Melanie Amann grillt Ulf Poschardt

Analyse nach dem Treffen von Amann und Poschardt

Transkription

Ein Treffen zwischen Melanie Amann und Ulf Poschardt wurde näher analysiert. Es wurde darüber gesprochen, welche Inhalte und Kontexte im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit standen und welche Thesen dabei im Vordergrund der Diskussionen innerhalb der Community aufkamen.

Politics
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Politics

Stream-Start und Themenfindung

00:00:02

Der Stream beginnt mit dem Streamer, der nach einem technischen Test live geht. Er ist sehr müde und hat Kopfschmerzen, beschreibt seinen Zustend als 'matschig'. Eine Zuschauerin fragt nach dem Video von Melanie Amann und Ulf Poschert, das sie sehen möchte. Der Streamer zeigt großes Interesse an dem Video und hat Bock, es zu schauen, da er 'hilarische Clips' davon gesehen hat. Er überlegt, ob sie es heute durchziehen oder es sich für später in der Woche aufheben wollen.

Club-Erlebnis und Beobachtungen

00:02:07

Nach einem langen Abend und viel Arbeit erzählt der Streamer von einem Clubbesuch am Wochenende. Er schildert ein beunruhigendes Erlebnis mit einem heterosexuellen Mann, der zwar sehr nett war, aber kein Bewusstsein für Lebensrealitäten von Frauen zeigte. Der Mann hatte ihn auf Instagram geedit, ohne dass ihm der Safe-Charakter des Ortes bekannt war. Das Gespräch über Feminismus und Alltagsrealitäten war für den Streamer sehr aufschlussreich und teilweise anstrengend, weil der Gegenüber keine Ahnung von diesen Themen hatte.

Analyse der Maischberger-Sendung

00:29:43

Der Streamer und seine Community schauen die Sendung 'Maischberger' an, die sich mit der Kanzlerrede von Friedrich Merz und der politischen Lage in Deutschland beschäftigt. Anwesende Gäste sind unter anderem Jens Spahn, Oskar Lafontaine und Robin Alexander. Die Diskussion dreht sich um die Kritik an der Rede, die als zu sachbearbeiterlich und ohne klare Vision empfunden wird. Im Fokus stehen Aussagen wie 'wir müssen uns alle anstrengen', die als generische Phrase ohne Lösungsansatz kritisiert werden.

Kritik an der politischen Kommunikation

00:37:27

Die Runde in 'Maischberger' löst eine intensive Debatte über die aktuelle Stimmung im Land aus. Journalisten wie Anja Kohl und Aleph Dohan sprechen von einer 'unglaublich low hängenden' Erwartungshaltung. Der Streamer greift die scharfe Kritik auf, dass der Kanzler mit seinem Appell an das Verantwortungsgefühl der Bürger indirekt deren Unzufriedenheit auf sie lenke. Er wirft der Politik vor, Versprechen nicht zu halten und die Bevölkerung zu vertrösten, was zu einer großen Frustration führt.

Diskussion über Bürgerbeteiligung und Reformen

00:42:30

Die Sendung und die zugehörige Diskussion führen zu einer grundsätzlichen Frage, was in einer Demokratie von den Bürgern erwartet werden darf und was die Politik leisten muss. Während einige Gäste argumentieren, es sei Aufgabe des Staates, Lösungen zu finden, wird das Narrativ des 'Anstrengens' auf die Bürger abgewälzt. Der Streamer zitiert Kommentare seiner Zuschauer, die sich dafür einsetzen, fühlen, weil sie bereits hart arbeiten und sich die Kritik als unfair empfinden.

Ausblick auf das bevorstehende Interview

00:49:38

Nach der intensiven Auseinandersetzung mit der 'Maischberger'-Runde blickt der Streamer auf ein bevorstehendes Interview mit Konrad Schade vom Unternehmen 'Rabot' über das Thema Stromsteuer. Er äußert große Vorfreude auf das Gespräch, da es ein 'verkaufter Talk' und ein 'Experten-Talk' sein werde. Er sieht darin eine gute Gelegenheit, die Wahlversprechen, die nicht gehalten wurden, kritisch zu beleuchten und einen Experten mit 'Löcher zu bohren'.

