Tierisch gute Unterhaltung: Reiter- und Diensthundführerstaffel zu Gast.
Polizei Hannover: Einblicke in Reiter- und Diensthundführerstaffel
Die Polizei Hannover stellt die Arbeit ihrer Reiter- und Diensthundführerstaffel vor. Es werden Details zum Hundetraining, den verschiedenen Hunderassen und dem Einsatz von Reiterstaffeln bei Fußballspielen und Demonstrationen beleuchtet. Auch die Arbeitsdauer und Ausbildung von Diensthunden und Pferden sowie deren Versorgung nach Dienstende werden umfassend erklärt.
Einleitung der Gäste und Vorstellung der Reiter- und Diensthundführerstaffel
00:02:23Der Stream beginnt mit der Vorstellung der Gäste. Benedikt Porzichowski ist der Leiter der Reiter- und Hundeführerstaffel im Alter von 46 Jahren. Janina arbeitet als Sachbearbeiterin im Reiterzug und reitet Streife zu Pferd durch Hannover. Die Moderatoren kündigen an, dass es heute um die Reiter- und Diensthundführerstaffel geht und ein Video gezeigt wird, das einen Einblick in die Arbeit mit Hunden gewährt. Milena, eine Diensthundführerin der Polizei Hannover, stellt ihr Team und die Trainingsobjekte vor, wo sie Schutzhundausbildung, Beweissuche und Spezialisierungen trainieren.
Einsatz von Reiterpolizisten bei Fußballspielen und deeskalierende Wirkung
00:07:23Die Gäste erklären, warum Reiter bei Fußballspielen eingesetzt werden. Janina betont, dass sie ähnliche Aufgaben wie Fußtruppen haben, aber durch die Präsenz von Pferden eine deeskalierende Wirkung entsteht. Die Hemmschwelle, gegen ein Pferd vorzugehen, ist höher als gegen einen Polizisten. Menschen tendieren dazu, Pferde zu streicheln und dadurch ins Gespräch zu kommen, was die Lage entspannt. Reiter können auch von aus einer besseren Überblickssituation und können Situationen besser erkennen und vielleicht frühzeitig entschärfen.
Arbeitsdauer von Diensthunden und individuelle Fähigkeiten
00:10:58Eine Zuschauerfrage bezieht sich auf die Arbeitsdauer von Diensthunden ohne Pause. Die Antwort ist, dass dies stark von Außentemperaturen, der Art der Aufgabe und dem individuellen Zustand des Hundes abhängt. Bei kühlen Temperaturen können Hunde länger arbeiten als bei Hitze. Die körperliche Verfassung und das Training spielen ebenfalls eine große Rolle. Bei hochintensiver Arbeit wie der Spezialhundsuche atmen Hunde zwischen 180 und 240 Mal pro Minute, was Hochleistungssport vergleichbar ist und daher Pausen notwendig macht.
Rechtsstatus von Diensthunden und Pferden sowie ihre Nachsorge
00:14:02Es wird die Frage gestellt, ob Diensthunde eher als tierische Kollegen oder als Dienstgeräte betrachtet werden. Die Antwort ist, dass sie gesetzlich als 'Sachen' gelten, für das Personal aber 'ätherische Kollegen' sind. Die Bindung zwischen Tier und Führer ist sehr intensiv. Wenn Tiere in Rente gehen, bleiben sie in 90-95% der Fälle bei ihren Führern. In seltenen Fällen finden sie ein neues Zuhause, wobei immer darauf geachtet wird, dass die Tiere bestens versorgt werden und die Entscheidung immer im Interesse des Tieres getroffen wird.
Besoldung der Diensthundeführer und Einsatzbereiche von Reiterstaffeln
00:19:21Die Besoldung der Diensthundeführer wird thematisiert. Sie erhalten eine monatliche Zulage von derzeit 85 Euro, die im nächsten Jahr auf 110 Euro steigen soll. Die Tierarztkosten werden vollständig von der Dienststelle übernommen. Reiterstaffeln werden hauptsächlich bei Großveranst wie Fußballspielen und Demonstrationen eingesetzt, um Menschenmassen zu trennen oder zu führen. Unter der Woche patrouillieren sie normal wie andere Polizisten, wobei sie ihre Pferde auch im Einsatzalltag weiterbilden und auf unvorhergesehene Situationen vorbereiten.
