LIVE AUS DER EISTONNE Nachrichten für Genossen - fetzige Reactions - !spotify !kofi - Wahrnehmungsstoerer #870

Giftschrank der Gesellschaft: Hitze, Hetze und menschliche Kälte

Transkription

Ausführlich diskutiert wurde die gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit angesichts extremer Hitze und politischer Polarisierung. Der Stream setzte sich mit selbstzerstörerischen Klimapolitik-Routinen, rassistischen Narrativen der AfD und globalen Ungerechtigkeiten auseinander – von venezolanischen Erdbebenopfern bis zu ukrainischen Schutzstatus-Folgen.

Just Chatting
00:00:00

Just Chatting

Kritik an gesellschaftlicher Kälte und sozialer Ungerechtigkeit

00:04:01

Der Streamer thematisiert in poetischen Ausführungen die Kälte und Oberflächlichkeit einer von finanziellem Profit geprägten Welt. Er schildert konkrete Beispiele sozialer Ungerechtigkeit, etwa den betrunkenen Rentner vor seiner Haustür, der trotz bitterer Armut freundlich grüßt, oder einen geflüchteten Mann, der wegen Kriegshandlungen obdachlos in Deutschland lebt, aber keine Unterstützung erhält. Der Streamer verbindet diese Beobachtungen mit der Frage, ob Gesellschaften bereit sind, Verantwortung zu übernehmen oder ob sie wegschauen.

Hitzeextreme und gesundheitliche Folgen

00:08:25

Ab Minute 8 beginnt eine ausführliche Diskussion über die extreme Hitze mit 32–35 Grad im Streamerkeller sowie den gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung. Es werden Hitzerekorde in Deutschland gemeldet (z. B. 41,3 Grad in Saarbrücken-Burbach) und die Gefahr für Bauarbeiter, Kinder und ältere Menschen betont. Der Streamer kritisiert, dass menschliche Arbeit unter diesen Bedingungen lebensgefährlich wird, während Arbeitgeber keine Rücksicht nehmen. Zudem werden medizinische Folgen wie Kreislaufkollaps, Hitzschlag und erhöhte Sterberaten (bis zu 200.000 Hitzeopfer pro Jahr in Europa) analysiert.

Nachrichtenblock: Magdeburger Attentat, VW-Stellenabbau und EU-Asylpolitik

00:20:37

Die wichtigsten Nachrichten des Tages: Erstens das Urteil im Prozess gegen den Attentäter des Magdeburger Weihnachtsmarkt-Angriffs 2024, der sechs Menschen getötet und über 300 verletzt hat. Das Gericht verhängte lebenslange Haft wegen Mordes. Zweitens die Ankündigung von VW, weltweit bis zu 100.000 Jobs abzubauen – betroffen sind auch Werke in Deutschland wie Emden, Hannover und Neckarsulm. Der Streamer sieht darin eine Bestätigung für die ignorierte Gefahr des Verbrennermarktes und kritisiert die fehlende Weitsicht der Politik. Drittens die Entscheidung der EU, ukrainischen Männern im wehrfähigen Alter den Schutzstatus zu entziehen, um sie zum Kampf in der Ukraine zu zwingen. Dies wird als zynisch und realitätsfremd kommentiert.

Naturkatastrophen in Venezuela und Iran: Spannungen mit globalen Folgen

00:41:06

Berichte über schwerwiegende Naturkatastrophen in Venezuela mit Erdbeben und Opferzahlen von über 900 Toten sowie einer zerstörten Region La Guayra, wo tausende Menschen noch vermisst sind. Rettungskräfte aus mehreren Ländern unterstützen die Suche nach Überlebenden. Zudem wird ein eskalierender Zwischenfall zwischen den USA und dem Iran thematisiert: Trotz vereinbarter Waffenruhe griffen US-amerikanische Streitkräfte Ziele im Iran an – begründet durch angebliche Drohnenangriffe auf ein Frachtschiff. Der Streamer betont, dass solche Eskalationen die Hoffnung auf politische Lösungen untergraben und die Gefahr weiterer Konflikte erhöhen.

