Ein Joint auf dem Sofa oder ein Edible für den Abend? Was als entspannter Filmabend geplant war, endete für einen Mann in einer panischen Krisensituation. Die unerwartete Wirkung führte zu massiven Kreislaufproblemen und einer psychedelischen Erfahrung, die er so nicht vorausgesehen hatte.

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Willkommen und Vorstellung der Podcaster

00:07:33

Der Stream mit dem Titel 'Romans Psychotrip bei Der Gangster, der Junkie und die Heldin' beginnt. Roman Lemke begrüßt das Publikum und stellt die Gäste vor. Er selbst ist 40 Jahre alt, ehemaliger Suchtkranker und arbeitet im Podcast- und Präventionsbereich. Maximilian Pollux, der ehemalige Kriminelle, erzählt von seiner kriminellen Vergangenheit, die ihn fast zehn Jahre ins Gefängnis brachte, und von seiner Gründung eines Jugendhilfeträgers. Nina Werkhardt, hauptberuflich Domina, stellt ihre Tätigkeit vor und möchte Klischees auflösen.

Das Oberthema 'Ich dachte, es wäre eine gute Idee'

00:25:53

Das Oberthema der aktuellen Podcast-Staffel wird vorgestellt: 'Ich dachte, es war eine gute Idee'. Die Podcaster diskutieren zunächst, wie Menschen sich diesem Satz annähern. Roman leitet die Geschichte ein, die sich auf seinen Konsum von tschechischen Cannabis-Edibles bezieht. Er erklärt, was Edibles sind, und betont seine Kernphilosophie des 'Konsumkompetenz', die einen gesunden und verantwortungsvollen Umgang mit psychoaktiven Substanzen vorsieht.

Kompetenz und Fehler im Leben und Substanzkonsum

00:34:35

Die Runde erörtert, wie Kompetenzen erworben werden – durch Wissen und vor allem durch Erfahrung. Fehler werden als essentieller Lernprozess angesehen, nicht nur im Umgang mit Drogen, sondern im Leben im Allgemeinen. Sie diskutieren mögliche Fehler im Konsum, wie Überdosierung, falsch deklarierte Ware oder die Nutzung von Substanzen zur Flucht vor Problemen. Dabei wird die gesellschaftliche Reaktion, das Verbot von Substanzen, kritisch hinterfragt.

Kritik an Substanzverboten und ihre Folgen

00:42:08

Die Podcaster argumentieren, dass Verbote von psychotropen Substanzen Menschen die Möglichkeit nehmen, kompetent damit umzugehen. Dies führe zu einem Schwarzmarkt mit unsicheren Bedingungen, hemme wissenschaftliche Forschung, kulturelles Wissen und persönliches Wachstum. Es wird angemerkt, dass Verbote oft nur die treffen, die sie ohnehin nicht benötigen, und bei anderen das Verbotene sogar noch verlockender machen.

Konsum von Cannabis und Beginn des Psychotrips

00:48:26

Roman Lemke, Cannabispatient, schildert seinen bevorzugten Konsum: die orale Einnahme in einer für ihn sehr geringen, dosierten Menge zur Behandlung seiner ADHS-Symptome, ohne dabei 'stoned' zu werden. Er berichtet von seinem Konsum von tschechischen Edibles, deren Dosierung er für identisch mit seinem verschriebenen Medizinal-Cannabis hielt. Nach dem ersten Konsum schläft er schnell ein, was er als normal empfindet.

Der Ausbruch der unerwarteten Wirkung und erste Symptome

00:57:27

Ein paar Tage später, während eines gemeinsamen Filmabends mit seiner Frau Jenny, konsumiert Roman erneut ein Edible. Gegen Ende des Films setzt die Wirkung langsam ein und fühlt sich zunächst angenehm an. Als der Film zu Ende ist und sie ins Bett gehen, schaltet das Licht aus. In diesem Moment, im Liegen, stellt Roman eine starke Wirkung fest und bemerkt einen extremen Kreislaufkollaps, was den Beginn seines unerwarteten Psychotrips markiert.

Unvorhersehbarkeit von Mischkonsum

00:58:23

Die Intensität der Wirkung wird als deutlich unangenehmer empfunden, als es dem Roman lieb ist. Es wird betont, dass alleiniger Konsum von Edibles ohne weitere Substanzen wie Alkohol erfolgte, um unerwünschte Effekte zu vermeiden. Mischkonsum, insbesondere von Alkohol und Cannabis, wird als besonders unplanbar und riskant beschrieben. Ein Hinweis aus dem Jugendmilieu klärt auf, dass die Reihenfolge beim Mischen entscheidend ist: erst Alkohol, dann Cannabis, nicht umgekehrt.

Konsumkompetenz bei Edibles

01:00:09

Die Diskussion lenkt auf das mangelnde Wissen vieler Konsumenten bezüglich Dosierung und individueller Verträglichkeit von Edibles in den Niederlanden ab. Viele, die dort Space Cookies kauften, wussten nicht, wie viele Milligramm THC enthalten waren oder wie viel sie selbst vertragen können. Dies wird mit dem verantwortungslosen Konsum einer ganzen Flasche Vodka verglichen, was zu tödlichen Folgen führen kann. Die Diskussion fordert eine höhere Eigenverantwortung ein.

Intensives Erlebnis und eigene Grenzen

01:01:54

Roman beschreibt seine aktuelle Erfahrung nach dem Konsum eines Edibles als extrem intensiv, so dass er sich mental nicht darauf vorbereitet fühlte und auch keinen Bock darauf hat. Die Wirkung wird als psychedelisch eingestuft, was bei oraler Aufnahme von Cannabis in höheren Dosen möglich ist. Er fühlt sich 'dichter' und bemerkt, dass seine Wahrnehmung sich verändert. Er äußert die Sorge, dass ihm kotzen könnte, was durch seine Kreislaufprobleme im Liegen noch verstärkt wird.

Umgang mit Angst und Krisenbewältigung

01:03:17

In der angespannten Situation kommuniziert Roman offen mit seiner Frau und warnt sie vor möglichen körperlichen Reaktionen. Er agiert souverän und beruhigt seine Partnerin, indem er Kompetenz und Kontrolle ausstrahlt. Er ist sich bewusst, dass er nicht sterben wird und die Wirkung nachlassen wird. Dies ist ein zentraler Punkt in der Krisenbewältigung: die Ruhe bewahren und sich daran erinnern, dass der Zustand vorübergehend ist.

Methoden zur Beruhigung in Paniksituationen

01:05:22

Es wird nach der besten Methode zur Beruhigung in einer Überdosierungs-Situation gefragt. Ironische Vorschläge wie 'schallernde Ohrfeigen' oder 'Vietnamkriegsszenario' werden sofort als untauglich zurückgewiesen. Stattdessen wird als aktive, hilfreiche Strategie empfohlen, jemanden anzurufen, um den Kontakt zur Realität zu bewahren. Als schädlich für die Beruhigung erwiesen sich Zigaretten, da sie den Herzschlag erhöhen und zusätzlichen Stress erzeugen.