Ausbildung und Auswahl von Polizeipferden und -hunden
00:22:05Bei der Auswahl von Polizepferden wird in Hannover zunehmend auf Kalblüter gesetzt, die besondere mentale Stärke mitbringen. Es gibt eine Mindestgröße von 1,65 Metern, und die Pferde müssen topfit sein. Die Ausbildung dauert etwa ein Jahr mit möglichen Pausen, wenn das Pferd Wachstumsphasen hat. Bei Hunden sind vor allem belgische Schäferhunde im Einsatz, es gibt aber auch R wie Labrador für Personenspürhunde und bayerische Schweißhunde. Die Ausbildung der Welpen beginnt mit acht Wochen, und die Teams werden etwa anderthalb bis zwei Jahre ausgebildet.
Spezialhundausbildungen und Trainingsmethoden
00:28:19Es gibt verschiedene Spezialisierungen für Diensthunde, wie Rauschgift-, Sprengstoff-, Datenträger-, Leichen- und Blutspürh sowie Personenspürhunde. Für Leichenspürhunde müssen echte menschliche Materialien wie Blut oder Extremitäten verwendet werden, da Hunde anders auf menschlichen Geruch reagieren als auf Tierkadaver. Das Training erfolgt mit Respekt und Pietät gegenüber den verstorbenen Personen. Die Hunde werden mit verschiedenen Suchmethoden trainiert, wobei sie unterschiedliche Anzeigeverhalten zeigen können, wie Hinsetzen oder Hinlegen.
Schutzhundtraining und praktische Vorführung
00:38:26Im Video wird das Training von Diensthunden demonstriert, insbesondere im Bereich des Schutzhundwesens. Die Hunde lernen, in ziviler Kleidung agierende Personen unschädlich zu machen, ohne auf spezielle 'Ärmel' zu fixieren. Die Hundeführer nutzen dabei normale Jacken, um die Hunde auf reale Einsatzsituationen vorzubereiten. Das Training basiert auf Kombination aus Ernsthaftigkeit und Spielmotivation, um sicherzustellen, dass der Hund auch im Ernstfall zuverlässig loslässt. Die Zuschauer können live miterleben, wie der Hund gezielt angreift und auf Kommandos reagiert.
Demonstration der Beißkraft und Ausbildung der Diensthunde
00:49:59Bei einem belgischen Schäferhund wirkt 150 Kilo pro Quadratzentimeter, was zu extremen Druck und Verletzungen führt. Um diese Beißkraft zu simulieren, werden mehrere Lagen mit Absorbern verwendet. Die Hunde werden darauf trainiert, nicht nur auf Befehl beißen zu können, sondern auch in verschiedenen Szenarien unterschiedlich reagieren zu lernen. Dabei ist es wichtig, dass die Hunde sowohl mit Männern als auch Frauen arbeiten, um sicherzustellen, dass sie nicht nur bei bekannten Personen reagieren.
Arbeitsweise und Spezialisierung der Diensthunde
00:52:52Die Diensthunde lernen in verschiedenen Szenarien zu reagieren und erhalten unterschiedliche Peterbilder, um nicht eine stereotype Reaktion zu entwickeln. Es ist wichtig, dass die Hunde auch für ihre Hundeführer neutral bleiben und nur auf den Befehl hin agieren. Die Hunde werden unterschiedlich motiviert, entweder mit Spielzeug oder Leckerlis, wobei der Gedanke des Arbeitens als Hauptanreiz dient. Die Aggression wird nicht zum aggressiv werden des Hundes trainiert, sondern zur gezielten Reaktion auf Befehle.
