DJs auf Twitch @Sintica @avacrown_ @JULIAONAIR live bei MixTalk
DJ-Talk mit Sintica, Ava Crown und Julia
Es wurden die Wege zum DJing während der Pandemie diskutiert sowie die Unterschiede zwischen Live-Auftritten und digitalen Sets. Die Expertinnen sprachen über die Schwierigkeiten des Urheberrechts bei Musikaufführungen und wie das neue Twitch-DJ-Programm die Einnahmen beeinflusst. Die Gemeinschaft als zentraler Bestandteil wurde ebenso thematisiert wie die Balance zwischen Musik und Interaktion.
Einleitung zum Thema DJs auf Twitch
00:10:03Der Stream wird eröffnet mit der Vorstellung des Themas DJs auf Twitch. Der Moderator stellt die Crème de la Crème der DJs als Gäste vor und spricht über die Vor- und Nachteile des DJings auf Twitch. Die Zielgruppe wird interaktiv einbezogen, indem gefragt wird, ob sie bereits DJ-Hero-Spiele gespielt haben. Die Gäste Julia, Eva Crown und Sintica werden vorgestellt, mit denen über die spezifischen Aspekte des DJ-Streamings gesprochen werden soll.
Julias Weg zum DJing auf Twitch
00:13:26Julia erzählt von ihrem ungewöhnlichen Weg zum DJing. Sie begann während der Corona-Pandemie und hat sich eigenständig über Zusehen bei anderen Streamern inspirieren lassen lassen. Sie buuchte eine Schnupperstunde bei einer DJ-Schule in Hamburg und begann, parallel auf Twitch zu streamen. Ihre Streams sind durch gute Laune und positiven Vibe geprägt, wobei sie die Musik in den Vordergrund stellt. Sie gibt zu, dass Interaktion wichtig ist, aber der Großteil ihrer Community eher lurkt und daher die Musik im Vordergrund steht.
Unterschiede zwischen Live-Auftritten und Twitch-Streams
00:21:44Julia berichtet über ihre Erfahrungen mit Live-Auftritten im Vergleich zu Twitch-Streams. Ihr erster Live-Auftrag war besonders herausfordernd, da das Equipment nicht wie vereinbart funktionierte und sie improvisieren musste. Der größte Unterschied sei die direkte Reaktion des Publikums, die bei Live-Auftritten viel intensiver wahrgenommen werden kann. Allerdings lässt sich nicht pauschal sagen, was mehr Spaß macht, da beides von der jeweiligen Atmosphäre und dem persönlichen Zustand der DJ abhängt.
Das Twitch-DJ-Programm und Urheberrecht
00:33:14Ein wichtiges Thema ist das Urheberrecht bei Musikauführungen auf Twitch. Moderatoren erklären das vor kurzem eingeführte Twitch-DJ-Programm, das die Nutzung von populärer Musik erleichtern soll, indem keine Extrakosten für Streamers anfallen und keine VODs mehr mutet werden müssen. Julia äußert jedoch, dass sich in der Praxis nicht viel geändert hat und sie weiterhin aufpassen muss, welche Tracks sie spielt, um Abmahnungen zu vermeiden. Das Highlight ist die Möglichkeit, neue und unbekannte Tracks zu entdecken, was ein Vorteil gegenüber Spotify-Playlists ist.
Avas Musikproduktion und Labelvertrag
00:36:45Ava Crown stellt sich als Produzentin von eigenen Songs vor und erwähnt ihren Vertrag mit einem größeren Label. Sie beschreibt ihren kreativen Weg, der zunächst mit Agrarwissenschaften begann und dann verschiedene musikalische Ausflüge beinhaltete. Entscheidend für ihre Karriere war ein Multistream auf verschiedenen Plattformen, der sie zur Musik führte. Sie betont die Vorteile von Twitch als Startpunkt für Musiker, da man sofort ohne hohe Followerhürden beginnen kann.
