Schach️ @JanistanTV @bluhmanda@Geekpunkt @thomas_kue2026 live bei MixTalk
Themenabend Schach: Strategie, Kultur und psychologische Tiefe
In einer Diskussion zwischen Schachgroßmeister Jan Gustafsson, Neurocognitions-Professor Dr. Thomas Küchemann und Streamerin Sonja wurden aktuelle Entwicklungen im Schach analysiert. Themen wie die Rolle von KI – etwa AlphaZero – sowie psychologische Aspekte wie emotionale Regulation im Wettkampf wurden beleuchtet. Zudem wurden negative Trends wie toxische Verhaltensweisen in Gaming-Communities und Herausforderungen bei der Spielelokalisierung thematisiert. Innovative Schachvarianten wie Gambonanza zeigten dabei die Flexibilität des Spiels.
Negativtrends in der Spielebranche: Monetarisierung und toxische Communities
00:00:0000:00:00 dass das halt Aufwind bekommt. Aber ich sehe es auf jeden Fall sehr, sehr negativ bei den großen, großen Playern, wie das eingesetzt wird. Ein Game, was auf uns zugeschnitten ist. Wir haben die Story, die wir uns wünschen würden, die wird sich so weiterentwickeln, wie wir das am liebsten hätten. Sei es in RPG, sei es irgendwo anders.
00:00:21 Was passiert dann mit der Monetarisierung? Weil kein großer Publisher wird das aus Nächstenliebe machen, sondern es wird dann monetarisiert. Und was passiert, wenn wir so an einem Spiel hängen? Emotional, weil das einfach unser Spiel geworden ist, weil sich das so auf unsere Leidenschaft, auf unsere Passion fixiert ist. Was dann?
00:00:43 Und das ist so, klar, das ist jetzt total dystopisch vielleicht für andere Leute, aber ich sehe das als realistisch an, weil diese Individualisierung, die wir bekommen könnten durch KI, ist eine mega Chance und das ist richtig cool. Aber es gibt halt immer noch diese Geldsache, die immer über allem ist, vor allem bei großen Publishern. Und das würde ich immer so mit Vorsicht genießen.
00:01:05 Ich habe ja das Privileg, ich kann jeden Tag spielen. Also das macht ja bestenfalls, wenn du ein Händchen fürs Zocken hast, macht dich das besser. So, dann sehen die, ey, der ist drei Ränge über mir, sagen die, das kann nicht sein. Dann werden die sauer, spielen Spiele und werden noch saurer, wenn sie verlieren oder nicht den gleichen Rang erreichen oder besser sind. Und da fängt dann zum Beispiel die Sache an. Oder sie verlieren, was ja auch ein sehr großes Thema ist, vor allem bei Valorant gegen eine Frau oder spielen mit einer Frau.
00:01:32 und geben ihr dann die Schuld, wenn die Runden verloren werden. Und dann fangen so Sprüche an wie, ja, geht zurück in die Küche, bla bla bla bla bla bla bla und so weiter und so fort. An kompetentiven Games ist es einfach so, dass Leute halt viel gewinnen wollen. Manche können vielleicht nicht so viel spielen wie andere. Und dann sagen sie, ja, ihre Time wurde einfach so gewastet. Also das ist einfach...
00:01:53 Das hat mir nichts gebracht. Ich will einfach gewinnen. Und da habe ich jetzt einen Counter-Strike, Valorant, League of Legends und viele andere Games, wo es um Rangs geht oder Ränge geht. Da ist es halt dann am stärksten vertreten, auf jeden Fall. Mein komplettes Haus mit allem drumherum ist explodiert. Es war alles.
00:02:13 Weg! Also mein echt schlimmstes Beispiel war damals, wir haben einen richtig tollen eigenen Minecraft-Server aufgemacht mit Leuten, wo ich eigentlich auch dachte, ja komm, den kann ich voll und ganz vertrauen, das ist gar kein Problem. Und dann hatten wir so ein ganz großes Event auf dem Server und wir haben auch alles selber zusammengebaut, selber zusammen erstellt. Und das Ende war, dass ich in einem Livestream in mein Haus gegangen bin und es wurde dadurch eine...
Negative Erfahrungen mit Vertrauensmissbrauch in Gaming-Communities
00:02:3900:02:39 Kettenreaktion ausgelöst und mein komplettes Haus mit allem drumherum ist explodiert. Es war alles weg. Dann haben die Leute geklaut bei anderen in den Häusern. Wie verrückt, obwohl wir extra so eine Art Rathaus gebaut haben. Da haben wir extra alles reingepackt für den Start. Man konnte jederzeit fragen, wenn man irgendwas braucht. Es wurde alles nicht angenommen. Und das ist ganz...
00:03:04 Wirklich ein übler Moment, wenn das Leute sind, also nur Leute auf dem Server sind, die du schon länger kennst durch deine Streams und dir denkst, ja, ich vertraue denen. Gar kein Thema. Ist nicht schlimm. Und das war echt so ein Riesenbruch für mich, also wo ich auch wirklich keinen Bock mehr hatte, weil du steckst ja Stunden, Tage, Wochen da rein und irgendjemand nimmt sich privat die Zeit, alles mit Bomben auszulegen und alles kaputt zu machen.
00:03:31 Das heißt, ich versuche im Stream das einfach zu überspielen, es zu ignorieren und weiterzumachen. Weil das ist das, was die Leute dann eher merken, so boah, nee, das ist ja total langweilig, die reagiert ja gar nicht sozusagen. Aber es ist halt immer die Frage, wenn du gamest, mit welcher Einstellung gehst du rein, auch wenn du für dich spielst. Sagst du, ich will jetzt gerade irgendwie Action, ich will runterkommen, ich will was auch immer. Und wenn du dann halt Situationen hast,
00:04:00 die vielleicht dann auch noch genau in die Kerbe treffen, die dich gerade privat auch beschäftigt, weil die Personen greifen ja meistens das an, was sie irgendwie sehen, hören oder wahrnehmen können. Und das ist dann halt ein Riesenproblem, wenn genau diese Dinge vielleicht gerade bei dir sowieso schon ein Problem sind, du eigentlich vielleicht gerade zocken willst, um runterzukommen, und dann tritt jemand genau in diese Kerbe rein.
00:04:25 Das ist hart. Wenn ich im Chat schreibe, dass ich kurz auf Toilette muss, dann würde ich normalerweise schreiben, gotta go to the toilet, be right back, guys. Ich schreibe jetzt immer nur, be right back, taking a piss oder wenn ich in eine Gruppe reinkomme, kein Huhu, sondern Yo. Also es ist wirklich, das heißt wichtig, aber für mich persönlich wichtig, dass man nicht direkt merkt, dass ich eine Frau bin, weil ich weiß, das Feedback ist negativ.
00:04:50 Muss ich auch sagen, da war ich aber auch genervt von Trimax, ist eigentlich ein sehr guter Freund von mir, wir ärgern uns auch manchmal sehr oft. War bei Rust, da kann man auch sehr viel machen. Hab ich von dem auch gelesen. Habe ich seine Plantage in die Luft gesprengt, dass er das Projekt sogar gequittet ist. Aber da hatten wir auch ein paar Differenzen, war auch nicht ganz cool von mir, aber wir hatten damals so kleine Reibereien und am Ende bin ich halt auch, weil ich halt ein bisschen sauer war, auf seine Base und hab dann mehr oder weniger eigentlich...
00:05:19 Einfach nur, weil ich genervt war, eigentlich seine ganze Base kaputt gemacht, was eigentlich nur zum Farmen gedacht war, weißt du. Aber das Gute ist, ihr kennt euch ja dann untereinander, ne? Da kann man sich ja nochmal aussprechen. Ich hab das Gefühl, dass das wie so eine, wie so eine, weiß ich nicht, Brüder, die irgendwie miteinander streiten und die haben sich irgendwie lieb danach. Aber weißt du, wenn dann irgendwie von irgendeinem Random dann doch noch eine Voice-Nachricht noch hinterherkommt, die du gar nicht kennst, ich glaube, dann ist die Situation wahrscheinlich echt nochmal eine andere.
00:05:48 Toxisch gesehen finde ich persönlich Valorant am schlimmsten, weil du den Voice-Chat hast. Und ich finde es nochmal eine Schiffe schlimmer, wenn jemand dich direkt anspricht als Person mit einem aggressiven Unterton, egal ob du jetzt männlich oder weiblich bist oder andersrum, und dir damit dich halt beleidigt und dann...
00:06:10 das Geschrei im Voice-Chat losgeht und dann hast du manchmal zwei gegen eins, dann geht der nächste mit und dann ist der ganze Voice-Chat eigentlich gar nicht mehr aufs Spiel fokussiert, sondern nur noch, um Leute zu nerven und zu beleidigen. Würde ich schon sagen, hat Valorant leider schon sehr, sehr, sehr schlimme Lobbys hervorgebracht.
00:06:29 Ich übersetze es natürlich auch nicht. Wir haben auch Rohübersetzer. Shoutout an dieser Stelle an unsere grandiosen ÜbersetzerInnen in der Branche. Ich bin diejenige als Dialogbuchautorin, ich lokalisiere. Das heißt, ich habe schon die Übersetzung vom Japanischen ins Deutsche und ich setze mich dann dahin und mache das lippensynchron und lokalisiere das für die deutschen Zuschauer, damit die das eben gucken können.
Lokalisierung und KI in Spielen: Sprachliche und technische Herausforderungen
00:06:5100:06:51 so schöne Anspielungen, wie wir sie jetzt hier haben, damit man das auch vom Zeitgeist her versteht und Dinge, die im Deutschen gut zünden, die im Japanischen vielleicht in eine andere Richtung gegangen sind, die im Deutschen nicht so gut funktioniert hätten.
00:07:03 Ich kann manche Quests einfach nicht. Ich brauche Hilfe, ich muss manchmal googeln oder jetzt nur den Chat, die fragen, wie mache ich das, wie funktioniert das? Also das sagt ja eigentlich schon alles aus. Das sind Leute, die das Spiel regelmäßig spielen, manchmal total überfordert sind. Vielleicht liegt es auch an mir, aber ich glaube, so wie ich es wahrnehme, ist das schon...
00:07:21 geht es auch anderen so, das ist schon schwer. Und ich finde es auch interessant, wie viel Wissen man sich aneignen kann und auch muss und wie es auch die Gehirnzellen vorantreibt und auch einfach, weiß ich nicht, die Gehirnleistung. Also das Gehirn rattert, man ist am Lernen. Teilweise setze ich mich da abends hin und sage, ich muss ein bisschen was lernen über meine Klasse, ich muss besser werden oder ich muss irgendwas optimieren. Also ich lerne richtig. Leeroy Jenkins, das war ein Fake. Also.
00:07:48 Vielleicht wussten das alle Anwesenden hier schon. Das ging um einen Raid und der Leroy Jenkins ist alleine losgerannt, hat seinen Namen gebrüllt und ist direkt gestorben. Also das wurde wohl von der Gilde inszeniert, um mehr Mitglieder für ihre Raids zu rekrutieren. Chad, wusstet ihr das schon? Wow, da ist immer der ganze Bubble geplatzt. Wow. The original Rage Bait, ja. Es gibt ganz, ganz viele WoW-Songs, die ich geschrieben habe, weil ich mich in dem Spiel einfach so wohlgefühlt habe.
00:08:17 Und mit die Horde rennt war quasi meine Berufswahl getroffen, weil das von jetzt auf gleich absolut explodiert ist. Und auf einmal war Musik für mich tatsächlich auch monetär möglich und nicht nur spaßeshalber. Was meine Eltern ein bisschen geärgert hat, ich habe eigentlich Bio studiert.
00:08:38 Molekulare Genetik und Biochemie, die haben mich also eigentlich irgendwo als Naturwissenschaftler gesehen und dann bin ich ja Gamer Musiker geworden. Das hat sie sehr gefreut im ersten Moment.
00:09:03 der Hoffnung führt euch zum Sieg, wenn sie in den Kampf gegen das Böse zieht.
00:09:15 Der erste Walk durch den Wald von Elvin, unbeschreiblich. Dann das erste Mal Sturmwind betreten, Por Kieseray, ich sing's jedes Mal mit. Da wird extra ein Hallgerät angeschlossen, damit ich mich irgendwie an den Kathedralen-Sound irgendwie anpassen kann. Also das ist extrem wichtig für mich und ich glaube, dass auch ein Großteil dieser Atmosphäre, die das Spiel erschafft durch seine eigene Musik, dazu geführt haben, dass ich unbedingt Songs schreiben wollte, die meine...
00:09:43 Erfahrungen mit dem Game. Warum beschreiben? Was ich immer noch mache. Jedes Mal, wenn ich da einlogge, habe ich das Gefühl, alles klar, nächstes Song muss sein. Bam. Liro sagt 900. Oh, das ist Internet. Beim SDR. Okay, während er weg ist, löst du das schon mal auf. Also die Credits selber.
00:10:27 Einen wunderschönen guten Abend wünsche ich euch. Es ist wieder Mixed Talk Mittwoch und wenn es um dänisches Gambit geht oder die skandinavische Verteidigung, dann sind wir hier nicht bei Geogäster gelandet, sondern tatsächlich bei Schach.
Chess auf Twitch: Präsenz, Experten und strategische Tiefe
00:10:4100:10:41 Denn heute werden wir darüber sprechen. Und ich merke schon, Chat, ihr seid da sehr versiert drin. Und ich habe mich natürlich auch sehr viel belesen. Aber ich muss direkt zugeben, ich bin nicht die beste Schachspielerin, die heute hier anwesend sein wird. Kann ich, glaube ich, auch gar nicht sein. Weil wir haben heute so, so tolle Gäste mit am Start, die uns das ganze Thema ein bisschen ...
00:11:01 näher bringen wollen, denn Schach ist unglaublich alt. Unglaublich alt. Es ist schon sehr, sehr lange mit dabei. Es hat auch einen langen Weg um die Erde schon gemacht seit seiner Entstehung. Und es ist immer noch extrem relevant. Es wird hier auf Twitch gespielt. Ich sehe schon, ihr im Chat schreibt auch sehr viele Nachrichten, die erahnen lassen, dass ihr auch nicht schlecht im Schach seid. Ich habe gestern auch schon gehört, dass der ein oder andere Chatter sogar noch bei Schachturnieren hier mit am Start war. Fieber schreibt auch schon, endlich...
00:11:30 Schach-Stream bei der ARD. Da hast du drauf gewartet, dass wir das endlich machen. Und Bangdown schreibt, normalerweise sag ich guten Abend, aber heute möchte ich mit E4 eröffnen. Da habe ich tatsächlich keine gute Antwort drauf. Das Gute ist aber, ich habe heute noch Leute mit dabei, die da auf jeden Fall wissen, wie man da einen guten Konter drauf setzt und am besten auch beantwortet und gleich weiterspielt. Denn beim Schach muss man ja auch irre viele Züge schon im Voraus mit bedenken. Es ist gar nicht so leicht. Und ob
00:11:59 Leute, die schlau sind, besser in Schach sind und ob Schach vielleicht auch andersrum schlau machen kann, das wollen wir heute natürlich auch noch ein bisschen besprechen.
00:12:07 Was schreibt ihr denn noch so? Panzermann schreibt Jan und Sophia, das kann nur gut werden. Ich liebe es, wie er sie immer foppt. Oha, ja, ich muss mich vielleicht ein bisschen enttäuschen, das wird heute nicht stattfinden, aber trotzdem werden wir von beiden sehr, sehr viele coole Einblicke bekommen. Ich habe tatsächlich auch schon mal ein... Sophia stimmt, es ist ja Sonja, ich habe den Namen richtig gelesen, aber es ist Sonja, es ist nicht Sophia, sondern Sonja, die heute mit dabei ist.
00:12:32 Wo war ich gerade? Ach so, ja, ich hab auch schon mal tatsächlich ein kleines Coaching von Jan bekommen. Das ist allerdings schon sehr, sehr, sehr lange her. Und ich weiß nicht, wie viel davon noch aktuell in meinem Gehirn am Start ist. Aber ich weiß, dass es auf jeden Fall sehr viel Spaß auch damals schon gemacht hat. Ich konnte damals, ich hab tatsächlich bei einem Turnier mitgemacht als kompletter Rookie, konnte da auch nicht viel reißen. Aber ich hab mein Bestes gegeben. Ich hab mein Bestes gegeben. Und Wuklete schreibt zum Beispiel auch, heißt das eigentlich Leechess oder Leichess? Ich weiß es gar nicht.
00:13:01 Zocker hier am Start. Ja, es gibt ja verschiedenste Seiten, auf denen man sich da zusammenfinden kann. Da hab ich auch immer schon so ein bisschen mich ausprobiert. Das ist natürlich das Schöne. Du findest ja online immer jemanden, der bereit ist zu spielen, auch auf deiner Elo. Boah, das ist vielleicht eine gute Frage, Chad. Habt ihr, wisst ihr, was eure Schach-Elo ist? Spielt ihr aktiv Schach oder habt ihr eine Schach-Elo? Äh, jetzt hast du mir zwei Versch... Meister Typ Kid, jetzt hast du mich noch mehr verwirrt.
00:13:28 Aber du meinst mit L-I-E wahrscheinlich das deutsche L-I-E. Also es ist Lee Chess. Ja, okay, okay, okay. Weil so könnte man es jetzt auch wieder als Englisch Lee Chess lese. Aber es ist Lee Chess. Es ist Lee Chess. So oft gelesen, aber überhaupt nicht gefragt, wie man es richtig vorliest. Das ist auch immer das Schöne, wenn man so stumm vor seinem PC sitzt und Dinge einfach nur liest und im Kopf vielleicht gar nicht unbedingt hört.
00:13:51 Meine Schach-Elo ist immer im positiven Bereich. So, so, so, so. Das Deutsche, genau. Okay, vielen lieben Dank für den Tipp an der Stelle. 300. Mhm.
00:14:03 Ja, ich weiß meine Schach-Elo nicht mehr. Da bin ich ehrlich mit euch. Ich habe lange nicht mehr selber gespielt. Höchstens mal auch zugeguckt. Aber das findet ja hier auf Twitch auch viel statt. Dass es viele Streams gibt, wo man auch mal zuschauen kann. Es gibt halt Schach-Streamer, die wirklich das auch als Haupt-Content betreiben. Und dann gibt es ja auch super viele Leute, die einfach so random zwischendrin beim Gaming auch mal sagen, jetzt eine Runde Schach zum Runterkommen oder zum Aufputschen, je nachdem. Aber auch das ist natürlich super interessant.
00:14:31 Das wusste ich gar nicht, dass ihr so heiß darauf seid, dass wir über Schach sprechen. Das ist natürlich schön, dass ihr dann heute auch hierher gefunden habt und richtig am Start seid. Wow. Gerade erst zehn Runden in Folge gewonnen. Das ist ein krasser Flex. Das ist mir tatsächlich noch nicht so oft untergekommen. Hallo, auch Geekpunkt. Schön, dass du da bist. Ja, ich merke, ihr spielt mehr Schach als ich auf jeden Fall.
00:15:01 Stark, stark, stark. Matt in zwölf Zügen. Ja, es gibt ja schon viele Leute, die auch bei Schachturnieren schon mal teilgenommen haben. Und das Tolle ist auch, Chat, falls ihr heute sagt, ihr wollt auch mal, keine Ahnung, von eurem Lieblings-Schachturnier, bei dem ihr mitgespielt habt, berichten oder ihr habt irgendwelche Fragen an unsere tollen Gäste, dann dürft ihr euch jederzeit natürlich gerne mit dazuschalten. Das ist das Coole an unserem Format. Ihr könnt einfach hier oben im Chat ...
00:15:30 auf der Seite, da oben, auf beitreten und anklingeln, das ändert sich auch mal, was da drauf steht, anklingeln, anklingeln steht da drauf, anklingeln drücken, dann seid ihr quasi in der Warteschleife und dann können wir euch mit in den Stream holen. Da könnt ihr auch einfach nur eine Frage stellen, wenn ihr sagt, ihr wolltet schon mal immer irgendwas wissen. Natürlich steht euch jederzeit auch der Chat offen.
00:15:48 Aber ich freu mich umso mehr, wenn ihr sagt, ihr kommt rein und stellt eure Frage noch mal persönlich. Oder erzählt vielleicht noch so ein bisschen, wo ihr eigentlich jetzt so herkommt, was eure Schacht-Journey eigentlich so ausmacht. Könnt ihr, wie gesagt, jederzeit machen. Also auch wenn ihr jetzt erst mal ein bisschen reingucken wollt und euch erst mal ein Gefühl für die Sendung hier machen wollt, ist das gar kein Ding. Da habt ihr später natürlich auch noch Zeit für. Ich bin kamerascheu, musst du doch nicht sein. Ich bin doch auch hier mit Kamera. Ich bin doch auch hier am Start. Wir beißen nicht, wir sind freundlich. Trau dich, Fieber, wirklich. Trau dich, komm mit dazu, das freut mich.
00:16:18 Aber jemand, der nicht kamerascheu ist und der jetzt schon hier am Start ist, ist unser erster Gast. Und ihr habt schon geschrieben, Meistertyp geht schreibt, wir wollen Jan. Und ich würde sagen, ihr kriegt Jan jetzt auch. Denn wir haben hier Jan Gustafsson eingeladen. Ich glaube, viele von euch kennen ihn schon. Der ist deutscher Schachgroßmeister und streamt auch sehr, sehr viel hier auf Twitch. Wie gesagt, ich habe sogar selber schon mal ein Coaching bei ihm bekommen. Es ist schon etwas her, aber trotzdem war es sehr, sehr cool. Hi Jan, wie geht's dir?
