Officers on Duty. Heute zum Thema Extremismusprävention & Radikalisierung.
Polizei Hannover erörtert Radikalisierung im Gaming-Kontext
Im Rahmen eines öffentlichen Gesprächs wurde analysiert, wie extremistische Akteure Gaming-Plattformen nutzen, um gezielt mit Kindern und Jugendlichen in Kontakt zu treten. Es wurde die Bedeutung eines starken sozialen Umfelds und der aktiven Auseinandersetzung der Eltern mit der digitalen Welt der Kinder betont.
Willkommensgruß und Streameröffnung
00:01:43Der Stream startet mit einer herzlichen Begrüßung des Publikums durch das Team der Polizei Hannover. Nach der technischen Abstimmung von Ton und Bild wird der Ablauf des Abends vorgestellt: Zuerst wird der Autobahnpolizeisimulator gespielt, gefolgt von einem Gespräch mit dem Gast Markus Heckel über das Thema Extremismusprävention und Radikalisierung. Im Anschluss daran ist eine Mario-Kart-Runde geplant. Streamer und Publikum tauschen sich über das Maschigfest aus und freuen sich auf die bevorstehende Gamescom.
Einsatzfahrzeug im Einsatz und allgemeine Fragen
00:09:31Nach technischen Problemen beim Spielstart widmen sich die Streamer wieder dem Chat. Es werden verschiedene Polizeifragen aus dem Publikum beantwortet, darunter die Nachfrage nach einem zweiten Streifenwagen bei Festnahmen und dem Verhalten von Kindern gegenüber unbekannten Personen vor der Tür. Auch wird eine Frage bezüglich der Teilnahme eines Sohns am Praktikum bei der Polizei beantwortet und wichtige Tipps für das sichere Verhalten im Streifenwagen gegeben.
Gaffer und Verkehrsunfall im Simulator
00:20:41Während eines Einsatzes im Autobahnpolizeisimulator wird ein Gaffer beobachtet, der die Arbeit behindert. Die Streamer nutzen dies, um eindringlich vor den Gefahren von Gaffen zu warnen und die Arbeit von Polizei und Rettungskräften zu schützen. Anschließend wird ein Verkehrsunfall aufgenommen, bei dem auch ein Verletzter im Kofferraum sitzt. Der korrekte Ablauf einer solchen Unfallaufnahme, inklusive Übersichtsaufnahmen und Detailfotos, wird erläutert.
Selbstjustiz und Frage zur Online-Wache
00:42:04Die Streamer beantworten eine Frage, was bei einem Einbruch im eigenen Büro zu tun ist, und warnen vor den Gefahren von Selbstjustiz. Sie raten, stattdessen die Polizei zu rufen. Ein weiterer Chatnutzer berichtet von Online-Betrug, und die Streamer leiten ihn an die zuständige Online-Wache weiter. Zum Schluss wird über den Job als Polizist gesprochen und der Weg zum Studium an der Polizeiakademie in Niedersachsen erklärt.
Gespräch mit dem Gast Markus Heckel
01:01:23Gast Markus Heckel, Leiter des Dezernats 11 für Prävention und Kriminalitätsbekämpfung der Polizei Hannover, stellt sich und seine Aufgaben vor. Das Dezernat arbeitet im Bereich der Strafverfolgung, von Ladendiebstahl bis zu schwersten Delikten, sowie in der Prävention, um Straftaten im Vorfeld zu verhindern. Der Fokus des Gesprächs liegt auf der Thematik Extremismus und Radikalisierung, die im weiteren Verlauf des Streams vertieft wird.
Definition von Prävention und der Zusammenhang von Gaming und Extremismus
01:03:26Die Prävention zielt darauf ab, Radikalisierung extrem frühzeitig zu verhindern, noch bevor es zu Straftaten oder terroristischen Anschlägen kommt. Extremismus entsteht nicht von jetzt auf gleich, sondern schleichend. Die Diskussion konzentriert sich dabei auf die Rolle von Gaming. Zwar ist Gaming per se keine Ursache für Extremismus, wird aber von Extremisten als Plattform genutzt, um gezielt Menschen anzusprechen und zu rekrutieren. Dabei wird Gaming als vertrauensschaffende Basis genutzt, um Inhalte zu transportieren und den Austausch zu suchen. Die Gefahr liegt darin, dass in Online-Chats, etwa in Spielen wie FIFA, extremistische Inhalte untergebracht werden, was für viele jugendliche Gamer schwer zu erkennen ist.