Gemeinschaftsgefühl und Plattform-Vergleich
00:39:09Ava und Julia diskutieren die Unterschiede zwischen verschiedenen Streamingplattformen. Twitch wird für sein starkes Gemeinschaftsgefühl gelobt, da sich über Jahre gleich treue Communitys entwickeln können. Der überschaubare Chat und die direktere Interaktion werden als Vorteil gegenüber TikTok gesehen, wo der Aufbau einer treuen Community schwieriger ist. Trotzdem haben beide Plattformen ihre Core-Communities, die jeweils ihre eigene Plattform bevorzugen.
Interaktion zwischen Community und DJ
00:41:45Die Diskussion dreht sich um die ideale Balance zwischen Musik und Interaktion während eines DJ-Streams. Die Community schätzt persönliche Interaktionen und das Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Gleichzeitig wird auch die Sorge geäußert, dass zu viel Reden die Atmosphäre stören könnte. Dies führt zu der Frage, warum man sich nicht einfach eine Playlist auf Spotify anhört, was mit dem Fehlen von Live-Interaktion und dem Entdecken neuer Musik begründet wird.
Allgemeine Themen und Nostalgie im Stream
00:00:01Der Stream enthält eine breite Palette von Themen, die von der Flugsimulation über den Landwirtschaftssimulator bis hin zur Pokémon-Nostalgie reichen. Es wird diskutiert, wie Mods zu mehr Vielfalt und Erfolg von Spielen beitragen und wie die Virtuelle Realität im Bereich VTubing wird. Nostalgie-Themen wie Pokémon Go 2016 und die Erinnerung an den Sommer werden aufgegriffen, was zeigt, wie stark persönliche Erinnerungen und das Gemeinschaftsgefühl in Streaming-Communities sind.
Genre-Diskussion und Twitch-DJ-Programm
00:42:33Die Streamer diskutieren über ihre bevorzugten Musikrichtungen. Sintika nennt Techno und Hardstyle als ihre Favoriten, während Ava anmerkt, Schlager zwar zu spielen, aber nicht häufig. Die Teilnehmer überlegen, welche Genres auf Twitch am beliebtesten sind und wie die DJ-Szene auf der Plattform wahrgenommen wird. Es folgt eine Diskussion über das Twitch-DJ-Programm, das die Einnahmen für DJs reduzieren soll, da ein Teil der Erlöse nun an die Labels abgegeben werden muss. Julia und Ava haben unterschiedliche Meinungen dazu: Julia sieht die Regelung als positiv für die Künstler an, während Ava kritisiert, dass es ihre Einnahmen erheblich reduziert und die Arbeit erschwert.
Einnahmen und Berufsperspektiven
00:48:26Ein Teilnehmer fragt nach genaueren Details zu den finanziellen Auswirkungen des DJ-Programms. Ava erklärt, dass DJs nun einen gewissen Prozentsatz ihrer Einnahmen an Labels abgeben müssen, was für sie extrem hohe Verluste bedeutet. Sie ist gezwungen, einen Minijob zu suchen, um ihren Traumjob weiter ausüben zu können. Im Gegensatz dazu sieht Eva das Programm positiv, da es endlich Regelungen für Labels und Produzenten schafft. Ava äußert sich auch über ihre Karriere und ihre Verbindung zu Twitch, obwohl sie einen Major-Label-Vertrag hat. Sie betont, dass Streaming ihr ermöglicht, eine globale Community aufzubauen und sich zu vernetzen, was sie als bereichernd empfindet.
Community und Vernetzung
00:52:03Die Teilnehmer sprechen über die Bedeutung der Community im Streaming. Julia teilt, dass sie bei persönlichen Treffen mit ihrer Community, wie auf der Gamescom oder der Twitchcon, besonders berührende Momente erlebt hat. Sie fragt die Community nach ihren schönsten Momenten. Die DJs diskutieren auch, ob sie untereinander vernetzt sind. Julia gibt zu, dass sie zwar von anderen DJs weiß, aber keinen regelmäßigen Austausch pflegt. Ava betont, dass es meist an der Zeitmangels liegt, da die Streamer neben dem Streaming auch noch andere Jobs haben. Ihre persönliche Meinung über Online- und Live-Auftritte ist, dass die technische Seite ähnlich ist, aber bei Live-Auftritten mehr Verantwortung und Pünktlichkeit gefordert ist.