00:16:46 Hallo, schönen guten Abend. Bei mir schon ein bisschen später. Ich bin in Thailand auf Dienstreise. Hier ist 1.35 Uhr. Also sorry, weil ich nicht ganz so energetisch bin wie du, aber ich gebe mir Mühe.
00:16:57 Das ist gar kein Problem. Große Props an dich, dass du überhaupt um die Uhrzeit sagst, du machst das noch mit, weil es sieht bei dir tatsächlich taghell aus. Ich hätte es jetzt nicht erraten können, wenn ich es nicht vorher gewusst hätte. Aber trotzdem vielen, vielen Dank, dass du dir die Zeit dafür nimmst. Und Chad freut sich auch schon auf dich. Wir beide haben uns ja schon mal vor mehr oder weniger drei Jahren gesehen. Damals hast du mir Schach als kompletter Newbie nähergebracht. Und ich habe mich jetzt gefragt, wie bist du denn eigentlich damals zum Schach gekommen?
00:17:25 Ich habe eine bewegte, langweilige Lebensgeschichte, aber Kurzversion ist, ich bin auf einem Segelschiff aufgewachsen, ein paar Jahre, und da hat mein Vater mir Schach beigebracht. Weil Fußballspiel schwierig war, dann wollte ich gegen meinen Vater gewinnen, dann bin ich irgendwann nach Hamburg zurückgekehrt und dann in den Schachklub gegangen, wollte ich gegen die anderen Kinder gewinnen, und so ging es dann weiter.
00:17:46 Und da nahm die Geschichte seinen Lauf. Ja, das bietet sich natürlich an auf einem Segelschiff. Also wir aus dem Norden kennen das ja. Ich glaube, das ist auch viel hier so oben so ein Hobby gewesen, wo man sich dann auch ja währenddessen anders beschäftigen musste. Ich habe tatsächlich auch viel gesegelt mit meinem Großvater. Da habe ich aber mehr Dame gespielt als Schach damals. Das war für mich ein bisschen leichter zu begreifen. Aber vielleicht hatte ich auch nicht ganz so viel Zeit. Guter Call, guter Call.
00:18:11 Ja, und jetzt sind wir hier auf Twitch. Das ist eine lange Zeit seitdem wahrscheinlich auch irgendwie, oder eine große Entwicklung seitdem auch, ja, stattgefunden, hat stattgefunden seitdem. Wie nimmst du denn aktuell so Schach auf Twitch wahr? Ist es aktuell noch so präsent? Siehst du es noch so viel in Streams? Ich meine, du selber machst ja offensichtlich Content, aber wie ist es so auch bei anderen?
00:18:32 Ich muss gestehen, da bin ich der falscheste Ansprechpartner, weil ich wenig verfolge, ehrlich gesagt. Also ich kriege auch dazu gesagt, jetzt ist gerade Schachboom und dann ist wieder nicht mehr Schachboom. Aber im Moment Stand der Dinge ist, habe ich keinerlei Ahnung. Also gefühlt, der große Boom war ja so, oder wurde mir gesagt, bei mir habe ich es nicht gesehen, aber nach der Pandemie und dann mit Queen's Gambit, das war so 2021, 2022.
00:19:01 Von den hoch sind wir ein bisschen runter, aber Schach gibt es ja schon seit 500 Jahren oder 1500 Jahren, je nachdem, wie man zählt. Also es gibt immer mal Hochphasen und dann normale Phasen. Aber auf Twitch, ich habe keine Ahnung. Also ich glaube, die großen Amis und Anna Kramling und so sind bestimmt gut dabei. Sonst, ich verfolge es tatsächlich nicht zu wenig. Chat war es bestimmt besser.
00:19:26 Das stimmt. Ja, Chat schreibt auch gerade, Zugzwang bei den Rocket Beans muss wieder her. Zugzwang kommt, Zugzwang kommt. Ah, das ist doch schon mal schön zu hören. Aber dann hören wir ja auch schon. Also auch da sieht man, dass der Content auf jeden Fall ankommt. Katharina schreibt auch gerade in den Chat, übrigens krass, dass du den Twitch-Namen Katharina bekommen hast. Boom ist riesig, auch Blumanda, sehr große Schachstreamerin. Von ihr werden wir ja später auch sogar noch was hören, denn die haben wir auch eingeladen natürlich.
00:19:53 Aber Boom ist riesig, ist auf jeden Fall auch schon mal eine gute Einschätzung. Ich hab's auch immer mehr mitbekommen über die letzten Jahre tatsächlich. Also, als jemand, der das ja auch immer quasi mitbekommt, weil Leute das dann mal machen und gar nicht so aktiv danach unbedingt gesucht hat am Anfang, merkt man auf jeden Fall, dass es immer noch präsent ist. Und auch gerade Leute, die sonst ganz andere Sachen spielen, teilweise auch einfach manchmal in Schach so mit reingehen. Was glaubst du, wie kommt das eigentlich zustande, dass man eigentlich, keine Ahnung, League of Legends spielt oder Valorant oder so und dann sagt man jetzt eine Runde Schach?
00:20:23 Ich weiß nicht, es gibt auch viele Multispiel-Streamer, oder nicht? Die dürfen auch mal Schach spielen. Und ich freue mich natürlich, wenn hier Manuna oder die Stars der Szene zwischendurch ein bisschen Schach spielen müssen. Das ist natürlich auch für Schach gut. Also höre ich immer gerne. Das ist auch nicht so alt. Die Stimme zu sagen. Die Kiki schreibt das auch gern. Ja, wir haben es schwer.
00:20:42 Aber was glaubst du denn, also wie kam es denn generell so? Also ich weiß nicht, früher habe ich es so, Schach war immer so ein Ding, wie gesagt, das habe ich zum Beispiel bei meinen Großeltern gespielt, das war halt eben so dieses Brettspiel. Was glaubst du denn, wie kam das so auch in diesen digitalen Raum, einfach weil es so viele Schach-Webseiten auch gibt, wie kam das so, dass es dann auch zum Beispiel mehr auf Twitch präsent ist?
00:21:01 Schach ist so ziemlich anpassfähig. Also Schach braucht ja nicht viel, kein Tennisplatz oder Fußballfeld. Und Schach war zu Zeiten von Morphy in den 1800ern präsent in den Zeitungen damals und dann über, keine Ahnung.
00:21:20 Fischer, Kasparov, Karpov, die Medien, die wir hatten, so Fernsehen, Radio, Videotext und später Computer. Und da ist eigentlich das Internet seit den späten 90ern. Auf jeden Fall ist Schach im Internet auch sehr groß. Ich glaube, es wächst einfach mit den Medien, die es gerade gibt. Heutzutage ist es mehr Twitch und YouTube, aber Schach übersteht das eigentlich immer ganz gut, was die Zukunft so bringt.
00:21:49 Glaubst du denn auch, dass das Image sich so verändert hat, dass man Schach jetzt cooler findet als vor zehn Jahren oder so? Ich glaube Schach ist nicht cooler geworden, aber Nerdigsein ist cooler geworden, wovon Schach vielleicht so ein bisschen profitieren kann, aber Schachspieler und Schach selber sind nicht cooler geworden, also ich habe mir angeguckt, dass ich nichts gerne.
00:22:12 Ja, spannend. Das ist ein guter Punkt, aber das nimmt man auch tatsächlich ja wahr. Also Twitch wächst ja auch zum Beispiel und Videospielleute sind ja eigentlich auch eher so herkömmliche Nerds, sag ich mal. Früher war das dann vielleicht auch gar nicht so cool und trotzdem merkt man, das kommt immer mehr in den Mainstream. Das ist natürlich Nerds ein Team. Leute wie Matteo sind erfolgreich auf Twitch, ne? Das stimmt.
00:22:32 Maluna spielt auch ab und zu mal Schach. Ich habe ja sogar gegen Maluna damals gespielt, für alle, die das nicht mitbekommen haben. Das war auch ein harter Gegner, weil Maluna hat so viel Schach schon vorher gespielt. Ich habe wirklich mein Bestes gegeben. Ich konnte auch ein paar gute Züge machen. Am Ende hat es natürlich dann nicht ganz gereicht. Aber Schach ist ja auch Übungssache, richtig? Also man muss da einfach dranbleiben.
00:22:57 Schlau sein ist überschätzt, glaube ich, beim Schach, aber die 10.000 Stunden investieren ist schon wichtig. Also ich denke nicht, dass alle guten Spieler oder Großmeister besonders schlau sind, aber sie haben alle gemeinsam das Gesicht, 10.000 Stunden oder was auch immer mit Schach beschäftigt haben. Das ist das Gemeinde, die Lernkurve dauert ein bisschen, also man muss viel Zeit investieren.
00:23:17 Ist ja bei vielen Sachen so, auch bei vielen Sportarten. Glaubst du denn trotzdem, was macht es einem leichter, in Schach gut zu werden? Welche Voraussetzungen kann man mitbringen, die vielleicht dafür sorgen, dass man ein besserer Spieler wird?
00:23:31 Ich weiß es nicht. Ich vertrete tatsächlich die Theorie, dass Talent oder Intelligenz oder wie auch immer man das nennen will, jetzt nicht so wichtig ist, sondern muss das Spiel mögen, kompetitiv sein, verlieren, hassen und wenn man die Zeit investiert und das vor allem in jungen Jahren tut, das ist ein bisschen wie eine Sprache lernen, dann wird man halt besser. Es gibt nicht das eine...
00:23:57 Geheimrezept. Also ich weiß es wirklich nicht, was hier eine Sache ist. Wahrscheinlich das Verlieren-Hassen ist das Wichtigste, glaube ich. Das ist spannend, weil das sagen, also das habe ich jetzt schon sehr viel gelesen, das hat Sonja auch gesagt, dass dieses Verlieren-Hassen so ein großer Punkt ist. Aber wie kann ich mir jetzt so Schachtuliere vorstellen? Also sind dann auch alle so salty, wenn sie dann verlieren oder ist das trotzdem irgendwie ein netter Vibe?
00:24:21 Ich glaube kaum darauf die Leute an, aber ich bin nicht ansprechbar, weil ich eine Turnierpartie verloren habe. Also ich versuche fair zu sein, aber dann zieht man sich still zurück. Also das tut schon weh, wenn du sechs Stunden rumsitzt und nachdenkst und dann verlierst. Aber alles friedlich und gibt solche und solche. Aber es tut schon weh.
00:24:41 Spannend. Also, Chad, da auch vielleicht mal die Frage an euch, seid ihr auch so beim Schachspielen? Weil ich kann das schon nachvollziehen, vor allem, weil man sich ja auch sehr viel konzentriert. Und es ist ja auch so ein bisschen dieses den Gegner outsmarten, einen schlaueren Zug sehen als der Gegner. Und wenn man das dann eben nicht schafft, ist es ja auch direkt so ein bisschen, ah, habe ich mich vielleicht nicht ganz so smart angestellt, wie ich dachte oder nicht genau, nicht alles gesehen, nicht alles bedacht. Das ist auch eine große Schwierigkeit, die ich immer beim Schach hatte, dass es einfach dieses ist.
00:25:07 Man hat immer diese eine Sache überhaupt nicht gesehen, die vielleicht auch total offensichtlich war für alle Leute, die sich besser auskennen. Deswegen, da kann ich den Tilt auf jeden Fall verstehen, dass man sich dann ärgert. Aber das wird wahrscheinlich auch... Das kann man ausreden, ne? Also beim Mannschaftssport oder beim Pokern kann man sich auf das Glückselement schieben oder was auch immer. Aber beim Schach, wenn man ehrlich mit sich selber ist, hat man schon meistens selber Schuld gehabt. Also nicht genug trainiert oder nicht.
00:25:37 nicht fit gewesen nach dem Tag oder der Gegner war besser, was noch schlimmer ist. Deshalb, ja, es ist kein sehr gesundes Spiel für die mentale Verfassung. Soll ich vielleicht nicht sagen, Schachbundestrainer. Ach, da gibt es ja einige Spiele von. Ich glaube, das hält uns vom Spielen nicht ab. Tobson Truby schreibt auch gerade, du spielst immer gegen dich selber. Und er von XSoul schreibt auch, Schach macht mich besonders sauer, weil ich weiß, dass ich, wie du auch gerade schon gesagt hast, zu 100% für meine Niederlage verantwortlich bin.
00:26:05 Hat man das denn auch so stark beim Schach? Also ich habe auch, als ich jünger war, zum Beispiel Tennis im Verein gespielt und bin da auch zu Turnieren gefahren. Aber da ist es ja auch so, da merkt man so krass, dass die körperliche Verfassung auch ganz oft irgendwie einen großen Einfluss hat. Ist das beim Schach auch so? Also ist es auch so, dass du irgendwie besonders stark darauf achtest, zu den richtigen Zeiten zu schlafen, genug zu schlafen, Ernährung vielleicht auch anpasst?
00:26:26 Ich bin am Pumpen. Ich esse mal griechischen Joghurt, mal Kartoffeln. Aber ernsthaft, es spielt eine kleine Rolle beim Schach. Nicht so eine entscheidende. Die größere Rolle spielt ja einfach die Zeit, die man sich mit Schach beschäftigt hat und die Erfahrung, die man hat gegen gute Gegner. Aber natürlich auf dem Top-Niveau kommt es dann auch auf Nuancen an. Und heutzutage achten, glaube ich, schon alle drauf.
00:26:51 sich fit zu halten und Schachspieler lernen langsam auch ein bisschen mehr über Ernährung, also Kohlenhydrate vielleicht vor der Anstrengung und nicht danach. Und ja, wann fülle ich die Speicher auf und wie viel vor der Partie soll ich essen? Im Idealfall schläft man natürlich auch acht Stunden. Aber auch da wieder, man will sich auch auf den Gegner vorbereiten. Das klappt nicht immer. Das auszubalancieren ist die Kunst.
00:27:13 Ich glaube, das ist häufig so, dass man dieses viel trainieren, aber auch genug Erholung bekommen. Tubs und Tobi schreibt doch gerade, Carlsen ist on the top, weil er auch viel Sport gemacht hat und macht. Würdest du das auch unterschreiben?
00:27:27 Ich weiß nicht, ob er deshalb on the top ist. Also ich glaube, es gibt sogar noch fittere Leute als Magnus, die nicht fünfmalige Schachweltmeister sind. Aber es hat ihm sicher nicht geschadet. Aber es ist nie die eigene Sache, ist das Gesamtpaket. Stimmt aber, dass Magnus Sport auch priorisiert hat. Aber eigentlich auch nur, weil er ein kompetitiver Drecksack ist. Also er macht jetzt kein organisiertes Kraft- oder Ausdauertraining. Er spielt gerne Fußball oder Basketball und ruft die anderen um.
00:27:57 Also das liegt glaube ich auch an seiner Natur. Spannend. Ich merke auch gerade, das Kompetitivsein, das zieht sich hier durch. Apropos Kompetitiv, hier kommt jemand, der sich auch noch mit im Gespräch beteiligen möchte, denn wir haben auch noch einen zweiten Gast jetzt hier, oder dritten Gast, je nachdem, mit in der Runde. Und zwar ist das Dr. Thomas Küchemann. Er ist Professor für Neurocognition und Action und Biomechanics und ist jetzt auch mit hier. Hallo Thomas, schön, dass du da bist. Hallo.
Chess als psychologische Disziplin: Kognition und emotionale Regulation
00:28:2400:28:24 Wir können dich wunderbar sehen und wunderbar hören. Wir hatten ja so ein paar technische Schwierigkeiten, aber jetzt ist es super. Also sehr schön, dass es geklappt hat und schön, dass du da bist. Genau. Aber ich bin nicht Professor. Ich bin nicht Professor, das muss ich gleich dazu sagen. Also promoviert bin ich, aber nicht Professor. Wunderbar, okay. Ich glaube, habe ich Professor gesagt? Nee, Doktor, aber bist du aber, genau. Dann weiß ich Bescheid. Oder dann weiß auch Chat Bescheid.
00:28:48 Übrigens da auch, ihr könnt jederzeit natürlich alle Fragen auch reinhauen. Ich sehe auch gerade, es sind schon ein, zwei am Start. Thomas, erzähl uns mal, du setzt dich ja eben auch in deiner Forschung mit Schach auseinander. Was genau machst du da eigentlich?
00:29:01 Ich bewege mich an der Schnittstelle zwischen Expertiseforschung, Sportpsychologie und Wahrnehmungspsychologie. Da habe ich genau darauf geachtet, wie unterschiedlich Entscheidungsfindungen bei Anfängern, Fortgeschrittenen und Experten sind. Das habe ich mit verschiedenen Messmethoden untersucht, zum Beispiel Eye-Tracking. Ich denke, das ist relativ bekannt. Da wird genau geschaut, wohin Menschen schauen.
00:29:27 In meinem Fall waren es Schachspieler und Schachspielerinnen, die spezielle Aufgaben unter Zeitdruck lösen mussten. Und ich habe auch Gedächtnisstrukturen von Schachspielerinnen und Schachspielern untersucht. Das heißt, da müssen halt bestimmte Schachmotive einander zugeordnet werden als passend, also zusammengehörig oder nicht zusammengehörig. Das ist ein bisschen wie ein Sortier- oder Puzzlespiel, nur automatisiert und halt computergestützt wird das ausgewertet. Da kann man sehen,
00:29:56 wie genau gewisse Motive geklastert werden. Das heißt, dass jemand zum Beispiel, ja, also jemand weiß zum Beispiel aus dem Alltagsbeispiel, was Bäume sind, dass Birke und Ahorn zum Beispiel Laubbäume sind und keine Nadelbäume.
00:30:11 So, das habe ich zusammengeclustert und insgesamt habe ich gezeigt, dass es ein sehr enges Zusammenspiel gibt zwischen dem Blickverhalten von Schachspielern und Schachspielerinnen und den Gedächtnisinhalten, das heißt dem Wissen, das diese Spielerinnen im Laufe von vielen Jahren angehäuft haben in ihrem Langzeitgedächtnis.
00:30:31 Ja, spannend. Das ist ja auch so eine Sache, die ich mich auch gefragt habe. Das würde ich vielleicht direkt mal an dich weitergeben, Jan. Wie wichtig, also wie viel lernt man eigentlich auswendig beim Schach? Man hört ja, diese ganzen Spielzüge haben ja Namen und das wird so beantwortet. Wie viel ist eigentlich so ein gelernter Ablauf und so feste Strukturen, die man quasi aneinanderreit?
00:30:51 Das ist ein bisschen Klischee, was auch viele abschreckt, dass viele denken, ich muss wahnsinnig viele Züge auswendig lernen in der Eröffnung. Also für mich ist eher Mustererkennung, was wichtig ist. Und natürlich ist das durch Wiederholungen und wir beschäftigen uns auch damit, wie man die Partie anfängt, aber wenn man es nicht versteht und wie ein Gedächtniskünstler jetzt versucht, Zugsequenzen auswendig zu lernen, dann wird man damit nicht besonders weit kommen. Also es ist eher die...
00:31:19 Pattern Recognition, die es dann natürlich viel leichter macht, wenn ich viel mit Check schaffe, statt hier auch bestimmte Züge zu merken. Also Profis machen das schon direkt vor einer Partie, sich jetzt bestimmte Varianten nochmal kurz aufzufrischen. Aber ich kenne kaum jemand, der jetzt viel Zeit mit auswendig lernen.
00:31:37 Ja, okay, weil ich dachte zum Beispiel als Anfänger, man muss da sehr viel erstmal so sich, also klar, angucken schadet wahrscheinlich nicht, aber dass man auch sehr viel auswendig lernen muss. Dazu kommt auch gerade eine Frage aus dem Chat von Buri dann, der fragt mich, wie bereitet man sich denn auf die Gegner vor, viele Partien von dem Spieler anschauen, um vorhersagen zu können, wie er handeln wird?
00:31:56 Ja, das ist die Basis unserer heutigen Zeit. Ich bin inzwischen auch ein bisschen zurück, aber wir haben Datenbanken mit meistens hunderten oder tausenden Partien der Gegner, die die online oder bei Turnieren gespielt haben. Da macht man sich dann einen Baum, guckt, okay, im ersten Zug macht er meistens E4, was meine normale Strategie gegen E4. Könnte er mich da irgendwo überraschen? Bin ich damit zufrieden? Will ich ihn überraschen? Das Ding ist, wenn beide das Gleiche erwarten.
00:32:24 dann wäre die Partie mal nicht besonders spannend. Also um sich einen Vorteil zu verschaffen, will man nicht nur sozusagen die besten Züge machen, sondern auch möglichst den Gegner überraschen, dass er früh außerhalb seiner gewohnten Gefilde ist. Das ist mal so eine Abwägung, wie viel gebe ich auf dafür, dass er sich auch nicht wohl fühlt und wie viel bleibe ich bei meinem Style. Aber kurz gesagt, ja, man guckt sich an, was der Gegner gespielt hat und dann guckt man sich vielleicht an, was gibt es in dieser Eröffnung für neue Entwicklungen, was sagt...
