LIVE ab 11:00 Uhr - Die konstituierende Sitzung des neuen Bundestag

Kontroverse bei Bundestagseröffnung

Transkription

Die konstituierende Sitzung des 21. Deutschen Bundestages begann mit einer hitzigen Debatte. Nach Ablehnung des AfD-Antrags hielt Gregor Gysi als dienstältester Abgeordneter die Eröffnungsrede. In seiner ausführlichen Stellungnahme sprach er über Frieden, Soziales und die deutsche Einheit.

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Einleitung und Begrüßung

00:04:24

Der Stream startet mit einer Begrüßung der Zuschauer. Der Moderator, carstenjahn_teamheimat, begrüßt die Zuschauer und stellt den Livestream zur konstituierenden Sitzung des 21. Deutschen Bundestages vor. Er spricht von einem historischen Moment und einer Sitzung, die für Gesprächsstoff sorgen werde. Nach technischen Einstellungsprüfungen wird bestätigt, dass das Bild- und Tonsignal sowohl auf Twitch als auch auf X einwandfrei funktioniert. Er kündigt an, dass der Alterspräsident Gregor Gysi seine Rede halten werde und denkt dabei an die Kontroverse um die Geschäftsänderung, die einen AfD-Alterspräsidenten verhinderte.

Beginn der Sitzung und Kontroverse um den Alterspräsidenten

00:11:40

Die konstituierende Sitzung beginnt offiziell. Der vorsitzende Abgeordnete erklärt, dass das am längsten dem Bundestag angehörende Mitglied den Vorsitz führt, bis ein Präsident gewählt ist. Die AfD-Fraktion widerspricht dieser Praxis und beantragt, dass das am ältesten Mitglied den Vorsitz übernimmt. Dr. Bernd Baumann (AfD) wirft Union, SPD und Grünen vor, als Parteienkartell eine frühere Einberufung verhindert und gegen den Wählerwillen das Grundgesetz geändert zu haben. Er kritisiert die Änderung der Geschäftsordnung, um den rechtmäßigen Alterspräsidenten Alexander Gauland auszuschließen, und bezeichnet dies als erbärmlich und perfid.

Erwiderungen der anderen Fraktionen

00:13:30

Thorsten Frei (CDU/CSU) verteidigt die Praxis des dienstältesten Alterspräsidenten und betont, dass parlamentarische Erfahrung und Routine wichtiger sind als das Lebensalter. Er verweist auf den Chaos während der Eröffnungssitzung des Thüringer Landtags mit einem AfD-Alterspräsidenten. Katja Mast (SPD) stimmt Frei zu und äußert sich über das Besondere des Tages und die Rolle des Alterspräsidenten. Christian Görke (Die Linke) wirft der AfD vor, selbst ein Geschäftsmodell auf Diskriminierung und Ausgrenzung zu setzen und erinnert an deren Antrag von 2021, der Ostdeutsche benachteiligt habe.

Rede von Gregor Gysi als Alterspräsident

00:16:54

Nach Ablehnung des AfD-Antrags durch alle anderen Fraktionen hält Gregor Gysi (Die Linke) seine Eröffnungsrede. Er erklärt, dienstältester, nicht ältester Abgeordneter zu sein, und erwähnt seine Bundestags-Kandidatur im Jahr 1990. Er würdigt frühere Alterspräsidenten aus verschiedenen polit Lagern und dankt der Präsidentin des 20. Bundestages, Bärbel K. Bas. Gysi spricht von einer schweren Zeit mit vielen bewaffneten Konflikten und verurteilt den völkerrechtswidrigen Krieg Russlands gegen die Ukraine. Er plädiert für eine neue Friedensordnung in Europa und für Deeskalation.

Themen von Gregor Gysis Rede: Frieden und Soziales

00:34:38

Gysi differenziert in der Sicherheitspolitik zwischen einer Mehrheit, die auf Abschreckung durch Bundeswehr setzt, und einer Minderheit, die für Deeskalation und Diplomatie plädiert. Er kritisiert die hohen Rüstungsausgaben Deutschlands im Vergleich zu Frankreich und die Rolle der privaten Rüstungsindustrie. Er fordert eine breitere politische Kultur und eine ehrlichere Sprache in der Politik und schlägt überparteiliche Gremien vor, um Themen wie Rente, Steuergerechtigkeit und das Gesundheitssystem offen zu diskutieren. Gysi spricht auch über die Energiekrise, Inflation und die Belastung für einkommensschwache Bürger.

