EINSAMKEIT ! MIT @baso @felikah @d1rtyd3vil ! SAFE SPACE !soultalk mit @sissor & !urooba
Streamstart und Themeneinführung
00:15:0000:15:00 Einen ganz wundervollen Abend euch da draußen und schön, dass ihr eingeschaltet habt zu unserem Arte Soul Talk. Wir sind hier ein Mental Health Talk Format. Mein Name ist Sissor, in der Realität auch Therese sucht es euch aus. Ich höre auf beides und neben mir sitzt die ganz wundervolle Uruba. Du bist Uruba im Online-Leben, aber auch in der Realität. Du bist aber nicht nur das, sondern du bist auch noch Psychologin. Erklär das gerne bitte einmal genauer für alle, die das jetzt vielleicht nicht so richtig...
00:15:30 verstehen, weil da gibt es ja auch Unterschiede. Genau, ich bin Psychologin, tatsächlich aber auch psychologische Psychotherapeutin. Das ist so eine Art lange, lange Weiterbildung, die man dann nochmal an dem Studium dranhängt, fünf Jahre um genau zu sein. Und dann darf man ganz klassisch normal in der Praxis, sag ich mal, Therapie machen. Das mache ich auch. Ich bin tatsächlich in eigener Praxis und mache tatsächlich ganz klassisch Therapie und das liebe ich auch. Aber ich bin auch häufig in Formaten unterwegs.
00:15:59 mache Aufklärung, was Mental Health angeht und versuche so gut wie möglich Fragen zu beantworten und in dem Fall auch eure Fragen. Das heißt, heute werden wir ganz, ganz viel Zeit auch haben, eure Fragen zu beantworten. Also schreibt die wirklich in den Chat rein, auch wenn wir sie nicht sofort beantworten. Die werden gespeichert und wir werden die dann im Laufe des Streams beantworten können. Absolut.
Einsamkeit als gesellschaftliches Phänomen
00:16:0000:16:21 Also Fragen an dich immer herzlichst willkommen. Ihr könnt auch grundsätzlich Fragen stellen, auch gar kein Problem. Rube hat es gerade schon angemerkt, wir haben nachher auf jeden Fall auch noch einen guten Slot, wo wirklich nur Fragen an Sie beantwortet werden. Thema heute ist übrigens Einsamkeit. Ich weiß gar nicht, ob wir das schon erwähnt haben oder nicht. Ich habe es aber schon im Chat gesehen. Das bedeutet, ihr seid auf jeden Fall aufmerksam gewesen. Es steht in unserem Titel, es stand auch auf anderen Plattformen, wo wir das immer ankündigen.
00:16:48 Und deswegen noch mal ein herzliches Hallo und guten Abend an euch. Ich sehe, ihr grüßt uns ganz lieb. Frage an euch. Habt ihr euch, lieber Chad, schon mal einsam gefühlt? Also ich glaube, jetzt müsste theoretisch jeder eine Eins in den Chat machen, weil ich glaube, das Gefühl der Einsamkeit kennt jeder. Aber wer hat sich denn in letzter Zeit mal einsam gefühlt? Also ich kann eine Eins in den Chat machen. Das weiß ich gar nicht. Aber wie sieht es bei dir aus? Gibt es einen Moment, wo du weißt, okay, da habe ich mich das letzte Mal einsam gefühlt?
Persönliche Erfahrungen mit Einsamkeit
00:17:0000:17:17 Eigentlich ist es gar nicht so lange her. Also ich bin ja vor knapp eineinhalb Jahren Mama geworden und das war so eine krasse Lebensveränderung, wenn ich das mal so untertrieben sagen darf. Und es ist ja ganz häufig so, dass wenn so große Lebensveränderungen stattfinden, das auch, nicht immer, aber ganz häufig mit Einsamkeit einhergeht.
00:17:36 Bei mir war das auch so. Also mit Kind hast du einfach mal eine ganz andere Lebensrealität. Deine früheren Beziehungen verändern sich und du suchst dir auch vielleicht neue Kontakte, die vielleicht so ähnliche, sage ich mal, Lebensrealitäten in dem Moment haben. Aber dieser Umbruch, der dann stattfindet, also die Phase, da war ich schon, würde ich sagen, einsam. Also vielleicht nicht so.
Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit
00:18:0000:18:00 Also wahrscheinlich geht es mir da nicht so super, super schlecht, was jetzt diesen Aspekt Einsamkeit betrifft. Aber da war schon so ein Prozess da, wo ich gedacht habe, ich würde jetzt mir gerne mal eine Person wünschen, die vielleicht das Gleiche durchmacht. Und die habe ich dann aber auch gefunden im Prozess natürlich. Also das ist auch passiert, aber der Prozess ist schwierig gewesen. Das glaube ich, ja. Also ich kann von mir reden, ich hatte im Juli Klausurenphase und ich sage dir ehrlich, man igelt sich da so ein bisschen ein, man kapselt sich ab, man kriegt irgendwie ganz viel nicht mit.
00:18:30 Und es so, so viele cool Events, alle ohne mich. Ich habe mein Lernzeug, mein Lehrzeuger, ich. Das ist eine Einheit. Und da habe ich schon gedacht, okay, jetzt ist es nicht nur irgendwie ein bisschen alleine sein, sondern jetzt habe ich mich wirklich dann auch ein bisschen einsam gefühlt. Aber das war Gott sei Dank nur eine Phase, es war absehbar und das ist das Schöne. Man weiß, es geht wieder vorbei.
00:18:48 Das sind aber auch Themen, noch andere Themen, die wir heute besprechen wollen. Also zum einen eben das, was ich schon leicht angeteast habe. Es gibt ja einsam sein, aber auch allein sein. Was ist denn da der Unterschied? Dann aber auch so was wie ich bin zwar unter Menschen, aber fühle mich trotzdem einsam. Wie funktioniert das? Was ist das? Darüber werden wir auf jeden Fall sprechen. Dann werden wir aber auch noch darüber reden, warum man sich potenziell so schnell ausgeschlossen fühlt. Und ganz, ganz wichtig natürlich auch darüber, was.
Einsamkeit und digitale Interaktion
00:19:1700:19:17 dagegen hilft. Und wie ihr vielleicht gerade schon gemerkt habt, ihr seid ein großer Aspekt des Ganzen. Das heißt, wir haben hier unsere Tablets. Da haben wir zum Beispiel eine Chat Presenter Funktion. Das heißt, wir können Fragen, die ihr stellt, einblenden über euch. Also wenn ich so ein bisschen nach oben gucke, gucke ich auch in den Chat, denn da ist noch ein Bildschirm mit dem Chat. Das heißt, auch da lese ich, was ihr schreibt.
00:19:36 Ich würde mir wünschen, dass die das alles mal sehen könnten. Vielleicht sollten wir das mal posten auf unseren Social Media Kanälen oder auch auf Arte, dass ihr hier wirklich mal einen kleinen Einblick bekommt. Ist nämlich wirklich auch spannend, was hier so alles passiert. Trotzdem, wenn ihr möchtet, seid ihr herzlich eingeladen. Wir haben auch einen Discord oder eine WhatsApp-Nummer. Da könnt ihr on top, dass ihr eben in den Chat schreibt, euch auch noch mal genauer austauschen oder nachher auch mal bei uns mit in die Sendung reinkommen.
Einladung zur aktiven Teilnahme
00:20:0400:20:04 mit Kamera, ohne Kamera, wie ihr euch wohl fühlt oder einfach nur eine Sprachnachricht rüber schicken, sagen, was liegt euch am Herzen, was bedrückt euch, wo habt ihr euch einsam gefühlt, wo habt ihr vielleicht auch eine Frage zum Alleinsein oder Einsamsein zu diesem Thema, warum fühle ich mich alleine oder einsam, wenn ich in einer großen Menschengruppe bin. Also alles, was euch gerade so einfällt, schießt drauf los. Wir haben Uroba hier, Uroba ist dafür da, um uns genau diese Fragen zu beantworten. Aber habt auch keine Angst, wenn ihr jetzt anruft oder...
00:20:33 mit uns reden wollt, ihr werdet nicht direkt hier live zugeschaltet, sondern ihr redet mit ganz, ganz lieben Menschen im Hintergrund und ihr schaut erst mal, ob euch das Thema so passt, ob ihr wirklich hier mit uns reden möchtet und dann erst werdet ihr hier reingeschaltet. Also keine Angst bei dem Anruf. Absolut richtig. Das ist wichtig und richtig. Ich lese es immer wieder im Chat, deswegen würde ich gerne einmal ganz kurz darauf eingehen. Adam ist ja...
00:21:01 Von uns gegangen. Ich habe es jetzt echt ein paar Mal im Chat gelesen. Also Ruhe in Frieden, Adam. Das kann natürlich auch dazu führen, dass man sich einsam fühlt. Wir wissen, dass es ist sehr schlimmes oder schlimm, aber ein sehr trauriger Schicksalsschlag. Wir fühlen natürlich mit allen Angehörigen und dementsprechend seid ihr herzlich willkommen, hier im Chat zu sein. Unser heutiges Thema ist aber.
Ein Moment der Trauer
00:21:2600:21:26 Nicht Adam, sondern Einsamkeit. Ihr dürft natürlich trotzdem sagen, wenn es euch damit nicht gut geht. Genau dafür sind wir da. Wir versuchen ein Safe Space zu sein. Und ihr könnt natürlich euren Gefühlen hier auch Ausdruck verleihen.
00:21:39 Genau, das wollte ich nochmal ganz kurz dazwischen geworfen haben, weil ich das ein bisschen unpassend fand, das die ganze Zeit zu sehen oder immer wieder zu sehen und gar nichts dazu zu sagen. Aber dementsprechend wollen wir uns heute um folgende Sachen kümmern, denn es ist tatsächlich so, dass in den jungen Generationen, bei den jungen Leuten, jeder fünfte sich tatsächlich einsam oder stark einsam fühlt. Und das ist natürlich eine erstreckende Zahl.
00:22:07 Robert, du hast ja auch eine Praxis. Wie ist das denn bei dir? Welche Rolle spielt Einsamkeit bei dir in deiner Praxis? Ja, also ich würde sagen, das spielt schon eine große Rolle. Natürlich nicht bei jedem Patient, weil jeder Patient kommt natürlich mit anderen Problematiken. Ich muss auch sagen, keiner kommt mit dem Haupt...
Drei Formen der Einsamkeit
00:22:2700:22:27 Problem, Einsamkeit, also keiner kommt jetzt in ein Erstgespräch und sagt, hey, ich bin einsam, ich brauche Hilfe und das muss sich jetzt ändern, sondern es ist mehr wegen anderen Dingen, sowas wie Angststörungen oder Depressionen. Und dahinter liegt oft, sage ich mal, als Ursache, als einer der Ursachen, die Einsamkeit, wodurch vielleicht auch eine Angststörung entstanden ist oder eine Depression entstanden ist oder was anderes. Das heißt, das ist...
00:22:52 ganz häufig eine drunterliegende Ursache. Aber es ist meistens nicht so dieses erste Hauptproblem, womit die Patienten kommen. Und ich mache auch die Erfahrung, dass viele Patienten oder viele meiner Patienten, vielleicht ist es auch so ein Bias, den ich habe, weil ich die Erfahrung einfach mache, dass die selbst gar nicht bei sich so einschätzen können, dass sie einsam sind, sondern eher diese diffusen Gefühle, die damit einhergehen.
00:23:18 teilweise auch körperliche Schmerzen oder so eine Art Mangel, irgendwas fehlt im Leben. Also die schildern eher sowas. Und dann bin ich, sage ich mal, als Therapeutin die Person, die sie darauf aufmerksam macht, hey, das hört sich so an, als wären sie einsam. Und dann ist es wie so ein, da leuchtet was auf und dann gehen wir mehr, sage ich mal, auf diesen Bereich ein und versuchen, da, sage ich mal, rauszukommen.
00:23:44 Ich hatte hier gerade eine Frage gesehen von Finja. Woran merke ich, ob meine Gefühle therapiebedürftig sind? Ich würde die Frage tatsächlich speichern für später. Finde ich eine sehr spannende Frage. Dementsprechend, Finja, es wurde gelesen. Wir werden auch noch darauf eingehen. Vielleicht wird sie auch gleich schon beantwortet. Aber wir haben ja auch noch wundervolle Gäste. Zum einen euch, lieber Chad, aber wir haben noch mehr. Zum einen haben wir später auch noch Juli, aber die kennt ihr wahrscheinlich eher unter dem Namen Felika. Sie fühlt sich oft einsam, weil sie ihre Freunde auf der Welt
Zugehörigkeit innerhalb der Community
00:24:1300:24:13 der Schulzeit
00:24:14 Ja, was heißt verloren hat, aber sie ist einfach weggezogen und dann waren die nicht mehr so da in der Form. Dann haben wir auch noch Dirty Devil. Den kennt ihr vielleicht, wenn ihr viel WoW konsumiert. Da ist nämlich er als Streamer ganz besonders zu Hause und er zieht Kraft aus der Einsamkeit. Wie das funktioniert, was er da macht, das schauen wir uns nachher nochmal genauer an. Und jetzt würden wir starten mit der wunderbaren Baso. Da ist das Thema so ein bisschen die Zugehörigkeit innerhalb einer Bubble. Hallo, schön, dass du da bist. Hi.
00:24:44 Hallo, ich freue mich hier zu sein. Ich sage direkt, ich bin ein ganz kleines bisschen nervös, aber ich freue mich trotzdem heute mit euch über wichtige Themen zu reden. Alles gut, ich bin auch immer nervös. Keine Ahnung, wie das schon machen, aber ich bin immer noch nervös. Ja, also das ist ganz normal und es geht auch jedes Mal immer wieder so. Ich glaube, du hast auch wunderbaren Support im Chat mitgemacht. Wir haben auch gehört, dass du vorhin schon sehr lieb über uns geredet hast. Ein dickes Danke an der Stelle. Das ehrt uns sehr, das freut uns sehr.
00:25:13 Und das haben wir auch mitbekommen, denn die Vögel hier zwitschern. Wie geht es dir heute? Ich habe vorhin im Stream ein bisschen erzählt, dass ich das so schön finde und wichtig finde, dass es Plattformen und Formate für mentale Gesundheit gibt. Und ich da auch ab und zu mal ein bisschen drüber rede und das einfach ein sehr wichtiges Thema finde. Außerdem finde ich das super, dass ihr das macht.
00:25:39 Ja, also das ist ja bei dir tatsächlich auch, würde ich sagen, in den letzten Jahren ein bisschen mehr Thema geworden, insbesondere auch auf Instagram. Also ich folge dir ja sehr aktiv, das heißt, ich sehe auch immer wieder, dass du aktiv darüber redest, wenn du dich gerade mal nicht ganz so wohlfühlst. Und ich persönlich empfinde es als äußerst sympathisch, weil man ja sonst ganz oft einfach immer nur dieses Highlight, Highlights aus dem Leben der Leute sieht und dementsprechend ist es auch...
00:26:04 Balsam für die Seele zu sehen, okay, man ist nicht alleine mit seinen Problemen. Auch andere haben Probleme und wissen nicht immer so genau, wie das Ganze für sie so funktioniert oder funktionieren soll. Ich finde es vor allem auch wertvoll, wenn Menschen, also die Zuschauer mitnehmen in dem Moment, wo es ihnen nicht superdolle geht. Weil ganz häufig ist es so, dass sie sagen, letztes Jahr war es sehr, sehr schwer und dann bin ich da durchgegangen und jetzt geht es mir besser. Also es ist halt immer ein bisschen einfacher, das nachzudenken.
00:26:33 träglich, sage ich mal, zu erzählen, als dann in dem Moment dann auch Menschen mitzunehmen und sagen, hey, jetzt gerade ist bei mir echt nicht so viel Energie und so. Und da fühlen sich, glaube ich, viele dann mit angesprochen.
Gefühl der Nichtzugehörigkeit
00:26:4600:26:46 Ich habe ja gerade schon angeschnitten, das Thema Instagram ist bei dir ja das, wo du auch häufiger mal, ich sage mal, nachhaltigeren Content produzierst, wo man eben auch im Nachhinein nochmal schauen kann, okay, wann war vielleicht mal ein Moment, wo du dich nicht ganz so gut gefühlt hast, aus welchen Gründen auch immer. Und es gibt einen Instagram-Post, der ist jetzt, ich glaube, 40 Wochen her, da hast du gesagt,
00:27:08 Irgendwie fühle ich mich einsam, obwohl ich von anderen Menschen umgeben bin. Also da sind zwar andere Menschen und eigentlich gibt es keinen Grund dafür, dass ich mich gerade alleine oder einsam fühle, aber es ist trotzdem so. Woran erkennst du dieses Gefühl dieser Nichtzugehörigkeit? Also was macht das für dich aus? Wie äußert sich das für dich?
00:27:32 Ja, das ist so ein bisschen das, was ihr auch schon so leicht angeschnitten habt. Ich persönlich finde auch, es gibt so einen großen Unterschied zwischen sich alleine fühlen und sich einsam fühlen. Und das auch, was du gerade gesagt hast, Cesar, ich finde, wenn man sich einsam fühlt, ist halt wirklich so dieses Gefühl von, du fühlst dich irgendwie nicht so, nicht wie so ein Teil der Gruppe, du fühlst dich nicht so zugehörig. Und das ist für mich, unterscheidet sich so ganz doll von, wenn ich mich mal alleine fühle, so.
00:28:01 manchmal alleine sein ist auch nicht so schlecht. Aber ich glaube, was bei mir halt dann manchmal so ist, gefühlsmäßig, und das muss ja auch gar nicht irgendwie so Sinn machen oder so, sondern es sind halt so die Gefühle, das macht halt manchmal so logisch gesehen keinen Sinn. Aber, und ich glaube, das kennen leider vielleicht auch
00:28:20 Einige oder viele sogar. Vielleicht kann der Chat gleich mal sagen, ob die das auch schon mal so erfahren haben, dass man halt sich in irgendeiner Gruppe befindet, aber irgendwie so das Gefühl hat, dass man zwar da ist.
00:28:34 und dabei ist, aber nicht so dazugehört. Wenn man vielleicht irgendwie bei den Themen nicht so mitreden kann oder weil man nicht so direkt angesprochen wird oder weil man vielleicht auch einfach ein bisschen introvertierter ist und nicht so gut in dieses Gruppengespräch manchmal reinkommt. Und dann fängt der Kopf irgendwann an zu rattern und dann denkt man sich, ah, jetzt hast du so lange nichts mehr gesagt und denken die irgendwie, du bist komisch oder ah, jetzt muss man mal wieder was sagen und fühlt man sich jetzt überhaupt wohl oder würde ich jetzt am liebsten schon nach Hause gehen.
00:29:04 und dann hat man irgendwann dieses Gefühl von gehöre ich überhaupt hin, passe ich überhaupt rein und ich glaube dann kann so dieses Gefühl von Einsamkeit so ein bisschen aufkommen und das ist auch so ein bisschen so das, was bei mir in der Vergangenheit zum Beispiel passiert ist. Deswegen habe ich auch im Chat gesehen. Es tut mir leid, man wünscht es ja niemandem, aber die Leute fühlen es halt leider auch.
Streaming als soziale Plattform
00:29:2700:29:27 Ja, und auch irgendwo ist es ja auch beilsam für die Seele, dass man nicht alleine damit ist, dass andere das auch fühlen. Ja, ich meine, irgendwie man sagt, geteiltes Leid ist halbes Leid. Ich bin mir immer nicht so sicher, ob ich das auch so sehe. Aber in so Momenten, das ist dann gefühlt so dieses Zugehörigkeitsgefühl, das einen dann da potenziell...
00:29:45 Hammelfurz schreibt auch, Entschuldigung, der Name. Ein bisschen lustig. Kenne ich sehr gut, Baso. Also ich habe auch viele Einsen im Chat gesehen. Ich habe auch gelesen, deswegen finde ich Weihnachtsfeiern irgendwie nicht toll. Also da gab es wohl einige, die genau das kennen. Magst du vielleicht nochmal sagen, Baso, wie sich diese Einsamkeit genau anfühlt? Weil vielleicht ist es ja auch was, wo man sagt, okay, das ist individuell, aber ich würde...
00:30:12 gerne wissen, wie sich das für dich dann anfühlt oder wie sich das für dich äußert.
00:30:17 Also ich glaube, ich bin ehrlicherweise sowieso ein sehr sensibler Mensch und ich habe sehr viele Gefühle. Aber ich glaube, was es bei mir so auf den Kern wirklich bringt und was für mich halt auch diesen krassen Unterschied zu allein und einsam macht, ist dieses Gefühl, sich nicht zugehörig zu fühlen und nicht irgendwie verbunden zu fühlen. Und auch wenn man halt so körperlich vielleicht in der Gruppe ist, sich aber irgendwie...
00:30:46 trotzdem nicht so
00:30:48 dabei zu fühlen irgendwie. Und ich weiß gar nicht, ob das dann so eine Mischung von so, man ist so ein bisschen traurig, dass man vielleicht so den Anschluss nicht findet und vielleicht auch manchmal so ein bisschen enttäuscht von sich. Warum kann man denn nicht einfach so auch dazugehören? Und warum kann man denn nicht auch so ein Teil von dieser Gruppe sein wie vielleicht die anderen? Oder was man ja auch manchmal auch nur denkt. Es ist ja manchmal auch gar nicht alles immer so. Aber ja, ich glaube,
00:31:16 Ich glaube, es ist auch manchmal gar nicht so einfach, das dann so genau in Worte zu fassen, was das so genau für so ein Gefühl ist. Aber ja, sehr unangenehm glaube ich dann auch. Ja, genau. Es ist, glaube ich, sehr selten dann auch so ein Gefühl.
00:31:30 Ja, viele negative Gefühle leider dann. Ja, das glaube ich. Sehr unangenehm. Uruba, magst du vielleicht mal aus deiner Praxis so ein bisschen erzählen? Weil ich glaube, bei dir kommen eben viele Menschen, die vielleicht auch gar nicht wissen, dass es Einsamkeit ist als solches. Ja, voll. Magst du uns da mal einen kurzen Einblick geben, was Einsamkeit ist? Vielleicht auch, was es da für Formen gibt und was...
