dachte ich mir, das ist aber schon eine große Nummer, ein ganz neu und ganz kaltes Wasser. Aber ich bin schon immer gesprungen in meinem Leben. Und was war jetzt so die, also dich nicht persönlich einzubringen, war wahrscheinlich die größte Herausforderung. Müssen wir hier eigentlich lang? Ist das hier der Weg? Da links? Ach nee, hier sind wir schon. Genau, hier sollen wir rein. Ja, ich glaube auch schon eine Verantwortung. Also ich... Da nicht rein, sondern wir laufen so hier so ein bisschen außerhalb. Okay. Also schon eine Verantwortung, denke ich.
01:39:53 Also auch zu verhindern, dass Übergriffe persönlicher Art passieren, bei bestimmten Meinungen. Also das war schon meine Aufgabe, zu schauen, dass man so eine Etikette einhält. Vielleicht sogar auch gesichtsschädigendes Verhalten für Einzelne vielleicht auch irgendwie zu steuern, weil irgendwie geht das ja jetzt von her oder online und da sind ja Menschen mit persönlichen Geschichten dahinter. Oh, wollen wir uns hinsetzen? Wenn du magst.
01:40:27 Oder wie machen wir es? Dann kann man jetzt noch 15 Minuten.
01:40:40 Aber ist das dein Hauptjob? Was ist dein Job? Ich habe einen Doppeljob. Ich bin Twitch-Streamerin und habe aber auch eine Marketingagentur. So zwei Sachen. Ich weiß gar nicht, wann ich mit dem ARD Kontakt hatte, aber irgendwann haben die mich dann auch einfach gefragt, hey, wir haben hier ein Format, willst du das nicht auf Twitch zeigen? Aber ein Auftraggeber von vielen wahrscheinlich, der öffentlich-rechtliche Rundfunk, oder? Ja.
01:41:08 Das heißt, du arbeitest für mehrere, die nachfragen und Bock auf dich haben. Ja, wer zu mir kommt. Aber normalerweise bin ich keine Moderatorin. Also in dem Sinne, so was mache ich eigentlich nicht. Sondern? Was bist du von Bergkorn? Ich habe BWL studiert und war dann in der Automobilindustrie viele Jahre. München? Ja, aber nicht nur München, ich habe auch in Holland gewohnt und war da bei Tesla in der Automobilindustrie. Und normalerweise, das ist nicht mein... Also ich habe keinen Moderator...
01:41:32 Also auch ins kalte Wasser gesprochen? Voll ins kalte Wasser gesprochen. Aber wie, weshalb, wie kam das? Ich wurde gefragt und dann habe ich gedacht, das ist eigentlich eine coole Idee und warum eigentlich nicht?
01:41:41 Am Ende ist es ja ein Twitch-Stream, aber es ist halt ein bisschen anders. Also man muss schon ein bisschen aufpassen, was man für Fragen stellt und man hat auch ein größeres Briefing am Ende. Das ist schon ein Unterschied. Aber am Ende ist ja Twitch so mein Medium. Warum soll ich dann zu sowas Nein sagen, auch wenn das Setup so ein bisschen anders ist? Merkt man. Macht das Spaß auf jeden Fall. Ja, es macht schon Spaß, ja. Aber es ist schon was anderes, weil normalerweise, wenn ich so mit der Kamera unterwegs bin, dann...
01:42:04 dann ziehst du mal los, du erlebst spontane Dinge und so und hier hast du ja einen klaren Auftrag, während ich in meinem eigenen Stream-Selt deutlich freier bin. Das war es bei mir jetzt auch tatsächlich. Es war nicht mein Format, das ich entwickle für Kunden, sondern das, was du quasi mit zum Gelingen...
01:42:20 bringen sollst idealerweise. Und das ist schon eine Verantwortung, der ich mir bewusst bin. Auch ein Vertrauen, was mir ausgesprochen wurde. Mit jemand, der noch nie was gemacht hat, so eine Abläufe kennt, ist ja ein Risiko, was wir eingegangen sind. Da hängt ja so viel dran, so viele Monate Vorbereitung. Ja, brutal. Ja, und dann hast du schon irgendwie Druck, dass wenn du halt irgendwie was falsch machst, am Ende halt dann irgendwie so eine Produktion halt irgendwie dran hängt. Ich glaube, das ist so der Grund, warum ich wirklich so gerade merke, so das sind so jetzt die letzten Energiereserven, wo du hochfährst und dann, glaube ich, heute Abend im ICE werde ich bam.
01:42:50 So leid, dass du dich jetzt abgegriffen hast. Weiter da hinten wieder hin und dann können wir gleich schon mit den ersten Teilnehmenden quatschen. Ich danke dir. Komm gut heim.
01:43:02 So, Chet, wir kommen jetzt zu den ersten Teilnehmern. Jetzt gehen wir voll rein. Also, jetzt quatschen wir mit der Teilnehmerin, ne? Ist es doch? Ja, genau. Wahrscheinlich mit einer Teilnehmerin. Voraussichtlich mit einer Teilnehmerin. Und sie wird sich gleich nochmal selber vorstellen. Und dann stellen wir ihr, wir, also ich und ihr, wir stellen ihr ganz viele Fragen. Also, wie sie das Format empfunden hat. Und dann können wir auch mal ein bisschen persönlicher uns die ganzen Storys anhören, mit denen die Teilnehmer in die Gespräche gegangen sind.
01:43:32 Es wurde auch schon geschrieben, Verena sponsert bei GEZ. Also du wirst wirklich gefeiert hier in der ARD. Was soll ich sagen, Shit? Gefällt euch das? Dann machen wir das jetzt noch öfter.
01:43:48 Ja, ich muss vielleicht auch mal Chat kurz lesen. Wie lange haben wir denn noch? Wir warten jetzt eigentlich noch. Eine gute Stunde haben wir noch. Vielleicht haben wir so ein, zwei Teilnehmer, vielleicht auch noch mehr. Die kommen jetzt quasi gerade alle, ich glaube von da, aus dem großen Studio. Aus den Einzelinterviews. Genau, aus den Einzelinterviews. Yes. Chat freut sich hoffentlich.