Auswahl und Ausbildung der Diensthunderassen
00:58:03Die Polizei bevorzugt hauptsächlich belgische Schäferhunde, da diese geistig schneller reif sind und sich besser ausbilden lassen. Rassen wie Rottweiler benötigen eine längere Ausbildungszeit. Die Auswahl erfolgt nicht nach Schönheit, sondern nach den Anforderungen des Dienstes. In anderen Ländern werden unterschiedliche Rassen eingesetzt, wie Beagles in Neuseeland zur Lebensmittelkontrolle. Es wird Wert auf ein gutes Nervkostüm und Wehrhaftigkeit gelegt, um Verletzungen von Menschen und Tieren zu vermeiden.
Versorgung und pensionierung der Diensttiere
01:00:04Wenn Diensthunde alt oder verletzt sind, bleiben sie meistens bei ihren Hundeführern, die für die Kosten aufkommen. Die Versorgung der pensionierten Hunde ist steuerbefreit, um die Belastung für die Hundeführer zu reduzieren. Bei Pferden wird ebenfalls versucht, sie an Privatpersonen abzugeben, wobei die Folgekosten berücksichtigt werden müssen. Die Verantwortung über die Tiere wird ernst genommen und es wird versucht, ein schönes Restleben für die Tiere zu gewährleisten.
Arbeitstage und Einsatzbereiche der Polizei mit Tieren
01:03:56Die Reiter- und Diensthundeführerstaffel hat vielfältige Aufgaben. Sie führen Streifendienst durch, bei denen sie sowohl auf Pferden als auch mit Hunden unterwegs sind. Zudem gibt es Spezialeinsätze, wie Fußballspiele, Demonstrationen oder Großkontrollen. Die Ausbildung nimmt einen wichtigen Teil der Arbeitszeit ein, sowohl für die als auch für die Tiere. Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Tier wird intensiv geübt, um harmonische Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.
Umgang mit Pferden und deren Einsatzmöglichkeiten
01:07:26Die Reiterstaffel nutzt Pferde für Einsätze, die mit Fahrzeugen nicht zugänglich sind. Für Einsätze mit Pferden werden spezielle Hufeisen mit Stollen verwendet, um besseren Halt zu gewährleisten. Die Pferde werden mit Handzeichen gesteuert, da Blinker nicht vorhanden sind. Bei Einsätzen wird abgewogen, ob das Rechtsgut den Einsatz rechtfertigt, da die Gefahr für Reiter und Pferde auf Asphalt besteht. Die Reiterstaffel arbeitet eng mit der Fahrradstaffel zusammen und sieht sich als eine der coolsten Einheiten der Polizei.
Spezialisierung der Diensthunde und ihre Fähigkeiten
01:17:20Die Diensthunde sind vielseitig einsetzbar und können verschiedene Stoffe wie Rauschgifte, Sprengstoffe, Brandmittel oder Leichen finden. Zudem gibt es Personenspürhunde, die keine Schutzhunde sind. Die Arbeit für die Hunde ist wie ein Spiel, bei dem sie Belohnungen in Form von Spielzeug oder sozialer Interaktion erhalten. Die Freude an der Arbeit ist entscheidend für die Motivation und den Erfolg der Einsätze. Die Hunde und Hundeführer bilden eine funktionierende Einheit, die zusammen wächst.
Erfolgreiche Einsätze und besondere Erlebnisse
01:22:39Ein erwähnenswerter Einsatz war in der Lüneburger Heide, wo die Reiterstaffel bei einer Suchaktion entscheidend unterstützte, indem sie einen Rettungshubschrauber zur vermissten Person führen konnten. Die Pferde bewährten sich dabei, indem sie ruhig blieben, als der Hubschrauber landete. Mit den Diensthunden gab es ebenfalls erfolgreiche Einsätze, bei denen Täter gestellt werden konnten. Diese Momente der erfolgreichen Teamarbeit zwischen Mensch und Tier sind besonders prägend und zeigen den Wert der besonderen Einheiten der Polizei.