00:32:52 Computer sind ja weiser als wir seit 20, 30 Jahren im Schacht dazu. Aber man sollte es nicht übertreiben. Es gibt viele auch Profis, die sechs Stunden sich jetzt vorbereiten auf die Partie. Ich weiß nicht, ist es förderlich. Man muss immer selber spielen. Ein, zwei Stunden sind meistens besser.
00:33:10 Ja, spannenderweise haben wir dazu auch nochmal aus dem Stream von Grandmaster Hikaru einen Clip, den wir euch einmal kurz zeigen können. Da sieht man nämlich auch, wie viel eigentlich so im Vorhinein überlegt wird, was man da alles eigentlich so bedenken muss, wenn man so einen Zug plant. Den würde ich einmal mit euch anschauen, wenn der jetzt einmal gezeigt wird. Das ist die Calculation von den Zügen.
00:33:35 Wunderbar, da sehen wir das nämlich. Da zeigt er nämlich, welchen Zug er sich so als nächstes überlegt. Und man sieht, es wird sehr viel weit nach vorne gedacht. War vielleicht die Frage direkt an dich, Jan. Ist es bei jedem Zug so, dass man immer so weit schon ins Voraus denkt?
00:33:55 Also grundsätzlich ist es natürlich beeindruckend, so viele Pfeile zu malen und Hikaru ist auch einer der Besten der Welt im weit vorausrechnen. Aber im Schnitt braucht man es nicht. Meistens ist es wichtiger, zwei, drei Züge vorauszudenken und dann die Stellung richtig einschätzen zu können, weil kein Mensch kann jetzt in jeder Stellung ewig vorausrechnen. Also Schachspieler...
00:34:18 Können wir das nicht mal immer gerne flexen, man macht die Augen zu und sagt dann, irgendwelche Züge, der Trump steht A4, der C4, D5, A4, der T5, der T5, der C4, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der T5, der
00:34:46 Wie ist die entstandene Lage? Es kann natürlich Situationen geben, wo es eine längere Sequenz zu berechnen gilt, dass aber nicht die Kunst, das können die meisten, gerade wenn die Züge relativ forciert sind, sondern eher die entstandenen Steuern dann abzuschließen. Aber trotzdem, sehr viele Pfeile hat er schön gemacht. Auf jeden Fall, ich fand das sehr beeindruckend. Schauen wir mal weiter, da kommen natürlich noch ein paar mit dazu, aber ich glaube, wir sind schon gegen Ende des Cliffs.
00:35:14 Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex, Hex
00:35:44 Ja, spannend. Also ich kann mir gar nicht vorstellen, dass ich auf so viele Sachen gleichzeitig konzentrieren kann. Aber du hast ja auch gerade schon gesagt, das ist auch so eine Kombination aus das Muster erkennen, Überraschungsmoment eventuell auch mit reinbringen, indem man was Unerwartetes macht. Ich sehe auch gerade ein paar Fragen an dich, Thomas, im Chat. Und zwar hat Gobi eben gefragt, warum ist eigentlich Eye-Tracking die Methode der Wahl bei Schach? Oder deine Methode der Wahl?
00:36:06 Also Eye-Tracking ist zunächst mal eine sehr etablierte Forschungsmethode. Es ist relativ schwer, seine spontane Blickreaktion irgendwie zu faken. Das heißt, wenn ein Schachspieler auf eine Stellung schaut und nach Vorteilen und Nachteilen gucken muss und einfach keine Ahnung von der Position hat, kann er oder sie das schlecht verbergen. Also man kann Wissen schlecht vortäuschen beim Eye-Tracking.
00:36:31 Ah, okay. Also das ist quasi sehr ehrlich, was ihr da rauslesen könnt. Das hat wenigstens irgendwie mit Bias zu tun, wenn ich das richtig verstehe. Vielleicht auch eine Frage. Stimmt es auch, dass wenn man so... Sorry. Die sagt du gerne. Go ahead. Ich hatte eine Frage. Stimmt es, dass wenn man nach links oben guckt, dass man sich dann versucht, an etwas zu erinnern? Wenn man nach rechts oben guckt, dass man dann lügt? Oder sind das Quichés, die ich von Lie to Me gelernt habe?
00:36:56 Das sind glaube ich keine Klischees. Dazu gibt es Untersuchungen zum Beispiel von speziellen Verhörtechniken von CIA oder FBI, dass diese Profiler, die sich professionell mit dem Aufdecken von Lügen und dem Interviewen von Tatverdächtigen beschäftigen, dass es da wirklich Zusammenhänge gibt zwischen Blickrichtung dahin, links oben, rechts unten und so weiter. Also dazu gibt es wohl auch Untersuchungen, ja.
00:37:22 Ich versuche immer bei der Flughafenkontrolle nicht nach rechts oben zu gucken, weil mich fragen, ob ich Elektronik im Handgepäck habe oder so. Ja, vielleicht achten die da drauf, wer weiß. Ich lese auch gerade von, genau, das wollte ich euch fragen. Bellretti hat nämlich geschrieben, wäre ein guter Schachspieler auch gut in ähnlichen Spielen oder ist man da in seinem Spiel quasi gefangen? Die Frage würde ich ganz gerne an euch beide richten, vielleicht zuerst an dich, Thomas. Sind Schachspieler auch in anderen Dingen gut, in anderen Spielen vielleicht oder auch in anderen Fähigkeiten?
00:37:52 Ja, auch dazu gibt Studien und Untersuchungen, ob sich Expertise so leicht übertragen lässt. Aber die Ergebnisse zeigen eher, dass Schach eine sehr spezifische Domäne ist. Das heißt, da wird praktisch ein Berufsgedächtnis aufgebaut. Und wenn ich jetzt zehn Jahre sehr viel harte Arbeit investiere und vielleicht es bis zum Fiedemeister oder zum Titelträger bringe, dann muss ich nicht unbedingt automatisch auch sehr gut in Mühle sein.
00:38:18 Das ist also nicht unbedingt gegeben. Und man hat ja auch viele Untersuchungen durchgeführt mit Querbezügen zu verschiedenen Intelligenzformen, verbale Intelligenz zum Beispiel, mathematische Intelligenz. Da gibt es zumindest bei erwachsenen Profischachspielern eine ganz schwache Korrelation, während es bei Jugendlichen und Kindern, die sehr gerne Schach spielen, eine höhere Korrelation gibt. Also wer früh anfängt und sehr gut schon Talent zeigt, hat auch meistens eine höhere Korrelation.
00:38:46 Allgemeine Intelligenz oder verbale Intelligenz. Und besonders bei der numerischen Intelligenz gibt es eine hohe Korrelation.
00:38:54 Da haben wir uns in der Vorbereitung etwas ein bisschen zu Wort halten. Also kurz gesagt, es überträgt sich nicht einfach. Das war auch eine Diskussion in Armenien zum Beispiel und in Spanien, ob man wirklich Schach als Schulpflicht einführen sollte für ein, zwei Schuljahre. Und man hat Studien konsultiert, die zeigen, dass im Prinzip die mathematischen Fähigkeiten nicht signifikant gesteigert werden.
00:39:22 Aber es hat halt Vorteile fürs soziale Verhalten. Man lernt mit jeder Lage umzugehen und diszipliniert nachzudenken, sich zu konzentrieren und so weiter. Okay. Jan, würdest du sagen, du bist in anderen Dingen besser geworden durch Schach?
00:39:37 Ich habe das Glück, dass ich sehr intelligent bin, aber das hat nichts mit dem Schach zu tun. Also, wenn man sich viel mit Schach beschäftigt, dann wird man halt besser im Schach. Ich glaube, das ist in allen Bereichen so, gerade wenn man so fokussiert ist auf ein Thema. Ich habe die Zeit jetzt ja nicht mit Mathe-Studien oder was auch immer verbracht. Ich glaube, es lässt sich so nicht übertragen. Ich glaube, Intelligenz oder wie auch immer man es nennen kann.
00:40:06 Nenville kann helfen am Anfang, um schnell reinzukommen, in Schach, was dann vielleicht hilft, dabei zu bleiben. Aber ich glaube, es ist kein langfristiger Faktor. Und für mich selber, ich stelle keine besonderen Talente in anderen Spielen fest. Y4 gewinnt mich relativ gut.
00:40:27 Ah, okay. Schach und viel Gewinn-Korrelation, wer weiß. Just2Thought schreibt auch gerade, weil das ist ja auch ein aktuelles Thema und fragt, kann man KI nutzen, um besser vorauszusagen, wie der Gegner in der aktuellen Turniersituation agieren könnte? Dann ist KI ein Thema. Benutzt ihr das beim Schach? Ist das so eine Sache, die da mittlerweile auch angekommen ist?
KI und Schach: Historische Meilensteine und zukünftige Potenziale
00:40:4800:40:48 Also ich denke, dass wir im Schach schon seit 30 Jahren KI benutzen. Vielleicht nennen wir es anders, aber die Schach-Engines, die Schach-Computer sind auf jeden Fall seit 2000 Menschen überlegen und meine ganze Schach-Karriere seit den frühen 90ern bin ich es eigentlich gewohnt, mit Schach-Engines zu arbeiten. Insofern...
00:41:12 Es kann sein, dass KI, das hat noch nicht stattgefunden, aber in Zukunft das Training verbessern oder ein bisschen revolutionieren wird und es einfacher machen wird, wie man da jetzt wirklich sinnvoll Schach trainiert. Aber für Schach ist es nichts Neues, dass prinztliche Intelligenz uns überlegen sind. Also wir haben die Erfahrung eigentlich, haben wir 30 Jahre Vorsprung gegenüber dem Rest der Welt. Ja, der gute alte Schachkund. Dann spielt ja immer noch gegen Menschen. Das ist ja das Schöne.
00:41:39 Das stimmt. Das ist auch eine schöne Sache, finde ich, wenn man noch in Person gegeneinander spielt. Also online ist natürlich immer cool, aber gerade in Person sind ja auch so Spiele nochmal so eine andere Sache. Aber KI und Schach haben ja schon eine längere Geschichte zusammen. Thomas, kannst du uns dazu mehr erzählen?
00:41:54 Ja, so ein Meilenstein war ja, dass 1997 zum ersten Mal sozusagen ein High-Performance-System oder ein Schachcomputer gegen den amtierenden Weltmeister, damals Gerhard Kasparov, gewonnen hat unter Turnierbedingungen. Und das war für mich damals als Schüler auch so der Punkt, wo ich erst angefangen habe, mich für Schach zu interessieren, habe dann Schachprogramme besorgt und versucht, gegen die zu spielen und zu lernen. Das war ein Meilenstein. Dann kam man dahin, dass man praktisch,
00:42:24 ganz gewöhnlichen Carstadt-Laptop nehmen kann, eine CD einschiebt, so ab 2000, die 2000er, dass der beste Mensch gegen das Programm nicht mehr gewinnen kann oder bestenfalls Remis spielt.
00:42:36 Ein weiterer Meilenstein kam dann Ende 2017, da ist AlphaZero bekannt geworden. Das ist eine Reinforcement-KI, praktisch ein selbstlernendes Netzwerk. Das Phänomenale war, dass dieses Netzwerk zwei Stunden lang Partien gegen sich selbst gespielt hat und als Input am Anfang nur die Grundregeln hatte. Danach auf einem Level gespielt hat, dass damals Stockfish 8, das war das beste konventionelle Programm.
00:43:04 Ende 2017 doch recht deutlich geschlagen hat. Wobei Kritiker sagen, es gab unterschiedliche Hardware-Bedingungen und so weiter. Aber vom Spielstil kamen sehr überraschende Sachen raus. Also Dominanz der Position, Aktivität von Figuren besser als Material, also freiwillige Opfer von AlphaZero. Das ging durch die Medien und durch die Presse und wurde damals schon sehr gefeiert.
00:43:33 Auch natürlich eine große Entwicklung. Eine Sache, die sich bei mir da so ein bisschen rausstellt, ist ja, Schach ist ja sehr logisch. Man denkt sehr viel über diese Züge nach und man ist hoch konzentriert, wenn man das spielt. Also so sieht es zumindest für mich aus und mir verlangt das schon viel Konzentration ab. Aber was ist denn auch so zum Beispiel, wir hatten ja eben kurz angesprochen, wie man sich fühlt, wenn man dann verliert. Was ist denn so die emotionale Ebene? Habt ihr dazu auch Forschung betrieben, wie das auch so Menschen beeinflusst beim Schach?
00:44:01 Ja, ich habe ja in einem Projekt gearbeitet und das zusammen mit Franzosen. Also es war ein französisch-deutsches Projekt. Und auf der Seite unserer Projektpartner in Frankreich, da wurden Emotionen detektiert, das heißt Gesichtsdetektion durchgeführt, Emotionen anhand von Mikroexpressionen, also kurzzeitig flackernde Emotionen im Gesicht und die Bewegung des oberen Körpers, so Gesten wie zum Beispiel sich ins Gesicht fassen, wenn man nachdenkt. Da gab es auch interessante Ergebnisse, dass wenn...
00:44:31 Anfänger und Fortgeschrittene sich durch Aufgaben schrittweise überfordert fühlen. Das war eine Reihe von Aufgaben, die immer schwieriger wurden. Dann kamen besonders diese Gesten, sich irgendwie im Gesicht zu berühren zum Vorschein. Und die verschiedenen Emotionsqualitäten haben sich auch verschoben, von angespannt hin zu wütend oder traurig. Das konnte eindeutig nachgewiesen werden.
00:44:55 Wie ist das für dich? Musst du dich da manchmal emotional auch regulieren in so einem Spiel? Macht dich das vielleicht auch manchmal nervös, wenn du merkst, ich weiß, es ist gerade keinen guten Zug oder ich habe nicht mehr so die Oberhand?
00:45:07 Ja, natürlich. Das Gute im Schach in Anführungszeichen ist ja ein Spiel mit kompletter Information. Der Gegner weiß selber, dass er gut steht. Also man gibt meistens nicht so viel auf damit, wie man es jetzt vielleicht beim Bruckern oder bei Spielen ohne komplette Information machen würde. Und viele der besten Spieler sind ja sehr expressiv. Also Magnus oder Hikaru, der Nekomnesche, den siehst du eigentlich immer ziemlich genau an, wie sie stehen. Das ist kein so großer Wettbewerbsnachteil, aber...
Emotionen und Mentale Herausforderungen im Schach
00:45:3500:45:35 Natürlich muss man ein bisschen versuchen, ich bin nicht gut da drin, die eigenen Emotionen zu kontrollieren, auch beim Spielen und sich zu verzeihen. Okay, da habe ich was Dummes gemacht, aber Partie geht trotzdem weiter, Blick nach vorne, bla bla bla. Aber es ist sehr schwierig und ein schlechter Zug kann man manchmal für ein ganzes Turnier tilten, wenn man da nicht dran arbeitet. Also Schacht ist schon sehr zehrt.
00:45:57 Ich lese auch gerade vom Chat, Max Mustermann schreibt auch, gibt ja auch nichts Schöneres, als ein verzweifeltes Gesicht gegenüber am Tisch zu sehen. Also da ist auch ein bisschen Schadenfreude vielleicht mit dabei. Eine andere Frage im Chat ist auch gerade von Nilgnav reingekommen. Und zwar kann man denn ungefähr schätzen, wie viele Schachspiele es überhaupt gibt und hat einen Vergleich, sag ich mal, zum Jahr 2000. Da haben wir tatsächlich zwei schöne Tafeln vorbereitet, die kann ich dir gerne mal zeigen. Und zwar haben wir da einmal die Mitglieder im Schachbund.
Wachstum der Schachcommunity und Verbreitung in Medien
00:46:2700:46:27 zwischen 2016 und 2020, also leider kein Vergleich zum Jahr 2000, aber auch da siehst du, da gab es zwar so eine Schwankung, aber es steigt auf jeden Fall weiterhin an und ist jetzt auch mittlerweile über dem Level, von dem es während Corona
00:46:42 gab. Und auch online spielen sehr, sehr viele Leute. Also wir haben auch mal geschaut, wie viele Mitglieder hat Chess.com eigentlich. Und da hat sich auch in den letzten Jahren sehr viel getan. Also September 2022, also auch so gegen Ende von Corona, hatten wir 100 Millionen. Und im März 2026 sind es tatsächlich 250 Millionen Mitglieder bei Chess.com. Also um das einmal so ein bisschen aufzuzeigen, es werden immer mehr Leute, die sich auch, ja, die im Verein spielen, die online spielen, die sich für Schach interessieren.
00:47:11 Und auch viele Leute, die das auf Twitch schauen, tatsächlich auch. Einfach so mal als Einordnung dafür. Vielleicht kannst du uns auch noch was dazu sagen, Thomas, so zu den Entwicklungen, die ihr so wahrnehmt im Bereich Schach.
00:47:26 Also ich persönlich habe wahrgenommen, dass der sogenannte Hype auch wirklich spürbar ist. Das heißt, ich vermute, es hängt halt auch mit der Pandemie zusammen, dass Schach viel besser verbreitet werden konnte und dass Leute halt nach einem Hobby gesucht haben oder sich irgendwie unterhalten lassen wollten und dann auch interessiert wurden. Also Schach ist einer viel breiteren Masse zugänglich geworden. Es hängt aber natürlich mit der Smartphone-Technologie zusammen, dass es auch Trainings-Apps gibt, die jeder...
00:47:55 in jedem Winkel der Welt benutzen kann. Grundsätzlich kann jeder Mensch hier gegen jeden Menschen am anderen Ende der Welt spielen online. Das macht es relativ attraktiv. Also man ist nicht mehr an diese starren Vereinsstrukturen gebunden. Ich bin zum Beispiel kein Vereinsmensch, weil mich eine Sache interessiert, bin ich jetzt noch nie in einen Verein gegangen, sondern bin der Sache selber nachgegangen. Also ist vielleicht dann für die Individualisten auch ganz gut.
00:48:21 Und ein wichtiger Faktor ist mit Sicherheit auch die Verbreitung in den Medien, wie zum Beispiel durch das Damen-Gambit, The Queen's Gambit. Das kam ja im November 2020, glaube ich, online. Also auch mitten in der Pandemie. Da gibt es eine riesige Zuschauerschaft, auch mit Leuten, die selber nicht Schach spielen. Das ist das Interessante, dass die sich für das Thema, für den Film so sehr begeistern können.
00:48:50 Ja, und eine sehr inspirierende Geschichte. Also ich habe es damals auch geschaut und auch gerade dieses Thema der Frauen im Schach war da natürlich super, super relevant. Also da konnte ich auch mich irgendwie mit identifizieren, auch wenn ich jetzt nicht im Schach das erlebt habe, aber vielleicht auch in anderen Bereichen. Chat fragt mich zum Beispiel auch gerade, Buridan schreibt, wie sieht es aus mit dem Mann-Frau-Verhältnis? Da haben wir natürlich auch mal nachgeschaut. Und ich weiß nicht, ob es eine überraschende Zahl ist, aber da haben wir gesehen, haben wir auch eine kleine Visualisierung, dass nur 10 Prozent
00:49:18 weibliche Mitglieder im Deutschen Schachbund sind. Also es sind tatsächlich deutlich weniger Frauen dabei, um die Frage einmal einzuordnen. Trotzdem sehen wir, dass natürlich generell Schach an sich wächst und auch, wie du gerade schon gesagt hast, also das Damen-Gambit. Vielleicht auch da mal die Frage an euch, habt ihr die Serie auch geguckt und euch vielleicht auch dadurch eher so für Schach interessiert? Weil bei mir war es definitiv so. Also die Serie hat für mich ...
00:49:41 das Spiel so ein bisschen wieder ausgegraben. In meinem Gehirn war es so ein bisschen verstaubt auf dem Dachboden, wenn ich das so sagen kann. Genau, schreibt gerne eins in den Chat, wenn ihr die Serie gesehen habt und eine zwei, wenn nicht. Dann haben wir vielleicht auch noch mal so ein bisschen so einen Einblick, wie es eigentlich bei euch so ist oder gewesen ist vor allem. Viele haben es ja auch ein paar Jahre schon vorher geguckt.
00:50:00 Ja, Meister Typkirch schreibt auch, ich habe mich vorher schon für Schach interessiert. Also klar, gab es natürlich auch Leute, die davor schon mit am Start sind. Und Kirschkuchen schreibt, kenne ich gar nicht. Also wir haben hier auch unterschiedliche Wahrnehmungen mit im Chat, aber ich sehe auch sehr, sehr viele Einsen, dass das auch schon Leute dadurch quasi geschaut haben und eventuell auch dadurch dann das Interesse auch entstanden ist. Buridan schreibt aber zum Beispiel auch, nicht gesehen, auch ohne das ein Interesse für Schach.
00:50:29 Witzigerweise nicht so viele Leute, die sagen, dass sie dadurch erst da irgendwie drauf gekommen sind. Eine weitere Person, die ja auch, ich sag mal, aus der Bubble so ein bisschen ausgebrochen ist und auch viel Begeisterung und Inspiration erzeugen konnte, ist ja auch Magnus Carlsen. Da haben wir auch noch so ein Video rausgesucht, das würde ich auch gerne noch mit euch schauen, wo man ihm beim Spielen zugucken kann. Ich weiß nicht, ob sie Blitzschach spielen oder Bullet, aber das ist unglaublich zu sehen, wie schnell da eigentlich gespielt wird. Schauen wir mal rein.
00:50:57 Das war vielleicht auch mal die Frage an dich, Jan. Kommt das häufiger vor, dass man so hektisch spielt, dass die Figuren eigentlich umfallen? Ich hatte das ein bisschen überrascht, das zu sehen.