01:44:15 Louis wurde im Hintergrund gespottet. Der war vorhin bei uns. Ja, bei dem merkt man auch, dass der so aus dem Fernseher ist. Ja, der labert einfach nur. Der labert einfach nur und hört nicht mehr auf. So professionell aber. Ich kann das gar nicht.
01:44:29 Ja, das war so locker, wenn man das jeden Tag so ein bisschen macht. Der wurde gespottet, als er gerade gegessen hatte im Hintergrund. Wurde er nicht rausgescheucht? Ja, kann gut sein. Und jetzt wird hier die Umgebung schon wieder gespottet. Ja, wir sind hier bei In aller Freundschaft. Wir haben auch eben kurz die Notfallräume gezeigt aus In aller Freundschaft.
01:44:57 Was soll ich euch sagen? Stellt ein paar Fragen in den Chat. Ich bin hier. Was sagt ihr bisher zum Format? Also zu diesem Twitch-Stream oder generell zu dem Format? Was sagt ihr? Werden die richtigen Fragen gestellt? Finde ihr das generell cool, was hier so gemacht wird? Was für Fragen möchtet ihr noch beantwortet bekommen? Oh.
01:45:22 Die Jacke war aber unvorteilhaft, die ich da heute angezogen habe. Chat, das sehe ich jetzt aber gerade, wo ich den Stream selber sehe. Das ist ja... Chat.
01:45:33 Ich finde am coolsten, dass alle das Gleiche sagen. Alle haben eh nicht Erfahrungen gemacht. Alle gehen aus diesem Format raus und es ist so wholesome. Jeder sagt, dass das Format so toll war. Sie sind so zusammengewachsen und sind so happy. Sie müssen es erst mal sacken lassen. Es war wohl eine sehr emotionale Reise. Aber auch, dass die Leute zusammengewachsen sind. Das hat ja jeder Einzelne bisher gesagt.
01:46:02 Ja, das fand ich sehr, sehr cool irgendwie, muss ich sagen. Ich fand auch Andrea echt cool. Also ich finde, die bringt so eine Ruhe irgendwie nochmal rein, so in so ein schon auch aufgeregteres Setting und so. Das ist schon ganz geil. Das Mikrofon gar nicht. Doppelt und dreifach hier. Wo seid ihr da? In Berlin?
01:46:24 Nein, wir sind in Leipzig und sind hier beim MDR. Ich glaube, man sieht es auch so ein bisschen ab und zu im Hintergrund. Ab und zu ist mal ein Schild oder so, wo wir dran vorbeilaufen. Da vorne ist ja auch ein großes Zelt und der Wartebereich und alles. Genau.
01:46:41 Genau, wir haben die ganzen Chat-Commands drin, also wer hier neu reingekommen ist, Aussagebezeichen WDV in den Chat, da wird nochmal erklärt, was wir hier überhaupt machen, was das überhaupt für ein Format ist. Dann haben wir auch ganz viele andere Chat-Commands, zum Beispiel, wie kann man bei euch eigentlich die ganzen Chat-Commands sehen in der Liste? Ja, ich glaube schon. Habt ihr natürlich Aussagebezeichen Commands?
01:47:02 So zum Beispiel Andrea, die Frau, mit der wir eben gesprochen haben, wer war das? Also so Zeichen Louis, mit dem wir eben geredet haben. Da findet ihr immer kleine Hinweise oder Infos darauf, was die Leute für einen Background haben oder was die auch für eine Aufgabe hier in diesem Format haben. Und das ist echt ganz gut, weil ich deutlich sagen, es ist bei euch deutlich besser organisiert, als es bei meinen Streams so ist.
01:47:28 Da gibt es nämlich kaum Chat-Commands. Ehrlich? Warum nicht? Ich bin da zu faul für. Also ich mache es nicht. Es ist so viel Arbeit. Es ist viel Arbeit. Jedes Mal abzudaten und so. Ach so. Diese Timer, die automatisch um sowas da reinkommen. So entweder meine Mods machen, so das passiert dann einfach nicht. Aber ich finde bei euch ist es richtig gut. Also ihr habt ja wirklich für jede Information habt ihr einen Chat-Command. Hier, außerhalb zeichen Commands. Ihr habt sogar für die Commands einen Command. Oh, ich habe auch einen eigenen Command. Natürlich, du musst ja erklärt werden. Ja, natürlich.
01:47:56 Ich habe gerade gehört aus der Regie, dass wir eventuell mit der ersten Teilnehmerin sprechen können. Und auf dem Weg dahin sagt Meant, dass du dich mal vorstellen sollst. Oh, sorry, ich habe mich überhaupt nicht vorgestellt. Ich bin Merle, ich arbeite beim Hessischen Rundfunk, also von dem Sender, wo wir hier den Stream machen. Und ich mache so alles Mögliche. Und vor allem Distribution heißt das bei uns.
01:48:24 Vermarktung von unseren Dokus und von unseren Sendungen und so. Aber halt auch sowas hier, um ein Format ein bisschen bekannter zu machen, vor allem halt im digitalen Raum, Social Media und so. Weil häufig werden die Dokus sonst nicht gefunden. Die Mediathek ist jetzt schon relativ erfolgreich und groß, aber trotzdem werden häufig halt Dokus dann doch nicht gefunden oder brauchen nochmal so ein bisschen Aufmerksamkeit. Und darum kümmere ich mich.
01:48:51 Ihr habt mit dem ZDF zusammen eine Mediathek? Ne, das ist nochmal eine extra Mediathek. Genau, im ARD Mediathek gibt es schon eine ZDF Mediathek. Aber sie sehen glaube ich sogar mittlerweile, wobei, ne, eigentlich so richtig ähnlich sehen sie nicht aus, aber es ist beides öffentlich-rechtlich. Hat man sogar bei euch einen Chat-Command für die Mediathek? Kann man Ausführzeichen Mediathek oder sowas eingeben und dann kriegt man den Link dahin? Gute Frage. Das wäre auch cool.
01:49:21 Oh, das ist auch ein Schildkommand. Ne, hast du nicht. Carina schreibt, wir haben nicht für alles einen Command. Sorry, Merle. Oh, wir sind bereit.