Einsamkeit als evolutionäre Bedrohung
00:31:5000:31:50 du in deiner Praxis häufig beobachtest. Ich kann mal vielleicht zuerst auf die Formen von Einsamkeit eingehen, weil dann kannst du vielleicht auch mal einschätzen, welche Einsamkeit habe ich denn vielleicht gespürt? Weil es gibt nämlich drei Hauptformen von Einsamkeit. Erstmal ist es die emotionale Einsamkeit. Das bedeutet, dass man schon vielleicht in einer Gruppe ist oder Menschen um sich herum hat. Aber so diese emotionale Nähe, emotionale Verbindung zu jemandem, sage ich mal, dass das fehlt. So diese tiefgründigen
00:32:19 Gespräche, sodass man wirklich so connected über etwas, dass das einem fehlt. Und das kann ja auch wirklich in einer, du kannst wirklich unter 100 Menschen sein und das kann trotzdem fehlen, diese emotionale Nähe. Dann gibt es auch die soziale Einsamkeit. Das bedeutet, ich habe zwar diese tiefgründigeren Beziehungen, ich habe eine Freundin, die vielleicht irgendwie in Hamburg sitzt oder die in München ist oder so, die kann ich anrufen und dann haben wir das beste Gespräch der Welt, aber ich habe vielleicht niemanden in der Nähe, mit dem ich so Sachen unternehmen kann, mit denen ich einfach mal
00:32:48 mal so zum Sport gehen kann oder einfach mal irgendwie im Sommer oder so Fahrrad fahren kann. Also dass diese sozialen Aktivitäten mit Menschen, dass die darunter leiden, beziehungsweise dass man das vermisst. Und dann gibt es auch diese kollektive Einsamkeit. Das ist dann, wenn man das Gefühl hat, man gehört nicht wirklich zur Gesellschaft dazu. Man gehört keiner, man fühlt sich nirgendwo richtig zugehörig. Das haben ganz häufig Menschen mit Migrationshintergrund oder die nach
00:33:17 Minderheit angehören, wegen einer sexuellen Orientierung vielleicht, dass sie nicht diese Gruppe um sich herum haben, die sie so stärkt, sag ich mal, wo sie sagen, boah, ja, das ist so meine Gruppe, da fühle ich mich mit verbunden. Und du hast ja ganz, vielleicht kannst du einfach mal für dich selbst einschätzen, hast du dich da irgendwo wiedererkannt? Manchmal sind es ja auch nicht nur, sag ich mal, die eine Form von Einsamkeit, sondern mehrere vielleicht auch, gleichzeitig.
00:33:44 Darf ich alle sagen? Oder ist das zu traurig? Also das Ding ist, als du emotionale Einsamkeit erklärt hast, war ich so, ja doch, das fühle ich. Und dann hast du so sozial erklärt, ja das ist auch manchmal. Und dann hast du das letzte erklärt, ja das ist auch manchmal. Ich hoffe nicht alle gleichzeitig.
00:34:04 Nee, aber ich glaube so in bestimmten oder unterschiedlichen Situationen mal ein bisschen mehr so diese emotionale Einsamkeit, wenn man vielleicht in einer Gruppe ist, aber sich trotzdem nicht so zugehörig fühlt. Dann aber manchmal auch so Soziales, dass man vielleicht jetzt doch nicht so eine, also bei mir ist es zum Beispiel so, dass ich halt so keine beste Freundin habe, die zum Beispiel in meiner Nähe wohnt, wo ich dann sage, ah ja, jetzt treffe ich mich mit meiner besten Freundin und dann machen wir gali Sachen oder so, was ich manchmal glaube ich so ein bisschen vermisse.
00:34:33 Ich habe hier eine Frage aus dem Chat, die ich ganz spannend fand, die eigentlich auch ganz gut dazu passt. Wüller schreibt, sind Streamer einsam in der Bubble mit anderen reden, aber nicht raus wollen? Also ich weiß nicht so genau, wie du das mit dem raus wollen meinst, aber...
00:34:50 Du kannst ja vielleicht mal darauf eingehen, ob du, ich meine, du kannst jetzt nicht verallgemeinert für alle Streamer sprechen, aber du kannst ja für dich sprechen. Macht Streaming dich einsam oder ist Streaming etwas, wo du sagst, nee, ganz im Gegenteil, das hilft mir eigentlich. Also was ist Streaming für dich? Ist es vielleicht auch beides?
00:35:10 Ich glaube, es kann ein bisschen von beidem sein, aber ich glaube, für mich ist es mehr, dass Streamen mir geholfen hat, zum Beispiel wieder an soziale Kontakte anzuknüpfen oder neue soziale Kontakte kennenzulernen oder neue Freunde kennenzulernen und so. Aber halt auch erst ab dem Punkt, wo ich mich so ein bisschen mehr geöffnet habe und das halt auch zugelassen habe, dass ich...
00:35:34 Leute wieder näher kennenlerne, dass man dann auch mal vertrauen muss und dass man vielleicht dann auch mal auf die Schnauze fällt. Deswegen, ich glaube, mittlerweile ist es für mich schon was geworden, was mir so sozial auch sehr viel gegeben hat und wo ich so voll coole Leute auch kennengelernt habe. Deswegen, ich glaube, bei mir ist es schon so was sehr Positives mittlerweile geworden, was so soziale Kontakte angeht. Schön. Aber das ist voll wichtig, was du sagst.
00:36:01 Du traust dich oder du gehst, sag ich mal, so ein bisschen, ist ja auch so ein unangenehmer Weg irgendwie dahin, sich zu trauen, Menschen anzusprechen, zu connecten, weil da ist ja immer so ein bisschen die Angst da und bei den einen natürlich ein bisschen größer und bei den anderen ein bisschen kleiner, so abgelehnt zu werden. Zu sagen, boah, ich will eigentlich nichts mit dir zu tun haben. Und klar macht man diese Erfahrung auch.
Der Weg aus der Einsamkeit
00:36:2300:36:23 Dass man immer abgelehnt wird, dass man nicht so connected. Aber ich finde es dann doch mega cool, dass man es versucht hat. Weil das ist nicht, das ist mutig. Und da kann man auch stolz auf sich sein. Und ich glaube, in dieser Einsamkeitsspirale, sage ich jetzt mal, wenn man da drin steckt, ist es leichter zu sagen, ich ziehe mich zurück und ich habe Angst vor diesen unangenehmen Gefühlen. Ich habe Angst vor dieser Ablehnung. Dann mache ich es nicht.
00:36:49 Und ich kann es auch verstehen, kurzfristig umgeht man ja diese unangenehmen Gefühle, aber langfristig kommt man ja dann nicht auf diese Einsamkeit raus. Und das ist so dieses Schwierige beim Einsamsein, dass man dann selbst irgendwo auch so diesen ersten Schritt machen muss. Ja, aber finde ich sehr, sehr mutig, dass du das auch genau sagst, hey, ich bin diesen Schritt gegangen und dann wurde es ein bisschen besser.
00:37:14 Dankeschön, das ist von Ihnen. Man merkt voll, dass du eine Therapeutin bist. Ich war früher auch in Therapie und da hat meine Therapeutin auch manchmal gesagt, das haben Sie aber gut gemacht, da können Sie stolz sein. Und dann fühle ich mich auch richtig gut, wenn es jemand sagt. Dankeschön.
00:37:27 Gut, dass es so ankommt. Ich finde das total nett, wenn Leute auch so sagen, da kann man stolz auf sich sein. Ich versuche das auch im Stream oft zu sagen zu Leuten, seid auch mal stolz auf euch und so, wenn ihr irgendwas geschafft habt oder irgendwas getraut habt oder so. Voll wichtig. Ich finde, man sollte einfach stolz auf...
00:37:45 dass man es gemacht hat, nicht unbedingt auf das Ergebnis. Weil das Ergebnis liegt nicht mehr in der eigenen Hand, das ist nicht mehr in dem eigenen Kontrollbereich. Aber das, was man kontrollieren kann, ist, hey, gehe ich jetzt auf die Person zu oder lächle ich jemandem mal zu, sage ich Hallo oder sage ich der Kassiererin irgendwie ein Kompliment oder irgendwie sowas. Also das sind ja alles so Dinge, wo man so ein bisschen aus sich hinausgeht und einfach egal, wie das Ergebnis dann im Endeffekt ist, dass man auf diesem Weg einfach stolz ist.
00:38:13 Das ist wichtig. Voll schön. Es ist richtig schön, euch zuzuhören und auch dieses Appreciaten von, wenn man sich irgendwie entwickelt und vielleicht auch dieses kurze Innehalten und Stolz sein. Ich glaube, das ist so ein hier doch eher sehr verbreitetes Ding, dieses Nicht-Innehalten, sondern direkt zum Nächsten gehen und dann auf keinen Fall kurz mal sagen, ach, warte mal, habe ich ja jetzt geschafft, da kann ich auch mal auf meine Schulter klopfen. Deswegen finde ich gut, dass du es nochmal ansprichst.
Eigenständigkeit und Alleinsein
00:38:4100:38:41 Es gibt, ich habe mal gehört, jetzt muss ich mit sowas anfangen, aber ich habe mal gehört, dass Menschen sich inzwischen irgendwie einsamer fühlen als früher. Ich meine, wir sind ja, manche chronisch, manche nicht so chronisch, aber sehr viel online. Trägt es dazu bei, dass wir uns in irgendeiner Form einsam mehr fühlen?
00:39:07 Es gibt verschiedene Gründe, warum wir einsamer sind. Und wir sind auch nicht über alle Generationen hinweg einsamer. Früher war das ja eher so ein alte Leute Problem, diese Einsamkeit, wenn man älter ist, nicht mehr mobil ist, nicht mehr so gut rauskommt, dass man dann vereinsamt oder der Partner verstirbt oder Partnerin verstirbt. Dann ist das ein Problem. Aber jetzt ist es wirklich so, seit Corona, aber der Trend.
00:39:32 war schon tatsächlich vor Corona leicht da, dass junge Menschen vor allem, vor allem junge Menschen von 18 bis 30, dass die fast das gleiche Niveau an Einsamkeit erreicht haben wie ältere Menschen ab 70. Und das ist so ein bisschen das Problem, dass jetzt die Älteren
00:39:51 Die waren, das war sozusagen schon vorher problematisch, früher problematisch, aber jetzt sind es auch die jungen Menschen und da fragt man sich, hä, woher liegt das denn? Weil die sind super mobil, die stehen gerade, sage ich mal, mitten im Leben so. Die haben Social Media, die können mit einem Klick jemanden anrufen, haben direkt Kontakt und so. Und da gibt es verschiedene Gründe, warum es so ist. Social Media trägt so ein bisschen dazu bei, wenn es exzessiv wird. Also wenn es ein problematisches...
00:40:20 Internet- bzw. Social Media-Verhalten gibt. Das wird in Studien immer ein bisschen unterschiedlich definiert, ab wann es problematisch ist. Aber so grob, sage ich mal, ab drei, vier Stunden am Tag. Da sieht man so einen leichten Trend hinzu, dass dann die Menschen, die wirklich exzessiv online sind, aber bei euch ist es ja auch beruflich, das muss man auch natürlich was anderes sehen. Ich meine wirklich in der Freizeit und dann auch vor allem Jugendliche, die eigentlich vielleicht gar nicht so ihr Geld mit Social Media und so verdienen, die meisten.
Die Rolle sozialer Medien
00:40:4900:40:49 dass da dann, sag ich mal, einen Trend hinzugibt, beziehungsweise man sieht dann, dass dann die Einsamkeit parallel etwas steigt. Weil, das ist ja auch irgendwo logisch, jeder hat diese 24 Stunden zur Verfügung, man muss irgendwie acht Stunden schlafen, um irgendwie gescheit zu funktionieren, dann gibt es vielleicht Arbeit und wenn man jetzt die restliche Zeit, sag ich, wirklich am Handy hängt,
00:41:10 dann kann man zwar zum Teil auch die Kontakte, sozialen Kontakte, die man durch Social Media und so weiter erreicht, super nutzen, um Einsamkeit auch zu reduzieren. Aber es ist dann vielleicht zu exzessiv. Und dieses Face-to-Face, dieses wirklich diese Verbindung herzustellen im realen Leben, ist langfristig auch einfach nötig. Mit Social Media, mit Nachrichtenkanälen und sowas. Also all das, ich will das auf keinen Fall.
00:41:37 keinen Fall verteufeln, weil ich finde, das hilft auch. Aber ich glaube, das ist nicht das alleine, was wir brauchen. Wir brauchen auch Personen im Real-Loft. Baso, ich habe hier gerade was entdeckt. Irgendjemand, der nennt sich auch Baso, hat in den Chat geschrieben, ich bin zu viel online. Hast du dich hier gerade erwischt gefühlt? Wie ist das denn für dich? Hast du so dein Gefühl? Ja, du hast auch gelacht, Dresden. Aber ich habe nicht in den Chat geschrieben.
00:42:06 Wie ist das für dich? Also ich meine, du bist ja aufgrund deines Jobs eben auch viel online, aber wie ist das denn dann in deiner Freizeit? Also verschwimmt das vielleicht dann auch so ein bisschen? Gibt es da überhaupt Grenzen? So was ist Job? Was ist dann irgendwie privat? Wie ist das bei dir? Was ist so dein Gefühl? Hast du manchmal das Gefühl, ich bin zu viel online oder ist das eher so ein naja gehört halt dazu Ding?
00:42:32 Ja, ich habe mich das auch schon oft gefragt, wo ist da eigentlich die Grenze? Gibt es da überhaupt eine Grenze? Also du fühlst das wahrscheinlich auch. Ich finde das auch voll schwer, da richtig so eine Grenze zu ziehen zwischen, okay, ich bin halt Content Creator, Streamerin, dafür bin ich jetzt gerade online oder scrolle ich jetzt vielleicht auch dann noch ein bisschen zu lange und bin dann da noch ein bisschen privat lange online. Also ich glaube, als Streamerin bin ich auch auf jeden Fall zu viel im Internet und so.
00:43:01 Und das kann dann, denke ich, bei mir dann auch mal dazu führen, gerade wenn man scrollt und man sieht irgendwie, andere Leute haben Spaß mit ihren Freunden und dann vergleicht man sich und dann kommt man vielleicht auch in so eine bisschen negative Spirale. Ich glaube, was ich vor allem die letzten Jahre so versucht habe, ist manchmal auch nicht so viel zu scrollen und nicht so viel sich zu vergleichen, aber dieses...
00:43:27 Online wird man vielleicht teilweise auch noch einsamer oder kann noch einsamer werden. Oder dieses Gefühl davon bekommen, das nicht so als Einbahnstraße zu sehen, sondern das auch so als Chance zu sehen, dass du dich online halt nochmal so vernetzen kannst. Und dann zum Beispiel Gaming messen oder...
00:43:46 andere so öffentliche Orte zu nutzen, dass man halt auch wieder sich mit Leuten connecten kann. In meinem Fall ist das jetzt halt hauptsächlich mit anderen Streamern so. Dann ist auch wieder so eine Sache, ist das jetzt Arbeit, ist das jetzt privat und so. Ich habe aber mittlerweile auch andere StreamerInnen schon privat kennengelernt und verstehe mich auch privat sehr gut mit denen und mache jetzt nicht nur Content mit denen so. Das hat mir, glaube ich, auch dabei geholfen, mich nicht so einsam zu fühlen in solchen Situationen. Aber ich merke das ganz doll auch an meiner Community.
00:44:15 die sich miteinander verknüpfen und zum beispiel auf gaming messen sich treffen oder auf der lan zusammen sind und dann halt auch ein bisschen zusammen zocken aber halt auch so zusammen sitzen und habe auch leute aus der community die irgendwie mittlerweile freunde sind oder pärchen geworden sind also das war nicht nur dieses okay das ist so eine online community
00:44:38 Und wir kennen uns alle nur online und wir schreiben alle nur am Handy miteinander oder zocken mal miteinander. Sondern das hat sich halt auch weiterentwickelt, wo Leute sich dann wirklich so miteinander getroffen haben und kennengelernt haben und dann zusammen essen gehen oder zusammen auf Konzerte gehen auch und so. Und das finde ich total schön daran und das auch so, ich glaube, was ich versuche an diesem Online auch so als Möglichkeit zu sehen für Leute, dass man sich da halt...
00:45:03 da erst mal online so vernetzen kann und so. Man muss ja sich auch nicht gleich treffen. Man kann sich erst mal ein bisschen so kennenlernen. Aber dass es halt auch so mehr sein kann.
Girls Do Gather: Eine Community entsteht
00:45:1000:45:10 Und das finde ich total toll und finde ich auch eine schöne Möglichkeit, sodass man sich dann auch im echten Leben mal treffen kann, wenn man sich gut versteht oder wenn man befreundet ist oder so. Das finde ich sehr schön. Aber das, was du beschreibst, ist auch super wichtig, wie man die sozialen Medien oder wie man das Internet für sich nutzt. Und da unterscheiden tatsächlich auch die Studien. Also es gibt dieses aktive Dasein im Internet, mit anderen schreiben, kommentieren, also wirklich so dieses Connecten. Und dann gibt es dieses passive Konzentrum.
00:45:39 Das ist mehr dieses Doomscrolling. Also ich gucke mir jetzt TikToks an und konsumiere eigentlich nur passiv und connecte aber nicht so viel mit anderen. Und dieses passive Konsumieren, das fördert bzw. erhöht eher die Einsamkeitsrisiken. Und dieses wirklich aktive Connecten und miteinander reden, kommentieren, austauschen, Nachrichten beantworten, das ist eher gut. Und das, sage ich mal, reduziert eher die Einsamkeitsgefühle.
00:46:07 Das hört sich sehr gut an. Das klingt so ein bisschen so, als ob man in Basis Stream gut zugucken kann, denn da ist der Austausch wichtig und richtig und man trifft dann eben auch noch die realen Kontakte. Sehr schön. Ich würde sagen, da machst du was sehr richtig mit deiner Community, dass die sich dann so connectet und dass sie da eben so ein bisschen vor der Einsamkeit, die potenziell sich anbahnen könnte, bewahrt wird. Sehr gut. Wollen wir uns nochmal ein Stück anschauen aus einem Arte-Stück. Das heißt,
00:46:36 Sendung 42 ist Einsamkeit ansteckend. Da geht es so ein bisschen darum, dass Menschen eben in eine Negativspirale rutschen können. Und da würde ich gerne mit euch reinschauen. Dass einsame Menschen in eine Negativspirale abrutschen können, ist real und bewiesen.
00:46:59 Eines wird immer wieder mit Einsamkeit in Verbindung gebracht. Einsame Menschen scheinen eine erhöhte Wahrnehmung von Bedrohungen zu haben, insbesondere von sozialen Bedrohungen. Sie neigen dazu, mehrdeutige Zeichen, Signale oder Reize negativer zu interpretieren als Menschen, die nicht einsam sind. Ich muss Ihnen mal ganz kurz noch mal eine Frage an dich stellen, Europa. Was ist diese...
00:47:27 soziale Bedrohung. Sie hat es ganz kurz angeteast, aber ich muss sagen, mir ist nicht ganz klar, was ist denn eine soziale Bedrohung?
00:47:34 Ja, ich glaube, es kommt auch mal, glaube ich, noch mal weiter im Video. Aber wenn wir einsam sind, dann wird evolutionsbedingt, sage ich mal, einfach so ein Alarm an bei uns. Weil genetisch ist bei uns gespeichert, wir dürfen nicht alleine sein, weil alleine sein ist bedrohlich. Da können uns Tiere angreifen, wir können getötet werden, wir können uns alleine nicht wehren. Und das ist ganz, ganz, sage ich mal, tief verankert in uns, dass wenn wir längere Zeit allein sind.
00:48:02 eher Menschen sind, die jetzt nicht wirklich alleine leben wollen langfristig, dass dann bei uns, sage ich mal, diese unangenehmen Gefühle und dieser Alarm-Modus angeht. Und das zeigt sich dann in Form von Stress einfach nur. Und natürlich haben wir jetzt keine wilden Tiere mehr um uns rum, so dass wir ständig gefährdet sind, wenn wir alleine sind.
00:48:22 Aber man weiß auch durch Studien, dass Menschen, zum Beispiel bei Männern, gibt es wirklich echt einige Zahlen zu, dass wenn Männer nicht verheiratet sind oder in keiner Partnerschaft leben, dass die dann wirklich so zehn Jahre früher sterben. Und dann fragt man sich, woran liegt das jetzt? Und wenn man aber jetzt in dieser Partnerschaft lebt oder mit anderen Menschen häufiger umgeben ist, dann ist auch so eine gegenseitige Fürsorge auch irgendwo da. Die andere Person achtet so ein bisschen drauf.
00:48:52 Geht es dir gut? Hey, du wirkst ein bisschen kranker als sonst. Willst du nicht mal zum Arzt gehen? Oder hast du jetzt in letzter Zeit dich ein bisschen mehr getrunken? Also diese kleinen Cues, die man auch von außen bekommt, die können einem helfen, gesünder zu leben. Okay, vielen Dank für diese Einordnung. Ich würde sagen, wir schauen jetzt noch mal ein bisschen weiter.
00:49:20 Ein neutraler Blick wird zur Zurückweisung, ein Lächeln zur Lüge. Denn das Gehirn versetzt sie in einen Alarmmodus, der hochsensibel macht.
00:49:32 Erinnern wir uns, in unserer Evolutionsgeschichte ist Einsamkeit eine Bedrohung. Das Gehirn schaltet also in den Überlebensmodus. Vorsicht, du bist in Gefahr. Man wird misstrauisch, aggressiv, zurückhaltend. So wirkt die Welt plötzlich kälter und genau das vertieft die Einsamkeit.
00:49:56 Okay, das bedeutet also letzten Endes, wenn man, das ist genau diese Spirale, die ich initial angesprochen habe, das heißt, wenn man da eh schon so ein bisschen das Gefühl von Einsamkeit hat, dann sieht man alles einfach noch viel negativer. Kannst du da so ein bisschen relaten? War das vielleicht bei dir so, dass du gesagt hast, okay, irgendwie, ich fühle mich gerade irgendwie einsam und jetzt ist alles, was negativ ist, noch so ein bisschen ausgeprägter, ich fühle es intensiver?
00:50:25 Ja, würde ich auf jeden Fall ja sagen. Ich glaube, als das so vor ein paar Jahren noch so ein bisschen schlimmer bei mir war oder auch wenn es mal nicht so eine gute Zeit war, da habe ich dann auch im Nachhinein, ich glaube, wenn man da so drin ist, merkt man das manchmal gar nicht. Also ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass ich das damals so doll gemerkt habe, aber...
00:50:45 Jetzt, wo ich einfach so ein paar Sachen gemacht habe, dass es mir wieder so besser geht mit dem Thema. Wenn ich da so drauf zurückblicke, würde ich auf jeden Fall sagen, dass ich zum Beispiel, das habe ich zum Beispiel durch meine Therapie auch ganz toll gemerkt, dass ich so schon voll verschlossen war, aber das selber gar nicht so richtig gemerkt habe in dem Moment. Also ich habe so selten Leuten, die ich neu kennengelernt habe, was über mich erzählt. Und habe selten so ausführlich auch irgendwas.