00:51:36 Ja, das ist gleich ein Showmatch. Er spielt mit 30 Sekunden gegen seinen Manager, der drei Minuten hat. Ganz korrekt ist es nicht, Magnus, weißt du auch selber, wenn man die Figuren umschmeißt, muss man eigentlich auf eigene Zeit aufbauen. Das wäre vielleicht ein bisschen knapp geworden bei den 30 Sekunden. Also, nee, das gehört sie nicht. Und da gibt es auch Regeln, was manchmal halt passiert im Eifer des Gefechts. Aber wenn man die Figuren umschmeißt, muss man aufbauen, bevor man die vortreibt.
00:52:03 Oh, das kostet also wertvolle Zeit. Das wusste ich tatsächlich gar nicht. Schauen wir nochmal weiter. Was ich mich auch gefragt habe, auch da vielleicht nochmal an dich die Frage, Jan. Wenn man so schnell spielt, ist es dann, weil man einfach sehr schnelle Entscheidungen trifft oder auch da, weil man schon so einen Plan im Kopf hat, was passiert und schon erwarten kann, was da jetzt eigentlich gleich so auf einen zukommt?
00:52:35 Ja, sowohl als auch. Also drei Sekunden ist knapp, aber jeder gute Spieler, gerade im Internet, ist eigentlich in der Lage, mit einer Minute auf der Uhr schon auf recht hohem Niveau zu spielen. Das reicht, um einen Überblick zu kriegen und genug Zügelsmann. Also am Brett, wenn man noch die Uhr drücken muss, dann braucht man vielleicht eher so zwei Minuten. Aber ab zwei, drei Minuten können eigentlich starke Spieler auf.
00:53:03 sehr hohem Niveau spielen, ich kann es nicht in Zahlen genau sagen, aber da sieht man keine Fehler, die jetzt ein Anfänger nachvollziehen könnte. Also man kann natürlich nachvollziehen, ob er es schafft, in den 30 Sekunden genug Züge zu machen, um abzusetzen. Aber das Level, da kickt dann halt die Mustererkennung und die Boardvision, wie auch immer man es nennen will, der Überblick. Es reicht, um vernünftige Züge zu machen. Aber es kann natürlich trotzdem mit der Zeit nicht sein. Spannend. Jetzt fahren wir mal weiter.
00:53:35 Ah, mein Gott.
Schach als Kulturgut und Umgang mit Regeln
00:54:1000:54:10 Mir ist nicht ganz klar, was genau passiert ist, aber ich finde das unglaublich beeindruckend, wie schnell das Ganze abläuft. Und ja, solche Sachen kennen wir von Magnus Karlsson. Man hört auch immer mal wieder von ihm, auch wegen anderer Schlagzeilen. Was würdet ihr denn sagen, was spielt er denn generell für Schach und die Szene oder was hat er auch für eine Rolle eigentlich da so gespielt? Thomas, du kannst gerne starten, wenn du möchtest.
00:54:33 Ich finde schon, dass er eine Art Galleonsfigur ist. Es gibt auch sehr viele Memes und animierte GIFs von ihm, wo er zum Beispiel gerade ausrastet und den Kugelschreiber irgendwie auf den Tisch knallt und dann geht, nachdem er verloren hat. Also vielleicht weniger schön, aber es ist halt interessant, dass ein Profi, der seit seinem fünften, sechsten Lebensjahr so viel Zeit investiert hat, sich dann emotional nicht im Griff hat. Das macht ihn auch wieder sehr menschlich und das ist auch ein gewisser Reiz.
00:55:01 Du kennst ihn ja sogar persönlich, richtig? Kannst du uns davon ein bisschen was erzählen?
00:55:07 Ja, einerseits die Schachwelt ist relativ klein, aber ich habe für ihn gearbeitet bei drei seiner WM-Matches 2016, 2018 und 2021, die letzten drei Matches. Da hat man vorher Trainingslager und während so einem WM-Match hat man ein bisschen größeres Team an Helfern, weil es halt viel Informationen zu analysieren gibt und Eröffnungen vorzubereiten. Da war ich Teil seines Teams.
00:55:36 Ist ein ganz normaler Junge, aber gut im Schach. Ich merke schon, es ist Schach sehr lowkey, wenn ich das so raushören kann. Du sagst gerade schon, die Szene ist total klein. Ich habe die Nachricht gerade nicht mehr im Chat, aber ich weiß, dass eben auch so eine Frage aufkam, von wegen, gibt es denn da auch so krasse Rivalitäten, dass sich die Leute überhaupt nicht verstehen oder so, ich sag mal, der Erzfeind von jemand anderem sind oder seid ihr alle irgendwie auch Friends?
00:56:02 Nö, gibt es schon. Also ich weiß nicht, ob das immer Public ist, aber Carlsen und Hans Niemann war ja, gibt es ja auch eine schöne Netflix-Doku, wenn man sich da ein bisschen Behind-the-Scenes angucken kann. Und sonst gibt es natürlich immer Leute, die andere Leute nicht mögen. Aber im Großen und Ganzen ist es halt so ein Wanderzirkus. Gerade die Topspieler sind eigentlich dieselben 20 Leute, die man bei den meisten Turnieren...
00:56:30 die sich dann wieder treffen und die sind häufig dann auch Teil ihrer sozialen Kontakte. Also heißt nicht, dass sie jetzt alle Buddies sind, werden sie gegeneinander spielen, aber dadurch, dass sie sich alle seit 20 Jahren kennen und sich überall auf der Welt begegnen, ist die Szene nach außen eher freundschaftlich miteinander. Heißt nicht, dass es nicht trotzdem große Rivalitäten gibt, die verrate ich aber nicht.
00:56:54 Nee, das können wir, glaube ich, auch gar nicht erwarten. Aber trotzdem natürlich spannend zu hören, gerade wenn es eben so eine kleinere Szene ist, wo man sich vielleicht auch öfter über den Weg läuft, auch wenn das so groß und international ist. Kayev schreibt auch gerade in den Chat, ist Schach eigentlich erst so durch Carlson und Social Media so populär bei den letzten Jahren geworden? Thomas, kannst du uns das mal einordnen? Ist das so gewesen?
00:57:17 Ja, also ich denke, es war auch schon im letzten Jahrhundert sehr populär, wenn man an Capablanca denkt und seine Partien oder irgendwelche Simultanvorstellungen von den großen Meistern letztes Jahrhundert, dass die teilweise blind und simultan gegen 10, 20, 30 Leute performt haben und da riesige Seele gemietet wurden und Leute umhergegangen sind und das Ganze gefeiert wurde. Aber ich denke, dass die Social Media einfach die Verfügbarkeit erhöht haben und damit auch die Popularität.
00:57:46 Man kann sich auch sein eigenes Training praktisch zusammenstellen. Es ist möglich, Leute für Schach zu begeistern und die Grundzüge beizubringen, im wahrsten Sinne des Wortes, ein gewisses Training zusammenzustellen. Aber es ist halt auch ein Riesenangebot und ich denke, eigentlich die richtige Kunst ist, zum richtigen Zeitpunkt das richtige Training zu finden. Also es ist halt ein Überangebot.
00:58:09 Zum Beispiel wäre es für einen Anfänger falsch, jetzt hunderte von Eröffnungen bis zum 20. Zug auswendig zu lernen, weil halt auf seinem Level oder auf ihrem Level ganz einfache Fehler entscheidend sind, die im Mittelspiel zum Beispiel dann kommen, dass eine Figur eingestellt wird oder eine Taktik übersehen wird. Also wäre es viel besser, Taktiken zu trainieren und nur die elementaren Grundzüge der Eröffnung. Gehst du damit, Jan?
00:58:36 Der eine sagt so, der andere sagt so. Aber klar, was Popularität angeht.
00:58:43 Ich weiß nicht, ich habe es vorhin schon gesagt, ich glaube, es gab immer ein bisschen Booms, so Fischer gegen Spassky 1972 war vielleicht auch ein recht großes Event da mit kalter Kriegsdimension. Ich verstehe nicht, wie heutzutage sich noch irgendjemand gut im Schach wettet. Also mein Kopf ist so zerschossen von Twitter, Instagram, Serie gucken und sich auf irgendwas länger als drei Sekunden zu konzentrieren. Wahrscheinlich muss man die Kinder erwecken.
00:59:10 früh erwischen und zum Schach führen, sodass sie geruckt werden, bevor die vielen Ablenkungen da draußen ein erwischen. Also natürlich ist Schach zugänglicher geworden, aber so ist auch alles andere. Ich weiß nicht, ob das unbedingt ein Gutes ist, um gut im Schach zu sein.
00:59:27 Ich merke schon, die Aufmerksamkeitsspanne, die muss am Start sein. Jan, ich habe noch eine letzte Frage an dich, denn wir wissen ja, bei dir ist es ja schon sehr spät, beziehungsweise langsam, vielleicht auch schon früh, wenn man so will. Aber trotzdem, ich möchte dir noch sagen. Ah ja, okay. Was rätst du denn Leuten, die mit Schach anfangen? Und vielleicht auch, ich habe eben schon im Chat gelesen, am Anfang irgendwie auch keine, nicht so große Gewinne erzielen können, eher verlieren.
00:59:54 Was motiviert einen vielleicht oder worauf sollte man sich konzentrieren, um besser zu werden?
01:00:01 Menschen sind so verschieden und es gibt so viele verschiedene Wege. Also wenn man das Besserwerden priorisieren will, ist glaube ich sinnvoll, erst mal zu spielen, wenn man sich nicht traut, vielleicht gegen andere Menschen zu spielen. Kann man auch online gegen erst mal irgendwelche Computergegner, gibt es auch auf mehreren Levels spielen. Aber dann vielleicht nicht nur die ganze Zeit zu zocken, weil es auch leicht immer auf nächste 3-Minuten-Partie oder nächste 1-Minuten-Partie zu klicken.
01:00:26 sondern zu sagen, ich spiele 40 Minuten und dann nehme ich mir 20 Minuten und gucke mir an, was ist da falsch gelaufen. Das ist heutzutage auch relativ einfach. Es gibt auf jeder großen Schach-Webseite eingebaute Engines, die sagen, dass das richtig ist, falsch gemacht. Ich glaube, wenn man schafft, den Kopf einzuschalten, also nicht nur einfach zu spielen, zu spielen, zu spielen, sondern ab und zu zu überlegen, okay, war die Eröffnung schlecht, wo habe ich den Fehler gemacht, dann hilft das schon viel. Aber wie gesagt, es gibt tausend Video.
01:00:54 verschiedene Wege. Man kann YouTube-Videos gucken, man kann Kurse machen auf diversen Schach-Webseiten. Ich lese auch immer noch gern Bücher. Ich glaube, es gibt sogar noch Schachbücher. Man kann Taktikaufgaben lösen, kann Schachverein eintreten, man kann einen Coach anheuern. Also die Möglichkeiten sind unendlich, was man an nur bewusst sein muss. Man sollte Zeit mitbringen, weil Schach ist halt kein
01:01:23 Ich wäre halt über Nacht gut, sondern es dauert. Aber es kann auch sehr befriedigend sein, natürlich langsam besser zu sein, seine Zahl, wo auch immer, online steigen zu sehen. Gerade wenn man merkt, dass sich die Arbeit lohnt. Jan, ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen hast. Das war richtig toll, mit dir zu reden. Ich hoffe, dass du jetzt natürlich dann deinen wohlverdienten Schlaf bekommst in Bangkok und deine Zeit dann noch genießen kannst. Schön, dass du heute da warst.
01:01:45 Vielen Dank für die Einladung. Ich wünsche euch noch viel Spaß. Glaubt Sonja kein Wort, aber das werde ich selber rausfinden. Und ihr habt euch wohl.
01:01:56 Ciao. Bis dann. Schönen Abend noch. Ciao. Du sprichst es gerade schon an. Sonja kommt jetzt direkt mit rein, auch bekannt als Blumander. Und ihr dürft natürlich gerne noch ein Follow bei Jan dalassen, wenn ihr jetzt noch Lust habt, mehr Schwachkonten zu sehen. Also ihr bleibt natürlich gerne noch ein Momentchen hier. Aber dein Follow könnt ihr natürlich immer dalassen und natürlich auch gerne immer bei uns ein Follow auch hier auf dem Kanal lassen. Und da haben wir jetzt auch schon Sonja. Hallo, schön, dass du da bist. Du hast ja auch schon sehr viele Siege einfangen können. Du bist die internationale Meisterin der Frauen.
01:02:25 und selber auch Schach-Streamerin. Schön, dass du da bist. Und ja, Jan hat gesagt, wir dürfen dir kein Wort glauben. Wie kommt das? Also erstmal hallo. Schön, dass ich da sein darf. Hallo an alle. Ja, also ihr hattet ja eben gerade schon über Rivalitäten im Schach geredet und eventuell besteht eine gewisse Rivalität bei Jan und mir.
Frauen im Schach: Herausforderungen und Titeldebatte
01:02:4801:02:48 Ist schon eine längere Geschichte. Wir haben mal zusammengearbeitet und er stichelt ganz gerne und ich stichle sehr gerne zurück. Deswegen ist eine schöne Geschichte, ist eine schöne Sache. Ich habe auch schon gesehen, der Chat hat sich da auch schon sehr drauf gefreut. Also finde ich sehr gut, dass das geklappt hat. Sonja, auch bei dir muss ich natürlich erst mal die Frage stellen. Wie bist du eigentlich zum Schach gekommen? Wann hat das Ganze bei dir angefangen?
01:03:12 Ich bin durch meine Familie zum Schach gekommen. Also ich war fünf und ich habe einen älteren Bruder und bin ein absolutes Papakind. Und mein Bruder und mein Vater haben eben zusammen Schach gespielt. Und ich als kleine Schwester wollte natürlich irgendwie Teil davon sein und habe mich dann dazu gesetzt und wollte, dass ich es mir auch beibringen. Und dann wollte ich quasi zuerst besser als mein Vater werden und dann eben auch besser als mein Bruder. Und das waren quasi auch so meine ersten...
01:03:39 Ziele, die ich als Kind hatte. Also mit fünf habe ich angefangen durch die Familie. Und wie hast du dann so gemerkt, hey, Moment mal, ich bin also nicht nur besser als mein Papa oder mein Bruder, sondern ich bin richtig gut?
01:03:50 Ich bin dann in den Verein gegangen, also in den Schafverein, zusammen mit meinem Bruder. Und dann habe ich eben gegen andere Kinder gespielt. Und da habe ich gemerkt, dass ich relativ schnell viel gewonnen habe. Und dann muss ich auch dazu sagen, ich mag sehr gerne zu gewinnen. Also das gibt mir sehr, sehr viel. Und da dachte ich mir dann so, okay, gut, da sollte ich vielleicht dabei bleiben.
01:04:14 Ja, dieses mit dem Gewinnen und nicht gerne Verlieren, vor allem haben wir eben schon von Jan gehört und da muss ich auch sagen, in meiner Recherche habe ich davon auch sehr, sehr viel gelesen. Also das scheint sich ja wirklich bei euch Schachspielern durch die Bank weg so durchzuziehen. Da vielleicht direkt die Frage, weil ich merke auch im Chat kommen auch gerade dazu Fragen auf, da kommen wir gleich zu, aber direkt mal erstmal an dich, Thomas. Jetzt haben wir das Thema Frauen eben schon gehabt, es sind nicht so viele Frauen, die Schach spielen.
01:04:38 Habt ihr irgendwas dazu erkannt, spielen Frauen und Männer eigentlich unterschiedlich Schach? Weil man würde jetzt meinen, erstmal ist auch da gar kein Unterschied, oder? Also da haben wir keine Unterschiede festgestellt, aber das war auch nicht ganz spezifisch unser Thema, also jetzt Gender-Unterschiede festzustellen. Dazu müsste man noch weitere Studien durchführen.
01:04:57 Okay, spannendes Thema auch weiterhin für die Forschung. Aber vielleicht an dich die Frage, die auch gerade aus dem Chat kam, Sonja. Als Frauentitelträgerin, was hältst du denn von Frauentiteln? Ich meine, anders als bei klassischem Sport gibt es ja keine Unterschiede in den Voraussetzungen.
01:05:12 Also ich muss sagen, ich persönlich dachte früher immer, ja super, ich habe jetzt einen Titel und das klingt irgendwie ganz toll und so weiter und so fort. Aber ich habe mich in letzter Zeit ein bisschen mehr damit beschäftigt und da dachte ich mir dann auch so, okay, ich habe mich irgendwie so ein bisschen auf meinen Titel ausgeruht. Also man muss dazu sagen, die Frauentitel haben quasi weniger Voraussetzungen oder beziehungsweise man muss...
01:05:41 weniger ELO haben als die Männer, um unsere Titel zu bekommen. Und ich habe irgendwie so das Gefühl, für mich war das dann so, okay, ich würde gern WFM werden, dann muss ich das und das erreichen, ich würde gern WIM werden, ich muss das und das erreichen. Aber ich habe mir nie das Ziel gesetzt, quasi einen männlichen Titel zu bekommen. Und deswegen glaube ich, wenn man so drüber nachdenkt, dass es natürlich schön ist, einen Titel zu haben, aber ob das jetzt wirklich fördernd ist, um Frauen wesentlich besser zu machen im Schach,
01:06:09 Da bin ich mir nicht so sicher. Also, deswegen, also ich bin natürlich sehr dankbar, einen Titel zu haben, aber wenn es denn nicht gäbe, wäre ja quasi mein Ziel immer gewesen, okay, ich möchte irgendwie viele Meister werden oder ich möchte internationaler Meister werden. Also, da wäre ja mein Denken schon ein bisschen anders gewesen und ich bin auch nicht die Einzige, die sich so darüber Gedanken gemacht hat. Also Judith Polgar zum Beispiel hat auch mal gesagt, ah, vielleicht war das nicht so die beste Idee.
01:06:35 Ja, deswegen ist eine schwierige Frage. Ich persönlich bin mittlerweile auch nicht mehr so der allergrößte Fan davon.
01:06:43 Ja, bei solchen Themen steht man ja auch öfter mal zwischen den Stühlen, wo ich es gerade auch im Chat lese, wenn ihr so coole Fragen habt, ihr seid herzlich willkommen, euch auch mit uns hier zu unterhalten. Ihr könnt euch jederzeit gerne dazu schalten, dann müsst ihr oben im Chat, also ihr seht, dass da oben ist so ein kleiner Anklingeln-Button, denn ihr dürft auch gerne einfach mal kurz reinkommen, eure Frage hier lassen. Wir halten euch auch gar nicht lange fest. Das ist natürlich auch super, super cool und eine coole Möglichkeit, auch nochmal so ein bisschen mit uns zu quatschen. Wenn ihr das möchtet, dann freuen wir uns da sehr doll drüber auf jeden Fall.
01:07:12 Genau, dieser kleine Einschub. Wo wollte ich denn gerade, jetzt habe ich gerade meinen Faden verloren, meine Güte. Genau, was ich dich fragen wollte, Sonja, ist, wie war das denn? Also hast du das als Kind auch schon bemerkt, dass du als Mädchen da anders behandelt wurdest oder vielleicht auch, dass das mit dir anders gespielt wurde oder kam das erst später? Also ich muss sagen, ich war in meiner Trainingsgruppe eigentlich so fast das einzige Mädchen. Also das ist dann schon immer sehr stark aufgefallen.
01:07:40 Ja, es ist einfach sehr Jungs- und Männerdominiert. Und ich habe auch viele Freundinnen gehabt, die zum Beispiel da mit Schach aufgehört haben, weil sie gesagt haben, nee, das ist irgendwie meine beste Freundin, spielt nicht mehr und deswegen höre ich jetzt auch auf und so weiter und so fort. Und ich muss auch sagen, zum einen, wenn man gegen Jungs gewonnen hat, war die Reaktion wesentlich stärker. Also da war dann der Junge zum Beispiel richtig sauer oder richtig traurig und hat angefangen zu weinen oder so. Und dann hieß es natürlich von den anderen immer so, ach ja, du hast gegen Mädchen verloren.
01:08:09 Also das habe ich ganz, ganz oft gehört. Und ich muss auch sagen, dass ich das Gefühl hatte, dass die Jungs wesentlich länger gegen mich gespielt haben, also im Sinne von, dass sie gegen einen anderen Jungen eventuell früher aufgegeben hätten, weil sie so gesagt hätten, ja, okay, gut, ich verstehe schon, du gewinnst die Partie, wie auch immer. Aber ich musste immer bis zum Ende spielen. Also wirklich bis halt zu Matt zum Beispiel, weil er dann so gesagt hat, nee, ich möchte mal gucken, vielleicht setzt sie ja noch Pat oder vielleicht kann sie das nicht. Und deswegen will ich mal schauen, dass sie das wirklich bis zum Ende schafft.
01:08:38 Also haben sie sich quasi so geweigert, gegen dich zu verlieren so ein bisschen bis zum Ende, bis es nicht mehr ausweichlich war. Das ist ja auch sehr, sehr spannend zu hören, dass man da so ganz anders auch behandelt wird, wie du es gerade schon sagst. Chat da natürlich auch gerne an euch mal die Frage. Ich weiß nicht, wie viele weibliche Spielerinnen wir jetzt hier am Start haben. Zeigt euch gerne mal im Chat und sagt uns gerne auch, ob ihr ähnliche Erfahrungen machen konntet oder ja, konntet ist, glaube ich, das richtige Wort.