01:49:32 Hallo, Servus, ich habe das gar nicht richtig schnell gecheckt. Hi, ich habe dich ganz kurz auf dem Bildschirm schon gesehen vorhin und da hast du geredet. Wir sind gerade live auf Twitch. Ich habe es mir gerade erklären lassen. Live Stream hat es mir erklären lassen, hätte ich das nochmal gemacht. Wir haben einige Zuschauer, die schon sehr gespannt sind. Wir haben mit der Moderatorin gequatscht und ein bisschen Backstage uns umgeschaut. Wir haben schon gute Einblicke bekommen von diesem Format. Deswegen sind wir happy, dass wir jetzt mit der Teilnehmerin sprechen können.
Teilnehmerperspektive: Juttas Erfahrungen
01:50:0101:50:01 Wie hast du denn die letzten zwei Tage so empfunden? Also ich habe das wirklich super empfunden. Ich habe gesagt, als die Einladung kam und die Bestätigung, das sind Fünfer im Lotto, weil in dem Alter, in dem ich bin, ist das schon eine Seltenheit, so etwas mitmachen zu dürfen. Und ich war auch nicht enttäuscht. Wir kannten uns alle nicht und das war eine Harmonie zwischen uns Teilnehmern. Sehr viele junge Leute und ich weiß, ich war mit 87 die Älteste.
01:50:31 Ach, du hast die Älteste sogar? Ja, und die haben mich auch alle total bemuttert und ich habe mich da auch wohl gefühlt. Also das war schon ein tolles Erlebnis, was garantiert noch eine längere Zeit auch nachwirkt. Und was ich so toll fand, es waren wirklich viele junge Leute, kurz hinter 20, dass die so offen und fachkundig über politische Dinge geredet haben.
01:50:58 dass ich wirklich auch erstaunt war. Und das hat eben auch wirklich gezeigt, dass man alt und jung, also wirklich miteinander arbeiten kann, für eine schöne Gesellschaft, wo wir uns alle wohlfühlen. Wie war denn deine Erwartung, als du die Einladung bekommen hast? Also sagen wir mal so, meine Erwartungen habe ich ziemlich runtergeschraubt. Ich bin ein optimistischer Mensch und habe mich überraschen lassen. Aber für mich war klar, dass man dort auch ehrlich Rede und Antwort steht.
01:51:23 Und das gehört sich ja dann so und das haben wir auch gemacht. Also ich bin überhaupt nicht enttäuscht und auch von dem ganzen Drumherum. Also ich habe mich gefühlt, als wenn ich zu Hause bin. Oh, schön. Ja, hat sich alle hier sehr viel Mühe gegeben. Und was waren so die Themen, die dich so bewegt haben in diesen ganzen Gesprächen, wo du auch dann vielleicht mal das Wort ergriffen hast?
01:51:44 Also sagen wir mal so, was mich immer noch bewegt, mein Herz schlägt erstens für die Jugend, weil ich von zu Hause aus Lehrerin bin. Und die ganze Frage der Bildungspolitik, die interessiert mich natürlich sehr aktuell, weil wir ja wissen, wie die Zustände mancher Schulen sind. Wir haben zu wenig Lehrer, wir haben zu starke Klassen und die ganze Problematik mit den Einsteigern.
01:52:14 in den Schulen. Also das kritisiere ich wirklich, weil das sind, ich sage mal, das sind Fachidioten. Die haben aber auch keine Schuld. Die werden in einem Vierteljahr geschult, aber haben im Grunde von der Methodik und Didaktik des Lehrens, können sie auch keine Ahnung haben. Und der Beruf eines Lehrers ist und bleibt eigentlich eine Berufung. Und die Ergebnisse haben wir ja da.
01:52:38 Da muss man gar nicht groß erzählen. Wir wissen ja, wie die Ergebnisse an den Schulen sind. Viel Unterrichtsausfall etc. Und da schlägt mein Herz eben auch, dass wir da was ändern müssen, unbedingt. Und kam das Thema auch dran? Ja, wir hatten das angeschnitten. Also wir hatten so viele Themen. Ich glaube, man konnte nicht in jedem Fall Tiefgang machen. Und mein Vorschlag wäre sowieso, wir waren ja 42 Mann, dass man vielleicht bei einer solchen nächsten Runde...
01:53:05 kleinere Gesprächsgruppen macht, weil man dann einfach auch in die Tiefe gehen kann. Aber auch so war das ein toller Beginn eines Dialogs. Und was ist bei dem Thema Bildung? Wie hat die Gruppe, in der du warst, das Thema so empfunden? Waren die alles auf deiner Seite? Ja, die haben eigentlich auf jeden Fall kurz reagiert, weil auch viele Eltern, ihre Enkelkinder, die wissen ja, was in den Schulen los ist und haben das natürlich bejaht. Aber wir sind nicht in die Tiefe gegangen. Waren da auch Stimmen dagegen? Nein.
01:53:35 Da hätte ich mich schon gemeldet. Hättest du dich gemeldet, ja. Aber gab es ein Thema, wo du sagst, das hat dich so emotional mitgenommen, dass du dann gesagt hast, jetzt musste ich mich auf jeden Fall mal melden dazu? Naja, wir hatten heute das Thema Demokratie. Das kann man, also Demokratie ist ja so weit gegriffen. Emotional würde ich nicht sagen, mich berührt, aber es zeigte eben doch alle, dass jeder sich mit der Frage Demokratie...
01:54:04 Geht die zu Ende oder ist es eine Notwendigkeit einer Gesellschaft? Und das ist ja eine erkämpfte Demokratie, die wir haben, dass wir da was tun müssen, damit es besser wird. Und gab es da welche, die das nicht so gesehen haben? Doch, das haben wir alle so gelesen. Also, kein Disput, aber eine junge Kollegin, die gerade mal 20 ist, die, ja, die sagt eben auch, also das dauert alles zu lange und wir wissen doch, was los ist.
01:54:33 Und ich habe dann versucht zu sagen, dass man einfach auch in dieser Geschichte der Veränderung ein bisschen gelassener ist. Aber das hängt sicher damit zusammen, dass ich schon ein älterer Mensch bin und sehe das etwas anders. Weil man kann Dinge, die man heute feststellt oder fünf Jahre, das braucht alles eine Veränderung. Das geht nicht. Man kann nicht so schnipsen. Und wer eine Familie hat mit Kindern, weiß das auch.
