ÄNGSTE ! MIT @broeki @shpendi & @milschbaum ! SAFE SPACE !soultalk mit @sissor & !urooba
Mentale Gesundheit im Fokus: Ängste offenes angesprochen
Über persönliche Erfahrungen mit Ängsten wurde diskutiert. Teilnehmer berichteten über Panikattacken, generalisierte Angststörungen und Hilfemöglichkeiten. Es wurden Therapieansätze und Bewältigungsstrategien vorgestellt. Experten vertieften sich in Ursachen von Angststörungen und innovative Behandlungsmethoden. Der Fokus lag darauf, ein offenes und unterstützendes Umfeld für den Umgang mit mentalen Herausforderungen zu schaffen.
Willkommen und Einführung
00:14:5800:14:58 Hallo und einen ganz wundervollen Abend euch da draußen. Schön, dass ihr da seid. Schön, dass ihr hierher geradet wurdet, haben wir gerade schon gesehen. Und nochmal ein ganz, ganz herzliches Willkommen zum...
00:15:10 Mein Name ist Therese oder Césor und neben mir ist die ganz wundervolle Uruba. Vielleicht magst du dich einmal ganz kurz selbst vorstellen für alle, die dich noch nicht kennen. Ja, ich bin psychologische Psychotherapeutin, das heißt, ich mache ganz normal Therapie, mache auch bald jetzt eine Praxis auf tatsächlich, aber mache auch sowas wie jetzt. Also bin psychologische Expertin in Mental Health.
00:15:37 Formaten und versuche das so ein bisschen psychologisch einzuordnen. Ihr könnt tatsächlich heute auch ganz viele Fragen an mich stellen. Wir werden uns wirklich heute versuchen, Zeit zu nehmen, dass ich eure Fragen beantworten kann. Ja, damit hast du es quasi auch schon gesagt. Wir sind ein Mental Health Talk Format und versuchen hier natürlich für alle so ein Safe Space.
00:15:58 zu haben, zu erhalten, zu generieren, damit ihr euch auch mit Themen, die ihr vielleicht sonst nicht so ansprecht oder nicht so habt, in eurem Umfeld wohlfühlt. Und dementsprechend ist es uns natürlich ganz, ganz wichtig, dass ihr euch wohlfühlen könnt.
00:16:12 Und dafür haben wir natürlich auch zum einen unsere Mods, die euch bei Fragen weiterhelfen. Aber natürlich gibt es auch verschiedene Stellen, an die ihr euch wenden könnt für den Fall, dass mal irgendwas so ein bisschen nicht passt. Aber vielleicht magst du noch mal ganz kurz ein bisschen mehr dazu sagen. Genau. Wir sprechen ja heute über das Thema Ängste, also verschiedene Ängste. Sei es jetzt irgendwie.
00:16:33 Eine typische Angststörung oder Phobien, aber auch Panikattacken. Und das kann für einige auch ein sensibles Thema sein. Und deswegen schaut euch das gerne an, wenn ihr euch dafür, sage ich mal, bereit fühlt. Aber wenn es irgendwie doch belastend wird, dann könnt ihr auch gerne wegschalten. Also schaltet gerne weg. Ihr solltet euch wirklich hier wohlfühlen. Deswegen nochmal, es ist ein Safe Space für alle. Oder schaut es mit einer Freundin oder Freund. Das kann auch echt helfen.
00:17:02 Absolut. Deswegen herzlich willkommen nochmal. Jetzt haben wir euch mal so ein bisschen erklärt, um was es hier heute geht, nämlich um Ängste, Mental Health Talk Format. Das heißt, wir hatten auch schon Themen wie Depressionen, Freundschaft, Beziehungen und, und, und. Also ganz, ganz viel gibt es auch auf anderen Plattformen nochmal nachzugucken oder eben so Highlight Zusammenschnitte. Wenn es euch interessiert, könnt ihr da gerne mal auf YouTube auch vorbeistolpern. Und wenn ihr jetzt Lust habt, euch hier noch ein bisschen aktiver zu betätigen, abseits des Chats, da seid ihr nämlich schon sehr...
00:17:31 aktiv ich kann euch hier lesen dann haben wir hier unter mir ein qr-code den er scannen könnt dann landet ihr in whatsapp
00:17:37 Oder ihr schreibt in den Chat Ausrufezeichen Discord und dann kommt ihr auf unseren Discord. Denn ihr könnt nicht nur im Chat mit chatten, sondern könnt euch an gewissen Stellen dann auch mit dazu klinken. Das Ganze ist aber natürlich so ein bisschen gefiltert. Genau, also keine Sorge, ihr werdet nicht, wenn ihr jetzt da anruft oder uns irgendwie auf WhatsApp kontaktiert, dann sofort hier bei uns in der Live-Show landen. Also ich hatte, glaube ich, Angst, direkt hier zu sprechen. Aber habt bitte keine Angst. Ihr werdet erst mal im Hintergrund mit unserem super...
00:18:07 lieben Team sprechen. Und da schaut ihr einfach mal, ob das so für euch passt, ob das Thema passt. Und dann erst kommt ihr hier bei uns rein und dann können wir quatschen. Und das geht auch ohne Bild, ich glaube, das hast du schon gesagt, ohne Name, also auch ganz anonym, so wie ihr euch wirklich wohlfühlt. Genau. Also wir versuchen wirklich alles, damit man hier irgendwie einen Raum hat, damit jeder einen Weg findet, sich zu beteiligen, um sich dann dabei aber auch wohlzufühlen und nicht irgendwie zu sagen, oh nee, also irgendwie fühle ich mich hier nicht so wohl.
00:18:37 Du hast es gerade schon gesagt, heute wird es um Ängste gehen. Ängste sind vielschichtig, gibt es auf verschiedenen Ebenen. Wir werden heute so Sachen wie Panikattacken besprechen. Das heißt, was hilft denn überhaupt bei Panikattacken? Wir werden aber auch darüber reden, wie geht man mit Verlustängsten in Beziehungen um. Beziehungen in dem Moment aber nicht nur eine Partnerschaftsbeziehung, sondern auch eine freundschaftliche Beziehung. Denn Verlustängste können auf verschiedenen Ebenen auftreten. Und dann natürlich auch noch,
00:19:07 Aktuelle Weltlage, die kann einen sehr stressen. Da werden wir auch noch mal gucken, was kann man denn machen, wenn einen diese aktuelle Weltlage besonders stresst. Genau. Und jetzt lieber Chat, habt ihr schon irgendwelche Fragen? Ich kann euch wunderbar hier lesen. Ich habe hier auch noch ein Tablet. Das habe ich euch noch gar nicht erklärt. Da seid ihr auch drauf. Also wir können so witzige Sachen machen, wie besondere Nachrichten von euch einblenden. Das heißt, wenn jetzt irgendjemand schreibt, wie geht's dir?
00:19:33 dann kann ich das hier tatsächlich über unseren Presenter einbinden. Und das ist natürlich ganz cool. Bedeutet, wenn ihr irgendwas wissen wollt oder so, dann sammeln wir das zum Teil eben hier und dann spielen wir das an den entsprechenden Stellen aus. Nur damit ihr Bescheid wisst. Genau.
00:19:52 Wie geht's dir? Da kommt es schon direkt. Ja, siehst du? Sehr gut, sehr gut. Moment, ich muss hier einmal ganz kurz noch meinen Chat ausklappen. Wie geht's dir? Guck mal, ich packe das direkt mal rein. Das war wunderbar. Ja, hier, Arte Tom. Die Fragen an alle, wie geht's euch? Ich hoffe, euch geht's gut. Ich hoffe, ihr freut euch, denn ganz bald steht ihr einen Feiertag an und dann habt ihr vielleicht auch frei und könnt ihn genießen. Das ist bestimmt was ganz, ganz Schönes. Und?
00:20:20 Wenn ihr Lust habt auf Gäste, wir haben heute auch noch ganz wundervolle Gäste, abseits von euch. Ihr seid natürlich auch ganz wundervoll. Wir sind froh, dass ihr da seid. Und ich habe gerade noch den Kommentar gesehen. Ich wollte schon immer im Livestream sein. Sehr schön, sehr schön. Das ist dann damit auch abgehakt. Und dementsprechend haben wir wunderbare Gäste.
00:20:42 Ganz abseits davon, dass wir heute zum einen Milchbaum aka Sonja dabei haben, mit der wir über Verlustängste reden werden. Dann haben wir Daniel aka Bröki mit dabei, den kennt ihr wahrscheinlich aus Twitch, falls ihr irgendwann mal was mit League of Legends zu tun hattet. Das ist ein Urgestein. Und dann aber auch noch Spendy, mit dem werden wir nachher starten. Der ist tatsächlich mehr so ein bisschen auf YouTube unterwegs. Und wenn ihr ganz besonders gerne viel auf Twitch unterwegs seid, dann sagt euch hoffentlich die ARD schon was.
00:21:12 Denn da streamen wir heute auch live. Also wir sind gleichzeitig auf dem Arte-Kanal und dem ARD-Kanal live. Heißt Hallo ARD. Schön, dass ihr da seid. Euren Chat können wir jetzt zumindest hier nicht lesen. Wir haben nur einen Chat. Aber wir freuen uns, dass ihr da seid. Und vielleicht gibt es ja ein Vögelchen, das uns die eine oder andere Nachricht auch von euch hier rüber schickt. Da würden wir uns sehr freuen. Aber wir freuen uns, dass wir da sein dürfen.
00:21:38 Ja. Und dementsprechend, Orwa, wie geht's dir? Ich meine, das letzte Mal gesehen haben wir uns im, was war das? März. März war mir schon ein bisschen her. Ja, aber mir geht's gut und ich freue mich auf das Thema und ich glaube, das ist auch wirklich ein wichtiges Thema. Ich glaube, die wirklich...
00:21:53 Die meisten Störungen, also wenn man jetzt so guckt, von der Anzahl, sind wirklich die Angststörungen. Das ist schon krass. Also ganz, ganz, ganz viele Menschen betrifft dieses Thema. Und auch wenn es jetzt ganz verschiedene Angststörungen sind. Aber ich finde, darüber wird echt so wenig gesprochen, obwohl es die meisten Menschen wirklich betrifft. Was ist denn eine Angststörung? Ich meine, vielleicht greifen wir jetzt schon so ein bisschen vorweg. Angst, Störung klingt ja so super hart. Magst du das vielleicht nochmal ein bisschen mehr einordnen?
00:22:22 bevor wir jetzt gleich dann auch mit unserem ersten Gast ein bisschen reinschneiden. Also Angst ist ja was super natürliches.
00:22:29 haben wir alle und wir sollten auch Angst haben vor bestimmten Dingen. Angst schützt uns ja. Das ist ein ganz, ganz, ganz normales Gefühl. Aber zu einer Angststörung wird es erst, wenn es, sage ich mal, realitätsfern wird. Wenn wir vor Dingen Angst haben, wo wir eigentlich keine Angst haben sollten, sage ich sowas wie, weiß ich nicht, volles Einkaufszentrum, volle Bahn oder Höhenangst, auch wenn wir, sage ich mal, sicher sind oder Flugangst. Auch wenn da vielleicht einige sagen werden, ja, das Fliegen ist aber schon gar nicht so ungefährlich. Eigentlich ist es ja.
00:22:58 nicht so super gefährlich. Aber alles, also zu einer Störung wird alles, wenn es einen im Alltag einstrengt und zu groß wird. Und wenn man sich einfach Dinge nicht mehr frei machen kann, weil einen bestimmte Ängste einschränken. Ich sage immer so, das eine Kriterium, was einem irgendwie, weiß ich nicht, was super wichtig ist, wenn es einen im Alltag einschränkt, wenn man dadurch Konflikte hat, wenn man Dinge nicht mehr machen kann, die einen Spaß machen, wenn man irgendwie sich, weiß ich nicht,
00:23:27 zurücknehmen muss, wenn die Freunde oder so sonst irgendwo hingehen, aber man kann nicht, weil man Angst hat, dann ist es eigentlich schon eine Angststörung. Oder
00:23:35 eine andere Störung. Okay, also da hat man dann eben so diese Grenze, wo es dann zur Angststörung geht. Und es belastet einen. Das ist auch ganz wichtig. Also wenn ich irgendwie überhaupt keine Belastung habe und mir geht es fein, also ich finde es voll okay, dass ich nicht irgendwie ständig irgendwie in den Ausland fliege, dann ist es auch okay so. Also man muss schon irgendwie einen Leidensdruck haben. Das Wort Leidensdruck, das haben wir hier schon häufiger gehört. Immer wieder. Und Chad, ich habe noch eine Frage gesehen. Hat
00:24:05 Angst, was mit der Psyche zu tun, ist, glaube ich, ein bisschen der Wurm reingekommen in die Nachricht, aber wir haben geziffert. Das ist jetzt zwar eine große Frage, aber ich dachte, bevor der erste Gast kommt,
00:24:15 Die Frage kriegst du noch schnell ab. Ja, natürlich. Ja, klar. Was ist denn die Psyche? Psyche ist ja irgendwie alles. Alle Gedanken, das Bewusstsein von uns, das Unterbewusstsein. Also alles, was nicht so, sage ich mal, Fleisch und Blut ist, ist unsere Psyche. Und natürlich hat Angst was mit unserer Psyche zu tun. Also ganz, ganz doll. Natürlich hat das aber auch mit dem Physischen was zu tun, mit dem Körperlichen. Weil Angst ist auch ganz, ganz tief in unserem Gehirn verankert. Es gibt bestimmte Gehirnregionen.
00:24:44 Das ist vor allem die Amygdala, aber auch das limbische System. Das Amygdala ist so ein mandelkerniger, so ein ganz kleines Ding im Gehirn. Und das ist hauptsächlich für die Angst zuständig. Also es ist auch physisch, aber auch sehr psychisch, weil es ja dann über die Psyche, sag ich mal, rauskommt.
00:25:01 Vielen Dank für's Einordnen. Ich hoffe, das war verständlich. Ich fand's verständlich und ich hoffe, du auch noch von. Und jetzt, liebe Leute, wird es Zeit für unseren ersten Gast. Der liebe Spendi stößt heute zu uns und bei ihm wird es tatsächlich rund um das Thema Ängste gehen, aber auch mentale Gesundheit. Herzlich willkommen, Spendi. Ich hoffe, du kannst uns sehen und hören.
Erfahrungen mit Panikattacken
00:25:2500:25:25 Ja, hi. Sehen kann ich euch gerade tatsächlich nicht, aber hören. Hören reicht auch vollkommen. Dadurch können wir uns austauschen. Mal ganz pauschal gefragt. Geht's dir gut? Bist du bereit? Mir geht's... Ja, ich bin bereit. Dir geht's und du bist bereit. Wunderbar.
00:25:45 Du bist ja jemand, der tatsächlich zwei Videos zu Angst gemacht hat und zwischen diesen zwei Videos ist ja doch einiges an Zeit vergangen und da sieht man tatsächlich auch bei dir eine ziemliche Weiterentwicklung, würde ich jetzt einfach mal behaupten. Also erstmal danke an der Stelle, dass du das so öffentlich zeigst und anderen Menschen damit
00:26:07 Mut machst und zeigst, wie du mit Ängsten umgehst, wie das so für dich ist. Und deswegen, weil du das gemacht hast, würde ich tatsächlich einfach ins ganz kalte Wasser springen mit dir und dich direkt fragen, wie ist das denn bei dir gewesen? Du hast ja Panikattacken gehabt. Wie ist eine Panikattacke bei dir? Wie läuft das ab?
00:26:29 Meistens merke ich das Ganze schon relativ, also um einiges früher jetzt, nicht nur so fünf Minuten, zumindest war das früher so. Es geht los mit ganz schrägen Gedanken. Ich sehe das sozusagen visuell vor mir, dass ich umkippen werde und so weiter und so fort. Und ja, dadurch steigert man sich ja rein.
00:26:55 Und immer mehr und immer mehr und dann bleibt im Körper, glaube ich, fast schon nichts anderes übrig, bis es dann ausbricht. Ich persönlich hatte zum Beispiel, ich war ja auf ziemlich vielen Events immer, von Trimax, von Eli und so weiter und so fort. Und ich hatte da zum Beispiel sehr, sehr oft immer Gedanken, dass ich der erste deutsche Streamer live vor laufender Kamera...
00:27:22 umfallen wird und sterben wird. Und das war eine Angst bei mir im Kopf und die hat sich so tief verankert. Und eigentlich hatte ich jedes Mal, wenn ich dann bei einem Event war, hat alles bei mir geschwitzt. Ja, habe alle Techniken probiert.
00:27:44 wenig davon hat geholfen, bis ich dann halt wirklich mehr professionelle Hilfe auch genommen habe, beziehungsweise bis ich mich mit dem Thema komplett beschäftigt habe. Also ich habe mehrere Bücher gelesen. Ich habe
00:27:57 mich komplett reingefuchst, gerade das, was wir auch eben schon erwähnt hatten mit der Amygdala oder was Angst überhaupt erst ist und das würde ich auch jedem da draußen empfehlen, weil das ganze Wissen darüber hat das Ganze bei mir eigentlich um, ich sag wirklich, 60, 70 Prozent reduziert gehabt, weil dann stand ich da an einem Event und hab mir halt selber gesagt, alles klar, du weißt ganz genau, das entspricht nicht der Realität, atme durch,
00:28:25 guck dich rum, schau, was siehst du, was hörst du, was riechst du, fühl den Boden und schon ist man geerdet und dann ging das Ganze auch weg. Ja, das waren die Panikattacken davor, die ich jahrelang hatte. Letztes Jahr hat es mich dann komplett erwischt, da war noch ein Burnout und dadurch kam dann noch eine mittelschwere Depression. Und die Panikattacken, das war komplett das Neuland für mich, weil da hatte ich
00:28:53 Gar keine Vorwarnungen oder Anzeichen, die waren so da. Darf ich kurz da reingreschen? Weil du meintest gerade, du hattest davor irgendwie Anzeichen. Was waren denn das für Anzeichen bei dir vor diesen Panikattacken?
00:29:12 Meistens war das verengte Brustkorb. Eventuell hat es sich so angefühlt wie komplett trockener Kehlkopf, was sich auch langsam verengt hat. Ich habe dadurch ein bisschen schwerer geatmet, leicht zittrige Beine gehabt. Genau, sowas. Starke Nackenschmerzen, die es auch zum Teil manchmal auslösen können, weil unwohl. Und der Körper kann irgendwann mal nicht mehr unterscheiden, fühlt er sich unwohl.
00:29:40 weil es wieder psychisch bedingt ist oder ist es gerade einfach nur, weil du einen steifen Nacken hast zum Beispiel? Aber das sind ja, also Panikattacken ist ja genau wie du berichtest.
00:29:50 sind ja auch sehr körperlich. Es ist ja nicht nur gedanklich, sondern es ist ja wirklich so, dass viele berichten, die haben wirklich dann so Herzschmerzen. Das fühlt sich dann so an, als würden die jetzt einen Herzinfarkt kriegen und so verengte Brust, Zittern, Schwitzen. Ich meine, Schwitzen bildet man sich ja nicht ein. Das hat man ja dann tatsächlich in dem Moment. Also Panikattacken sind schon wirklich sehr, sehr, sehr körperlich. Und du meintest ja auch...
00:30:15 Bei dir hat sich das dann verändert. Nee, alles gut. Wir haben so ein bisschen Delay, deswegen auch für den Chat einmal als Info. Wenn wir uns so ein bisschen in die Worte fallen, dann hat das nichts damit zu tun, dass wir das so irgendwie als unhöfliches Ding machen, sondern einfach, weil wir so ein bisschen Zeitverzögerung haben. Und ich hoffe, sie siehst uns jetzt. Und hörst uns. Jetzt, ich sehe euch. Ah ja, perfekt. Sehr gut. Wir können auch mal winken, wenn du jetzt auch Gesichter zu den Stimmen hast. Aber du meinst, es hat sich bei dir so ein bisschen verändert. Also das war bis,
00:30:44 Punkt X, wie sich bei dir Panikattacken angekündigt haben und du wusstest, okay, ja, jetzt kommt da was oder könnte was kommen. Und dann meintest du aber, danach war es so, nach dieser Diagnose bei dir oder auf dem Weg hin zur Diagnose, ich weiß nicht, wann es genau sich verändert hat, haben die sich nicht mehr angekündigt, sondern dann warst du irgendwie mittendrin. Könntest du einmal beschreiben, was sich da verändert hat und wie sich das dann angefühlt hat?