01:09:05 Ich lese auch gerade im Chat von Rall Grado, ein Problem bei den offenen Turnieren ist ja leider, dass sich einige männliche Spieler gegenüber den weiblichen Spielern nicht ordentlich verhalten können. Sonja, hattest du da in die Richtung auch schon mal Erfahrungen?
Future-Formatierung des Schachs: Streaming, Innovationen und Popkultur
01:09:1601:09:16 Ja, tatsächlich schon. Also ich habe so das Gefühl, dass viele auch so ein bisschen denken, dass so oft große Turniere so ein bisschen auf dem Dating-Format sind. Also als ich jünger war zum Beispiel, da war dann auf Facebook so die Plattform, wo dann so Freundschaftsanfragen und sowas dann kamen. Also ich habe eine Runde gespielt und dann auf einmal wurde ich von irgendwelchen Leuten die ganze Zeit angeschrieben. Und ich muss sagen, einmal fand ich es total unangenehm. Da wollte ich vom Spielsaal zurücklaufen.
01:09:45 Und ein anderer Schafspieler meinte dann so, ja, schaffst du das auch alleine oder soll ich dir nicht helfen? Und wurde dann so richtig aufdringlich. Und das fand ich auch ganz, ganz unangenehm. Deswegen, es ist schon manchmal nicht so leicht als vor im Schach. Thomas, du hast eben schon gesagt, das ist nicht so euer Hauptfokus der Forschung. Aber kannst du uns das vielleicht auch ein bisschen einordnen? Gibt es da irgendwelche wissenschaftlichen Erkenntnisse, die du darauf jetzt beziehen könntest oder uns das ein bisschen erklären könntest?
01:10:15 Schwierig. Also das wird einfach, bei einigen Männern wird das vielleicht so eine falsche Form von gekränkten Stolz sein oder klischeehafte Rollenverteilung. Und es ist ja erst mal gar nicht ersichtlich, warum sollte eine Frau überhaupt schlechter Schach spielen als ein Mann im Durchschnitt. Wobei man sieht schon bei den Ratingsystemen, dass die ELO-Zahlen, die Skala der Frauen dort anders eingeteilt wird als die Skala der Männer. Also es wird ja von ganz hoher Stelle.
01:10:42 wird ja ein Unterschied praktisch schon aufdiktiert oder zuerkannt, was ich interessant finde. Also einfach quasi auch das System, was so ein bisschen das beeinflussen könnte, indem man dann auch wieder aufwächst und mit dem man das lernt? Ja, das könnte sein.
01:10:59 Es wird mit der Gesellschaft zusammenhängen, mit gesellschaftlichen Vorurteilen und dass sich die Rollen der Geschlechter im Moment immer noch angleichen, dass das ein langsamer Prozess ist. Grundsätzlich sind Frauen ja im Prinzip heute in allen Berufen anzutreffen. Es gibt natürlich körperlich anstrengende Berufe, wo es vielleicht nicht so populär ist für eine Frau und nicht so attraktiv ist, für eine Frau zu arbeiten. Aber Denksport, alle möglichen Spiele, Schacht, das sollte sich angleichen. Es wird vielleicht noch...
01:11:27 Ein paar Jahrzehnte dauern, ich weiß es nicht. Der Zienkali schreibt zum Beispiel auch gerade in den Chat, ich spiele seit über 20 Jahren Schach und habe sehr ähnliche Erfahrungen wie Sonja gemacht, vor allem als Kind. Also es scheint schon auch vermehrt vorzukommen. Also wir haben es ja auch im Chat eben gelesen und auch von dir gehört, Sonja. Ja, das ist auf jeden Fall auch eine spannende Entwicklung, auch generell, dass da so eine unterschiedliche Behandlung stattfindet, auch was du uns da eben mit den Titeln auch nochmal eingeordnet hast. Auch da natürlich die Frage, wie wird sich das in Zukunft entwickeln?
01:11:54 Eine andere Sache, auf die ich mit euch beiden auch nochmal kurz zurückkommen möchte, ist das Streamen von Schach. Weil das ist ja auch nochmal eine andere Ebene, denn man guckt ja Leuten zu, wie sie spielen. Und das ist ja sehr erfolgreich. Sonja, wie bist du dazu gekommen, dass du gesagt hast, ich streame das Ganze eigentlich auch überhaupt auf Twitch?
01:12:13 Ja, also da muss ich tatsächlich Jan dankbar für sein, auch wenn wir unsere Rivalität haben. Aber ich habe 2020 damals angefangen, für Chess24 zu streamen, mit Jan zusammen. Und er hat mich da so ein bisschen reingeführt. Also er hat mit mir dann zusammen Turniere kommentiert und dann hat er mir auch die Möglichkeit gegeben, quasi Geschwätzblitz mit einer Freundin zusammenzuspielen. Also Geschwätzblitz bedeutet quasi, man streamt seine Partie.
01:12:42 Und beide reden halt währenddessen. Also es wird halt ein bisschen gequatscht und eben Schacht gespielt. Und dann irgendwann hieß es dann so, ja, okay, warum streamst du denn nicht selbst? Also du musst es ja nicht bei Chess24 machen, du kannst es ja auch selbst machen. Und dann dachte ich aber ganz, ganz lange, nee, ich bin nicht unterhaltsam genug. Also ich dachte so, nee, mit Jan zusammen oder mit anderen Leuten zusammen macht es irgendwie viel mehr Spaß. Und ich hatte da irgendwie nicht genug Selbstbewusstsein, um zu sagen, ja, nee, ich kann es auch alleine. Und dann irgendwann dachte ich so, ja, nee, komm.
01:13:10 Ich versuch's einfach. Dann habe ich die Kamera genommen und habe mich dann einfach hingesetzt und habe dann gesagt, okay, gut, ich versuch's. Und es hat mir einfach unfassbar viel Spaß gemacht. Und dann bin ich einfach drangeblieben.
01:13:22 Ja, Spaß. Translated ja auch oft dann zu den Viewern, die sich das auch angucken. Wir haben auch mal geschaut, wie viele Leute sich auf Twitch eigentlich Chess als Kategorie angucken. Und da kann man auch sehen, also gerade über Corona kam da ja auch ein riesiger Boom mit rein. Der ging zwar wieder etwas zurück, aber man sieht, der Hype, oder Hype ist es ja vielleicht jetzt nicht mehr unbedingt, weiß man nicht genau, aber es ist auf jeden Fall auf einem höheren Niveau als vorher.
01:13:45 hängen geblieben. Und als kleine Nebeninfo, natürlich war auch die Plattform Twitch über Corona größer und auch da sind die Zahlen ein bisschen zurückgegangen. Allerdings nicht so stark wie bei Schach an sich. Also es ist nicht nur rein mit der Plattform zu erklären. Aber da vielleicht auch mal die Frage an dich, Thomas, kannst du uns das mal einordnen, warum schaut man gerne bei Schach zu? Warum ist das so ein Event, wo sich viele Leute zusammenfinden und sich auch diese Partien, die ja manchmal auch mit sehr viel ...
01:14:11 überlegen und Konzentrationen verbunden sind, aber manchmal eben auch sehr, sehr schnell sein können, dass man das so interessant findet.
01:14:17 Also ich persönlich schaue mir gerne Streams an, zum Beispiel von The Big Greek, wo praktisch erklärt wird, warum jetzt dieser und jener zu gut oder schlecht ist. Also das ist eigentlich schon so eine Art Gedächtnisprotokoll, wo der Spieler oder die Spielerin live sich beziehen kann auf die eigene Spielweise. Was mache ich jetzt? Was ist eigentlich der Plan? Das könnte man auch im Prinzip als Tutor benutzen. Also wenn kommentiert wird, was dort passiert, dann bin ich sehr interessiert dabei, wenn einfach nur durchgespielt wird.
01:14:47 das wird ja eher selten gemacht, dann weiß ich nicht, dann würde es mich nicht so interessieren. Also quasi auch einfach mal jemandem, der sehr, sehr gut ist, über die Schulter gucken. Eine letzte Frage habe ich an dich noch. Was denkst du denn, wie sich das so in Zukunft entwickelt? Also glaubst du, Schach wird auch nochmal wieder abnehmen an Beliebtheit oder wird es da immer wieder neue Sachen geben? Es gibt ja auch zum Beispiel ständig neue Spielmodi, die das Ganze auch so am Leben erhalten und auch immer wieder zurückbringen in so die Mitte der Gesellschaft.
01:15:15 Ja, es stimmt, dass viele neue Formate entstanden sind. Auch die Art, wie Schach gezeigt wird, zum Beispiel Jazz und Chess, ist eine interessante Veranstaltung, die es in mehreren Städten in Deutschland gibt jetzt. Die wurde 2019 von einem Jazz-Schlagzeuger und Schach-Fan ins Leben gerufen. Ich denke, dass der Hype vielleicht ein bisschen abschlachen wird. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, dass Leute, die ein paar Jahre lang mitgestreamt haben, geguckt haben,
01:15:44 und gedacht haben, sie könnten jetzt vom Anfängerniveau ganz schnell zum Fortgeschrittenen oder Experten werden, dass die vielleicht auch ein bisschen enttäuscht werden. Also es hängt ja auch mit der Aufmerksamkeitsspanne der Menschen zusammen. Wer jetzt jahrelang konsequent alles weiter verfolgt, der kann sicher ein hohes Niveau erreichen. Aber wie viele Menschen werden diese Energie aufwenden? Das ist die Frage. Also ich denke, dass eine gewisse Übersättigung vielleicht auch bald erreicht ist.
01:16:08 Das ist auch eine gute Frage. Jan hat das ja selber eben schon gesagt, mit Social Media und alles Mögliche, was einem die Aufmerksamkeitsspanne auch vielleicht ein bisschen raubt. Thomas, ich danke dir, dass du uns das Ganze nochmal so ein bisschen aus der wissenschaftlichen Perspektive eingeordnet hast und dass du dir die Zeit genommen hast und das Durchhaltevermögen hier, das noch alles zum Laufen zu bringen. Das ist wirklich sehr, sehr cool und nicht selbstverständlich. Deswegen schön, dass du heute da warst. Auch dir wünsche ich noch einen wunderschönen Abend und gerne noch ein paar letzte Worte, wenn du hast.
01:16:35 Ja, ich habe mich sehr gefreut, heute hier dabei zu sein. Ich habe ja schon mal ein paar Streams angeguckt, eben wie gesagt besonders von The Big Greek, dem ich auch persönlich einmal begegnen durfte. Und ich finde es wichtig, dass sich die Wahrnehmung von Schach und Wissenschaft und Spaß und Spiel, dass sich das ein bisschen annähert oder dass sich das besser miteinander verträgt, dass man das nicht zu stark immer voneinander trennt. Also man kann Schach als Wissenschaft bezeichnen und auch wissenschaftlich untersuchen, aber man kann es auch als Spiel sehen und einfach nur Spaß haben.
01:17:04 Das sind schöne Worte. Vielen Dank, Thomas. Ich wünsche dir noch einen schönen Abend. Bitteschön. Schönen Abend. Ja, ciao.
01:17:10 Und der nächste Gast, der sich auch viel mit Spielen auskennt und auch Streamer hier auf Twitch ist, denn er macht Brettspiel-Content, ist Basti. Der eine oder andere kennt ihn vielleicht auch schon, denn wir hatten Basti hier schon mal auf dem Kanal zum Thema TCGs, war das damals. Da durfte ich die Sendung nämlich auch moderieren. Aber ich sehe gerade, er ist noch nicht am Start. Sonst mache ich erst mal mit dir weiter, Sonja. Und zwar kam eine Frage für dich aus dem Chat rein. Und zwar fragte ich Katharina, was sind die schachlichen Ziele von dir?
01:17:42 Tatsächlich einfach mal wieder mehr Schachspielen. Also ich muss sagen, ich habe mein letztes klassisches Turnier 2020 gespielt. Dann kam ja Corona und dann war das mit dem Schachspielen alles ein bisschen schwieriger. Ich habe meinen Fokus ein bisschen auf andere Dinge gesetzt. Und dann musste ich so ein bisschen damit kämpfen, dass ich gemerkt habe, dass natürlich...
01:18:05 ganz, ganz viel, was früher für mich selbstverständlich war, irgendwie so ein bisschen gefehlt hat. Also ich habe nicht mehr trainiert, ich habe natürlich dementsprechend auch keine Partien mehr gespielt, ich hatte das Gefühl, ich kann nicht mehr so tief rechnen wie früher, ich kann mich nicht mehr so gut konzentrieren wie früher und dann dachte ich mir so, ja, okay, gut, dann versuche ich einfach mal ein anderes Format von Schach und zwar habe ich mich dann für Freestyle entschieden, das bedeutet, dass es auch ganz normal...
01:18:32 Schach, wie man es kennt, also die Regeln sind die gleichen, nur dass die Figuren am Anfang anders stehen und die werden quasi Runde für Runde einfach neu ausgelost und dadurch ist quasi die Grundstellung immer unterschiedlich. Und da dachte ich mir so, okay, gut, dann versuche ich es einfach mal damit, um wieder in Schach reinzukommen. Und das hat mir extrem viel Spaß gemacht und deswegen ist mein Ziel, jetzt erstmal wieder mehr Turniere zu spielen und einfach ein bisschen mehr für mein persönliches Schach zu tun.
01:19:00 Ja, das hört sich auch spannend an mit dem Spielmodus. Zwischendrin ist Basti hier gerade reingekommen. AkaG. Du warst ja uns eben auch schon im Chat am Start. Basti, schön, dass du da bist. Ich habe ja gerade schon gesagt, du warst ja schon mal da. Und ich sehe gerade die erste Frage an dich und die muss ich direkt weiterleiten. Was hat Bro für einen Tisch? Also ich kann jetzt auch noch angeben und so ein bisschen die Farbe verändern und sonst irgendwas, wenn ihr da noch wollt. Da kann man auch eine Lichtshow anmachen zum Angeben.
Die Rolle des Schachs in der Gesellschaft und kulturelle Relevanz
01:19:2901:19:29 Ja, der geneigte Brettspieler, also eigentlich eher ja Leute, die so Tabletop-Games mit Miniaturen spielen, der braucht natürlich auch den passenden Tisch. Den haben wir hier. Den werden wir vielleicht später sogar noch mal sehen, weil ich habe was mitgebracht hier neben mir schon für heute. Aber erstmal wollte ich Hallo sagen. Hallo in die Runde. Schön, dass ich da sein darf. Ja, erstmal Hallo ist auf jeden Fall gut.
01:19:51 Basti, natürlich auch direkt an dich die Frage, wie bist du zum Schachspiel gekommen? Ich meine, du spielst ja offensichtlich sehr viele Brettspiele. Welche Rolle spielt Schach dabei für dich? Ist das nicht dann vielleicht schon wieder so ein bisschen langweilig, weil man hat ja schon wieder so viele tolle neue Spiele? Ja, also da kommt ja schon der erste Punkt. Ich fühle mich ja hier wie das Küken eigentlich in der Runde, nachdem ich, glaube ich, nicht 10.000 Stunden in Schach investiert habe.
01:20:13 wie es Jan vorhin so schön gesagt hat. Also ich bin, glaube ich, zu Schach gekommen, wie jeder zu Schach gekommen ist. Mein Vater hat mir das halt beigebracht, als ich vier, fünf Jahre alt war. Und ich glaube, das ist ja auch, wenn man sich diese 1500 Jahre Tradition anguckt, die meisten lernen das Schach ja dann doch in der Familie. Also du kriegst es von irgendwen beigebracht, sei es deinen Eltern, Geschwistern, dem Opa. Und dann spielt man das und dann ist man irgendwie auch immer noch heutzutage davon fasziniert.
01:20:40 Für mich geht die Faszination natürlich weiter. Also ich mache Brettspiele, das ist ja, eigentlich hat es ja gar nichts mit Schach zu tun. Und da denke ich mir immer, nee doch, weil alles, was ich hier stehen habe, gibt es nur deswegen, weil es Schach mal gab oder halt immer noch gibt und sich daraus halt auch andere Spiele abgeleitet haben, die man heute noch spielen kann.
01:21:00 Würdest du sagen, das merkst du auch noch so richtig in den Spielen, dass du irgendwie so sagen kannst, da kommen irgendwie Elemente her, ich merke, dass das jetzt quasi die Urenkel vom Schach sind? Ja, also vorhin hat einer gesagt, irgendwie Uno kann man auf dem Tisch spielen. Ich glaube, das ist eben der Unterschied. Schach ist ja überhaupt kein Glücksspiel. Wir fangen ja immer gleich an.
01:21:20 Und dann ist es reines Können, Gegner lesen etc. Es hat eigentlich 0,0 mit Glück zu tun. Man kann vielleicht mal Pech haben, aber man muss nicht Glück haben, in Anführungszeichen. Und die meisten Leute, die an Spiele denken, denken halt an Spiele, die mit Glück sind. Ich muss was würfeln, ich muss eine Karte ziehen und sonst irgendwas. Und dadurch habe ich manchmal ja gar nicht so unter Kontrolle, ob ich jetzt gewinne, verliere etc. Und dieses aber rein Strategische macht natürlich aus Schach eigentlich jetzt nicht unbedingt halt so ein...
01:21:50 das klassische Familienspiel, sondern ist ja ein strategisches Spiel, was sich ja durchaus eben auch an Erwachsene richtet, die davon begeistert sind. Weil das ist das, was mir im Brettspielhobby halt auffällt. Wenn ich zu normalen Menschen, normal, da fängt schon an, sage, ich habe ganz viele Brettspiele im Keller und ich spiele Brettspiele, dann sagen die immer ja, so Kindergesellschaftsspiele und so. Und sagt, nee, dann musst du so anfangen zu erklären. Die sagen dann ja sowas wie Monopoly. Und eigentlich ist die bessere Antwort zu sagen, nee, wie Schach.
01:22:15 Weil bei Schach kommt ja auch keiner ums Eck und sagt sofort, ach so ein Kinderspiel spielst du oder was? Wo jedem klar ist, Schach ist ja eine Sportart, das ist ja ein ernstzunehmendes Hobby. Ja, also die meisten Spiele, die ich spiele, sind auch ernstzunehmend, in Anführungszeichen. Die kann man auch exzessiv spielen auf Sieg, wenn man Bock hat.
01:22:33 Ja, und teilweise auch auf einem ganz anderen Level, als ein Kind das spielen könnte. Sona, du hast gerade schon von Freestyle erzählt, dass du das gerne spielst. Aber jetzt kommt mir natürlich die Frage, siehst du Schach auch in anderen Spielen? Spielst du andere Spiele? Spielst du vielleicht auch manchmal Videospiele auf Twitch?
01:22:49 Ich muss gestehen, ich bin nicht so der große Spieler von anderen Spielen. Also ja, UNO, Monopoly, Wizard, diese ganzen Klassiker. Und Mensch, ärgere dich nicht, vielleicht doch. Und danach wird es schwierig. Dann wird es tatsächlich schwierig. Also ich bin noch mit irgendwie so Mario Kart groß geworden und im Moment versuche ich mich an Mechabellum.
01:23:14 Und da habe ich so ein bisschen strategische Elemente, aber ansonsten muss ich sagen, habe ich tatsächlich nicht so viel Erfahrung in anderen Spielen und vor allen Dingen auch nicht so viel Erfahrung in Brettspielen. Ich glaube, da muss ich in die Lehre gehen. Die Einladung steht sofort, da können wir gerne Brettspiele zusammenspielen, da musst du mir halt natürlich hier Free Jazz, das klingt geil, nee Free Jazz, habe ich schon gesagt, nein Free Jazz, sowas, da spielen wir mal eine Runde Schach und dann machst du nicht Spaß.
01:23:42 Ja, sehr gerne. Das klingt jetzt aber so ein bisschen so wie, keine Ahnung, wie Stefan Raab, wenn er sagt, er will jetzt auch mal gegen die Weltmeisterin boxen. Ich gehe fest davon aus, dass du mich in allen Lebenslagen matt setzt im Schach. Da sehe ich schwarz bei mir.
01:23:57 Ich habe da einen guten Vorschlag für euch beide. Und da können wir direkt mal reingucken. Ich habe ein Video von Jan, wie er Gambonanza spielt. Und vielleicht ist das ja auch ein Spiel, was ihr zusammenspielen könnt. Wir schauen uns das mal an. Und vielleicht könnt ihr mir ein bisschen erklären, was abgeht. Weil ich muss sagen, ich finde das unglaublich verwirrend. Das, was ihr das Spielprinzip nicht kennt. Es geht darum, alle gegnerischen Figuren zu schlagen. Also Schachregeln. Hier nur auf kleinem Schachbrett. Es gibt keinen Schachmatt. Wir müssen die gegnerischen Figuren schlagen.
Gambonanza und kreative Schach-Varianten
01:24:2401:24:24 und darauf achten, dass unsere nicht geschlagen werden. Wir nehmen die Figuren mit ins nächste Level, also sollten wir so wenig Figuren wie möglich verlieren. Und dann gibt es hier Spiel-Dollar, die können wir in Gambits oder in besondere Felder investieren. Also, Roguelike, die ist das.