Winterdienst und Uniformierung
01:33:45Die Pferdestaffel der Polizei Hannover reitet auch in der kalten Jahreszeit, es sei denn, die Straßen sind komplett gefroren. Dies ist dank guter Straßenverhältnisse in Hannover selten der Fall. Die Uniform der Reiter umfasst Reithose, Stiefel, Sporen und weitere Uniformteile, die auch nach dem Absteigen getragen werden müssen. Dies ist ein Unterschied zu Sportreitern, die die Sporen typischerweise nach dem Reiten ablegen. Die Dienstkleidung wird nur bei speziellen Einsätzen wie Mistaktionen durch praktischere Kleidung ersetzt.
Körperliche Anforderungen und Training
01:36:07Die Arbeit in der Pferdestaffel erfordert eine hohe körperliche Fitness, die gezielt trainiert wird. Neulinge mit Vorerfahrung bringen bereits ein gesundes Muskelgerüst mit, das durch intensives Training ausgebaut wird. Reiter reiten täglich mindestens drei Pferde über fünf Tage in der Woche, was schnell zu einer guten Reitkondition führt. Besonders anstrengend ist das stundenlange Schrittreiten während Einsätzen, das selbst erfahrene Reiter an ihre Grenzen bringt. Die körperliche Anforderung wird durch den Einsatz schwerer Ausrüstung wie Helme und Reitstiefel noch erhöht.
Alltag und Verpflegung
01:38:09Der Tag der Pferdestaffel beginnt frühmorgens um sieben Uhr im Stall. Dort werden die Pferde gefüttert, gepflegt und gesattelt. Die Reiter putzen und versorgen die Pferde selbst. Für die Mittagspause wird oft ein Klapptisch mitgenommen, da sich oft keine Ställe oder Restaurants in der Nähe befinden. Bei Einsätzen, die länger andauern, wird Futter für Pferde und Reiter mitgenommen. Die Pferde erhalten ihre Mahlzeiten je nach Einsatzverlauf, und die Versorgung wird priorisiert, auch wenn dies意味着, dass die Pferde nicht immer zu festen Zeiten gefüttert werden.
Voraussetzungen für den Dienst
01:40:22Um bei der Pferdestaffel anfangen zu können, ist keine Reitvorerfahrung erforderlich, jedoch wird ein gesundes Körpergefühl als zwingende Voraussetzung angesehen. Bei der Einstellung wird die Bewegung auf dem Pferd an der Longe geprüft, um das Körpergefühl zu bewerten. Das Alter spielt eine Rolle, da ältere Anfänger geringere Chancen haben, das Reiten noch zu erlernen. Die Einstellung in das Team basiert weniger auf vorhandenen Fähigkeiten als vielmehr auf der Motivation und der Passform in das Team. Besonders wichtig ist der "Biss" und die Leidenschaft für den Dienst, da Einsätze oft spontan anfallen, anstrengend sind und auch am Wochenende durchgeführt werden müssen.
Orange Day - Engagement gegen Gewalt
01:42:41Die Reiterstaffel unterstützt aktiv den Orange Day am 25. November, einem internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen. Es gibt mehrere Kollegen der Staffel, die am Team teilnehmen. Der Orange Day ist ein wichtiges Zeichen in der Demokratie und demonstriert, dass Gewalt gegen Frauen nicht akzeptiert wird. Die Teilnahme ist offen für alle, und die Anmeldung kann online erfolgen. Dies zeigt auch, dass die Polizei als Ganzes solidarisches Engagement gegen Gewalt zeigt und über die reine polizeiliche Arbeit hinaus gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.