00:31:09 Davor war das ganze Jahr eine generalisierte Angststörung. Was generalisierte Angststörung bedeutet, es ist halt nicht nur eine Angst vor einer Sache, sondern es verbreitet sich komplett in allen Ebenen. Lass es einkaufen sein, lass es Sport machen gehen, lass es spazieren gehen, lass es, egal was, alleine zu Hause sein. Das ist eine generalisierte Angststörung, also dass man überall wirklich schon Angst bildet.
00:31:38 eine Angst vor der Angst aufbaut. Und bei mir war das früher so, dass es halt, ich sag jetzt mal, nur eine generalisierte Angststörung war. Und dafür gibt es ja auch die bekannte Konfrontationstherapie, wo man bewusst sich den Ängsten stellt und einfach hingeht, um der Psyche zu zeigen, hey, siehst du, es ist nichts passiert. So, bei mir ist aber nur das Problem, jetzt im Sommer gewesen, es war nicht nur eine generalisierte Angststörung,
00:32:06 Sondern ich hatte ja ein Umbauprojekt. Ich habe ja die ganze Wohnung hier kernsaniert gehabt. War in Dallas geschäftlich gewesen. Bin nach Hause gekommen, habe meine Motorrad-Livestreams gemacht. Und das war halt ein Burnout. Das war alles zu viel. Und ich hatte meine alte Wohnung gekündigt schon gehabt mit meiner Verlobten. Also hatten wir auch noch Zeitdruck. Und dann ging es halt los. Mein Nervensystem.
00:32:31 Also es war wirklich nicht mehr die Angststörung, sondern mein Nervensystem war so dermaßen überladen, dass der Körper gar keine Zeit mehr hatte, wirklich Anzeichen von sich zu geben. Hey, pass mal auf, hier geht es gerade nicht gut, sondern es war, mir ging es gerade wirklich gut. Und innerhalb von fünf Sekunden Herzrasen, Herzstolpern, Atemnot bekommen und hyperventiliert. Und das auch während des Spaziergangs durch den Wald, obwohl gerade alles perfekt war.
00:33:00 Aber das, was du gerade beschreibst, ist ja auch wirklich diese Panikattacken ohne spezifischen Auslöser. Das heißt, es gibt eigentlich so keinen Grund, eine Panikattacke zu haben. Das ist ja so eine Symbolik auch häufig von, das Fass ist zum Überlaufen gekommen. Ich glaube, das Sprichwort kennt wahrscheinlich jeder. Und genau das sind häufig Panikattacken, wenn es keine spezifischen Auslöser gibt. Das heißt, Menschen können auch Panikattacken haben, weil sie irgendwie Höhenangst haben und dann irgendwie...
00:33:27 irgendwo oben stehen und durch diese Angst, sag ich mal, eine Panikattacke bekommen. Aber zum Unterschied dazu gibt es auch Panikattacken, die einfach ohne bestimmten Grund kommen. Ohne bestimmten Grund in Anführungsstrichen. Aber das hat so eine ganz, ganz starke Symbolik von hey ...
00:33:42 Stopp, also es stimmt etwas gewaltig nicht. Ich muss hier jetzt wirklich mal eine Grenze ziehen und es ist alles zu viel. Und das können dann ganz unterschiedliche Dinge sein. Und da ist es dann nicht nur diese typische Konfrontationstherapie, die man machen kann, sondern ich schaue mir dann ganz gerne mit meinen Patienten auch so dieses letzte Jahr an. Was ist denn in diesem letzten Jahr alles passiert? Und häufig liegen dann da auch häufig die Antworten. Und meistens ist dann alles zu viel gewesen.
00:34:08 Aber voll schön, wie du das beschreiben kannst und unterscheiden kannst. Vor allem auch für deine Erklärung, wie sich das anfühlt. Ich hätte mal an der Stelle die Frage an den Chat, habt ihr sowas auch schon mal gespürt? Also sowas wie Herzrasen oder irgendwie plötzlich Schweißausbrüche oder Zittern? Falls ja, schreibt gerne mal eine Eins in den Chat. Mich würde mal interessieren, ob...
00:34:30 ob es Menschen gibt hier im Chat, die solche Erfahrungen schon machen mussten, weil es ist ja ehrlich gesagt nichts Schönes. Dementsprechend interessieren würde es mich auf jeden Fall. Und an der Stelle auch ein Dankeschön an den Rate von Bröki. Wir sehen und lesen uns ja später auf jeden Fall auch nochmal hier. Oh ja, oh Gott, so viel Eins habe ich ja. Wow, okay.
00:34:53 Man sagt ja auch, 25 Prozent der Menschen werden irgendwann eine Panikattacke im Leben haben. Also klar, die Zahlen unterscheiden sich immer je nach Studie, aber es sind schon echt ganz schön viele und das können echt alle. Also alle können davon betroffen sein. Ich tatsächlich muss auch zugeben, ich habe auch Panikattacken mal gehabt.
00:35:11 in der Vergangenheit. Ja, und auch mein Beruf schützt mich jetzt nicht vor Panikattacken. Mein Beruf zeigt mir vielleicht, was ich da machen kann, wie ich mir da helfen kann vielleicht schneller, aber es schützt mich nicht allgemein vor Ängsten und vor Panikattacken. Was mich da sich nur interessieren würde am Chat ist tatsächlich, lieber Ted, wer von euch hat sich aktiv Hilfe geholt von den Leuten, die gerade eins geschrieben haben?
00:35:33 Gerne nochmal einschreiben, weil es ist ja, also dass ihr das kennt, ist ja das eine, was ihr daraus gemacht habt, dann das andere. Deswegen, falls ihr da irgendwie euch dann Hilfe gesucht habt oder euch an irgendjemanden gewendet habt,
00:35:45 Gerne nochmal eine Eins schreiben. Ich gehe mal fest davon aus, dass wir jetzt wesentlich weniger Einsen im Chat haben werden. Ja, es ist zaghafter. Ja, und das ist an sich eigentlich sehr schade, weil das würde ich wirklich jedem ans Herz legen. Sucht euch wirklich Hilfe, redet mit euren Freunden, redet mit eurer Familie, schämt euch nicht dafür, weil es ist, also das...
00:36:11 Ich sage jetzt mal, diesen Fehler hatte ich damals auch gemacht gehabt. Den ersten vier Jahren. Wahrscheinlich würde es mir heute viel, viel besser gehen. Oder vielleicht hätte ich das gar nicht so ausgeprägt gehabt. Hätte ich frühzeitig was dagegen unternommen. Meine Verlobte hat es drei Jahre zu mir gemeint und meinte, hey, geh doch und hol dir. Und da hatte ich sie wirklich vereinzelt. Ich hatte sie, glaube ich, ich hatte eine Panikattacke alle zwei Monate mal. Hol dir Hilfe, geh zu einer Therapie. Und ich war so...
Hilfesuche und Therapieerfahrungen
00:36:3600:36:36 Das ist so Wahnsinn, dann denken die Leute noch, ich bin verrückt, ich gehe doch nicht zu einer Psychotherapie, ich bin doch nicht krank. Zu einer Psychopante. Ja, und dann... Aber wie lange hat es denn bei dir gedauert, bis du dann wirklich gesagt hast, okay, jetzt aber brauche ich Hilfe und ich mache das nicht mehr alleine? Weil zu mir kommen dann schon Menschen erst nach Jahren teilweise. Ja.
00:37:03 Bei mir war das tatsächlich, glaube ich, so nach drei bis vier Jahren. Ja, doch vier Jahre, glaube ich, hatte ich es schon. Und dann irgendwann mal hatte ich sie halt mitten in der Nacht. Und das war damals meine größte Panikattacke. Dann bin ich auch zum Spiegel hin, ins Badezimmer, weil mir hat damals das ziemlich geholfen, eine heiße Dusche. Hauptsache, das lenkt dich halt ab.
00:37:30 Und dann habe ich mich im Spiegel angeschaut und habe einfach nur, also ich habe alles andere gesehen, aber keinen Menschen. Und dann habe ich gesagt, das geht so nicht. Also ich hatte hier komplett blaue Ringe unter den Augen. Ich war, ich habe ziemlich zugelegt gehabt, weil ich keinen Sport mehr gemacht hatte. Ich habe, glaube ich, 15 Kilo zugenommen, über 15 Kilo zugenommen. Und dann habe ich gesagt, das macht gar keinen Sinn und Schluss aus.
00:37:58 Ja, und dann habe ich verschiedene Therapien versucht und die passende, für die habe ich mich dann entschieden und habe die dann auch durchgezogen. Und seitdem bin ich auch heute, bis heute habe ich eine Therapeutin. Ja. Habe sie zwar gewechselt mittlerweile, weil ich, ja.
00:38:15 Dann mal was Neues, das die noch haben wollte. Das hilft manchmal. Das hilft, die Therapie. Das hilft, definitiv. Da ist eine ganz andere Dynamik. Und jeder Therapie kann dir dann auch anders helfen. Sollen wir mal wieder zurück zu unserem Thema Ängste kommen? Weil tatsächlich, was ja immer spannend ist, ihr habt es beide tatsächlich schon ein bisschen angesprochen. Wo kommen diese Ängste denn überhaupt her? Und dafür würde ich mir sehr gerne ein Video mit euch beiden angucken aus der Arte Mediathek. Und dieses Video ist von Kitz.
00:38:44 Angst verstehen, also so heißt das Stück. Und wir gucken jetzt mal, was denn überhaupt die Gene damit zu tun haben, dass wir Angst haben und ob die vielleicht auch so ein bisschen Einfluss drauf haben.
00:39:00 Es besteht eine gewisse genetische Anfälligkeit. Das heißt, dass einige Menschen Gene tragen, die an manchen Stellen kleine Besonderheiten aufweisen. Das nennt man Polymorphismus. Wir wissen, dass manche dieser Polymorphismen unter gewissen Umständen aktiv werden können.
00:39:23 Ah ja, okay. Irgendwie wollte mein Tablet nicht. Aber ich wollte hier einmal kurz Pause machen, weil ich gerne nochmal von dir, liebe Urba, eingeordnet haben würde. Was ist denn Polymorphismus? Genau, danke. Ganz schwieriges Wort, bin ich auch, ganz ehrlich. Es ist ja so, dass...
00:39:39 Angst, also wir wissen durch die Wissenschaft, dass Angst nicht nur wegen einem Gen passiert. Also dass wir nicht irgendwie ängstlich sind, weil wir dieses eine Gen haben, sondern es ist meistens so eine Abfolge von verschiedenen Genen. Also das heißt eine genetische Version.
00:39:54 die uns anfälliger macht für Ängste, für Stress und für andere Dinge. Und das heißt, Polymorphismus beschreibt eigentlich nur, dass eine bestimmte genetische Version vorliegt, dass man anfälliger ist für Ängste. Okay, das heißt, diese Menschen können von Haus aus einfach eher ängstlich sein. So eine Grundeinstellung haben, die es wahrscheinlicher macht, dass das fast zum Überlaufen kommt, dass man eher Ängste hat. Aber, und ich glaube, das kommt auch gleich nochmal im Video,
00:40:23 Das muss nicht bedeuten, dass jeder irgendwie eine Angststörung entwickelt, nur weil man irgendwie diese genetische Abfolge hat, sondern das hängt auch ganz viel mit dem Leben zusammen. Wie belastet ist der Mensch? Wie waren die Eltern? Wie waren andere Bezugspersonen? Wie wurde mit Ängsten vielleicht auch umgegangen? Wie wurde mit Belastungen umgegangen? Wie gestresst war der Mensch? Also das hat dann nochmal damit zu tun, ob diese Grundeinstellung überhaupt zum Tragen kommt im Leben. Okay, dann lasst uns doch mal weiterschauen.
00:40:52 Das heißt, wenn man Träger dieser Genvariante ist, kann ein bestimmtes Ereignis die Angst auslösen.
00:41:01 Aber man muss verstehen, dass es sich immer um eine Wechselwirkung zwischen Genen und Umfeld handelt. Das bedeutet, dass die Gene und tatsächlich auch ihre Ausprägung vom Umfeld abhängen, in dem wir aufwachsen. Nehmen wir ein Beispiel. Wenn man in einem benachteiligten Umfeld aufwächst, werden später gewisse Situationen als bedrohlich wahrgenommen, im Gegensatz zu jemandem, der aus privilegierten sozialen Verhältnissen stammt, der dieselben Situationen als nicht bedrohlich wahrnehmen wird.
00:41:30 stehen und bei einer anderen Person nicht. Es ist belegt, dass die Genetik einen Effekt auf unsere Hirnentwicklung hat. Aber das Umfeld übt einen Einfluss aus, der diese Entwicklung des Gehirns völlig verändern kann. Und das wiederum beeinflusst, wie wir in bestimmten Kontexten reagieren. Also ich muss sagen, es ist total faszinierend.
00:41:52 Spendi, würdest du sagen, dass du das gemerkt hast, dass irgendwelche, ich weiß nicht, also falls du darüber reden möchtest, ansonsten gerne sagen, lass uns zum nächsten Punkt kommen, dein familiäres Umfeld oder irgendwelche Erlebnisse dazu geführt haben, dass du vor irgendwas besonders viel Angst hast oder, weiß ich nicht, Angst geschürt wurde?
Ursachen von Ängsten
00:42:1300:42:13 Definitiv. Das habe ich natürlich auch durch die Therapie dann rausgefunden, also mitgekriegt, sage ich mal. Denn ich bin ja nicht in Deutschland geboren. Ich lebe zwar jetzt schon seit knapp 35 Jahren in Deutschland, aber ich bin nicht in Deutschland geboren. Ich komme ja ursprünglich aus dem Kosovo. Und wir sind damals, kurz bevor der Krieg losging, also wo man schon den Bürgerkrieg gesehen hat, sind meine Eltern mit uns Kindern nach Deutschland gekommen.
00:42:41 Und wir haben damals acht Jahre lang auf Asyl gelebt. Und meine Mutter, das hat sie mir auch heute, jetzt ist es sogar lustig, weil sie es vorgestern wieder erst gesagt hat, zu meiner Verlobten, wie sie mit uns spazieren gegangen ist. Sie ist nicht normal mit uns spazieren gegangen. Ich war im Kinderwagen, meine Schwester rechts, mein Bruder links zum Beispiel, und die Hände von denen waren am Kinderwagen und sie hat die Hände festgehalten, weil sie Angst hatte.
00:43:07 dass irgendjemand kommt, sie ist in einem fremden Land, dass irgendjemand kommt und ihr das Kind wegnimmt, weil sie ist extra vom Krieg abgehauen. Und das Ganze hat sie natürlich nicht nur acht Jahre lang gehabt, sondern zwölf. Weil in den ersten zwölf Jahren hieß es bei uns, ihr habt keinen unbefristeten Aufenthaltstitel, sondern ihr müsst immer wieder Asyl beantragen und so weiter und so fort, kann es natürlich sein, dass wir abgeschoben werden. Und diese ständige Angst.
00:43:36 Genau. Und die Angst bekommt ein Kind unterbewusst mit. Das Unterbewusstsein speichert das natürlich dann alles schön ab. Und das habe ich heute zum Beispiel seit ein paar Jahren, dass wenn ich unterwegs bin, ich bin zur Zeit sehr ungern alleine, weit weg unterwegs. Und das ist dann wieder zurückzuführen zu der Angst von meiner Mutter wahrscheinlich, dass ich nicht mehr nach Hause komme.
00:44:05 Ich habe nämlich Angst, dass ich mich verlaufe, was eigentlich heute komplett banal ist, weil ich habe mein Handy, ich gebe kurz mein Navi ein und ich bin wieder zu Hause, aber das versteht meine Psych, also das versteht mein Hirn nicht. Das beruhigt mein Hirn nicht mit dem Navi, dann habe ich eine ständige Unruhe in mir und ja.
00:44:24 Das ist ja auch so eine große Unsicherheit wahrscheinlich oft gewesen in deiner ganzen Kindheit. Weil ich finde, wenn Kinder das bei Eltern sehen und Eltern sollen ja so, ich meine, das ist jetzt, ich will jetzt nicht irgendwie die Eltern als schuldig erklären, weil das sind einfach Situationen, da können Eltern selbst gar nichts dafür und die versuchen ja auch das Beste. Aber wenn Kinder sehen, dass die Eltern selbst verunsichert sind, ängstlich sind.
00:44:50 Und Kinder sind ja sozusagen angewiesen darauf, dass die Eltern sich um einen kümmern.
00:44:55 Und wenn die dann Angst haben, dann kriegen Kinder dann noch mehr Angst und können das gar nicht so richtig einordnen. Und die können das ja rational noch gar nicht. Die wissen auch gar nicht, okay, ist das jetzt wirklich eine richtig, richtig gefährliche Situation? Oder ist das nur eine Sorge? Ist es überhaupt so, dass irgendwas Schlimmes passieren wird? Und ganz häufig ist es ja so, dass dann auch gar nicht so offen von den Eltern darüber gesprochen wird. Weil ganz, ganz oft denken auch Erwachsene, Kinder kriegen das gar nicht mit. Aber Kinder kriegen leider sehr, sehr, sehr viel mehr mit, als man denkt.
00:45:24 die nehmen vor allem so Schwingungen und Emotionen sehr stark wahr. Und dann bleibt so eine Restangst einfach über, die unerklärt ist. Und das ist schon echt bei ganz, ganz, ganz vielen Menschen so. Nicht nur bei dir. Ja, das stimmt. Ich würde einmal ganz kurz, weil es so ein bisschen im Chat-Thema war, Oroba, das auch gerne an dich weiter spielen. Spendi,
00:45:47 Du kannst natürlich auch Input geben, wenn du da Erfahrung gemacht hast, weil du hast ja auch Hilfe geholt. Aber im Chat steht sowas wie, es ist schwierig Hilfe zu bekommen. Ja, es ist auch.
Hilfeangebote und Therapiealternativen
00:45:5700:45:57 Obra, magst du vielleicht einmal ganz kurz an der Stelle einordnen, wo man sich Hilfe holen kann, wo man sich vielleicht auch gut hinwenden kann? Also wir haben ja diesen Command mit der Seelsorge zum Beispiel, aber fühle du das gerne nochmal ein bisschen weiter aus. Das ist auch immer so ein leidiges Thema, muss ich sagen, weil wir sagen hier immer, geht zur Therapie, holt euch professionelle Hilfe und so. Und ich glaube, ganz, ganz viele Menschen machen das auch. Aber die Wartezeit auf dem Therapieplatz sind so hoch oder viele Therapeuten, die ruft man ja an und die.
00:46:26 die sagen, die führen überhaupt keine Warteliste mehr, weil die schon die Warteliste vor zwei Jahren geschlossen haben. Was aber vielleicht helfen kann, ist, dass man 1-6-1-7 anruft. Da kann man schon innerhalb von vier bis sechs Wochen Erstgespräche bekommen. Da ist kein Therapieplatz garantiert, aber man ist dann schon mal so ein bisschen im System drin. Und ich kenne auch viele Menschen tatsächlich, die alleine von den Erstgesprächen wirklich profitiert haben. Und alleine so ein Kontakt von sechs, sieben,
00:46:55 7 Stunden kann schon echt einiges bringen. Da kann man auch schon so viel Wissen lernen über Angst, wie du auch schon gesagt hattest, dass das alleine schon wirklich echt 60, 70 Prozent bei dir geholfen hat, überhaupt Wissen über Angst zu haben. Dann würde ich auch sagen, und das ist, glaube ich, ein bisschen nicht so traditionell, aber seid offen für Gruppentherapie. Man kriegt viel leichter einen Platz in Gruppentherapien als sozusagen für eine Einzeltherapie. Und ich finde, das kann echt eine sehr, sehr gute Überbrückung sein.
00:47:24 man dann einen Platz bekommt. Dann auf jeden Fall ruft so viele Praxen an wie möglich. Lasst euch auf so viele Wartelisten setzen, wie es geht. Mir macht zum Beispiel nichts aus, wenn ich jemanden anrufe von meiner Warteliste und die Person sagt, nee, ich habe schon einen Platz, dann freue ich mich, rufe einfach den Nächsten an. Also es ist wirklich, wirklich nicht schlimm. Dann auf jeden Fall gibt es Beratungsstellen, psychologische Beratungsstellen. Da sitzen auch wirklich Psychologen. Das ist keine typische Therapie, die man da macht, aber man kann da definitiv auch Hilfe bekommen.
00:47:54 Und sonst auch ein Tipp noch auf jeden Fall. Wir packen das auch so ein bisschen die Tipps auch noch mal in den Chat, damit ihr das nachlesen könnt. Ruft Ausbildungsinstitute für Psychotherapie an.