01:24:45 Da vielleicht direkt die Frage an dich, Sonja. Jetzt hast du es einmal gehört, wie es funktioniert. Ich weiß auch gar nicht, kennst du das Spiel schon? Und ist das was für dich? Also ich kenne das Spiel nicht. Ich glaube, ich habe einmal bei Jan kurz zugeschaut und dann war ich auch so, oh, es sieht aus wie Schach, aber es ist kein Schach, deswegen bin ich wieder raus. Aber ich glaube, wenn ich mich mal wirklich damit auseinandersetzen würde, dann könnte es mir vielleicht auch gefallen, ja?
01:25:11 Spannend. Auf mich wirkt es auch so ein bisschen, als würde man so Schachaufgaben lösen mit einer interaktiveren Komponente. Basti, wie sieht es für dich aus? Also ich habe das Spiel tatsächlich gespielt und ich bin gerade total irritiert, auf welcher Map Jan da unterwegs ist, weil ich bin grandios gescheitert schon in den ersten Maps, weil ich es unglaublich schwierig fand, weil ich bin, bei Schach spiele ich so ein bisschen aggressiv.
01:25:35 Das heißt, ich lasse mir gerne mal eine Figur abnehmen, aber bei dem Spiel ist es total scheiße, weil du halt nur zwei, drei Figuren hast und ganz schlecht wieder Figuren nachbekommst. Das heißt, er hat da auf jeden Fall besser gespielt. Aber prinzipiell, also das war eine ganz lustige Geschichte, das Spiel zu spielen, weil natürlich, das ist wieder der Vorteil, wenn man jetzt auch wieder auf Brettspiele oder auf Computerspiele geht.
01:25:58 Da gibt es ja genug Beispiele, aber sich auf so einem Schachbrettfeld zu bewegen, wie sich ein Springer bewegt, wie sich eine Dame bewegt, diese ganzen Grundregeln, die kennt ja quasi so gut wie jeder. Das ist ja fast schon, also fast schon, es ist ein Kulturgut. Jeder weiß, wie man Schach spielt. Und dann kannst du natürlich die Schachmechanik nehmen und daraus ganz neue Spiele.
01:26:19 wo du sagst, das hat mit dem normalen Schacht gar nichts mehr zu tun. Aber hier zum Beispiel, wir machen halt irgendwelche Sonderfähigkeiten, Sonderkarten, da sind noch irgendwelche Pac-Man-Geister in der Gegend umeinander. Das schadet ja auch dann, glaube ich, nicht dem klassischen Schacht. Das bleibt uns ja erhalten, sondern öffnet ja die Türen für ganz viele neue Geschichten, die man machen kann. Vor allem das hilft natürlich auch so ein bisschen dieser, ich sag mal, Universalität. Also, dass man...
01:26:44 gar nicht erst erklären muss, was man eigentlich macht, sondern so ein Grundverständnis für die Regeln schon irgendwie da ist, hilft ja auch immer wieder, Spieler zu finden und Leute auch zu begeistern, weil man einfach nicht wie bei einem sehr komplexen Brettspiel erstmal so ein kleines Booklet durcharbeiten muss und dann wissen alle immer noch nicht genau, was eigentlich Sache ist. Aber schauen wir mal weiter rein, beziehungsweise schauen wir noch nicht weiter rein, denn es kam halt die Frage aus dem Chat, jetzt habe ich sie leider verloren, und zwar wie das Spiel heißt, das heißt Gambo Nanza, nur dass ihr da auch nochmal Bescheid wisst, aber schauen wir jetzt mal weiter rein. Hey, stell was ein!
01:27:16 Er kann doch nicht alle Felder immer gedeckt halten. Okay, wir sind ein bisschen outnumbered. Muss mich auf Jorby verlassen. Rogue Smaxing steht im Chat, finde ich gut. Ich habe kein Feld auf dem ganzen Brett, ne? Ich glaube, er kann nur ein bisschen zwingend sein, ja. Warum frisst er die? Chat!
01:27:57 Ja, das ist eine gute Frage. Könnt ihr mir das sagen, warum frisst ihr die? Ich weiß es nicht, weil ich, wie gesagt, ich fand das unglaublich anspruchsvoll. Aber sehr, sehr spannend auch Jan dabei zuzusehen, wie er da auch sich überlegt, wie man die Level dann auch schaffen kann. Und auch, dass man die Figuren mitnimmt, finde ich ganz spannend. Also auch nur eins von vielen Schachspielen, die man natürlich auch spielen kann. Also ich habe schon gesehen, Chad hat heute ja auch schon gesagt, Liches, Aufgaben lösen kann man ja auch den ganzen Tag Zeit mit verbringen. Sonja, machst du sowas eigentlich viel zum Üben? So hauptsächlich so Schachaufgaben lösen oder würdest du sagen, wirklich einfach spielen ist das Ding?
01:28:28 Ich habe mir jetzt vorgenommen, wieder mehr Aufgaben zu lösen und ich muss sagen, heute zum Beispiel in meiner Mittagspause saß ich am Handy und habe ein paar Schachaufgaben gemacht. Wenn ich mal in der Bahn bin, mache ich ein paar Schachaufgaben. Also überall, wo man sonst irgendwie rumsitzt und vielleicht am Handy einfach irgendwie so dummscrollt oder so, versuche ich jetzt zu investieren, um Schachaufgaben zu machen. Und ansonsten, ja.
01:28:51 Gut, ansonsten hilft halt wirklich tatsächlich einfach sehr, sehr, sehr, sehr viel spielen. Aber ich finde, bei Taktikaufgaben ist halt das Gute, die dauern halt nicht so lange. Also natürlich, es kommt drauf an, was für eine Schwierigkeitsstufe man hat. Aber man hat dann eben auch diese kleinen Erfolgserlebnisse. Also immer, wenn man eine Aufgabe gelöst hat, denkt man sich so, ah, super. Und dann gibt es ja auch die Möglichkeit, quasi das auf Schnelligkeit zu machen und da dann zu sagen, okay, ich werde halt immer besser und löse immer mehr Aufgaben.
01:29:16 Oder man kann es ja auch mit Freunden zum Beispiel machen. Also ab und zu möchte ich das mit einer Freundin, dass wir quasi Puzzle Racer spielen. Das bedeutet, man kann mit mehreren Leuten auch zusammen spielen und dann guckt man, wer am Ende nach einer gewissen Zeit quasi die meisten Aufgaben gelöst hat. Und das macht halt auch sehr, sehr viel Spaß und hilft natürlich auch beim Schach.
Strategische Unterschiede zwischen Schach, Go und Schachvarianten
01:29:3601:29:36 FIBA 07 schreibt auch gerade im Chat, Mischung aus Taktikaufgaben und Partien ist eine gute Mischung. Und eine Frage an dich kommt gerade rein, Du hast je. Und zwar, was ist strategischer? Ich versuche doch, Way-T, also Go oder Schach? Was würdest du sagen? Ich glaube, das kommt auch ein bisschen davon ab, von welcher Kultur du kommst, nachdem Go ja aus dem Asiatischen kommt. Ich glaube, das ist beides strategisch. Dadurch, dass da 0,0 Glück involviert sind, ich glaube, da gibt es keinen Unterschied.
01:30:06 Also, Pat, Schach quasi, Pat nach 90 Zügen. Alles klar. Auch da vielleicht nochmal die Frage an dich. Also wir hatten jetzt gerade schon diese Glückskomponente rausgearbeitet und ich kriege jetzt ein bisschen das Gefühl, dass das auch das Thema ist, von wegen, wenn du halt Spiele spielst, wo es eine Glückskomponente gibt, dann kannst du ja quasi auch immer sagen, ah, ich hatte halt Pech. Ich habe nicht gewonnen, weil ich hatte halt...
01:30:28 Pech. Sonja, wie ist das für dich? Wir hatten eben schon viel darüber gesprochen mit der Emotionalität beim Spielen. Du hast eben auch schon gesagt, du verlierst nicht gerne bzw. gewinnst sehr gerne. Wie ist das für dich bei Turnieren, wenn du irgendwie merkst, jetzt läuft es gerade nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Kannst du dich da gut zusammenreißen? Es ist schwierig. Also ich muss sagen, als Kind sind viele Tränen geflossen. Da bin ich ganz ehrlich, ich bin da auch sehr emotional. Und das Problem ist eben auch, man kann die Schuld halt auch leider niemand anderem geben.
Emotionale Herausforderungen und Druck im Wettkampfschach
01:30:5601:30:56 Also wenn man verliert, ist man selbst schuld und hat dann auch irgendwie so einen gewissen Selbsthass. Also man überlegt dann auch, manchmal hatte ich das bei Turnieren, ich konnte dann auch nicht schlafen, weil ich die ganze Zeit an diese Situation gedacht habe, warum habe ich nicht den Zug gemacht oder warum habe ich nicht das gemacht und warum habe ich das übersehen?
01:31:12 Und es ist dann schon schwierig, das loszulassen und sich auf die nächste Partie zu konzentrieren. Aber im Endeffekt muss man das halt machen. Also, weil sonst kommt man da aus diesem Hamsterrad nicht mehr raus, sondern man muss halt wirklich sagen, okay, gut, die Partie ist nicht so gut gelaufen, dann ist man mal eine Stunde irgendwie ein bisschen schlechter drauf und dann geht es halt weiter, Vorbereitung für die nächste Partie und man muss das Beste draus machen.
01:31:34 Muss man auch nach vorne schauen. Ich höre gerade, wir haben sogar wen, der sich aus der Community gerade mit dazu geschaltet hat. Die Person würde ich gerade gerne nochmal hier mit zu uns in den Kreis bitten und reinholen. Das ist eine Gästin, wenn ich es richtig gesehen habe. Hi, magst du dich einmal kurz vorstellen? Hallo, kann man mich hören? Ja, wunderbar. Hi, ich bin Hannah und ich spiele seit 23 Jahren inzwischen Schach.
Siegeszug des analogen Schachs und Erfahrungen mit Unterrepräsentation
01:32:0001:32:00 Boah, das ist eine lange Zeit. Das heißt, wie alt warst du, als du angefangen hast? Sechs ungefähr. Wow, auch schon früh angefangen. Du hattest eben auch schon den T-T geschrieben, richtig? Ja, genau. Und was ist deine Schach-Journey so? Bist du heute, spielst du viel online, spielst du oft Turnieren? Ich spiele eigentlich sehr wenig online. Ich spiele lieber analog, face-to-face mit dem Gegner.
01:32:29 Genau, bin im Schachverein, gehe da regelmäßig zu den Vereinsabenden und spiele auch Mannschaften, manchmal Turniere oder ich möchte gerne mehr Turniere spielen, wenn die Arbeit das wieder zulässt, aber genau, online bin ich nicht so der Fan.
01:32:46 Das kann ich aber gut nachvollziehen. Also auch bei anderen Spielen merke ich das auch immer wieder, dass es echt toll ist, auch den Gegner sehen zu können, wenn man mit der Person zusammen spielt. Wie war so deine Erfahrung? Also wie bist du damals zum Verein gekommen? Du hattest ja eben geschrieben, dass es auch für dich manchmal schwierig war, dass du als Frau anders behandelt wurdest. Wie war da so deine Geschichte? Genau, also ich bin über meinen älteren Bruder zum Schach gekommen. Der war damals in der Grundschule unterfordert und die Lehre haben meinen Eltern gesagt,
01:33:16 Er soll was Intellektuelles machen, er soll sich geistig anstrengen. Und dann haben sie ihn in den Schachverein gesteckt und ich musste dann mitgehen. Und ja, hat sich im Endeffekt als sehr positiv herausgestellt. Ich bin, wie gesagt, immer noch sehr begeistert beim Schach. Es hat mich vollgepackt, tatsächlich mehr als mein Bruder.
01:33:37 Und bin dann auch relativ früh relativ gut geworden. Und gerade wenn man als Mädchen relativ alleine unter Jungs ist, ist es schon nicht immer einfach, gerade als Kind. Aber ja, auch ich habe die Erfahrung gemacht und wird oft anders behandelt. Also gerade.
01:33:58 wenn man, weiß nicht, zehn oder so ist, dass dann die Jungs ans Brett gekommen sind, haben sich einen ins Fäustchen gelacht, oh, ich muss gegen Mädchen spielen, das wird nicht so schwer. Und dann war es dann doch schwerer als gedacht. Ja. Ist ja wahrscheinlich auch... Ja. Ja, und so wächst man dann auf und dann wird es einfach irgendwann relativ normal, dass man sich mehr beweisen muss als andere.
01:34:29 Aber auch wichtig zu hören, also wenn du sagst, dann setzt du ja auch ein Zeichen, wo vielleicht andere kleine Mädchen das sehen können und auch sehen, es gibt einen Platz für uns und wir gehören auch irgendwie mit dazu. Hast du denn noch eine Frage eigentlich mitgebracht, die du vielleicht unseren Gästen stellen möchtest?
Chess.com-Turniere vs. PogChamps: Zugang für Amateure und Geschlechterungleichheit
01:34:4901:34:50 Also ich persönlich interessiere mich eher hauptsächlich für Vereinsschach und ich glaube, die meiste Bubble ist hier online unterwegs, aber ich würde ganz gerne wissen, warum geht ihr nicht mal in Vereinen? Also ich meine, Schachvereine gibt es wirklich in jeder Stadt, in jedem Dorf. Ich wohne auf dem Dorf, es gibt einen Schachverein mit über 30 Leuten. Es gibt die Locations, warum geht ihr nicht aktiv mal hin und trefft die Leute? Das ist so ein schönes Gefühl. Geht da hin.
01:35:16 Ich habe auch eben schon im Chat gelesen, dass es Leute gibt, die glaube ich schon planen, auch in den Verein zu gehen. Vielleicht auch da für euch, Chat, könnt ihr uns gerne nochmal sagen, seid ihr in einem Verein und wenn ja, seit wann und wenn nein, warum nicht? Ist ja eine gute Frage, die Hanna hier auch gerade mitgebracht hat. Hanna, ich habe noch eine letzte Frage an dich und zwar gibt es denn für dich auch eine Abwandlung von Schach, die du besonders gerne spielst oder spielst du hauptsächlich klassisch?
01:35:40 Ich habe eine Zeit lang sehr gerne Schogi gespielt. Ich spiele jetzt aktuell nicht mehr viel, aber ich habe tatsächlich auch so ein Schogi-Set zu Hause. Und weil ich mir die Schriftzeichen alle nicht merken kann, habe ich eine Kinderversion, da sind Hielchen drauf. Und da stehen dann, also die kann ich ein bisschen besser auseinanderhalten, aber das macht mir sehr viel Spaß. Das ist auch eine sehr interessante Abwandlung.
01:36:09 andere Art des Schachs, die mein Trainer damals mir gezeigt hat, die halt Parallelen und Unterschiede hat und dann haben wir mal so ein bisschen die verschiedenen Arten vom Schach verglichen, das ist super spannend und macht auf jeden Fall super viel Spaß.
01:36:25 Schuri, habe ich heute noch nicht gehört, habe ich auch im Chat heute glaube ich noch nicht gelesen. Ich lese gerade noch eine Frage auch mitunter an dich und zwar schreibt er von Ex-Soul, sind Mädchen auch in Vereinen noch immer so unterrepräsentiert? Ist das auch deine Erfahrung? Ja, leider schon. Leider massiv. Also ich war als Kind
01:36:49 Ich war immer das einzige Mädchen in der Jugend. Ich war in mehreren Vereinen durch Umzüge und so weiter. In einem Verein hatte ich ein anderes jugendliches Mädchen, die war mit mir im Verein. Ansonsten war ich immer alleine. Und auch jetzt in meinem aktuellen Verein sind wir zwei Frauen. Beziehungsweise ich und ein kleines Mädchen, die auch Begleitung zum großen Bruder ist.
01:37:17 Es ist immer noch unterrepräsentiert, aber je mehr Leute dahin gehen, je mehr Frauen dahin gehen, desto mehr Zeichen setzen wir und desto mehr locken wir vielleicht andere Frauen auch an.
01:37:28 Das stimmt auf jeden Fall. Hanna, ich danke dir, dass du dich dazu geschaltet hast und uns ein bisschen von deiner Erfahrung erzählt hast. Ich hoffe, du bleibst uns noch am Chat erhalten und ich würde dich dann hier erst mal wieder entlassen und wirklich vielen Dank, dass du hier reingekommen bist. Vielen Dank für die Einladung. Gerne, gerne. Sander, da vielleicht direkt an dich die Frage auch weiter, ist es auch so deine Erfahrung, dass es immer noch viel zu wenig Frauen in den Vereinen gibt? Ja, also absolut.
Podcasts als Plattform für Schachbotschafterinnen und gesellschaftliche Relevanz
01:37:5501:37:55 Es gibt wirklich viel, viel, viel zu wenige Frauen und auch Mädchen, die Schach spielen, also nicht nur die im Verein sind, sondern die generell einfach Schach spielen. Ich habe eine Zeit lang auch Schulschach gemacht und auch da war es so. Also selbst in den Schulschach-Geschichten waren halt auch wieder wesentlich mehr Jungs dabei als Mädchen. Und da hieß es dann halt ganz, ganz oft von den Mädels, ja, meine Freundin geht halt lieber ins Turnen und deswegen will ich dann auch lieber das.
01:38:23 Und ja, deswegen, es gibt wirklich viel, viel, viel zu wenige Frauen und Mädchen. Und deswegen, falls ihr Interesse an Schach habt, da kann ich ihr dann nur zustimmen. Guckt mal, ob ein Verein in der Nähe ist und schaut es euch einfach mal an.
01:38:37 Du hast ja zum Beispiel aber auch mit anderen Streamerinnen wie Maluna schon zusammengestreamt, richtig? Und ich glaube, ihr habt Hand and Brain gespielt, wenn ich mich gerade nicht irre. Würdest du denn auch sagen, also habt ihr das Gefühl, dass dann da im Chat auch viele Mädchen und Frauen mit dabei sind und dass ihr da auch irgendwie eine inspirierende Rolle einnehmt?
01:38:56 Das kann ich mir schon vorstellen. Also man weiß es natürlich nie so genau, wie viele Frauen dann wirklich so dabei sind. Aber ich muss generell Maluna auch einen großen Dank aussprechen, weil sie ja schon durch die Rocket Beans Geschichte und so was und durch Zugzwang eben auch zum Schach gekommen ist und dann dementsprechend auch öfter mal Schach gestreamt hat. Und tatsächlich haben mich auch sehr, sehr viele Nachrichten erreicht von Leuten, die so gesagt haben, hey,
01:39:22 Wir haben bei Maluna mal reingeschaut und dann sind wir irgendwie zu dir oder noch zu anderen Shaf-Streamerinnen gekommen und haben dann selbst angefangen, Shaf zu spielen und sind dann eventuell auch in den Verein gegangen. Also deswegen auch ein Riesendank an so eine große Streamerin, die so gesagt hat, okay, ich versuche einfach mal, Shaf zu spielen und ich gucke mal, wie es funktioniert. Und auch wenn ich vielleicht nicht die Beste darin bin, ich habe einfach Spaß dabei und ich versuche, das anderen Menschen auch weiterzugeben. Und ja, deswegen bin ich ihr da sehr, sehr dankbar. Und ich denke auch, dass sie viele andere Frauen damit erreicht hat.
01:39:52 Ich glaube, Maluna ist auch ein gutes Beispiel dafür. Man konnte sehr gut sehen, dass sie sich da so reingefuchst hat und auch viel gespielt hat. Und dann auch diese Verbesserung zu sehen war auch sehr, also für mich sehr scary, weil ich musste gegen sie spielen und ich hatte wirklich richtig Schiss davor. Aber das war trotzdem sehr beeindruckend auch zu sehen, dass man nicht mit fünf anfangen muss, um gut zu werden, sondern es einfach wirklich auch eine Übungssache ist und jeder auch ein gutes Level erreichen kann. Ich lese dazu auch gerade im Chat.
01:40:20 von Max Mustermann. Da ist leider die Überschneidung zum Brettspielbereich. Da gibt es auch viel zu wenig Frauen in der Bubble. Basti, kannst du das bestätigen? Ja, leider. Also ich meine, hier sitzt erstmal die Bestätigung schon mal. Das ist Punkt 1 und Punkt 2. Die Statistiken sind relativ hart, dadurch, dass es ja Autorinnen gibt. Nur 8% der modernen Brettspiele stammen überhaupt erstmal von Frauen oder weiblich gelesenen Personen.
01:40:48 Und wenn so wenig Spiele überhaupt rauskommen, werden halt auch viele Spiele nicht gespielt, weil vielleicht das von den Themen nicht passt. In den Spieletreffs gibt es so ein bisschen manchmal Gatekeeping, weil alles ein bisschen halt noch rückgewandt ist und halt sehr eingewachsene Strukturen noch gibt, die sich halt aufbrechen müssen. Also ich glaube, die Schachwelt unterscheidet sich nicht weit von der Brettspielwelt und die unterscheidet sich halt auch nicht von generellen gesellschaftlichen Problemen, die es halt überall an jeder Stelle gibt. Also warum soll es in dem Hobby anders sein als in jedem anderen Hobby leider?
01:41:18 Ja, da sind wir auch wieder ein bisschen bei den Nerds angekommen. Da zieht es sich ja teilweise auch sehr, sehr stark durch. Ich finde es ja total schade, um mal auf Schach zurückzukommen. Ich meine, wir reden hier von einem Spiel, was prinzipiell jeder Mensch auf der ganzen Welt spielen kann und wo jeder mit denselben Voraussetzungen anfängt. Also du, wenn wir an Jan denken, okay, ist ein bisschen ein Running Gag, dass er sagt, man muss ja eigentlich nicht mal schlau sein für Schach. Und dann sagt er trotzdem, dass er natürlich der Schlauste ist im Schach. Also da ist ja schon sehr viel Augenzwinkern dabei.