Rentenreform-Debatte: Merz plant Rentenkürzungen als "Reformen"

00:51:34

Die Diskussion um die geplante Rentenreform gipfelt in scharfer Kritik am Kanzler Friedrich Merz: Trotz Erhöhung des Renteneintrittsalters und damit verbundener Kürzungen bei den Renten wehrt sich Merz gegen den Vorwurf der Rentenkürzungen. Der Streamer analysiert die Logik des Arguments, wonach längeres Leben zu Rechtfertigung für spätere Renteneintritte dienen soll – obwohl körperlich arbeitende Menschen oft bereits mit 60–70 sterben und somit kaum profitieren. Zudem wird debattiert, ob eine Steuerreform für Topverdiener möglich ist oder ob soziale Ungerechtigkeit weiter zunimmt: Die Union blockiert Pläne zugunsten von Teilentlastungen, ohne die Sozialbeiträge zu stabilisieren.

Diskussion über Spendenwesen im Kapitalismus

00:45:48

Der Streamer thematisiert die Sinnhaftigkeit von Spenden in einer kapitalistischen Gesellschaft. Während Organisationen wie "Aktion Deutschland hilft" im Kontext desVenezuela-Erdbebens genannt werden, fragt er sich, ob direkte Hilfe an Obdachlose effektiver wäre. Die Argumentation führt zu grundsätzlichen Fragen: Spenden ermöglichen erst die Unabhängigkeit von korporaten oder staatlichen Strukturen – wie etwa bei diesem Stream selbst. Ehrenamtliche Arbeit, unbezahlteätigkeiten und Spenden allgemein werden als essenziell für das Funktionieren der Gesellschaft dargestellt, da sie eine Gegenleistung zum profitorientierten System darstellen. Die moralische Verurteilung von Spenden erscheint danach als zynisch.

Klimapolitik: Eberswalde als Vorbild für Hitzeanpassung

00:28:34

Der Streamer thematisiert Eberswalde als positives Beispiel kommunaler Klimapolitik: Die Stadt bietet "kühle Orte" wie klimatisierte Buchhandlungen oder Grünflächen an, um Schutz vor Hitze zu bieten. Als Vorzeigeprojekt wird betont, wie wichtig Zugang zu Wasser und Schatten ist. Zugleich wird die Kritik an Klimaanlagen und falscher Priorisierung der Klimapolitik geschärft: Die meisten Maßnahmen (wie Ventilatoren) reichen nicht aus, während strukturelle Veränderungen (etwa in Pflegeheimen) vernachlässigt werden. Der Fokus liegt auf gerechten Lösungen, die alle Bevölkerungsschichten schützen.

Verfassungswidrigkeits-Gutachten gegen die AfD veröffentlicht

00:58:52

Laut einem heute veröffentlichten Gutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte sei die AfD nachweislich verfassungswidrig. Für das juristische Gutachten wurden über drei Millionen Datenpunkte geprüft, größtenteils Social-Media-Posts der Partei und ihrer Vertreter, die mit KI ausgewertet und später manuell überprüft wurden. Insgesamt wurden 2.000 konkrete Verstöße gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung festgestellt. Ein Verbotsantrag nach Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes hätte laut Einschätzung der Gutachter gute Erfolgsaussichten. Die Arbeit am Gutachten wurde von über 20.000 Menschen mit privaten Spenden und über einer Million Euro unterstützt. Die AfD würde laut dem Gutachten sowohl das Demokratieprinzip als auch die Menschenwürde verletzen.

Kritik an späten und wirkungslosen AfD-Verbotsverfahren

01:02:38

Der Streamer kritisiert, dass ein Verbotsverfahren gegen die AfD viel zu spät angestoßen werde, da diese bereits bei 30% in den Umfragen liege und bald Regierungsverantwortung übernehmen könnte. Das Verfahren würde vier bis fünf Jahre dauern, falls es überhaupt noch gestartet werde. Frühere Initiativen seien abgelehnt worden mit der Begründung, die AfD sei nur eine Protestpartei besorgter Bürger. Selbst wenn die AfD verboten würde, wäre laut Streamer kein politischer Wandel zu erwarten, da die CDU ohnehin die meisten Forderungen der AfD umsetze. Die linke Bewegung bleibe dagegen schwach und die Gefahr bestehe, dass auch linke Parteien nach einem AfD-Verbot mit ähnlichen Verfahren belegt würden.