Aktualität Pferdepolizei
01:44:57Die Frage, ob Pferdepolizei noch zeitgemäß ist, wird ernst genommen. Der Einsatzwert der berittenen Einheit ist jedoch immens hoch. Pferde bieten in urbanem Raum Vorteile, besonders im Vergleich zu E-Autos, da sie unabhängig von Strom oder technischen Defekten agieren können. Eine besondere Funktion ist die deeskalierende Wirkung von Tieren, die Menschen positiv ansprechen und oft zu Gesprächen mit der Polizei ermutigen. Auch wenn es ethische Diskussionen gibt, sind die Tendenzen in Deutschland eher gegen die Abschaffung der berittenen Einheiten. Vielmehr gibt es sogar wieder mehr Reiterstaffeln, da die positiven Effekte auf die Polizeiarbeit und die Bevölkerung erkannt werden.
Sozialisierung und Zusammenarbeit
01:50:29Diensthunde werden sozialisiert, um miteinander arbeiten zu können, jedoch gibt es hier Herausforderungen im Hinblick auf die Verantwortlichkeit bei möglichen Konflikten zwischen Hunden. Das Training erfolgt durch gemeinsame Übungen, aber der Austausch mit anderen Hunden ist bewusst limitiert, um Risiken zu minimieren. Bei Einsätzen, bei denen auch Hunde involviert sind, werden speziell ausgerüstete Kollegen herangezogen, um den Hund adäquat zu sichern oder einzufangen. Diensthunde haben auch in der Freizeit das Bedürfnis, Hunde zu sein und dürfen ihren tierischen Instinkten nachgehen, was für ihre psychische Gesundheit wichtig ist.
Alarmierung und Einsatzbereitschaft
02:10:47Die Alarmierung der Pferdestaffel erfolgt flexibel und je nach Lage. Ein Pferd kann in zehn Minuten gesattelt und einsatzbereit sein. Bei längeren Einsätzen oder Transporten werden Pferde per Lkw verbracht, was etwa 15-20 Minuten in Anspruch nimmt. Jeder Reiter kann grundsätzlich Pferde transportieren, und es besteht die Möglichkeit, einen LKW-Führerschein zu erlangen, wenn Interesse vorhanden ist. Das Führen von Lkw wird jedoch nicht verpflichtend, da die Verantwortung und Belastung hoch sind. Die Einsatzbereitschaft wird durch regelmäßiges Training gewährleistet, und die Staffel ist auch für spontane Einsätze wie Vermisstenfahndungen oder Absuchen von Gelände gut vorbereitet.
Pferdebeschreibung und Charaktereigenschaften
02:17:30Das fünfjährige Pferd wird als mental sehr stark beschrieben, mit viel Ruhe aber gleichzeitig großem Arbeitsbock. Es ist kein klassisches Sportpferd, sondern verbindet ruhiges Verhalten mit sportlicher Eignung. Der Reiter betont, dass sowohl Schrittarbeit als auch Galoppieren und Sprungtraining Spaß machen, und das Pferd beide Aspekte gut verbinden kann. Der junge Wallach steht noch am Anfang seiner Ausbildung und geht bereits some Einsätze mit, erhält aber weiterhin保护, um weiter zu wachsen.
Erfahrungen mit Pferden und Sicherheitsvorkehrungen
02:19:47Der Streamer spricht über seinen Respekt vor Dienstpferden und Diensthunden, betont aber auch seine persönlichen Sicherheitsgrenzen. Er gibt zu, dass er sich nicht direkt hinter Pferden bewegen würde, obwohl er weiß, dass sie grundsätzlich nicht nach hinten ausreten. Dieser Respekt wurde ihm schon in früher Kindheit eingetrichtert und ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Es wird erklärt, dass Pferde Fluchttiere sind und im unklaren Fall reagieren könnten, weshalb immer sichergestellt werden sollte, dass das Tier einen wahrgenommen hat.
Personalstruktur der Reiterstaffel
02:23:19Bei der Reiterstaffel gibt es mehr Frauen als Männer, was einzigartig im Polizeidienst ist. Trotzdem gelte das Gleichstellungsgesetz zu 100 Prozent, bei gleicher Leistung, Eignung und Befähigung würde männliche Bewerber bevorzugt eingestellt werden. Der Streamer erzählt von seinen beiden früheren Diensthunden: einem belgischen Schäferhund-Mischling und einer Hollandse Herder-Hündin namens Elli, mit der er besonders eng verbunden war. Er betont die besondere Verbindung zum Team als wichtigen Faktor bei der Zusammenarbeit mit Hunden.