Geplante Themenschwerpunkte der Woche

00:26:31

Der Streamer gibt einen Ausblick auf die Themen der kommenden Woche. Am Vormittag steht ein Interview mit Konrad Schade über die Stromsteuer an, auf das er sich besonders freut. Abends möchte er sich mit der Community die Sendung 'Maischberger' ansehen, die sich mit der Lage in Deutschland beschäftigt. Er plant, auch das Video von Melanie Amann und Ulf Poschert in einer ruhigeren Stunde zu schauen und erwähnt die Möglichkeit eines langen Streams an einem der Tage.

Kritik an wirtschaftlicher und sozialer Ungerechtigkeit

00:50:33

Die Sprecherin kritisiert scharf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Sie beschreibt staatliche Hilfen, die am Ende nur die Industrie und große Unternehmen bevorteilt hätten, während kleine Handwerksbetriebe leer ausgingen. Sie empfindet dies als eine Farce und zeigt sich frustriert über die öffentliche Diskussion, in der pauschal zur Mehranstrengung aufgerufen werde, ohne die prekäre Lage vieler Menschen zu berücksichtigen. Sie stellt die These in Frage, dass längere Arbeitszeiten die Produktivität steigern würden und warnt vor den negativen Folgen von Energiekosten, die kleine Betriebe besonders hart treffen würden.

Politische Enttäuschung und Tendenz zur Linkspartei

00:52:46

Aus Enttäuschung über die aktuelle Koalition und die SPD sieht sich die Sprecherin gezwungen, politisch neu zu orientieren. Sie prognostiziert den baldigen Untergang der SPD in dieser Regierung und kritisiert, dass Politiker anscheinend nur noch im Interesse Reicher agieren. Sie gibt zu, mit schwerem Herzen allen Parteien außer der Linken negativ gegenüberzustehen. Nachdem sie ihre ganze Leben grüne Wählerin war, hat sie sich nach eigener Aussage zur Linken abgewandelt, weil diese als einzige Partei ihre Gehälter gedeckelt habe, um den Kontakt zu den Bürgern nicht zu verlieren. Innenpolitisch sieht sie in der Linkspartei die einzige ernstzunehmende Kraft.

Verteidigung linker Politik und Kritik an Kapitalismus

00:57:23

Die Sprecherin verteidigt die Linke vehement gegen Vorwürfe des Populismus und wehrt sich, die Partei mit der demokratiefeindlichen AfD gleichzusetzen. Sie erläutert die Forderung nach Umverteilung und die Besteuerung von Milliardaren als Maßnahme zur sozialen Gerechtigkeit und nicht als Enteignung von Normalverdienern. Sie argumentiert, dass die extreme Vermögenskonzentration in Deutschland ein Systemfehler sei, der es wenigen ermögliche, riesige Vermögen mit minimalen Steuern zu behalten, während Normalbürger hohe Abgaben leisten müssten. Sie sieht darin keine Gefahr für den Einzelnen, sondern eine notwendige Korrektur.

Prioritätenfrage: Kapitalismus-Kritik vs. aktueller Gefahr durch AfD

01:09:58

Eine kontrovers geführte Debatte beleuchtet die Prioritäten in der Politik. Während die Sprecherin der Linken die Hoffnung auf eine Gesellschaftsveränderung durch Abschaffung des Kapitalismus entnommen sieht, argumentiert ein Gegenüber, dass dies eine unrealistische Utopie sei. Stattdessen werde eine unmittelbare Gefahr durch die rechtsextreme AfD verkannt, die Leben von queeren Menschen, Geflüchteten und anderen Minderheiten direkt bedrohe. Die Kritik am Kapitalismus würde dabei der realen Gefahr von Faschismus und Rechtsruck den Vortritt geben. Die Sprecherin äußert ihr Misstrauen gegenüber politischen System-Utopien, solange Menschen massiv leiden.

Analyse der politischen Fehler von Jens Spahn

01:13:24

Die Diskussion konzentriert sich auf den Fraktionschef der Union, Jens Spahn, und seine Fehlentscheidungen. Es werden zwei zentrale "Sündenfälle" genannt: der Fünf-Punkte-Plan zur Migration, als man versuchte, AfD-Wähler abzufischen, und gescheiterte Verfassungsrichter-Wahlen. Im ersten Fall habe man Vertrauen in die CDU verloren, im zweiten Fall habe Spahn es versäumt, seine eigene Fraktion hinter einer Kandidatin zu einen. Die Sprecherin zweifelt an Spahns Fähigkeiten, als Fraktionschef im Hintergrund Mehrheiten zu organisieren, und stellt seine charakterliche Eignung in Frage, vor allem nachdem ihm die Grünen-Fraktionschefin eine "in Unfähigkeit" vorwarf.