Persönliche Geschichten und Szenen-Meinungen
01:02:26Ava erzählt von einem besonders berührenden Moment in ihrer Community, als ihr Wunsch, dass alle Freunde und Familie gesund sind, große Resonanz fand. Sven vom FaceMic betont, dass Twitch in der Szene eher ein Nischenphänomen ist und für sein Magazin weniger Relevanz hat. Er sieht Twitch eher als unterhaltsames Nebenprodukt. Jasmin, eine ehemalige Twitch-Streamerin, berichtet, dass sie die Plattform verlassen hat, weil das DJ-Programm für sie nicht mehr tragbar war. Sie kritisiert, dass die Abgabenlast unfair auf die DJs abgewälzt wird, während andere Streamer weiterhin Musik ohne Einschränkungen nutzen dürfen.
Online- vs. Offline-Welt im Musikbusiness
01:11:40Die Teilnehmer diskutieren die Unterschiede und Synergien zwischen Online- und Offline-Musikwelt. Ava sieht Twitch als wichtigen Hebel, um als Newcomer Relevanz zu erlangen und eine Community aufzubauen. Sie berichtet, dass sie über einen Stream von Universal gescoutet wurde und seither sowohl online als auch offline aktiv ist. Sven äußert sich kritischer und fragt, ob das Hauptziel einer Künstlerin wirklich Community-Reichweite sein sollte oder ob es nicht wichtiger sei, authentische Musik zu schaffen, die aus dem Herzen kommt. Die Diskussion zeigt unterschiedliche Generationen-Perspektiven auf, wie eine Karriere im Musikgeschäft heute erfolgreicher gestaltet werden kann.
Gute DJs und künstlerische Entwicklung
01:21:45Die Teilnehmer diskutieren, was einen guten DJ ausmacht. Ava betont, dass ein guter DJ einen Raum schafft, in dem sich Menschen wohlfühlen und zusammenfinden können – sowohl online als auch offline. Für sie ist der geschaffene Raum real, egal ob Menschen physisch anwesend oder online zuschauen. Sven hat eine andere Meinung: Für ihn ist ein guter DJ jemand, der das Publikum lesen kann und mit ihm auf eine emotionale Reise geht, verschiedene Emotionen hervorruft und ein Wellental im Set kreiert. Er kritisiert, dass technische Fähigkeiten heutzutage durch Sync-Buttons weniger relevant geworden sind. Die Diskussion zeigt unterschiedliche Ansätze, was Musik und die Interaktion mit dem Publikum ausmacht.
Vorstellung von Sintika als DJ-Streamerin
01:29:38In diesem Abschnitt wird Sintika als eine der größten DJ-Streamerinnen im deutschsprachigen Raum vorgestellt. Sie hat mehr als 300.000 Follower und ist bereits seit 15 Jahren im DJ-Business, seit etwa 10-12 Jahren von dieser Tätigkeit hauptberuflich tätig. Host Marvin begrüßt Sintika im Stream und stellt ihre langjährige Erfahrung im DJ-Business heraus, obwohl sie sich selbst nicht als 'Urgestein' bezeichnet.
Sintika Karriereweg und Einnahmenentwicklung
01:30:53Sintika teilen ihre persönliche Reise als DJ und wie sie seit etwa 2015/2016 von Twitch lebt. Sie berichtet von der Gründung und späteren Auflösung einer eigenen Firma mit Mitarbeitern für Projekte auf Twitch. Der DJ-Programm von Twitch führt zu signifikanten Einnahmeverlusten von etwa 40% für viele DJs, und Sintika vermutet, dass ihre Community aufgrund der geringeren Einnahmen des Streamers weniger spendet. Sie betont, dass die Einnahmen trotz des DJ-Programms immer noch ausreichen, um davon zu leben.
