Jan Mihm wurde nach einem sechstägigen freiwilligen Aufenthalt im Gefängnis wieder in die Freiheit entlassen. In einer Justizvollzugsanstalt in Berlin verbrachte er den Zeit, über den er öffentlich berichtete. Unterstützer begleiteten die Entlassung. Mihm beschrieb Einzelhaft, therapeutische Effekte und plant nun politische Ambitionen. Zudem kündigte er an, sich zukünftig stärker mit Gefängnisthemen zu beschäftigen, nachdem er die Lage nun aus eigener Erfahrung beurteilen kann.

Just Chatting
00:00:00

Just Chatting

Jan Mihm wird aus dem Knast abgeholt

00:00:04

Jan Mihm wurde aus dem Knast abgeholt, nachdem er sich für einige Tage dort freiwillig in Haft befunden hatte. Streamerin Mali und andere_supporter_ sind anwesend, um die Abholung zu begleiten. Es gab technische Probleme beim Versuch, Jan aus dem Gefängnis zu holen, da die Justiz systemische Probleme bei der Verwaltung der Haft hatte. Die Gruppe musste aufgrund von Unklarheiten möglicherweise zu einem anderen Knast fahren.

Eindrücke aus der Haft

00:02:48

Jan Mihm beschreibt seine Erfahrungen im Knast detailliert. Er hatte eine Einzelzelle, die etwa so groß wie sein Schlafzimmer zu Hause war. Die Bedingungen waren nicht schlecht, wobei er betont, dass er sich bewusst für die Einzelhaft entschieden hatte. Die Betreuer waren respektvoll und freundlich, und Jan berichtet von einem entspannten Alltag in der Haft, der eigentlich eine Form des geistigen Rückzugs war.

Alltag und Einsätze im Knast

00:07:26

Der Alltag im Knast wurde als sehr strukturiert beschrieben. Es gab feste Essenszeiten und kurze Aufenthaltszeiten im Freien. Jan Mihm führte ein Tagebuch und berichtet über seine Aktivitäten während der Einschlusszeiten im Haftraum. Er berichtet auch über seine Versuche, mit anderen Insassen Kontakt aufzunehmen und über die allgemeinen Lebensbedingungen im Gefängnis.

Psychologische Aspekte der Haft

00:14:54

Jan Mihm betont die therapeutische Wirkung des Knastaufenthalts. Er beschreibt die intensive Ruhe und die Abwesenheit von Stressfaktoren als befreiend. Er stellt fest, dass man sich in dieser Zeit selbst neu kennenlernen muss. Auch erwähnt er die ständigen Kontrollen der Beamten und die regelmäßigen Fragen bezüglich psychischer Stabilität und Suizidgefahr.

Mitgefangene und soziale Kontakte

00:34:13

Jan Mihm beschreibt seine Mitgefangenen größtenteils als respektvoll und unauffällig. Viele der Insassen hätten ihm Mitleid getan, besonders solche mit gesundheitlichen Problemen. Es gab kaum Konflikte, und es war schwierig, echte soziale Kontakte aufzubauen, da jeder die meiste Zeit in seiner Einzelzelle verbringen musste. Er berichtet jedoch über einen Inhaftierten, der sich selbst verletzte, und die damit verbundenen psychologischen Aspekte.

Rückkehr in die Freiheit und Reflexion

00:37:03

Nach sechs Tagen im Knast wurde Jan Mihm wieder entlassen. Er beschreibt die letzten Stunden als besonders zermürbend aufgrund der Unwägbarkeit des genauen Entlassungszeitpunkts. Er betont, wie wichtig der Kontakt nach außen war und reflektiert über seine Erfahrungen. Er spricht auch über die Unterstützung seiner Anhänger und wie die Rückkehr in die Freiheit für ihn war.

Hofgang und Verhalten im Gefängnis

00:48:53

Jan beschreibt seine Erfahrungen mit dem Hofgang im Gefängnis, wobei er einen Häftling traf, der offensichtlich unter Drogen stand und aggressiv auffiel. Trotz der angespannten Situation blieb Jan ruhig und gehorchte Ali's Training. Er betont, dass die meisten Häftlinge nicht aggressiv waren und er keine körperlichen Konfrontationen erlebte. Die Atmosphäre war im Allgemeinen ruhig, und Jan fühlte sich durch diese Erfahrung eher in seiner bestehenden Haltung bestärkt als verändert.