00:51:12 Privates über mich erzählt oder meine Gedanken erläutert. Ich glaube, das ist auch so ein Punkt, den ich selber über mich realisiert habe, dass ich in der Zeit, wo es mir dann nicht so gut ging, viel verschlossener war.
00:51:26 Und das später aber auch erst gemerkt habe, als ich dann wieder so besser wurde und ich mit der Therapie auch daran gearbeitet habe zum Beispiel, da ist mir irgendwann so aufgefallen, boah, ich war wirklich so sehr verschlossen. Ich habe so sehr schwer nur noch vertraut auch oder sehr wenig Leuten generell vertraut. Und ich glaube, das ist manchmal ganz schwer, wenn man dann so drin ist, vielleicht auch in dieser Spirale, das so zu merken in dem Moment auch.
Freundschaft und FOMO
00:51:5100:51:51 Aber das ist ja auch so dieser typische Teufelskreis, in dem man dann steckt, wenn man einsam ist. Wenn man so irgendwann dann auch diese Idee bekommt, so niemand mag mich oder keiner schert sich so mich und keiner sieht mich. Und dann nimmt man alles ein bisschen negativer wahr und geht dann, also ich sage auch mal in meinen Therapien zu meinen Patienten, wir Menschen sind alle so ein bisschen kleine Detektive. Wir haben so Hypothesen in unserem Kopf und dann suchen wir.
00:52:18 Belege eigentlich nur noch für das, was wir glauben. Und dann, wenn wir jetzt, sage ich mal, keine Ahnung, Nachbarn begegnen und der hat vielleicht einen schlechten Tag und er sagt uns nicht Hallo, dann ist das direkt so ein Beleg für mich. Okay, ja, guck mal, da mag mich auch niemand. Da hat mir also auch nicht Hallo gesagt. Und das resultiert ganz häufig dazu, dass man sich dann zurückzieht, dann weniger so Menschen aufsucht, weniger diese positiven Erfahrungen macht und das nimmt dann so ein bisschen seinen eigenen Lauf. Und das ist ja...
00:52:47 Also das ist so ein leichter Selbstläufer, leider. Wie bist du denn dann aber, du meinst es so, du bist dann auf andere zugegangen und hast dann, sag ich mal, war es nicht mehr so verschlossen, habe ich jetzt rausgehört. Was hast du genau gemacht? Also kannst du vielleicht, ich denke mal, viele fühlen sich jetzt schon gehört oder viele denken sich, okay, ja, da stecke ich vielleicht auch drin. Wie hast du es da geschafft, rauszugehen?
00:53:14 Also ich glaube, das ist bei jedem natürlich voll so eine individuelle Sache. Bei mir war das, dass ich halt, ich wollte mich schon ganz lange mal um meine mentale Gesundheit endlich kümmern und habe es ganz lange vor mich hergeschoben. Das kennen vielleicht auch viele. Und habe dann irgendwann endlich gesagt, okay, jetzt ist das Jahr, wo ich mich darum kümmere. Aber...
00:53:35 Das Beste, was ich glaube ich in dem ganzen Rahmen gemacht habe, neben Therapie, war tatsächlich einfach, und das ist glaube ich auch das, was ich so anderen Leuten am ehesten so vielleicht raten oder mitgeben kann, obwohl es halt sehr individuell ist, ist sich
00:53:49 in irgendeiner Art und Weise Hilfe zu suchen. Das muss ja jetzt nicht direkt eine Therapie sein. Es kann auch ein Freund sein oder eine Freundin oder eine Bekannte oder auch eine Anlaufestelle. Ich habe im Chat auch gerade schon gesehen, da wurden, glaube ich, auch Anlaufstellen reingepostet gerade schon. Ich glaube, das Allerbeste, was ich wirklich gemacht habe und was dann auch so, ich sage mal so, den Stein ins Rollen gebracht hat bei mir, dass ich mich...
00:54:13 gekümmert habe um meine mentale Gesundheit und um Therapie und das alles so ein bisschen besser geworden ist wieder, dass ich mir Hilfe geholt habe. Jemand, der mir hilft, zum Beispiel einen Termin bei der Therapie zu machen oder mich um bestimmte Dinge zu kümmern oder dass man zum Beispiel auch Termine bei Selbsthilfegruppen machen kann, sehe ich gerade im Chat. Das hat, glaube ich, mir am meisten geholfen. Und ich glaube, das sagt man jetzt so leicht. Ja, hol dir einfach Hilfe.
00:54:38 Das ist mir selber auch super schwer gefallen und ich habe es auch jahrelang so vor mir her prokrastiniert, da wirklich mal so, ja, sich jemandem zu öffnen und jemandem zu sagen, ey, ich habe hier so Probleme und ich weiß nicht, jeden Tag habe ich irgendwie schlechte Gedanken oder so und dass man einfach, dass jemand sich mal öffnet so und einfach sagt, ey, kannst du mir irgendwie helfen? Kannst du mir irgendwie helfen, einen Termin irgendwo zu machen oder kannst mit mir darüber reden oder so? Also ich glaube, das ist...
00:55:07 Das Beste von allen Sachen, die ich gemacht habe, ist einfach, nach Hilfe zu fragen. Und das ist auch gar nicht schwach, nach Hilfe zu fragen, sondern ganz im Gegenteil, es ist so stark, sich Hilfe zu holen und nach Hilfe zu fragen. Und was ich halt auch gemerkt habe, dadurch, dass ich das dann irgendwann geschafft habe, nach Hilfe zu fragen, ist es dann wirklich alles auch besser geworden. Also das kann was ganz, ganz Gutes machen und was ganz Gutes bewegen.
00:55:35 wenn man es schafft, nach Hilfe zu fragen. Das kann ein ganz tolles Tool sein. Und nicht alle Menschen wollen einen nur was Böses. Und es sind auch ganz, ganz viele Menschen, die einem helfen wollen und helfen werden, wenn man danach fragt. Das ist so die Erfahrung, die ich gemacht habe. Ich finde es super, dass du Therapie ansprichst. Und ich habe dann immer so im Kopf, ich sage auch immer, Therapie ist super, natürlich. Nur leider ist es ja jetzt so, dass auch aus...
00:55:58 Ja, sag ich mal, die Politik macht es auch nicht super einfach, einen Therapieplatz zu finden. Das wird ja jetzt auch nochmal krass reduziert und alles. Und deswegen sage ich auch immer, wenn ihr einen Therapieplatz findet, super. Also das spricht absolut nichts dagegen. Das Problem ist aber, wenn man sich um einen Therapieplatz kümmert, dann kann es sein, dass man bis zu einem Jahr oder manchmal sogar noch länger warten muss, bis man einen Platz bekommt. Und da gebe ich immer sehr, sehr gerne als Tipp.
00:56:23 was Deutschland angeht, sind Therapieplätze, ist nicht so super, aber wo Deutschland wirklich echt sehr viel Geld auch reinsteckt und auch wo das super, super läuft, sind Beratungsstellen. Das können Familienberatungsstellen sein, das können Jugendberatungsstellen sein, also psychosoziale Beratungsstellen. Da kann man wirklich, da bekommt man relativ schnell einen Termin, wirklich in ein, zwei Wochen. Die haben auch meistens so, wenn ich mich richtig erinnere, so offene Termine, so, dass man so
00:56:53 wie so eine offene Sprechstunde, da kann man einfach dann zu der Zeit einfach hingehen und mit denen sprechen. Und das sind meistens auch wirklich Therapeuten vor Ort, Psychologen vor Ort, Sozialarbeiter, die sich genau mit solchen Themen auskennen. Und da denken sich viele so im Kopf, ich kann doch jetzt nicht einfach hingehen und sagen, ich bin einsam. Doch.
00:57:09 Kann man. Also man kann da hingehen und sagen, hey, mir geht es nicht gut. Ich bin einsam, ich möchte rauskommen. Was kann ich machen? Und die helfen so, so gerne. Also ich habe so tolle Erfahrungen mit allen Beratungsstellen gemacht. Und es gibt wirklich, ich kann euch versprechen, wenn ihr googelt in eurer Stadt, es gibt mindestens zwei, drei, vier. Wirklich.
Einladung zur Gemeinschaft
00:57:2900:57:29 Vielen lieben Dank dir für den Input und auch den Tipp. Also ich habe im Chat gelesen, dass das tatsächlich nicht nur vereinzelnd ein Thema ist, sondern dass wirklich das ganze großflächig hier im Chat ein Thema ist, eben das Thema Einsamkeit. Ich habe auch so ein paar Stimmen gelesen, die waren so, ja, aber ich bin ja gern allein und Einsamkeit und Alleinsein ist ja dann doch was anderes. Und ja, das stimmt auf jeden Fall. Und ich glaube,
00:57:55 Genau, du hast es, glaube ich, gerade noch mal mit reingepasst. Ja, genau. Der Pakt, dass eben die Badezeiten im Gesundheitsbereich wirklich insane schreibt der Sinn. Fast egal, in welche Richtung. Dementsprechend ist es eben super wertvoll, was du uns da gerade noch mal mitgegeben hast. Das ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Worauf ich aber hinaus wollte mit dem Stichwort alleine. Alleine sein ist ja nicht gleich Einsamkeit.
00:58:20 Zumindest soweit ich das verstanden habe. Da werden wir nachher noch mal genauer drauf eingehen. Also du hast gesagt, du hättest dich das früher nie getraut, aber du gehst inzwischen alleine essen.
00:58:34 Wie kam es dazu, dass du plötzlich gesagt hast, okay, Schluss, ich brauche dafür irgendwie niemanden, ich gehe jetzt auch mal alleine essen und wie hat sich das dann angefühlt? Und sogar alleine aufs Konzert, habe ich jetzt gehört. Das ist schon wirklich sehr cool, muss ich sagen. Ich glaube, du hast mit Essen angefangen und dann ist es sogar jetzt schon ein Konzert geworden. Lieber Chad, schreibt gerne mal rein, was ihr bis dato alleine gemacht habt, ob ihr alleine essen wart, ob ihr alleine im Kino wart, auf dem Konzert wart.
00:59:03 Oder sonst noch irgendwelche Sachen alleine gemacht habt. Reisen. Alleine reisen ist ja auch ein Ding, was man machen könnte. Aber das wäre was, was ich mich zum Beispiel überhaupt nicht trauen würde. Ehrlich? Nein. Innerhalb von Deutschland gar kein Problem. Da stört es mich nicht. Aber wenn ich sage, alleine in ein Urlaubsland und dann in einem Hotel, um dann dazu... Ich habe das sehr gerne gemacht. Ja? Meine längste... Ja, beziehungsweise ich habe ein Auslandssemester in Australien gemacht. Da bin ich dann alleine dann nochmal vier, sechs Wochen gereist. Ja. Und meine letzte Solorei...
00:59:32 war Island, aber das ist auch schon wirklich zwei, drei Jahre her. Muss ich auf jeden Fall mal machen wieder. Meine tiefste Anerkennung und Respekt, ich würde, ich weiß nicht wieso, aber irgendwie widerstrebt mir das sehr doll. Ich muss sagen, auch die ersten ein, zwei Tage sind für mich auch schwierig. Vor allem in Island, da weiß ich noch, da habe ich heulend meinen Partner angerufen und gesagt, warum mache ich das alleine und bla und blub. Aber dann nach zwei Tagen ging es mir voll gut und ich habe es nicht bereut und ich denke mir so, ja, also
01:00:00 Ich denke mir vor allem bei Reisen, auf wen willst du jetzt warten, der Zeit hat, das gleiche Budget wie du hast, die gleichen Urlaubstage wie du reinstecken willst. Es ist schwer, es ist sehr schwer. Man kann auf die Person warten, aber für mich war das in dem Moment dann, ja, wie lange soll ich warten? Ganz klar, verstehe ich. Aber Basu, erzähl du.
01:00:20 Ja, also ich würde vielleicht dich doch mal ganz kurz abholen, wie das vielleicht für dich war, weil du hast ja gesagt, am Anfang war Essen gehen für mich super schwer. Warum war es für dich schwer? Wie hat es sich entwickelt und wie kam es dazu, dass du jetzt sogar, ich sage, nutze in dem Moment das Wort sogar, alleine auf ein Konzert gegangen bist?
01:00:37 Ich weiß gar nicht mehr 100 Prozent, wie meine Reihenfolge war, ob das wirklich Essen zuerst war. Ich glaube, es war irgendwas anderes alleine zuerst, weil beim Essen gehen alleine, da war wirklich ganz lange bei mir so eine Blockade im Kopf, die natürlich auch logisch keinen Sinn macht, aber so diese Gedanken.
01:00:57 ich gehe alleine hin und dann sehen alle anderen, die da zusammensitzen, dass ich alleine bin. Und das ist ja voll komisch, wenn man dann alleine hingeht. Und was mache ich dann, wenn ich da alleine sitze und zum Beispiel aufs Essen warte? Und ich glaube, oft ist es bei mir so dieses gewesen, was denken die anderen, wenn ich da jetzt alleine hingehe und alleine essen gehe. Das war, glaube ich, so eine große Blockade bei mir.
01:01:23 wie das so ein bisschen besser geworden ist. Natürlich, ich habe mich um mentale Gesundheit gekümmert, Therapie und so alles, aber das, was Ruber gerade gesagt hat, war auch so ein Gedanke, der mir sehr geholfen hat teilweise. Dieses, du kannst nicht immer auf jemand anderen warten, der das mit dir zusammen macht. Also du kannst es schon, aber du solltest es nicht so. Ich bin auch so, ich mache Sachen gerne auch lieber mit anderen Leuten zusammen.
01:01:49 Weil dann kann man so die Freude teilen. Aber es geht halt nicht immer. Es wird nicht immer jemand Zeit für dich haben. Es wird nicht immer jemand Bock haben, mit dir genau da hinzugehen, wie du jetzt hingehen willst. Und dann dieser Gedanke.
01:02:02 So zum Beispiel beim Konzert war das bei mir so. Ich hatte Konzertkarten für eine Sängerin, aber ich kannte niemanden, der sie auch gehört hat. Und dann war ich halt so, ja, aber ich würde ja trotzdem gerne aufs Konzert gehen. Und nur, weil da jetzt halt keiner mitkommen kann, will ich mir diese Erfahrung nicht so wegnehmen. Und ich glaube, das war so ein Gedanke, der mir in solchen Situationen, wo ich so auf der Kippe bin, traue ich mich das jetzt alleine, schaffe ich das alleine?
01:02:29 Aber ich will das ja trotzdem erleben. Und ich glaube, es ist auch so ein bisschen was, was vielleicht vermehrt besser funktioniert, umso älter man wird, ehrlicherweise. Und mein Junge ist, denkt man, man hat immer Zeit, sein ganzes Leben noch vor sich. Aber bei mir war das so, irgendwann kommst du an so einen Punkt, wo du so zum Beispiel gerne auf ein Konzert gehen würdest, aber niemanden hast, der mit dir geht. Und dann...
01:02:50 will ich aber trotzdem aufs Konzert gehen und dann gehe ich halt alleine. Dann bin ich super mutig und dann bin ich auf dem Konzert und spätestens, wenn das Licht ausgeht und da vorne gesungen wird, ist das völlig egal, ob ich da alleine bin, zu zweit, zu dritt. Das macht trotzdem Spaß so. Und auch wenn das am Anfang vielleicht ungewohnt ist und man sich vielleicht am Anfang nicht so wohlfühlt oder ich finde das auch voll krass, dass du erzählt hast, dass du...
01:03:13 bei dem Urlaub die ersten paar Tage so geheult hast und das voll scheiße fandest, weil das auch gut ist, dann mal von jemandem zu hören, der sagt, ja, ich gehe auch alleine in den Urlaub, weil das ist auch so eine Sache bei mir.
01:03:22 Kann ich mir überhaupt noch nicht vorstellen. Aber auch Leute, die das alleine machen, strugglen da vielleicht am Anfang und heulen dann vielleicht auch mal. Aber am Ende ist man trotzdem froh, dass man es gemacht hat und dass man die Erfahrung gemacht hat und dass man es auch durchgezogen hat alleine. Und dann kann man ja auch stolz auf sich sein, dass man es sich getraut hat. Aber ja, ich glaube, dieser Gedanke,
01:03:43 Man kann nicht immer auf andere warten. Wenn du aufs Konzert gehen willst, aber du hast keinen, mit dem du hingehen kannst, bitte geh alleine. Wenn du diesen Kinofilm gucken willst, aber keiner will diesen Kinofilm mit dir gucken, bitte geh alleine. Und ich verspreche dir, ich war ja auch und bin auch immer noch sehr oft an Punkten, wo ich so denke, da würde ich gerne hin, das würde ich gerne machen, aber ich weiß nicht, ob ich das alleine machen will. Und dann klappt das auch nicht immer, dass ich das dann alleine mache, aber immer, wenn ich mich dann getraut habe und mutig genug war.
01:04:12 dann hat es eigentlich auch immer alleine Spaß gemacht. Und das Essen hat auch alleine geschmeckt. Und dann mache ich, wenn ich im Restaurant alleine sitze, mal Kopfhörer rein und höre mein Hörbuch nebenbei und esse mein Essen in Ruhe. Und dann kann das auch schön sein. Also man darf sich auf jeden Fall, und man wird das irgendwann checken, wenn man ein bisschen älter wird vielleicht, oder vielleicht hat man es auch schon gecheckt, man darf sich die Erfahrungen, die man machen will im Leben, und wenn es Kino gehen ist oder Konzert oder Essen gehen oder so, du musst das auch für dich selber alleine machen.
01:04:42 Du musst das auch für dich selber alleine machen. So, das ist einfach so. Du kannst nicht immer auf jemanden warten, der das mit dir zusammen macht. Und ich finde es auch voll wichtig, dass du sagst, hier ist es unangenehm und du fühlst dich da unsicher und dann machst du es trotzdem. Weil ganz, ganz, ganz viele Menschen warten erst mal, bis sie selbstbewusst genug sind, bis sie sich total sicher fühlen und wollen es dann machen. Mach doch irgendwo...
01:05:05 Es ist auch irgendwo, macht es Sinn, aber leider ist es so, sag ich mal psychologisch gesehen und verhaltenstherapeutisch gesehen, Selbstbewusstsein und Sicherheit kommt erst, wenn man diese Verhaltensweisen, sag ich mal, an den Tag legt. Erst damit kommt die Sehsicherheit und nicht andersrum. Genau, deswegen.
Selbstbestimmung durch Alleinstehen
01:05:2201:05:22 macht es, auch wenn es schwer ist. Ich fand es auch nicht immer, ich will es auch nicht komplett romantisieren. Ich finde es aber auch, wenn man mit jemand anderem verreist oder mit jemand anderem Dinge macht, das hat auch Nachteile. Da muss man sich anpassen. Es gibt, glaube ich, nichts, was so ohne Vor- oder Nachteile ist. Es ist halt immer beides. Gut, dass du es ansprichst. Eine andere Person, du hast es ganz am Anfang, initial einmal ganz kurz erwähnt, das Thema beste Freundin. Du hast ja gesagt, du hättest dir das irgendwie immer gerne gewinnen.
01:05:51 Ist das immer noch so oder hat dich irgendwas so ein bisschen zum Umdenken gebracht, dass du sagst, okay, ich habe das zwar nicht, wäre cool, wenn es da ist, aber ich brauche es nicht mehr so. Wie ist das bei dir aktuell?
01:06:08 Also ich glaube, fast so ein bisschen so ein Mittelding. Ich glaube schon, dass ich in meinem Leben gerne noch mal eine beste Freundin wieder hätte, so wie zu der Schulzeit, weil ich das, glaube ich, immer total schön fand, einfach so eine, ganz explizit auch so eine weibliche beste Freundin zu haben, weil man...
01:06:25 Da als Girlies man connected halt doch manchmal noch ein bisschen anders mit einem anderen Girlie und kann sich über Themen nochmal anders austauschen oder findet nochmal andere Gemeinsamkeiten. Und ich fand es in der Schulzeit immer total toll, eine beste Freundin zu haben. Und das hätte ich auch gerne nochmal irgendwann so. Aber ich glaube, dass es jetzt, also ich versuche da jetzt nicht so immer traurig drüber zu sein, sondern ich glaube, ich habe versucht, das jetzt eher so ein bisschen so
01:06:54 Ich bin halt traurig darüber, dass ich jetzt gerade keine beste Freundin habe. Ich glaube, das ist auch voll okay. Aber ich glaube, ich habe so in den letzten Jahren gelernt, durch positive Erfahrungen auch, dass das ja immer noch für mich passieren kann. Ich kann ja immer noch jemanden kennenlernen, der meine beste Freundin oder die meine beste Freundin werden kann in dem Fall. Und deswegen bin ich, glaube ich, ganz happy, dass das bei mir so ein hoffnungsvoller Gedanke geworden ist. Ich hätte voll gern nochmal eine beste Freundin.
01:07:23 Und das kann ja auch immer noch passieren. Es gibt ja noch ganz viele Leute, die ich noch nicht kennengelernt habe und mit denen ich mich gut verstehen kann. Und solange ich halt so offen bleibe und versuche immer wieder so auch mal auf Leute zuzugehen und Vertrauen auch zu schenken. Und das ist alles leichter gesagt als getan dann so. Ja, aber ich glaube, ich bin da nicht mehr so in dieser negativen Spirale vielleicht, was wir vorhin gesagt haben, dass man so, ja.
01:07:50 dass man sich das dann auch alles schlechter redet, als es ist und so. Also ja, ich habe zwar gerade keine beste Freundin, aber vielleicht habe ich ja in der Zukunft eine. Man weiß es ja nie. Deswegen muss man immer weitermachen und nicht die Hoffnung verlieren. Das ist voll schön, wie positiv ich du bist. Du sagst, okay, der Wunsch ist immer noch da, aber wer weiß, was in Zukunft kommt und es kann sich ja noch alles genauso entwickeln.
01:08:12 Und you never know. Richtig schön. Liebe Basu, vielen lieben Dank, dass du deine aktive, sehr aktive Community hier mit reingebracht hast. Wir haben sehr viel lesen dürfen. Auch danke an euch, dass ihr so viel geteilt habt. Eben insbesondere, wenn wir euch jetzt Sachen gefragt haben, wie zum Beispiel, was ihr denn schon alleine gemacht habt. Das war sehr, sehr toll. Das ist sehr, sehr toll. Und Basu, tausend Dank.
