Heitere und nachdenkliche Märchen prägten den Abend beim gemütlichen Treffen. Begleitet von Enkeln Janik und Fabian wurden Zuhörer in Welten von listigen Tieren, tragischen Prinzen und unschuldig Verfolgten entführt. Sibirische Mythen und Grimmsche Klassiker nebeneinander zeigten, wie zeitlos Erzähltraditionen wirken.

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Beginn des Streams und Einführung der Zuschauer

00:03:45

Der Stream beginnt mit einer humorvollen Vorstellung, bei der Marmeladenoma gemeinsam mit ihren Enkeln Janik und Fabian die „Märcheninsel“ präsentiert. Fabian macht eine Kerze für die „Unglücklichen dieser Erde“ an, während Marmeladenoma die ersten Zuschauer begrüßt. Mehrere Chatteilnehmer werden namentlich erwähnt und erhalten herzliche Worte. Unter anderem wurden „Mutito“, „Astrid90“ und „Louis Vivid“ mit süßen Früchtchen begrüßt, wobei letztere explizit den schönen Samstagabend und viel Spaß wünscht.

Erzählung des ersten Märchens: Der Hase und der Igel

00:05:20

Marmeladenoma beginnt mit der Erzählung des Märchens „Der Hase und der Igel“. Sie erklärt, dass die Geschichte zwar „lügenhaft“ klinge, aber wahr sei, da sie von ihrem Großvater stammt. Die Handlung spielt an einem sonnigen Herbstmorgen, an dem der Igel beschließt, nach seinen Steckrüben zu sehen. Auf dem Weg dorthin trifft er auf den Hasen, der ihn wegen seiner „schiefgewachsenen Beine“ verspottet. Der Igel fordert einen Wettlauf heraus, bei dem sie eine Wette um einen goldenen Louisd’or und eine Buddel Branntwein eingehen. Der Hase zeigt sich arrogant und verlässt sich auf seine Schnelligkeit, während der Igel heimlich einen Plan schmiedet.

Wettlauf und Sieg des Igels

00:09:03

Der Igel geht nach Hause und überredet seine Frau, ihn auf das Feld zu begleiten. Dort instruiert er sie, jeweils am anderen Ende der Furche zu rufen, sobald der Hase vorbeiläuft. Der Igel selbst läuft nur wenige Schritte, versteckt sich in der Furche und bleibt sitzen. Der Hase sprintet los, verliert jedoch über 70 Mal gegen den Igel oder dessen Frau, die ihm immer wieder rufen: „Ich bin hier“. Schließlich bricht der erschöpfte Hase tot zusammen. Der Igel gewinnt die Wette und nimmt den Louisd’or sowie den Branntwein mit nach Hause. Die Moral der Geschichte: Man sollte sich nicht über andere erheben, selbst wenn man sich für vornehmer hält.

Erzählung des zweiten Märchens: Der glückliche Prinz von Oscar Wilde

00:13:43

Nach einer kurzen Pause beginnt Marmeladenoma mit dem Märchen „Der glückliche Prinz“ von Oscar Wilde. Sie erklärt, dass sie die Geschichte durcheinandergebracht habe, und beginnt mit der Beschreibung der vergoldeten Statue des Prinzen, die mit Saphiren und einem Rubin verziert ist. Die Statue weint, als eine Schwalbe auf ihr landet, da der Prinz nun das Leid der Stadt sieht – eine arme Näherin und ihr krankes Kind, das nach Orangen verlangt, aber nur Wasser bekommt. Der Prinz bittet die Schwalbe, seinen Rubin zu dem Jungen zu bringen, den sie bereitwillig erfüllt. Die Schwalbe bleibt noch mehrere Nächte, um weitere Hilfsmissionen zu erfüllen, und opfert schließlich sogar ihre eigenen Augen.

Tragisches Ende der Schwalbe und der Statue

00:32:51

Die Schwalbe hilft dem Prinzen, indem sie Blatt für Blatt das Gold seiner Statue abpickt und es an die Armen verteilt. Die Statue wird dadurch immer hässlicher, doch die Bedürftigen sind glücklich. Als der Winter kommt, stirbt die Schwalbe vor Kälte an den Füßen des Prinzen. Das bleierne Herz der Statue zerbricht. Der Prinz wird von den Stadtoberen als wertlos abgestuft und eingeschmolzen. Doch Gottes Engel hebt das zerbrochene Herz und die tote Schwalbe auf, um sie in seinem Paradies zu ehren. Marmeladenoma schließt die Erzählung mit der Hoffnung, dass das Märchen ein „gutes Ende“ hatte, auch wenn es traurig sei.

Aktueller Gesundheitszustand und persönliche Updates

00:41:24

Marmeladenoma kündigt an, dass sie sich entschuldigt, aber heute nicht voll einsatzfähig sei, da sie seit Dienstag an Covid-19 erkrankt ist. Sie dankt den Zuschauern für die guten Wünsche und betont, dass es ihr gesundheitlich langsam besser geht. Fabian berichtet von seiner kranken Mutter, die sich mit Hühnersuppe und Kräutertees behandelt, und wünscht ihr ebenfalls gute Besserung. Mehrere Chatteilnehmer wünschen beiden ebenfalls Genesung, darunter „Kay Bastard“, der die traurige Märchenstimmung erwähnt. Ali K. und Fabian werden als Vorbilder hervorgehoben.