Bundeswehr-Rekrutierungskampagne mit extrem niedriger Beteiligung

01:04:38

Eine Bilanz der Wehrerfassung für den neuen Wehrdienst zeigt, dass von 300.000 angeschriebenen jungen Männern nur 530 ihren Wehrdienst antreten. Das entspricht einer Quote von 0,18%, obwohl der propagierte Einsatzbereich von moderner Ausrüstung bis hin zu Helikopterflügen reicht. Die Bundeswehr ist trotz massiver Öffentlichkeitskampagne im öffentlichen Rechtssystem nahezu vollständig unattraktiv. Die Jugend würde sich nach Angaben des Streamers selbst dann nicht für die Bundeswehr begeistern, wenn diese Produkte wie Fußschweißpaste bewerben würde. Die überwiegende Mehrheit der Männer hat die Schreiben direkt entsorgt.

EU plant Ende des Schutzstatus für wehrfähige ukrainische Männer

01:09:19

Die EU-Kommission plant, den automatischen Schutzstatus für ukrainische Männer im Alter von 23 bis 60 Jahren zu beenden. Künftig sollen neu ankommende Männer keinen vorübergehenden Schutz erhalten, wenn sie aufgrund ukrainischer Gesetze nicht fliehen dürfen. Innenminister Dobrindt unterstützt diese Ausnahme und fordert, dass ukrainische Männer sich gefälligst in den Militärdienst an der Front begeben oder auf Asylrechte verzichten. Diese Entwicklung zeige laut Streamer eine klare Abkehr von fundamentalen Menschenrechten wie dem Asylrecht, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs etabliert wurden. Der Schutzstatus für andere ukrainische Flüchtlinge soll dagegen um ein Jahr bis März 2028 verlängert werden.

Zehn Jahre Brexit: Wirtschaftliche Folgen und aktuelle Debatten

01:16:45

Zehn Jahre nach dem Brexit zieht der Streamer eine kritische Bilanz: Großbritannien hat durch den Austritt aus der EU rund 6% seines Bruttoinlandsprodukts verloren, der Handel mit der EU ist erschwert, und viele Regeln verschlechterten sich. Die Brexit-Kampagne basierte auf Falschinformationen, etwa zu angeblichen 300 Milliarden Euro Vorteilen, die von rechtsextremen Kampagnen und Oligarchen finanziert wurden. Die wirtschaftlichen Einbußen seien laut Ökonomen vorhersehbar gewesen. Brexit-Befürworter Nigel Baxter bereut die Folgen, möchte aber weiterhin außerhalb der EU bleiben. Sein Bruder Ian, der gegen den Brexit war, profitiert paradoxerweise wirtschaftlich, da seine Spedition nun von Zollgeschäften mit der EU lebt – allerdings zu Lasten von dessen Kunden.

Ideologische Unterschiede zwischen CDU und AfD: Innen- und Außenpolitik

02:01:50

Im politischen Diskurs wird oft behauptet, dass die CDU und die AfD inhaltlich weit näher beieinander liegen als vielfach angenommen. Besonders in der Außenpolitik zeigen sich jedoch deutliche Differenzen: Während die CDU mehrheitlich eine militarisierte Außenpolitik verfolgt, etwa durch Aufrüstung und Stärkung der Rüstungsindustrie, um nationale Interessen in der Ukraine oder im Wiederaufbau zu vertreten, setzt die AfD auf eine Annäherung an Russland. Teile der AfD plädieren für die Rückkehr zu Gaslieferungen, die Aufhebung von Sanktionen und eine Distanzierung vom Ukraine-Krieg. Innerhalb beider Parteien gibt es zwar Strömungen mit unterschiedlichen Prioritäten – etwa transatlantisch ausgerichtete Kräfte in der AfD oder pazifistische Tendenzen in der CDU –, doch die AfD vereint zusätzlich eine starke pro-russische Fraktion, die eine eigenständigere Rolle Deutschlands gegenüber der NATO und der EU fordert. Diese Unterschiede in der Außenpolitik stellen den oft kolportierten Vorwurf einer inhaltlichen Deckungsgleichheit beider Parteien infrage.