Geschäftsidee: Gefängniserlebnis-Dienstleistung

00:50:48

Jan teilt seine ungewöhnliche Geschäftsidee mit, ein Service anzubieten, der Menschen ermöglicht, einen realen Gefängnisaufenthalt freiwillig zu erleben. Für 1000 Euro pro Tag kann man bei ihm einen Haftbefehl beantragen und bis zu 180 Tage im Gefängnis verbringen. Jan erklärt, dass er einen Weg gefunden hat, als Antragsteller des Haftbefehls agieren zu können. Er sieht dies als Nischenangebot für reiche oder gelangweilte Menschen und betont, dass er dafür kein Startkapital benötigt, nur sein Know-how.

Ablauf der Geschäftsmodells

00:52:14

Jan erläutert den präzisen Ablauf seines Geschäftsmodells in Detail. Zuerst muss der Kunde einen Wunschzeitraum für den Freiwilligenaufenthalt benennen, zwischen einem Tag und sechs Monaten. Danach zahlt der Kunde den Betrag im Voraus - 1000 Euro pro Tag. Nach der Zahlung arrangiert Jan den Haftbefehl und kümmert sich um die Einweisung. Zusätzlich bietet er Optionen für Extradienste wie Escort-Besuche an, die jedoch extra kosten. Nach sechs Tagen im Gefängnis kann der Kunde frei wieder ausreisen.

Telefonkosten und Enttäuschung

01:03:04

Jan kritisiert scharf die extrem hohen Telefonkosten im Gefängnis, die bis zu 90 Cent pro Minute betragen. Er bezeichnet dies als Ausbeutung von Häftlingen, die ohnehin finanziell benachteiligt sind. Im Vergleich zu heutigen Flatrate-Tarifen empfindet er diese Preise als unfair. Besonders frustriert zeigt er sich darüber, dass die Telefonkarte, die er beantragt hatte, selbst am sechsten Tag noch nicht angekommen war. Diese Situation demonstriert nach seiner Meinung unzumutbare Bedingungen im Strafvollzugssystem.

Alltag und Bewegung im Gefängnis

01:21:46

Jan beschreibt seinen täglichen Ablauf im Gefängnis, der hauptsächlich aus viel Schlafen und Liegestützen besteht. In seiner Zelle führte er täglich zahlreiche Liegestütze aus, um sich körperlich fit zu halten. Auf dem Hofgang, der etwa 50 Minuten dauerte, lief er konstant 50 Runden auf einem etwa 120 Meter langen Rundengang. Er betont, wie wichtig eine billige Uhr für den Zeitgeist ist, da ohne Uhr die Orientierung verloren geht und die Tage endlos lang wirken können.

Gruppendynamik und Respekt

01:27:19

Jan berichtet über seine Beobachtungen zur Gruppendynamik im Gefängnis. Zu Beginn des Aufenthalts dachte er, es gebe feste Gruppierungen nach Nationalitäten, stellte jedoch später fest, dass die Gruppen offen waren und neu formiert wurden. Er unterhielt sich mit Häftlingen verschiedener Herkunft wie Armeniern, Russen und Rumänen. Nach seiner Erfahrung ist in Plötzensee eher ein friedliches und gemütliches Klima vorherrschend, besonders im Vergleich zu anderen Orten. Er betont, dass respektvolles Verhalten in beiden Welten, hinter und vor Gittern, den Schlüssel für gute Behandlung darstellt.

Verdächtige Machenschaften und geplante Beschwerde

01:39:26

Jan Mihm berichtet von einer unverschämten Angelegenheit im Gefängnis, bei der jemand angeblich nach vorne hin sympathisch getan habe, ihn jedoch in Wirklichkeit betrügen wollte. Er erwähnt schriftliche Beweise, die jedoch noch nicht veröffentlicht werden, da dies wie ein Wettbuch sei, das geleakt werden könnte. Mihm plant, offiziell eine Dienstaufsichtsbeschwerde einzureichen, da es eine fiese Nummer sei, besonders für ernsthafte Insassen, während es andere nur belustige.