Gefährdete Personengruppen und die wichtige Rolle der Eltern
01:08:40Bestimmte Spiele wie Roblox und Fortnite erreichen besonders beeinflussbare Kinder und Jugendliche, was sie zu einem hohen Gefährdungspotenzial macht. Die Präventionsarbeit adressiert daher nicht nur die Kinder, sondern vor allem auch die Eltern. Anstatt den Zugang zu Spielen zu verbieten, was kontraproduktiv sein und das Interesse sogar verstärken kann, ist es entscheidend, dass sich Eltern aktiv mit dem Thema auseinandersetzen. Sie sollten den Umgang mit diesen digitalen Welten gemeinsam mit ihren Kindern erlernen und über mögliche Gefahren aufklären. Ziel ist es, Kindern ein sicheres Umfeld zu bieten, in dem sie sich ungestelt über unangenehme oder komische Erlebnisse austauschen können, ohne Angst vor Konsequenzen wie dem Entzug der Konsole haben zu müssen.
Verantwortung der Plattformbetreiber und der Wechsel in die Offline-Welt
01:12:39Nicht nur Eltern, sondern auch die Betreiber von Gaming-Plattformen tragen eine Verantwortung. Sie müssen durch Moderation und gut funktionierende Schutzmechanismen sicherstellen, dass extremistische Inhalte und das gezielte Anwerben von Nutzern verhindert werden. Alterskennzeichnungen allein bieten dabei keine ausreichende Sicherheit. Die Polizei ergänzt diese Bemühungen, indem sie in die Offline-Welt wechselt. Ein aktuelles Projekt in Hannover sieht vor, dass die Polizei gemeinsam mit jungen Menschen in der analogen Welt spielt. Dieser gemeinsame spielerische Austausch schafft einen Vertrauensrahmen, in dem auch sensible Themen wie Radikalisierung und der Umgang damit besprochen werden können.
Der Umgang mit Fake News und der Algorithmus-Problematik
01:15:59In den sozialen Medien und auf Plattformen wie TikTok sind junge Menschen einer Flut von Inhalten ausgesetzt, darunter auch extremistische Positionen und Fake News. Ein zentrales Problem ist der Algorithmus, der Nutzer schnell in so genannten Filterblasen oder Echokammern gefangen hält, in denen extremistische Inhalte bestätigt werden. Die Polizei kann nicht für jede Behauptung die Wahrheit prüfen, da dies Aufgabe der politischen Bildung ist. Jedoch bietet sie niedrigschwellige Anlaufstellen, wie die Dialogstelle in Hannover, an. Hier können sich Jugendliche und auch Erwachsene beraten lassen, wenn sie merken, dass sie selbst oder Freunde in eine radikale Richtung abdriften, und erhalten Unterstützung bei der Einordnung von Inhalten.
Vernetzung mit zivilgesellschaftlichen Akteuren und polizeiliche Netzwerke
01:27:32Die Polizei arbeitet bei der Extremismusprävention nicht im Alleingang, sondern als Teil eines breiten Netzwerks. Dazu gehören zivilgesellschaftliche Akteure wie Vereine, Sportverbände, Religionsgemeinschaften und Träger der Jugendhilfe. Diese enge Zusammenarbeit ist essenziell, um präventiv tätig zu sein. Ein gutes Beispiel ist der kommunale Präventionsrat in Hannover. Hier werden verschiedene Akteure zusammengeführt, um Themen aufzugreifen und umzusetzen. Ein wichtiger Faktor, der Radikalisierung entgegenwirkt, ist ein starkes soziales Umfeld und der Aufbau von Gemeinschaft. Polizeilich geschieht dies über Kontaktbeamte, die lokale Netzwerke aufbauen und pflegen, um frühzeitig auf Bedrohungen reagieren zu können.
Rechtliche Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten bei Strafanzeigen
01:32:53Ein häufiges Missverständnis in der Bevölkerung betrifft den Umgang mit eingestellten Strafverfahren. Die Polizei darf als Behörde keine eingereichten Anzeigen aus der Akte entfernen oder einstellen. Jede Anzeige wird aufgenommen, in der Akte vermerkt und an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. Nur die Staatsanwaltschaft hat die Befugnis, ein Verfahren letztlich einzustellen, etwa wenn die Ermittlungserkenntnisse für eine Anklage nicht ausreichen. Die Polizei hat jedoch die Aufgabe, die Information, dass eine Anzeige eingegangen ist, an den Anzeigenerstatter zu kommunizieren. Diese Transparenz ist wichtig, um das Vertrauen der Bürger in die Behörden zu sichern.