01:08:34 dass du dir hier die ganze Zeit genommen hast, auch aus dem, ich sag mal, Nähkästchen aka deinem Inneren plauderst. Es sind ja dann doch immer Schwächen, die man hier offenbart oder Unsicherheiten und das ist natürlich nicht so einfach und vor allem dann nicht, wenn man weiß, okay, da schauen doch auch noch ein paar Menschen zu. Deswegen Dankeschön und ihr lieber Chad, könnt mal ganz viele Herzen reinmachen, denn ihr seht da hinten vielleicht, ja, die Leute, ihr macht das schon, ganz ungebracht und dementsprechend haben wir hier liebe Flichtbar.
Gemeinschaft und soziale Verbindung
01:09:0401:09:04 vom Chat. Die leuchtet nämlich nur dann, wenn genug Leute Herzen in den Chat posten. Und es sind richtig viele Herzchen dabei. Vielen lieben Dank, dass du unsere Gästin warst und dir noch einen ganz wundervollen Abend. Schönen Abend. Danke schön, dass ich hier sein durfte. Danke schön. Tschüss. Ciao.
01:09:24 Das war sehr wholesome, fand ich. Und lieber Chat, ihr seid auch sehr wholesome. Merkt euch bitte immer, ihr könnt Fragen reinstellen. Wir sammeln auch so ein bisschen, weil wir haben nachher noch mal so einen kleinen Slot mit Uruba explizit, wo wir dann eben auch noch mal ein bisschen auf Fragen eingehen werden. Und wenn ihr Lust habt, könnt ihr natürlich weiterhin bei Discord dazukommen.
01:09:43 Als Community-Gast, also ähnlich so jetzt wie Baso, aber auch komplett ohne Video. Ansonsten natürlich der Chat jederzeit eine willkommene Abwechslung. Ich finde es auch schön, dass die Herzen immer noch anheilen. Das ist total toll. Richtig, richtig schön von euch. Ja, guck mal. Ja, ich glaube Baso hat sogar noch mal selbst in den Chat geschrieben. Die Chat-Ibert ganz toll und lieb hat sie geschrieben. Wunderbar. Und dein Herz hat sie uns auch da gelassen. Guck mal, es leuchtet auch immer noch hier hinten.
01:10:08 Wunderbar. Da kommt auch ein Kompliment zu unserem Format. Schönes Format habt ihr hier von SuperSVE. Ist bestimmt ein SuperSven. Ja, genau. Aber auch voll egal. Vielen, vielen Dank. Sehr lieb. Dankeschön. Ja, richtig. Richtig. Und meldet euch gerne rein, wenn ihr irgendwie was dazu sagen wollt. Also wir reden sehr, sehr, sehr gerne mit euch.
01:10:33 Es geht auch nicht darum, dass es mit Video ist oder mit Bild, sondern wir können auch einfach nur normal telefonieren oder Sprachnachricht über WhatsApp. Wir blenden auch gleich die Nummer ein, wo ihr euch melden könnt. Absolut. Also Basu, danke nochmal. Es ist auch immer schön, wenn sich unsere Gäste oder Gästinnen an dem Chat dann beteiligen. Das hast du sehr, sehr aktiv getan, auch während unseres Talks. Und das war sehr schön. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Wir haben aber nicht nur Basu als Gast oder Gästin.
01:11:02 Könnten potenziell auch euch haben. Noch mal ganz kurz, da war noch mal die Einblendung, den QR-Code könnt ihr scannen. Ich fühle mich immer wie so ein Boomer, wenn ich das sage, weil ich glaube, das ist jedem tatsächlich klar.
01:11:14 Aber man muss es ja auch mal erwähnt haben, manchmal muss man auf das Offensichtlichste hingewiesen sein. Zumindest geht es mir manchmal so und deswegen mache ich das auch mit euch. Wir haben da natürlich noch andere Gäste, wie gerade schon angeteast. Und jetzt haben wir zwei ganz wundervolle Gästinnen nochmal. Die haben etwas ins Leben gerufen, das nennt sich Girls Do Gather. Das ist so ein kleiner Zungenbrecher, aber das macht mega Sinn, wenn man das Ganze dann so ein bisschen gesehen hat. Deswegen ein ganz, ganz herzliches Willkommen an Nuria und Renata. Schön, dass ihr da seid.
01:11:43 seid. Hallo ihr beiden. Einen wundervollen Abend. Ich sehe, bei euch ist es auch dunkel. Das heißt, ihr seid wahrscheinlich auch irgendwo in Deutschland und nicht in irgendeiner anderen Zeitzone, wo es noch hell ist.
01:11:58 Ja, in Deutschland. Ja, ich würde sagen, bevor wir jetzt rein starten, machen wir folgendes. Wir haben hier ungewöhnlicherweise für uns ein kleines Video von euch. Und da würden wir mal reinschauen, um besser zu verstehen, was ihr so macht. Weil ich kann mir vorstellen, dass das jetzt noch nicht so viele kennen. Und deswegen würde ich da unfassbar gerne einfach mal mit euch gemeinsam reinschauen.
01:12:22 Girls, seid ihr ready für einen unvergesslichen Karaoke-Abend? Nächsten Samstag heißt es wieder Karaoke und Connect. Gemeinsam singen, lachen, neue Mädels kennenlernen und einfach eine gute Zeit haben. Und keine Sorge, ihr müsst nicht singen, um dabei zu sein. Also schnappt euch euren Spot in Fabrik einen richtig coolen Abend mit uns. Boah, so cool. Wie war der Abend, wenn ich einfach was so fragen darf?
01:12:44 Richtig cool, der Abend war super. Wir hatten so viel Spaß, weil wir ja auch meistens unter uns sind. Das ist ein Safe Space, man kann sich austoben, man kann so sein, wie man ist. Man muss sich nicht verstecken, man muss sich nicht verstellen. Und ja, da fühlen sich alle super wohl und wir natürlich auch.
01:13:04 Wie habt ihr denn überhaupt das gegründet? Also was war der Grund, wo ihr dann gesagt habt, hey, wir müssen jetzt sowas starten und ins Leben rufen? Was war so die Motivation dahinter?
01:13:17 Ja, also bei uns war das tatsächlich so, dass wir aus Siegen kommen, also nicht in Dortmund, wo wir es jetzt gegründet haben, herkommen. Und ja, durch dieses Zuwandern bzw. neu dahinziehen, fiel es natürlich erstmal sehr schwer irgendwie anzudocken, irgendwo Freunde zu finden, jetzt egal welchen Geschlechts.
01:13:40 Und dann kam natürlich relativ bald dann auch Corona und dann hat man sich ja sowieso, also alle haben sich da irgendwie einsam gefühlt, aber für uns Zugezogene dann nochmal schwieriger, irgendwie außerhalb der Arbeit noch zu connecten. Und ja, wir kannten uns halt von vorher schon und wir hatten beide das gleiche Problem. Und dann sind wir dann auf die Idee gekommen, okay, lass uns doch irgendwie mal Mädels zusammentrommeln. Vielleicht finden wir uns ja und können irgendwie coole Sachen zusammen machen.
01:14:09 Also aus einer Notwendigkeit haben wir gedacht, dass wir vielleicht irgendwie ein paar Mädels zusammen kriegen und mal was cooles unternehmen können. Und dann haben wir gesehen, okay, es gibt so viele, denen es genauso geht. Und dann ist daraus einfach etwas entstanden, was heute einfach super viel Spaß macht und schon eine Community ist.
Girls Do Gather: Wachstum und Impact
01:14:3201:14:32 Ich meine, es ist eine Community, ihr habt euch, ihr habt es gerade so ein bisschen gesagt, ihr habt euch irgendwie alleine gefühlt, vielleicht auch einsam gefühlt, habt dann gesagt, okay, wir wollen was dagegen tun. Jetzt läuft es ja schon eine Weile, ihr habt das 2025 angefangen zu machen. Wie oft macht ihr das denn? Für alle, die das jetzt vielleicht nicht kennen und da keine Ahnung haben, kein Gefühl dafür haben. Wie oft macht ihr das und wo macht ihr das?
01:14:57 Und wer ist alles willkommen? Genau. Wen ladet ihr ein? Wer ist eingeladen? Braucht man eine Einladung? Wie funktioniert das? Also bei uns ist jeder willkommen. Wirklich. Wir haben keine Altersbegrenzung oder eine Spanne. Wir sind, glaube ich, auch sehr durchwachsen. Also wir haben sowohl junge Mädels als auch Ältere. Jeder ist bei uns willkommen. Das soll ja auch ein Safe Space sein. Es gibt halt einfach keine Einschränkungen.
01:15:25 Ja, und wie oft wir uns treffen, tatsächlich mittlerweile zweimal die Woche versuchen wir Events zu planen, zu organisieren. Das heißt insgesamt dann acht bis zehn Events tatsächlich im Monat. Jetzt Oktober natürlich so Halloween-Specials geplant, wie zum Beispiel unsere große Halloween-Party am Ende des Monats. Oh, ja, Halloween. Und genau, da entfiebern wir jetzt ein bisschen hin.
01:15:51 versuchen, die Mädels zu erreichen und die auch mitzunehmen. Aber ich höre jetzt schon auch, also ist Girls Together ist schon ausschließlich für Frauen gedacht? Oder habt ihr da irgendwie auch anderweitig Gäste, die sagen, okay, nee, wir schließen uns da auch mal als Mann an oder wie läuft das ab?
01:16:15 Ja, also eigentlich ist unsere Zielgruppe schon, sind es Frauen in Dortmund, allen Alters, wie schon Renata eben beschrieben hat. Aber es kam auch schon mal vor, dass mal ein Mann sich mit der Freundin zusammen angemeldet hat und es soll ja ein Safe Space für uns Frauen sein. Und dann fragen wir auch einfach, ist es okay, wenn er jetzt hier mit dabei sitzt und so, wenn alle dann ja sagen und kein Problem damit haben, dann klar. Aber wie gesagt, also hauptsächlich sind da schon die Frauen mit angesprochen, weil es gibt ja...
01:16:44 Angebote für gemischte Gruppen gibt es ja. Und für Frauen halt gerade im Raum dort, noch relativ wenig, zumindest haben wir damals nichts gefunden und haben das als Nische entdeckt und dachten uns, komm, dann suchen wir uns mal unsere Mädels zusammen. Wie viele Mädels sind das so pro Treffen, die dann da sind? Und wie groß ist eure Community insgesamt? Kann man das überhaupt sagen oder ist es schwer zu sagen, weil das eben immer wieder
01:17:12 welche, also immer wieder neue gibt, die dazukommen, andere, die dann irgendwann vielleicht auch so ein bisschen raus sind. Erzählt gerne mal so ein bisschen. Also mittlerweile haben wir natürlich, sagen wir mal, einen festen Kern in der Community Mädels, die wir immer wieder sehen, die immer wieder zu uns kommen. Aber das Gute ist auch, dass es sich genau, wie du schon sagtest, einfach abwechselt. Also es kommen immer wieder neue dazu. Wir vergrößern uns.
01:17:40 Das kann man nicht genau sagen. Wir haben jetzt über 5000 Holomar auf Instagram, aber wir merken einfach, dass wir wachsen und dass immer wieder neue Mädels dazu kommen. Also wir haben jetzt auch die Erfahrung gemacht bzw. wurde uns halt erzählt, dass manche Mädels schon länger jetzt nicht mehr dabei waren, weil die halt so viele Mädels gefunden haben bei uns, dass die einfach den ganzen Kalender voll haben und wenn sie dann mal Zeit haben, natürlich gerne noch mal zu uns kommen.
01:18:08 Aber wir sehen halt schon, dass viele Mädels sich gefunden haben, dass wir, wie gesagt, einen festen Kern haben an Mädels, die halt ständig kommen und immer wieder dabei sind, auch neue Mädels mit reinnehmen und sagen, hey, geht doch mal dahin und probiert das aus. Also wir wachsen, aber ich würde mal sagen, die...
01:18:27 die Community an sich wächst. Aber wer da halt immer wieder reinkommt in die Veranstaltung ist unterschiedlich. Vor allem jetzt immer jedes neue Gesicht wie auch jedes alte Gesicht. Und pro Veranstaltung, das war ja auch eine der Fragen, da haben wir ungefähr meist so
01:18:43 15 bis 30 Mädels vor Ort. Je nachdem, also wenn die Location, wenn die Kapazität ist erlaubt, immer gerne mehr, weil wir wollen so viele Connecten wie möglich am besten. Aber manchmal geht es halt von der Location vielleicht nicht und deswegen versuchen wir das so ein bisschen auch an der Spanne der Events zu variieren, dass irgendwie jeder sein Plätzchen bei uns findet. Ja, genau. Also wenn man zum Beispiel jetzt das Event
01:19:11 Lasertag nimmt, die haben halt nur 12 bis 14 Plätze und daran müssen wir uns so ein bisschen orientieren.
01:19:16 Ich finde das ganz krass, wie ihr das sozusagen stemmt. Zweimal in der Woche so Treffen organisieren und da steckt ja schon viel Arbeit dahinter. Und es sind gar nicht so viele Veranstaltungen, die ihr da zusammen... Macht ihr das alleine? Wie macht ihr das mit eurer Kapazität? Arbeitet ihr nebenbei oder ist das eure Arbeit? Ich finde es schon sehr bemerkenswert, was ihr da auf die Beine gestellt habt.
Ehrenamtliches Engagement
01:19:4701:19:47 Absolut. Uns treibt halt trotzdem das Feedback der Mädels an. Also wir machen das aktuell ehrenamtlich. Also ich arbeite Vollzeit.
01:20:00 Herr Nureas Mami in älter Zeit hat aber gestern begonnen zu arbeiten. Und im Prinzip haben wir erst gar nicht erwartet, dass das so groß wird und hatten das ja irgendwie nur gedacht, okay, wir finden da ein paar Mädels und sind mit denen da mal ab und zu unterwegs. Und mittlerweile, ja.
01:20:21 wächst das so, dass wir sagen, okay, wir machen das für die Mädels und wir müssen dann gucken, wie wir das jetzt mit Vollzeitjob und Kind und Familie stemmen. Also mega schön. Erzähl gerne weiter, ich wollte nicht unterbrechen.
01:20:37 Ja, nein, alles gut. Wir haben halt auch natürlich dann geschaut, weil so viele Mädels halt Interesse haben und die Anfragen steigen halt immer wieder. Und es ist halt schwierig, wie gesagt, Vollzeitjob und so weiter, dann mehr als zweimal die Woche dann was auf die Beine zu stellen. Und deswegen haben wir jetzt auch zwei Mädels mit hinzugefügt in unser Team sozusagen, dass sie so ein bisschen unterstützen, wenn wir mal sagen, ey, wir schaffen das zeitlich nicht, dann springen die für uns ein oder haben auch kreative Ideen, die sie mit einfließen lassen.
01:21:05 Und die sind dann ab November auf jeden Fall auch mit am Start und unterstützen uns so ein bisschen, wo wir halt sagen, das klappt es jetzt nicht mehr. Vor allem jetzt wieder neu eingestiegen im Beruf, da muss man sich ja auch wieder dran gewöhnen. Ich finde es interessant, was jetzt gerade in den Kommentaren passiert, weil da stacken die darüber, dass Männer auch sowas organisieren sollten. Dass die auch sowas auf die Beine stellen sollten. Das ist richtig cool.
01:21:35 Da hatten wir tatsächlich auch mal eine Anfrage, ob es das nicht auch für Männer gibt. Und dann haben wir gesagt, na klar, also jeder ist willkommen, die Idee, wie auch immer, mit uns zu brainstormen oder sich was abzuschauen. Aber definitiv verdienen Männer das genauso wie Frauen. Also das soll ja, da müssen wir überall von Einsamkeit, von der Lust in der Freundschaft, Verbindung, Gleichgesinnten, das ist...
01:22:03 Schlechter unabhängig, würde ich sagen. Und natürlich könnten Männer das genauso tun. Also wenn da jetzt Männer auch zugucken, die das vielleicht machen wollen, würdet ihr ihnen anbieten, wenn die sowas gründen wollen, dass die auf euch zukommen können und dann ihr da vielleicht ein paar Ratschläge parat habt, wie man das Ganze überhaupt angeht. Wäre das in Ordnung.
01:22:30 Doch, ganz gewiss. Ich meine, wir haben ja auch bei null angefangen. Wir hatten auch keine Ahnung von nichts und wären dankbar gewesen, wenn irgendwie jemand da gewesen wäre. Ich meine, jetzt sind wir an dem Punkt, wo wir sagen können, doch, wir haben es irgendwie hinbekommen. Aber klar, wenn wir da irgendwie auch zusammenarbeiten können. Ich meine, wir haben ja auch nicht nur Veranstalterinnen oder Hosts, wir haben das so, weibliche Hosts, sondern wir laden ja auch tatsächlich...
01:22:53 männliche Hosts ein, beziehungsweise Workshop-Halter, die ihr Talent oder ihr Wissen oder was auch immer wir da mit denen machen, mit uns auch gerne teilen. Und solange die Mädels da dabei sind und Bock drauf haben, dann passt das für uns auch. Deswegen, klar. Ja, sehr schön. Das klingt richtig toll. Ihr könnt auf die beiden zukommen. Also wenn ihr das Ganze starten wollt. Wie ist das, wenn...
01:23:20 Mädels auf euch zu kommen aus anderen Städten, weil es ist ja doch sehr lokal beschränkt. Dann wäre das schon auch eine Option, dass man sagt, okay, man macht irgendwie ein zweites Ding jetzt zum Beispiel in Berlin auf. Oder sagt ihr, nee, das ist uns noch zu groß?
01:23:34 Das wäre ein Träumchen. Ein Träumchen? Hatten wir gedacht, wenn wir vielleicht das Team vergrößern können, die beiden Mädels kommen ja auch selbst aus der Community, das heißt, sie haben unsere Events mal besucht. Wenn wir das vergrößern könnten, wäre es ein Träumchen. Und vielleicht klappt es dann im nächsten Jahr, wenn wir eben entlastet sind. Und uns umschauen können. Genau, was uns halt aber auch wichtig war, wir haben es ja damals gegründet, weil wir ja gesucht haben. Und für uns ist es halt auch...
01:24:04 immer wichtig, dass die Mädels sich dort kennenlernen, wo die halt auch herkommen, wo sie wohnen, damit die sich halt auch irgendwie erreichen können und hier nah verbinden und diese Spontanität einfach dann auch greifbar ist. Und für uns natürlich, dass wir uns verbreiten und unsere Idee halt einfach in die Welt tragen, wäre natürlich super toll, aber ja, wir haben uns auf Dortmund erstmal fokussiert, weil es uns halt genauso betrifft, weil wir auch Teil der Glub-Community sein wollten und auch Freundinnen.
01:24:31 finden wollten und deswegen erstmal dieses Konzentrieren uns auf Dortmund und Umgebung. Was auch Hagen betrifft, Bochum, all diese Städte drumherum. Also gehören auch mit dazu. Vielen lieben Dank, dass ihr uns das so ein bisschen vorgestellt habt, uns da auch so ein bisschen was gezeigt habt.
01:24:51 Ich hoffe, vielleicht ist ja hier jemand dabei, der sich inspiriert fühlt und sagt, ey, ich komme ja aus der Gegend, ich schreibe euch einfach mal. Würde mich sehr freuen. Macht auf jeden Fall weiter mit dem, was ihr da tut. Einmal ganz viel Liebe in den Chat für euch und euer Projekt. Und vielleicht konnten wir jetzt sogar noch ein paar Leute inspirieren, sich da vielleicht auch mal so ein bisschen mehr zu connecten. Denn das ist ja eigentlich der Spirit, den ihr da nach außen tragt. Connectet euch, macht was Cooles zusammen und schaut, was wird. Also danke euch. Sehr cooles Projekt. Und es freut mich sehr, wenn wir ein paar...
01:25:20 erreicht haben oder Mutpropaganda durch die Erreichten haben, die das dann weitertragen an die entsprechenden Stellen. Euch beiden noch einen ganz wundervollen Abend und danke, dass ihr unsere Gäste wart. Es gibt ja auch schon Liebe für euch im Hintergrund. Die leuchtet nämlich immer dann, wenn der Chat viele Herzchen macht. Danke euch beiden. Danke auch für euer Interesse. Danke schön. Danke euch. Schönen Abend. Tschüss. Tschüss.
01:25:46 Ach, da hat die Baso auch nochmal geschrieben. Jeder kann sowas organisieren und dann auf die Beine stellen. Das ist ja das Coole.
Reflexion und Austausch
01:25:5401:25:54 Ja, absolut. Aber ich glaube, die haben ja jetzt doch ein bisschen Erfahrung. Und wenn man dann fragt, was habt ihr gemacht, wie seid ihr es angegangen, was waren irgendwelche zum Beispiel Pain Points oder was hat besonders gut funktioniert, dass man sich da dann eben einfach so ein bisschen vielleicht Input führen könnte. Aus deren Fehler, sage ich mal, so ein bisschen lernen kann. Aber ich finde, was man von der Story auch mitnehmen kann, ist, so wie man sich fühlt oder das Problem, was man vielleicht hat, man ist nicht alleine damit. Also irgendjemand oder sogar eigentlich sogar eine Gruppe von Menschen fühlt wahrscheinlich...
01:26:23 genau so und nur wenn man das sage ich mal nach außen trägt dann macht man die erfahrung dass es da ganz viele menschen gibt die sage ich mal gleich fühlen ja und dann kann man connecten
01:26:36 Schön. Also sehr, sehr, sehr wertvolle Gespräche. Und ich finde den Chat auch so großartig. Ja, ihr seid heute wirklich, wirklich schön aktiv dabei. Also nochmal aktiver als sonst. Ohnehin schon. Das ist total schön. Das macht viel Spaß. Und wir werden nachher auch noch zu diesem Thema Einsamkeit und Alleinsein nochmal expliziter kommen. Ich lese immer wieder im Chat, ja, aber ich bin doch gern alleine. Dazu haben wir auch den Pastik-Gast später. Ja, da haben wir nachher auch noch den Gast. Das ist auch ein Mann, denn es wurde vorhin auch schon ein bisschen...
01:27:06 bemängelt, dass hier ja doch eher Frauen sind. Aber das hat auch einen Grund. Aber auch das, kleiner Teaser oder Spoiler für nachher, werden wir dann nochmal versuchen, so ein bisschen aufzurollen, woran das denn liegt oder liegen könnte. Ihr könnt natürlich auch gerne schon mal vermuten, woran es liegen kann. Eventuell habt ihr ja da auch schon die ein oder andere Idee. Das kann ich mir ganz gut vorstellen. Aber jetzt mal nochmal zurück zu diesen letzten beiden Gästen, zu Renata.