01:54:55 Also es ist schon stark, dass jemand, der schon Erfahrungen gesammelt hat, auch in diesem Kreis den Jüngeren was mitgeben konnte. Ja, also ich habe mich eben wahnsinnig gefreut, als ich vom Fotografen raus bin und da kam eine junge Teilnehmerin und sagte zu mir, ich muss dir nochmal sagen, ach du warst wie eine Mutter.
01:55:15 Die fanden das so gut, dass ich so gelassen auch geredet habe. Aber das ist, wenn man natürlich ein älterer Mensch ist und bleibt am Zahn der Zeit, dann weiß man. Wenn ihr Lust habt, können wir auch mit der Mai zusammenquatschen. Die steht nämlich da hinten. Naja, wir beide waren ja jetzt. Also wenn ihr möchtet, können wir ja auch nochmal zusammenquatschen. Das machen wir gerne. Wir kennen uns ja auch, wir haben uns schon so...
01:55:41 Hallo, hi, ich bin Hände voll. Hi, ich bin Verena, freut mich. Wir sind gerade live auf Twitch und wir haben Zuschauer und wir haben schon ein bisschen Backstage-Einblicke bekommen mit der Moderatorin und so gequatscht. Und jetzt sind wir super gespannt, was ihr Teilnehmer mit Jutta schon ein bisschen geredet. Und jetzt würde mich noch deine Einblicke interessieren von den letzten zwei Tagen. Ihr könnt euch das gerne teilen, das Mikro. Also wir lassen es gerne in einer entspannten Dreiergruppe ein bisschen quatschen. Jutta hat jetzt schon ein bisschen was erzählt. Und Jutta hat auch...
Teilnehmerperspektive: Mayas KI-Bezug
01:56:1101:56:11 gesagt, dass ihr Thema, ihr Herzensthema irgendwie Bildung war in den letzten zwei Tagen. Und was war dein Herzensthema? Gute Frage, sehr gute Frage. Mein Herzensthema war eigentlich KI. Ich bin eigentlich für KI hier. Habe ich auch am Anfang gesagt, weil das ein wichtiges Thema ist. Für unsere Generation halt auch. Und habe mich ja zwischendurch auch immer reingeworfen. Ich habe gehofft, dass Leute sich daran aufhängen und darüber sprechen.
01:56:39 Aber da war einfach kein Platz mehr von der Zeit. Kein Platz, aber auch keine...
01:56:45 Was die Leute nicht beschäftigt, darüber reden sie auch nicht. Sie wollten nicht anspringen. Genau, genau. Was einen nicht beschäftigt, was einen nicht interessiert, darüber redest du auch nicht. Darüber hast du auch keine Meinung und darüber denkst du nicht viel nach. Und ich glaube, meine Generation beschäftigt solche Fragen schon. Auch das Social-Media-Verbot. Ich bin da sehr gut drüber informiert. Ich merke halt, eure Generation ist da nicht so gut drüber informiert, was völlig in Ordnung ist. Aber...
01:57:13 Und da glaube ich das Verständnis zu schaffen, okay, wen beschäftigt was, warum. Und dann auch zu überlegen, ja okay, dich beschäftigt das, mich beschäftigt das. Wir haben aber das gleiche Problem. Unsere Kinder gehen uns verloren, weil sie alle Social Media süchtig sind. Oder unsere Jugend, unsere Menschlichkeit geht uns verloren. Also wir haben dieselben Probleme, da waren wir uns absolut einig.
01:57:38 Pro. Ja, auf jeden Fall pro. Aber man muss das Thema jetzt richtig angehen und das in die Schulen bringen. Und da keine Angst vor haben.
01:57:50 Kein Angst vor KI haben, auf gar keinen Fall. Weil du gerade sagst, dass du versucht hast, das Thema in die Runde reinzubringen, aber es hat nicht so richtig Gehör gefunden. Und es hat ja, also die Leute, die dort saßen, sind ja der Quersche der Gesellschaft. Würdest du jetzt sagen, dass deine Generation vielleicht nicht so gehört wird? Ja, auf jeden Fall. Also deswegen habe ich ja auch gesagt, es war niemand unter 20 da. Finde ich schade. Ich weiß nicht, warum, das kann man glaube ich hinterfragen. Also ich glaube, ab 16 darf man ins Fernsehen, oder? Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht.
01:58:15 Das kann Versicherungstechnische Gründe haben, dass man die nicht eingeladen hat. Das wird einen Grund haben, warum es niemand unter 20 da war. Das wird einen Grund haben und das will ich auch gar nicht hinterfragen, aber die waren unterrepräsentiert, ganz klar. Aber halt auch spannend halt so dann zu hören, dass es ja anscheinend die über 20-Jährigen dann auch einen kleinen Teil nur interessiert, aber die meisten halt einfach nicht in der Runde. Nochmal was? Dass jemand, der zum Beispiel um die 50, 60 ist, also dass alle, die dort repräsentiert waren, dass die halt jetzt irgendwie nicht so in diesem KI-Thema drin sind. Genau, ja. Dass die halt alle unter 20 sind.
01:58:44 20 sind, aber halt nicht da waren. Also es verstehen halt auch einfach viele nicht. Also selbst ich bin im KI-Thema sehr drin. Ich arbeite damit auch und selbst ich weiß ja nicht, wie die Maschine funktioniert. Aber ich verstehe halt, was sie mit mir macht, weil ich mich damit beschäftigt habe. Und ich glaube, das ist das Ding. Du musst dich jetzt anfangen, damit zu beschäftigen, auseinanderzusetzen und viele Ältere brauchen das halt jetzt gerade in ihrem Berufsalltag nicht. Es ist nicht vonnöten, sich damit zu beschäftigen. Dann verstehe ich das auch, dass man sich damit nicht auskennt.
01:59:14 Würdest du das auch so sagen, Jutta? Ja, ja, ich stelle mir ihr da vollkommen zu. Also für mich ist das kein Thema. Ist wirklich. Aber auch dir kann das helfen. Du kannst zum Beispiel fragen, kochst du gerne? Oder so? Du kannst fragen, gib mir heute ein Backrezept oder so. Nein, ich koche gar nicht gerne. Ach so. Weil ich meine Kräfte woanders deponiere. Ich spiele in einer Theatergruppe, ich leite einen Chor und koche.