AfD-Verbotsantrag: Kritik an intransparenten Kriterien

02:04:30

Der Streamer hinterfragt kritisch die vermeintliche Objektivität von Verbotsanträgen gegen die AfD. Er argumentiert, dass solche Verfahren weniger auf konkrete Inhalte als vielmehr auf politische Opportunität zurückzuführen sind. Da die CDU als etablierte Demokratie gelten würde, wäre ein Verbotsantrag gegen sie ausgeschlossen – unabhängig von ihrer inhaltlichen Radikalisierung nach rechts. Gleichzeitig würde eine ehrliche Prüfung von Unterschieden zwischen CDU und AfD aufzeigen, dass letztere zwangsläufig noch weiter rechts stehen müsste. Die Unterdrückung solcher Debatten sei symptomatisch für die Scheu vor ehrlichen inhaltlichen Auseinandersetzungen und diene vor allem dem internen Machtkampf um Wählerklientel, nicht der Demokratie.

Wählerklientel-Kämpfe: Inhalte als Fassade für strategische Distinktion

02:07:52

Die Rivalität zwischen CDU und AfD ist laut der Analyse weniger ideologisch als vielmehr strategisch geprägt. Beide Parteien konkurrieren um dasselbe Wählerreservoir – es handelt sich mithin um einen rein taktischen Wettstreit. Historisch sei dies keine Seltenheit, wie frühere Fälle der ‚künstlichen Differenzierung‘ zwischen Merkel-CDU und Steinbrück-SPD belegen. In diesem Kontext platzierte Sätze wie,Rückführung‘ bei der CDU und ‚Remigration‘ bei der AfD verdeutlichen die inhaltliche Austauschbarkeit dieser Konzepte. Die AfD nutze dabei gezielt provokative Termini wie ‚Remigration‘, die CDU uniesse ‚Abschiebungen‘ als policy-seitige Entsprechung. Solche Nominierungen dienten einzig der Simulierung von Unterscheidbarkeit, ohne reale inhaltliche Differenz.

Remigration als Propaganda: Der Begriff und seine menschenrechtlichen Implikationen

02:10:00

Im Zentrum der AfD-Rhetorik steht der Begriff der ‚Remigration‘, der als kulturelle Anpassungsforderung oder Deportationsdrohung fungiert. Der Streamer analysiert diese Praxis als ‚kulturellen Völkermord‘: Gefordert werde, Zugewanderte müssten ihre Kultur, Religion und Identität vollständig aufgeben und sich assimilieren. Anderenfalls drohe die De-Personalisierung durch physische Entfernung aus dem Land. Die semantische Gleichsetzung von Assimilation und kultureller Auslöschung – beispielhaft in der Uigur-Politik Chinas kritisiert – werde in deutschen Mediendeebaten oft unhinterfragt als legitim wahrgenommen. Die AfD propagiere damit ein Narrativ, das auf ethnische Homogenität und die aktive Verdrängung nicht-assimilierter Gruppen ziele, was verfassungsrechtlich und menschenrechtlich bedenklich sei.

Maximilian Krahs Auftritt bei Al Jazeera: AfD-Rhetorik unter Druck

02:13:03

Der Stream diskutiert einen kürzlichen Auftritt von AfD-Politiker Maximilian Krah bei Al Jazeera, wo dieser mit den Argumenten der Moderatoren konfrontiert wurde. Krahs Äußerungen zu SS-Mitgliedern – er habe betont, nicht jeder SS-Soldat sei ein Verbrecher – wurden als historisch verharmlosend und realitätsfremd kritisiert. Die Debatte um ‚Alles für Deutschland‘, einen von der SS adaptierten Wahlspruch, illustrierte zudem die geschichtsrevisionistische Tendenz der AfD. Krahs wiederholte Relativierungen seiner vorherigen Aussagen zeigten Schwächen in der Argumentation und verdeutlichten die Brüchigkeit der AfD-nahen Geschichtspolitik.