Erbschaftssteuer und Vermögensgerechtigkeit im Fokus

01:21:12

Ein zentraler Konfliktpunkt zwischen Jens Spahn und Markus Söder ist die Reform der Erbschaftssteuer. Spahn hatte eine Fachkommission eingesetzt, die eine flache Erbschaftssteuer von 10 Prozent vorschlug, was für viele eine Erhöhlung bedeutet hätte. Söder lehnt dies kategorisch ab, da es zur Abwanderung von Unternehmen und zur Belastung von Familienunternehmen führen würde. Spahn hält jedoch eine Reform für unausweichlich, vor allem da das Bundesverfassungsgericht in naher Zukunft über die Verfassungsmäßigkeit der aktuellen Regelungen entscheiden wird. Die Sprecherin kritisiert die ganze Debatte als lebensfremd und als Politik, die nur reiche Familien bedient.

Kritik an der Umsetzung von Wahlversprechen

01:30:06

Die Sprecherin wirft der Regierung vor, Wahlversprechen systematisch zu brechen und sich dabei nicht an den Bedürfnissen der normalen Bürger, sondern von Unternehmen zu orientieren. Als Paradebeispiel nennt sie die Verschiebung der Stromsteuer-Entlastung, die ursprünglich für Privathaushalte geplant war, nun aber vor allem größeren Unternehmen zugutekommt. Sie argumentiert, dass Unternehmen über Lobbyismus und gute Vernetzung Einfluss nehmen können, während Bürger durch Arbeit und Sorgen daran gehindert seien, solche Entwicklungen zu durchschauen oder sich dagegen zur Wehr zu setzen.

Lebensfremde Politik im Wohnungsbau

01:34:09

Die Sprecherin attackiert die Politik des "Bauturbos" als extrem lebensfremd. Sie stellt die rhetorische Frage, wer sich ein neues Haus für eine halbe Million Euro leisten könne und kommt zu dem Schluss, dass es nur reiche Familien seien, von denen diese Politik profitiere. Für den Großteil der Bevölkerung, insbesondere der Mittelschicht, sei der Traum vom Eigenheim nicht mehr realistisch. Die Politik entfremde sich damit von der Lebensrealität der Menschen, die sich mit steigenden Mietpreisen konfrontiert sehen und kaum Möglichkeiten hätten, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sie kritisiert, dass solche Maßnahmen zwar Bauunternehmen begünstigten, aber keine Lösung für die Wohnungskrise seien.

Gerechtigkeitsempfinden und sozialer Frust

01:38:09

Der Frust im Land basiert stark auf einem gestörten Gerechtigkeitsempfinden. Es geht nicht primär um die Höhe der Einsparungen, sondern darum, das System fairer zu gestalten. Menschen, die arbeiten gehen, müssen das Gefühl haben, dass ihre Anstrengungen sich lohnen, besonders im Vergleich zu denen, die ein Arbeitsangebot ablehnen. Die zentrale Frage der Bevölkerung ist, ob die Politik wieder für Fairheit sorgen kann, insbesondere durch Anreize zur Arbeit und die Unterstützung derer, die sie wirklich benötigen.

Existenzfrage: Hungernde Kinder in Deutschland

01:39:06

Ein oft übersehenes und drängendes Problem ist das Vorhandensein hungernder Kinder in Deutschland. Dies wird im öffentlichen Bewusstsein oft verkannt oder abgetan, was als Indikator für eine mangelnde Wahrnehmung sozialer Realitäten gesehen wird. Diese Thematik stößt eine stärkere Resonanz aus als das globale Problem des Hungers, weil sie die eigene Gesellschaft direkt betrifft und das Vertrauen in den Staat untergräbt. Die Aussage, niemand in Deutschland frie mehr, wird als verkürzt kritisiert, da sie das Ausmaß der Armut nicht widerspiegelt.

Haushaltssanierung und komplexe Sparbündel

01:40:39

Die Haushaltssanierung erfordert ein ganzes Bündel an Maßnahmen, nicht nur einzelne Versprechungen zur Einsparung. Während die Bürgergeldreform zentral ist, sind auch die Abschaffung des Heizungsgesetzes zur Reduzierung der hohen Förderbeträge für Gebäudesanierung sowie eine Personalreduktion von 8% in der Bundesverwaltung bis 2030 notwendig. Der Fokus liegt auf der Schaffung von Anreizen zum Arbeiten, statt nur auf dem reinen Sparen, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.