Gagen von Mainstream-DJs im Vergleich
01:34:11Der Stream vergleicht die Gagen von Top-DJs wie David Guetta, Kevin Harris und Tiesto im Live-Segment. Experten schätzen, dass große Mainstream-DJs sechsstellige bis siebenstellige Beträge für einen Auftritt verlangen können. Sintika erklärt, dass selbst kleinere DJs in Deutschland zwischen 2.000 und 4.000 Euro pro Abend verdienen können, wenn sie regelmäßig auflegen. Moderne DJs müssen jedoch nicht nur ihre Musikkenntnisse, sondern auch Social-Media-Fähigkeiten beherrschen, um erfolgreich zu sein.
Twitch-DJs vs. Club-DJs und Work-Life-Balance
01:37:16Sintika spricht über die Unterschiede zwischen Twitch-DJs und Club-DJs. Sie legt weiterhin regelmäßig in Clubs auf, hat jedoch andere Prioritäten im Leben. Twitch ermöglicht es ihr, ein 'normaleres' Leben zu führen, da sie nicht ständig reisen muss. Sie schätzt die Möglichkeit, bei sich zu Hause zu schlafen und die Zeit mit Freunden zu verbringen, was im Club-DJ-Business schwierig ist. Sintika betont, dass sie beide Welten liebt und sie gut kombinieren kann.
Moderation auf Twitch und Mute-Marathon
01:42:29Sintika erläutert ihre Moderationsstrategie auf Twitch und ihren 'Mute-Marathon', seit zwei Monaten während der Musik keine Stimme mehr gesprochen wird. Sie legt den Fokus stattdessen auf den Chat und nonverbale Kommunikation. Der Chat zeigt bei einer Umfrage, dass die Mehrheit des Publikums das weniger eingreifende Format bevorzugt. Sintika sieht darin eine Marktlücke und eine Herausforderung, die sie gerne annimmt.
Technik und Ablauf eines DJ-Sets auf Twitch
01:55:34Sintika demonstriert ihr DJ-Setup und erläutert den Übergang zwischen verschiedenen Tracks. Sie betont die Wichtigkeit, dass die Tracks das gleiche Tempo haben sollten, um ein harmonisches Mischen zu gewährleisten. Sintika erklärt, dass sie meist nur zwei Tracks gleichzeitig hört, aber technisch auch in der Lage wäre, vier Tracks gleichzeitig zu mischen. Sie gibt auch Einblicke in die Technik des Bass-Mischens, da zwei Bässe gleichzeitig zu Ohrenschäden führen können.
Potenzial für Newcomer im DJ-Bereich
02:02:49Sintika gibt Newcomern im DJ-Bereich Tipps für den Erfolg. Ihrer Meinung nach gibt es Potenzial in Genres wie R'n'B und Hip-Hop, da es relativ wenige DJ-Streamer in diesen Bereichen gibt. Sie betont jedoch, dass technisches Können und die Fähigkeit, Zuschauer zu motivieren, entscheidend sind. Sintika glaubt, dass eine sympathische Aura und weniger Reden eine neue Nische sein könnte, wie sie es selbst mit ihrem Mute-Marathon praktiziert.
Frauen im DJ-Bereich und Zukunft von MixTalk
02:06:11Sintika diskutiert die Rolle von Frauen im hauptsächlich männlich dominierten DJ-Bereich und glaubt, dass Frauen aufgrund ihrer Seltenheit Aufmerksamkeit erregen können. Abschließend kündigt Marvin die nächste Folge von MixTalk an, die sich mit dem Thema Gaming als Eltern beschäftigen wird. Er bedankt sich bei den Zuschauern, den Moderatoren und Sintika für den gemeinsamen Abend und raidet zum Schluss zu einem anderen Musik-Stream.