Wicked Special Stream zusammen mit @meikgudermann wicked !meik
Gespräch über Wicked mit @meikgudermann
Es wurden persönliche Erfahrungen mit Live-Unterhaltung geteilt und der Oscar-Ballroom-Szene als emotionaler Höhepunkt des Musicals analysiert. Glindas Charakter wurde hinsichtlich 'Pretty Privilege' kritisch hinterfragt und die Verfilmung im Vergleich zum Musical diskutiert.
Begrüßung und Stream-Start
00:13:14Der Stream beginnt mit einer Begrüßung der Chat-Community. Die Streamerin begrüßt Esther und Res, die im Chat sichtbar sind. Sie spricht über das aktuelle Motto des Streams, "Pink goes good with green", und kommentiert die farbenfrohe Kleidung von Res, die sie "pinkest person alive" nennt. Mike erscheint im Stream mit einem pinken und einem grünen Schuh, was im Chat angemerkt wird. Der technische Aufbau, inklusive eines fehlenden Stream Decks, wird erwähnt, bevor es in den eigentlichen Content geht.
Musical-Vergangenheit und Wicked-Erstkontakt
00:18:08Die Streamerin freut sich, mit Mike über das Musical "Wicked" zu sprechen und erwähnt ihre lange Bekanntschaft, die seit 2016 besteht. Beide teilen ihre Leidenschaft für Musicals und berichten von gemeinsamen Erlebnissen wie dem Besuch von "Starlight Express", wo Mike auf der Bühne mitgefahren ist. Die Streamerin beschreibt, wie sie "Wicked" das erste Mal bewusst wahrgenommen hat. Sie erzählt, dass sie durch einen Chat-Kontakt auf die Musik aufmerksam wurde und sich sofort verliebte, obwohl sie das Musical fälschlicherweise für eine Adaption von "Der Zauberer von Oz" hielt.
Erfahrungen mit Live-Entertainment
00:29:56Die Protagonistin erläutert ihre tiefe Beziehung zu Live-Unterhaltung und den Unterschied zum Kino. Sie beschreibt die einzigartige Energie, die im Raum entsteht, wenn das Publikum aktiv interagiert und den Darstellenden Rückmeldung gibt. Dies führt zu einer anderen, lebendigeren Show bei jedem Besuch. Sie nennt als Beispiel "Starlight Express", das sie rund 250 Mal gesehen hat, und kritisiert die aktuelle Kinokultur, wo oft Störungen wie das Scrollen auf dem Smartphone die Erfahrung trüben. Sie betont, dass Musicals dieses Gemeinschaftsgefühl fördern.
Kinostart "Wicked" im Ausland
00:37:26Mike berichtet von seinem besonderen Bemühen, den Film "Wicked" so früh wie möglich zu sehen. In Deutschland erschien der Film drei Wochen später als im Vereinigten Königreich. Um diese Wartezeit zu überbrücken, unternahm er mit einem Freund eine spontane Reise nach Dänemark, um den Film dort im Originalton zu sehen. Er beschreibt diese Kinovorstellung als die beste Erfahrung seines Lebens, da das Kino komfortabel war und das Publikum äußerst respektvoll und aufmerksam.
Analyse der Oscar-Ballroom-Szene
00:47:20Im Rahmen eines kreativen Mal-Experiments, bei dem die Streamerin und Mike zeitlich begrenzt aufeinander gemalt haben, diskutieren sie zentrale Szenen von "Wicked". Der Fokus liegt auf der Oscar-Ballroom-Szene. Die Streamerin analysiert diese aus Storytelling-Perspektive und bezeichnet sie als den emotionalen Höhepunkt. Sie erklärt, wie die Szene Elphabas gesamte Lebensgeschichte von Ausgrenzung und dem Wunsch nach Zugehörigkeit komprimiert und durch den anschließenden Verrat von Glinda für eine maximale emotionale Wirkung sorgt.