00:48:06 Da sind ganz viele Menschen, die gerade zum Therapeuten ausgebildet werden. Die sind schon lange im Beruf. Also das heißt nicht, dass die ganz frisch sind. Die haben schon fünf Jahre studiert, haben schon drei Jahre die Ausbildung gemacht und dann werden die erst sozusagen, sage ich, auf Patienten losgelassen. Aber da kriegt man auch viel schneller Termine als bei einem typisch niedergelassenen Psychotherapeuten.
00:48:26 Ich hoffe, das hilft. Also ich drücke wirklich allen die Daumen. Das ist aber echt so blöd, weil ich gebe auch immer die Tipps, holt euch Hilfe, aber dann wollen die Menschen Hilfe, aber die kriegen die Hilfe nicht. Das ist echt so schade. Ja, aber ich glaube, da waren noch mal so ein paar Tipps dabei, die man vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatte. Gibt es bei dir irgendwas, wo du sagst, ey, das ist irgendwas, wo ich für mich auch nochmal als extrem hilfreich empfunden habe. Also vielleicht hast du ja auch noch irgendwas, was du mitgeben kannst aus deiner eigenen Erfahrung heraus.
00:48:53 Also bei mir war das so, dass ich am Anfang, ganz am Anfang auch gar keinen Platz hatte. Oder ich musste irgendwie, egal wo ich angerufen hatte, es hieß immer, eineinhalb Jahre warten. Und ich war so verzweifelt. Ich meine, die können ja auch nichts für. Wenn die einfach ausgebucht sind, dann sind sie sozusagen ausgebucht. Aber ich war halt so verzweifelt, dass ich dann was ganz, ganz Doofes gesagt hatte, so wie...
00:49:21 Wie stellt ihr euch das alle vor? Mir geht es gerade so dreckig. Was ist der nächste Schritt, dass ich mir selber was antue oder was? Oder wie komme ich hier raus? Das ist natürlich bitte an jeden Einzelnen draußen. Das ist nicht der einzige oder der letzte Schritt. Wirklich nicht. Ihr bekommt überall Hilfe, falls es dann wirklich so sein sollte. Es gibt Telefonseelsorge. Also ihr habt wirklich...
00:49:46 unzählige Möglichkeiten an Hilfe ranzukommen. Bei mir war das dann auch, wie gesagt, bin ich dann zu meinem Hausarzt gegangen. Der hat mir dann empfohlen, dass er im Hausarztprogramm teilnimmt von der Krankenkasse. Und da bin ich dann zur Krankenkasse hin und da habe ich eine ganze Liste voll mit Therapeuten bekommen. Und ich habe da überall angerufen. Und dann habe ich halt eben bei einer Stelle einen Platz frei bekommen und konnte eineinhalb...
00:50:14 Nach einer halben Wochen später oder so hatte ich ein Erstgespräch. Dann war ich da. Da wurde mir dann auch die Gruppentherapie angeboten. Also ich, ich, ich, also ich, alles ist gut. Jede Art von Therapie ist gut. Aber es gibt immer von Mensch zu Mensch, die, was halt mehr hilft. Eine Gruppentherapie bei mir war ein bisschen problematisch, aber das auch nur, weil ich ein Mensch bin, der alles auf sich projiziert. Das bedeutet, am Ende habe ich
00:50:43 nicht nur meine Sachen in meinem Kopf gehabt, sondern ich hatte tatsächlich noch die ganzen Probleme von den anderen auf mich projiziert. Das muss man natürlich dann selber wissen. Das habe ich dann aber auch der Terabreutin gesagt. Man kann auch mit der dann reden. Dann hatte ich erstmal mit bei ihr nochmal zwei, drei Stunden. Aber dann wurden mir von der Krankenkasse alles bezahlt, so sage ich mal.
00:51:11 Dann wurden mir aber die Wartezeiten zwischen den Therapiestunden zu lange. Also ich hatte dann nicht jede Woche oder alle zwei. Plötzlich war ich nur einmal alle zwei Monate hatte ich eine Therapiestunde dort. Und das war mir halt für den Stadien, was ich da erreicht hatte, sage ich jetzt mal, zu große Abstände halt. Und dann habe ich mich dafür entschieden, dass ich eine private Therapie mache. So natürlich kostenspielig, aber auch da sage ich, wahrscheinlich haben wir hier unter den Leuten hier im Chat Raucher.
00:51:39 oder Leute, die feiern gehen. Und dann sollte man eher sagen, was ist dir mehr wert? Willst du wirklich 300 Euro jeden Monat für deine Zigaretten-Shuttle ausgeben oder nimmst du lieber diese 300 Euro und steckst sie in die Therapie rein? Und ich selber war damals Raucher und aus dem Grund habe ich dann gesagt, egal was es ist, koste was es wolle, von mir aus 600 Euro. Wenn ich immer einen Weg finde, an die 300 Euro zu kommen, um mir Zigaretten zu leisten, dann kann ich mir schon...
00:52:07 Also erst recht, was für meine Gesundheit tun und das habe ich dann gemacht. Dann war ich bei einer ganz privaten, die war aber, ja.
00:52:14 Ja, aber es ist ja schön, dass du deinen Weg erzählst, wie das eben auch für dich funktioniert hat, wie du da hingekommen bist, dass du auch erzählst, Gruppentherapie war es für mich nicht. Also finde ich ehrlich gesagt auch positiv, dass du das sagst, weil letzten Endes ist es ja sehr individuell, was einem taugt oder eben auch nicht taugt und das finde ich sehr, sehr gut. Zum Thema Therapie habe ich tatsächlich noch ein kleines Video mitgebracht. Da würde ich gerne nochmal mit euch reinschauen, dass es auch wieder aus
00:52:44 dem Arte-Stück Kids Angst verstehen. Lasst uns da mal genau gerne zusammen reinschauen, denn da geht es auch noch mal ein bisschen um Therapie und eine vielleicht Alternative.
Innovative Therapieansätze
00:52:5700:52:57 Wenn man in einer Menschenmenge von Angst überwältigt wird oder man zum Beispiel in einem begrenzten Raum klastrophobisch reagiert, ermöglicht die virtuelle Realität, sich in vergleichbare Situationen zu versetzen und dabei gleichzeitig seine Reaktionen zu beobachten.
00:53:16 Man kann sich beispielsweise mit einer virtuellen Brille in eine Menschenmenge hineinversetzen. Und wenn es zu schwierig oder zu stressig wird, kann die Person auf Pause drücken und so die Situation Schritt für Schritt üben. Was sagst du, Spendi? Wäre das was gewesen, das dir vielleicht in irgendeiner Form hätte helfen können? So eine VR-Welt?
00:53:42 Boah, das ist schwierig. Also ich kann es mir gerade nicht so vorstellen. Also ich muss es gemacht haben, um dazu sagen zu können, ob es mir hilft. Deshalb kann ich es auch nicht schlecht reden. Aber es klingt nach einer...
00:53:59 Gute Idee, sage ich mal. Ja, aber es geht ja auch mehr. Also gute Möglichkeit. Ja, und ich glaube, das liegt ja auch mehr daran, dass du dir das vielleicht nicht so super gut vorstellen kannst, weil bei deinen Ängsten ist es ja nicht so, dass es ganz spezifisch ist, sondern du hast ja so, ich sag mal so, wenn ich das richtig verstanden habe, mehr so Katastrophenszenarien im Kopf, dass dir etwas passieren könnte, dass vielleicht jemand anderem was passieren könnte oder das sind ja mehr so.
00:54:21 vielleicht auch so ein bisschen Zukunftsängste auch mit reingeschnürt. Und das ist ja nicht etwas, was du mit einer Brille, sage ich mal, sehen kannst. Das geht, glaube ich, mit dieser VR-Brille.
00:54:33 geht es, glaube ich, mehr um Ängste, die wirklich spezifisch sind. Sag ich mal jetzt die typische Höhenangst, Flugangst, Angst vor Menschenmassen, Angst vor, weiß ich nicht, ich muss jetzt beim Bäcker was bestellen und ich werde total irgendwie blockiert und so, dass ich das üben kann. Also das sind wirklich so diese spezifischen Situationen, kann man mit so einer VR-Brille super gut üben. So unspezifische Dinge, wie es bei dir ist und wie es bei vielen anderen Menschen ist, da ist so eine VR-Brille eher, sag ich mal, ein bisschen schade.
00:55:03 weil wie will man das denn zeigen? Das ist schwierig. Ich würde mal noch, wenn das in Ordnung ist für dich Spendi, so ein bisschen auf Fragen im Chat eingehen, weil da sind so ein paar reingekommen. Für Leute, die zum Beispiel jetzt gerade erst einschalten, vielleicht erzählst du es einfach selbst. Da schreibt Taka Andi, welche Angst hatte Spendi? Erzähl gerne noch mal ganz kurz.
Generalisierte Angststörung
00:55:2600:55:26 Genau. Also ich habe eine generalisierte Angststörung. Also nicht spezifisch auf nur sowas wie jetzt unter Menschenmenge oder Platzangst, sondern wirklich einfach generalisiert auf alles. Und dadurch sind da meine Panikattacken gekommen. Ja, also es waren mit unter anderem Existenzängste.
00:55:53 Und ja, katastrophieren. Oh Gott, ich kann es nicht mehr aussprechen. Katastrophisieren. Du hast gerade eben so schön gesagt. Katastrophisieren. Also wirklich sich alle möglichen, also bei einer generalisierten Angststörung ist es ganz häufig so, dass man sich ständig Sorgen macht, um...
00:56:10 Eigentlich alles. Also es kann wirklich total banal sein, so was wie, ich fahre jetzt mit dem Auto, ich könnte einen Unfall haben. Oder meine Verlobte oder so ist unterwegs, ihr könnt irgendwas passieren. Also es ist ganz, ganz schwierig, sich von so Sorgen abzugrenzen, also sich keine Sorgen zu machen. Und das ist unglaublich anstrengend für den Körper, aber auch für die Psyche, weil man ist ständig nur beschäftigt mit Sorgen.
00:56:35 Und dadurch schränkt sich natürlich der Alltag massiv ein. Ich habe hier auch eine super interessante Frage, weil du bist, du hast es vorhin gesagt, dass du auch deinen Therapeut oder Therapeutin gewechselt hast. Und ich glaube, das könnte auch vielen helfen. Da fragt jemand, das wäre interessant, warum man nach langer Zeit, obwohl alles passt, seine oder seinen Therapeuten oder Therapeutin wechselt.
00:56:58 Vielleicht kannst du darauf eingehen, wenn du möchtest. Ja, natürlich. Die Therapeutin war richtig gut, also richtig, richtig gut. Die hat auch den größten Teil so, also mich komplett eigentlich aufgeklärt und hat mir auch sehr gut geholfen. Nur, ich glaube, nach vier Jahren oder drei Jahren war ich bei ihr, drei Jahre lang, habe ich das Gefühl gehabt, dass ich von ihr immer nur noch dieselben Antworten bekommen habe.
00:57:26 absolut nicht böse gemeint, sondern es kam halt auch dann sowas wie, hey, okay, lass dich mal beim Arzt überprüfen. Und dann war das für mich so, okay, gut, ich glaube, sie ist an ihren Grenzen gekommen und es muss ja auch irgendwie anders gehen. Und dann habe ich in der Zeit, während ich da noch Therapie hatte, habe ich jetzt letztes Jahr, im Sommer war das, habe ich an drei, vier verschiedenen Stellen
00:57:55 auch noch nachgefragt und auch nur mal Erstsitzungen gehabt. Und da habe ich dann halt gemerkt, okay, da war es wieder eine Therapeutin. Da habe ich dann gemerkt, alles klar, die sticht hier komplett wieder raus und die hat komplett neue Möglichkeiten. Und sie geht da ganz anders vor. Ich glaube, ich wechsle jetzt. Und dann habe ich auch gewechselt, genau. Also ich glaube, meine alte Therapeutin kam einfach...
00:58:18 An die Grenzen, aber es ist auch völlig menschlich. Ich meine, irgendwann kannst du jemandem nicht mehr was sagen, wenn du es ihm schon tausendmal gesagt hast. Aber das, was sie mir halt gesagt hat, das hat halt in dem Moment halt nicht mehr geholfen, weil ich halt eigentlich mittlerweile wieder andere Ängste aufgebaut hatte. Und ich glaube, das hat sie nicht ganz gesehen.
00:58:36 Das heißt, du hast einfach nochmal einen neuen Impuls gesucht bei einem neuen oder neuen Therapeutin. Ich weiß nicht, ist es letzten Endes auch nicht relevant, ob es ein Therapeut oder eine Therapeutin ist. Aber es ist schön und vielen lieben Dank, dass du das so offen und ehrlich beantwortest. Hier ist tatsächlich auch nochmal eine Frage, die ich auch spannend finde. Also falls du sagst, das ist mir zu persönlich, dann lass das gerne auch.
Therapiewechsel und öffentliches Teilen
00:59:0000:59:00 Aber du hast ja auch zwei Videos zu Ängsten gemacht. Und jetzt fragt Hansi Dampf, glaube ich, heißt das, Entschuldige, kurz über den Namen gestolpert. Mich würde interessieren, was ihn als Influencer dazu bewegt hat, so öffentlich damit umzugehen.
Persönliche Erfahrungen mit Ängsten
00:59:1800:59:18 Ja, also ich bin nicht direkt in die Öffentlichkeit damit gegangen, weil ich mich erst mal selbst damit beschäftigt habe natürlich. Wie gesagt, ich habe so viel darüber gelesen und während ich alle Bücher da gelesen habe, also jetzt nicht nur von, ich sage jetzt mal, Schriftstellern, die drei Bücher erst geschrieben haben und dann schreiben sie halt speziell nur über das Buch, sondern ich habe auch wirklich Psychologie, hier Fachwissen mir dadurch geeignet.
00:59:46 und habe da alles mal durchgelesen und da stehen halt auch Fakten und Zahlen, wie viele Menschen davon eigentlich betroffen sind. Und wo ich das halt dann gesehen habe, das Gefühl, jede dritte Person in Deutschland davon betroffen ist, oder jede vierte war das, ist es natürlich ziemlich erschreckend gewesen. Da dachte ich so, das geht nicht. Und gerade meine Videos in der Zeit, ich weiß nicht, ich glaube, da hatte ich 100.000, 200.000 Aufrufe.
01:00:10 Dann habe ich mir halt selber gesagt, okay, das geht nicht. 100% sind da auch welche davon betroffen. Und ich möchte denen nicht nur zeigen, dass Influencer, ach, so schön, hier Luxus, da Luxus, hier Urlaub, da Urlaub, Videos zusammen und oh mein Gott, wie schön und wie schön. Es gibt eine Person da draußen, die eventuell gerade stark unter Depressionen leidet, unter Panikattacken leidet, sieht das ganze Video und denkt sich noch mehr, oh mein Gott, guck mal, ich bin so gefangen, ich will das auch.
01:00:37 Und damit wollte ich einfach den Leuten zeigen, nein, nein, nein, egal wie, wo, was, ich bin auch nur ein Mensch und ich habe genau dieselben Probleme wie du da draußen. Und damit wollte ich die Leute erreichen, dass sie halt eben nicht das Gefühl haben, dass sie alleine sind. Und ich glaube, das kam... Ja, also richtig, richtig cool von dir, dass du sagst, hey Leute, ihr seid nicht allein, mir geht's auch so. Ich weiß, da draußen gibt's Leute, denen es genauso geht. Also guckt her.
Bewältigungsstrategien für Ängste
01:01:0501:01:05 Und ich kann trotzdem vor mich, also ich lebe trotzdem ein mehr oder weniger normales Leben. Ich kriege mein Leben geregelt, auch mit dem, was ich da so habe. Deswegen vielleicht auch direkt schon die, würde ich sagen, letzte Frage an dich. Diesmal gar nicht aus dem Chat, sondern tatsächlich von mir. Was würdest du jemandem denn mitgeben, der merkt, dass die Angst seinen Alltag immer mehr beherrscht oder beeinflusst?
01:01:32 Ja, also die Konfrontationstherapie ist an sich ja ziemlich gut. Also man sollte sich nicht einsperren, nicht den Fehler machen, den ich gemacht hatte, also nicht wirklich zu sich selber sagen, ich gehe jetzt nicht mehr einkaufen, ich mache das hier nicht mehr, ich mache das hier nicht mehr, sondern feier dich in kleinen Schritten. Wenn du gar nicht rausgehen kannst, dann geh trotzdem raus und versuch mal so weit zu gehen, bis zu dem Punkt, wo dein Herz anfängt zu rasen.
01:02:01 In dem Moment drehst du dich wieder um und gehst nach Hause und sagst, okay, bis zu diesem Meter ist nichts passiert und ich bin nicht umgefallen. Am nächsten Tag gehst du eventuell fünf Meter weiter. Du merkst, und genau immer diese Schrittweise, also geh alles andere. Lass dich nicht überrumpeln, will ich damit sagen, sondern geh langsam ran und nimm dir die Zeit, die du brauchst. Und die Liebsten aus deinem Umfeld, die werden das akzeptieren, die werden dich unterstützen und lass dich nicht stressen.
01:02:29 Du bist nicht anders als jeder andere da draußen. Es ist völlig normal. Die Angst tickt halt einfach nur bei den Personen, die davon betroffen sind, ein bisschen anders. Aber die Angst ist völlig was Natürliches. Und ich würde dir wirklich empfehlen, lies Bücher. Lies Bücher. Das ist ganz wichtig. Nicht nur Videos anschauen, lesen. Denn lesen, auch das unterstützt natürlich auch was für deinen Hirn, für die Psyche.
01:02:57 Das hat auch noch andere Auswirkungen. Und lasst euch wirklich nicht stressen. Ich meine, ich bin immer noch heute davon betroffen. Ich bin ja immer noch, seit dem letzten Jahr, ich bin immer noch gerade mittendrin. Also ich, wie man sieht, ich weiß nicht, ob man das gerade hier sieht, ich habe meine Fitnessgeräte zu Hause, weil ich nicht mehr im Gym trainieren kann. Ich kann nicht wirklich gerade arg viel joggen. Ich war jetzt vorgestern 15 Minuten joggen und bin dann wieder nach Hause gekommen.
01:03:23 Und genau das hatte ich damals auch. Ich bin fünf Minuten nur joggen gewesen. Der eine lacht darüber, eventuell so, aber ich bin fünf Minuten gejoggt, dann 10, 15, 20, 25, 35, nur um zu zeigen, hey, mein Puls, manchmal jage ich meinen Puls bewusst hoch, dass ich 170er Puls habe, um nur meinem Körper zu zeigen, hey, siehst du, dein Körper reguliert sich, du bekommst jetzt keinen Herzinfarkt, weil du Herzrasen hast. Es gibt wirklich, lest euch da durch, es gibt tausend Möglichkeiten.
01:03:52 Und lasst euch nicht stressen.
01:03:53 Vielleicht auch zu Verständnis für andere, warum jetzt Sport auch vielleicht super wichtig ist, weil wenn man Panikattacken hat, dann hat man so einen krassen Kontrollverlust, was den Körper angeht. Man hat das Gefühl, ich habe meinen Körper gar nicht mehr unter Kontrolle, ich kann nicht meinen Atem regulieren, ich kann nicht mein Herz irgendwie regulieren, dass es irgendwie normal schlägt. Und wenn man Sport macht und das sozusagen bewusst, wie du sagst, heraufbeschwört, Herzrasen und Schleppchen,
01:04:22 schneller Atem und so, da kriegt man einfach ein ganz anderes Selbstbewusstsein in seinem Körper. Und deswegen ist das eigentlich auch so wichtig. Aber finde ich voll die coole Messie. Also alle Punkte, die du sagst, würde ich genauso unterschreiben. Also finde ich sehr stark, dass du dich öffentlich dazu äußerst. Also vielen, vielen lieben Dank, Spendi. Vielen lieben Dank auch, Roma.
01:04:41 Danke, dass du unser Gast warst. Danke, dass du grundsätzlich so oft öffentlich darüber redest. Total toll. Ich hoffe, du hörst auch nicht damit auf, sondern machst dann weiter. Und dann dir noch einen ganz wundervollen Abend. Danke, dass du unser Gast warst. Und lieber Twitch-Chat, ihr dürft gerne mal ganz kräftig Herzen in den Chat spammen, tatsächlich an der Stelle sogar. Denn wir haben hier Lampen.