01:27:35 Hättet ihr Lust, so etwas mal zu machen? Ganz egal, ob ihr jetzt Frauen oder Männer seid. Wenn ihr Lust hättet, schreibt mal eine Eins in den Chat. Hättet ihr Lust, euch mit fremden Leuten in eurer Stadt zu treffen? Würdet euch das trauen? Ich weiß nämlich ganz ehrlich gesagt nicht.
01:27:50 ob ich mich das trauen würde. Ich glaube, ich würde das so ein paar Wochen lang beobachten, was da so stattfindet und dann mir immer wieder einschauen und dann vielleicht. Also ich würde mich, glaube ich, nicht sofort trauen. Ich bräuchte, glaube ich, so immer wieder Content von denen, was ich dann sehe und dann würde ich mich dann vielleicht irgendwann trauen. Ja, absolut. Und es stimmt auch, die Geschlechter sind keine Feinde, aber ein Safe Space ist ja oft erst mal innerhalb der eigenen Geschlechtergruppe und dann kann man das potenziell öffnen. Ich meine, man kann ja auch sagen, okay, wir sind grundsätzlich gemischt. Das würde ja alles funktionieren.
01:28:19 halt nur in irgendeiner Form einen Fahrplan. Ich wollte jetzt hier keine Männer ausschließen. Ich weiß, hier sind wahrscheinlich einige Männer im Chat. Nur damit der euch nicht ausgeschlossen fühlt. Okay, okay. Ich sehe ein 0,5. Das würde mich ja schon interessieren, was ein 0,5 in der Bewertung ist. Mal ja, mal nein. Vielleicht.
01:28:37 Da schreibt auch jeder eins, ist nicht jeder fremd, bis man sich dann kennenlernt? Finde ich auch ein schöner Gedanke. Also, dass wenn man dann, sage ich mal, Connections machen möchte, dann ist das häufig dann mit fremden Menschen erst mal. Und dann sind die dann vielleicht irgendwann Freunde.
Einsamkeit nach dem Schulabschluss
01:28:5501:28:55 So entstehen Freundschaften. Wie ist es denn? Im Kindergarten, in der Grundschule, in der weiterführenden Schule. Man wird ja mit ganz vielen Fremden zusammengewürfelt und entweder es menscht oder es menscht halt nicht. Ich glaube, das hat jeder mal so erleben dürfen. Wir machen jetzt weiter mit unserem nächsten Gast bzw. es ist eine Gästin. Es ist die wunderbare Felika. Herzlich willkommen, meine Liebe. Schön, dass du da bist. Hallo.
01:29:20 Du wirst ja auch Juli genannt. Ich habe dich noch nie so schön begrüßt. Yes, genau. Wir werden dich heute auch mit Juli ansprechen, aber auf Twitch heißt du Felika. Oder möchtest du lieber Felika von uns genannt werden? Genau, so sieht es aus. Okay, perfekt. Cool. Ihr könnt mich Juli nennen. Wunderbar. Das finde ich schön. Das ist so irgendwie nochmal ein Ticken persönlicher.
01:29:41 echten Namen zu benutzen und nicht dieses Twitch-Pseudonym. Obwohl ich dein Twitch-Pseudonym auch echt schön finde. Felika ist ein richtig schöner Name. Ja, sehr gerne. Ich wollte auch gerne die Probierung haben, dass man zwei Namen sagen kann. Ich dachte, das könnte ganz cool sein. Das ist es, weil du kannst Felika oder K sein. Das ist stark. Zu deinem echten Namen. Verrückt.
01:30:06 Ja, ja, ja. Okay, lass uns mal zum Thema Einsamkeit zurückkommen. Bei dir war das ja so ein bisschen anders. Also ich glaube, da kann auch jeder relaten. Man hat die Schule, man hat da so seinen eingeschworenen Kreis, seine Freunde und dann zieht man selbst weg oder die anderen ziehen weg und plötzlich ist alles anders. Wie war das bei dir? Was ist da passiert? Und wann kam bei dir die Einsamkeit ins Spiel?
01:30:29 Okay, also bei mir war es so, so Schulzeit hatte ich immer so meine Schulfreunde. Aber es war wirklich so dieses klassische Schulfreunde-Ding. Also man sieht sich in der Schule, keine Ahnung, die haben teilweise mal außerhalb sind die Feiern gegangen. Ich persönlich bin nicht so im Feiern-Game drin und war so, ja, mach das ohne mich, ich leg mich zu Hause ins Bett. Und ja, deswegen war es halt so, es war geil, dass man sich in der Schule gesehen hat. Ich war froh, dass sie in der Schule da waren. Aber so, keine Ahnung, sonst zu Hause war ich für mich.
01:30:57 Und dann war Schule irgendwann weg, irgendwann war Abi geschafft und dann war es halt so, ja, die gehen jetzt so ihren eigenen Weg, ich gehe meinen Weg. Und gerade auch nach dem Abi, ich war lange beim Klettern, also in der Klettergruppe, wirklich im Verein. Und das war auch wirklich so eine kleine Familie. Schön. Und irgendwann nach dem Abi habe ich da halt auch immer weniger gemacht. Und da war es dann halt auch so, okay, ja, keine Ahnung. Es war so eine Wettkampfgruppe, ich habe dann irgendwann keine Wettkämpfe mehr gemacht, habe so gesagt, das ist nicht so für mich.
01:31:24 Und bin da quasi auch raus. Und da sind so zwei Main-Punkte, wo ich Freunde hatte, sind so weggebrochen. Und das war dann erst mal so, okay, jetzt ist Schule aus. Irgendwie fühlt sich so ein bisschen an wie Fähren, die nie enden. Aber ich sehe bestimmt schon irgendwann die Leute wieder. Aber ja, eigentlich, das war gar nicht so. Ja, aber das war so meine Story, wie das so weggebrochen ist, würde ich sagen.
01:31:48 Und wann hat es dann angefangen, dass du gesagt hast, okay, irgendwie ist das jetzt komisch, es fühlt sich jetzt irgendwie allein an, beziehungsweise dann sogar noch so einen Schritt weiter, dass du gesagt hast, okay, jetzt stört es mich, jetzt ist es irgendwie Einsamkeit. Also kannst du das überhaupt klar differenzieren? Weil ich weiß nicht, wo man da jetzt die Grenze macht. Das können wir auch gerne gleich noch rüberfragen. Die kann das vielleicht noch ein bisschen einsortieren. Wie war das für dich? Also...
01:32:12 Ich glaube, das ist so ein schleichender Prozess. Also ich habe jetzt, wann habe ich mein Abi gemacht? Vor dreieinhalb Jahren, also auch als ich mit Streaming angefangen habe. Und ich hatte jetzt neulich so die Gedanken, also wirklich erst vor so paar Monaten, wo ich mir gedacht habe, okay.
01:32:27 so die ganzen Leute um mich rum, so die Leute, die ich über das Internet kennengelernt habe, die Unternehmen so zusammen warst. Und das ist irgendwie voll cool, dass sie die Möglichkeit haben, weil sie irgendwie in der Nähe wohnen. Und da habe ich so gedacht, ja, okay, und eigentlich habe ich hier keine Person. Und ich glaube, das war so der Moment, wo ich wirklich gemerkt habe, ich wohne hier und ich habe meine Family hier, aber ich habe keine Bezugsperson außerhalb der Familie. Und ich glaube, das war so das erste Mal, dass ich mir gedacht habe, okay.
01:32:56 Crazy eigentlich. Weil es könnte auch irgendwie anders sein. Es wäre cool, wenn es anders wäre. Es wäre cool, dass es anders wäre. Das ist ja fast schon so. Ich vermisse es, oder? Also ich vermisse etwas. Ich vermisse vielleicht noch so einen Kreis, einen Kreis an Menschen, der dazukommt. Würdest du da zustimmen? Ja.
01:33:19 Ja, ja schon. Das ist aber wirklich auch schleichend gewesen, hätte ich gesagt. Weil durch das Ganze, ich habe die Leute online kennengelernt, war es für mich als so ein Ding, ja, du hast ja deine Freunde. Aber wirklich dann von den Leuten zu hören, dass sie auch die Möglichkeit haben, regelmäßig was zu unternehmen untereinander, war irgendwie so ein Ding von, hey, irgendwie ist das cool. Und irgendwie fühlt sich so an, als würde ich das vermissen.
01:33:44 Aber das ist wirklich erst so ein Ding, was ich so die letzten Monate gedacht habe. Also das ist so wirklich ganz frisch. Ja, wirklich, ja. Okay, krass. Aber du bist ja dann mehr ins Streaming eingestiegen, finde ich ja klasse, finde ich schön. Wie war das dann da für dich? Also ich meine, das war wahrscheinlich alles ganz aufregend, ganz neu. Ich meine, du machst das ja jetzt auch, das ist ja jetzt, wenn ich das nicht ganz falsch verstanden habe, dein Job, deine Einnahmequelle.
Parasoziale Beziehungen im Streaming
01:34:1201:34:12 Und dementsprechend, ich meine, da bist du ja, wenn du online gehst, eigentlich nicht alleine. Wie ist das dann, wenn du online gehst, dann da diese Leute hast, ist dann da trotzdem so dieses Alleingefühl oder Einsamkeitsgefühl oder ist das das, dass du sagst, ja, nee, ich bin ja nicht allein, ich bin ja nicht einsam.
01:34:35 Ich glaube, man kann es auf jeden Fall nicht mit Freundschaft vergleichen. Darüber müssen wir ja nicht reden, dass das ein riesen Parasocial-Ding ist. Ja, absolut. Ich sehe gerade schon den Chat, der schreibt, wir sind alles Freunde. Du widerlegst es hier klarer hart. Nicht das, dass man wirklich befreundet ist, aber es ist oft so, dass man durch dieses Ganze streamt und macht Content zusammen.
01:35:02 Dinge verdrängt und ich glaube, das war bei mir halt auch die dreieinhalb Jahre der Fall. Das ist einfach so, ich hatte mir nicht die Zeit gegeben, darüber nachzudenken, weil ich bin halt einfach, ich habe gestreamt und hatte da meinen Spaß und hatte gar nicht so die Zeit, darüber nachzudenken oder so.
01:35:15 Nein, ich hasse euch nicht. Oh nein. Nein, nein, nein. Aber das muss man auch mal so sagen. Also tatsächlich, es ist eine parasoziale Beziehung. Du als Streamer bist die Person, die sehr viel von sich preisgibt, über die sehr viel erfahren wird. Das ist relativ einseitig. Klar gibt es auch ein paar Viewer, die da viel mit dazu schreiben, auch viel von sich erzählen. Aber die Mehrheit tut es einfach nicht. Und nur weil man das Gefühl hat, jemanden besonders gut zu kennen, ist das halt...
01:35:43 teilweise auch einfach eine ziemlich tolle Einbahnstraße, insbesondere beim Streaming. Also ich will jetzt auch nicht, dass du dann am Ende in deinen Chat kommst und der Chat sagt, aber die haben gesagt, wir sind jetzt Freunde. Aber da schreibt doch jemand gerade, Bühler81, so, kein Follower ist ein echter Freund. Also es ist jetzt nicht so, dass du nur Gegenwind bekommst. Also ich würde sagen, es gibt auch Follower bei mir, die sind Freunde bei mir, aber das ist jetzt schon eher so, dass die das irgendwann mitbekommen haben und dann mal gefollert sind. Aber
01:36:13 Grundsätzlich ist das schon sehr richtig. Ja, 100 Prozent. Und es ist auch wichtig, da die Grenze zu behalten. Also da bin ich auch sehr vorsichtig, würde ich sagen. Ich erzähle gerne von mir, aber es ist so, es ist immer noch dieses Streamer-Chat-Ding, was man nicht vergessen sollte. Ja, du würdest ja auch wahrscheinlich jetzt nicht alles im Chat...
01:36:35 brühwarm erzählen. Also dir passiert irgendwas und dann sagst du nicht wie bei einem Freund oder der besten Freundin, ey, guck mal, das und das und so habe ich mich dann gefühlt, sondern man versucht es ja schon so ein bisschen entemotionalisiert dann auch zu erzählen zum Teil, wenn das einen so ein bisschen mehr auffühlt. Also man ist ja dann nicht, dass man sagt, okay, so und so und jetzt hier habt ihr mein, keine Ahnung, komplettes Beziehungs-Dating-Leben. Alles ist offen. Das ist ja dann in der Regel auch nicht der Fall, dass man das macht.
01:37:03 Aber lasst uns doch mal... Oh, nee, Entschuldige, erzähl, gerne, ich bin gespannt. Nee, ich wollte auch nicht unterbrechen. Ich muss sagen, ich behandle wirklich Themen sehr offen, aber gerade sowas, keine Ahnung, Beziehungsding ist ein Ding, wo ich sage, okay, ihr bekommt das halt teilweise mit, ich will euch das in meinem Leben erzählen. Nicht alles obvious, aber zum Teil. Aber das ist dann, keine Ahnung...
01:37:24 Wenn sich da was ändert, ist eher so ein Ding von, okay, ich habe das Gefühl, ich muss euch das jetzt kurz sagen, damit einmal hier Schlustrich gezogen ist. Aber klar gibt es da Grenzen. Absolut. Und das ist auch vollkommen legitim, wenn man da Grenzen hat. Aber das muss man natürlich auch erst mit der Zeit lernen, eben genau diese Grenzen zu ziehen oder für sich zu setzen. Weil manchmal macht man sich gar keine Gedanken, wo man die setzen möchte und sammelt dann erst so Erfahrungen und sagt irgendwann, ey, warte mal, das war mir gerade irgendwie zu viel. Aber das kommt alles nach und nach. Und du hast dich ja für den
01:37:54 Weg Social Media entschieden. Und Social Media ist ja eine relativ neue Art der Kommunikation. Und auch darüber können Freundschaften gepflegt werden. Ich meine, wir haben es ja gerade schon geklärt, Streamer nicht gleich Freund. Aber als Mensch, wenn du Social Media benutzt, kannst du darüber ja auch im Kontakt sein mit deinen Freunden. Jetzt ist natürlich die Frage, ist das Ganze Fluch oder ist das Ganze Segen?
01:38:19 Arte hat in einer Kids-Sendung Der Wert der Freundschaft einen Clip dazu, beziehungsweise wir haben einen kleinen Ausschnitt davon und da würde ich gerne einmal zusammen mit euch reinschauen, dann das Ganze von Europa einordnen lassen und du, Felika, beziehungsweise du kannst mir auch gerne nochmal sagen, was du denn davon hältst.
01:38:37 Ich würde gerne mit dem Mythos aufräumen, dass Kinder durch Smartphone-Nutzung einsamer werden. Der häufigste Satz in deutschen Familien heute heißt, leg das Ding weg. Und alle wissen, was damit gemeint ist, nämlich das Handy. Und Eltern haben immer das Gefühl, dass sozusagen diese digitalen Kontakte, die digitalen Freundschaften nicht das Echte sind und nicht das Wahre und dass die Kinder eigentlich vereinsamen.
01:39:00 Ist eine reale Freundschaft weniger real, nur weil wir uns schreiben? Ist sie weniger real, nur weil wir das auf WhatsApp machen oder auf Instagram? Ich habe da immer große Zweifel. Das ist nach meinem Dafürhalten ein elterlicher, misstrauischer Blick, der auch überfordert ist, oft mit dem Medium. Und Eltern können sich nicht vorstellen, dass es auch per WhatsApp gelingt, intensive Freundschaften zu finden.
01:39:22 Wie war das denn bei dir? Ich meine, du bist ja noch mal ein bisschen jünger. Das bedeutet, du bist da vielleicht auch noch mal so ein bisschen mehr betroffen von. Also als ich in der Schule war, es gab noch kein WhatsApp zum Beispiel. Es gab auch noch kein Instagram. Wie ist das bei dir gewesen? Hast du das aktiv genutzt, um Freundschaften aus der Schulzeit zu pflegen?
01:39:41 Boah, okay, also ich muss sagen, ich bin unglaublich schlecht in Kontakt halten. Also für mich ist es so, okay, lass uns den Discord-Call setzen, aber lass uns nicht dieses hin- und herschreiben, dieses oberflächliche, ey, wie geht's dir, was machst du gerade? Keine Ahnung, ich hasse das, ich finde das ganz schlimm. Finde ich auch, bin ich sehr schlecht drin mit Family sogar. Es ist so, telefonieren, aber bitte nicht dieses hin- und herschreiben. Aber ich finde, über das Telefonieren kannst du schon...
01:40:08 einen sehr close Kontakt halten. Habe ich aber nicht gemacht mit Schulfreunden. Aber ich glaube, das war so ein gegenseitiges Ding. Ich habe eine Person, mit der man sich so ab und zu noch austauscht, aber keine Ahnung, das ist jetzt auch keine diepe Freundschaft oder so. Sondern das ist nur so ein Ding von wegen, ey, kurz abchecken, alles klar und dann weitermachen mit dem Leben. Also ich habe es nicht wirklich gemacht.
01:40:33 Aber ich glaube, es ist einfach ein Ding gewesen von, man hat sich sowieso auseinandergelebt und man fühlt einfach jetzt super unterschiedliche Leben. Also ja. Okay, danke dir. Dann lass uns das nochmal zu Ende schauen und dann würde ich nicht was dazu fragen, Ruber.
Digitale Kommunikation und echte Freundschaft
01:40:4801:40:48 Manchmal sogar noch viel intensiver, weil es viele kleine Nachrichten über den ganzen Tag verteilt sind und darüber ja zum Beispiel einen Tag und das, was man erlebt, viel intensiver und schneller geteilt ist. Es gibt einen Unterschied zwischen Followern und Freunden, weil ich mit Freunden sehr viel kommuniziere und das Personen sind, die ich sehen kann, während ich mit Followern nicht unbedingt jeden Tag kommuniziere. Außerdem kann ich sie nicht alle physisch sehen.
01:41:16 Ich kann nicht alle physisch sehen.
01:41:29 Also wesentlich weiter vorne kurz darüber geredet. Magst du das vielleicht nochmal für uns einordnen? Das hat man ja schon so ein bisschen gesagt, aber ich finde, ich würde es auf keinen Fall verteufeln, weil wie auch die Mädels jetzt gerade im Video schon gesagt haben, es ist eine unglaublich gute Chance, beziehungsweise es stellt eine unglaublich gute Chance dar, mit Menschen in Kontakt zu treten oder in Kontakt zu bleiben, ohne dass man jetzt unbedingt vor Ort sein muss. Oder wenn jetzt darum geht, hey, die Freunde sind jetzt irgendwie weggezogen. Oder manchmal entsteht...
01:41:58 ja auch eine Form von Bindung oder so eine Verbundenheit über diese kleinen Nachrichten. So was machst du oder man schickt ein Bild von seinem schönen Kaffee oder so, was man gemacht hat mit cooler Latteart oder so. Also es sind alles so, man braucht nicht immer nur diese diepen, diepen Gespräche, um Verbundenheit zu spüren, um diese Bindungen aufzubauen, sondern auch manchmal diese leichten Dinge. Über diese Dinge kann man sehr gut, sage ich mal, die Bindung aufbauen.
01:42:24 Und es ist wiederum, es ist wieder dasselbe so, wie nutzt man das? Wie nutzt man jetzt diese ganzen Messenger-Apps? Wie nutzt man Social Media? Es ist so dieses passive Konsumieren von ich.
01:42:36 schau mir, ich konsumiere nur Videos, Fotos und so weiter, doomscrolle sozusagen durch die Gegend oder nutze ich das wirklich aktiv und kommuniziere mit meinen Mitmenschen. Und wenn es diese aktive Form ist, dann kann es wunderbar die Einsamkeit reduzieren. Wenn es mehr diese passive Form ist und sehr exzessiv gemacht wird, dann kann es auch die Einsamkeit erhöhen.
01:42:58 Deswegen muss man selbst ein bisschen entscheiden, will man es als Fluch in seinem Leben haben oder als Segen. Es gibt verschiedene Phasen. Ich kenne es auch von mir, dass ich das ständig rumscrolle und dann am Ende ist mein Gehirn total fertig. Wie ist das bei dir, Julie? Wenn du jetzt so ein bisschen scrollst, bist du dann jemand, der das eher aktiv oder passiv nutzt in Social Media? Ich meine, bedingt durch deinen Job nutzt du es zum gewissen Teil natürlich.
01:43:27 sehr aktiv, aber was ist, wenn du sagst, okay, alle To-Dos abgehakt und du bist trotzdem noch auf Social Media, ist es dann eher aktiv oder passiv? Nee, wenn ich wirklich so, wenn ich meine Sachen erledigt habe, dann ist es, glaube ich, eher so ein passives Ding und eher so ein, okay, es läuft gerade nebenbei und du machst aber noch das und das und es ist einfach da, aber es hat nicht wirklich einen Effekt.
01:43:56 schon sehr viel passiv auch, wenn es die Zeit halt zulässt. 100 Prozent. Und eine interessante Sache, die ich auch vielleicht nochmal hinzufügen kann, in der Wissenschaft wird auch so ein bisschen diskutiert, kommt diese exzessives Handy-Konsumieren, Internet-Konsum davon, dass Menschen einsam sind und dann, sag ich mal, mehr konsumieren? Oder
01:44:18 entsteht die Einsamkeit durch das exzessive Konsumieren und Nutzen. Und da ist man sich noch nicht so einig und man weiß es nicht, das ist wieder so ein bisschen dieses Henne-Ei-Problem, so was man hat. Aber man kann es ja für sich selbst nutzen und sich fragen, hey, bin ich jetzt gerade einsam und es ist unangenehm und möchte ich gerade dieses unangenehme Gefühl, sage ich mal, vermeiden und vielleicht etwas füllen, was ich vermisse?
01:44:41 Oder ist es jetzt gerade einfach nur, weil ich mal Pause brauche und einfach mal wirklich passiv konsumieren möchte? Also das kann man vielleicht selbst ein bisschen bei sich kritisch hinterfragen. Finde ich tatsächlich einen schönen Denkanstoß, den du uns da gelassen hast. Felika, beziehungsweise Juli, es tut mir leid, ich springe immer hin und her zwischen deinen Namen. Alles gut, gar kein Problem. Hast du da irgendwie einen...
01:45:06 Meinung zu? Also hast du sagst, das ist die Henne, das ist das Ei oder ist das bei dir, dass du sagst, noch gar nicht so Gedanken drüber gemacht?