Glindas Charakter: Pretty Privilege und Egoismus
00:49:48Die Streamerin nimmt eine kontroverse Position gegenüber Glindas Charakter ein. Sie argumentiert, dass Glinda durchgehend narzisstisch und egoistisch handelt und dies durch "Pretty Privilege" ermöglicht wird. Sie widerspricht der Annahme, Glindas Hilfe in der Oscar-Ballroom-Szene sei selbstlos. Vielmehr sei dies ein "Look at me!"-Moment, um ihr schlechtes Gewissen zu beruhigen und ihr Image als "Glinda the Good" aufrechtzuerhalten. Sie vermutet, dass Glinda die Konsequenzen fürchtet, falls Elphaba über ihr Verhalten berichtet.
Urbane Legende und Adaption des Buches
01:02:52Mike teilt eine urban legend über die Entstehung des Musicals "Wicked". Demnach soll der Autor Stephen Schwartz das zugrunde liegende Buch von Gregory Maguire nie selbst gelesen haben, sondern sich auf eine betrunken zusammengefasste Erzählung eines Freundes auf einer Party gestützt haben. Die Streamerin fügt hinzu, dass das Buch politisch viel düsterer und fast eine komplett andere Geschichte sei, die sich kaum mit der musicaladaption decke. Die Musik und Geschichte des Musicals seien daher eine eigenständige und gelungenere Interpretation.
Abschluss und Verlosung
01:08:37Zum Ende des Streams präsentiert das Duo das gemeinschaftlich gemalte Kunstwerk. Der kreative Prozess wurde durch Zeitlimits und das Weiterführen des Bildes des jeweils anderen geprägt. Das entstandene, farbenfrohe Bild wird an die Chat-Community verlost. Der Stream endet mit dem Dank an die Zuschauer und den Wunsch, das Format des gemeinsamen Malens in Zukunft wiederholt werden zu lassen. Das entstandene Werk wird humorvoll als neuer "Art Attack Tisch" bezeichnet.
Charakteranalyse und Rollen
01:12:06Die Streamerinnen führen eine tiefgehende Diskussion über die Charaktere Elphaba und Glinda aus Wicked. Sie sehen sich beide in einer Mischung der beiden Figuren wieder, wobei eine das moralische Fundament von Elphaba und das Äußere sowie die Popularität von Glinda für sich beansprucht. Im weiteren Verlauf wird die Figur Figuero (Fiyero) analysiert, dessen Charakterentwicklung als teilweise zu schnell und unvollständig empfunden wird. Die Besetzung von Jonathan Bailey wird gelobt und seine Figur als queer angelegt beschrieben, was sich auch im flirten mit Männern im Stück zeigt.
Queere Subtexte und Interpretationen
01:17:58Ein Hauptthema des Streams ist die Analyse queerer Subtexte in Wicked. Die Song-Interpreten kommen zu dem Schluss, dass die Beziehung zwischen Elphaba und Glinda eine lesbische 'Gay Awakening' darstellt, was die Überzeugung ist, dass die beiden Figuren lesbische Gefühle füreinander entwickeln. Diese Interpretation wird als starker und wichtiger Aspekt des Films gesehen, der für viele queere Menschen Repräsentation bietet. Darüber hinaus wird diskutiert, ob es legitim ist, nachträglich queer Lesarten in Werke zu interpretieren, die ursprünglich nicht als solche intendiert waren, mit einem Augenzwinkern, dass manche Autorinnen das sicherlich tun würden.
Machtmechanismen und der Zauberer
01:20:27Der Fokus verlagert sich auf die Analyse des Antagonisten, des Zauberers von Oz. Seine Macht wird nicht als magisch, sondern auf dem Sammeln exklusiven Wissens und der Manipulation durch Technik und Lügen aufgebaut. Es wird kritisch hinterfragt, warum er dieses Wissen, wie z.B. für Dampfmaschinen, nicht zur Verbesserung der Welt, sondern zur persönlichen Machtsicherung nutzt. Dies wird als eine starke Metapher für reale Machtsysteme gesehen, bei denen Informationen vorenthalten werden, um die Macht zu sichern. Seine Bedrohung Elphaba durch eine mechanische Figur wird auch diskutiert.