Die AfD: Von Euroskepsis zur rechtsextremen Sammelbewegung

02:14:21

Die AfD entstand 2013 als euroskeptische Partei, rückte jedoch schnell in den Fokus antizuwanderischer Agitation. Dabei war ihre migrationsfeindliche Haltung von Beginn an zentrales Identitätsmerkmal – lange vor der sogenannten ‚Flüchtlingskrise‘ von 2015. Mitglieder wie Björn Höcke und Bernd Lucke prägten früh einen harten Kurs, der sich gegen die Aufnahme von Geflüchteten und für eine restriktive Einwanderungspolitik aussprach. Die Partei entwickelte sich zu einer Plattform, die rechtsextreme und sogar offen faschistische Narrative wie die der ‚Remigration‘ unkritisch aufgriff. Ihre Nähe zu internationalen rechtsextremen Bewegungen, etwa in der Ablehnung von ‚Great Replacement‘-Theorien, unterstreicht ihre Einordnung als antisystemisch und verfassungsfeindlich.

Rechtsextreme Kontinuitäten in der AfD: Personen und Ideologien

02:17:20

Der Streamer verweist auf Schlüsselpersonen wie Björn Höcke, dessen wiederholte Bezüge zu nationalsozialistischen Parolen – etwa ‚Alles für Deutschland‘ – und revisionistische Geschichtsauffassungen die AfD immer wieder in die Kritik bringen. Höckes Aussagen, die SS nicht pauschal als verbrecherisch darzustellen, oder die Relativierung des Faschismus‘ als ‚Patriotismus‘ verdeutlichen die Nähe zu historischen Kontinuitäten rechtsextremer Ideologien. Die Partei weise zwar formale Distanzierungen von Extremisten wie Martin Sellner auf, doch interne Machtkämpfe und selektive Exklusionen dienten primär der medialen Vermeidung von Skandalen, nicht der inhaltlichen Distanzierung.

Verfassungsschutz als Instrument: Inkonsequente Praxis und demokratische Defizite

02:21:30

Die Nutzung des Verfassungsschutzes als Argument gegen die AfD wird kritisch hinterfragt, da dieser selbst eine Instrumentalisierungserfahrung aufweise: Als Inlandsgeheimdienst sei er historisch primär gegen Linke und Minderheiten eingesetzt wurden, während rechtsextreme Strukturen in Behörden wie der CDU oder AfD unbehelligt blieben. Die Beobachtung von Personen aufgrund bloßer Meinungsäußerungen – etwa durch den Inlandsnachrichtendienst – sei in-Westlichen Demokratien einzigartig und verstoße gegen grundlegende Freiheitsrechte. Der Streamer betont, dass die unkritische Berufung auf den Verfassungsschutz als Argument gegen die AfD inkonsequent sei, da sie sonstige demokratische Defizite in dessen Arbeit ignoriere und strukturelle Heucheleien reproduziere.

Live-Debatte mit AfD-Politiker Maximilian Krah auf Al Jazeera

03:07:56

Im Rahmen der Sendung 'Head to Head' auf Al Jazeera diskutierte Moderator Mehdi Hassan mit Maximilian Krah, AfD-Politiker und in der Vergangenheit umstrittene Figur aufgrund polarisierender Aussagen zu Migration, Islam und Außenpolitik. Themen umfassten innere deutsche Politik sowie internationale Kontroversen des Politikers und seiner Partei. Krah, der sich selbst als kritischen Denker inszeniert, wurde zu Vorwürfen der Nähe zu China und Russland befragt. Seine rhetorischen Mittel inkludierten Provokationen, ironische Unterstellungen und gezielte Angriffe auf Journalismus und politische Gegner.

Kritik am deutschen Journalismus und Chinas Rolle in der deutschen Außenpolitik

03:11:57

Krah veröffentlichte eine scharfe Kritik am deutschen politischen Journalismus, den er als 'hirntot' und unvorbereitet bezeichnete. Gleichzeitig rechtfertigte er Kontakte zu China mit wirtschaftlichen Argumenten, da China zu diesem Zeitpunkt größter Handelspartner Deutschlands war. Er distanzierte sich dabei von einer pauschalen Verurteilung Chinas, betonte jedoch, dass Informationen aus NGOs wie der Soros-Founded-NGO für ihn keine Glaubwürdigkeit besäßen. Diese Haltung deutet auf eine Ablehnung externer Faktenchecks und eine Präferenz für eigeninterpretierte Narrative hin.