Die Bedeutung sozialer Bindungen und die Rolle der Medienkompetenz
01:46:47Ein zentraler Schutzfaktor gegen Radikalisierung und Kriminalität ist der Zusammenhalt in der Gesellschaft. Menschen, die sich eingebunden, verstanden und nicht ausgegrenzt fühlen, sind deutlich weniger anfällig, extremistische Ideologien anzunehmen. Dies gilt sowohl im analogen als auch im digitalen Raum. Eine große Herausforderung ist der Mangel an Medienkompetenz, der die Verbreitung von Ragebait und überspitzten Inhalten fördert. Die Polizei sieht hier Präventionsarbeit als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die in den Familien, in den Schulen und durch politische Bildung unterstützt werden muss. Ziel ist es, jungen Menschen zu helfen, Informationen kritisch zu hinterfragen und extremistische Narrative zu durchschauen.
Eröffnung und Themenschwerpunkt
01:52:51Der Stream beginnt mit dem Thema Extremismusprävention und Radikalisierung im Kontext von Gaming. Die Moderatoren haben zuvor im Polizeiautobahnsimulator gespielt und nutzen nun eine Pause für das Gespräch. Sie rufen die Zuschauer auf, Fragen zum Thema zu stellen, insbesondere im Hinblick auf persönliche Erfahrungen mit Radikalisierungsprozessen im eigenen Umfeld.
Präventionsarbeit und Extremismus
01:53:41Im Chat wird nach der Übertragbarkeit von Aussteigerprogrammen von der rechtsextremen auf die kriminelle Rockerszene gefragt. Die Antwort lautet, dass diese Programme spezifisch für die rechtsextreme Szene entwickelt wurden und die Rockerszene unter anderen Kriterien betrachtet wird. Es wird die Zunahme extremistisch motivierter Straftaten in den letzten Jahren festgestellt, was die Polizei aufmerksam beobachtet und präventiv zu bearbeiten versucht.
Radikalisierung als Prozess und Rolle der Mitte
01:55:08Extremismus wird definiert als das Verlassen des Kerns der demokratischen Grundordnung und das extreme Positionen beziehen. Radikalisierung wird als ein Prozess beschrieben, der schrittweise verläuft und nicht von jetzt auf gleich stattfindet. Die gesellschaftliche Mitte hat hierbei eine entscheidende Funktion, da sie überzeugen muss, warum die demokratischen Werte vertreten werden, und extremistische Positionen aktiv entgegentreten muss.
Umgang mit Extremismus im Gaming
01:56:12Die Moderatoren erklären, dass das Ignorieren extremistischer Äußerungen in Online-Spielen, wie dem Nichtwidersprechen, bereits eine Reaktion darstellt. Es wird betont, dass das aktive Widersprechen und das Anstoßen zum Nachdenken wirksame Präventionsmethoden sind. Auch die Meldung solcher Inhalte bei der Polizei, z.B. über die Online-Wache, wird als wichtiges Instrument erwähnt, um klare Zeichen zu setzen.
Radikalisierung in Krisenzeiten
01:57:31Die Diskussion um Radikalisierung wird in den Kontext der Corona-Krise gestellt. Es wird festgestellt, dass Menschen in Krisenzeiten verstärkt nach Orientierung suchen und sich schnell einer Bewegung anschließen können, unabhängig von deren politischer Ausrichtung. Online-Plattformen und Spiele haben während dieser Zeit eine wichtige Rolle als Austauschort gespielt, was auch von der Präventionsarbeit der Polizei erkannt und aufgegriffen werden muss.
Abschluss des Hauptthemas und Gewinnspiel
01:58:20Das Hauptthéma Extremismusprävention wird beendet. Die Moderatoren wechseln zu einem unterhaltsamen Segment und kündigen ein Gewinnspiel an. Zu gewinnen sind Polizeisocken, Sonnenbrillen und Hüte. Die Zuschauer werden eingeladen, Mario Kart World zu spielen, um die Preise zu gewinnen. Hierfür muss man sich im Stream anmelden und im Runde gut abschneiden.
Informationen zum Polizeiberuf
02:29:35Die Moderatoren beantworten Fragen zur Bewerbung bei der Polizei. Das Höchstalter für den Beginn des Studiums liegt bei 32 Jahren. Für den Sporttest gibt es Vorbereitungsmöglichkeiten. Es werden auch Karrierewege außerhalb des klassischen Beamtenstatus erwähnt, z.B. in der Pressestelle, IT oder Technik. Die wichtigsten Qualifikationen sind soziale Kompetenz und die Fähigkeit, gut mit Menschen umzugehen.
Ende des Streams und Raid
03:02:31Der Stream endet nach dem finalen Rennen und der Preisvergabe. Die Moderatoren bedanken sich für das rege Interesse und die Diskussion. Für Gewinner wird der Versand der Preise angekündigt. Abschließend wird ein Raid auf den Kanal 'Schwabbeltown' mit dem Spiel 'Tatütata: Die Bauaufsicht ist da' angekündigt, bevor der Stream offiziell beendet wird.