01:05:05 Das haben wir eingänglich vergessen. Die leuchten, wenn ihr genügend Herzen in den Chat schreibt für unseren Gast. Das ist so ein bisschen das Zeichen dafür, dass wir das, was wir hier haben, diesen Safe Space, die Gespräche wertschätzen. Deswegen, das ist die Lampe, die wirklich leuchtet, lieber Spendi. Vielen lieben Dank, dass du unser Gast warst. Perfekt, danke schön. Darf ich nur noch kurz ein, zwei schnelle Tipps geben? Die gehen ganz schnell. Klar, natürlich. Gerade für Leute, die zum Beispiel
01:05:34 so ein Knotengefühl haben, im Kehlkopf und schlechter atmen. Wenn ihr eine Zitrone nehmt und einen Teelöffel und ihr macht den Teelöffel wirklich voll mit der Zitrone, also eine frische einfach auspressen und trinken. Zwei Stück davon, das öffnet alles nochmal. Das hilft sehr, hilft mir zum Beispiel. Und falls es akut wird und ich unterwegs bin, ich habe halt immer zum Beispiel eine Wasserflasche immer dabei.
01:06:01 Und wenn es akut wird, einfach den Deckel aufmachen, mit Wasser füllen und schmeißt es euch einfach mal kurz hier rein. Also unter das T-Shirt. Das gibt einen Schockmoment und das holt euch auch wieder zurück. Das sind total tolle Tipps. Dankeschön dafür noch. Ich würde sagen, damit verabschieden wir dich jetzt. Das war wunderbar. Vielen, vielen lieben Dank. Vielen Dank. Schönen Abend. Danke, dass du da sein durftest. Gleichfalls. Ciao.
01:06:27 Was ein sympathischer Gast und die haben so viele Ersten geleuchtet, die Lampen leuchten einfach immer noch. Nicht, dass die hier durchglühen hier. Ja, das was er zuletzt noch gesagt hat, das sind ja auch so Skills. Also wenn man so Panikattacken hat oder Angstzustände. Ich kenne das auch von meinen Patienten. Ich empfehle manchmal auch so, wie heißen die denn? Diese Center-Schocks? Vielleicht kenne ich dir die. Die sind ganz fachig. Extrem sauer. Aber das holt einen so ein bisschen zurück.
01:06:57 Da kann der Körper gar nicht anders als einen zurückholen und mit dem Herzrasen und Atemnot und so hört es dann relativ schnell auf. Also ich bin trotzdem ein Fan davon, ruhig atmen, in den Bauch atmen, sich versuchen selbst zu regulieren. Aber solche Skills, kaltes Wasser, saures, weiß ich nicht, viele laufen da noch barfuß auf Fliesen oder so. Also alles, was einen so ein bisschen rausholt aus den eigenen Gedanken und Ängsten, das kann helfen.
01:07:24 Das ist sehr gut. Lieber Chat, falls ihr was Neues gelernt habt, schreibt mal gerne eins in den Chat. Falls euch schon alles bekannt war, eine zwei, würde mich interessieren, wer einfach schon alles wusste, was wir hier gerade besprochen haben. Sowohl inhaltlich, aber auch vielleicht an Tipps. Volle süße Kommentare. Oh ja, stimmt. Sonst wird ja meistens erst nicht drüber geredet. Ach Quatsch, alles gut. Was darf eingefroren werden? Nein, ich bin in Gebühren. 1, 1.
01:07:51 Zwei, zwei, zwei, ja genau. Das war eigentlich eine Fangfrage, weil ihr gar nicht alles über Spendi wissen konntet. Drei.
01:08:00 Oh, da sind ein paar ganz besondere dabei. Ich sehe schon. Drei ist auch immer gut. Und wenn ihr sagt, ich hätte aber auch gerne noch irgendwas zu diesem Thema zu sagen, dann könnt ihr das auch immer gerne machen. Wir haben hier nämlich eine Nummer oder einen Discord. Wir haben hier gleich so eine Einblendung. Da könnt ihr dann auch gerne mal drauf schauen und drauf klicken. Und dann könnt ihr mit dazu kommen und dann euch mit uns austauschen. Da freuen wir uns natürlich immer.
01:08:24 Deswegen, wenn ihr Lust habt, gerne. Aber wenn ihr sagt, das ist mir ein bisschen zu ein Team, ich bleibe lieber im Chat, dann könnt ihr auch das machen.
01:08:32 ganz euch überlassen, wie ihr euch wohlfühlt. Ihr könnt uns ja auch Nachrichten auf WhatsApp schreiben. Auch die können wir einblenden oder auch Sprachnachrichten, glaube ich. Sprachnachrichten. Können wir hier auch sozusagen die Audios mit anhören. Also ihr müsst euch wirklich nicht zeigen oder mit Namen oder so preisgeben, wenn es nicht... Spendies nachhören. Ja, ich weiß. Furcht schön. Auch schön, dass du noch zuschaust dir. Ja, richtig toll. Ja, ich hoffe, du hast auch ein paar gesehen. Ich weiß nicht, ob du nebenbei den Stream offen hattest, aber es waren mal wieder so ein paar.
01:09:01 extra liebe Nachrichten in deine Richtung im Chat dabei. Also wir sehen das schon. Es ist nur immer so ein bisschen schwierig, alles gleichzeitig unterzubringen. Deswegen, lieber Chat, haltet euch nicht zurück. Schreibt es gerne rein. Wir haben hier ja unser Tool und dann können wir das im Nachhinein, wie jetzt zum Beispiel hier, auch nochmal aufrufen und einblenden. Das heißt, es geht eigentlich auch nicht verloren.
Übergang zu Verlustängsten
01:09:2401:09:24 Genau, aber wir machen ja direkt eigentlich auch schon wieder weiter, denn wir gehen hier von Gast zu Gast. Wir haben jetzt eine weitere Gästin, beziehungsweise heute Abend unsere erste Gästin. Wir haben die liebe Milchbaum aka Sonja bei uns und mit der werden wir so ein bisschen über Verlustängste reden.
01:09:45 Und sie sagt, Verlustängste habe ich tatsächlich bei Freunden. Wacht die wo? Weshalb? Warum? Wie das zustande kommt? Erzählt uns Sonja bestimmt gleich selbst gerne. Ich weiß noch gar nicht, wie es so genau aussieht mit unserer Gästin. Ob sie schon bereit ist oder nicht? Ich glaube, sie ist schon da. Sie ist schon bereit? Sie ist schon da? Na dann, liebe Sonja.
01:10:06 Herzlich willkommen hier bei uns. Danke, dass du dir die Zeit nimmst. Hi, hi, hi. Aber siehst du uns auch, ne? Ja, schön, euch zu sehen. Ja, ich sehe euch auch. Perfekt. Sehr gut. Nee, aber schön, dass du die Zeit nimmst, mit uns zusammen über Ängste zu reden. Ist ja ehrlicherweise auch immer so ein kleiner Überwindungsschritt, den man da gehen muss.
01:10:25 Ich lande mit ein bisschen. Ich wollte gerade sagen, wir brauchen noch ein bisschen wieder. Ich bin auch für mich viel mehr aufgeregt, als ich gedacht habe, wie viele Leute da sind. Obwohl du das ja immer schon machst, oder? So streamen. Ja, aber es sind jetzt schon echt viele da. Aber es freut mich. Das heißt ja auch nur, dass du es
01:10:49 dass das Thema Fehler interessiert. Das ist ja eigentlich schön. Ja, vor allem ist es ja auch ein Thema, was viel mehr betrifft, als man jetzt im ersten Moment meinen würde. Ich meine, du meintest von was von 6. Ich glaube, fast 25 Prozent. Also natürlich unterscheiden sich die Zahlen da immer von Studie zu Studie, aber die Zahlen sind schon sehr hoch, was Angststörungen angeht. Erst nicht ohne. Aber Angst gibt dir einen ja auch sehr schnell das Gefühl, dass man alleine damit ist. Also das ist so,
01:11:18 ein typisches, sage ich mal, Begleitsymptom von Angst, das einen so zurückwirft und man denkt dann, man ist alleine damit, aber man ist nicht alleine damit. Und deswegen bist du ja heute auch da, um darüber zu sprechen. Mit dir reden wir heute so ein bisschen mehr über das Thema Freundschaften und tatsächlich über Verlustängste. Bei dir, um es nochmal so ein bisschen mehr einzugrenzen, geht es um die Verlustängste.
Ursachen von Verlustängsten
01:11:4201:11:42 um Ablehnung und dementsprechend dahingehend dann Verlustängste. Wie ist das denn bei dir? Wie zeigt sich das bei dir, diese Verlustängste? Also ich habe das eine ganze Zeit lang gar nicht so gemerkt. Also ich habe einfach gedacht, dass meine Emotionen, die ich zum Beispiel habe, wenn ich beispielsweise
01:12:12 Oh Gott, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Vielleicht fange ich einfach mal an. Ich hatte sehr viele Freundschaften in meinem Leben gehabt, die auch sehr, sehr lange gingen, die aber sehr, zum Beispiel...
01:12:26 wo ich sehr ausgenutzt worden bin oder wo man mich schlecht behandelt hat, auch in Beziehungen oder diesen Kennenlernphasen. Eigentlich so Sachen, wo jeder sagen würde, okay, ciao, Kakao, bleib weg von mir. Ich konnte das immer nicht und habe auch Sachen sehr, sehr persönlich genommen, wenn man mir
01:12:50 ich sage das auch immer in meinem Stream, erzähle ich das immer, wenn man mir absagt. Das ist mein größter Triggerpoint, weil ich mir dann ganz viele Gedanken mache, dass die Person eigentlich gar keine Lust auf mich hat. Habe ich beim letzten Mal zu viel über meinen Job geredet. Ich glaube, ich war da unsympathisch. Ich glaube, die mögen mich gar nicht so, wie ich denke, dass sie mich mögen. Oder ich mag sie viel mehr und keine Ahnung.
01:13:19 Bei mir ist dann das Problem, dass die Leute, die nichts Gutes so wollen für mich, dass ich die nicht loslassen kann, weil ich einfach...
01:13:33 Ich habe so, ich gewöhne mich dann so, ich klammer sehr viel. Also ich bin so jemand, wenn ich jemanden kennenlerne, also auch freundschaftlich, das habe ich auch so bei einer Streamerin, die hier wohnt. Die hat das direkt erfahren. Ich habe sie erst kennengelernt, es hat so gewibed. Ich habe sie in einem Event...
01:13:53 Und ab da komme ich und rufe jeden Tag an, was machst du? Komm, wir machen was. Ich bin die, die die ganze Zeit, ich bin diese Freundin, die immer anruft, die immer fragt, komm, wir machen was. Hey, was machst du? Und so. Und ich bin dann sehr schnell attached, wenn ich jemanden mag. Und damit falle ich dann auch öfter mal hin. Das wäre auch meine nächste Frage gewesen. Wie äußern sich denn die Verlustängste bei dir? Also du hast ja jetzt ein bisschen gesagt, du klammerst.
01:14:19 Du sagst nicht so schnell Tschüss, du machst sozusagen nicht so schnell Schluss in Freundschaften, auch wenn sie dir wehtun. Wie sieht es bei dir noch aus? Was sind vielleicht noch so Verhaltensweisen, wo du denkst, hey, das kommt durch die Verlustangst und ist nicht ganz so, sag ich mal, normal? Also ich glaube, dass...
01:14:41 Also ich merke halt, dass ich zum Beispiel mich sehr hinterfrage, also meinen Selbstwert, wo ich eigentlich, das ist auch gar nicht, also...
01:14:55 Ich denke eigentlich immer so, ich bin so über das Selbstbewusste, das bin ich auch, aber eine andere nahestehende Person schafft es mit so kleinen Sachen, dass ich mich komplett hinterfrage, so, dass ich es irgendwie nicht wert bin. Warum haben die jetzt, also auch, also das ist total blöd, aber auch so Kleinigkeiten, warum bin ich die Letzte, die eingeladen wird, so. Also warum bin ich die Letzte, die die Nachricht bekommt. Obwohl das eigentlich total blöd ist, ich weiß gar nicht, warum ich, warum ich das
01:15:24 ehrlich gesagt habe so. Ich habe auch mit meiner Schwester, ich habe eine Zwillingsschwester auch darüber geredet. Sie ist dann mit irgendwelchen Sachen aus der Kindheit gekommen. Aber ich weiß, auch wenn ich es weiß, also ich weiß es so, ey, das ist alles gar nicht so schlimm, komme ich nicht aus diesen Emotionen raus. Ich weine auch, also man sagt mir ab, man kann zu 99 Prozent damit rechnen, dass ich zu Hause weine. Selbst wenn man mir nur absagt, Döner essen zu gehen.
01:15:52 dann weine ich erst mal so, weil ich das so schlimm finde. Und ja, und ich glaube, also ich habe halt einfach so Angst, diese Person, dass die Person mich nicht mag und die dann weggeht von mir und dass ich dann so manchmal dann zu Hause sitze und denke mir, jetzt habe ich jemanden zum Anrufen oder jetzt die Person im Urlaub. So und jetzt habe ich, die ist jetzt weg, was mache ich denn jetzt?
01:16:17 Also es ist irgendwie ganz, ganz weird. Also es ist natürlich leider auch dann in Bezug auf Männer dann leider auch so. Aber ja, bei Freundschaften ist das so ein...
01:16:30 Ja, ist nochmal extremer, beziehungsweise häufiger, weil man bei Freundschaften wahrscheinlich auch häufiger mal irgendwie eine Absage bekommt, wenn die Person, weiß ich nicht aus welchen Gründen auch immer, nicht kann. Wie kommst du denn dann aus diesem Strudel raus? Also du hast ja jetzt erzählt, dass es für dich so schlimm ist, dass du wahrscheinlich sogar weinst, wenn dir jemand absagt. Aber du sagst ja auch, ich bin selbstbewusst und du klingst jetzt auch so reflektiert, dass du dann irgendwann...
01:16:57 Und merkst, okay, oder jetzt, wenn du es erzählst, sagst du ja auch, ich weiß ja irgendwie auch, dass das wahrscheinlich gar nichts mit mir zu tun hat, aber in dem Moment geht es nicht anders. Wie kommst du denn aus diesem Moment wieder raus von diesem, oh Gott, jetzt wurde mir abgesagt? Also.
01:17:15 Das, was ich, also im Nachhinein rede ich immer mit der Person. Also wenn es eine Person ist, mit der man auch reden kann. Also ich muss sagen, ich habe, ich würde jetzt sagen, habe ich eigentlich wirklich einen guten Kreis von Freunden um mich, wo ich weiß, ich kann das so ansprechen so und fragen, ey, so kannst du mir das nochmal erklären, so, weil ich habe mich voll gefreut, hast du dich nicht gefreut? So Sachen. Aber ansonsten, was mir eigentlich in so Momenten immer hilft, ist Ablenkung.
01:17:45 Also ich tatsächlich, wir hatten das eben mit dem Sport. Also ich gehe dann auch gerne dann ins Gym oder...
01:17:54 vielleicht manchmal nicht so gut für den Geldbeutel, ich gehe dann auf so H&M oder so, weiß ich, so Klamottenseiten und versuche mich so abzulenken von dem Gefühl, dass ich mir denke, okay, ich mache jetzt die Zeit, auf die ich mich jetzt so gefreut habe, mache ich mir jetzt irgendwie schön oder was ich auch mache, ich rufe gefühlt meinen ganzen WhatsApp an.
01:18:19 alle meine Kontakte und frage, ob jemand Zeit hat, ganz spontan. Also ich bin dann so, ich brauche dann schnell Ersatz, weil es mir so schwerfällt dann irgendwie, dass ich da aus dieser Traurigkeit rauskomme. Also ich bin unglaublich traurig. Ja, ich wollte gerade nachfragen, welches Gefühl ist das denn? Weil du gesagt hast, ich muss ganz schnell weg von diesem Gefühl. Du meinst, es ist Traurigkeit.
01:18:42 Ja. Und ist das eigentlich, das ist jetzt gar nicht mehr ganz genau, ob du das jetzt schon auch gesagt hast, ist das schon immer so bei dir gewesen, dass du so diese, sag ich mal, auch diese Traurigkeit spürst oder auch diese Ängste hast in Freundschaften oder sei es jetzt auch in romantischen Beziehungen, dass du da immer die Angst hast, ja, abgelehnt zu werden?
01:19:05 Ja, also ich habe mir tatsächlich darüber, auch seit ich jetzt weiß, dass wir auch den Talk hier machen, auch mal tatsächlich mal mehr Gedanken gemacht, weil ich mir erst mal gefragt habe, ist das jetzt eigentlich schon immer so gewesen? Und tatsächlich ist es eigentlich schon immer so gewesen in Freundschaften, in so, ich sage mal, Beziehungen ist es irgendwann nachgekommen, weil vorher war...
01:19:32 Also sobald irgendwie ein Mann schlecht zu mir war, dann habe ich direkt Tschüss. Aber das hat sich für mich jetzt eingeschlichen, dass das jetzt auch nicht mehr so easy ist für mich. Jetzt ist das auch so, nein, ich kann ja so, wir müssen daran arbeiten und keine Ahnung. Aber ich glaube, ich glaube, das hat auch viel mit der Schulzeit zu tun. Da will man ja immer so dazugehören und so.
01:20:00 Und mir fiel es damals sehr schwer, dazuzugehören. Also habe ich auch versucht, das habe ich auch erst noch nicht vor langer Zeit gemacht, Freundschaften zu halten, indem ich zum Beispiel für die teure Geschenke mache. Oh Gott, ja. Oder die immer einlade. Und dann wird man halt auch je nach Person dann auch ausgenutzt. Und obwohl ich das irgendwie weiß und das auch so empfinde,
01:20:26 ist es mir super schwer gefallen, die Reißleine da zu ziehen, weil ich mir dachte, ja, aber dann ist die Person gar nicht mehr da und wem schreibe ich denn dann, wem rufe ich denn dann an?
01:20:37 So random. Da kommt auch gerade schon echt Liebe in den Chat wieder für dich. Das ist sehr, sehr süß. Vielen Dank, dass du das erzählst und dass du da auch so offen drüber redest. Ja, man zeigt ja auch so ein bisschen Schwäche. So im Internet. Aber ganz ehrlich, wir haben alle unsere Päckchen. Und das ist irgendwie mein Ding im Kopf, das so ein bisschen am Rad dreht. Aber ich glaube, ganz vielen geht das so. Ganz viele Menschen haben Verlust. Die zeigen sich häufig ganz anders.
01:21:07 Bei dir, du meinst, du lädst sie dann gerne ein oder du kontaktierst sie sehr viel oder schenkst sie ein tolles Geschenk. Und bei anderen kann es ganz anders aussehen. Du hast ja schon gesagt, dass du das erste Mal richtig festgestellt hast in deiner Jugend. Und zum Thema Jugend hat auch die Arte Mediathek wieder ein Stück zu bieten. Da würde ich gerne mit euch beiden einmal reingucken, nämlich in dieses Teil hier.
01:21:34 Die Jugend ist neurobiologisch betrachtet eine ganz spezielle Zeit im Leben. Das limbische System funktioniert noch nicht mit voller Leistung.
01:21:43 Limbisches System. Ich muss hier einmal kurz dazwischengrätschen. Wir hatten das vorhin mit Spendi schon das Thema. Ich wollte mich nicht als komplett ahnungslos outen, aber jetzt muss ich einmal nachfragen, was ist das Limbisches? Das Limbische System ist ein System im Gehirn eigentlich. Das ist für so, ja ich sag mal Emotionen zuständig, aber auch für unsere Erinnerungen, die mit Emotionen gekoppelt sind. Also wenn wir zum Beispiel, weiß ich nicht, eine Ausgrenzungserfahrung gemacht haben, dann ist es da auch gespeichert mit der.
01:22:13 passenden Emotionen. Aber das limbische System ist auch zuständig für Belohnung, für positive Emotionen. Und ich glaube, das kommt auch gleich nochmal im Video, dass das bei Jugendlichen recht aktiv ist.
01:22:29 Aber das Problem ist, dass die anderen Gehirnstrukturen, die für Kontrolle zuständig sind, die für Entscheidungsprozesse zuständig sind, das ist vor allem der präfrontale Kortex im Vornebereich, der ist noch nicht so dolle ausgebildet und entwickelt wie diese Belohnungszentren und Emotionszentren. Das heißt, Jugendliche sind häufig, ich sage nicht alle und nicht allgemein, aber sind häufig,
01:22:53 eher emotionsgesteuert und weniger rational. Deswegen tun auch manchmal, sage ich mal, Ausgrenzungserfahrungen oder wo man beschämt wurde oder so, das tut einfach viel mehr weh, weil das ganz, ganz dolle dann feuert und andere Gehirnstrukturen das noch nicht so gut, sage ich mal, auffangen können. Vielen lieben Dank dir für deine Einordnung. Ich hoffe, allen denen zugegen wie mir sind jetzt ein bisschen schlauer und dann gucken wir jetzt auch weiter.