Angriffe auf die AfD und strategische Inszenierung als 'Opfer'

03:17:53

Krah und seine Partei nutzen systematisch Angriffe anderer politischer Lager als politisches Kapital, um sich als verfolgte Opposition zu inszenieren. Trotz interner Skandale – wie ein geleaktes internes Dokument eines AfD-Politikers, das dessen Nähe zu russischen Geheimdiensten nahelegte – gelingt es der AfD, diese Vorwürfe als 'Fake News' zu delegitimieren. Diese Strategie stärkt die Wahrnehmung der Partei als 'Underdog', was besonders Wähler aus anderen, verärgerten Lager anzieht, die gegen den politischen Mainstream mobilisieren wollen.

Wirtschaftspolitik Deutschlands als Ursache europäischer Spannungen

03:20:53

Im Dialog wurde die deutsche Wirtschaftspolitik Europas kritisch hinterfragt, insbesondere den Exportüberschuss und die damit verbundene Unterbewertung des Euro sowie aggressive Handelspraktiken gegenüber anderen EU-Ländern. Die AfD, so wurde argumentiert, nutze rhetorisch diese Spannungen, um sich als 'Friedenspartei' zu positionieren, während gleichzeitig historische wirtschaftliche Dominanz Deutschlands in der EU thematisiert wurde. Anknüpfend an diese Kritik wurde der Vorwurf erhoben, Deutschland untergrabe mit seiner Politik den europäischen Zusammenhalt, statt als Garant für Frieden zu dienen.

Rechte und Linken: Wer vereinnahmt die Friedenspolitik?

03:25:02

Ein zentrales Thema war die Vereinnahmung von Friedenspolitik durch rechte Parteien wie die AfD, obwohl traditionell linke und pazifistische Kräfte mit diesem Thema assoziiert werden. Mehdi Hassan monierte das Versagen der Linken, diese Diskurshoheit zurückzuerobern. Die AfD nutze gezielt die anti-ukrainische Stimmung und wirbt für diplomatische Lösungen statt militärischer Unterstützung – ein Narrativ, das bei Teilen der Bevölkerung auf Resonanz stößt, obgleich ihre Argumente oft widersprüchlich oder realitätsfremd sind.

Antisemitismus in der AfD und prozionistische Rhetorik

03:30:08

Die Diskussion kreiste um Antisemitismusvorwürfe gegen die AfD, die trotz prozionistischer Bekundungen – etwa durch Alice Weidel oder Krah – nicht ausgeräumt sind. Laut Deborah Feldmann sei Antisemitismus in der Partei und ihrem Umfeld gut dokumentiert, während gleichzeitig ein Lippenbekenntnis zum Schutz Israels gepflegt werde. Die strategische Inszenierung als Beschützer jüdischer Interessen diene vorrangig der Imageverbesserung, während strukturelle Vorurteile ignoriert würden. Dies zeige, wie instrumentalisiert jüdisches Leben politisch genutzt werde, um nationale Narrative zu stärkten.

Kritik an Migrationsdebatte und AfD-Forderungen zu Remigration

03:35:50

Zentraler Diskussionspunkt war die Haltung der AfD zur Migration. Die Partei fordere angeblich Remigration, doch ihre Rhetorik ziele darauf ab, Zugewanderte in unterwürfigen Rollen zu halten – als billige Arbeitskräfte in Hilfsjobs. Die AfD propagiert demografischen Wandel durch Geburten statt durch Einwanderung, was von Ökonomen vehement zurückgewiesen wird: Migranten seien wirtschaftlich wertvoller als Neugeborene, besonders bei schneller Integration ins Arbeitsleben. Die Remigrationsdebatte diene zudem als Einschüchterungstaktik gegen Minderheiten.

Reaktionen auf Donald Trump und Debatten über US-Kapitalismus

03:41:35

Die AfD positioniere sich rhetorisch als Verbündete von Donald Trump und globalen rechtspopulistischen Bewegungen, ohne die Realität der Trump-Ära zu thematisieren – etwa Kriegseskalationen oder innenpolitische Polarisierung. Kritiker warfen der Partei vor, sich blind für autoritäre Figuren zu zeigen, um anti-liberale Politik voranzutreiben. Gleichzeitig wurde die US-Politik selbst hinterfragt: Trumps Fehlschläge und die US-Führungsrolle als instabiler Faktor. Die Debatte damit auch über Kapitalismus und globale Machtverschiebungen, die Deutschland als im Niedergang befindlich darstellte.