01:45:15 Ich glaube, ich habe mir eigentlich noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht. Aber jetzt, wo ihr das so anspricht, ist es glaube ich so, du kannst dich nicht für eins entscheiden. Es ist mal so, mal so. Also ich kann mir schon vorstellen, dass ich mich, ich habe sehr viel Handyzeit, sehr, sehr viel Handyzeit. Und ich glaube, dass es auch sehr viel bedingt ist, dadurch, dass ich meine Leute einfach nicht hier habe und mich so ein bisschen darin verkrieche. Aber ich glaube, es kann auch einfach beides sein. Vielleicht bin ich auch zu sehr fokussiert darauf.
01:45:44 und red mir ein, einsam zu sein und das reitet mich dann nur noch mehr rein, obwohl ich denke, es hilft mir. Ich glaube, es kann wirklich... ist ein schwieriger Ansatz. Ich glaube, man kann vieles eigentlich... keine Ahnung, vielleicht könnte ich auch eher, statt auf TikTok rumzuscrollen, mit einem Kumpel telefonieren oder so. Vielleicht wäre das das Ding. Und man ist aber dann zu sehr drin und denkt, das hilft einem gerade. Es ist wirklich schwierig, auch wenn ich jetzt irgendwie so...
01:46:10 emotionale Momente habe, ist es glaube ich viel wichtiger zu überlegen, hey okay, mit wem will ich gerade drüber reden, als sich irgendwie ein Video anzumachen, was einen ablenkt. Ich glaube, sowas ist auch ein Ding, was man viel zu oft macht und wirklich dann diese Sachen in sich hineinfrisst und sich dadurch so ein bisschen einsam fühlt, wenn man denkt, man wäre jetzt alleine damit, aber eigentlich hat man Leute, die für einen da wären. Also es ist wirklich schwierig. Aber ich würde trotzdem nicht sagen, dass es all in all ein Fluch ist. Auf gar keinen Fall.
01:46:39 Ich glaube, man muss sich das einfach nur so ein bisschen bewusster machen, wie und wann man das nutzt. Ich habe gerade so einen Gedanken zu dem, was du gerade beschrieben hast. Du könntest ja eigentlich mit einem Kumpel oder so telefonieren und vielleicht kommt da auch so ein Gedanke rein von, ich weiß nicht, ob du das kennst oder ob das vielleicht andere auch kennen. Hat er überhaupt Zeit? Will er überhaupt mit mir reden? Störe ich?
01:47:04 Sowas kommt bei mir schnell auf, wenn ich jetzt mal überlege, ich könnte mal mit meiner Freundin telefonieren, die ich schon länger nicht mehr gesehen habe. Dann setzen so automatische Gedanken ganz häufig ein und es ist unangenehm, sich damit auseinanderzusetzen. Da werde ich auch mal ganz, ganz schnell unsicher, muss ich sagen.
01:47:22 Ich habe dann auch so, das haben auch ganz viele andere Menschen, so einen Lerneffekt manchmal, so einen falschen Lerneffekt, dass wenn ich mich dann da zurückziehe und mich damit nicht befasse und sage ich mal einfach mal Social Media, Instagram oder sowas, irgendwas anschmeiße und sage, ich rufe jetzt doch nicht an und ich mache was anderes, dann lässt dieses unangenehme Gefühl natürlich nach erstmal. Und das ist das, wo wir Menschen ganz so einen schnellen Lerneffekt haben, so, das war jetzt super unangenehm, ich habe mich jetzt gerade mit meiner Einsamkeit vielleicht auch...
01:47:52 und war gerade dabei, in diese Handlung reinzukommen. Es war unangenehm, ich gehe raus, mir geht es besser und vielleicht soll ich das öfter machen. Eigentlich total blöd, aber so kommt man ganz häufig in diese Einsamkeitsspirale und es wird dann immer schwerer und schwerer, diesen ersten Schritt zu machen.
FOMO und soziale Medien
01:48:1301:48:13 Ja, also ich kann das 100 Prozent verstehen mit diesem, ey, störe ich gerade. Ich glaube, das hatte ich sogar bei meinen Eltern, obwohl sie mir nie einen Grund dafür gegeben haben. Was ja immer so, ja, kein Bock, dass ich euch jetzt so damit belaste, so. Wegen vielleicht irgendwas Unnötigem, was irgendwer mal zu mir gesagt hat oder sowas. Und das macht einen traurig. Und man braucht einfach nur eine Person, die sagt, ey, hör nicht auf dir. Und ich glaube, ich habe sehr viele Freunde, die mir, glaube ich, immer wieder sagen, ey, du kannst immer zu mir kommen.
01:48:40 Ich glaube, dass diese Kommunikation super wichtig ist, um sowas zu vermeiden. Weil ich glaube, momentan habe ich nicht das Gefühl, dass ich nicht zu Leuten gehen kann, weil sie mir immer das Gefühl geben, dass sie für mich da sind und dass sie sich gerne Zeit dafür nehmen.
01:48:53 Das ist richtig schön, dass du solche Leute hast, die dir genau dieses Gefühl geben. Ja, wirklich. Ich meine, die geben dir das Gefühl, es ist trotzdem manchmal so, dadurch, dass die vielleicht auch einfach ein bisschen weiter weg sind, dass du FOMO hast, dass du eben nicht genug aus deren Leben mitkriegst oder nicht genug an deren Leben teilhaben kannst. Oder ist FOMO für dich so gar kein Thema? Also warte, vielleicht, bevor du das beantwortest, einmal ganz kurz für alle, die nicht wissen, was FOMO ist. Ober, kannst du einmal ganz kurz sagen, was FOMO ist? Ja, das ist Fear of Missing Out. Also es ist so ein...
01:49:22 eine Abkürzung vom englischen Satz sozusagen. Das ist einfach nur definiert so, ich habe Angst, ständig irgendwas zu verpassen, weil ich, weiß ich nicht, auf Social Media ständig irgendwie sehe, wie viel Spaß andere Leute haben und man dann sich selbst denkt, boah, ich habe eigentlich nicht...
01:49:39 so den Spaß und ich vermisse, also beziehungsweise ich verpasse das. Oder man sieht irgendwie, wenn man, sage ich mal, eine Freundesgruppe hat, auch vor Ort hat und die haben sich irgendwie getroffen und dann sieht man so ein Bild, wie die irgendwie essen waren oder so oder irgendwie auf der Couch gechillt haben. Hä, wie, ich war nicht dabei. Und dann kommt dieses ganz große FOMO-Gefühl in einem auf, so, ich habe da was verpasst. Das ist unangenehm.
01:50:03 Danke fürs Erkennen. Ich glaube, das konnte man gerade so ein bisschen nachempfinden. Ich glaube, jeder chatte auch gerne mal eine Eins rein, wenn ihr es schon mal gefühlt habt, kennt dieses Gefühl von FOMO. Juli, wie ist das bei dir? Also hast du das manchmal oder gibt es das bei dir gar nicht? Ich meine, du bist ja auch eher untypisch. Du sagst, ich telefoniere lieber. Ich finde Schreiben irgendwie nervig. Ich telefoniere lieber. Deswegen die Frage, FOMO, Thema bei dir oder kein Thema?
01:50:27 Also ich glaube, das ist generell im Social-Media-Bereich ein Riesenthema. Also es ist, glaube ich, in unserer Freundesgruppe immer so ein Ding von, ey, jo, gehen wir zu der Messe, vielleicht passiert da was Cooles und ich habe keinen Bock, das zu verpassen. Und dann ist es so ein, okay, wenn du hingehst, gehe ich auch mit, weil vielleicht wird es cool. Ich glaube, es ist nicht so ein Ding von, ich sehe Freund X und Y machen was miteinander und ich will nicht, dass die was ohne mich machen, das gar nicht.
01:50:53 Ich freue mich, wenn mein Freundeskreis untereinander genauso close ist wie wir halt. Es ist eher so ein Ding von, hey, vielleicht passiert was Cooles, wo ich vielleicht auch gerne Teil von wäre. Auch Richtung, ich würde gerne mehr mit Leuten unternehmen. Ich glaube sowas, aber nicht so ein Eifersuchtsding. Aber wirklich gerade dieses, was Messen angeht, haben wir in unserer Freundesgruppe sehr viel dieses, okay, wir müssen eigentlich hingehen. Vielleicht ist irgendwas Cooles da. Vielleicht passiert irgendwas Geiles. Und dann nicht da gewesen zu sein, wäre schade.
01:51:22 Also das ist auf jeden Fall ein Ding. Es ist ein super schwieriges Thema. Also auch, glaube ich, ein Riesenthema bei fast allen Personen. Ich kenne wenig Personen, die keine FOMO haben. Und ich glaube, dass es immer ganz wichtig ist, wenn man dieses Problem hat, zum Beispiel, dass meine Freunde was zusammen machen, dass man darüber redet. Also ich finde auch, dass man sich immer wieder in den Kopf rufen muss, dass...
01:51:47 Freunde untereinander was unternehmen können, ohne dich zu fragen und dass es nicht ein Ding ist von wegen, ey jo, wir hassen dich jetzt. Weil ich glaube, das ist ein Ding, wo viele drüber nachdenken und sich dann direkt denken, scheiße, die mögen mich weniger als den anderen. Und das habe ich zum Beispiel nicht, zum Glück. Ich glaube, das ist was, was man kommunizieren muss, falls man das hat, da offen drüber reden muss, dass so Sachen fein sind, aber ja, also nicht diese Art von FOMO auf jeden Fall.
01:52:17 Was ist jetzt, wenn du sagst, irgendjemand hat extrem viel FOMO, was würdest du Juli dieser Person raten? Also hast du irgendwas, wo du sagst, okay, das hilft mir immer ein bisschen besser mit FOMO umzugehen?
01:52:30 Ich glaube, es ist wirklich vielen ein Ding von, hey, lass uns mit irgendeiner Person drüber reden. Also einfach mal offen, okay, warum hast du das jetzt gerade? Was denkst du, wird denn passieren, dass du dich jetzt da hinswängen musst zu der und der Messe oder so? Also wirklich mal so jemand, der dir sagt, hey, okay, jetzt denk mal klar drüber nach. Warum willst du eigentlich da hin? Hast du Bock da drauf? Willst du nur da hin, weil du denkst, dein Freund geht da hin oder sowas? Ich glaube, dass Reden einfach ein super wichtiger Teil ist.
01:52:58 Was ich auch noch lernen muss, dass ich einfach über meine Gefühle rede, was ich gerade denke. Und ich glaube, das ist halt einfach wirklich der größte Teil, der einem so helfen kann, dass dir irgendein Freund aber sagt, okay, hör jetzt mal zu, denk da mal klar drüber nach, was sind deine Gefühle. Oba, kannst du denn noch irgendwas ergänzen?
01:53:17 Ich finde es erstmal total ein valides Gefühl. Also dass man traurig ist darüber, dass man vielleicht nicht dabei war oder was verpasst hat. Oder diese Angst auch ausgeschlossen zu sein irgendwo. Das ist sehr, sehr, sehr, sehr menschlich und ich glaube, das kennt einfach jeder.
01:53:33 falsch in dem Moment zu sagen, ich darf nicht so fühlen oder das sollte ich nicht fühlen, sondern das vielleicht einfach mal anzuerkennen und sagen, ja, ich bin traurig darüber. Und das macht Gefühle immer ein bisschen mehr managebar, als wenn man die dann wegschieben möchte und unterdrücken möchte. Und man denkt eigentlich anders. Man denkt meistens, wenn man die zulässt und sich mal die anschaut und da sein lässt, dann werden die größer und ich kann die dann gar nicht mehr irgendwie in Schach halten. Und dann auch, wie du schon gesagt hast, darüber reden. Vielleicht mal ansprechen das nächste Mal. Hey, ihr wart irgendwie da.
01:54:03 zusammen und warum habt ihr nicht Bescheid gegeben und so. Also ich glaube, da kommen die meiste Zeit kommen dann immer die wirklich eine ganz simple Erklärung so, hey, wir haben uns irgendwie auf der Straße getroffen und dann haben wir irgendwie noch gesagt, ah, die ist jetzt auch noch da in der Gegend und dann sind wir irgendwie spontan essen gegangen oder so. Und das sind manchmal so ganz, ganz simple Sachen, aber man hat im Kopf dann so voll die Katastrophenszenarien schon sich überlegt und dann ist das schon, sag ich mal, aus der Welt geschafft. Ich finde aber auch,
01:54:32 Und das habe ich, glaube ich, heute auch zu wenig gesagt oder gar nicht gesagt. Ich finde, Einsamkeit ist nicht immer nur ein individuelles Thema. Ich finde, wenn man, sage ich mal, als Freundesgruppe sowas postet oder so, dann kann man vielleicht auch von der anderen Seite, sage ich mal, sensibel sein und sagen, hey, ja, Juli, du warst nicht dabei. Weißt du, wir haben uns da einfach spontan getroffen. Also, dass man vielleicht auch auf dich zugeht und sagt, hey, nicht, dass du dich ausgeschlossen fühlst. Ich finde, wir leben nun mal in einer Gesellschaft, die auf sich gegenseitig auch irgendwo auf...
01:55:01 passen sollte oder wir sind auch irgendwo für andere Menschen, sage ich mal, emotional auch so ein bisschen verantwortlich, natürlich nicht zu 100 Prozent und das ist auch okay, aber dieses gegenseitige
01:55:12 Diese Fürsorge, diese gegenseitige, dieses einfach dieses Aufpassen gegenseitig, das wird schon so, so, so viel bewegen und so viel machen. Und ich finde es immer schade, wenn man sagt, wenn jemand einsam ist, du musst auf die Person zugehen oder du alleine musst alles machen. Aber es wäre auch schon eine viel bessere Welt, wenn wir die Menschen einfach mal auf der Straße anlächeln würden, hier und da mal ein Kompliment fallen würde oder einfach mal, weiß ich nicht, an der Kasse irgendwie so einen süßen Smalltalk oder so macht. Dann, das macht schon voll viel aus, als wenn mir jemand...
01:55:42 ein kompliment macht mein ganzer tag ist irgendwie also ich bin dann hier oben irgendwo unterwegs ich finde komplimente ist man so krass nicht gewohnt dass man gar nicht weiß wie man damit umgehen soll wenn man die bekommt das ist so hey sagst du es gerade zu mir so einfach so wie krass ich check das 100 prozent ich habe einfach das generell reden ein super wichtiger punkt ist und wir uns alle noch mehr
01:56:08 in den Kopf rufen sollten, wie wichtig das eigentlich ist. Und ich habe das so lange in meinem Leben nicht gemacht und ich habe jedes Mal dafür auf die Fresse bekommen. Und deswegen ist es wirklich ein Ding, wo man viel öfter denken muss, okay, es steht gerade irgendwas im Raum, lass uns einfach das ansprechen. Ja, richtig. Ich hoffe,
01:56:24 Das nehmen alle so ein bisschen mit. Ich finde auch schön, dass du gerade einfach gesagt hast, lass uns das einfach ansprechen. Es ist meistens halt super schwer. Ich meine, das glaube ich, kennt jeder, dass man sagt, okay, ja, ich habe das in meinem Kopf und irgendwie, es belastet mich. Aber das Ansprechen ist dann natürlich irgendwie gar nicht so einfach. Was wir aber gleich machen können, und da kannst du uns Input liefern, ist mit Dirty Devil reden. Möchtest du ihm von uns, dass wir ihm ein Kompliment überbringen von dir? Oder eine Frage stellen oder so. Oder Frage. Boah.
Dirty Devil: Einsamkeit als Ressource
01:56:5301:56:53 Das ist nämlich unser nächster Gast. Du kennst ihn ja, soweit wir wissen. Dementsprechend gibt es irgendwas, was du ihm mit auf den Weg geben möchtest. Wir können auch erstmal, weil er hat beschaut wahrscheinlich rein. Sonst hätte ich sagen können, willst du, kannst raten. Also erstmal möchte ich mich dafür entschuldigen, dass er wegen mir in WoW gestorben ist. Aber ich habe Dirty Devil kennengelernt und er ist eine unglaublich...
01:57:21 wirklich ein unglaublicher Herzensmensch. Und jedes Mal, wenn ich zusammen mit ihm WoW gespielt habe, war es so ein Ding von, ey, es ist so eine geile Stimmung, er ist happy, er bringt diese Happiness einfach mit und du ziehst da so mit. Und das ist wunderschön, ich liebe das. Es hat mich sehr gefreut, dass ich ihn kennenlernen durfte in WoW.
01:57:41 Okay, dann richten wir ihm genau das aus, liebe Juli. Vielen lieben Dank dir, das sagen wir ihm. Wir entschuldigen uns in deinem Namen und dann sagen wir ihm, dass du dankbar bist, dass du ihn kennenzulernen hast für den WoW, oder? Okay, dann machen wir das sehr, sehr gerne. Chat, ihr habt noch eine Mission, da hinten ist ein Herz, das noch nicht leuchtet. Und wer schon ein bisschen länger im Chat ist, weiß, ein paar Herzen im Chat helfen dabei, das Ganze zu machen.
01:58:08 und das Ganze zum Leuchten zu bringen. Liebe Juli, tausend Dank, dass du unser Gast warst. Du warst ein großartiger Gast. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit mir, mit dir, mit mir. Was ist? Wo kam das her? Es tut mir leid. Natürlich mit dir. Mit dir auch, ja.
01:58:25 Nein, nein, nein. Streichel das nicht noch. So geht das nicht. Nein, aber schön, dass du da warst. Ich wünsche dir noch einen wundervollen Abend und dann beim nächsten Mal auch viel Spaß mit Dirty Devil in WoW. Vielen Dank fürs da sein. Danke für euch. Danke für alles. Tschüss, Chat. Tschüss.
01:58:43 Es leuchtet auch noch ganz wundervoll. Es ist total schön, wie ihr mitmacht, Chad. Danke dafür. Ich lese auch immer nebenbei so ein bisschen mit, was ihr so schreibt. Also es ist schön, dass ihr euch da auch so untereinander austauscht, eure Meinungen kundtut, auch wenn ich frage, wie sieht es bei euch aus, dass ihr dann da was dazu schreibt. Also ich lese das. Ich kann es nur nicht immer, beziehungsweise wir können es nicht immer zu 100 Prozent einpinden. Aber denken bloß nicht, wir würden es nicht mitbekommen. Also danke euch dafür. Siehst du, ein extra Kompliment.
01:59:13 Das ist doch schön. Das freut mich sehr. Ich liebe es, dass da einfach mal ein extra Kompliment an dich gemacht wird. Dankeschön. Sehr schön. Also alle Themen eigentlich, die wir haben, sind so Herzensthemen von mir. Ich kann gar nicht sagen, welches Thema mir wichtiger ist oder weniger wichtig ist, weil das ist auch...
01:59:36 Das sind auch sehr wichtige Themen, alle, die wir hier besprechen. Ja, ich glaube, Mental Health ist grundsätzlich unfassbar wichtig. Jeder fühlt ja irgendwas. Jeder kennt irgendwie sowas wie Ängste. Auch Einsamkeit kennt jeder, ob man möchte oder nicht. Diese Gefühle sind einfach da und die kannst du ja auch nicht abschalten. Und dafür haben wir dich insbesondere hier, um darüber zu reden, wie man das einordnen kann, was man dafür tun kann, um das ein bisschen besser zu regulieren.
02:00:05 beziehungsweise was heißt regulieren, aber zu erkennen vielleicht einfach und dann eben Tipps, wie man damit umgehen kann. Das ist sehr, sehr schön, sehr, sehr wichtig und sehr, sehr richtig. Und wenn ihr noch irgendwelche Fragen habt, Oroba ist hier. Oroba beantwortet unfassbar gerne eure Fragen. Genau. Jedes Mal, wenn ich in den Chat schaue, sehe ich auch mindestens eine Nachricht von Baso und ich finde es großartig. Ja, ich finde es so süß und nett, dass sie immer noch dabei ist. Also vielen Dank Baso, dass du noch zuschaust.
02:00:34 Absolut. Du bist bis dato unsere, das kann ich ganz ehrlich so sagen, aktivste Gästin jemals in einer Soul Talk Folge. Das möchte ich hier einmal kurz sagen und das finde ich sehr, sehr positiv.
02:00:48 Guck mal, das ist auch nochmal ein Kompliment von Svenny. Vielen lieben Dank Svenny dafür. Er schreibt nämlich, ich hoffe, das bist du dieses Bild und deswegen kann ich er sagen. Euer Format ist für mich die Entdeckung der letzten Monate. Toll, dass ihr das macht. Das freut mich, kann man das in dem Kontext sagen? Ich glaube, es freut mich, dass du das Format gut findest, aber ich weiß nicht, ob ich das so gut finde. Ach so, ich habe das falsch gedacht. Oh nein, es tut mir leid. Was meinst du?
02:01:17 Ich habe gedacht, er hat erkannt, dass er einsam ist, aber Gott sei Dank nicht. Er findet einfach das Format gut. Ja, ja, genau. Perfekt. Ich weiß nicht, was ich da rein interpretiert habe, aber es war zu viel. Ach, der Chat ist auch so lieb heute. Ja.
02:01:33 cool. Also die Antworten sich auch gegenseitig und so, das finde ich, ach, das ist ja unser Ziel, dass wir so ein Safe Space sozusagen für euch machen wollen, wo ihr euch austauschen könnt. Frage Chat, gibt es ein Thema, wo ihr sagt, das würden wir unfassbar gerne mal als Mental Health Thema behandelt haben? Weil klar, Einsamkeit, wir sind definitiv nicht die Ersten, die darüber reden. Wir werden auch nicht die Letzten sein. Das ist ein sehr relevantes Thema. Das ist super wichtig. Aber gibt es irgendwas, wo ihr sagt, ey, das ist ein Mental Health Thema, ein psychologisches Thema.
02:02:03 Da würde ich mir irgendwie doch nochmal ein bisschen mehr Input zu wünschen oder auch mal eine Anlaufstelle, wo ich dazu Fragen stellen kann. Denn genau das wäre dann ja unser Format. Da ist jetzt auch gerade eine Frage reingekommen. Ich habe die jetzt selbst noch nicht komplett gelesen, aber ich blende sie mal ein. Ich hatte vorhin mal geschrieben, dass mir nicht klar ist, ob ich zu viel online bin, weil ich allein bin oder ob ich allein bin, weil ich zu viel online bin.
02:02:28 Habe ich das jetzt richtig gelesen? Ich glaube schon. Okay. Ich frage mich gerade, ob es am Ende noch relevant ist, wenn ich das Problem irgendwann mal angehen will. Ja, ist wahrscheinlich schon relevant. Und die Frage kann dir wahrscheinlich niemand wirklich beantworten, außer du selbst. Ob du jetzt online bist, weil du...
