Eine Dokumentation des ARD beleuchtet die Gruppe "Lucreta". Diese tritt feministisch auf, wird aber als rechtsextrem eingestuft. Es wurden Verbindungen zur AfD und internationale Vernetzungen aufgedeckt. Der Fokus lag auf der Forderung nach "Remigration" und der Instrumentalisierung von Opfern für rechte Propaganda.

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Stream-Eröffnung und technische Vorbereitungen

00:00:46

Der Stream beginnt mit einer expliziten Aufforderung des Streamers, sich nicht zum angekündigten Thema zu äußern, da ihm dies abgeraten wurde. Stattdessen wird angekündigt, dass der Livestream einen Tag später auf dem Kanal "Idioten Watch" zu sehen sein wird. Der Streamer kündigt an, zukünftig wichtige ältere Videos auf den Kanal hochzuladen, darunter alle geführten Kritikergespräche, und erwähnt technische Schwierigkeiten mit der Streaming-Qualität auf Twitch, die auf 27p begrenzt ist. Auch ein kaputter Drucker wird als technisches Problem kurz erwähnt.

Vorstellung des Untersuchungsobjekts: "Heimat häkeln Hetze"

00:01:43

Als Hauptthema des Streams wird der ARD-Beitrag "Heimat häkeln Hetze. Undercover unter rechtsextremen Frauen" aus der Mediathek vorgestellt. Der Streamer gibt an, das Material noch nicht gesehen zu haben, erwartet jedoch eine sehr, sehr polarisierende Reportage. Im Fokus steht die Gruppe "Lucreta", die als feministische, aber rechtsextreme Organisation im Umfeld der AfD dargestellt wird, die sich häkeln, Sticker verteilen und Graffiti sprühen.

Erste Eindrücke der Recherche: Lifestyle vs. Hetze

00:27:28

Nach einer kurzen Vorbereitungsphase startet die Betrachtung des ARD-Beitrags. Die gezeigten Instagram-Posts von Lucreta wirken anfänglich harmlos und lifestyle-betont, zeigen junge Frauen bei Demos, beim Tanzen und Karaoke. Der Streamer erkennt jedoch gezielt Platzierungen von Deutschlandflaggen und eine als Sturmhaube interpretierte Kopfbedeckung. Er kritisiert die selektive Darstellung der Öffentlich-Rechtlichen, die nur Aspekte zeigen, die ihre These untermauern, und stellt den Sinn der Investigativ-Recherche in Frage.

Analyse des Remigrationsbegriffs und strategische Verknüpfung

00:56:21

Der Streamer geht zentral auf den Begriff "Remigration" ein, den Lucreta ironisch nutzt. Er erläutert, dass dieser Kampfbegriff untrennbar mit völkisch-rassistischen Deportationsplänen verbunden ist und ihn direkt mit der politischen Agenda der neuen britischen Partei "Reform UK" in Verbindung bringt. deren Chef Rupert Lowe eine millionenfache Abschiebung illegaler Migranten verspricht. Er argumentiert, die offen gezeigte Radikalität in Großbritannien zeige, wie das Overton-Fenster sich verschiebt.

Fallstudie "Emma" und Widersprüchliche Aussagen

00:59:51

Der Fokus verlagert sich auf die Aussage einer anonymen Frau namens Emma, die behauptet, in die rechte Szene eingebunden gewesen zu sein. Sie beschreibt ein angebliches Treffen der Gruppe Lucreta in der Villa Adlon, das jedoch von der Hauptperson, Mathilda Huss, dementiert wird. Es folgt ein "Aussage gegen Aussage"-Szenario. Der Streamer deutet dies als Versuch der Reportage, eine dramatische Geschichte zu konstruieren, und kritisiert die schwache Beweislage.

Enge Verflechtung zwischen Lucreta und AfD nachgewiesen

01:06:37

Der Streamer stellt die behauptete Unabhängigkeit von Lucreta in Frage und präsentiert Beweise für eine enge personelle und ideologische Verknüpfung zur AfD. Die Gründerin der Gruppe, Reinhild Bosdorf, ist AfD-Politikerin. Ihre Mutter, Irmhild Bosdorf, sitzt als Europaabgeordnete für die AfD im EU-Parlament, und auch die AfD-Abgeordnete Mary Kahn wird als Teil der Gruppe gezeigt. Diese drei sind Mitglieder der rechtsextremen Fraktion "Europe of Sovereign Nations" im EU-Parlament.