Musik und Filmkritik
01:28:19Die Streamerinnen sprechen über die musikalische Gestaltung des Films. Der Song 'Defying Gravity' wird als zentraler Befreiungssong identifiziert, der große Ähnlichkeiten zu Disneys 'Let It Go' aus 'Frozen' aufweist, was als 'unklammerte Inspiration' betrachtet wird. Kritikpunkt ist die Länge des Songs im Film, der durch Dialoge unterbrochen wird und im letzten Drittel des Films etwa 30 Minuten einnimmt. Während eine Streamerin das als organisch und dramaturgisch sinnvoll empfindet, findet die andere es anstrengend und zu lang. Auch die übertriebenen, cartoonhaften Darstellungen aus dem Musical werden im Film als subtiler und ernster gelobt.
Glindas Rolle und moralische Ambivalenz
01:35:07Ein zentraler Kritikpunkt ist die Charakterisierung von Glinda. Ihr Verhalten am Ende des Films, bei dem sie Elphaba allein dem Zauberer überlässt, wird scharf kritisiert und als 'eiskalt' und privilege-laden bezeichnet. Im Gegensatz zu Ariana Grandes Interview-Aussage, wonach Glinda aus Schwäche blieb, argumentieren die Streamerinnen, dass Glinda aus Eigeninteresse und Machtstreben beim Zauberer bleibt. Es wird sogar die These aufgestellt, dass Glinda durch die Bereitstellung von Huts und Umhang Elphaba optisch erst zur 'bösen Hexe' macht und sie somit literally zur Wicked Witch macht.
Zusammenfassung und Ausblick auf Teil 2
01:42:29Der Stream findet seinen Abschluss in einer Zusammenfassung der wichtigsten Diskussionspunkte und einem Ausblick auf den zweiten Filmteil. Beide Streamerinnen haben das Musical bereits mehrfach gesehen, fühlen sich aber dennoch auf die neuen filmischen Interpretationen gespannt. Sie spekulieren über mögliche Handlungsstränge im zweiten Teil, wie die Auflösung der Liebesgeschichte und das Schicksal von Elphaba, wobei sie ein glückliches Ende für Elphaba ausgeschlossen halten. Auch die Integration der Geschichte aus 'Der Zauberer von Oz' wird als spannend erachtet. Die Spannung auf den Release im November wird deutlich, insbesondere auch im Hinblick auf eine mögliche Fortsetzung ihrer Nerdy-Reihen.
Kreativität und Spaß am Stream
01:42:29Neben der inhaltlichen Diskussion ist der Stream von einer lockeren und kreativen Atmosphäre geprägt. Während eines Malversuchs entsteht eine Reihe von humorvoll als 'künstlerisch' oder 'kindlich' bezeichneten Bildern. Die Streamerinnen unterhalten sich scherzhaft darüber, diese Kunstwerke zu verschenken oder für einen guten Zweck zu versteigern. Diese kreativen Momente und der unbeholfene Umgang mit den Zeichenutensilien dienen als lockere Abwechslung und unterstreichen den ungezwungenen, persönlichen Charakter des Gesprächs.
Protagonisten-Fokus und Nebenfiguren
01:42:29Neben der tiefgehenden Analyse der Protagonistinnen wird auch die Bedeutung der Nebenfiguren thematisiert. Figueros Figur wird als Spiegel für Elphaba gesehen – eine Vision davon, wie sie hätte sein können, wenn sie nicht diskriminiert worden wäre. Charakterzüge wie seine anfängliche Oberflächlichkeit werden als Teil einer Entwicklung verstanden, die letztlich zu einer solidären Entscheidung für Elphaba führt. Die Einführung von Nebenfiguren wie dem Löwen aus dem Original-Oz wird als gelungenes Storytelling gewürdigt und auf die weitere Handlung in Teil 2 gespannt.