Rentendebatte: Lebenserwartung und Arbeitsrealitäten

01:43:14

Die Debatte um eine Rente mit 70 wird kritisch hinterfragt. Während die durchschnittliche Lebenserwartung steigt, wird übersehen, dass dieser Anstieg nicht für alle Berufsgruppen und Gesellschaftsschichten gleich verteilt ist. Eine pauschale Verlängerung der Arbeitszeit trifft körperlich schwerarbeitende Menschen oder jene mit geringerer Lebenserwartung ungleich härter. Die Diskussion wird als sozial ungerecht empfunden, da sie die unterschiedlichen Realitäten der Menschen aus den Augen verliert und das toxische Bild vom 'leistungsfähigen Menschen' durch langes Arbeiten zementiert.

Fachkräftemangel und Integration als Schlüssel

01:54:46

Deutschland hat sich als Standort für Fachkräfte und ausländische Arbeitskräfte deutlich abgeschwächt. Ein Hauptgrund ist der mangelnde Erfolg bei der Integration, der durch Rassismus und die mangelnde Bereitschaft, Englisch als internationale Sprache zu nutzen, verstärkt wird. Statt Migration pauschal zu verteufeln, könnte sie eine Lösung für Fachkräftemangel und marode Sozialsysteme sein. Erfolgreiche Integration, die auf gegenseitigem Lernen und Respekt basiert, ist notwendig, um diese Probleme zu lösen und nicht als 'nettes Goodie' abzutun.

Sprachpolitik: Englisch als Minimum für Integration

01:57:51

Die Forderung, dass Migranten zwingend Deutsch lernen müssen, wird als einseitig und nicht integrierend kritisiert. Stattdessen sollte Englisch als grundlegende Weltsprache für alle zum Standard werden, um grundlegende Kommunikation und Integration zu ermöglichen. Diese Forderung richtet sich gleichermaßen an die einheimische Bevölkerung, die ebenfalls Englischkenntnisse für eine funktionierende Gesellschaft im 21. Jahrhundert benötigt. Ein reiner Fokus auf das Deutschlernen ohne gleichzeitige Förderung der eigenen Englischkenntnisse wird als Scheinheiligkeit und Schlüssellochmentalität wahrgenommen.

Wehrpflicht: Freiwilligkeit als erster Schritt

02:07:09

Um die personelle Unterfinanzierung der Bundeswehr mit 90.000 zusätzlichen Soldaten bis 2035 zu beheben, setzt die Regierung zunächst auf einen freiwilligen Wehrdienst. Dieser Ansatz wird jedoch mit Skepsis betrachtet, da die strukturellen Hürden wie zu wenige Kasernen und Ausbeiter bestehen. Sollte der freiwillige Weg scheitern, wird eine schrittweise Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert. Die öffentliche Debatte und interne Streitigkeiten, wie von Verteidigungsminister Pistorius kritisiert, werden als unproduktiv angesehen, da sie den politischen Willen zur Lösung untergraben.

Karrierestart in der Politik vor 23 Jahren

02:16:56

Ein Rückblick auf den politischen Anfang zeigt den Pranger eines jungen Abgeordneten. Vor 23 Jahren wurde der 22-jährige nach seinem ersten Wahlsieg gefeiert wie ein Popstar. Der erste Tag in der Fraktion war eine Mischung aus Euphorie und Überforderung. Man wurde in die Geflogenheiten eingewiesen, fühlte sich bei Personalfragen aber noch nicht beachtet. Damals wechselte noch im Verlauf der Sitzung die Führung der Fraktion, was als Zeichen für die Komplexität und Dynamik der parlamentarischen Arbeit gesehen wird.

Wehrpflicht und Rüstungsdebatten in Deutschland

02:24:03

Die Diskussion beginnt mit einer kritischen Betrachtung der Wehrpflicht in einer modernen, hochtechnologisierten Armee. Es wird bezweifelt, ob das System der Aus- und Abreise von Soldaten die nötigen Spezialisten für eine Hightech-Armee liefern kann. Stattdessen wird eine pan-europäische Perspektive im Rahmen der NATO gefordert, da die Gefahren aus Russland und den USA kommen. Die Rede ist von einer europäischen, nicht rein deutschen Verteidigungsfrage, der es an einer angemessenen Ebene fehlt. Die SPD-geführte Verteidigungsminister scheiterte mit dem 'schwedischen Modell', was die politische Blockade verdeutlicht.