Kritik an politischer Meinungsmanipulation und Klarnamenpflicht

00:01:30

Es wird ein großer Abschnitt über die Wahrnehmung politischer Meinungsmanipulation durch die Öffentlich-Rechtlichen und alte Parteien eingenommen. Der Streamer argumentiert, diese hätten das Meinungsmonopol durch das Internet verloren und würden nun mit Maßnahmen wie einer Klarnamenpflicht im Internet gegen Verlust der Kontrolle ankämpfen. Er kritisiert, dass solche Maßnahmen, die einmal eingeführt, nicht wieder abgeschafft würden und nutzt den Chat, um eine Sperrung wegen unpassender Formulierungen zu diskutieren.

Das Programm der Partei "Restore UK" als radikales Vorbild

00:54:32

Nachdem der Streamer kurz auf die neue britische Partei "Restore UK" zu sprechen kommt, deren Chef Rupert Lowe einen radikalen Plan zur Abschiebung von Millionen illegalen Migranten vorstellt, kehrt er zurück zur ARD-Doku. Er stellt ironisch fest, dass die Forderung nach "Remigration" bei Lucreta zukünftig nach dem britischen Modell funktionieren könnte: Wenn ein Bürger kein offensichtlicher Gewinn für die Gesellschaft ist, geht es zurück. Damit will er die in der Doki gezeigte "Hetze" im Kontext der tatsächlichen, offen ausgesprochenen radikalen Positionen einordnen.

Hintergründe des Frauenkongresses und Lucreta

01:08:44

Der Streamer deckt auf, dass eine Fraueninitiative namens Lucreta im Juni 2025 einen Frauenkongress in Deutschland veranstaltet, der im Vorfeld der Veranstaltung bereits bekannt ist. Lucreta wird als unabhängig beworben, steht jedoch nach Recherchen in engem Zusammenhang mit der AfD. Der Streamer argumentiert, dass die Abhängigkeit davon besteht, dass die AfD die Themen vorgibt und die Initiative nur ausführend tätig ist. Das Treffen ist nicht öffentlich und erfordert eine Anmeldung, was es für journalistische Recherchen erschwert. Der Streamer kritisiert, dass bei dieser Art von Treffen mit Gewalt durch politische Gegner gerechnet werden muss und verweist auf den Mord an einem linken Aktivisten in Lyon durch rechtsextreme Gruppen.

Undercover-Einsatz und Inhalte des Kongresses

01:13:14

Aufgrund der befürchteten Gewalt wird der Streamer von einer Reporterin per Undercover-Einsatz in den Kongress in Flatten bei Köln geschickt. Die Teilnehmerinnen wurden instruiert, sich unauffällig zu kleiden, um nicht aufzufallen. Die Gründerin von Lucreta, Reinhold Bosdorf, ist dort präsent, ebenso wie ihre Mutter Irmelt Bosdorf, eine AfD-Europaabgeordnete. Laut Streamer ist der Kongress stark von Lucreta geprägt. Das zentrale Thema des Kongresses ist laut der Reporterin Gewalt gegen Frauen, insbesondere importierte Gewalt durch Migranten. Teilnehmer wie Bettina Gruber von der AfD betonen, dass die Gewalt überproportional von Migranten ausgeübt wird.

Die Forderung nach Massenabschiebung und die Kritik an der Berichterstattung

01:17:12

Als Lösung für die thematisierte Gewalt gegen Frauen fordern die Teilnehmerinnen des Kongresses eine Massenabschiebung von Migranten. Der Streamer zitiert hierbei Lucreta, die explizit von "Remigration" spricht, was die Abschiebung nicht nur ausreisepflichtiger, sondern aller Migranten bedeutet. Er bezweifelt offizielle Statistiken über die Zahl ausreisepflichtiger Personen in Deutschland und behauptet, dass die tatsächliche Zahl weit höher liege, da politische Entscheidungen wie das Chancenaufenthaltsrecht diese Zahlen manipulierten. Der Streamer kritisiert zudem die öffentlich-rechtlichen Medien, die seiner Meinung nach dieses Thema verschweigen, während gleichzeitig rechte Akteure es für ihre Propaganda nutzen würden.