Ausbildungsmöglichkeiten und Hospitationen
02:25:31Für Personen, die Interesse an der Reiterstaffel haben, gibt es die Möglichkeit zu einer eintägigen Hospitation im Stall. Interessierte können den Alltag erleben und viele Fragen stellen, aber an direkten Einsätzen können sie nicht teilnehmen. Bei den Diensthundeführern ist die Situation ähnlich - Hospitationen sind möglich, aber nicht mehr im Einsatz selbst. Diese Entscheidung wurde aus Fürsorgegründen und Sicherheitsbedenken getroffen, da unerfahrene Personen in stressigen Situationen eine Gefahr darstellen könnten.
Ausbildung der Reiter und theoretische Grundlagen
02:36:10Die Ausbildung der Reiter variiert je nach Vorwissen zwischen vier und zwölf Monaten. Sie umfasst umfangreiche theoretische Kenntnisse über Pferdegesundheit, Fütterung und Erste Hilfe. Ein wichtiger Schwerpunkt ist das gesund erhaltende Reiten - Reiter müssen lernen, ihr Pferd langfristig gesund zu halten, da Pferde keine natürlichen Lastenträger sind. Die Ausbildung beinhaltet auch Praxisübungen wie Reiten in der Kette, Umgang mit Stressreizen und Geländereiten, wobei keine extremen Sprünge verlangt werden. Am Ende müssen zwei dreistündige Klausuren abgelegt werden.
Kastration und Tiergesundheit im Dienst
02:45:01Polizeipferde sind allesamt Wallache, keine Hengste oder Stuten, da dies ein gleichmäßiges Verhalten gewährleistet. Bei Diensthunden wird Kastration nur nach medizinischem Erfordernis durchgeführt, nicht pauschal, da es tierschutzrechtliche Bedenken geben könnte. Die Gesundheitsüberprüfungen sind streng - bei Hunden wird besonders auf Hüftdysplasie und andere Skelettprobleme geachtet. Ungeeignete Tiere werden nicht in den Dienst übernommen sondern zurück zum Züchter oder in gute Hände vermittelt. Bei deutschen Schäferhunden gibt es aufgrund häufiger Gesundheitsprobleme tendenziell weniger Einsatz.
Auswahlverfahren und Teamdynamik
02:51:36Das Auswahlverfahren für Reiter und Diensthundeführer ist kein perfekter Prozess - auch wenn Fachwissen vorhanden ist, kann nicht immer vorhersagbar sein, ob ein Bewerber ins Team passt. Es werden viele Faktoren berücksichtigt, darunter persönliche Eignung und Teamfähigkeit. Besonders bei den Diensthundeführern ist die Zusammenarbeit im Team wichtig, da sie meist zu zweit mit einem Hund pro Person im Einsatz sind. Der Streamer betont, dass auch Menschen sich weiterentwickeln können, und manchmal merken Bewerber erst nach Einstellung, dass die Dienststelle nicht zu ihnen passt.
Hundeerziehung und positiver Verstärker
02:56:41Die Hundeerziehung im Polizeidienst basiert auf positiver Verstärkung und nicht auf Bestrafung. Es werden kleine Schritte trainiert und gutes Verhalten sofort belohnt. Der sogenannte 'Shaten'-Ansatz wird verfolgt, bei dem positive Verhaltensweisen gezielt gefördert werden. Die Ausbildung erfolgt schrittweise vom Leichten zum Schwierigen. Klassische Bestätigungen wie Lob, Ansprechen, Streicheln und Klopfen werden eingesetzt, während Leckerlis im Einsatz praktisch nicht möglich sind. Die Betonung liegt darauf, eine starke Beziehung zwischen Hund und Führer aufzubauen, die sowohl professionell als auch emotional ist.