01:41:47 Aber letztendlich musst du ja nur die Regeln verstehen und egal welche Hautfarbe, Herkunft, Bildungsstand, Geschlecht, das ist ja alles vollkommen egal. Religion, man spielt eine Runde Schach zusammen und es ist ein fairer Wettkampf. Deswegen ist Schach ja auch ein Sport. Das ist ja dann auch nicht anders wie in jedem Profisport, wo du halt aufeinandertriffst und auf eine faire Art und Weise einfach herausfindest, nicht wer ist der Stärkere, wer gewinnt, ist manchmal gar nicht so das Entscheidende, sondern wer...
01:42:16 Wer kann das halt besser? Wer hat einfach mehr Zeit investiert? Wer ist der Beste? Nicht, wer ist der Gewinner manchmal? Ich finde, das Bild sieht ja manchmal so kriegerisch aus, aber darum geht es gar nicht beim Sport, weil die Fairness ja immer überwiegt, im Normalfall auch.
01:42:33 Das stimmt. Thomas hat ja auch eben schon eingeordnet, dass er gesagt hat, das ist wahrscheinlich auch alles so gesellschaftlich bedingt, sondern ist das auch so deine Wahrnehmung? Und dazu noch die Frage von Just Two Thoughts. Hat sich in der Schach-AG denn was verändert, als du dann die Leitung übernommen hast?
01:42:49 Also ich muss sagen, ja, bei der Schach-AG-Leitung, dadurch hat sich tatsächlich was geändert. Also sind tatsächlich ein paar mehr Mädels dann vorbeigekommen, weil sie sich dann auch so dachten, ah, okay, da ist vielleicht auch eine Lehrerin. Das schafft ja vielleicht auch nochmal so ein bisschen mehr, so, ja, dass man so das Gefühl hat, ah, okay, das macht auch eine andere Frau. Deswegen, ja, da waren dann ein paar Mädels, die dann auch zusätzlich mal geguckt haben, sich das mal angeschaut haben. Das fand ich sehr, sehr schön. Und, ähm,
01:43:19 Ansonsten, was war nochmal der Anfang der Frage? Ob das auch so, dass du auch sagst, es ist alles so gesellschaftlich bedingt, dass wir hier diese krassen Unterschiede sehen und dass das eigentlich nur daherkommt und das System ja auch irgendwie so ein bisschen, ich will nicht sagen gegen Frauen, aber es behandeln Frauen und Männer halt anders. Ja, diese Frage, warum sind Männer besser als Frauen im Schach, ist halt so eine Frage, die höre ich schon seit Ewigkeiten.
01:43:48 Man wird die auch immer und immer und immer wieder dann gefragt und ich habe darauf einfach keine Antwort. Ich glaube, es sind viele verschiedene Faktoren. Es gibt auch viele verschiedene Ansätze, um das irgendwie zu erklären. Ich glaube auch, dass es zum Teil auf jeden Fall gesellschaftlich ist, einfach weil wesentlich weniger Frauen eben Interesse an diesem Sport zeigen. Was da alles jetzt wirklich die Wahrheit ist, warum es so ist, wie es ist, weiß ich nicht, aber ich weiß nur, ich würde gerne was daran ändern.
01:44:17 Das ist ein guter Punkt. Und ich lese auch gerade von Steckemar. Ironischerweise ist auch die Dame die stärkste Figur im Schach. Und ich finde, das zeigt es irgendwie ganz gut auf, dass es doch irgendwie eine gewisse Ironie da drin gibt. Aber ich lese auch gerade ganz, ganz viele Nachrichten im Chat, die auch einen positiven Wandel zeigen. Denn Baby Chewbacca schreibt auch, ich versuche es meinen beiden Töchtern auch alles näher zu bringen.
01:44:41 Und ich glaube, am Ende, anders kann man es ja auch gar nicht machen. Nicht jeder wird wahrscheinlich zu Schach finden, aber gerade diese Möglichkeit zu bieten und da auch das Interesse zu wecken, ist wahrscheinlich auch ein großes, großes Thema, was wir in vielen Nerd-Bereichen sehen. Also auch bei Gaming hört man ja immer wieder, dass so die Mädels hatten dann halt kein Gameboy oder kein PC oder sonst was. Und mehr als diese Angebote zu machen, kann man glaube ich erstmal auch gar nicht erwarten, aber das ist halt super, super wichtig, um auch Frauen dazu motivieren und auch dafür einen Platz zu schaffen.
01:45:11 Ich lese gerade super viel im Chat mit. Ich habe noch eine Frage an dich, Sonja, zum PogChamp vor zwei Monaten. Ich meine, das Preisgeld ist deutlich höher als beim TT und für Spieler wie mich, die bei 1700 ELO sind, gibt es da irgendwie gar keine Möglichkeiten. Ist das fair von FIBA 07? Da musst du uns vielleicht ein bisschen abholen und das einmal einordnen, weil ich bin nicht ganz in der Thematik drin. Genau, also es gibt quasi so ein Format, das nennt man PogChamps, das sind Streamer.
01:45:38 die außerhalb der Schach-Bubble sind, aber zusammenkommen und ein Schachturnier spielen, einfach um quasi Schach ein bisschen besser zu repräsentieren. Ja, also so wie die Rocket Beans mit ihrem Turnier, mit diesem Zugzeugturnier, gibt es das eben auch in Amerika, dass sie sich halt die großen Streamer zusammensuchen und hier in Deutschland war das eben auch mit unseren Streamern. Und dann gibt es den Title Tuesday, also TT und das ist quasi ein Turnier von Chess.com, wo nur Titelträger...
01:46:07 teilnehmen dürfen. Also Leute, die WCM, CM, IM, also die ganzen Titelträger, also die Titel, die es halt gibt. So. Und wenn du kein Titelträger bist, dann kannst du dort auch nicht teilnehmen. So. Und diese PogChamps-Geschichte, ich weiß nicht, ob die mittlerweile dann irgendwie auch nochmal anders aufgenommen worden ist oder in der wievielten Auflage es die mittlerweile gibt, aber für
01:46:33 Ich sag mal, Spieler, die jetzt nicht unbedingt einen Titel haben, ist es halt schwierig, auch Preisgeld online zu gewinnen, so wie eben die Titelträger bei Title Tuesday. Deswegen, ich weiß gar nicht so genau, inwieweit es auch für Amateure dann eben dieses Turnier gibt und ob die halt dort irgendwie was an Geld gewinnen können. Diese Pogchamps-Geschichte sind halt wirklich nur ausgewählte Leute und nicht die breite Masse. Deswegen...
01:47:02 Ja, ich weiß halt auch nicht, welche Sponsoren da mit dahinter stecken, wenn man eben so ganz große Streamer da an der Angel hat. Das sind dann natürlich auch immer ganz andere Geschichten. Und ja, deswegen ist es da schwierig, schwierig zu sagen, warum da dann zum Beispiel mehr Geld rein investiert worden ist, als für einen Fertil-Tuesday zum Beispiel.
01:47:22 Das stellt sich natürlich auch immer die Frage bei Turnieren, wie die ganze Struktur dahinter eigentlich funktioniert und wie sich dann auch so Preisgeld entwickeln. Ich habe eigentlich noch ganz viele Fragen an dich, aber es ist spät und wir haben leider nicht mehr so viel Zeit. Aber eine Sache will ich noch von dir wissen, weil Katharina ja auch hier mit im Chat ist und ihr beide habt ja zusammen einen Podcast. Und deswegen würde ich gerne noch von dir wissen.
01:47:45 Erstmal, wie schafft man es eigentlich, einen Podcast über Schach zu machen und da so viel drüber zu reden? Und zweitens, ist Schach nicht irgendwann auserzählt? Oder wie macht ihr das in der Zukunft noch weiter? Also wir haben eigentlich angefangen mit so ein bisschen allgemeinen Themen und auch quasi im Sinne von, ja, okay, wie ist es als Frau im Schach? Also wir haben dann auch von unseren eigenen Erfahrungen berichtet und wir hatten uns halt vorher so gesagt, okay, ne.
01:48:08 Wollen wir überhaupt einen Podcast machen? Worüber wollen wir überhaupt reden? Und dann lachten wir so, okay, so viele weibliche Podcasts im Schachbereich gibt es halt gar nicht. Und dann wollten wir erst mal so von uns erzählen, von unseren Erfahrungen. Und dann sind wir ein bisschen umgestiegen in die Thematik, was gibt es für aktuelle Turniere? Und da komme ich auf deine zweite Frage zurück. Nee, es hat sich nicht auserzählt, weil es immer wieder neue Turniere gibt und immer wieder Neues zu erleben und immer wieder Neues zu berichten. Immer wieder neue Schachspüle, die dazukommen.
01:48:37 Und wir wollen ja auch wieder selber spielen. Und deswegen können wir dann auch wieder über unsere eigenen Erfahrungen berichten. Und so geht es dann einfach immer weiter. Das hört sich gut an. Vor allem schreibt, oh Gott, Kexson MK gerade, das Schach wird niemals matt stehen. Und ich finde, das ist ein sehr, sehr schöner Satz, um das so zusammenzufassen. Sonja.
01:48:58 Danke, dass du heute da warst. Es war unglaublich spannend, mit dir zu sprechen und ich wünschte, wir hätten irgendwie noch eine Stunde extra gehabt, weil es gibt wirklich ganz ganz viele Sachen und ich merke es ja selber gerade, es ist nicht auserzählt. Man kann über wirklich so viele Facetten sprechen. Ich finde es aber richtig schön, dass du uns auch heute nochmal aufgezeigt hast, dass wir viele Mädels im Schach brauchen und auch da sich man nicht abschrecken lassen soll.
01:49:19 Ja, vielen Dank, dass du heute da warst. Ich würde dich jetzt in den Abend entlassen und auch an euch, Chat. Lass doch gerne ein Follow bei Sonja da. Vielleicht gibt es ja bald Gambonanza oder andere Spiele auch auf ihrem Kanal zu sehen. Aber auf jeden Fall bestimmt auch Schach, oder? Ja, auf jeden Fall. Und vielen, vielen Dank für die Einladung und euch noch ganz viel Spaß. Dankeschön. Schönen Abend noch.
01:49:40 So, Basti, jetzt kommen wir zu deinem Tisch. Jetzt sind wir noch hier. Ja! Jetzt sind wir noch hier. Denn ich wollte, ich habe da natürlich auch drauf gewartet. Du hast ja schon eben ein bisschen angeteast, du hast uns ja was vorbereitet auch mit deinem Tisch. Du kannst ja nicht nur diese Kamera benutzen, sondern du hast ja auch noch eine richtig coole andere Ansicht. Und du wolltest uns ja noch ein bisschen zeigen, wie man auch so ein bisschen das Schach in neueren Spielen wiederverhältnissen kann. Ja, genau. Ich habe einfach mal das hier mitgebracht. Nee, kleiner Scherz.
Moderne Brettspiele mit Schachmechanismen: Von Unitama bis Paradoxien
01:50:0901:50:09 Nur um den Übergang vom Schach zum modernen Brettspiel. Ich meine, das hat jeder irgendwie bei sich unter seinem, selbst ich habe es ja anscheinend hier, darum soll es natürlich nicht bei Brettspielen gehen, aber irgendwie hat das ja jeder. Und ich habe mal ein bisschen geguckt, es gibt über 500 moderne Brettspiele, die sich Schachmechanismen geklaut haben. Ich habe die meisten davon nicht gespielt, muss ich fairerweise zugeben. Es ist gerade im asiatischen Raum super gefragt, aber ich habe...
01:50:35 Ich habe mal zwei Spiele mitgebracht, die sich so ein bisschen vom Schach inspirieren lassen und das aber abwandeln.
01:50:43 Ich fange mal damit an. Das ist ja auch asiatisches Thema. Unitama nennt sich das. Und ich zeige das mal von oben. Und noch sieht es ja einfach nur wie eine nette Box aus. Jetzt kommt aber das Spannende, wenn man das nämlich auspackt, dann wird man sehen, dass das durchaus Ähnlichkeit mit Schach hat, weil wir haben hier ein Schachbrett. Auf so einer Matte. Und wir spielen auch mit so asiatischen Schachfiguren.
01:51:09 Die Transition war gerade so smooth. Ich war gerade so beeindruckt, dass du einfach da so rübergeschaltet hast. Das habe ich gemacht, nicht eure Techniker. Ihr müsst das mal kurz appreciaten, wie cool das gerade eigentlich war. Also Beschleichwerbung, wenn ihr Brettspiele in Action sehen wollt, könnt ihr auch bei mir manchmal reinschalten, nicht nur bei den Schachtspielern. Genau, also das heißt, es gibt halt auch Bauern und Könige, halt hier mit Dojo und Meister und so weiter. Aber was ist jetzt das Spannende? Was funktioniert hier anders? Und das ist eigentlich ganz geschickt gemacht. Und zwar, wir haben Spielkarten.
01:51:37 Und die Spielkarten werden benutzt, um die Figuren zu bewegen. Aber wir kriegen per Zufall zwei Karten und haben jetzt Bewegungen, wie wir uns halt bewegen können mit den Figuren. Und jetzt kann man sagen, okay, also das heißt, jeder hat andere Möglichkeiten, also der Gegenspieler hat andere Möglichkeiten wie ich. Aber jetzt kommt der Gag. Sobald ich zum Beispiel sage, ich möchte mich mit dieser Figur, also jetzt müsste die hier stehen, ich will mich mit der nach da bewegen, weil das die Karte sagt, muss ich die Karte meinem Gegner geben.
01:52:05 Und ich kriege aber eine neue Karte vom Gegner zurück. Das heißt, wir tauschen die ganze Zeit unsere Regeln und dadurch kriege ich wieder diesen Schachgedanken, weil ich jetzt nämlich Züge vorplanen kann. Also erstmal ist es Glückssache, welche Karten ich habe, aber ich sehe, was ich gegebenenfalls wieder zurückbekomme. Ich weiß, was ich dem Gegenspieler gebe und so kann ich meine Züge vorplanen. Ich gewinne entweder, weil ich halt hier oben reinmarschiere oder weil ich so einen König weghaue. Das sind die Regeln. Das habe ich schon die ganzen Regeln erklärt.
01:52:31 Das ging schnell und ich habe es sogar verstanden. Normalerweise bin ich immer diejenige, die am Tisch sitzt und sagt, lass mal erst mal spielen, ich check das dann schon. Aber spannend, dass man da ja auch quasi die Möglichkeit der Züge überhaupt erst mal übergeben muss. Du hast ja gar nicht alle Züge quasi zur Verfügung, sondern diese Karten machen das irgendwie aus. Und es kann auch manchmal sein, dass du Karten hast, mit denen du nur nach rechts laufen kannst und nicht nach links und dann sagst, aber ich will dich links angreifen, aber ich habe gar keine Karte, mit der ich das kann. Das ist echt ganz cool gelöst.
01:53:00 Bringt ja auch nochmal so eine andere Ebene mit rein, weil ich finde das gerade ganz spannend, weil eine Glückskomponente haben wir da ja jetzt auch nicht, richtig? Sondern das ist ja auch alles Strategie, aber eben mehr abhängig vom Gegner irgendwo, richtig? Genau, also wir kriegen einmal die Glückskomponente beim Auslosen der Karten, so welche Züge habe ich, aber ab diesem Zeitpunkt ist nichts mehr Zufall, sondern alles können. Also das ist schon ganz geschickt gelöst.
01:53:25 Vor allem so ein bisschen dann wie das Freestyle-Schach, wo die Schachfiguren überall random irgendwo stehen. Ja, so ein bisschen ist es da auch, dass sich da die Regeln andauernd ändern. Und dann hätte ich noch ein zweites Spiel mitgebracht. Jetzt wird es richtig cool, weil ich habe im Chat vor einer halben Stunde gelesen, wann denn dieses Star Trek 3D-Schach auch irgendwann mal in Mode kommt.
01:53:48 Und ich habe was anderes mitgebracht. Und zwar habe ich einen Schach mitgebracht, dass man in drei Zeitzonen gleichzeitig spielt. Also da will ich mal den Jan dabei sehen, ob er dann immer noch sagt, da muss man jetzt nicht intelligent für sein. Ich merke schon, wir müssen hier glaube ich auch nochmal so eine Spielrunde bei Mixed Talk machen, wo wir einfach nur spielen. Das muss ich jetzt erklären. Wir können jeden Tag was rausziehen. Also, the time you killed me. Es geht quasi darum, den Gegenspieler zu töten, also einfach nur die Figur vom Schachbrett zu fegen.
01:54:16 Aber wir haben nicht ein Schachbrett, sondern jetzt kommt wieder die Smothered Transition. Wir haben drei Schachbretter gleichzeitig. Und die drei Schachbretter symbolisieren drei verschiedene Zeitzonen, in denen wir gerade spielen. Wir spielen in der Gegenwart und in der Zukunft und in der Vergangenheit gleichzeitig. Und was bedeutet das jetzt? Ich mache mal hier so zwei nebeneinander. Ich könnte also eine Figur in der...
01:54:44 Vergangenheit schlagen, dann gibt sie es aber auch nicht mehr in der Zukunft. Also das heißt, wir spielen auf mehreren Brettern gleichzeitig mit den gleichen Figuren. Schlage ich die in der Vergangenheit, gibt es die nicht mehr in der Zukunft. Schlage ich sie in der Zukunft, ist sie in der Vergangenheit aber immer noch da. Ist ja logisch, so funktioniert Zeitreisen. Jetzt kann ich aber aus der Zukunft auch wieder in die Vergangenheit reisen, um da einen Zug zu machen.
01:55:08 Das heißt, ich muss auch aufpassen, kann mich einer matt stellen mit der Figur in der Zukunft, weil er könnte jetzt in die Vergangenheit reisen und er scheint dann an der Stelle und könnte mich schlagen.
01:55:17 Du kannst dann auch so Paradoxon auslösen und es gibt dann ganz schlimme Erweiterungen, also vier an der Zahl, die sind in diesen Kisten, die will ich jetzt gar nicht so sehr verraten, aber du kannst auch so Sachen machen, wie dass du in der Vergangenheit einen Baum pflanzt, der dann in der Zukunft genau an der Stelle steht, wo jetzt eine Figur steht und die Figur wird natürlich dadurch weggehauen, weil da jetzt ein Baum auf einmal entstanden ist, weil ich den in der Vergangenheit gepflanzt habe. Ein total abgefahrenes Prinzip. Das hört sich an wie die schwierige Komponente vom Schach.
01:55:45 wie ich zumindest sehr schwierig finde, dieses Alles-Voraussehen, nur noch mit extra Layern. Das klingt nach Big Bang Theory. Der Chat hat voll recht, genau. Das ist sehr Big Bang Theory. Stimmt, da musste ich eben auch dran denken mit diesem 3D-Charter. Genau das dachte ich auch eben.
01:56:01 Tobi schreibt auch zum Beispiel gerade, ich fühle mich gerade auf der Spielemesse in der Essen. Kann ich auch verstehen, wie das zustande kommt. Und Board Game B schreibt auch, The Time You Killed Me ist wirklich cool, aber es hat ja wirklich nur die Bauernfiguren unters Feld. Mich hat da bei den ersten Partien der Schachvergleich eher irritiert, dass sich ja dann doch ganz anders spielt.
01:56:19 Ja, also das ist ja das Spannende, weil man könnte ja sagen, warum will ich denn Schach in einer anderen Variante spielen? Jetzt kommt es ja, dass diese modernen Spiele ja nicht versuchen, Schach 1 zu 1 umzusetzen. Ich hätte ja noch ein Beispiel, das habe ich nicht hier. Es gibt ein Beispiel für ein Spiel, jetzt muss ich wieder gucken, wie es heißt, ich kann mir den Namen nicht merken, und zwar Match of the Century. Und das ist ganz schlau, das ist ein Schachspiel, was quasi 1972 nachstellt, die große Meisterschaft Amerika gegen Russland, der Kalte Krieg.
01:56:48 und überträgt das Schachspiel in den politischen Konflikt. Und man spielt zwar auf einem Schachbrett, aber man versucht gleichzeitig auch politisch im Kalten Krieg Lösungen zu machen. Und man spielt quasi Schach und Politik gleichzeitig in einem Spiel, was eigentlich mit Schach fast gar nichts mehr zu tun hat. Aber ist natürlich auch super spannend, weil es ja klar, okay, ja, da kann man sich auch noch daran erinnern, dass damals so das Wettrennen war, wer hat denn den größten Schachweltmeister? So, das war ja auch...
01:57:13 Teil der Kriegsführung, in Anführungszeichen, wer im Sport auf einmal der Bessere ist. Es ist generell ganz spannend zu sehen, weil woran ich eben auch denken muss, ist so die Auto-Chess-Games. Also es gab ja früher bei Dota Auto-Chess, jetzt gibt es bei League of Legends TFT und auch da, es hat ja eigentlich mit Schach gar nichts mehr zu tun, aber dieser Begriff, der hat sich irgendwie auch gehalten, auch in diesen Entwicklungen, wenn man das überhaupt noch darauf beziehen möchte. Aber was mich auch jetzt interessieren würde, ist, warum
01:57:41 Würdest du denn sagen, es gibt jetzt diese ganzen Entwicklungen davon, es gibt diese ganzen Arten, du hast uns jetzt zwei davon gezeigt, beziehungsweise drei. Warum hält sich denn aber das originale Schach nach über 1500 Jahren immer noch und ist immer noch relevant?