Kulinarische Vorlieben und Anekdoten aus der Kindheit

00:55:02

In einer lockeren Fragerunde geht Marmeladenoma auf Fragen zu ihren Essensvorlieben ein. Ihr Lieblingsessen in der Kindheit waren „eine feine Kartoffelsuppe und Dampfnudeln“, die sie später für ihre eigenen Kinder kochte. Fleisch lehnt sie heute als Vegetarierin ab. Sie berichtet auch, dass sie als Kind nie gezwungen wurde, Dinge zu essen, die sie nicht mochte – ein Grundsatz, dem ihr verstorbener Vater zustimmte. Zudem erwähnt sie, dass sie aktuell an einem „Riesenberg an Post“ arbeitet und einige Kartoffelgeschichten für ihre Fans vorbereitet hat.

Görlitzer Sage um einen unschuldig hingerichteten Knappen

01:05:43

Die Streamerin erzählt die tragische Sage eines armen Knappen aus Görlitz, der unter Folter Geständnisse ablegte und trotz seiner Unschuld zum Tode verurteilt wurde. Vor der Hinrichtung bat er um letzte Gebete am Grab seiner Eltern und pflanzte aus Rache ein Lindenbäumchen verkehrt herum. Der Baum wuchs zu einem mächtigen Baum heran, der bis heute den Nikolai-Friedhof in Görlitz säumt – ein symbolisches Zeugnis für seine Unschuld. Der emotionale Vortrag unterstreicht die historische Strenge der damaligen Gerichtsbarkeit und die willkürlichen Machtstrukturen der Faustrechtszeit.

Lektüre der Bremer Stadtmusikanten in traditioneller Märchenform

01:10:31

Es beginnt die Vorlesung des Grimmschen Märchens "Die Bremer Stadtmusikanten", in dem ein alter Esel, ein Jagdhund, eine Katze und ein Hahn – jeweils entsorgt oder verstoßen von ihren Besitzern – sich auf den Weg nach Bremen machen, um als Stadtmusikanten ihr Glück zu finden. Die Tiere schließen sich unterwegs zusammen, nachdem der Esel den Hund, die Katze und schließlich den Hahn überzeugt hat, jeweils seine musikalischen Fähigkeiten einzubringen. Gemeinsam ziehen sie durch den Wald und entdecken ein erleuchtetes Räuberhaus, das sie durch ihre "Musik" (Esel schreit, Hund bellt, Katze miaut, Hahn kräht) in die Flucht schlagen. Die Darstellung wird lebendig und detailreich vorgetragen, wobei das harmonische Zusammenspiel und der Geistesblitz der Tiere im Mittelpunkt stehen.

Einleitung der Märchenwunsch-Fragerunde und Lektüre sibirischer Mythen

01:39:40

Nach einer längeren Phase mit gemischten Themen wie Buchstaben-Spendenaktionen, Bastelprojekten und Diskussionen über Lesebrillen bei Makularerkrankungen wird die Fragerunde eingeleitet. Ein Zuschauer wünscht sich ein sibirisches Märchen, das die Streamerin zunächst nicht kennt. Fabian, der Assistent, entdeckt jedoch im iPad einen entsprechenden Text: Die Geschichte vom Raben Kurkühl und den Tieren, die gemeinsam ein Loch in den Himmel picken, um die Sonne zu befreien. Das Märchen thematisiert den Ursprung der Jahreszeiten und die_listige Zusammenarbeit der Tiere gegen den Eisbären – eine kreative und humorvolle Erklärung für den Wechsel von Sommer und Winter. Die Streamerin liest das Märchen mit Begeisterung vor und lobt die schwierige Suche.

Höhepunkt der Fragerunde: Votum für zukünftige Märchen und Lesung von Andersens "Sternentaler"

02:06:02

Im letzten Teil der Fragerunde gibt es einen regelrechten Abstimmungmarathon für neue Märchenwünsche über Herzchen-Votes. Die Abstimmung zwischen zwei Finalisten – "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" und "Sternentaler" – bringt mit hauchdünner Mehrheit den zweiten Vorschlag als Gewinner hervor. Die Streamerin liest sodann eine besondere Version von Hans Christian Andersens "Sternentaler" vor, die sich deutlich von der klassischen Fassung unterscheidet: Sie erzählt die Geschichte der kleinen Emma, deren übernatürliche Visionen durch das Anzünden von Schwefelhölzern im Angesicht des Hungers und der Kälte aufreißen. Die grotesk-düstere Erzählung, in der das Mädchen trotz seines Hungers gierig Sehnsüchte nach Wärme, Essen und elterlicher Liebe erlebt, wird mit pathetischer Stimme dargeboten und sorgt für starke emotionale Resonanz im Chat.