01:23:22 Es wird sich noch für lange Zeit weiterentwickeln. Deshalb ist man in einer Lebensphase, in der die meisten Verhaltensweisen von einem mehr oder weniger unausgereiften limbischen System gesteuert werden. Das führt zu spezifischen Schwachstellen im Hinblick auf das sozioemotionale Grundgefühl und damit wiederum zu einem höheren Risiko für Angstzustände als in anderen Lebensphasen.
01:23:51 Ich finde es auch total wichtig, dass da auch über die Jugend generell gesprochen wird, weil ich glaube in der Jugend, was heißt ich glaube, es ist eigentlich bei den meisten Menschen so, dass wir in der Jugend vor allem für uns so Glaubenssätze irgendwie entwickeln. Also jeder Mensch hat verschiedene Glaubenssätze über sich. Das sind so Grundeinstellungen von ich bin ein guter Mensch oder ich bin fähig oder weiß ich nicht, auch so was wie Glaubenssätze, die vielleicht auch häufig mit Verlustängsten zu tun haben. So ein Glaubenssatz von ich bin allein.
01:24:20 Oder ich bin nicht liebenswert. Wenn Menschen solche Glaubenssätze haben, dann sind so Verlustängste auch ganz häufig da, weil man eh das Gefühl hat, man ist eigentlich allein auf dieser Welt. Und jeder Mensch, der kommt, der wird einen eigentlich verlassen. Und man überkompensiert dann häufig und tut sowas. Teure Geschenke kaufen oder, was du gesagt hast, so klammern. Oder immer wieder sich rückversichern. Hey, bist du noch da? Kann ich nochmal mit dir reden?
01:24:46 Das kann sozusagen so eine Bewältigungsstrategie sein, weil wir ja eigentlich die ganze Zeit glauben, ich bin ja eigentlich allein. Vielleicht macht das auch so ein bisschen Sinn, um einzuordnen, warum man häufig auch vielleicht Verlustängste hat. Sonja, du hast ja gerade schon so ein bisschen über deine Jugend geredet und gesagt, es kommt wahrscheinlich irgendwie so daher, oder da hat es irgendwie angefangen.
Umgang mit Verlustängsten
01:25:1301:25:13 Ist es irgendwie was, wo du sagst, okay, es gibt irgendwie so eine Situation, an die kann ich mich besonders doll erinnern, also du musst nicht super ins Detail gehen oder wenn du sagst, es gibt auch gar keine, an die ich mich jetzt spezifisch erinnere, ist das auch in Ordnung. Aber gibt es da irgendwas, wo du sagst, okay, es könnte tatsächlich auf sowas zurückgehen, das hat sich total bei mir eingebrannt, diese Erfahrung oder diese Situation? Also,
01:25:39 Ich glaube, so generell, also vielleicht so eine Situation an sich nicht unbedingt. Aber in der Schulzeit, ja, das war so das Typische, wurde ich so oft so ausgegrenzt und sowas. Und ich hatte immer, wenn ich dann das Gefühl habe, okay, ich werde jetzt in dieser Gruppe angenommen, am nächsten Tag war ich wohl schon wieder ausgegrenzt.
01:26:10 Und ich glaube, das hat bei mir so eine große Rolle gespielt, dass ich halt dann, weil ich hatte dann, ne, dann irgendwie an einem Tag war ich dann, dachte ich, okay, ich bin jetzt mit der Befreundin am anderen Tag nicht. Dann auch mit, ich hatte auch irgendwann auch im Nachhinein so auch Männer kennengelernt, die beispielsweise mich dann runtergeredet haben oder
01:26:35 so ein bisschen auf meinen Selbstwert runter und du wirst niemals jemanden besseren finden als mich, wer will dich denn? So Sachen, also es gibt auch so Kommentare, die das dann natürlich bei mir so ein bisschen, obwohl ich so eigentlich denke, so nee, das stimmt doch gar nicht. Was bist du für ein Idiot? Aber ich glaube, irgendwo hat sich das doch bei mir so eingebrannt und ich brauche dann halt auch so Bestätigung dann, auch insbesondere von Freunden.
01:27:04 dass die sich bei mir auch melden, dass das alles so ein gegenseitiges Ding ist auch. Also dass man sich gleich gern mag und gleich viel reinsteckt irgendwie auch in diese Freundschaft. Also das meinst du so ein bisschen vielleicht auch mit diesem gegenseitiges Ding?
01:27:26 Ja, also ich habe so voll Verständnis, weil ich habe ja mehr Zeit als meine Freunde, weil die halt einfach acht Stunden arbeiten am Tag. Aber es gibt ja auch diese, man sagt ja auch, ey, ich kann meine Freundin, wir können uns monatelang nicht sehen, wir sehen uns nochmal und das ist alles so wie vorher. Das ist so ein Ding, wo ich sage,
01:27:52 Oh, das ist für mich schwierig, monatelang. Also das wäre für mich so, was denn, dann ist da irgendwas im Busch. Obwohl ich das so verstehe, ich finde das sogar neidisch, ich hätte das auch gerne so. Aber eigentlich interpretiere ich dann was rein und denke dann, oh nein. Und damit das gar nicht zu dem Punkt kommt, bin ich hier die ganze Zeit.
01:28:16 Hallo, wie geht's? Ich rufe einfach mal random an. Hey, was ist denn? Nichts, ich wollte einfach nur anrufen. Bei mir gibt es diesen Punkt eigentlich gar nicht. Ja, ich verstehe. Hast du eigentlich mal mit deinen Freunden darüber gesprochen, dass du solche Gedanken hast, dass die dich irgendwie nicht mögen könnten, dass sie, weiß ich nicht, dich vielleicht gar nicht als Freundin haben wollen oder so? Hast du das mal vielleicht geäußert, so wie du es jetzt mit uns besprichst?
01:28:44 Ja, tatsächlich erst vor kurzem gab es eine Situation. Da hatte ich die, ich habe einen Hund und die war bei einer Freundin. Die passen immer auf sie auf, wenn ich weg bin. Und ich sollte sie dann bei meiner besten Freundin abholen, weil die waren dort zu Besuch. Und dann dachte ich so, ja, okay, ich komme sie abholen. Und als ich dann dort war, waren da meine ganzen...
01:29:10 Also die ganze Freundesgruppe war bei ihr zu Hause und die haben gegrillt. Und du wusstest davon nichts. Ich wusste davon nichts, aber weil die nicht wussten, wann ich nach Hause komme. Also die wussten gar nicht, wann komme ich nach Hause. Und als ich dann da war, habe ich auch gesagt, oh ihr grillt, ich liebe ja grillen. Und habe dann so, ja.
01:29:34 Ah ja, ich hole dann meinen Hund und dann gehe ich dann. Und ich habe irgendwie einfach erwartet, dass jemand sagt, du kannst doch bleiben, wenn du möchtest. Und es kam dann nicht. Und dann war ich so voll traurig, weil ich dachte, aber ich liebe doch Grille, warum denkt denn keiner an mich? Alle sind da und keiner sagt, hey, bleib doch so. Und dann dachte ich, ich glaube, eigentlich mögen die mich gar nicht. Ich glaube, die...
01:30:00 Ich glaube, die wollten mich jetzt auch einfach nicht. Die hatten auch alles schon gedeckt. Da ist gar kein Platz für noch ein Teller und so. Und dann war ich zu Hause und eine Freundin hat mir dann tatsächlich geschrieben, ist alles okay, du sahst so traurig aus. Und dann habe ich erst so überlegt und habe dann gedacht, nein, ich warte mal bis morgen ab, weil ich bin gerade so voll in meinen Emotionen. Ich glaube, ich könnte jetzt halt auch...
01:30:27 vielleicht zu übertreiben. Ich muss erst mal gucken, ob es morgen besser ist. Am nächsten Tag war es immer noch nicht besser und dann habe ich ihr gesagt, habe gesagt, so ey, es irgendwie fand ich voll traurig, dass mich keiner gefragt hat und bla bla. Und dann hat sie mir einfach gesagt, also für uns war das irgendwie so eine selbstverständliche Sache, dass du natürlich bleiben kannst und so eigentlich
01:30:51 Wir dachten, dass du gehst, weil du vielleicht müde bist von der Fahrt oder so. Aber für die war es eigentlich so was Selbstverständliches, weil eigentlich bleibe ich auch immer einfach, wenn ich möchte. Aber ich möchte halt auch manchmal einfach so gefragt werden, sodass man so bemerkt, so, oh ja, die wollen auch wirklich. Ich zwinge mich gerade nicht irgendwo rein, so um irgendwie, ja.
01:31:13 Da wurde auch gerade ein Kommentar eingeblendet. Ich habe selbst Freundinnen, die genau solche Probleme haben wie Milchbaum, finde es interessant, das mal zu hören. Ja, also vielen lieben Dank, dass du das teilst. Ich weiß nicht, ob du siehst, hier im Hintergrund leuchtet auch immer mal wieder die Herzchen. Weil tatsächlich immer wieder zu dem, was du sagst, schreiben die Leute dann eben lauter Herzen in den Chat. Gibt es denn bei dir tatsächlich so eine...
01:31:38 ich weiß nicht, Strategie, die du entwickelt hast, so ein bisschen, wie du damit umgehen kannst? Also hast du irgendwas, wo du sagst, okay, ich merke, jetzt kommt dieses Gefühl wieder, dann mache ich XY oder, also ich meine jetzt abseits von, dass du dann zum Beispiel shoppen gehst oder irgendwas anderes, also ins Fitnestudio gehst, gibt es da sonst irgendwas, wie du, was du...
01:32:04 jemandem an die Hand geben kannst, wo du sagst, okay, das hilft mir, abseits eben von Sport? Also,
01:32:13 Ich rede mir halt auch dann ein, ich versuche mir halt auch immer wieder im Kopf zu sagen, es ist nicht so schlimm, wie du denkst. Es ist was ganz Normales. Jeder kann mal absagen. Jeder kann es auch einfach mal spontan schlecht gehen oder so, was auch immer die Gründe sind. Und dadurch, dass ich jetzt auch wirklich mit meinem Kreis so sicher bin, also ich kann
01:32:42 Also auch jetzt momentan fällt es mir auch viel leichter, das einfach zu regulieren auch wieder. Also ich versuche mir einfach wirklich gut zuzureden und mir dann zu sagen, okay, dann mache ich heute einfach einen Tag mit Sachen, die mir gut tun. Die Zeit, die ist jetzt nicht irgendwie, die wird jetzt nicht schlecht, sondern ich mache jetzt irgendwie, dann denke ich mir, eigentlich wollte ich heute nicht kochen.
01:33:10 koch mir heute was richtig Schönes und gönn mir irgendwie was, weiß ich, so indem ich mir was Gutes koche oder keine Ahnung, mach mir einen eigenen Filmabend oder so oder fahr mir noch ein Eis holen. Das heißt, du wandelst es dann.
01:33:29 Wann ist das so ein bisschen in Me-Time? Ja, das klingt richtig gut. Ruhla, hast du vielleicht noch ein paar Tipps, die du Leuten, die es eben ähnlich geht wie Sonja, an die Hand geben kannst? Einfach so vielleicht, ja, so Schnelltipps, die man eben irgendwie schnell umsetzen kann. Ich weiß nicht, ob man das so schnell machen kann, weil ich glaube, das ist schon ein sehr komplexes Thema, was sehr emotional auch sehr tief geht und häufig auch ganz, ganz tolle, frühere Wurzeln hat.
Professionelle Hilfe und Therapie
01:33:5701:33:57 Ich würde die oder auch generellen Menschen im Chat, ich sehe ja auch ganz, ganz vielen Menschen geht das so und das ist auch ganz normal. Erstmal zu akzeptieren, Verlustangst ist was total Normales. Also das fühlen wir alle und das sollten wir auch alle so in einem gewissen Grad spüren, weil sonst könnten wir uns ja in Beziehungen, sei es jetzt romantische Beziehungen oder freundschaftliche Beziehungen, alles Mögliche erlauben. Sozusagen so egoistisch sein, wie wir wollen. Und so ein bisschen, sage ich mal, diese Verlustangst zu einem gewissen Grad.
01:34:25 macht uns ja auch sozialer und hält ja auch Gruppen, sage ich mal, zusammen. Also da so ein bisschen Akzeptanz finden. Es ist ganz normal, diese Verlustängste in Beziehung zu haben und es ist auch normal, nie eine hundertprozentige Sicherheit zu haben, dass diese Person bis zum Ende meines Lebens da bleibt. Dann zweitens.
01:34:42 nicht dieses Gefühl direkt wegschieben mit, weiß ich nicht, Sport und was weiß ich, gutem Essen, emotionalem Essen, mit rausgehen und was kaufen, weil wenn wir dieses Gefühl sofort wegschieben, vermeiden wir es und Gefühle werden mit Vermeidung eigentlich nur noch viel, viel stärker. Ich weiß, das hört sich richtig blöd an.
01:35:04 Das ist so ein leidiges Thema. Aber wenn man diese Gefühle nicht zulässt und es ist vor allem diese Traurigkeit, die dahinter steckt, vor allem dieses Gefühl von ich bin allein, dann wird man eigentlich auch keinen Umgang, keinen gesunden Umgang damit lernen. Erst wenn wir Dinge immer wieder spüren, immer wieder erleben, dann erst mit der Erfahrung lernen wir auch besser mit denen umzugehen.
01:35:28 Und dann auch, wie du es eigentlich schon gemacht hast, das finde ich total schön, dass du es mit der Freundin besprochen hast, das auch immer wieder mal vielleicht einbringen. Jetzt nicht direkt beim ersten Date irgendwie so, würde ich nicht sagen, ach, weißt du was, ich habe voll die Verlustängste und ich werde jetzt voll klammern und so. Das würde ich jetzt nicht machen.
01:35:45 Aber mit den Menschen, wo man sich vielleicht wohlfühlt und die Menschen, die einen dann vielleicht ein bisschen genauer kennen, dass man da vielleicht mal, sage ich, sich mal vulnerable zeigt, so äußert, hey, was geht denn eigentlich bei mir innen drin ab? Und da kriegt man meistens ja auch eine schöne Rückmeldung, so wie du es gesagt hast. Also die Freundin meinte so, boah, ich dachte, du bist einfach müde und ich dachte, du wärst einfach da geblieben. Weil irgendwie war das selbstverständlich für die und es tut ja auch gut, so was zu hören.
01:36:10 Ich finde das sind sehr schöne Tipps. Vielen lieben Dank dafür. Sonja, eine Frage habe ich. Oh, Entschuldige. Nee, sprich du ruhig. Die Frage stelle ich dir einfach dann nach. Okay. Ja, ich finde es auch, zum Beispiel, was ich halt auch natürlich dann auch in der ganzen Zeit erfahren habe, ist auch dieses.
01:36:30 Wenn dann auch, na auch wenn die Angst da ist, dass jetzt jemand geht aus deinem Leben oder halt gehen muss, weil es halt einfach nicht funktioniert, dann...
01:36:43 Es ist okay. Also im Nachhinein, ich trauere auch jetzt heute niemanden mehr hinterher. Also es ist alles okay. Also das, wo ich mir dachte, die Welt geht unter jetzt. Ich werde nie wieder glücklich jetzt sein. Wenn die eine Person gegangen ist. Ja, so, oh mein Gott.
01:37:07 Ich fühle mich, als sei jemand gestorben gefühlt. Also ich habe richtig getrauert manchmal. Und über Personen, die mir gar nicht gut getan haben. Und im Nachhinein, so nach einer Zeit, war es dann immer, ach, das ist viel besser. Es ist voll in Ordnung, wenn einfach jemand geht. Das kann nicht jeder für immer da bleiben.
01:37:32 Sonja, das sind ganz, ganz tolle Worte und das hat meine Frage tatsächlich auch schon beantwortet. Deswegen vielen lieben Dank dir. Guck mal, da leuchtet auch schon wieder ganz doll das Herz. Es ist echt krass, wie viele Herzen da im Chat sind, vor allem auch aus deiner Community. Das ist sehr, sehr schön zu sehen, dass die alle so hinter dir stehen. Also ich würde sagen, da hast du auf jeden Fall krassen Rückhalt und das ist richtig, richtig cool.
01:37:56 Deswegen danke an dich und danke an deine Community, dass ihr da wart. Danke, dass du so offen warst. Danke, dass du uns das alles erzählt hast. Und danke, dass du damit anderen Menschen auch ein bisschen Mut machst, weil es geht vielen so, wir haben es ja eingänglich schon gesagt, es gibt sehr, sehr viele Menschen mit Ängsten, mit Panikattacken und so weiter und so fort. Also dementsprechend.
01:38:18 Dankeschön, Sonja, dass du unsere Gästin warst und dir noch einen ganz schönen Abend. Ja, danke schön, dass ich da sein durfte. Tschüss. Macht's gut. Tschüss. Tschüssi. Ach, schön.
01:38:30 Ich finde es vor allem schön, dass wir sowas hinsichtlich Freundschaft mal besprechen und nicht unbedingt nur romantischen Beziehungen, weil ich glaube, darüber spricht man echt selten. Bei den Freundschaften kommt es genauso häufig vor wie in romantischen Beziehungen. Wir hatten das ja im letzten Soul Talk Stream so ein bisschen angerissen. Da hatten wir das Thema Liebe und da hat das natürlich auch so ein bisschen reingespielt. Aber Freundschaft und eine partnerschaftliche Beziehung sind ja doch nochmal zwei Paar Schuhe und dementsprechend hast du absolut recht. Das ist total schön, dass wir das an
01:38:59 der Stelle so besprechen konnten. Und wenn ich das richtig sehe, haben wir tatsächlich
01:39:05 Einen spontanen Gast. Genau, spontanen Gast. Ohne Bild, was überhaupt nicht schlimm ist. Wir freuen uns sehr, sehr doll. Das heißt mit Ton und bis es soweit ist, Uruba, ich gucke mal, ob wir noch eine Frage für dich haben. Genau. Vielleicht auch noch mal eine Frage. Das war, glaube ich, an die Sonja, aber das wissen wir natürlich jetzt nicht. Hat sie schon mal professionell sich helfen lassen? Das kann sie jetzt natürlich nicht mehr beantworten. Vielleicht kann sie noch mal in den Chat schreiben.
Meditation als Bewältigungsstrategie
01:39:3201:39:32 Aber man kann sich mit Verlustängsten, vor allem wenn sie dann den Alltag, die Beziehungen, sage ich mal, so doll einschränken, kann man sich definitiv professionelle Hilfe suchen in Form von Therapie, Gruppentherapie und so weiter. Man kann Verlustangst jetzt nicht an sich, sage ich mal, diagnostizieren. Also das ist jetzt keine Diagnose, aber, sage ich mal,
01:39:52 Was aus dieser Verlustangst entsteht, sei es Ängste, Depressionen oder andere Dinge, Albträume, schlechter Schlaf usw., das kann man dann diagnostizieren und dann kann man sich tatsächlich Hilfe.
01:40:05 Und sie hat geantwortet im Chat. Nein. Aber sie ist offen dafür. Ach, schön. Vielen Dank, dass du noch darauf geantwortet hast. Ja, und die Schwester hat es ihr sogar nahegelegt. Sehr schön. Also mal gucken, wenn du irgendwann mal Lust und Zeit hast, kannst du uns da gerne updaten, ob du dich tatsächlich irgendwann mal dafür entschieden hast oder nicht.
01:40:23 Mal gucken. Vielleicht haben wir noch irgendeine Frage. Also wenn ihr Fragen habt, vor allem eben an Uruba. Sie ist klinische Psychologin. Sie kann euch wahrscheinlich sehr, sehr viele Fragen beantworten. Wenn es irgendwie geht, würden wir uns gerne im Kosmos der Ängste bewegen. Aber auch abseits davon könnt ihr natürlich Fragen raushauen. Und wenn sie irgendwie passen, dann packen wir sie rein. Aber bevor wir das jetzt machen, haben wir tatsächlich unseren spontanen Gast. Vielen lieben Dank und liebe
01:40:51 Nee, viel Liebe in den Chat. So rum. Für Hannes tatsächlich sogar mit Bild. Hallo. Wow, hi. Schön, dass du da bist. Schönen Abend. Oh, ich glaube, wir hören dich noch nicht ganz. Hallo, hallo. Oh, der Ton ist irgendwie verschluckt worden. Ist kein Problem. Das wird bestimmt gleich gefixt. Ja. Und dementsprechend, liebe Hannes, du hast eine schöne Lichtstimmung. Bei dir ist es richtig schön warm. Finde ich total cool.