01:59:40 Was für Probleme hast du im Theater oder im Chor? Was gibt es da für Probleme? Also wir spielen, also wir haben auf dem Spielplan, was heißt ein Spielplan, hört sich ja blöd an, aber wir haben unter anderem ein wunderbares Stück. Das Thema haben wir ja heute alt und jung, einsam, gemeinsam gar nicht so behandeln können. Aber wir haben auch so ein Theaterstück und das sind alle Senioren über 70. Gesine heißt das Stück. Dort geht es wirklich um,
02:00:09 Gemeinsam, nicht einsam. Ich selbst durfte die Titelrolle spielen, die Gesine. Ich habe mich praktisch mit meinen 87 Jahren selbst gespielt. Und es geht im Grunde darum, dass alles möglich ist, dass junge Leute den Älteren helfen. Und es muss keiner auf der Strecke bleiben. Auch wer behindert ist nicht. Man muss es nur organisieren.
02:00:34 Das passt ja auch aktuell in diese heutige Zeit, weil wir ja sehr viele einsame Menschen haben. Warum auch immer. Das wurde aber nicht behandelt bei euch, das Thema. Nein, das haben wir nicht behandelt. Noch eine Frage, um noch mal zu kommen. Gibt es in deinem Alltag, da als in dem Theater, gibt es eigentlich Probleme, die dir schwer fallen zu lösen?
02:00:54 Fällt dir ein Alltagsproblem ein oder so? Nein, würde ich eigentlich nicht sehen. Nein. Nein. Okay. Gar nichts? Nein, ich wusste es nicht, weil die Teilnehmer, wir sind alle aus den neuen Bundesländern. Ja. Alle aus Berlin. Also ich wüsste jetzt gar nicht. Also das sind Themen, die aktuell sind. Oder beim Theaterspielen. Nein, wir bauen ja ein Theaterstück.
02:01:17 Gemeinsam. Wir schreiben die auch gemeinsam. Wie schreibt ihr die? Jeder? Na klar, der Leiter. Übrigens, das ist ein toller Italiener, der unsere Gruppe leitet. Ein Pädagoge. Und der sagt, also macht ihr mal Gedanken zu der Hauptrolle, macht ihr mal Gedanken zu dem, zu dem. Zurecht er das? Ja, und dann schreiben wir das auch. Und dann diskutieren wir darüber.
02:01:43 Und dann legt nachher auch die Gruppe fest, wer könnte von der Charakteristik her in diese und in diese Rolle passen. Und jetzt, okay, cool, cool. Und jetzt zum Beispiel... Ach danke, dass du mich interviewst. Ja, ja, nein, ich habe nur eine Idee, weil es ist ja kreative Arbeit, die jeder macht. Ja, genau. Weil...
02:02:04 Wenn man so kreativ arbeitet, hat man immer so ein Problem, Ideen zu finden. Manchmal, wenn er sagt, überleg mal, wie könnte die Rolle aussehen, kannst du zum Beispiel in die KI reingehen und ihr sagen, gib mir Ideen. Aber die haben wir selbst und wir sind so reich an Erfahrungen. Das ist sehr gut. Aber es gibt ja viele, die haben so ein kreatives Loch. Und dann weißt du auf einmal nicht mehr,
02:02:25 was du schreiben willst und keine Ideen mehr. Und dann zum Beispiel, ich mache das ganz oft, wenn ich irgendein kreatives Loch habe, weil ich auch manchmal so brainstorme, ich mache auch Social Media zum Beispiel, dann gehe ich in die Quelle rein und sage, gib mir mal ein paar Ideen. Wie kann man das und das machen?
02:02:39 umso konkreter man die Frage stellt, umso besser sind die Antworten, die man bekommt. Und erinnere dich daran, wenn du mal ein kreatives Loch hast, dann erinnere dich daran. Dann drück ich auf den Knopf. Dann drückst du auf den Knopf, kannst die Sprachfunktion nutzen und sagst, bliblablub, ich habe das und das Problem, hilf mir dabei, es zu lösen. Aber du lachst dich tot. Wir sind da ein Team und wir diskutieren. Da hat jeder einen Zettel zu der Figur und jeder schreibt seine Gedanken auf. Also sagen wir mal so, ich vermisse noch nicht.
02:03:07 Die KI. Da kann ich vielleicht noch hinkommen, ich weiß es nicht. Gab es bei den Gesprächen einen Moment, wo du das Gefühl hattest, man redet so ein bisschen gegen die Wand die letzten zwei Tage? Nee, gar nicht. Ich habe gegen keine Wand irgendwie geredet, weil es mir auch nicht darum ging, irgendwen zu überzeugen.
02:03:26 Das ist ja auch nicht die Absicht gewesen, dass ich irgendwen von meiner Meinung oder ein Thema überzeuge, sondern was mir eher aufgefallen ist, nicht gegen Wand drehen, sondern dass man sehr viel immer abgeschweift ist. Also wir hatten zum Beispiel die Frage Meckerkultur. Findet man, dass man in Deutschland eine Meckerkultur hat? Finde ich eigentlich nicht. Aber trotzdem, das was wir im Endeffekt gemacht haben, meckern ist ja auch einfach so, sich über Themen beschweren, wo man unzufrieden ist oder einfach eine Unzufriedenheit rauslassen. Und das haben wir sehr viel gemacht.
02:03:54 Also es waren sehr viele in dem Raum, die einfach gemeckert haben. Ich will das nicht so sagen, so meckern, so framen, sondern wirklich so, die sich einfach, die ihre Wehwehchen und Problemchen halt immer wiederholt haben. Oder auch wenn sie dankbar waren. Es haben drei, vier Leute gesagt, haben über das gleiche Thema, ich bin dankbar dafür. Das ist schön, aber beim fünften möchte ich dann hören, okay, wie geht's weiter? Also weißt du, wenn ich jetzt fünfmal höre, ich bin ganz dankbar. Hihi, ha, das waren ja alle.
02:04:20 Einvernehmen dankbar. Verstehst du, was ich meine? Ja, ich verstehe. Bei welchem Thema war das insbesondere? Ich weiß gar nicht. Zum Ende zum Beispiel. Ich war zum Ende ganz unzufrieden, weil ich da...