Kritik an der rechten Szene und innenpolitische Widersprüche

01:25:22

Der Streamer kritisiert, dass die rechte Szene selbst nicht frauenfreundlich sei und thematisiert den Widerspruch, dass zwar Gewalt gegen Frauen thematisiert werde, jedoch nur, wenn sie von Migranten verübt wird und nicht, wenn sie aus den eigenen Reihen stammt. Er verweist auf einen Artikel im Magazin "Stern", in dem die Gründerin von Lucreta, Reinhold Bosdorf, angibt, dass Frauen in der rechten Szene enorm übel behandelt würden. Der Streamer erläutert mögliche Gründe für diesen Umstand, darunter ein nicht immer frauenfreundliches Frauenbild und massive Gegenreaktionen im sozialen Umfeld.

Die Rolle von Lucreta und deren Vernetzung im Ausland

01:32:09

Der Streamer vertieft die Kritik an der Behandlung von Frauen in der rechten Szene und führt aus, dass insbesondere Kritik an Frauen oft sexualisiert werde. Er stellt fest, dass Lucreta eine von mehreren rechten Fraueninitiativen in Europa ist und erwähnt die vernetzte Zusammenarbeit mit Gruppen wie der Women's Safety Initiative aus den USA und dem französischen Kollektiv Nemesis. Er äußert die These, dass die internationale Vernetzung darauf abziele, eine neue rechte Strategie zu etablieren. Auch die Finanzierung durch Steuergelder wird thematisiert. Die Veranstaltung werde vom Europäischen Parlament unterstützt, was kritisch hinterfragt wird, da die geteilten Meinungen eine Ablehnung durch das Parlament nach sich ziehen würden.

Propaganda durch Social Media und die Instrumentalisierung von Opfern

01:49:54

Der Streamer analysiert, wie Lucreta und ähnliche Organisationen durch Social Media, insbesondere Instagram, rekrutieren. Sie nutzen harmlose Bilder und Hashtags, um junge Frauen anzusprechen, und transportieren auf den zweiten Blick eine rechtsextreme Ideologie. Kernaussage ihrer Propaganda sei die Gewalt gegen Frauen durch Migranten. Kritisiert wird jedoch, dass diese Organisationen die Geschichten von Opfern für ihre politische Agenda instrumentalisieren, ohne die Zustimmung der Hinterbliebenen einzuholen. Der Streamer wirft ihnen vor, bei der Recherche über eine Opferfamilie eine falsche Fährte zu legen, um sie politisch zu diskreditieren.

Hetze gegen Betroffene und die problematische Haltung von Nemesis

02:00:18

Der Streamer präsentiert den Fall von Marie, einer Schauspielerin, die Opfer von sexualisierter Gewalt wurde. Als sie dies öffentlich machte, wurde sie von rechten Gruppen, insbesondere dem französischen Kollektiv Nemesis, instrumentalisiert. Obwohl sie sich gegen diese Instrumentalisierung wehrte, veröffentlichen diese Gruppen ihren Fall und erzeugen dadurch Hasskommentare gegen sie. Der Streamer zitiert rassistische Hassnachrichten, die sie erhielt. Er konfrontiert Nemesis mit diesen Vorwürfen, erhielt jedoch nur eine abweisende Antwort. Marie kritisiert, dass Nemesis nur die Geschichten von Opfern wertschätze, die in ihr Weltbild passen, während andere Betroffene zu Zielscheiben werden.

Rechtsextreme Gewalt und faschistische Methoden

02:12:12

Der Streamer hinterfragt anhand von Maries Fall, ob es den rechten Akteuren überhaupt um Frauenrechte geht. Stattdessen konzentriere sich ihr Handeln auf Hass, Hetze und Gewalt. Er nennt Beispiele dafür, wie das Kollektiv Nemesis feministische Demos stört, durchsetzt mit schwer bewaffneten Rechtsextremen. Eine weitere Aktion ist das Blockieren einer feministischen Demo in Paris mit rassistischen Parolen. Der Streamer schlussfolgert, dass diese Gruppe und andere wie Lucreta nicht an Frauenrechten interessiert sind, sondern eine faschistische Agenda verfolgen, die im Kern auf Hass und Gewalt basiert und gezielt politische Gegner angreift.