Weitere Themen: Nahost-Konflikt und historische Verantwortung

00:43:11

Gysi befasst sich eingehend mit dem Nahost-Konflikt. Er erinnert an die Geschichte des Antisemitismus und die deutsche Schuld im Holocaust. Er betont die besondere deutsche Verantwortung für Israels Sicherheit und souveräne Existenz, warnt aber vor einer Instrumentalisierung der deutschen Schuld. Gleichzeitig fordert er eine verstärkte internationale Förderung der Zwei-Staaten-Lösung und die Anerkennung der Palästinenser in einem eigenen Staat. Er kritisiert die israelische Regierung und deren glaubt, den Konflikt rein militärisch lösen zu können.

Gysi zur inneren Einheit und Ost-West-Gleichstellung

01:00:20

Ein zentraler Punkt von Gysis Rede ist die unvollendige deutsche Einheit. Er würdigt die friedlichen Demonstranten in der DDR, kritisiert aber gleichzeitig, dass die DDR auf Stasi und Mauertote reduziert wurde. Er führt Fehler bei der Wiedervereinigung auf, wie die Stilllegung von Bahnstrecken und den Abriss von Wohnungen, und nennt die verpasste Chance, positive Errungenschaften der DDR wie Kitas zu übernehmen. Gysi fordert die neue Bundesregierung auf, Fehler bei der Einheit einzuräumen und sich zu entschuldigen. Er plädiert für eine sofortige tarifliche und rentenrechtliche Gleichstellung von Ost und West.

Gysis Ausblick auf die internationale Lage

01:04:49

Zum Abschluss seiner Rede skizziert Gysi die internationale Lage und die Rolle der USA unter dem möglichen Präsidenten Donald Trump. Er erinnert an die historischen Konferenzen von Jalta und Potsdam und warnt vor der Bedrohung der NATO und der westlichen Allianz. Trumps Ankündigung, militärische und wirtschaftliche Bündnispflichten aufzukündigen und Grönland oder den Panama-Kanal einzufordern, stelle eine existentielle Bedrohung dar. Gysi sieht eine große Gefahr darin, dass die USA China nicht als Herausforderung, sondern als Vormacht betrachten und die Demokratie in den USA abbauen wollen.

Demokratiedefizit und Vorschläge zur Stärkung

01:07:35

Es wird das Demokratiedefizit sowohl von außen als auch von innen angesprochen. Ein Sprecher weist darauf hin, dass Argumente wie Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit an Gewicht verloren haben und kritisiert die Anfragen zu NGOs. Er fordert die Einrichtung eines Gremiums durch den Bundespräsidenten, um diese Grundlagen zu sichern, in dem demokratische Vertreter aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen vertreten sein sollen. Dies ist im Interesse der Demokratie und der Bürger des Landes unerlässlich.

Historische Perspektive und Vorschläge für Feiertage

01:09:48

Die Rede greift historische Themen auf, insbesondere die Beendigung des Zweiten Weltkriegs, und schlägt vor, den 8. Mai und den Frauentag (8. März) zu bundesweiten gesetzlichen Feiertagen zu erklären. Die Gründe dafür sind die historische Bedeutung als Befreiung für das deutsche Volk und die Erinnerung an die Verpflichtung zur Gleichstellung der Frauen. Es werden auch positive Eigenschaften der Berliner angesprochen, die auf den Zuzug neuer Abgeordneter wirken.

Kritik an Reden und politische Konflikte

01:11:37

Der Streamer kommentiert kritisch die zuvor gehaltenen Reden, insbesondere die von Gregor Gysi, und wirft ihm vor, NGOs und linke Vorfeldorganisationen zu schützen. Er bezeichnet dies als unangemessene Schlusswendung. Es folgen teils aggressive Reden von AfD-Abgeordneten wie Stefan Brandner, die Union und andere Parteien scharf attackieren. Der Vorwurf der Unehrlichkeit und des Systems in der polit Kommunikation wird laut, was zu Spannungen führt.

Beratungen zur Geschäftsordnung und Ablehnung von Anträgen

01:21:21

Der Fokus verlagert sich auf die Beratungen zur Geschäftsordnung des Bundestages. Die Fraktionen von SPD, Grünen und Linken sprechen sich für eine starke Demokratie und eine Verschärfung des parlamentarischen Ordnungsrechts aus, während sie die AfD-Anträge ablehnen und deren Kritik als Missbrauch des Parlaments ablehnen. Es wird eine zügige Reform der Geschäftsordnung und eine verbesserte Resilienz gegen antidemokratische Kräfte gefordert. Die Anträge der AfD werden abgelehnt.