02:04:31 gerade am reden war und das ist auch okay, die Zeit war vorbei, aber ich hatte gerade so angefangen zu erzählen von den Lösungen, die man, weil sie ja, die Frage ganz am Anfang, eine Stunde lang hat man ja immer geredet und die Frage ganz am Anfang war, was in einer utopischen Welt oder wie würdet ihr euch die perfekte Welt ausmalen? Das heißt, es ist ja eine explizite Frage, was für Lösungen habt ihr? Und da ist man wieder von abgeschweift, es hat keiner mehr Lösung für irgendwas genannt, so da ist man immer wieder von abgeschweift. Naja und das große Thema Demokratie.
02:05:01 Das ist so ein großes Thema. Jeder leuchtet das anders aus. Entsprechend seiner Lebensbiografie. Jeder hat einen anderen Standpunkt dazu. Einig waren wir uns, dass wir Demokratie brauchen. Dass sie nicht stirbt, dass sie erkämpft. Aber wie gesagt, man weiß hinterher immer besser, was man noch machen kann. Aber ansonsten war das eine sehr, sehr schöne Runde. Haben wir noch eine Frage aus dem Chat? Der Chat feiert auf jeden Fall eure Diskussion über KI und so.
02:05:30 Toll! Jetzt kam noch ein paar mal die Frage, was du beruflich machst, warum ich beruflich mache. Also ich mache ein Praktikum in der Softwareberatung. Also ich habe im Bachelor jetzt International Business studiert. Would recommend, was the best. Also ich würde es wieder machen, war ein cooler Studiengang. Hat einfach zu mir gepasst. So, das ist alles was zählt, es hat zu mir gepasst. Und jetzt mache ich GAP hier und versuche mich halt irgendwie in dem Thema weiterzubilden und bin in die Softwareberatung gegangen.
02:06:00 Wir können dann auch schon weitergehen, wenn du Bock hast. Ja, klar. Danke euch. Ich danke euch für das Gespräch. Schönen Tag noch. Tschau. Tschüss. Haben wir noch jemanden?
Teilnehmerperspektive: Karims Migrationsthema
02:06:1502:06:15 Du bist mein nächster Gesprächspartner. Hi, Verena. Und du hast der Twitch-Chat in der Kamera irgendwo dahinter. Ich gebe dir mal das Mikrofon. Wir hatten jetzt gerade schon die Gelegenheit, mit den zwei Damen zu quatschen. Und ich freue mich, jetzt deine Perspektive zu bekommen von den letzten zwei Tagen. Vielleicht willst du kurz sagen, wo du herkommst? Also ich komme aus Bremen. Ich habe jetzt eine ungefähr sechsstündige Anreise mit dem Zug hinter mir. Aber jetzt gestern, nicht heute, nicht vorgestern sogar. Und werde auch gleich wieder zurückreisen.
02:06:45 gebürtig auch aus Bremen, hab libanesische Wurzeln, hab da auch sieben Jahre gelebt als Kind und bin dann wieder mit sieben nach Deutschland.
02:06:54 Sprache gelernt, Schule gemacht und alles, was dazugehört. Jura studiert, bin jetzt Rechtsanwalt in meine eigene Kanzlei. Wie hast du denn die letzten zwei Tage empfunden? Ich fand es ziemlich cool, ehrlich gesagt. Und vor allem habe ich gemerkt, dass es mir viel mehr Spaß macht, mit Menschen zu diskutieren, die eine andere Meinung haben. Ich glaube, das habe ich vorher geahnt, aber in der Praxis dann nochmal so umzusetzen vor der Kamera.
02:07:19 Ich glaube, mir bringt es weniger, wenn ich mit Menschen ins Gespräch komme. Auch vielleicht. Aber deutlich interessanter wird es, wenn es gerne eine andere Perspektive gibt. Wenn es ein bisschen hitziger wird, mag ich es auch gerne. Da habe ich auch kein Problem mit. Wann wurde es denn ein bisschen hitziger? Ja, gerade so rund um die Frage Migration. Da habe ich auch erwartet, hat, glaube ich, jeder erwartet. Ja, fand ich auch Meinungen, die ihre Daseinsberechtigung haben, manchmal vielleicht ein bisschen zu hart geäußert.
02:07:48 Soll aber auch erlaubt sein. Dann gibt es aber auch genauso Konter. Wenn man es aushält, sind am Ende alle zufrieden. Seid ihr am Ende auf ein gemeinsames Ergebnis gekommen, dass ihr euch einig wart? Nein, muss man auch nicht immer. Aber trotzdem sind wir uns einig, dass wir uns respektieren. Wir haben gemeinsam Mittag gegessen. Ich will nicht sagen, dass wir befreundet sind, aber wir verstehen uns gut. Ich glaube nicht, dass wir uns einig wurden. Wir haben es noch mal versucht.
02:08:17 Und dann wurde das Gespräch irgendwie unterbrochen. Ich weiß nicht mehr, was dazwischen kam. War das auch so das Thema, was dir am meisten am Herzen hing oder gab es da noch ein anderes Thema?
02:08:28 Ja und nein. Ich habe schon geahnt, dass das so mein Thema werden könnte. Das konnte ich schon erahnen, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass ich nur dazu was zu sagen habe. Ich habe mich schon in den allermeisten Themen einbringen können. Und klar, da habe ich vielleicht noch einen Tick mehr zu sagen als in anderen Themen selbst. Gab es einen Moment, wo du das Gefühl hattest, dass...
02:08:57 dass das Gespräch ein bisschen zu hitzig wurde? Nee, absolut nicht. Also es war immer so im Rahmen, dass du sagst, es war okay. Genau, aber das ist auch Geschmackssache. Also die einen mögen es so, die anderen mögen es so. Ich, wie gesagt, also ich bin, ich bin, ja, ich mache ja Arbeits- und Strafrecht und gerade als Strafrechtler kenne ich es auch noch einen Tick hitziger. Also ich kann es ab, es ist sportlich, also danach reicht man sich die Hand und man muss nicht an der Meinung sein, man muss sich auch danach nicht mögen oder, ne, aber irgendwie einen Mehrwert kann man, glaube ich, immer draus ziehen und...