Kritik an der 'Ischiwaschi-Koalition'

02:26:27

Die Ampelkoalition wird als 'Ischiwaschi-Koalition' bezeichnet, da sie bemüht ist, ein einheitliches Bild zu wahren und interne Konflikte zu vermeiden. Dieses Verhalten tötet den Diskurs und verhindert eine offene Auseinandersetzung mit inhaltlichen Fragen. Stattdessen dominiert die Außendarstellung die Politik, was zu einem Wahrheitsgehalt führt, der durch politische Rücksichtnahme eingeschränkt ist. Dies führt dazu, dass Politiker wie Markus Söder nur Rudern und Schwimmen können, anstatt klare Positionen zu beziehen, was die Substanzpolitik gefährdet.

Trump's innenpolitische Strategie und autoritäre Tendenzen

02:30:11

Die Analyse verschiebt sich auf die innenpolitischen Aussagen von Donald Trump in den USA. Er spricht von einem 'Krieg im Inneren' und droht damit, das Militär in Städte wie Chicago oder Portland zu schicken, die er als 'unsafe' und gefährlich bezeichnet. Diese Aussagen werden als Ablenkungsmanöver vom Shutdown interpretiert, obwohl die Sicherheitslage in diesen Städten, gemessen an der Mordrate, dramatisch ist. Experten sehen darin eine Stufe des Faschismus, bei der Militär gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt wird, und zwar gegen demokratische Institutionen, die sich auflehnen.

Weltpolitische Lage und Gefahrenperzeption

02:37:33

Die Gefährdungslage wird als 'gefährlicher' denn je wahrgenommen, mit simultanen Großkrisen im Nahen Osten, dem Russland-Ukraine-Krieg und einer unsicheren US-Politik. Die Fundamente der Nachkriegszeit erwiesen sich als von 'tiefer Naivität' geprägt, was zu schlechter Vorbereitung führte. Eine der größten Bedrohungen wird in der Ausbreitung atomarer Rüstung und der Instabilität neuer Technologien wie KI gesehen. Das ist das 'größte Versagen der Generation'. Die Frage nach der größten Gefahr, Russland, wird kontrovers diskutiert, wobei die Hysterie auf der einen Seite und die reale Bedrohung auf der anderen Seite als zentraler Konflikt dargestellt wird.

Russische Außenpolitik und Diplomatie

02:47:22

Die russische Außenpolitik wird als Geschwurbel und Propaganda bezeichnet, die jedoch von erfahrenen Diplomaten wie Sergej Lavrov betrieben wird. Die Frage nach ihrer Authentizität wird mit der Erklärung beantwortet, dass dies in einem repressiven System erzwungene Loyalität ist, im Gegensatz zur deutschen Geschichte, wo 1933 ein Botschafter aus Protest zurücktrat. Dies zeigt den Unterschied zwischen einem autoritären Regime, in dem Widerstand mit persönlichen Risiken für die Familie verbunden ist, und einer freien Gesellschaft.

US-Politik im Nahen Osten und die Rolle Deutschlands

03:01:15

Die Analyse von Donald Trumps Nahost-Politik wird fortgeführt. Während er im Fall der Ukraine einen Plan sucht, um den Krieg unter seinem Namen zu beenden, ist er im Gazastreifen voll involviert und nutzt seinen Einfluss, um eine Lösung zu erzwingen. Sein Vorgehen wird als zynisch beschrieben, da er unter dem Druck der Rüstungsindustrie und israelischen Lobbyismus handelt. Die Bundesregierung wird kritisiert, dass sie sich an einem 'Völkermord' im Gazastreifen mit Waffenlieferungen beteiligt und sich schämen sollte. In Saudi-Arabien wurde Trumps Plan als einzige Chance für Frieden gesehen und von arabischen Ministern unterstützt.