Abstimmungen über Geschäftsordnung und Präsidentschaft

01:33:16

Es erfolgt eine Abstimmung über die Weitergeltung der Geschäftsordnung und die Anträge der AfD. Die Anträge der AfD zur Änderung der Geschäftsordnung werden mit den Stimmen von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken an den Ausschuss überwiesen und somit abgelehnt. Der Antrag der demokratischen Fraktionen zur Weitergeltung der Geschäftsordnung wird angenommen. Anschließend wird festgelegt, dass die Fraktion Die Linke die Nachfolge der Gruppe der 20. Wahlperiode antreten kann.

Wahl der Bundestagspräsidentin und Kritik am Wahlverfahren

01:37:42

Die konstituierende Sitzung führt zur Wahl der Bundestagspräsidentin. CDU und CSU schlagen Julia Klöckner vor. Der Streamer kommentiert die Wahl kritisch und sieht darin eine Tradition, die nur für bestimmte Parteien gelte. Er äußert auch Kritik an der Wortwahl anderer Redner, insbesondere der AfD, und warnt vor zu aggressiver Rhetorik im Bundestag. Er äußert seine Skepsis bezüglich der Wahl eines Bundestagsvizepräsidenten durch die AfD.

Kritik an der Parteielite und der EU

01:49:43

Der Streamer übt scharfe Kritik an der politischen Elite in Deutschland und der EU. Er wirft der CDU vor, eine rein Machtpartei zu sein, die ihre Versprechen nicht einhält. Er kritisiert die EU als undemokratisches Konstrukt von Eliten und Konzernen und bezweifelt deren Legitimation. Er äußert die Ansicht, dass das Ziel der Eliten ein Superstaat Europa ist, und fordert eine schnellstmögliche Lösung des EU-Problems.

Analyse des Wahlverhaltens und politische Zukunft

02:03:03

Der Streamer analysiert die Wahlergebnisse und das politische Potenzial der AfD. Er stellt fest, dass im Westen Deutschlands immer mehr Wähler der AfD zuneigen, der jedoch noch hinter den neuen Bundesländern liegt. Er ist der Überzeugung, dass bei weiterem Missmanagement der Regierungsparteien in den neuen Bundesländern eine AfD-Regierung bald möglich sein könnte. Er betont die Bedeutung der Westdeutschen für einen politischen Wandel und kritisiert die demografische Entwicklung bei den etablierten Parteien.

Analyse der Wählerstruktur und politischen Entwicklungen

02:10:05

Die jüngeren linken Wähler werden wahrscheinlich von der Realität zu anderen Positionen führen, ähnlich wie es bei früheren Generationen der Fall war. Die Altparteien, besonders CDU und CSU, leiden unter dem Demografieproblem und der Überalterung ihrer Wählerbasis, was zu einer langsamen Veränderung der politischen Landschaft, auch in traditionellen Hochburgen wie Bayern, führen könnte. Parallel dazu wird die ausufernde Antifa-Bewegung als ein 'Regierungsschutzprogramm' bezeichnet, das mit Gewalt agiere und nichts mehr mit dem ursprünglichen Anliegen zu tun habe.

Kritik an der Gesetzgebung und Wahlverfahren

02:13:15

Es wird heftig kritisiert, dass das neue Gebäudeenergiegesetz nur eine Umbenennung des umstrittenen Heizungsgesetzes sei und keine tatsächliche Verbesserung für die Bürger darstelle. Dies wird als 'Wordings-Trick' bezeichnet, bei dem sich die Regierung inhaltlich nichts ändert, aber den Anschein von Reformen erweckt. Zudem wird die knappe Wahl von Julia Klöckner zur Bundestagspräsidentin thematisiert und spekuliert, dass das Ergebnis bereits vorher abgesprochen gewesen sein könnte, da die Wahl mit 338 Stimmen nur knapp über der erforderlichen Mehrheit lag.

Demonstrativer Protest im Plenum

02:21:24

Während der Rede des Alterspräsidenten Gregor Gysi hat ein CDU-Abgeordneter demonstrativ das Buch 'Die Täter sind unter uns' von Hubertus Knabe gelesen. Dieser politische Akt gilt als klare Provokation und wird als mutiger Protest gewertet, der symbolisch die Vergangenheit der Linken thematisiert und die Kontinuität zu ehemaligen SED-Funktionären thematisiert. Im Live-Chat wird dieser Schritt als 'geniale Scheiße' und als 'starker Mut' gefeiert.