02:02:49 allein bist oder einsam bist oder ob mehr diese Onlinezeit mehr in dieses Alleinsein und Einsamkeit reindrängt, sage ich mal. Das musst du selbst vielleicht mal kritisch beäugen und hinterfragen. Was ich aber vielleicht als Tipp mitgeben kann, ist, versuchst doch einfach mal aus, weniger online zu sein. Und guck mal, was passiert. Wie du diese Zeit gefüllt bekommst, ob es unangenehm ist und
02:03:16 Wenn es unangenehm wird, mal genau hinzuschauen, was ist denn jetzt unangenehm, nicht online zu sein? Mit was muss ich mich denn jetzt auseinandersetzen, wenn ich diese Ablenkung mit Videos, Streamen oder was auch immer online bei dir passiert, wenn ich das nicht habe? Und das wird nicht einfach sein. Ich will nicht sagen, dass das einfach ist, aber es wird sich lohnen.
02:03:40 Es wird sich definitiv lohnen, wenn du dann näher hinschaust. Und vielleicht setzt du dir mal ein Ziel von, hey, schau dir mal deine Bildschirmzeit an, so über alle Geräte hinweg so und sagst dir, hey, ich möchte vielleicht zwei oder dreimal in der Woche es schaffen, wirklich die Hälfte der Zeit online zu sein und dann irgendwie was zu unternehmen oder so. Oder vielleicht auch erstmal nicht unternehmen und gucken, was passiert. Ich hoffe.
02:04:06 Das beantwortet die Frage. Ich glaube, das beantwortet die Frage. Ich habe währenddessen auch schon ein paar neue Sachen mit reingepackt. Und zwar sowas wie das von Pandora Light, die Angst nicht genügend.
02:04:20 Vor anderen wäre, glaube ich, ein tolles Thema. Ich weiß nicht, wie das Fach psychologisch heißen würde. Also kannst du dir was darunter vorstellen, was damit du meintest? Die Angst nicht zu genügen. Das könnte so ein Selbstwertthema vielleicht sein. Selbstwertthema. Oder aber auch vielleicht so in Richtung soziale Ängste. Ich habe Angst, andere anzusprechen. Angst, sage ich mal, in einer Gruppe was zu sagen, weil ich irgendwie, keine Ahnung, falsch liegen könnte. Oder, sage ich mal, wie drüber kommt.
02:04:49 könnte dass das sind das sind schon also das ist ein thema was vielleicht so an viele dinge sag ich mal
02:04:57 Ja, also in viele Bereiche reingehen. Aber definitiv Selbstwert, Selbstvertrauen vielleicht auch, Selbstwert und auch so diesen sozialen Bereich und soziale Ängste abdeckt. Spannend, dass das Thema von Gabel, deswegen habe ich es auch gerade hier mit reingeworfen, direkt dazu passt. Denn Gabel schreibt, gab es schon mal einen Tag, wenn man gesund Selbstwert und Selbstbewusstsein aufbaut, um zum Beispiel auf Leute zugehen zu können. Hätten wir nicht über soziale Ängste mal gesprochen?
02:05:22 Wir haben zumindest mal innerhalb eines Streams darüber geredet. Aber ich glaube, Ängste war unser Oberthema und nicht explizit.
02:05:31 soziale Ängste. Aber ja, auch das könnte man tatsächlich machen. Falls ihr übrigens eine der älteren Folgen mal gucken wollt, gebt nicht mehr alle. Deswegen macht das bestenfalls schnell. Aber ja, Selbstwert und Selbstbewusstsein so ja noch nicht. Nee, genau. Das nicht. Das können wir mal mitnehmen. Aber da gibt es trotzdem immer so 20 Minuten Highlights zusammen auf YouTube. Die könnt ihr euch natürlich gerne einmal anschauen, wenn ihr wollt. Aber jetzt müssen wir.
02:05:57 zu unserem nächsten Gast kommen, denn für den haben wir noch eine ganz wundervolle Nachricht überbeinigt. Doch wir müssen und ich will natürlich auch diese Nachricht überbringen. Ich hoffe, ich kriege es noch zusammen. Aber unser nächster wundervoller Gast ist Dirty Devil, mein Lieber. Ich hoffe, dir geht es gut. Hallo. Hallo. Sag mal was. Oh, wir hören dich. Ja, wunderschönen Tag. Ach, Mensch. Der Ton ist wunderbar.
02:06:22 Felika aka Juli hatte recht, du hast wirklich eine sehr positive Aura. Allein die ersten Hört ihr mich war schon sehr positiv. Wir haben auch noch eine Nachricht für dich. Ich danke sehr. Wir haben auch noch eine Nachricht für dich von Felika aka Juli. Sie sagt, es tut mir leid, dass du wegen mir in WoW gestorben bist. Oh no, nein. Aber es hat sehr viel Spaß gemacht, mit dir in WoW zu spielen.
02:06:49 Ja, ich danke vielmals. Danke fürs Überbringen und natürlich auch danke an Felika, aber absolut ist alles entspannt. Okay, sehr gut. Ist ja schon kein Thema mehr. Ja, dann könnt ihr zukünftig vielleicht nochmal wieder zusammenspielen, oder? Ja, definitiv. Klar, Felika ist super. Ich mag Felika.
02:07:10 Perfekt, sehr gut. Dann haben wir hier unsere Säule an Nachrichten, die überbringen, erfüllt. Und dann wollen wir doch zurück zum Thema Einsamkeit, unserem Überthema heute kommen. Du sagst ja, ganz interessanter Take, Einsamkeit ist für mich nichts Schlimmes, sondern ich ziehe daraus Kraft. Magst du das vielleicht mal so ein bisschen erklären? Was tut dir an Einsamkeit gut?
02:07:40 Ich könnte jetzt natürlich auch immens ausholen, was Einsamkeit betrifft, aber ich sag mal für mich, Einsamkeit hat mir die Möglichkeit gegeben, mich mehr mit mir selber alleine zu befassen. Bedeutet, ich habe weniger die Eindrücke davon, was andere Leute von mir halten, was andere Leute über mich denken, was andere Leute gerne hätten, was ich tue und habe mehr die Möglichkeit,
02:08:07 für mich selber zu überlegen, was möchte ich sein, was tut mir gut, was macht mich glücklich, wo möchte ich hin? Also viel mehr ohne äußere Eindrücke kann ich halt mich selber finden. Das hat so das Thema Einsamkeit für mich halt gebracht. So wirklich dieses, ich beschäftige mich mal mit mir selber, ich sorge dafür, dass ich mit mir selber ins Reine komme, was natürlich jetzt nicht in fünf Minuten geht oder so. Aber es hat für mich halt ganz klar gezeigt, dass
02:08:36 ich halt erstmal für mich einen Standpunkt habe über mich und der ist jetzt erstmal nicht kaputt machbar von anderen Leuten, weil ich halt mein Häuschen gebaut habe für mich und da bin ich drin und wenn jemand ein netter Mensch ist, kann er gerne hereintreten und ich teile meinen Platz mit ihm, aber ansonsten ist es auch komplett ein schöner Platz für mich selber. Das ist so das grobe, wie ich halt Einsamkeit sehe.
02:09:03 Du hast so ein bisschen, sage ich mal, die Zeit genutzt, um dich besser kennenzulernen, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe. Ja, quasi. Genau das kann man halt sagen. So mehr mit einem selber befassen, was sind meine positiven Dinge, was sind meine negativen Aspekte. Also mir hat das auf jeden Fall die Möglichkeit gegeben, mich viel mehr damit zu befassen, wann ich mich selber anlüge. Und ich glaube, das machen ja viele Menschen. Man lügt sich ja gerne mal an. So dieses, hm, mache ich jetzt?
02:09:29 Kann ja alles sein. Mache ich jetzt Sport oder mache ich dies oder mache ich jenes? Und man als Mensch, man findet immer gerne Ausreden. Das ist halt einfach so. Man findet immer gerne alle möglichen Ausreden. Und diese innere Stimme, gerade durch die Einsamkeit, habe ich dann halt mal genutzt, um wirklich mal mehr über mich selber zu erfahren. Und mittlerweile, es hat nichts damit zu tun, dass man halt selbst verliebt ist, aber...
02:09:55 ich weiß zu schätzen, wie ich bin. Damit bin ich happy. Ich bin happy, wie ich bin. Ich verletze niemand anderen, ich stresse niemand anderen. Ich bin erst mal auf einem Punkt, wo ich sage, ich bin erst mal glücklich, ohne dass irgendwas groß passieren muss. Und das tut mir gut. Das klingt so ein bisschen so, als ob dich dann tatsächlich das eher so daran gehindert hat, diese ...
02:10:22 diese Art von Reflexion zu betreiben, wenn du mit anderen Menschen in Kontakt warst oder zu viel in Kontakt warst. Heißt das, du würdest auch sagen, Kontakt mit anderen Menschen, vielleicht auch falschen oder den falschen Menschen, zieht dir dann sehr viel Energie oder wie würdest du das beschreiben?
02:10:46 Also für mich, ich kann sagen, ich war eigentlich fast mein ganzes Leben ein Mensch. Ich wollte immer alles für andere Leute machen. Ich wollte für meine Partner immer alles machen. 24-7 wollte ich immer da sein, wann immer ich gebraucht werde. Das heißt, für mich persönlich war halt immer so dieses, ich möchte gerne nach außen hin immer für jemand da sein. Aber in der Zeit habe ich mich nie darum gekümmert oder auch nie damit beschäftigt. Was möchte ich eigentlich? Was tut mir gut? Was macht mich mal glücklich?
02:11:16 Und auch wenn es halt nur Kleinigkeiten sind. Aber ich habe tatsächlich immer nur gemacht, gemacht, gemacht und habe dann halt immer nur gemerkt, dass es zu wenig war. Es war halt immer zu wenig. Und jetzt, dadurch, dass ich einige Zeit der Einsamkeit für mich genutzt habe, kann ich selber entscheiden, wofür bin ich mir dankbar. Ich kann sagen, ich bin mir selber dankbar, wenn ich es mal schaffe, früh aufzustehen, um irgendwas zu erledigen.
02:11:44 Ich kann sagen, ich bin mir selber dankbar, wenn ich irgendetwas hinkriege, was mich ein klein bisschen weiter im Leben bringt. Oder ich sage mir sogar, ich bin dankbar, so doof wie es klingt, wenn ich einfach mal nett zu meinem Nachbarn bin. Wenn mein Nachbarn mir vorbeiläuft und ich frage ihn, wie es ihm geht. Ich brauche halt nicht mehr diese Bestätigung von außen. Sondern ich sage einfach selber, ich bin zufrieden, ich bin stolz darauf. Und das gibt mir dann halt Kraft, einfach so zu sein, wie ich sein möchte.
02:12:12 Finde ich voll spannend, wie du das so erklärst. Eine Frage stellt sich aber schon, ist das dann aber Einsamkeit, die du da beschreibst, die du als Energiequelle nutzt? Weil Einsamkeit ist ja...
02:12:35 schon eher was Negatives, sag ich mal. Also das, was du beschreibst, ist ja dieses Alleinsein, was ja was Positives sein kann. Und das hört sich bei dir richtig so an. Das ist so, du ziehst da Energie raus und du ziehst da für dich, sag ich mal, wertvolle Ressourcen raus, dass du dich selber für dich Zeit nimmst, für dich selbst da sein kannst. Und da stellst du mir die Frage, ist das überhaupt Einsamkeit, das, was du da beschreibst?
02:13:01 Der Anfang von dem Ganzen war halt Einsamkeit. Der Anfang, wo man sich selber hingesetzt hat und gefragt hat, ob man selber nicht genug ist, ob man selber nicht ausreicht, ob man selber vielleicht, es kann alles möglich sein, ob man selber zu hässlich ist, ob man selber zu langweilig ist, ob man selber zu unlustig ist.
02:13:20 Das alles sind natürlich Dinge, mit denen beschäftigt sich der eine oder andere in dieser Einsamkeit. Sei es, wenn der Partner jemanden wieder verlassen hat und man sich zum sechsten Mal fragt, warum bin ich es? Was ist da los? Und das ist dann natürlich dieses, ich habe natürlich dann die Möglichkeit zu sagen, ich falle in tiefste Trauer, was natürlich jeder sowieso immer erst mal tut. Aber dann habe ich natürlich auch die Möglichkeit zu sagen, hey.
02:13:45 Die Zeit bleibt nicht stehen. Ich hüpfe wieder in den Sattel, aber diesmal entscheide ich, wie bequem der Sattel ist. Und dann, das ist halt dann so, wo ich halt meinen Weg bestreite. Und ab dem Moment, wenn ich dann halt meinen Weg schon gedanklich pflaster für mich selber, den ich laufen möchte, kann ich auf diesem Weg dann halt schon ganz klar jemanden finden, der zu dem Weg passt. Oder ich gehe halt trotzdem gerne alleine diesen Weg. Das hat es halt für mich gebracht. Nur so dieses, ich habe gerne jemanden um mich.
02:14:13 Aber ich habe auch absolut gar kein Problem damit, alleine zu sein, weil ich die Zeit nicht verschwenden möchte. Wir sind limitiert. Wir alle Menschen sind ja limitiert mit unserer Zeit. Und ich möchte halt nicht in 10, 20, 30 Jahren sagen, ich habe x Jahre verschwendet, mit Dingen haben zu wollen, die ich halt einfach nicht habe. Das ist es. Ich finde es voll wertvoll, weil ich glaube,
02:14:37 Es ist ja nun mal so, dass jeder irgendwann mal eine Phase haben wird, wo er einsam sein wird. Also das ist, glaube ich, nicht vermeidbar. Und wie nutzt man diese Zeit? Also das kann man ja, sage ich mal in Anführungsstrichen, diese Ruhe irgendwo vor diesem, mir fällt jetzt gerade nur das englische Wort ein, aber dieses Outside Noise, also diese
02:15:02 Geräuschkulisse, die ja von außen eigentlich immer da ist, wenn man unter Menschen ist. Die ist zwar schön, glaube ich, aber die kann einen auch, sage ich mal, bei der Vermeidung von einigen inneren
02:15:14 Problemen, sage ich mal, hindern, dass man das überhaupt sieht. Und ja, das finde ich voll schön, dass du sagst, ja, okay, diese Einsamkeit war da und es war unangenehm, aber ich habe versucht, diese Zeit zu nutzen, um mich besser kennenzulernen. Dass ich das einfach, mein Leben für mich besser gestalte. Ich habe dazu auch noch was im Chat gefunden, wo ich dachte, das passt gerade ganz gut. Ich würde die Frage einfach mal weitergeben an dich. Okay, jede Frage, wie kommt man so in diese Gedanken? Also ich stelle mir das so vor, dass man sich jetzt
02:15:43 die Zeit nimmt, um aktiv darüber nachzudenken, was einen glücklich macht? Ich hoffe, das kommt richtig rüber, weil ich habe das Gefühl, mein Kopf tut das automatisch immer so verdrängen oder es kommen nur negative Gedanken auf. Also ich glaube, er fragt quasi, wie hast du es geschafft, aus dieser Einsamkeit, das ja doch was Negatives ist, dann etwas Positives für dich zu machen und das anzufangen?
02:16:11 zu nutzen, zu reflektieren und dann zu sagen, okay, ja eigentlich war es dann was Gutes. Also wie hast du das geschafft?
02:16:20 Also grundsätzlich für mich war eigentlich ausschlaggebend dieser Anfangsmoment, wenn man sich dazu entscheidet, es zu tun. Wenn man wirklich sagt, ich möchte das jetzt. Also das war nur für mich. Ich kann natürlich immer nur für mich sprechen. Und das war dann für mich zum Beispiel der erste Moment, wo ich dann irgendwann mal gesagt habe, ich ändere jetzt mal etwas drastisch und schaue, was passiert. Ganz großes Thema natürlich.
02:16:49 Wenn man jetzt zum Beispiel sagt, ich gehe jetzt mal den großen Schritt an und ich höre auf zu rauchen oder ich lasse Zucker weg oder es gibt ja alle möglichen Themen oder ich fange mit irgendwelchen Hobbys an. Und dann muss man eigentlich nur gucken, was macht mich in den Momenten glücklich. Und bei mir zum Beispiel, ich bin Gamer, mich hat immer glücklich gemacht, drei, vier, fünf Stunden zu zocken. Das war halt einfach so, das hat mich glücklich gemacht.
02:17:16 Und so in der Anfangszeit der Einsamkeit war das dann halt so ein, okay, was macht mich glücklich? Und dann habe ich erst mal so über diese kleinen Dinge nachgedacht. Mich macht es erst mal glücklich, wenn ich mich irgendwo hinsetzen kann, wenn ich mit Leuten quatschen kann beim Zocken oder wenn ich einfach nur für mich zocken kann.
02:17:33 ohne dass ich diesen Stress von einer Beziehung habe, ohne dass ich dieses, ich muss jetzt irgendeine Leistung erbringen habe oder, oder, oder. Und so fängt man dann halt auch mal an, die Kleinigkeiten im Leben als wertvoll zu betrachten. Und die Kleinigkeiten sind dann halt mal dieses, ich stehe auf und ich habe nicht Rückenschmerzen oder ich stehe auf und ich habe nicht komplett schlechte Laune oder ich stehe auf und ich habe nicht direkt so einen schlecht gelaunten Menschen vor mir stehen, wo ich mir denke, so boah,
02:18:02 bitte lass mich in Ruhe. Das sind so diese Kleinigkeiten, aus denen ich halt zuerst Kraft geschöpft habe. Und wenn man sich dann mal mit diesen Kleinigkeiten beschäftigt, dann habe ich für mich ganz viele Kleinigkeiten gefunden, die ich eigentlich in meiner Umgebung hatte, ohne dass ich die suchen musste, ohne dass ich erst mal gigantischen Aufwand betreiben musste oder, oder, oder.
02:18:26 Und dann hat es halt irgendwie funktioniert. Und das gibt mir dann halt so nach und nach, sag ich mal, immer mehr ein gutes Gefühl. Und aus einer Kleinigkeit, die mich ein bisschen glücklich gemacht hat, wurden dann halt zwei, drei Kleinigkeiten, die mich ein bisschen mehr glücklich gemacht haben. Und so stapelt sich das dann halt. So böse ist es halt.
02:18:46 Das finde ich total schön und total spannend, wie du das so erzählst, wie du das so selbst erfahren hast, gemacht hast, angegangen bist und dann quasi so deine Glücklichkeit, um das jetzt mal sehr symbolisch zu sagen, gestapelt hast, aus diesen Kleinigkeiten heraus. Das finde ich total toll. Ich finde es schön, wie du das beschrieben hast. Als allererstes kommt ja deine Entscheidung. Du hast dich dazu entschieden, dass du das jetzt angehen möchtest. Weil ich glaube schon, dass es einen riesen Unterschied macht, dass man so aktiv bei sich...
02:19:16 anzugehen und zu entscheiden, sondern zu sagen, hey, ich mache das jetzt. Das passiert ja meistens sonst nicht von selbst so, dass man auf diesen Weg, sage ich mal, geht, weil es ist anstrengend und es ist unangenehm, glaube ich, sich selbst auch mal kennenzulernen, zu hinterfragen, warum mache ich bestimmte Dinge und so weiter. Und dann sind es häufig nicht diese riesen Sachen, die passieren, sondern es sind mehrere kleine Dinge, die aufeinander kommen, die aber dieses
02:19:43 ganze Bild bzw. das Leben auch irgendwo dann besser machen. Also ganz viele Menschen, wenn die mal so auf diesen Weg gehen, ich lerne mich jetzt besser kennen und ich bin mir jetzt mehr für mich da und so weiter, erwarten dann meistens manchmal so riesen Geschichten und so ein riesen Aha-Moment und was weiß ich, so ein fettes Ding. Aber meistens sind das so Kleinigkeiten. Aber die hören sich zwar am Anfang banal an, aber das macht meistens den größten Unterschied. Voll schön.
02:20:12 Du bist ja auch jemand, soll ich dich Dirty nennen? Ich glaube, Dirty ist das, wie du normalerweise angesprochen wirst. Oder ist dir Devil lieber? Wie du möchtest. Devil. Es ist halt ein Name, der hängt noch an mir von früher. Es ist halt, ich glaube, den Namen, den hatte ich in irgendeinem Hinterhof in diesen Internetshops, wo man früher noch so Love Live gespielt hat.
02:20:35 Ja, komm, ich bin ja auch 88er Baujahr, das heißt, ich kenne noch diese PC-Shops, wo man ein bisschen 50 Pfennig oder Cent bezahlt hat und dann konnte man eine halbe Stunde an den PC und spielen. Das gab es ja dann noch. Und ich habe den Namen von meinen Freunden gekriegt, weil eigentlich, ich war gut im Zocken und ich habe dann halt, aber auch wenn ich gewonnen habe, ich habe immer gelacht, wie so ein richtig dreckiger, so richtig...
02:21:01 So halt. Und dann irgendwann kamen wir, weil wir uns einloggen mussten, genau, so dirty. Und dann kam das irgendwie so. Und früher war das ja richtig cool, einfach englische Begriffe zu nehmen. Und seitdem verfolgt der Name mich. Aber ich will es halt auch nicht ändern. Aber ihr könnt mich auch gerne Eamon nennen, wenn euch mein Vorname lieber ist. Sucht es euch aus. Ich bin da offen. Du, ich habe nur im Chat jetzt, ich hätte dich Devil genannt, einfach weil ich dich nicht als dirty bezeichnen wollte. Ja, richtig. Aber ich sehe im Chat die ganze Zeit,
02:21:30 Dirty, dirty, dirty und denke mir, scheinbar bin ich ja auf dem falschen Pferd.
02:21:39 Das ist komplett legitim. Okay, ich werde mich dann aber einfach dem Chat der Mehrheit fügen und dich auch Dirty nennen. Ich finde es nicht schlimm, ich meine vor allem jetzt mit der Erklärung, das ist deine Lache gewesen. Ich weiß nicht, ob sie immer noch so ist, aber ich fand sie bis dato nur sympathisch und nicht dreckig. Beim Zocken wird es anders. Ah, die Schadenfreude, ich merke schon. Okay, gut, Dirty. Dann vielleicht auch nochmal, ich meine, du machst ja viel auch mit deiner Community, du hast auch diese Jus.
02:22:09 Chatting-Streams, da ist es dann ja auch so, dass du auch mal über eben Mental-Health-Themen redest, da auch mal so ein bisschen tiefer reingehst. Woher kommt das denn bei dir? Also ich finde es total faszinierend, wie reflektiert du irgendwie bist und wie du so ganz neue Ansätze hier mit reinbringst. Wie kam es dazu? Woher kommt das?