Erfahrungen im Gefängnisalltag

01:40:27

Mihm berichtet von seiner Zeit in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee und gibt Ratschläge, wie man sich in Gefängnissen in fremden Ländern verhalten sollte. Er erzählt, wie er als Dolmetscher für einen französischsprachigen Mitinsassen agierte, da er selbst etwas Französisch kann. Interessanterweise wurden Mihm dort normal behandelt wie jeder andere Insasse, was er als positiv empfindet, obwohl er potentially hätte auf seine Bekanntheit hätte pochen können.

Die ersten Stunden der Freiheit

01:42:36

Nach seiner Entlassung genießen Jan Mihm und seine Begleiter die Freiheit, indem sie sich Köfte-Sandwiches gönnen und frische Luft tanken. Mihm zeigt seine Haftentlassungspapiere vor und weist darauf hin, dass er entgegen der Meinung mancher Kommentatoren tatsächlich im Gefängnis war. Er erwähnt auch, dass sein Vater ebenfalls aus dem Gefängnis entlassen wurde und ein Tattoo machen möchte.

Politische Ambitionen und Fußballdebatten

01:50:50

Jan Mihm spricht über seine politischen Ambitionen und kündigt an, bei der Bezirksverordnetenversammlung in Kreuzberg zu kandidieren. Er benötigt dafür 200 Unterschriften und strebt 3% der Stimmen an. Gleichzeitig kritisiert er, dass Fußballspiele für junge Menschen aufgrund der hohen Kosten von Sky und anderen Anbietern kaum noch zugänglich sind und schlägt vor, Schulen mit Fernsehern auszustatten, damit Kinder Spiele verfolgen können.

Alltagskultur und Gastronomie-Erlebnisse

01:55:56

Mihm und seine Begleiter begeben sich auf eine Entdeckungstour durch Berlin und besuchen verschiedene Läden. Sie diskutieren über interessante Nummernschilder, die sie auf der Straße sehen, und reden über das Getränk Absinth. Mihm erwähnt auch seine Vorliebe für gute Gastronomie und lobt besonders den Service im Bierhaus Urban, wo sie seinen früheren Trainer treffen.

Gefängniserlebnisse und Reflexionen

02:05:56

Jan Mihm reflektiert über seine Zeit im Gefängnis und stellt fest, dass die Weihnachts- und Silvesterzeiten die schwierigsten für Insassen sind, da viele Menschen dann besonders einsam sind. Er berichtet auch, dass er einen kleinen Disco-Club in seiner Zelle einrichten wollte, da die Insassen dringend Abwechslung bräuchten. Mihm betont, dass er es genießt, allein zu sein und dass er keine Angst vor den anderen Insassen hatte.

Soziale Kontakte und zukünftige Pläne

02:15:17

Mihm berichtet von seinem Treffen mit dem G-Time, einem Mann, der großzügiges Trinkgeld gibt. Er sieht dies als eine Form der Wertschätzung. Gleichzeitig gibt er bekannt, dass er als nächstes Bürgermeister werden möchte und ruft seine Anhänger auf, ihn zu wählen. Er erwähnt auch seine Liebe zu traditionellen Kleidungsstücken wie dem Kilt und führt dies auf männliche Vorbilder wie Braveheart zurück.

Tätowierung und erste Aktionen in Freiheit

02:44:59

Nach seiner Entlassung begibt sich Jan Mihm direkt in ein Tattoo-Studio, um sich eine Rose stechen zu lassen, und möchte anschließend zum Barbier gehen. Er erwähnt, dass er sechs Tage lang nicht geduscht hat, da es im Gefängnis nur kalte Duschen gab und die Zellen nicht oft geöffnet wurden. Mihm kündigt an, dass er sich zukünftig stärker mit Gefängnisthemen beschäftigen wird, da er die Lage nun aus eigener Erfahrung beurteilen kann.