Julia Klöckner wird zur Bundestagspräsidentin gewählt

02:43:12

Julia Klöckner (CDU) wurde mit 338 Stimmen zur Bundestagspräsidentin des 21. Deutschen Bundestages gewählt. Sie erhielt damit nur knapp die erforderliche Mehrheit von 316 Stimmen. In ihrer Antrittsrede sprach sie von einer 'Verpflichtung' und kündigte an, unparteiisch, unaufgeregt und unverzagt agieren zu wollen. Sie forderte einen zivilisierten Umgangston, mehr Kompromissbereitschaft und eine stärkere Rolle des Parlaments gegenüber der Regierung.

Kernpunkte der Antrittsrede von Klöckner

02:48:49

Die neue Bundestagspräsidentin Julia Klöckner betonte in ihrer Rede die Notwendigkeit einer 'neuen Vertrauensbeziehung' zwischen Bürgern und Politikern. Sie stellte klar, dass Mehrheiten keine 'Kartelle' seien und eine starke Opposition das Fundament der Demokratie sei. Sie kündigte an, die Geschäftsordnung zu reformieren und das parlamentarische Fragerecht zu stärken, um die Kontrolle der Regierung auszubauen. Sie appellierte an den 'geistigen Aufbruch' in Deutschland und warnte vor der Gefahr von Hass und Desinformation im digitalen Raum.

Wahl der fünf Stellvertreter der Präsidentin

03:17:37

Nach der Wahl der Präsidentin erfolgte die geheime Wahl der fünf Stellvertreter. Für die Fraktionen wurden nominiert: Andrea Lindholz (CDU/CSU), Gerold Otten (AfD), Josefine Ortlepp (SPD), Omid Nouripour (Bündnis 90/Die Grünen) und Bodo Ramelow (Die Linke). Die Wahl fand mit verdeckten Stimmkarten statt. Beobachter mutmaßen, dass AfD-Kandidat Gerold Otten wahrscheinlich nicht die nötige Mehrheit erhalten wird, da seine Zugehörigkeit zur AfD als hinderlich gilt.

Ereignisse und Kommentare vor der Abstimmung

03:29:43

Der Streamer kommentiert die Ankunft der Abgeordneten im Plenarsaal. Er äußert sich über den Sitzplatz der AfD, wird aber ungeduldig, da die Wahl des Bundestagspräsidenten auf sich warten lässt. Er äußert sich positiv über eine Rede von Julia Klöckner und zitiert deren Aussagen zum Wahlrecht, das er als eine von der Ampelregierung initiierte "Sauerei" betrachtet. Gleichzeitig beschreibt er die Äußerungen von US-Politikern über Europa als erbärmlich und schildert die Nachrichten über die anstehenden Steuererhöhungen durch die SPD als Wahnsinn.

Zwischenfälle während der Wartephase

03:42:41

Der Streamer wundert sich über die lange Dauer der Auszählung für die stellvertretenden Bundestagspräsidenten. Er kritisiert die Versuche der NGOs in Deutschland, Ministerämter zu beeinflussen und schildert den Fall des zurückgetretenen Agrarministers-Kandidaten Günther Feistner. Parallel dazu wird er ungeduldig über die wiederholten technischen Ausfälle auf der X-Plattform und die mangelnde Geschwindigkeit des Streams und beklagt die fehlende Transparenz der deutschen Massenmedien in US-Berichterstattung.

Der Fall Björn Höcke und die politische Zerrissenheit

04:28:42

Der Streamer verteidigt Björn Höcke intensiv gegen die Vorwürfe des Faschismus. Er argumentiert, dass die Vorwürfe gegen ihn, insbesondere im Zusammenhang mit seinem behinderten Vater und aus dem Kontext gerissenen Zitaten, absolute Lügen seien. Er beschreibt Höcke als Persönlichkeit, von der die etablierten Parteien Angst hätten, weil sie die Menschen mobilisieren und an ihn glauben würden. Er sieht in der Behandlung Höckes einen Armutszeugnis für die Demokratie und eine gezielte Dämonisierung.

Ergebnis der stellvertretenden Präsidentenwahl und Reaktion

04:54:14

Das Ergebnis der Wahl der stellvertretenden Bundestagspräsidenten wird bekannt gegeben: Andrea Lindholz (CDU), Josefine Ortleb (SPD), Omid Nouripour (Grüne) und Bodo Ramelow (Linke) werden gewählt. Der AfD-Kandidat Gerold Otten scheitert trotz seiner Vita mit nur 185 Stimmen. Der Streamer sieht dies als bewusste antidemokratische Ausgrenzung und nennt das Geschehen ein 'Possenspiel'. Er ist enttäuscht und kritisiert das System, in dem AfD-Kandidaten keine Chance haben, unabhängig von ihrer Qualifikation.