02:22:30 Für mich, ich mag Zeit verschwenden nicht. Ich glaube, dass das, ich weiß nicht, ob das richtig, aber ich finde gefühlt nichts schlimmer als Zeitverschwendung. Und es gibt leider viele Leute, die verschwenden Zeit.
02:22:46 die dann halt mit sich selber erstmal, oder man kennt ja dieses, nächstes Jahr gehe ich das und dies und jenes an. Nächstes Jahr mache ich das, mein Vorsatz nach Silvester, ich mache das und das. Und ich denke mir dann immer, warum macht man das nicht jetzt? Warum nicht jetzt? Du könntest dann, wenn du eigentlich vorhast, in vier, fünf, sechs Monaten mit irgendetwas anzufangen oder irgendetwas zu machen, könntest du stattdessen jetzt anfangen und dann in fünf, sechs Monaten könntest du dir schon nicht auf die Schultern klopfen.
02:23:13 wenn du eigentlich starten wollen würdest. Und ich sehe das halt sehr viel bei Leuten, die ich kenne, die ich mag, die ziehen das dann ganz gerne so in diese Humorrichtung. So dieses, ich mache Witze über mich selber und dann ist das alles super toll. Und ich mag das halt nicht, weil das hatte ich vorhin auch tatsächlich schon als Thema mit meiner Community. Weil in dem Moment redet jemand schlecht über einen Menschen, den ich persönlich mag. Auch wenn er selber das ist.
02:23:40 Ich mag das nicht, wenn jemand über sich selber schlecht redet, obwohl er etwas dagegen tun könnte. Und damit meine ich jetzt nicht, oh, meine Stirn gefällt mir nicht oder mein Aussehen gefällt mir nicht, sondern dieses Übliche, so mein Bauch gefällt mir nicht oder solche Dinge. Dann denke ich mir auch, dann hör doch auf, darüber Witze zu machen und tu etwas dagegen. Und das hat schon tatsächlich vielen Leuten geholfen. Einfach so dieses, man spricht darüber, weil es ist ja nicht schlimm. Jeder hat irgendwas, worüber er nicht glücklich ist. Jeder hat irgendwas, worüber er...
02:24:08 wofür er sich schämt. Jeder hat irgendwie solche Dinge. Und ich sage dann halt, wenn ich eine Community habe, mit der ich gerne Zeit verbringe, dann rede ich auch offen über alles mit meiner Community. Dinge, die mir nicht gut tun, die mir auf der Seele liegen. Und dann kommen wir recht häufig auch auf solche Themen. Und das gefällt den Leuten halt in dem Moment, wenn ich halt einfach ehrlich sage, was mir auf der Seele liegt. Und das hilft manchen dann halt auch. Aber wie so viele Dinge muss man es halt selber dann in dem Moment wollen.
02:24:37 Und das ist dann halt so ein, ja, wenn ich möchte, dass jemand für sich selber offen mit dem Thema sich beschäftigt, dann muss ich ja auch zeigen, dass ich damit offen mit ihm umgehen kann. Weil ich kann ja nicht sagen, hör mal, du musst an XYZ arbeiten, aber ich selber, ich erzähle dir nichts über meine mentale Gesundheit. Das wäre halt so dieses Heuchlerische. Und das mochte ich halt noch nie. Aber das ist halt...
02:25:04 Das ist so der Grund, warum wir da eigentlich recht häufig in die Richtung gehen. Finde ich total schön und auch wichtig. Ich meine, kennst du deine Community? Weißt du, wie hoch der Männer- bzw. Frauenanteil ist auf Twitch?
02:25:22 Ja, also ich kenne die sogar sehr gut. Wir machen alle paar Wochen gefühlt Grillchen und Community-Treffen und alles. Und tatsächlich habe ich sogar recht viele Frauen und viele Männer in meiner Community. Ich habe auch Ehepaare, ich habe Familien, manch einer bringt seine Kinder mit. Also ich habe tatsächlich, ich habe eigentlich alles. Aber was ich am meisten habe, sind Leute mit Körperproblemen. Und die sind alle älter als ich irgendwie.
02:25:48 Das ist so der Hauptbestandteil meiner Community. Ihr trifft euch jetzt vor Ort oder wo? Also offline trifft ihr euch. Krass. Ja, also ich lade die tatsächlich zu mir nach Hause ein, ja. Das finde ich total spannend. Ich glaube, das würde sich nicht jeder trauen. Finde ich aber schön. Also ich bin ein bisschen anders. Also wir machen jedes Jahr ein, zwei große Grillachin. Dann miete ich halt so ein Gelände und dann zelten wir da auch ein paar Tage mit allem Mann.
02:26:13 Und ansonsten auch alle paar Wochen oder mal ein, zwei Monate dann halt so ein Grillerchen bei mir im Garten. Das finde ich super mittlerweile. Sehr, sehr, sehr cool. Aber das ist ja direkt so, sag ich mal, so eine Aktion, um gegen Einsamkeit anzukämpfen irgendwo, weil du deine Community, sag ich mal, zu dir auch holst und auch dafür sorgst, dass die untereinander wahrscheinlich auch connecten.
02:26:39 Ja, also komplett. Ich sage meiner Community immer, ich mag die und ich lade die gerne ein, aber ich bin auch super froh, wenn die wieder gehen. Aber ich weiß halt auch, dass es den Leuten hilft. Ich weiß, dass es dem einen oder anderen hilft.
02:26:53 Und die sitzen dann halt auch manch einer zu Hause. Und ich kenne das halt selber, meine Zeit als Hardcore-Gamer. Ich habe nur meine Leute in den Spielen. Ansonsten, ich treffe mich mit niemandem. Ich mache halt nichts. Und deswegen versuche ich halt, das immer in so einem Rahmen anzubieten, dass ich sage, hey, kommt ran, egal wie ihr ausseht, egal, na, Hauptsache, ihr seid nett, freundlich, entspannt.
02:27:14 Und dann können wir eine geile Zeit haben. Und das hilft einigen auch. Also da habe ich jetzt auch schon ein paar Mal gehört, dass manch einer da so ein bisschen mehr wieder Lebensmut gefunden hat und auch ein bisschen sagt, hey, eigentlich bin ich echt alleine und ich habe eigentlich Probleme. Aber dadurch, dass ich dann halt jedes Jahr die Möglichkeit habe, da irgendwo so ein Treffen zu haben, ist das dann halt wieder echt viel angenehmer.
02:27:38 Das reicht dann für viele auch. Das ist richtig schön. Ich finde vor allem auch schön, dass du sagst, okay, wie du dich benimmst, ob du nett bist oder nicht, kannst du selbst entscheiden. Deinen Körper kannst du jetzt nicht von heute auf morgen irgendwie verändern. Und dann finde ich schön, dass du sagst, okay, das, was du direkt beeinflussen kannst, wenn du nett bist, bist du herzlich willkommen.
02:27:55 Dein Körper ist mir egal. Ich finde, das ist eine richtig schöne Message, die du dann da irgendwie auch mit rüberbringst, weil das ja eigentlich den anderen Menschen so oft egal ist, wie man letzten Endes aussieht. Es ist ja der Charakter, wenn du jemanden kennenlernst, denkst du erst mal, ach, die Person ist nett oder die ist nicht nett. Also zumindest bei mir so. Ich denke mir nicht, ach Mensch, also die hatte heute aber ein komisches Shirt an. Das ist mir egal. Ich denke mir dann eher, oh, irgendwie warst du sehr sympathisch.
02:28:24 So was ist es dann eher bei mir. Der ist es für mich auch angenehmer. Das ist auch ein Kompliment für dich. Ja, ich finde, er erzählt das alles so schön. Das geht an dich von Fridoline. Ich vermute eine Frau, sogar mit Blumenbild. Sehr schön. Ich danke vielmals. Ich danke sehr. Sehr schön, sehr gut. Ich habe vorhin so gefragt, ob du deine Demografie quasi kennst, also ob es mehr Frauen oder Männer sind, weil bei uns ja jetzt auch aufgefallen ist im Laufe des Streams, dass wir viel mehr mit Frauen geredet haben als mit Männern.
02:28:53 Du bist ehrlicherweise auch der einzige Mann, der gesagt hat, klar, ich habe da Bock drauf, drüber zu reden, über das Thema Einsamkeit. Also du bist ja bestimmt nicht der einzige Mann, den das Ganze betrifft, der da seine Erfahrungen mitgemacht hat. Aber du warst der einzige Mann, der gesagt hat, klar, lass drüber reden, überhaupt kein Problem. Kannst du dir vorstellen, warum das so ist?
02:29:16 Ja, also meine Vermutung ganz klar ist, Männer bekommen bei sowas, also ich auch, sage ich offen, wie es ist, vor 15 Jahren hätte ich so ein Gespräch wahrscheinlich nicht geführt, einfach weil es ist ein Zeichen von Schwäche. Es ist halt in der heutigen Zeit ist das ein Zeichen von Schwäche. Und als Mann möchte man das halt nicht. Man möchte als Mann gesehen werden.
02:29:42 Wie so ein Fels in der Brandung und nicht wie jemand, der mit Emotionen zu tun hat oder sich seinen Ängsten stellt oder so. Das ist halt einfach so dieser übliche Kampf des Alphas. Also dieser übliche, ich muss Stärke zeigen, weil alles andere ist halt, das macht man nicht, das funktioniert nicht. Und da sehe ich das halt nicht so, weil ich habe genauso Gefühle wie andere Männer, wie andere Frauen.
02:30:09 Aber ich beschäftige mich dann halt damit, weil die gehören ja zu mir. Wenn ich die Stimme stumm schalte, sind die ja nicht plötzlich weg. Dann ist ja, auch wenn ich sage, ich rede nicht über Einsamkeit oder ich ignoriere die, dann ist sie ja nicht durch Zauberhand einfach weg. Ich muss mich halt damit beschäftigen, auf die eine oder andere Weise.
02:30:28 Ich finde es ja auch nicht nur aktuell schwierig. Ich habe sogar das Gefühl, es wird tendenziell ein bisschen besser, dass Männer mehr über ihre Gefühle sprechen können und dürfen. Weil wenn ich jetzt so, sage ich mal, an die ältere Generation denke, so an meinen Opa oder irgendwie sowas, dann, also, dass die mal irgendwie Gefühle äußern oder auch nur zeigen oder so, das war ja voll das No-Go. Also außer es sind natürlich diese...
02:30:55 negativen Gefühle, wenn man sauer oder wütend wird. Das ist ja fast schon wie so eine Stärke, die Männer dann irgendwie so zeigen. Aber ja, Frauen, sage ich mal, wird es leichter gemacht, gesellschaftlich einfach über ihre Gefühle zu sprechen. Also es ist auch irgendwo unsere Erziehung gesellschaftlich, aber auch Erziehung natürlich in einer Familie so. Und es wird weniger schnell als Schwäche gewertet als bei Männern. Das ist definitiv so. Obwohl ich es natürlich komplett...
02:31:22 anders sehe. Ich finde es eigentlich total mutig und total stark, über Gefühle zu sprechen, weil das ist nicht einfach. Egal, ob für eine Frau oder für einen Mann. Das ist total, es braucht sehr viel Stärke und sehr viel Mut über, sag ich mal so, vulnerabel über Themen zu sprechen. Ich finde es schön, dass du das machst, auch dass du so ein bisschen zeigst, wie man das machen kann, dass das irgendwie auch kein Problem ist und dass du damit eben anderen Mut machst. Hier hat auch noch jemand dazu geschrieben,
02:31:51 Es ist mir gerade abhanden gekommen, es ist weggelaufen. Es war, glaube ich, von Herrn Keuner, der meinte, wir dürfen nur nicht damit aufhören. Ich wollte gerade auf Präsentieren drücken und dann war es weg. Ich weiß nicht, es ist verschwunden. Aber das war quasi das, was er ausgesagt hat. Deswegen, das finde ich total toll, dass du das machst. Abschließend vielleicht noch eine Frage an dich. Was würdest du denn Menschen raten, die sich gerade einsam fühlen? Also wie würdest du...
02:32:20 Viewer sagen, hey, versuch doch mal das und das.
02:32:25 Also ich glaube, mein erster Rat, wenn ich überhaupt sowas geben könnte, wäre tatsächlich, sich mehr mit sich selbst zu beschäftigen. Einfach wirklich mal sich selber wie eine Pro-Contra-Liste zu betrachten. Was sind meine Pro-Seiten, was kann ich gut, was kann ich, und was sind meine Negativ-Seiten. Weil ab dem Moment, wenn man sich wirklich selber mal damit befasst,
02:32:52 Ich habe zum Beispiel das Temperament von meinem Vater geerbt. Mein Vater war so auch so schön, immer laut und immer, brauche ich glaube ich nicht viel zu sagen. Und das Temperament habe ich geerbt. Und ich wurde halt auch immer sehr schnell laut und aufbrausend. Und ich habe, nachdem ich mich mal mit mir selber beschäftigt habe, habe ich einfach mal in solchen Situationen
02:33:17 dann versucht, mich selber aus dieser im Spielejargon gesehenen Third Person zu betrachten, aus dieser Außenansicht. Wie wirke ich gerade auf jemanden? Mache ich jemandem Angst oder könnte man das, was ich gerade vermitteln möchte, falsch verstehen als das, was ich vermitteln möchte?
02:33:36 So dass man dann halt in dem Moment viel mehr sich selber sieht, seine Aktionen und wie man sich gibt anderen gegenüber. Und wenn man sich dann wirklich mal mit sich selber beschäftigt hat und ganz klar sagen kann, dann und dann habe ich eine Schwäche, dann kann man Menschen auch darauf vorbereiten. Zum Beispiel, dann kann man halt Menschen sagen, hey, über das Thema sollten wir gerade nicht reden. Ich kenne mich selber. Ich werde ein bisschen ein bisschen aufbrausend. So was zum Beispiel. Und wenn man damit mal anfängt.
02:34:05 Und dann fängt man auch gleichzeitig an, schon dagegen zu arbeiten. Und das bei mir ist es mittlerweile, ist es halt eigentlich schon weg. Ich werde nicht mehr aufbrausen so schnell, ich werde nicht mehr temperamentvoll oder sauer, einfach weil ich meine Sichtweise auf das Ganze geändert habe und einfach mal mich dazu entschieden habe, dass mein Ich oder meine Persönlichkeit nicht festgeschrieben ist, sondern sich permanent entwickelt und auch ändern kann.
02:34:32 Und halt auch dann zum Guten, nicht immer nur zum Negativen. Und das hat mir dann geholfen. Ich einfach mal mit mir selber hinsetzen, einfach mal sagen, hey, das bin ich, da möchte ich hin. Und dann, was kann ich tun? Und dann einfach mal so ein bisschen Selbstreflexion. Finde ich persönlich sehr wichtig. Sehr viel auch einfach sachlich betrachten, so wie ich jetzt ein bisschen rausgehört habe. Ich bin Logiker, komplett durch und durch.
02:34:59 Und auch wenn man in dem Moment emotional ist oder es eine emotionale Phase ist, kann man es ja versuchen, auch Dinge sachlich zu betrachten oder in einem anderen Licht. Und das ist so, aus der Verhaltenstherapie ist das so ein Begriff, der mir jetzt einfällt, so ein kognitives Reframing, also bestimmte Sachverhalte vielleicht mal in einem anderen Rahmen oder mit einer anderen Perspektive mal zu betrachten.
02:35:23 Das finde ich sind sehr schöne Worte, vor allem auch noch mal so zum Schluss unseres Gesprächs, dass man da noch was mit an die Hand gibt, vielleicht auch sieht, dass du ja auch einen ganz schön weiten Weg gegangen bist, bis du jetzt dann dahin gekommen bist, wo du aktuell bist. Ich glaube, dein Weg ist noch nicht zu Ende, zumindest klingt es so, als ob du noch Lust hättest, da mehr zu machen, weiterzugehen und natürlich auch so ein bisschen das Ganze mit deiner Community zu teilen.
02:35:49 Vielen, vielen lieben Dank. Ich habe noch eine wichtige Frage, was hier im Chat immer wieder diskutiert wurde. Also jeder möchte hier wissen, ob du schon einen Weihnachtsbaum hast oder ob das im letzten Jahr noch vielleicht da ist. Also tatsächlich, der Baum steht echt seit letztem Jahr da. Also wirklich komplett Weihnachten letztes Jahr hat er mitgemacht. Es war so ein gigantisches Community-Projekt. Da hängen, glaube ich,
02:36:17 Ich würde grob schätzen 300 Dinge dran oder so von der Community, wo ich auch Namen drauf geschrieben habe und alles und die Community hat da so einen Aufwand reingeboxt, dass ich gesagt habe, der bleibt stehen. Das wäre Verrat an der ganzen Sache.
02:36:34 wenn ich den weg machen würde. Deswegen habe ich gesagt, der bleibt jetzt noch das ganze Weihnachten und danach kann er langsam mal Platz machen. Aber ist auch mit schönen Hintergedanken. Ist ja nicht so, dass du es nicht geschafft hast, den abzubauen, sondern hast es ja on purpose, sag ich jetzt mal, absichtlich da gelassen. Ist ja bald Weihnachten. Ja, ist auch quasi wieder. Also in Supermerken gibt es schon Weihnachtszeug jetzt. Ich habe schon Spekulatius und alles gesehen. Ja, ich habe auch Weihnachtsmänner schon gespürtet.
02:37:02 Da gibt es schon einiges. Aber das ist holzsam. Was hast du schon gekauft? Ich habe Dominosteine auch liegen. Ich bin nicht entsetzt. Ich bin schockierend. Das ist sehr früh. Aber das ist in Ordnung. Die schmecken ja ganz gut. Die kann man ja ganz gut essen. Ich finde auch schade, dass die sehr limitiert sind auf diese gewisse Zeit. Ich finde, das sollten die dann vielleicht unter Alljahres-Dominos oder so. Aber das macht sich das besonders. Oder?
02:37:29 Wenn du die immer, immer haben würdest, würdest du die dann immer noch so schätzen. Ja, aber dann würde man... Ihr habt ja recht. Ihr habt ja recht. Aber nur jetzt noch zu sagen, bleibt hier ganz am Ende. Vielen lieben Dank, dass du unser Gast warst. Der Chat glüht schon vor lauter Herzen. Die Lampe leuchtet für dich. Mein Lieber, vielen Dank, dass du unser Gast warst. Dass du so offen warst, dass du hier all diese Sachen mitgeben konntest, mitgegeben hast. Und dann dir noch einen ganz wundervollen Abend.
02:37:56 Und man sieht sich bestimmt mal wieder in dem VOV-Stream potenziell auch mit unserer letzten Gästin, der lieben Felika. Eindeutig. Ich danke für die Einladung. Hat super viel Spaß gemacht. Und schönen Abend euch allen. Danke schön. Tschüss. Ciao. Schönen Abend. Ciao.
02:38:11 Das war schön, das war ein ganz toller Stream. Das war so wertvoll. Ich glaube, jetzt konnten vor allem mit Devil, oder mit Dirty, oder Dirty Devil, konnten viele wahrscheinlich auch wirklich echt einiges mitnehmen. Weil ich glaube, der ist echt diesen ganzen Prozess mal durchgegangen und hat echt für sich selbst sehr viel...
02:38:32 Ja, gelernt und ist so über diese Einsamkeit hinausgewachsen. Ja, total. Sehr, sehr stark. Ja, absolut. Also ich fand alle unsere Gäste heute wunderbar, ganz, ganz wertvoll, weil was mir persönlich besonders gut gefallen hat, dass alles irgendwie so im Endeffekt positiv war, dass wir die unsere Girls Together Mädels da hatten, die erzählt haben, dass sie einfach aus dieser
02:38:55 mit der Notgedrungenen Einsamkeit, dem Alleinsein etwas so Positives geschaffen haben. Das fand ich total spannend. Ich fand es auch spannend, was es dann im Chat gemacht hat, dass da so diese Diskussion ausgebrochen ist. Also ich habe gesehen, da ist noch irgendwie Redebedarf. Da sollten wir vielleicht noch mal reingehen. Aber nicht heute. Für heute ist es vorbei. Wenn ihr aber noch mehr wollt, dann seid ihr herzlich eingeladen. Wir streamen hier nämlich nicht nur auf ARTE, sondern aktuell auch auf ARD. Also Grüße an euch. Schön, dass auch ihr da seid.
02:39:21 Da gibt es morgen wieder Programm. Morgen geht es nämlich weiter mit dem Mixed Talk. Und da wird Marvin Neuwann über die League of Legends Worlds reden. Ich bin sehr gespannt. Ich werde auf jeden Fall reinschauen, denn League of Legends und die Worlds, da bin ich gespannt, was dazu sagt. Das ist ja quasi meine Heimat. Und da an dieser Stelle auch ganz liebe Grüße ans.
02:39:45 ZDF an dieser Stelle. Und ihr, wenn ihr Lust habt, könnt natürlich auch noch hier bleiben, denn wir raiden gleich weiter. Wir raiden euch zu unserem nächsten Stream, nämlich zu unserem nächsten Stream, sondern zu einem nächsten Stream vom lieben Frege Paul. Da seid ihr herzlich willkommen. Und wenn ihr Lust habt auf dieses Format, dann seid ihr ganz herzlich eingeladen. Wir sind nämlich am 1. Dezember wieder da. Und da freuen wir uns dann auf eine weitere Folge mit euch. Richtig.
02:40:14 Mehr gibt es gar nicht zu sagen. Nein. Uruba, es war ein Fest mit dir, lieber Chad. Auf jeden Fall. Vielen lieben Dank, dass ihr da wart. Ganz viel Liebe an euch.
02:40:22 Und seid bitte nett zueinander. Ich glaube, da können wir dann einfach gemeinsam dafür kämpfen, dass die Einsamkeit weniger wird. Absolut, denn das ist etwas, was ihr von heute auf morgen machen könnt. Ein, zwei Komplimente am Tag verteilen. Oder ein, zwei Komplimente mehr verteilen. Auch wenn es nur ein Kompliment in der Woche ist, dann ist schon ein Kompliment mehr in der Welt da. Und ich glaube, damit kann man echt viel verändern. Ja, stellt euch vor, ihr würdet am Tag ein, zwei Komplimente bekommen.
02:40:49 Ich sage euch was, Chad, ihr wart toll. Jeder Einzelne von euch. Vielen lieben Dank für eure Beiträge, fürs Dabeisein, fürs Zuschauen, für alles. Ach, das sind so viele Komplimente. Wie schön. Seht ihr, da geht es uns auch direkt besser. Das ist ein Game-Unternehmen. Macht's gut. Tschüss.