01:41:18 Und guck mal, die Lampe leuchtet. Ich zeige mir hier runter, weil wir haben zwei Lampen. Eine steht da oben und die andere steht da oben. Und so viel Liebe ist doch wunderbar. Oh, wir hören dich. Du hast gelacht, das habe ich gehört. Ja, das geht es. Hallo. Was hast du denn mitgebracht, Hannes? Wir wissen nichts, deswegen klär uns gerne auf. Ich habe den Kriya-Yoga mitgebracht. Die Kriya-Yoga-Meditation.
01:41:47 Das ist das, was ich anwende, um Ängste zu bewältigen oder zu transformieren. Und wie sieht das aus? Ist das eine Yoga-Form? Also es ist eine Meditationstechnik. Ah, okay. Kenn ich gar nicht. Also sie ist von Paramahansa Yogananda. Hat auch ein Buch geschrieben, die Autobiografie eines Yogi.
01:42:14 Und da schreibt er genau über den Kriya-Yoga. Und ich war so neugierig und wollte wissen, ob das wirklich funktioniert, ob man da seine inneren Konflikte, die jeder Mensch hat, ja, lösen kann, um sich wieder frei zu fühlen. Also du nutzt es jetzt nicht nur, wenn du irgendwie Ängste hast, sondern auch, wenn irgendwas anderes dich belastet.
01:42:42 diese Art der Meditation oder habe ich das gerade falsch verstanden? Richtig. Also ich habe es wirklich in meinen Tagesablauf integriert. Genau, weil es soll sonst ohne sehr schwierig sein. Es ist eben auch sehr herausfordernd für jeden individuell. Wie sieht das genau aus? Kannst du das vielleicht mal so sagen, was macht man da ganz genau? Wie meditierst du da?
01:43:11 also
01:43:14 Von Paramahansa Yogananda, der hat die Organisation Self-Realization Fellowship gegründet und die verbreiten sozusagen die Lehrbriefe für Interessierte. Und da lernt man eben die Meditationstechniken. Das ist einmal die Hongso-Konzentrationstechnik, um das Herz zu beruhigen und die Atmung zu beruhigen. Das heißt, die Hongso-Technik ist gekoppelt an die Atmung.
01:43:42 wird auch der Geist ruhig und dann wendet man die Om-Technik an, um sein Bewusstsein zu erweitern. Sind das dann eher so Atemtechniken oder irgendwelche Bewegungsabläufe? Also man sitzt still dabei. Das ist eine geistige Arbeit, die man macht. Also von außen sieht man da gar nichts, was da passiert. Man nimmt nur innerlich wahr die Veränderung.
01:44:10 Genau. Okay, also das heißt, man geht in sich und arbeitet quasi dann da in der Meditation mit sich. Okay. Vielen lieben Dank. Das klingt total spannend. Und ich glaube, du hast den Namen ja auch gesagt. Dementsprechend für alle, die sich dafür interessieren, können das ja gerne mal nachschlagen. Und wahrscheinlich bist du sogar noch im Chat für Rückfragen, oder?
01:44:32 Aber generell ist es ja auch so, dass so Achtsamkeitsübungen, das hat ja so Überbegriff sind ja Achtsamkeitsübungen, wo man sich, sage ich mal, ein bisschen runterholt, den Körper, das Nervensystem beruhigt. Und da können natürlich verschiedene meditative Strategien, sage ich mal, helfen. Aber auch allein sowas wie in den Bauch atmen, also wirklich ganz tief einatmen, ausatmen, also einatmen, dass der Bauch dann rund wird und dann ausatmen und dann wird der Bauch wieder klein. Auch sowas alleine, ohne dass man irgendwelche bestimmten...
01:45:02 sage ich mal, Strategien oder Techniken lernt, allein das kann schon beruhigen. Und dann kann man ja seinen Weg, sage ich mal, weiterfinden in bestimmte meditative Techniken. Ja, das finde ich total toll, dass du das mit uns geteilt hast. Vielen, vielen Dank. Vor allem, dass du dich auch so spontan gebrauchst, die Geste sein. Mach's gut. Tschüss. Tschüss. Tschüss.
01:45:25 Schön. Das war schön. Und ich finde es auch schön, wenn man jemanden noch was Neues einbringt, wie man jetzt zum Beispiel mit Ängsten oder auch andere Sachen umgehen kann. Das war gerade eine Frage im Chat, ob es da nur um Ängste geht. Und nein, er hat gerade gemeint, er macht das auch, wenn er andere innere Sachen mit sich auszupragen hat. Also das ist jetzt nicht nur reduziert auf Ängste.
01:45:47 wie er das für sich anwendet. Man muss vielleicht auch dazu sagen, dass jeder immer so seinen Weg finden muss. Das kann auch sein, dass dir das jetzt als Person gar nichts hilft, oder? Ja.
01:45:56 Das kann auch sein. Also ich glaube, da muss jeder so ein bisschen was für sich selbst finden. Also es gibt Menschen, die brauchen mehr diesen Sport und mehr diese ins Aktive kommen. Und das hilft denen. Und es gibt dann mehr Menschen, die müssen mehr diesen Ruhepol, sage ich mal, aktivieren. Und das hilft eher. Oder es gibt auch Menschen, die brauchen eine Mischung. Und ich bin, glaube ich, so manchmal eine Person, braucht eher die Mischung. Mal so, mal so. Ja, voll. Die finde ich aber gut. Und wenn ihr jetzt da draußen euch denkt, ey.
01:46:23 Ich habe doch auch noch was, was mir persönlich hilft oder ich habe eine persönliche Geschichte, die ich gerne erzählen würde, weil ich das Gefühl habe, das könnte anderen helfen. Dann macht das sehr, sehr gerne. Ihr könnt natürlich hier weiterhin im Twitch-Chat schreiben. Da versuchen wir das auch alles zu lesen. Wenn ihr euch aber traut, dann dürft ihr gerne auch hier über WhatsApp mit uns Kontakt aufnehmen oder Discord. Hannes zum Beispiel war gerade über Discord mit dabei. Und keine Angst, ihr landet nicht direkt hier, sondern wir haben im Hintergrund noch ein ganz wundervolles Team, die euch erst mal
Safe Space und psychologische Grundlagen
01:46:5201:46:52 begrüßen, mit euch quatschen und dann, wenn ihr euch wirklich wohl fühlt, dann kommt ihr zu uns hier rein. Also ihr werdet hier nicht reingeworfen ins kalte Wasser, sondern ihr dürft noch mal kurz gucken, ob das wirklich in Ordnung ist. Denn tatsächlich unsere oberste Priorität ist, dass ihr euch wohl fühlt, dass es hier letzten Endes ein Safe Space ist und deswegen gucken wir natürlich das Ganze auch.
01:47:15 eine Wohlfühl-Atmosphäre ist in allen Situationen. Ich habe ja auch eine gute Frage, vielleicht auch an mich. Von Poo Oliver. Okay, Frage. Warum gibt es kaum Therapeuten mit Fortbildung auf Autismus, wo es immer mehr Menschen mit dieser Diagnose, also diese Diagnose erhalten? Denn gerade Autisten neigen zu psychischen Störungen wie Angststörungen und so weiter. Ja, wie soll ich da drauf antworten?
01:47:44 Es gibt nicht Psychotherapeuten mit nur bestimmten Schwerpunkten. Also wenn wir zu Psychotherapeuten ausgebildet werden, werden wir in allen Störungen eigentlich ausgebildet. Das heißt, es gibt sehr selten Psychotherapeuten, die nur eine Spezialisierung haben und auch nur Patienten mit dieser einen Störung nehmen. Wir Psychotherapeuten können eigentlich alle Autismus diagnostizieren, beziehungsweise wir sollten es eigentlich alle können.
01:48:13 Das heißt auch, dass wenn ihr irgendwie einen Verdacht habt, dass Autismus oder auch ADHS oder so vorliegt, dann könnt ihr eigentlich zu jedem Therapeuten gehen. Natürlich würde ich auch anfragen und fragen, diagnostizieren die das? Es gibt natürlich auch einige Psychotherapeuten, die sagen von vornherein, nein, mache ich nicht. Aber eigentlich sollten das alle tun. Also ihr braucht nicht einen speziellen Psychotherapeuten, der dann genau darauf spezialisiert ist.
01:48:41 Vielleicht hat das geholfen. Ich glaube, das hat geholfen, weil es ja nochmal so ein bisschen erklärt, wieso, weshalb, warum. Und ich glaube, das war bestimmt die Frage, ist das bei dir? Also wir reden die ganze Zeit über Ängste, über Angststörungen. Wie ist das denn bei dir? Ich meine, du bist klinische Psychologin, du hast mehr oder weniger täglich mit Ängsten zu tun durch deine Patienten. Du fängst ja dann auch so ein bisschen an, bei dir zu gucken, in dich reinzuhorchen. Hast du irgendwelche Ängste oder Angststörungen?
Eigene Ängste und Erfahrungen der Expertin
01:49:1001:49:10 Also ich glaube, jeder hat Ängste. Ich würde lügen, wenn ich keine hätte. Aber ich denke auf jeden Fall, immer wenn es um Angststörung geht, an die Vergangenheit zurück, vor allem an mein Studium, da hatte ich eine ganz, ganz tolle Redeangst entwickelt. Also so Sprechen vor Gruppen, Referate halten, Präsentationen. Das war echt, boah, das war so schlimm für mich. Ich konnte ungelogen, also ich wirklich, ich verschöner da jetzt nichts oder verschlimmer nichts.
01:49:38 Ich konnte die ganze Nacht vor einem Referat nicht schlafen, weil ich so verdammt aufgeregt war. Und es waren halt...
01:49:44 meine 20 Kursteilnehmer. Also ich kannte die, ich kannte meinen Jahrgang, aber es war so, so schlimm. Und dann kam am Ende mein Master-Kolloquium. Also ich habe meinen Master gemacht, dann muss man seine Masterarbeit vorstellen und so weiter und verteidigen. Und das war für mich so, boah, nee, das war richtig, richtig schlimm. Und dann haben wir so eine Art Selbsttherapie gemacht im Studium. Wir sozusagen Studierende waren auch Therapeuten für andere.
01:50:13 Aber wir durften auch selbst Patienten sein, unsere realen Probleme mit reinbringen. Also selbst die Erfahrung machen von Therapie. Und da habe ich gesagt, jetzt muss ich mein Problem lösen, weil mein Master-Kolloquium steht jetzt vor der Tür. Ich muss dieses Master-Kolloquium hinkriegen, weil ich will meinen Studium halt abschließen. Und da habe ich tatsächlich das Problem angesprochen. Wir haben es sozusagen therapiert und ich habe enorm davon profitiert. Und ich konnte mein Master-Kolloquium, ohne dass ich...
01:50:38 gestorben bin, sag ich mal, halten. Und ich habe mich dann immer wieder konfrontiert, immer wieder vor Gruppen gesprochen. Und mit jeder Konfrontation wurde es auch besser. Und jetzt kann ich tatsächlich vor Gruppen sprechen. Ich glaube, das glaubt man mir manchmal gar nicht, weil ich schritt jetzt hier vor einer Kamera, da sind irgendwie...
01:50:56 tausend Menschen da, aber es geht. Es ist aber immer noch eine kleine, kleine Angst vor mir. Ich bin manchmal immer noch richtig, richtig, richtig, richtig doll aufgeregt und es ist auch okay, das ist normal. Ich mache das, dann sage ich mir, okay, Angst, du darfst jetzt mit dabei sein, du darfst neben mir sitzen und wir rocken das jetzt.
01:51:13 Ich würde sagen, du rockst das sehr, sehr gut. Also dementsprechend Hut ab. Also auch schön zu sehen und zu hören, dass du da letzten Endes auch deine Problemchen hast. Unser nächster Gast ist auch schon in den Startlöchern. Der redet mit uns auch nochmal über Angst. Ihr kennt ihn vielleicht. Er heißt Bröki hier auf Twitch. Ganz viel Liebe in den Chat zur Begrüßung von Bröki. Hallo. Hallo. Hallo ihr Lieben. Hallo. Herzlich willkommen. Grüß euch. Schön, dass du da bist. Sollen wir dich eigentlich Bröki oder...
Erscheins und Erfahrungen von Bröki
01:51:4201:51:42 Daniel nennen. Was ist dir lieber? Bröki wäre mir lieber tatsächlich. Alles klar. Dann würde ich euch da auch. Dann dürfen wir das auch. Sehr gut. Ja, dann sind wir schon mal per Du. Bröki, wie geht es dir? Wie läuft dein Abend bis dato? Geht es dir gut?
01:52:03 Ich habe einen langen Stream hinter mir und freue mich jetzt mit euch reden zu können. Und danach hast du Feierabend. Ich habe schon ein bisschen reingeschaut, war ja teilweise ernst zu Themen, aber ja. Ja, ich glaube, bei dir würde es jetzt nicht weniger ernst. Ja. Ja, aber kommt auf jeden Fall, wenn man darüber spricht. Ja, also ich hoffe, ein bisschen scherzen ist nie verkehrt, aber ich glaube trotzdem, dass wir so den Kern des Ganzen noch greifen können. Für alle, die dich vielleicht nicht kennen, du bist ein Urgestein auf Twitch. Du machst das Ganze seit wie vielen Jahren?
01:52:34 15 Jahre spiele ich Leak. 11 Jahre? Wow. Okay, das ist echt lange. Ich bin schon länger unterwegs. Ja, du bist auf jeden Fall schon länger da. Wie lange bist du eigentlich schon auf?
01:52:49 Twitch? Werden auch bald zwölf Jahre, aber ja, schon ein bisschen länger da. Aber schön, dass du schon so lange da bist und vor allem, dass du immer noch da bist. Ganz viele schaffen das ja gar nicht, sie so lange auf Twitch zu halten. Du hast dich ja auch immer so ein bisschen weiterentwickelt. Du hast irgendwann angefangen, so Videoblogs auf YouTube zu machen und da sind ja zum Teil auch Zukunftsängste thematisiert. Magst du vielleicht uns einmal ganz kurz abholen für alle, die diese Blogs nicht kennen, über was du da redest und vielleicht
01:53:18 Im Spezifischen auch noch mal so ein bisschen über diese Ängste, die du da thematisiert hast, reden.
01:53:24 Ja, also ich mache, also erstmal für die Leute, die mich nicht kennen, ich spiele quasi League of Legends on Stream und da ist es mir immer schwer gefallen, ein bisschen was von mir preiszugeben. Das heißt, ich habe immer auf hohem Niveau gespielt, immer in einem Profi-Setting oder oft in einem Profi-Setting und dann ist es sehr schwer, mit den Leuten im Chat zu connecten. Und da habe ich überlegt, wie kann ich das am besten machen? Also wie kann ich eigentlich den Zuschauern nochmal eine Möglichkeit geben, mich ein bisschen besser kennenzulernen und vielleicht die Sachen anders einzuordnen, die ich on Stream
01:53:54 Und dann habe ich gesagt, komm, dann mache ich ein YouTube-Format, in dem ich einfach nur mit möglichst wenig Aufwand natürlich mich hinsetze und über meine Sichtweise zu gewissen Themen spreche und auch ein bisschen was von mir preisgebe, von meiner Gefühlswelt, indem ich mich einfach sehr, auch teilweise angreifbar mache, aber auch einfach was teile von mir. Und so ist quasi dieser Tagebucheintrag entstanden.
01:54:20 Und dann war es auch im ersten Jahr, war es dann auch direkt so, dass ich über Existenzängste sprechen musste, weil bei mir privat als auch beruflich Sachen nicht so funktioniert haben, wie sie sollten. Und du hast ja gerade schon angesprochen, viele Streamer haben halt nicht den Luxus und nicht das Glück, so lange in der Streaming-Szene zu bleiben.
01:54:43 Aber ich habe wirklich gar keinen Bock auf einen normalen Job. Und deswegen war es mir sehr wichtig, dass ich das weiterhin tun kann. Ich finde es voll gefrischend, dass du das sagst. Das ist so schön herrlich, ehrlich von dir. Das ist großartig. Ich bin großer Fan. Ich finde, das hat auch nochmal ein bisschen Liebe im Chat verdient. Ja, total. Und vielleicht fragen wir den Chat auch mal, wer von euch hätte denn Bock, anstatt seines regulären Jobs, ein Streamer-Dasein zu haben?
01:55:06 Gerne mal eine eine in den Chat oder eine zwei. Ich meine, erst mal, wir können ja danach noch so ein bisschen darauf eingehen, warum du Zukunftsängste hast und ob das wirklich so romantisch ist, in dem Moment Streamer zu sein. Aber erst mal würde ich sagen, die Liebe ist für dich. Ich zeige wirklich immer auf die falsche Seite. Aber hier, das ist dein Herz. Das leuchtet immer, wenn jemand Liebe in den Chat schreibt. Und tatsächlich...
01:55:29 Es überrascht mich, sehe ich sehr viele Zweien. Also du bist gar nicht so beneidet hier. Also die Menschen sind eher gegen Streamer-Dasein für sich. Ich glaube, das sieht ja von außen auch immer super glamourös und schön aus. Und ich kann mir die Zeit frei einteilen und bla und das. Und das ist voll entspannt. Aber ich glaube, da steckt ja schon enorm viel Arbeit dahinter. Und das weiß man, glaube ich, gar nicht sofort. Nee, ich glaube, das kann man auch gar nicht so nachempfinden, wenn man das nicht selbst mal gemacht hat.
01:55:58 Aber Muruki, zurück zu deinen Zukunftsängsten, die du gerade schon so ein bisschen angeschnitten hast. Du meintest ja, beruflich war nicht so geil und privat war auch nicht so toll. Magst du da vielleicht nochmal so ein bisschen mehr zu erzählen, dass wir abgeholt werden und verstehen, warum du dich in dem Moment so gefühlt hast?
Berufliche Zukunftsängste und Unsicherheiten
01:56:1901:56:19 Ja, also ich habe erst mal Anfang letzten Jahres, habe ich meine langjährige Beziehung quasi, ist in die Brüche gegangen. Das hat dann bei mir auch so eine Kettenreaktion entstanden. Das heißt, ich habe von da an auch eigentlich nicht mehr gut in meinem, also ich habe auch wieder angefangen, professionell zu spielen im gleichen Jahr. Das hat auch nicht so funktioniert, wie ich dachte. Und das war quasi dann so auf beiden Ebenen.
01:56:43 extrem schwach. Dann gehen noch die Viewerzahlen runter, das Interesse an meiner Person geht auch noch flöten. Und dann guckst du halt am Ende auch ein bisschen aufs Geld und dann merkst du, oha, wenn jetzt weniger Menschen sich dafür interessieren, was ich mache und ich selbst auch nicht mehr das so gut mache aus meiner eigenen Sicht, dann beginnst du darüber nachzudenken, wie lange geht es noch? Also wie lange schaffe ich es noch? Und dann bist du in so einer Abwärtsspirale, du bist mit tausend Sachen beschäftigt, musst alles irgendwo aufarbeiten.
01:57:10 Aber weiß gar nicht genau, schaffe ich es nochmal raus aus diesem Strudel. Und das hat bei mir enorm dazu geführt, dass ich dann auch über Existenzängste gesprochen habe. Weil nämlich, das ist beim Streaming tatsächlich der Fall oder beim Content Creation allgemein, dass es ja nicht unbedingt in der Hand von dir selbst liegt. Also es gibt Phasen, in denen machst du aus deiner eigenen Sicht einen tollen Content. Also wirklich, alles was du willst, machst du einfach.
01:57:39 Aber kein Schwein juckt es. Und dann hast du halt trotzdem ein Problem. Und dann machst du deinen Job quasi trotzdem nicht gut. Weil du kannst nicht kontrollieren, wie die anderen auf dich reagieren. Und man hat auch nicht die Kontrolle auf den anderen. Das hat mich auch lange begleitet. Genau, genau. Das ist genau das Ding, dass man das nicht in der Hand hat.