02:09:23 Das ist das, worum es geht für mich. Hast du auch jetzt einen Mehrwert rausgezogen? Also hast du deine Meinung über etwas geändert zum Beispiel?
02:09:31 Nein, also das weiß ich noch nicht. Dafür brauche ich noch ein bisschen Zeit. Also das muss alles noch ein bisschen sacken, aber ich habe auf jeden Fall neue Perspektiven und neue Ideen mitgenommen. Denen muss ich mich auch noch auseinandersetzen. Es ist jetzt nicht so, dass ich was höre und denke, oh geil, das ist jetzt meine neue Meinung. Also es braucht alles Zeit. Ich werde da noch ein bisschen recherchieren. Denkansätze auf jeden Fall, neue Freunde, Menschen kennengelernt. Hattest du das Gefühl, dass eher besser gestellte Menschen heute vertreten waren? Eher besser gestellte?
02:10:04 Ja, also ich habe schon was vermisst, wenn die Frage jetzt so kommt. Gute Frage. Ich hatte schon das Gefühl, dass es, obwohl ich glaube eine Person gab, wo es dann auch ein bisschen konkreter geäußert wurde, dass es halt mit dem Geld ein bisschen schwierig ist. Also ich hätte gerne vielleicht noch jemanden gehört, der sich da ein bisschen mehr reingetraut hätte.
02:10:29 Aber vielleicht war die Person auch anwesend und hat es nicht... Ich kann es nicht prüfen. Aber da vielleicht nochmal, für die etwas...
02:10:39 finanziell benachteiligteren Menschen jemanden zu hören, fände ich auch interessant. Gerade weil es dann häufig auch darum geht, wir meckern zu viel oder uns geht es zu gut. Da hatte ich zum Beispiel auch meine Schwierigkeiten mit. Mir geht es jetzt gut, aber mir ging es auch nicht immer gut. Insofern wollte ich oder habe ich sogar reingegrätscht an einer Stelle.
02:11:01 Was war das für eine Stelle? Ja, also ich finde dieses im Kollektiv sprechen, uns geht es zu gut oder wir meckern zu viel, also jemandem das Recht zu nehmen, irgendwie zu meckern, also meckern ist ja sowieso schon.
02:11:13 Ich tue mich mit schwer. Da wollte ich einfach sagen, dass es Menschen gibt, die sollen und die dürfen und die müssen auch kundtun dürfen, dass es denen vielleicht nicht so gut geht. Und dann im Kollektiv zu sagen, uns geht es so gut, fand ich ein bisschen schwierig. Ich will aber auch nicht diese Aussage so aus dem Kontext ziehen und jetzt irgendwie instrumentalisieren. Ich glaube, dass ich schon verstehen kann, was damit gemeint ist.
02:11:35 Aber trotzdem darf man nicht vergessen, dass es viele Menschen gibt, die hart kämpfen täglich, die aufwachen mit Sorgen und nicht mit Sonnenschein. Und diese Menschen sollen laut sein und wir müssen eigentlich alle laut sein für diese Menschen, weil ich auch immer denke, wir leben in der drittstärksten Volkswirtschaft der Welt oder mittlerweile glaube ich sogar drittstärkste. Und ich frage mich, wie es sein kann, dass so viele Menschen trotzdem...
02:11:58 diese finanziellen Probleme haben in der Art, in der Tiefe, dass wir Rentner haben, die Pfandflaschen sammeln. Ich finde dieses Bild pervers, immer wenn ich welche sehe, muss ich wirklich mit dem Kopf schütteln. Ich suche dann auf das Gespräch. Und das muss halt nicht sein. Und dann zu sagen, uns geht es so gut, wir meckern zu viel. Also will ich nicht drauf rumbreiten, aber muss nicht. Denkst du auch, die anderen sind mit einem kleinen Lernmoment aus den Gesprächen rausgegangen? Ich glaube, jeder hat seinen Take-away heute. Und wie gesagt, am spannendsten fand ich...
02:12:26 Gerade die Meinung, die ich jetzt... Ich meine, ich glaube, das finde ich gut, dass mich jetzt keine Meinung so krass überrascht hat. Das bestätigt eigentlich, dass ich schon versuche, mit vielen verschiedenen Menschen ins Gespräch zu kommen. Also wer jetzt heute hierher gekommen ist und das Gefühl hat, diese Perspektive hätte ich nie im Leben irgendwie mitbekommen. Da muss man sich schon die Frage stellen, bin ich dann in meinem Sozialleben breit genug aufgestellt? Ich hatte schon das Gefühl, dass ich vieles so kenne und schon mal gehört habe.
02:12:53 Klar nicht alles, also auch da will ich jetzt nicht hier auf Helden Superman spielen, aber da bin ich schon durchaus stolz auf mich, dass ich jetzt nicht krass überrascht wurde von irgendeiner Meinung. Okay, aber es gab wahrscheinlich schon welche, die dann krass überrascht wurden. Es gab viele, die gesagt haben, das habe ich so noch nie gehört, muss ich mich auf jeden Fall noch mal mit anders auseinandersetzen. Finde ich auch fair, also soll jetzt nicht irgendwie blöd klingen oder so, aber besser wäre es natürlich, wenn man das irgendwie in seinen Alltag integriert und gerade so Mitte 40, 50, wenn du dann immer noch nicht...
02:13:23 diese Stimmen gehört hast. Also wie lange willst du noch leben, ohne dass du irgendwie anderen Menschen Gehör schenken willst? Finde ich ein bisschen schwierig. Keine Kritik an der Stelle, nur eine kleine Anregung. Also ja. Verstehe. Haben wir noch eine Frage? Es wird sich gefreut, dass die Frage so differenziert beantwortet wurde und dass du ganz bereichernd bist. Liebe Grüße an Chat an dieser Stelle.
Reflexion über den Diskussionsverlauf
02:13:4402:13:44 Haben wir noch mehr Gesprächspartner eigentlich? Gut, wir können gleich noch mal so ein bisschen rumgehen. Nur um das Timing abzuschätzen, ich weiß nicht, wie lange darf ich jetzt noch reden? Gibt's noch irgendwas, was war so der Moment, der dich am meisten geprägt hat? So, wo du jetzt, wenn du nach Hause gehst, wo du erzählst, hey, das war's. Also was ich, glaube ich, am Ende so cool fand, war, dass da irgendwann auch der Humor mit reingeflossen ist. Weil ich habe das Gefühl, wenn man seine Meinung, die auch hart sein kann, immer mit einem...