01:57:55 Ja, zum einen, weil es halt einfach so simpel und gut in sich ist. Also das hat ja, das hat nicht zu viel Regeln, aber auch nicht zu wenig. Und durch die fehlende Glückskomponente etc. ist es halt so ein easy to learn, hard to master. Also wer sich an seine erste Schachpartie zurückerinnert, der stellt fest, dass er wahrscheinlich überhaupt gar keine Chancen hatte.
01:58:17 und voll überfordert war. Aber im Normalfall passiert dann entweder, dass man sagt, hey, das liebe ich oder das hasse ich. Wenn du es liebst, wirst du einfach noch ganz viele Partien machen, weil du dann einfach sagst, boah, das muss ich erst mal alles verstehen, was da möglich ist und so weiter. Und ich glaube generell, dass der Mensch spielt natürlich auch gern.
01:58:37 Das kommt dazu. Also es gab so Zeiten, wo man sagt, ja, ob Erwachsenenspiele wirklich interessant sind. Aber gerade Schach steht ja auch so ein bisschen in dem Ruf, so ein Manager-Spiel zu sein, dass man da so Skills hat fürs Berufsleben, Soft-Skills. Und ich glaube, dass das auch immer noch hilft. Also ich habe eine Zeit lang, wo ich extrem, extrem harten Job hatte, habe ich meine Freizeit immer mit Sachen wie, keine Ahnung, Lego-Steine bauen, Brettspiele spielen, sowas benutzt, weil du kriegst klare Aufgaben, klare Regeln.
01:59:06 Und kannst jetzt einfach tun, musst man keine, also das ist, du wirst so, du wirst dann so manchmal auch gespielt und so, das, und gleichzeitig hast du aber danach nicht das Gefühl, also nach einer Stunde Schachspiel hast du jedoch nicht das Gefühl, dass du deine Zeit jetzt sinnfrei auf der Couch verbracht hast, sondern du hast doch eigentlich das Gefühl, dass du dir was richtig Gutes getan hast und dass du auch ein bisschen schlauer dabei geworden bist irgendwie, weil es dich gefordert hat. Und das macht schon den Reiz aus, so, finde ich.
01:59:34 Das schreibt auch gerade, genau ähnlich deiner Meinung, Nils Knopf schreibt auch gerade, Schach ist eine sehr gute Möglichkeit, das Gehirn am Arbeiten zu halten. Und das, was du gerade ansprichst mit diesen klaren Aufgaben, das kann ich tatsächlich auch gut nachvollziehen. Ich spiele zum Beispiel super gerne Kochspiele, weil man immer diese gleichen Abläufe hat, die man machen muss. Und man fühlt sich irgendwie auch produktiv, weil da was dabei entsteht. Ich meine gut, das hat jetzt vielleicht nicht mehr viel mit Schach zu tun, bin ich ganz ehrlich. Aber das Prinzip kann ich auf jeden Fall nachvollziehen. Diese klaren Abläufe und auch wenn mal ein Problem kommt, das ist ja auch, Schach ist ja irgendwo auch problemlos.
Psychologische und kulturelle Dimension des analogen Schachs
02:00:0402:00:04 Problemlösung. Wenn der Gegner was macht, was du nicht antizipiert hast, dann hast du ein Problem und dann musst du erst mal überlegen, wie kann ich das jetzt gut lösen und aus meinen Ressourcen, seien es jetzt die Spielsteine oder die Züge oder was auch immer, das Beste irgendwie auch mit herausholen. Vorausschauend. Entschuldigung, ich wollte dich nicht unterbrechen, aber vorausschauend sein. Improvisieren ist ja auch ein Thema. Also ja, du musst dir diese ganzen Pettern merken, aber dann kommt irgendwas, das hast du eben noch nicht gelernt.
02:00:31 Und hast aber nicht die Zeit, jetzt fünf Stunden drüber nachzudenken. Also da musst du auch mal improvisieren und so weiter. Also das fordert schon auf ganz, ganz vielen Ebenen, was einem manchmal gar nicht bewusst ist, wenn man Schach spielt, weil man eigentlich sagt, naja, ich bewege halt eine Figur übers Brett. Das ist irgendwie alles. Aber da musst du schon ganz schön viel Skills mitbringen, um da am Ende zu gewinnen. Eine weitere Komponente, die wir heute ja auch immer wieder gehört haben, das fand ich auch übrigens sehr spannend. Es gab so einige Themenfelder, wo wir gefühlt...
02:00:59 wo alle Spieler die gleiche Meinung vertreten haben. Dieses Face-to-Face-Spielen ist ja auch bei Brettspielen ein großes Thema. Also klar, es gibt auch Tabletop-Simulator und wir kennen Chess-Com-Com, wir kennen Light Chess, wir kennen alles Mögliche. Lead Chess, ich hab's schon wieder falsch ausgesprochen. Aber das ist ja echt eine Komponente, auch heute haben wir gehört, dass sehr viel gerne auch Angesicht zu Angesicht gespielt wird. Was glaubst du, warum ist gerade so dieses analoge Spielen auch so beliebt? Was macht das genau aus?
02:01:28 Also wenn du das natürlich in einem Wettstreit siehst und so weiter, dann gehört natürlich die psychologische Komponente auch ein bisschen mit dazu. Also den Gegner lesen, den Gegner unter Druck bringen. Es ist schon was anderes, wenn du an einem Tisch sitzt und vielleicht 100 Leute um dich rum zugucken, während du gerade irgendein Match machst. Oder ob du online nachts um drei im Bett irgendwie auf chess.com irgendwas spielst. Also das ist schon ein Unterschied. Und ich glaube, beides braucht es. Also ich liebe die Faszination.
02:01:54 Das haptische, also anfassen, Figuren bewegen, das Schlagen, dass die Figur wirklich umfällt, dass man seinen König hinlegt und sich geschlagen gibt und so weiter. Das ist ja Popkultur, den König hinzulegen. Das passiert ja leider online nicht, dass es sich genau so anfühlt. Und gleichzeitig finde ich es super, dass es digitale Angebote gibt, also so rein digital, weil es ja das Hobby, ob das jetzt Schach ist oder Brettspiele im Allgemeinen, halt super breit macht.
02:02:23 Und zugänglich für ganz viele Menschen, die vielleicht nicht unbedingt in die Öffentlichkeit konnten. So was mag es ja auch geben, die dann trotzdem teilhaben können. Und dann noch die Mitte auch noch mitzunehmen, zu sagen, hey, Leute, die Spiele streamen, ob das jetzt Schach ist, ob das jetzt Brettspiele ist oder sonst irgendwas. All das hilft, glaube ich, allen Hobbys, Sichtbarkeit des Ganzen. Also gerade jetzt, wenn es darum geht, warum ist Schach gerade so beliebt.
02:02:49 Ich glaube das auch, dass viele Gestreamer und die Berichterstattung dort auch einen hohen Beitrag gemacht hat. Während der Pandemie haben die Leute was gesucht, was sie machen können, ja. Aber auch da wurde viel gestreamt und da wurde eben auch viel Schach gestreamt etc. Also ich glaube, das gehört da einfach alles zusammen. Und mal gucken, wo sich das hinentwickelt, das Thema Schach. Also für mich ist das auch nicht tot.
02:03:16 in Anführungszeichen, im Sinne von jetzt ist die KI da und die ist besser. Das hat Jan auch ganz gut gesagt, im Sinne von, das hatten wir vor 30 Jahren schon. Das ist uns eigentlich völlig egal, dass der Computer jetzt schlauer ist, als wir in dem Game.
02:03:29 Ja, es geht ja auch ganz oft einfach um das Spielen. Klar, wir haben heute gehört, so diese Competitiveness spielt so eine richtig große Rolle. Also zumindest haben das sowohl Sonja als auch Jan gesagt, dass Verlieren da auf jeden Fall gar keinen Spaß macht. Und ich habe auch im Chat eben nochmal gelesen, wer verliert schon gerne. Und natürlich ist das ein Punkt. Aber würdest du sagen, dass diese Competitiveness bei anderen Brettspielen oder auch bei den Brettspielen, die von Schach inspiriert sind, genauso stark am Start ist wie beim Urgroßvater Schach?
02:03:57 Also der Trend bei Brettspielen geht lustigerweise eher ins Kooperative. Also die modernen Brettspiele versuchen eher friedlich auszukommen. Das liegt aber auch ein bisschen daran, dass das Brettspiel halt auch an vielen Stellen sich immer um Kolonialismus gedreht hat und da so ein bisschen eingestaubt war und man jetzt ein bisschen auch versucht, dass es...
02:04:19 dass es gerade im Familienspielsektor halt nicht so viel Streitereien kommt. Also jeder weiß bei Monopoly, das hat die eine oder andere Ehe und Freundschaft gekostet. Beim Schach ist das irgendwie normal und lustigerweise, glaube ich, ist beim Schach es irgendwie anerkannter, wenn ich gegen den anderen verliere, dann irgendwie mit Respekt, habe ich das Gefühl. Bei einem Brettspiel kann das manchmal ein bisschen haariger werden mit dem Dirty Talk am Tisch, hatte ich das Gefühl.
02:04:47 Also das hat man bei Brettspielen eigentlich nicht so sehr kopiert, sondern ich glaube, es war eher der Versuch zu sagen, wie kann ich ein modernes Brettspiel machen, was eben auch Erwachsene anspricht und was dich eben geistig fordert. Also wo du nicht einfach nur stumpf würfelst und eine Zahl auf den Block einträgst. So Spiele gibt es ja auch. Also wer sowas spielen will, kann das ja machen. Aber das ist ja nicht unbedingt das,
02:05:17 wo du... Ja, wobei, doch, das ist auch ein gutes Spiel, so, aber das hat jetzt mit Schache wieder nichts zu tun.
02:05:25 Ja, Hannah schreibt zum Beispiel auch gerade in den Chat, ich finde kooperative Brettspiele langweilig, ich möchte die volle Dosis Rivalität. Also das lese ich und höre ich echt so viel raus heute, dass Schachspieler auf jeden Fall competitive sind. Die sind nicht da, um Freude zu machen. Ja, muss so sein. Also doch, natürlich auch. Aber das ist auf jeden Fall das Ziel. Man möchte gewinnen. Und Alla Welstub schreibt zum Beispiel auch, Schach ist zeitlos. Taktisches Eins-gegen-Eins, das nicht nur als Grandmaster Spaß macht. Und ich löse total gerne Taktikaufgaben, ist quasi mein Gehirnjogging. Also auch irgendwie so ein bisschen...
02:05:53 die Weiterentwicklung vom gemeinsamen Kreuzworträtsel lösen, nur vielleicht ein bisschen anspruchsvoller auch an der Stelle. Aber ja, dieses Gemeinsammachen ist ein großes Thema, man spielt das eben auch zusammen und du hast ja gerade schon erklärt, warum auch gerade dieses analoge Spielen so eine große Rolle spielt. Wie würdest du dann sagen, ist so die kulturelle Rolle von Schach eigentlich?
02:06:13 Ja, auch da bin ich natürlich nicht Profi, aber ich glaube, das, was wir schon gehört haben und das, was jeder weiß, ist, dass wir es natürlich auch bei Schach eigentlich mit Popkultur zu tun haben. Also nicht nur normale Kultur, sondern wenn man natürlich Queen's Gambit, jetzt hatten wir als Beispiel, wir hatten Gambonanza, also Schach trifft man an so vielen unterschiedlichen Sachen und Notfalls ist dein Boden, wie Schach gefließt, in Anführungszeichen. Also Schach ist ja allgegenwärtig und Schach ist ja auch...
Schach als Medium für Popkultur und gesellschaftlichen Austausch
02:06:4002:06:40 ein bisschen kulturübergreifend, sprachübergreifend. Also das heißt, ich habe jetzt vorhin gelesen, dass man den König gar nicht im Schachbett hinlegt. Da seht ihr mal, wie wenig Ahnung ich von Schach habe. Aber irgendwo eine Schachfigur hochzuhalten in einem Land, wo ich die Sprache nicht spreche und mit der was zu machen, verstehen die anderen. Aber das heißt, das hat schon so einen Bekanntheitsgrad und ist so in uns übergegangen, dass ich da schon sage, ich glaube, dass du es auch deswegen nicht wegkriegst.
02:07:08 Also wie ich es am Anfang gesagt habe, wo ich es gelernt habe, so hat es wahrscheinlich jeder gelernt. Von seinem Papa, von seiner Mama, vom Opa oder so. Und allein, was du von deinen Eltern gelernt bekommst, das hat irgendwann für dich, wenn du mal richtig alt bist, dann irgendwann auf einmal doch eine Bedeutung. Als Kind verstehst du das ja nie. Aber irgendwann später denkst du dir, geil, jetzt kann ich das meinen Kindern auch beibringen. Ich habe meinen Kindern auch Schach beigebracht, wie ich ihnen das Schwimmen beibringe. Das ist irgendwie eine schöne Aufgabe, wenn man das darf.
02:07:36 Ja, und du sprichst auch einen guten Punkt an, das kann auch Jung und Alt spielen. Also ganz viele moderne Spiele ist es ja auch so, dass vielleicht die jüngeren Leute das immer wieder mitnehmen, auch gerade wenn ich an Videospiele halt denke und die älteren Generationen da ja gar nicht mehr so drin sind und auch vielleicht diese Schwelle des Mediums gar nicht überschreiten können. Und wie du schon sagst, wenn man eine Schachfigur hochhält, dann wissen die Leute, was gemeint sind. Also da die Menschen zusammenzubringen und auch diese Schwelle irgendwie zu überwinden, dass da auch Jung und Alt zusammenkommen und auch auf jedem Level gespielt werden kann.
02:08:04 Ist auch nochmal eine schöne Sache, die du ja gerade eigentlich, finde ich, schön rausgearbeitet hast. Tobi schreibt auch, Schach ist auch politisch. Das hast du ja eben auch schon gesagt. Alles ist politisch. Das Politik- und Schachspiel. Aber das finde ich eine sehr, sehr schöne Einordnung. Glaubst du, die nächsten Jahre kommen da nochmal spannende, schachinspirierte Spiele auf uns zu?
02:08:26 Ja, auf jeden Fall. Und jetzt auch vor allem, gerade wenn ich jetzt höre, auf Twitch wird mehr Schach gespielt. Ich habe ja auch die Hoffnung, dass auf Twitch mal mehr Brettspiele gespielt wird. Also eigentlich habe ich die Hoffnung nicht, weil ich lebe ganz gut in meiner Nische mit dem, was ich mache. Aber es gibt viel zu wenig, die das tun. Und jetzt sind wir hier auf Twitch und wir müssen den Leuten ja nicht erklären, wo die Faszination darin liegt, Leuten beim Spielen zuzusehen, weil...
02:08:49 Jeder, dem man das erzählt, der nicht im Twitch-Game ist, der sagt ja immer, das ist doch ganz langweilig. Und dann kannst du als Antwort sagen, ja, und wie ist es, jemandem zuzugucken, der Geige spielt? Das ist ja auch nicht so geil, wie selber Geige spielen. Trotzdem setzt du dich zwei Stunden lang hin und hörst dir das an. Also nichts ist doch cooler, als Jan Gustavson zuzugucken, wie er Gambonanza spielt und so. Das hat auch einen hohen Unterhaltungswert. Von daher glaube ich, dass...
02:09:11 Die Schachszene lebt davon und ich glaube auch Brettspielszene und auch alle Szenen davon, wenn wir nicht nur immer zurückgucken, wo wir hergekommen sind und das bewahren so. Klar, seit 1500 Jahren gibt es Schach und so wird es halt gespielt, so sind die Regeln. Aber wenn man sich da auch freimachen kann und kann sagen, hey, ich freue mich über alles, was Neues passiert, wenn die mit einer 3D-Brille Schach am Mount Everest spielen wollen, ist das genauso lustig, wie wenn ich mit meinem Brieffreund mir die Züge per Postkarte hin und her schicke.
02:09:37 Das gehört alles dazu. Alle dürfen mitmachen und gerne mehr Sichtbarkeit für Frauen. Das hast du sehr schön gesagt. Rasti, das hast du wunderbar gesagt. Und deswegen würde ich sagen, wir machen doch heute jetzt erstmal hier so langsam zu. Schön, dass du auch heute da warst. Danke auch, dass du das eben so cool mit deiner Kamera nochmal mitgebracht hast und uns auch die Spiele gezeigt hast, die eben Schach auch irgendwie weitertragen. Das hat mir persönlich sehr, sehr gut gefallen. Und ja, danke, dass du dir die Zeit genommen hast. Schön, dass du da warst und auch dir wünsche ich noch einen wunderschönen Abend.
02:10:08 Ja, danke, dass ich da sein durfte. Bis dann, ja. Tschüss. Bis dann. Chat, aber ihr rennt hoffentlich noch nicht weg, denn wir haben jetzt natürlich noch hier unsere kleine 5-Minuten-Chat-Zeit. Ob es ganze 5 Minuten sind, das weiß ich nicht. Aber ein großes Danke an euch. Ihr habt heute so fleißig mitgechattet. Auch ich habe mir wieder natürlich diese größte Mühe gegeben, alle eure Nachrichten zu lesen. Es hat mir ein bisschen leid getan, ich konnte nicht alle Fragen an Sonja stellen. Wir hatten einfach nicht genug Zeit. Aber ich habe gute Neuigkeiten für euch.
02:10:36 Denn wir schicken euch gleich weiter zu Sonja. Aber vorher würde ich gerne noch mal von euch wissen, wie hat es euch eigentlich heute gefallen? Lasst uns gerne eine Note von 1 bis 10 da, eins des Schlechtestes zu 10, das Beste. Wie war das für euch heute? Ich habe gesehen, ihr habt euch selber stark gefreut als Thema. Das freut uns natürlich auch sehr, dass wir da die richtigen Leute getroffen haben und dass ihr auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort wart. Sehr, sehr cool, euch mit dabei gehabt zu haben.
02:11:00 Ja, ich fühle mich jetzt gerade auch schon wieder motiviert, doch wieder ein bisschen mehr in Schach reinzugehen und doch mal zu gucken, ob ich vielleicht noch was reißen kann. Ich muss sagen, der erste Anlauf war nicht ganz so erfolgreich, aber vielleicht braucht es auch einfach ein bisschen mehr Durchhaltevermögen. Ich meine, sehr sicher braucht es das, weil Jan hat uns gesagt, bei Schach kommt es auf jeden Fall darauf an, sehr viel, sehr, sehr viel zu üben und sehr viel Zeit zu investieren.
02:11:20 Und BoardGameBee schreibt doch gerade nächstes Mal dann Brettspiele als Thema. Guter Punkt, guter Punkt. Also nächstes Mal auf jeden Fall nicht, das kann ich dir sagen, denn nächste Woche ist mein Kollege Marvin an den Start. Und der redet mit euch über das Thema Neurodivergenz. Also alle möglichen Sachen, die da drunter fallen. Vielleicht sind ja sogar ein paar neurodivergente Menschen unter euch. Ich würde euch empfehlen, dann den Follow-Button zu klicken, weil dann verpasst ihr das nicht. Nächste Woche zur gleichen Zeit am gleichen Ort, also hier auf dem ARD-Twitch-Kanal.
02:11:47 Und genau, ich freue mich auch sehr, sehr doll drauf. Ich hoffe, ich kann das noch mitnehmen und auch im Chat mit am Start sein. Und ich sehe auch hier gerade schon Tipps. Liebte, seid gute Lerneinheiten. Sehr gut zu wissen für mich.
02:12:01 Nur mit Wüffeln ist auch sehr, sehr gut. Also, vielen Dank, dass ihr heute da wart. Buri dann schreibt auch 7 von 10. Okay, da ist aber noch Luft nach oben. Nehme ich nochmal mit. Nirgnaf schreibt auch eine 8. Und Elli sagt 11 von 10. Das höre ich natürlich besonders gerne. Vielen lieben Dank, Elli. Sehr, sehr nett von dir. Und Max schreibt auch, danke, euch war ein schöner Tag. Auch danke, Max, dass du heute so fleißig mitgechattet hast. Sehr, sehr gute Fragen auch gestellt.
02:12:24 Kann man nicht anders sagen. Liebe geht natürlich auch immer an euch raus, Chat. Immer sehr, sehr schön, dass ihr da seid. Ich hoffe, ihr macht es euch jetzt noch gemütlich im Raid zu Sonja aka Blumanda. Und da könnt ihr mit Sicherheit auch noch viele, viele Fragen stellen, die ihr heute jetzt nicht mehr hier losgeworden seid. Oder euch einfach ein bisschen von Schach berieseln lassen, ein bisschen mit ihr quatschen. Ich glaube, das wird auch noch sehr, sehr cozy an der Stelle. Ja, wo wir uns nächste, oder wo ihr die ARD nächste Woche wiedersehen könnt, das habe ich euch gesagt.
02:12:51 Ich bin dafür erst mal raus, aber ich wünsche euch noch einen wunderschönen Abend. Mein Name ist Lucia und wir sehen uns hoffentlich bald auch wieder bei einem anderen Thema. Vielleicht Board Games, vielleicht auch nicht. Bis zum nächsten Mal.