01:58:00 In den Tagebucheinträgen von dir, die habe ich mir auch angeschaut. Ich finde die auch richtig cool auf YouTube auf jeden Fall. Und es sind ja auch mehrere und sehr detailliert. Und vor allem, ich finde es auch so cool, wie du einfach so frei sprichst und einfach mal deine Gedanken so ein bisschen dampfst da. Da geht es ja hauptsächlich so um die aktuelle Weltlage auch, um die politische Lage auch. Vielleicht kannst du uns da auch noch mal so ein bisschen mitnehmen. Was macht dir da eigentlich konkret Sorgen? Oder vielleicht ist es auch nicht so konkret, aber nimm uns da einfach mal ein bisschen mit.
01:58:31 Immer mal wieder gehe ich auch auf die aktuelle Weltlage ein. Da war zum Beispiel jetzt der Irankrieg war ein Thema. Und da ist dann halt so ein Weltschmerz. Ich glaube, Weltschmerz kann jeder irgendwie nachempfinden. Und auch vielleicht Sorge davor, dass das Leben, so wie wir es kennen, dass wir es vielleicht nicht mehr lange haben. Also man hört immer sehr viele Negativnachrichten. Und jetzt ganz beim Irankrieg war es zum Beispiel, okay, alles wird noch mal teurer. Und dann denke ich vielleicht gar nicht,
01:59:01 Unbedingt an mich, aber ich habe natürlich auch irgendwo Angst davor, dass alles teurer wird. Aber dann denke ich vielleicht auch an unsere Gesellschaft. Also wie geht es den Leuten, die vielleicht eh schon wenig, die jetzt schon strugglen, wie geht es denen in Zukunft? Was hat das für Konsequenzen dann auch für mich? Und ja, das sind halt so Weltschmerzen, auch so Ängste, die man natürlich dann auch hat. Und die glaube ich, also ich gehe damit, würde ich sagen,
01:59:24 gut und fair um für mich selbst. Ich kann damit umgehen, aber ich weiß auch, dass es mit manchen Menschen anders geht, die dann sehr viel empfindlicher auf diese Angst reagieren, auf diesen Weltschmerz, auf die Angst vor der Zukunft, die dann vielleicht große Entscheidungen treffen wie, hey, ich habe jetzt vielleicht keine Kinder mit meinem Partner, obwohl ich es gerne hätte, weil die Zukunft so düster aussieht. Und das ist auch irgendwo ein Thema.
01:59:51 Ja, also man liest ja auch tatsächlich in den Kommentaren, dass die Menschen deine Zukunft bzw. deinen Weltschmerz in dem Moment und auch irgendwie Zukunftsängste, wie geht das weiter mit der Gesellschaft und so weiter und so fort, teilen.
Umgang mit Weltschmerz und Zukunftsängsten
02:00:0802:00:08 Was hilft denn dir denn dabei? Ich meine, du setzt dich ja aktiv dann mit diesen Themen auseinander und das ja offensichtlich auch ein bisschen intensiver, wieder aus diesem negativen Gedankenkarussell rauszukommen. Also hast du da irgendwelche Tipps, die du Leuten weitergeben kannst oder selbst wenn du sagst, naja, ich esse eine Banane und es hilft mir. Also einfach, wie gehst du damit um und was hilft dir?
02:00:30 Die Banane ist es nicht, aber was ich gelernt habe im Nachhinein ist, dass diese Tagebucheinträge witzigerweise schon ein therapeutisches Mittel sind. Also das machen Psychologen und geben das so mit, wenn du quasi irgendwas, eine Angst hast, die vielleicht noch undefiniert ist, dich irgendwie nicht wohlfühlst, dann kannst du es einfach aufschreiben und dir nochmal einzelne Gedanken machen. Was mir hilft und nicht hilft ist, dass...
02:00:57 ich jetzt nicht so viel Einfluss habe auf den Iran-Krieg. Das heißt, wenn jetzt Donald Trump sagt, ich würde gerne hier Krieg führen, dann kann ich jetzt als Brückchen nicht viel machen. Also da gibt es gar nicht so viel, ich habe nicht so einen riesen Einfluss drauf und kann die Weltpolitik wahrscheinlich nicht retten alleine, auch wenn ich gerne würde. Aber das hilft mir insofern, dass ich Verantwortung vielleicht auch abschieben kann.
02:01:21 Du checkst halt, was kann ich aktiv tun und merkst, naja, ich kann eigentlich nicht viel tun. Gibt es denn irgendwas, wie du es schaffst, dich davon dann wieder abzulenken? Also, spielst du dann eine Runde League oder gehst du doch ganz anders damit um? Kokst du, gehst du raus, machst du Sport? Was tust du?
02:01:39 Das mache ich sowieso alles, um gesund zu bleiben im Kopf, ist wichtig, ist kein sonstiges Angstthema, aber sich ablenken ist, denke ich, der beste Schritt, den man machen kann. Ich glaube, man sollte dem Gedanken von, hey, ich habe jetzt Weltschmerzen, ich ziehe mir jetzt alles rein an News, in meinem Newsfeed, in meinen ganzen Social Media ist überall nur Krieg, Verderben, bla bla bla, dann ist, glaube ich, sehr schwierig.
02:02:03 sich davon abzuwenden oder davon da gesund mit umzugehen. Ich glaube, man muss ab und zu sich, so blöd es ist, davon ablenken, aktiv und sich dann aber doch wieder damit auseinandersetzen. Und das Ganze in einem gewissen Rahmen. Einen Mittelweg da finden, ist, glaube ich, so ein bisschen der goldene Weg. Und das ist für jeden nochmal unterschiedlich schwer. Die Gefahr ist ja schon da, dass man sich dann da reinsteigert sehr schnell. Und dann nicht nur noch das sieht und gar nichts anderes.
02:02:31 dann vielleicht auch so das eigene Leben dann auch anfängt zu vernachlässigen, weil man dann so kopftechnisch einfach so da drin ist. Ich würde zusammen mit euch auch gerne noch unseren letzten Arte-Ausschnitt angucken. Ein kleines Video nochmal aus dem Stück Kids Angst verstehen. Und da geht es eben auch nochmal so ein bisschen um die Weltlage und wie eventuell auch ein bisschen jüngere Menschen damit umgehen.
02:03:00 Wenn ich auf Social Media bin, versuche ich, mich täglich mit der aktuellen Weltlage zu befassen. Ich fühle mich erdrückt davon. Es ist viel zu viel. Wie kann nur so viel los sein auf der Welt? Dann muss ich meistens einfach dieses Handy weglegen und mich mit etwas Produktivem befassen. Etwas, was doch irgendwie dazu führt, dass mein Kopf leichter wird.
02:03:29 Ich glaube, dieses Kopf leichter werden, das ist so ein echt gutes Stichwort. Und das machst du dann, indem du was genau tust. Gib uns mal drei Dinge, die du tust, lieber Bröki. Eine Challenge an dich.
02:03:49 Ich muss einfach weiter, also ob es jetzt Streamen ist, ob ich jetzt irgendwas casten gehe. Ich habe ja auch einfach regelmäßig in meiner Woche irgendwelche Termine, die ich nachkommen muss. Und das alleine reißt das schon raus. Sport machen, no brainer, oder? Sport ist immer super. Sport ist die Antwort für alles. Mit Freunden darüber unterhalten, über das Thema ist auch gut.
02:04:15 Ich glaube, das Wichtigste, was man nicht selber kennt, also wie resilient ist man im Umgang mit diesen Themen? Die junge Frau ist wahrscheinlich sensibler als ich oder viel sensibler als ich und wenn sie sagt, sie informiert sich jeden Tag zum Weltgeschehnissen, dann ist vielleicht wichtiger oder wäre es, würde ich jetzt einen Rat geben, dass sie das vielleicht nicht mehr jeden Tag macht, sondern nur noch sich ein paar Tage die Woche überhaupt dem aussetzt.
02:04:42 um eben nicht diese erdrückende, diese Last zu fühlen. Weil ich glaube, man überträgt das dann ganz schnell auch in andere Bereiche des Lebens und wird dann insgesamt nicht glücklicher damit. Aber stresst sich Social Media auch? Also das Mädchen im Video hat ja schon gesagt, dass es irgendwie ihr zu viel wird. Ist das bei dir auch ähnlich?
02:05:04 Ja, aber nicht nur, was jetzt so das Weltgeschehen angeht, sondern auch, wie wir auf Social-Memain miteinander umgehen und so, der gesellschaftliche Zusammenhalt, die Kommentare. Also es gibt immer wieder Momente, in denen ich auch jetzt nicht so super resilient bin oder selbstbewusster wie auch immer und dann sehe ich Kommentare, die müssen nicht mehr unter meinem Video sein, die können überall sein. Menschen, die einfach böse oder gemein zueinander sind und dann fresse ich mir das auch rein und denke mir, warum macht man sowas, warum ist man so zueinander?
02:05:33 Und dann bin ich auch schlechter drauf, klar. Also dann belastet mich das auch. Vor allem auch finde ich auf Social Media so schwierig, in einer Emotion zu bleiben, weil ständig kommt was Neues. Also allein, wenn man sich Storys anschaut, dann teilt der eine was vom Krieg, der andere teilt irgendwie ein Babyfoto, der andere wieder, weiß ich nicht, so ein lustiges Katzenvideo. Also wir Psychologen sagen ja auch immer, irgendwie ist es...
02:06:00 Gut, wenn man in einem Gefühl bleiben kann und es nicht dann vermeidet und schnell wechselt. Aber wenn man auf Social Media unterwegs ist, ist man ja ständig irgendwie so von einem Gefühl hüpft man in das andere. Und das ist ja voll, also ist ja echt nicht schön. Ich finde das manchmal echt ein bisschen, ich weiß nicht, ja überstimulierend. Und dann bin ich auch erschöpft danach, auch wenn ich es in dem Moment nicht wirklich realisiere.
02:06:22 Das ist ja das Problem meistens. Hast du denn Empfehlungen tatsächlich konkret gegen dieses Erschöpfungsgefühl dann? Also klar, man könnte weniger oder kein Social Media konsumieren. Das wäre wahrscheinlich der einfachste Weg. Aber das machen die meisten ja nicht. Gibt es da auch noch andere Wege, die man gehen kann? Ja, natürlich hat das was mit dem Konsum zu tun. Wenn man das nicht...
02:06:46 komplett, sag ich mal, reduzieren kann. Dann würde ich immer sagen, morgens und abends eher einschränken, weil abends, kurz vorm Schlafen gehen, ist das natürlich nicht so cool, wenn man sich alle möglichen blöden Nachrichten reinzieht. Morgens als erstes den Tag damit auch vielleicht nicht starten, auch wenn ich das mache, ganz ehrlich, als erstes nehme ich meistens mein Handy in die Hand, muss ich ganz ehrlich zugeben. Aber was auch vor allem diese Weltschmerz- oder Weltangstthematik angeht, man erlebt ja meistens so eine Hilflosigkeit eigentlich, so wie du auch sagst.
02:07:15 sagst, wenn dieser eine Politiker irgendwas entscheidet, da morgens zu machen, dann kann ich jetzt eigentlich auch nicht viel tun. Stimmt. Wir Einzelne können meistens auch nicht tun. Was aber die Hilflosigkeit dann doch meistens reduziert ist, wenn wir uns sachlich mit diesem Thema auseinandersetzen. Wenn ich mir wirklich, sag ich mal, die Geschichte dazu anschaue, zu einem bestimmten Konflikt, zu einem bestimmten Krieg, weil meistens ein Krieg entsteht nicht von heute auf morgen, sondern das hat meistens irgendwie eine Vorgeschichte. Allein dieses Wissen,
02:07:44 über etwas reduziert so ein bisschen, sage ich mal, diese Diversität, die wir haben. Das ist alles so diffus. Der eine greift den an und der andere greift den an und dann haben wir blumms da irgendwie einen Krieg. Und irgendwie kommt man da nicht so richtig mit. Also so ein bisschen sich sachlich damit auseinandersetzen, reduziert schon die Ängste und man kriegt das so ein bisschen mehr zu greifen. Und dann finde ich es eigentlich voll cool, wie du das mit dem Tagebucheintrag machst. Du tauschst dich mit anderen Menschen aus.
02:08:13 Da merkt man ganz schnell, man ist nicht alleine mit diesen Gedanken und mit diesen Ängsten. Und ich glaube, du kriegst wahrscheinlich auch ganz viele Kommentare von, geht mir genauso. Ich fühle das auch. Und das hilft. Das hilft, dass man nicht denkt, ich bin jetzt die einzige Person, die sich jetzt hier Sorgen macht. Das hilft mit Sicherheit. Ich habe auch gerade schon gesehen, du hast genickt, Brüki. Du stimmst dem Ganzen zu, dass es eben hilft. Lieber Tett, jetzt haben wir so viel untereinander geredet. Wenn ihr wollt,
02:08:40 Und Fragen an Bröki oder Uruba habt immer gerne her damit. Ich lese hier tatsächlich letzten Endes, ich würde mal ein bisschen präsentieren. Dave Fader, ich hoffe, irgendwie richtig ausgesprochen hat, geschrieben, ich hatte mir mal eine Zeit Nachrichtenverbot gegeben, weil ich gemerkt habe, dass es mich schon sehr runterzieht. Laura Stern schreibt, dass sie das Gefühl hat, dass sie langsam richtig abgestimmt ist, was die Nachrichten angeht.
02:09:06 Und tatsächlich dann auch noch, obwohl du da ja schon meintest, Brücki, ja auch positive Nachrichten können irgendwie ein blödes Gefühl hervorheben, schreibt Herodra, ich hoffe, es ist richtig, dass es auch Newskanäle gibt, wie zum Beispiel auf YouTube, die sich dediziert eben mit positiven News befassen. Also ob einem das jetzt dann super gut tut oder nicht.
02:09:31 Muss natürlich jeder selbst wissen, aber auch das gibt es natürlich, um da vielleicht auch so ein bisschen diesen Weltschmerz dann zu entfliehen. Brücki, jetzt aber nochmal zurück zu dir, bis der Chat vielleicht auch ein paar Fragen an dich hat. Wie ist das denn bei dir? Was macht dir denn beruflich gesehen Angst? Also wovor hast du Angst beruflich gesehen? Weil du meintest ja, Zukunftsängste waren da. Und jetzt nochmal die konkrete Frage.
Zahlengetriebene Angst im Content Creation
02:09:5702:09:57 Was macht dir Angst oder was ist etwas, wo du sagst, okay, ich habe das überwunden, aber den Punkt irgendwie, da ist immer noch so eine Restangst oder die könnte jederzeit wieder aufkeimen.
02:10:10 Ich glaube, das ist ja zahlengetrieben. Ich glaube, das ist eine Angst, die jeder Contact Creator, vielleicht jeder Streamer irgendwo kennt. Das heißt, du veröffentlichst etwas und du merkst, okay, bei mir ist es ja noch viel krasser. Ich mache zehn Jahre das Gleiche und in Jahr Nummer 11 sagen die Leute plötzlich, ja, ich bin weg. Ich schaue jetzt nicht mehr zu. Schaue, wie du klarkommst. Und das war dann schon so etwas, was...
02:10:36 was so meine Nische war, wo ich mich wohlgefühlt habe, was ich konnte, kam nicht mehr gut an. Und dann musst du dich halt auch ein bisschen so neu erfinden. Aber du musst schon, woran liegt es jetzt? Ja, vielleicht muss man sich neu erfinden. Ja, aber was ist quasi der Auslöser des Ganzen? Und wenn du da nicht sofort eine Antwort parat hast, weil es ja wie gesagt auch immer nicht an dir selbst eventuell liegt, es ist dann...
02:11:02 dann kommt da schon so eine Angst drauf. So eine Panik auch. Finde ich noch die richtige Lösung? Finde ich eine Lösung, die mich zufrieden stellt? Oder geht diese Abseitsspirale immer weiter? Ich habe zum Beispiel oft darüber nachgedacht. Ich bin jetzt Streamer seit zehn Jahren. In League of Legends war ich Profi. Was mache ich denn mit diesem Skillset, was ich mir angedeutet habe als Mensch, wenn es jetzt nächstes Jahr nicht reicht?
02:11:26 Also wenn die Zahlen nächstes Jahr nicht ausreichen, um davon zu leben. Und dann bin ich auf leider keine besonders gute Antwort bekommen, weil die Skillsets, finde ich, die man sich aufbaut, in dieser Unterhaltungsbranche schon sehr nischig sind. Also ich könnte in wenigen Jobs arbeiten, die jetzt in einer normalen Wirtschaft gefragt sind. Und das sind halt so, das sind Fragen, die werfe ich auf und die sind ja mit Angst verbunden auch irgendwo.
02:11:56 Aber es ist auch eine Angst, wo man sich jetzt, also jetzt kann ich darüber halt einfach so reden und kann auch sagen, ich werde schon irgendwas finden, weil ich nicht mehr so viel Angst habe. Aber im letzten Jahr, wo ich Belastungen hatte an jeder Front, hatte ich da schon mehr Angst. Ich habe das auch mit zigtausend Leuten besprechen müssen, weil ich einfach da auch wissen wollte und Rückhalt brauchte und das auch nicht mehr alleine tragen wollte. Und dann habe ich mit ganz vielen Menschen mich auch ausgetauscht dazu.
02:12:25 um da Antworten zu kriegen. Hier sind auch zwei passende Fragen vielleicht direkt dazu. Von her, wie geht es, ob du einen Beruf erlernt hast?
02:12:38 Vielleicht möchtest du darauf antworten, wenn nicht, dann ist das völlig okay. Ich habe einen Beruf gelernt. Ich war im Bergbau, habe ich gelernt und habe dann noch ein paar Jahre als Elektriker gearbeitet. Das heißt, ich habe Berufserfahrung, bin schon einer der wenigen Creator, die vorher Berufserfahrung hatten und dann erst in die Streaming-Karte reingegangen sind. Aber nach über zehn Jahren ist, glaube ich, eine Berufsausbildung in einem Feld, mit dem ich null zu tun hatte.
02:13:05 Absolut nutzlos. Ich könnte mich zwar bewerben und ich bin auch Facharbeiter, aber ich wäre wahrscheinlich genauso unbrauchbar wie eine ungelernte Arbeitskraft. Ja, verstehe. Was ist denn etwas, was du vielleicht von dir aus noch Leuten mitgeben würdest, die
02:13:23 sagen wir, Zukunftsängste haben. Also ich meine, du hast dich so, du klingst wie jemand, der sehr reflektiert ist, der es auch schafft, die Sachen irgendwie so ein bisschen runter zu rationalisieren und so Fact-Checks zu machen, aber gibt es irgendwas, wo du sagst, das wäre cool gewesen, wenn ich schon ein bisschen früher für mich erkannt hätte und gewusst hätte, was du Leuten mitgeben kannst?
02:13:47 Ja, das sind Fragen, auf die ich keine Antwort habe, glaube ich. Das ist aber auch eine Antwort. Dieses Rationalisieren von Ängsten ist, glaube ich, schon ziemlich gut. Also das zu verstehen, was dir Angst macht, wie du darauf reagierst, dann weißt du auch, was du tun kannst, damit du nicht mehr so viel Angst hast. Aber ich glaube, rein theoretisch, du bist Familienvater, du bist bei irgendeiner...
02:14:12 bei einem deutschen Autobauer, wie auch immer, und das Gerüchte drum, dass der Standort verkauft wird. Ich glaube, die Angst kann dir keiner nehmen. Und ich glaube, da gibt es keine Vorbereitung drauf. Ich glaube, da musst du dich durcharbeiten. Und das empfindet jeder nochmal verschieden stark. Aber ich wüsste zumindest keinen Tipp, der dir da helfen kann. Ruber, dann würde ich die Frage einfach so an dich weiterspielen. Gibt es irgendwas?
02:14:36 einen Tipp, den du mitgeben kannst, wie man mit Zukunftsängsten besser umgehen kann? Mit Ängsten generell würde ich sagen, es ist nicht nur Zukunftsängste, sondern mit allen möglichen Ängsten. Ängste geht es ...
02:14:47 Es geht immer darum, die Ängste zuzulassen und sie nicht zu vermeiden. Ich nehme da auch mal, ich weiß nicht, ob das jetzt zu ausufernd ist, aber immer gerne ein Beispiel in der Therapie. Ich sage mal so, stell dir mal eine Person vor in deinem Leben, die dich immer versucht zu schützen. Oft nennen mir meine Patienten dann so die Eltern oder die Mama, die sagt dann, hey, renn dich auf die Straße als Kind, da kann irgendwie ein Auto kommen und dich überfahren. Und jetzt stell dir mal vor, wir versuchen diese Mama komplett zu ignorieren und wegzuschieben. Die wird nicht gleich...