02:14:12 Wenn sie ein Stück weit Humor verpackt, dann wird sie viel eher angenommen oder da wird viel eher zugehört. Gerade auch ernste Themen, finde ich. Muss man nicht, das kann man auch alles so ernst äußern, wie es dann letztlich ist. Aber ich glaube, das kann helfen in gewissen Situationen. Und was ich auch immer gut finde, wenn Kritik ausgeübt wird. Also gerade, das ist auch geflossene Diskussion, Menschen, die nur kritisieren, nur negative Kritik äußern. Da wäre es vielleicht auch mal nett, damit...
02:14:40 das Gegenüber auch sieht, okay, das ist nicht nur das Negative, vielleicht auch mal was Schönes oder was Positives sehen, dann kommt alles andere auch ganz anders an. Ich glaube, das hat uns auch heute geholfen, dass viele dann erstmal die Person bestätigt haben in gewissen Teilen, andere Teile der Aussage dann kritisiert haben wiederum. Ich glaube, so eine Dynamik hilft.
02:14:59 Wenn wir das bewusster machen, kommen wir weiter in eine Diskussion. Dann geht es nicht immer gegen einen. Würdest du sagen, dass diese Dynamik dazu geführt hat, dass ihr festgestellt habt, dass ihr euch sehr ähnlich seid? Auf jeden Fall. Ich hatte das Gefühl, dass wir immer irgendwo einen Grundkonsens hatten. Aber auch die berechtigten Meinungsverschiedenheiten, die da sind. Aber das haben wir auch immer in der Umsetzung. Selbst wenn wir uns einig sind, über ein Problem.
02:15:28 dann heißt das nicht, dass wir in der Umsetzung wieder zusammenkommen. Ich hatte schon das Gefühl, gerade auch in extremeren Meinungs-Positionen gab es irgendwo schon einen Grundkonsens. Je länger man darüber sprechen konnte, desto mehr hat man das Gefühl gehabt, eigentlich verstehe ich das, ich sehe es halt nur anders. Gab es auch mal den Moment, dass ein Teilnehmer gesagt hat, ja stimmt, ihr habt recht, vielleicht lag ich da falsch?
02:15:58 Gute Frage, erinnere ich gerade so nicht. Vielleicht dachte es ja jemand, aber hat es nicht ausgesprochen. Kann sein, ja wahrscheinlich. Ich habe es glaube ich auch hier und da gedacht, aber gebe ich natürlich nicht zu.
02:16:10 Vielen Dank auch an Chat an euch. Danke, danke für deine Zeit. Danke dir. Gute Heimreise dann. Ciao. Dann muss er sich auch sechs Stunden nach Hause fahren. Der Arme, der erzählt. Ist Chat happy? Chat ist happy. Es gibt noch Fragen nach dem Link und wann das denn hier so zu sehen ist. Am 1.6.
Ausstrahlung und Abschluss des Streams
02:16:3102:16:31 Der Link muss unbedingt noch mal als Chat-Command reingembraten werden. Genau, der wird noch gepostet, sobald wir ihn dann haben. Es ist halt noch nicht online, deswegen kann man es noch nicht posten, aber ab dem 1.6. wird es dann da sein. Dann machen wir auf jeden Fall nochmal auf Insta, TikTok und so wird es nochmal ein paar Erinnerungen geben. Hoffentlich. Weißt du, an wie viel Uhr? In der Mediathek wird es, glaube ich, ab 0 Uhr direkt sein. Oh, stark. Genau, und am 1.6. wird es auch gesendet.
02:17:00 Da hast du mich jetzt gerade erwischt. Mediathek wichtig. Also Mediathek Mitternacht? Aber ich hab nur gefragt, ob ich es beim Abendessen dann direkt gucken kann. Also online first ist es auf jeden Fall. Okay. Also mein Programm zum Abendessen. Ja, ja. Das safe. Ich weiß gar nicht. Ich glaube, die meisten Teilnehmer sind schon auf dem Weg nach Hause, verdienterweise. Und Chad wirkt auch relativ glücklich. Ich wirke auch glücklich, du auch? Ja. Sonst können wir es auch schon...
02:17:30 Können wir auch schon Schluss machen wie heute. Ja. Chat. Ich mach vielleicht nochmal den Chat auf, wenn ich mit euch rede. Sonst mach ich den Monolog in die Kamera. Top moderiert. Top moderiert, danke Leute. Wie fandet ihr es? Eins in den Chat, wenn es euch gut gefallen hat. Eins in den Chat, wenn ihr es gut fandet. Also so das Gesamtding. So gut moderiert. Ich danke euch. Aber fandet ihr das Gesamt heute interessant? Eins in den Chat.
02:17:57 Abendessen nach 0 Uhr. Ja, ich meine halt am nächsten Abend. Ich wollte wissen, ob das am 1.6. dann abends um 18 Uhr, wenn ich da sitze, mit meinem Dünnerteller, ob ich dann das von heute mir anschauen kann. Eins. Top moderiert. Gesamtkonzept, Moritz. Lauter Einsen. Schön. Ah. Heflex konnten wir nicht überzeugen. Guck mal, die meisten konnten wir überzeugen. Ja. Ja, super. Und ich hoffe, ihr guckt euch das in der Mediathek an.
02:18:22 Ich werde euch auch noch mal persönlich daran erinnern, also die Leute, die aus meiner Community sind, da werden auch noch mal eine Instagram-Story folgen, während ich mir die Jonathana esse und mir das anschaue. Darüber freuen wir uns besonders. Gut, Dankeschön. Danke. Dann sind wir durch. Wer macht eigentlich Stop bei euch? Ja gut, ich hoffe der Kevin in der Regie macht jetzt ab. Wie läuft das hier ab? Ich hoffe es doch zumindest. Ja. Lena, ich werde dir folgen. Ja.
02:18:52 Kevin in der Regie? Kevin in der Regie. Melde dich.