Wechsel zu energetischen Themen: Die Stromsteuer

03:13:00

Der Stream thematisiert den Wandel von der Sicherheits- zur Energiepolitik. Ein Experte für Strompreise eingeladen, um die komplexen Zusammensetzungen zu erklären. Etliche Grafiken verlinkt um es verständlicher zu machen. Dabei werden die Netzentgelte und Abgaben als größter Faktor im Strompreis identifiziert. Am Ende wird erklärt wie Rabot als Spezialist das Thema beleuchtet und die Diskussion in die Richtung lenkt, dass die Politik die Preise versenkt hat. Hauptsächlich durch Netzentgelte.

Strompreise und Netzentgelte

03:16:54

Die Diskussion beginnt mit der Zusammensetzung der Stromkosten, wobei die Netzentgelte als der größte Teil hervorgehoben werden. Diese Gebühren sind für die Stabilität des deutschen Stromnetzes unerlässlich, das mit unter sechs Minuten Ausfall pro Jahr als eines der besten der Welt gilt. Die Kosten steigen jedoch stetig an, was auf eine Disbalance zwischen Produktion und Verbrauch zurückzuführen ist, insbesondere zu Zeiten niedriger Erneuerbaren-Energie-Erzeugung. Gaskraftwerke, die als Ausgleich dienen, sind eine teure Komponente. Zur Steuerung des Verbrauchs gibt es seit April sogenannte dynamische Netzentgelte, die für Privatkunden mit Elektroauto oder großer Wärmepumpe verfügbar sind und den Konsum in Zeiten hoher Produktion günstiger machen.

Stromsteuer und Industriepolitik

03:21:42

Ein wesentlicher Unterschied wird zwischen der Behandlung von Privathaushalten und Unternehmen bei der Stromsteuer gemacht. Während Privatkunden die volle Steuer zahlen, profitieren produzierendes Gewerbe, Forst- und Landwirtschaft von einer nahezu vollständigen Befreiung, die als Subvention zur Wettbewerbsfähigkeit dient. Die daraus resultierenden Kosten von rund 6,5 Milliarden Euro werden letztlich von den Steuerzahlern getragen. Für Privathaushalte war ursprünglich eine Reduzierung der Stromsteuer von 2,05 Cent auf 0,05 Cent geplant, wurde jedoch im Wahlkampf fallen gelassen, da die Finanzierung nicht gesichert war. Stattdessen wird auf eine Reduzierung der Netzentgelte gesetzt, deren Auswirkungen jedoch durch parallel steigende Verteilnetzentgelte möglicherweise kompensiert werden.

Kritik an Wahlkampfführung und Verbraucherincentives

03:32:01

Es wird massive Kritik an der aktuellen Politik geübt, die als verzerrend und populistisch empfunden wird. Die Versprechungen zur Strompreissenkung werden als rein wahltaktisch betrachtet, da die kurzfristige Reduktion der Netzentgelte mit hoher Wahrscheinlichkeit durch spätere Erhöhungen wieder aufgehoben wird. Zudem wird die Bevorzugung großer Unternehmen und die Ausgrenzung kleinerer Betriebe, wie Handwerksbetriebe, als ungerecht angesehen. Der Versuch, das Verhalten der Privatkunden zu ändern, scheitert bislang, da die Menschen zu bequem sind. Selbst der Hinweis auf günstigere Tarifzeiten führt nur zu minimalen Veränderungen im Konsumverhalten. Eine wirkliche Veränderung erfordert laut den Gesprächspartnern starke Incentives, wie deutliche Preisschwankungen, oder eine Automatisierung durch Speicher.

Die Rolle der Stromspeicher und regulatorische Hürden

03:34:36

Als die zentrale Lösung für die Energiewende werden Speicher identifiziert, die den grünen Strom aus Zeiten hoher Produktion (z.B. mittags) für Zeiten hoher Nachfrage (abends) speichern können. Privathaushalte könnten damit 100 bis 150 Euro pro Jahr sparen, und der Speicher würde sich nach etwa vier Jahren amortisieren. Die Technologie existiert bereits (z.B. Balkonspeicher), wird aber kaum genutzt, da das Einspeisen des Stroms ins Netz und die dafür nötige Vergütung der Netzentgelte regulatorisch blockiert sind. Der aktuelle Paragraph im Energiewirtschaftsgesetz (ENWG) erlaubt die Speicherung nur, wenn der Strom ausschließlich wieder ins Netz fließt, nicht für den Eigenverbrauch. Eine kleine juristische Änderung des Wortes 'wenn' zu 'soweit' könnte dies jedoch ermöglichen und wird von den Unternehmen aktiv gefordert.