02:15:16 werden. Sie wird noch lauter schreien und eigentlich sagen, hey, pass auf, da kommt dein Auto. Und so ist es eigentlich mit allen Ängsten. Die wollen gesehen werden, die wollen geschützen. Das heißt, die auch ruhig zulassen und sagen, ja, ich habe jetzt Angst. Genauso wie du gesagt hast. Man kann einen, glaube ich, nicht komplett diese Existenzängste nehmen. Die sind wahrscheinlich da, wenn man gerade gekündigt wurde. Aber dann auch irgendwann zu sagen, hey, ich kann, ich versuche jetzt zu handeln.
02:15:42 mit meinen Ängsten parallel zu dehnen. Also ich lasse die da sein, ich sehe sie mir immer wieder an, ich sage dann, hey, ja, Angst, du willst mich beschützen und ich versuche jetzt was daraus zu machen. Vielleicht, das klingt ein bisschen diffus und komisch, aber die erste Reaktion von uns ist ja meistens immer, ich kriege Angst, ich muss jetzt ganz schnell was machen, um diese Angst loszuwerden. Aber dieses ganz schnell machen, das braucht es halt nicht. Erst mal die Angst zulassen und danach ins Handeln kommen. Das ist vielleicht...
02:16:10 Vielleicht ist das nicht so, sage ich mal, eine super 5-Minuten-Strategie, aber die vielleicht langfristig einfach funktioniert. Dankeschön. Danke für diesen Input. Und Brücki, vielen lieben Dank dir natürlich auch für all deinen Input und Output. Ich glaube, es ist immer spannend, die Sicht auch mal von einem Streamer zu sehen, der sagt, ich hatte schon auch Zukunftsängste und irgendwie Weltschmerz ist auch ein Thema.
02:16:39 Das hat mich definitiv beschäftigt. Und dementsprechend danke, dass du da warst. Viel Liebe in den Chat für Bricky. Es gab ein paar, die dich da auch sehr gefeiert haben. Vielleicht hast du es nebenbei sehen können, vielleicht auch nicht. Ich weiß nicht, ob dein Streamer-Auge da im Chat war oder nicht. Deswegen Dankeschön und auch dir noch einen ganz wundervollen Abend. Danke, dass du unser Gast warst. Die Chats sind auch cool. Ich danke euch. Schönen Abend noch. Tschüss.
02:17:07 Ich habe meinen Kindern immer gesagt, kletter auf den Baum. Was nun? Aber ein Baum ist doch gut. Ist auch gut. Aber ich hoffe, du hast ja nicht gesagt, dass die auf die Straße rennen sollen. Das glaube ich nicht. Da kommen noch ganz viele Herzchen. Ein bisschen verspätet. Ich hoffe, Brücki sieht das noch. Oh, die Lampe leuchtet auch. Genau, ich wollte gerade sagen, die Lampe fängt sogar noch an zu glühen. Das ist für dich. Vielen Dank. Ansonsten.
02:17:31 Haben wir tatsächlich jetzt noch eine letzte Gäste zum Schluss. Herzlich willkommen. Liebe, stell dich am besten einmal vor, wer bist du denn?
Erfahrung von Hatice: Soziale Ängste und Therapie
02:17:4302:17:43 Hallo, ich bin die Hatice. Hallo. Hallo, schön, dass du da bist. Weht ihr nicht und hört ihr nicht? Wir sehen und hören dich. Sehr schön. Geht es dir gut? Jetzt noch so kurz vor 10? Ja. Kurz nach 10 sogar schon. Ja? Ja, doch. Schön, dass du es zu uns in der Stream geschafft hast. Sehr lieb, dass du auch noch was zum ganzen Thema sagen möchtest. Magst du einmal ganz kurz sagen, was du mitgebracht hast als
02:18:11 Thema als solches. Also um welche Ängste es bei dir geht? Also bei mir geht es hauptsächlich um die sozialen Ängste, also quasi die Angst, Entscheidungen zu treffen, falsche Entscheidungen auch zu treffen, um Verantwortung zu übernehmen.
02:18:36 Auch generell, dass ich mich dann halt auch den Konflikte und auch irgendwie den Kontakt zu anderen Menschen vermeide. Also diese Angst, auch umgeben zu sein von anderen Menschen, um dann halt Konflikte zu vermeiden. Also einfach diese Angst, was Falsches zu sagen oder auch generell Angst, Nein zu sagen.
02:19:00 geht das ja auch noch mit viel Scham einher und generell auch einfach, ja, das führt dann halt einfach zu den vermehrten Ängsten quasi und zu der vermehrten Isolation und ja, auch zu der Einsamkeit. Das sind ja so die... Das ist ja so ein bisschen auch, wenn du sagst, ich habe Angst, schlechte Entscheidungen zu treffen, so ein bisschen auch Versagensangst.
02:19:27 Wenn ich das so einordnen kann, sozusagen den falschen Weg zu wählen. Und dann, wenn du sagst, ich habe Schwierigkeiten, Nein zu sagen oder ich bin irgendwie auch vielleicht ein harmoniebedürftiger Mensch, dann sind das vielleicht auch Verlustängste, um das einzuordnen. Genau. Wie gehst du denn damit um? Also Europa hat es ja gerade schön eingeordnet, aber wie gehst du damit um? Weil das klingt so, als ob das schon länger ein Thema bei dir wäre.
02:19:56 Wie hänölst du das?
02:19:59 Das war tatsächlich letztes Jahr im November, war das dann so stark, also die Ängste, die haben mich dann teilweise so stark, also ich habe sehr darunter gelitten unter den Ängsten und dann habe ich einfach keine andere Möglichkeit gesehen und habe dann die 116, 117 gewählt und habe mir dann einen Termin geben lassen bei einer Psychotherapeutin, den ich dann auch
02:20:29 Genau, es war Freitagabend und am Montag habe ich dann den Termin bei der Psychotherapeutin bekommen und hatte dann quasi mein Gespräch bei der Psychotherapeutin. Das war dann einfach so der Moment, also das war einfach der richtige Zeitpunkt. Und ich denke mal, auch wenn ich die, also ich trage die Ängste ja tatsächlich schon eine Zeit lang mit mir rum, seit ich jetzt...
02:20:53 Eigentlich seitdem ich denken kann, also seit meiner Kindheit, weil ich da auch traumatische Erlebnisse hatte. Und jetzt mit der Zeit bin ich ja auch Mutter von zwei Söhnen, von zwei Kindern. Und durch die ganzen sozialen Ängste hat sich das dann tatsächlich irgendwie verstärkt. Also Probleme wie zum Beispiel...
02:21:22 Zum Beispiel generell einfach Probleme in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen zum Beispiel. Und das war dann halt auch einfach der Punkt, dass ich einfach so für mich dann keinen anderen Ausweg mehr gesehen habe. Und dann auch dementsprechend die Nummer gewählt habe. Ich finde es aber so stark von dir, dass du...
02:21:48 auch irgendwie für dich entscheiden konntest in dem Moment, hey, ich möchte das nicht alleine machen und ich will da gerne, dass da jemand einfach mir hilft, dass ich mir Hilfe suche. Ich finde das so stark, dass man dann irgendwann, sage ich mal, realisiert, okay, jetzt brauche ich aber Hilfe. Und dass du dann da bei 1.6, 1.7, und das habe ich ja vorhin auch schon als Tipp gegeben, wenn man einen Therapeuten sucht,
02:22:12 dann kommt man relativ schnell an Erstgespräche. Es ist keine Therapieplatzgarantie, die man dann da hat. Aber das ist ja so ein voll der schöne Beweis mit dir, dass auch so Erstgespräche, so kürzere, sage ich mal, es muss nicht immer diese lange Therapie sein, dass auch so einzelne Gespräche schon wirklich was bewirken können. Das finde ich richtig. Das waren dann tatsächlich auch zwei Gespräche, die ich mit ihr hatte.
02:22:39 Sie war auch einfach wirklich da zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sie hat auch wirklich die richtigen Fragen gestellt. Ich habe mich da gesehen, akzeptiert, verstanden gefühlt und jetzt bin ich auch aktuell tatsächlich in Therapie. Das hat halt auch gedauert. Da habe ich jetzt quasi meine dritte Therapie, also die dritte Sitzung gehabt und das wird jetzt auch weiter geführt.
02:23:06 Und das ist richtig schön, dass du das mitgebracht hast.
02:23:35 Das war dann wirklich so der Punkt, wo ich dann einfach das als einzigen Ausweg gesehen habe, das dann auch wirklich jetzt anzugehen tatsächlich, um dann halt auch die bestimmten Beschwerden bei mir dann auch anzugehen. Nee, ist total schön. Also das ist auch total schön, um anderen Mut zu haben, zu sagen, okay.
02:23:58 Ich mache das auch. Vielleicht kann es mir ja auch helfen, diesen Weg zu gehen. Deswegen Dankeschön, dass du diese Erfahrung geteilt hast. Und ganz, ganz viel Erfolg und Kraft natürlich jetzt auch bei deinem weiteren Weg. Weil wenn ich das richtig verstanden habe, bist du jetzt gerade am Anfang deiner Therapie, bist da gerade frisch reingestartet. Und deswegen...
02:24:19 Ganz viel Erfolg dabei. Meine Daumen sind gedrückt. Ich mache mich voll glücklich, wenn Menschen so einen guten Weg in die Therapie finden. Sehr schön. Ich bin auch wirklich dankbar für jeden Therapeuten. Und generell, das ist wirklich... Guck mal, der Chat... Das leuchtet für dich. Die Lampe leuchtet für dich. Der Chat gibt dir ganz viel Liebe gerade.
02:24:44 Danke schön, dass du da warst. Und auch wenn du uns sehr kurz erzählt hast, was bei dir geholfen hat, finde ich, ist das ein sehr wichtiger Punkt. Deswegen danke schön und dir noch einen ganz schönen Abend. Schönen Abend. Vielen Dank fürs Dasein. Danke. Ich auch. Tschüss. Danke. Tschüss. Ich habe ihr gar nicht gesagt, dass ich glaube, ihr...
02:25:04 Kusasi gegrüßt hat im Chat. Ich habe das nebenbei mitbekommen. Sehr cool, wenn tatsächlich Familienmitglieder oder Angehörige am Start sind. Und echt schön auch, dass ihr so viel Liebe im Chat lasst. Das ist total cool. Da schreibt auch Franz Kafka 007. Ich glaube, ich suche mir jetzt auch eine Therapie.
02:25:26 Ich wünsche dir ganz, ganz viel Erfolg. Ich glaube, da finde ich, also wir sagen ja auch, wenn die ganze Zeit Therapieplätze sind, so rar und es dauert super lange, aber es ist auch nicht unmöglich, einen Therapieplatz zu finden. Irgendwann kriegt man den auch.
02:25:40 Und klar ist es in manchen Situationen echt total schlimm, sechs Monate darauf zu warten. Aber für andere ist es dann vielleicht auch okay. Also die sechs Monate vergehen so oder so. Dann meldet man sich lieber an und setzt sich auf Wartigessen. Ich wollte gerade sagen, vielleicht ist es auch so ein bisschen gut, um so eine Erwartungshaltung zu kreieren, wie lange es denn dauern kann, bis man einen Therapieplatz bekommt und dementsprechend besser frühzeitig darum kümmern, sodass man da eben sagt, okay.
02:26:05 Es ist jetzt nicht, dass der Leidensdruck so groß ist, dass ich gar nicht mehr kann, sondern ich kriege das hin und kann auch noch ein bisschen warten. Was schreibst du denn da, liebe Laura? Sie hat tatsächlich eine Frage an mich. Ich fand das total interessant. Sie meinte, sie studiert auch Psychologie und hat Probleme mit Ängsten und Traurigkeit, vor allem im Zusammenhang mit dem Zyklus. Denkst du, eine Therapeutin kann auch trotz eigenen Schwierigkeiten gut therapieren? Ja.
02:26:31 Ganz, ganz klares Ja und Punkt. Also das muss ich glaube ich gar nicht erklären. Wir Therapeuten sind nicht frei von Ängsten oder von psychischen Problemen. Wir können vielleicht ein bisschen besser damit umgehen, weil wir irgendwelche Skills können. Aber das macht einen sogar noch vielleicht empathischer und du kannst vielleicht sogar noch besser in Patienten einfühlen, die vielleicht das Gleiche durchmachen wie du. Das Einzige, wo bei uns, glaube ich, geguckt wird, wenn man wirklich am Ende dann die Lizenz bekommt, zu behandeln, ob wir
02:27:01 eine akute und aktive, also wirklich in der Gegenwart gerade aktive Suchterkrankung haben. Da wird nochmal geguckt, weil das halt, sage ich mal, ein bisschen Schwierigkeiten bringen kann, wenn man Patienten wirklich behandelt in dem Moment, wo man dann aktiv suchtkrank ist. Aber alles andere, auch bei einer Suchterkrankung, kann man sich behandeln lassen und dann ist es auch vielleicht fein. Aber bei allen anderen Themen wirklich, also das sollte
02:27:29 kein Grund sein, um nicht Therapeut zu werden, sondern ich glaube, es ist genau, diese Therapeuten brauchen wir. Das finde ich war eine schöne Frage und auch eine sehr schöne Antwort von dir. Also dementsprechend vielen lieben Dank. Dafür mal gucken, wenn ihr noch Fragen habt, dann könnt ihr die jetzt gerne noch stellen. Gruber ist ja die ganze Zeit da. Wir sammeln hier auch immer brav Fragen, wenn es welche gibt.
Allgemeine Tipps gegen Konfrontationsängste
02:27:5402:27:54 Hier ist auch eine Frage von ganz, ganz am Anfang. Ich sehe die auch die ganze Zeit schon. Ich will sie auch die ganze Zeit beantworten. Aber ja, wir kommen jetzt dazu. Gibt es etwas, was man allgemein gegen Konfrontationsängste tun kann, wenn man bei der kleinsten Sache direkt anfängt zu zittern? Frage für einen Freund. Ich frage auch immer für einen Freund. Aber ich hoffe, du bist noch da und ich kann die Frage beantworten. Also so ganz genau weiß ich natürlich nicht, was du mit Konfrontationsängsten meinst.
02:28:23 Aber wenn es sowas ist, wenn du, weiß ich nicht, nach dem Weg fragen musst oder irgendwie irgendwo irgendwas sagen musst und das fällt dir schwer und du fängst an zu zittern oder der Freund fängt an zu zittern, dann kann es helfen, diese...
02:28:37 diese Situation vielleicht einfach mal zu üben zu Hause. Also zu Hause oder mit einer Freundin, wo du dich wohlfühlst. Ich habe zum Beispiel auch einige Patienten, denen es wirklich echt schwerfällt, im Restaurant Bestellungen zu machen. Oder wenn sie irgendwie beim Bäcker warten und dann auf einmal dran sind und dann irgendwie Bestellungen aufzugeben. Aber man kann das super gut üben. Also es geht nicht nur immer nur um Gefühle aushalten und was weiß ich, um über Gefühle zu reden. Es geht auch manchmal ganz...
02:29:06 Ganz konkret darum, ins Verhalten zu kommen. Und wir, also ich bin eine Verhaltenstherapeutin, ich übe das auch ganz konkret. Ich übe sowas wie, hey, was machst du denn, wenn du beim Bäcker stehst? Wenn du das zweimal geübt hast, ist es ein bisschen unwahrscheinlicher, dass du dann anfängst zu zittern. Und dann ist es ein bisschen leichter. Vielen Dank auch dafür. Sehr, sehr schön. Tatsächlich ist es aber so,
02:29:30 dass wir so langsam aber sicher auch schon wieder am Ende sind. Die Zeit verfliegt immer. Dementsprechend danke, dass ihr dabei seid, dass ihr einschaltet, zuschaut, euch aktiv am Chat beteiligt. Wenn ihr noch irgendwelche Verbesserungsvorschläge habt, immer gerne her damit. Gerne auch hier einfach als Feedback in den Chat. Unsere Mods sind tatsächlich auch da, lesen das, halten das fest. Und das kommt in jedem Fall zu uns oder auch das Team im Hintergrund. Denn tatsächlich,
02:30:00 Kleiner Spoiler, wir machen das nicht alleine hier. Wir haben ganz schön viel Hilfe im Hintergrund. Das ist eigentlich, ja, deswegen. Also es kommt auf jeden Fall an die richtigen Stellen. Danke euch, dass ihr da wart. Wenn ihr auch noch einen Themenvorschlag habt, könnt ihr den auch sehr gerne in den Chat schreiben. Wir freuen uns immer über Input, wenn ihr sagt, ey, das ist ein Thema, das ist irgendwie, das interessiert mich super doll und ich habe irgendwie das Bedürfnis, dann nochmal ein bisschen mehr darüber zu hören oder darüber zu erfahren.
02:30:27 Dann immer her damit. Da freuen wir uns sehr. Danke für die Liebe. Ganz viel Liebe könnt ihr natürlich auch für euch selbst in den Chat machen. Ihr wart wundervolle Gäste im Chat. Die meiste Zeit äußerst respektvoll und auch mit lieben Fragen und ganz viel Liebe vor allem auch für unsere Gäste. Das war sehr, sehr schön. Danke, dass ihr da dementsprechend dabei wart. Und wir.
02:30:50 Sind ja gerade auch noch auf der ARD live. Die ARD ist aber nicht nur heute live, wo wir gerade zu Gast sind, sondern auch morgen. Da dürft ihr sehr, sehr gerne einschalten, denn da geht es um den ESC. Könnt ihr, ich wollte gerade sagen, hier einmal genau gucken. Der Mixed Talk wird sich damit beschäftigen. Der Horst an der Stelle, Moment, ich hatte es mir aufgeschrieben.
02:31:18 Irgendwie habe ich es mir nicht aufgeschrieben, aber ich habe es mir aufgeschrieben. Chris ist der Host, Mikkel ist Gast, genauso wie Desi und Aida. Das ist eine wunderschöne Mischung aus Experten und einfach Connoisseuren von Musik oder des ESC. Also das Ganze mit...
02:31:36 humoristischen Elementen, aber auch mit kritischen Elementen. Also alles mit dabei. Schaltet gerne ein. Morgen um 20.30 Uhr geht es los auf dem Kanal der ARD mit wundervollen Gästen und dem Host Chris.
02:31:52 Habt also für morgen Abend auch schon Programm und ansonsten bleibt mir gar nicht mehr viel zu sagen, außer dass wir gleich noch raiden, nämlich an Gina Ruhl. Ich hoffe, ich habe es richtig ausgesprochen und sie baut gerade einen Pikachu aus Klemmbaustein. Klingt total spannend. Ich bin auf jeden Fall gleich noch am Start und gucke mir das an. Und wir sehen uns leider erst wieder.
02:32:18 Im September tatsächlich. Wir gehen jetzt in eine kleine Sommerpause. Das heißt, ihr habt auch ganz viel Zeit für Feedback oder auch Themenvorschläge. Schön, dass ihr heute dabei wart. Wir beide bedanken uns ganz herzlich. Ich muss sagen, dieses Stream heute für mich.
02:32:34 War total wertvoll, weil es auch nochmal gezeigt hat, wie unterschiedlich Ängste sein können, wo man überall Ängste haben kann und dass man, wenn man sich denkt, oh meine Angst ist ja irgendwie absurd, vielleicht noch gar nicht so allein ist mit seiner in Anführungszeichen für sich selbst als absurd definierten Angst. Ja.
02:32:54 Schön war's. Vielen Dank, Uwe. Du leinst hier immer ganz viel wichtige Arbeit, indem du einordnest, nochmal irgendwie aufklärst. Das ist total cool. Aber ohne die Gäste und ohne, dass sie, sage ich mal, so vulnerable sich auch zeigen und ihre in Anführungsstrichen Schwierigkeiten und Struggles zeigen, ohne die würden wir auch gar nicht, glaube ich, so tief in die Themen eindringen können. Weil ich glaube, wir Experten können über Ängste und was weiß ich über...
02:33:22 Themen sprechen, aber ich glaube, es geht wirklich mehr darum, dass sich dann Menschen dazu äußern, die auch wirklich davon betroffen sind. Ich glaube, das bringt viel mehr. Der Austausch mit Betroffenen, das heißt Gästen, aber euch, ist das Wichtigste, was wir haben. Macht's gut, einen schönen Abend. Schön, dass ihr da wart und bis ganz bald und viel Spaß im Raid. Ich freue mich auf das nächste Mal.