Es wurde der Ausbildungsbetrieb der Süwag in Pleidelsheim besucht. Im Fokus standen die praktischen Übungen der Azubis. Dazu gehören der Bau elektrischer Komponenten, der Umgang mit 3D-Druckern und die Fehlersuche an Simulationsplatten. Ein spezialisiertes Projekt war die Entwicklung einer VR-Anwendung zur Visualisierung eines Umspannwerks.

Special Events
00:00:00

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Einführung und Standortvorstellung

00:04:47

Der Stream beginnt mit einer Vorstellung des Sywag-Ausbildungsstandorts in Pleidelsheim. Der Streamer ist mit Anni, einer Mitarbeiterin, vor Ort und stellt das Programm des Tages vor. Es wird betont, dass es sich um einen anspruchsvollen Ausbildungsberuf für Elektroniker der Betriebstechnik handelt. Nach dem Anlegen von Sicherheitsschuhe wird die Anlage, bestehend aus einem historischen Transformator aus dem Jahr 1968, einem Umspannwerk und einem Wasserkraftwerk, kurz gezeigt. Zudem wird auf die Karrieremöglichkeiten bei Sywag hingewiesen.

Vorstellung der Azubis und ihrer Aufgaben

00:07:58

Drei Auszubildende stellen sich und ihre Ausrichtung vor. Adrian im dritten Lehrjahr strebt auf Serviceteams für Wartung und Instandhaltung des Stromnetzes ab. Hannah im ersten Jahr schätzt den praktischen Charakter des Handwerks und die gute Arbeitsatmosphäre. Luan im ersten Jahr hebt den Teamgeist und die strukturierte Ausbildung in den Werkstätten hervor. Die Azubis zeigen den Weg in die Elektrowerkstatt, wo das grundlegende Handwerk gelehrt wird, von Installationstechnik bis Steuerungstechnik.

Einsatz in der Elektrowerkstatt

00:10:22

In der Elektrowerkstatt wird das praktische Lernen demonstriert. Ein Azubi erklärt die Funktion eines Straßenbeleuchtungskastens mit verschiedenen Sicherungen und Schaltern. Er erläutert den Unterschied zwischen Halbnacht- und Ganznacht-Betrieb, um Energie zu sparen, und zeigt, wie die Anlagen per Hand oder automatisch gesteuert werden werden. Die Azubis bauen solche Kasten in der Ausbildung selbst und lernen dabei, wie sie im gesamten Netzgebiet eingesetzt und dokumentiert werden.

Innovation durch 3D-Druck

00:15:44

Ein besonderes Highlight der Ausbildung ist der Einsatz eines 3D-Druckers, der nicht nur zur Herstellung von Gimmicks, sondern auch für praxisnahe Bauteile genutzt wird. Ein Beispiel ist ein speziell gefrästes Motorklemmbrett. Dieses Bauteil dient als sicherere Übungsumgebung, bei der Azubis Motoren anschließen können, ohne sich selbst Gefahren auszusetzen. Der Drucker ermöglicht die Konstruktion von Teilen, die die Ausbildung realitätsnaher und sicherer gestalten.

Eigenbau von Komponenten

00:19:05

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im eigenständigen Bau von elektrischen Komponenten. Azubis fräsen ein komplettes Labornetzteil selbst zusammen, bei dem sie alle Teile einbauen. Besonders beeindruckend ist der Bau eines Transformators, bei dem die Wicklungen für Primär- und Sekundärkreise per Hand auf eine Spule gewickelt werden. Dies dient dem Verständnis der Funktionsweise von Transformatoren und des elektromagnetischen Induktionsprinzips.

SPS-gesteuerte Sortieranlage

00:29:02

Eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) steigt eine pneumatische Sortieranlage, die von ehemaligen Azubis als Technikerprojekt entwickelt wurde. Die Anlage erkennt durch verschiedene Sensoren (kapazitiv, laserbasiert) Materialien wie Metall, Kunststoff, schwarz oder weiß und sortiert sie pneumatisch in Boxen. Dieses Projekt dient als anspruchsvolles Lernbeispiel für die Steuerungstechnik und wird von Azubis im Rahmen ihrer Ausbildung an kleineren Projekten nachgebaut.

Motortechnik und Messungen

00:35:04

In der Station Asynchronmotor und Synchronmotor wird der Unterschied und der Einsatzbereich der beiden Motortypen erläutert. Azubis lernen, die Kennlinien von Drehzahl, Drehmoment und Strom zu messen und zu interpretieren. Ein wichtiger Lerninhalt ist das Anlaufverfahren über eine Stern-Dreieck-Schaltung, um den hohen Anlaufstrom zu reduzieren und das Netz zu schonen. Praktische Übungen zur Fehlersuche mit Durchgangsprüfern sind ebenfalls ein zentraler Ausbildungsinhalt.

Fehlersuche in der Installationstechnik

00:53:15

Abschließend wird die Fehlersuche in derInstallationstechnik demonstriert. An einer Simulationsplatte wird der Funktionstest eines Fehlerstrom-Schutzschalters (RCD) gezeigt. Azubis lernen, die Auslösezeit und den Auslösestrom mit einem Messgerät zu prüfen, um sicherzustellen, dass die Sicherheitsvorrichtungen korrekt funktionieren. Dieser kritische Test wird jährlich durchgeführt und ist essentiell für die Sicherheit elektrischer Anlagen.

Elektrische Grundlagen und RCD-Erklärung

00:55:02

Im Stream werden die grundlegenden elektrischen Komponenten wie der RCD (Fehlerschutzschalter) und sein Zweck erklärt. Der Streamer veranschaulicht, dass dieser Schalter den Personenschutz sicherstellt, indem er bei Stromleckagen sofort die Stromzufuhr unterbricht. Dies verhindert gefährliche Situationen, wie zum Beispiel den Gebrauch eines Föhns in der Badewanne. Eine wichtige Empfehlung für die Zuschauer ist, den RCD einmal jährlich zu testen, um dessen Funktionsfähigkeit sicherzustellen. Die Ausbildung im Elektrikerhandwerk beinhaltet auch das Messen von Spannungen an den verschiedenen Phasen und dem Neutralleiter.

Besichtigung des Wasserkraftwerks

01:06:54

Der Streamer und seine Gruppe begeben sich zum südwestlichen Wasserkraftwerk, dem leistungsstärksten der Süwag mit einer beeindruckenden Geschichte von 110 Jahren. Es wird erklärt, dass die Hauptaufgabe des Kraftwerks darin besteht, den Pegel des Neckars für die Schifffahrt zu halten, aber bei ausreichend Wasser auch Strom erzeugt werden kann. Die vier Francis-Turbinen können bei hohem Wasserstand alle laufen. Die Sicherheit ist dabei ein zentrales Thema, da das Wasser einen starken Sog erzeugt und Bereiche abgesperrt sind, um Unfälle zu vermeiden.

Technik und Betrieb der Turbinen

01:12:39

Ein Fokus des Besuchs liegt auf den technischen Details der Turbinen und Generatoren. Es wird deutlich gemacht, dass die Generatoren, die Strom erzeugen, immer mit einer konstanten Drehzahl von 83,33 Umdrehungen pro Minute laufen müssen, um eine stabile Netzqualität zu gewährleisten. Die Strommenge wird jedoch über die Wasserdurchflussmenge an den Turbinen gesteuert. Interessant ist auch die Herausforderung mit der 100 Jahre alten Fischtreppe, die den aktuellen Auflagen nicht mehr entspricht und zukünftig umgebaut werden muss, um die Wasserrechte für den weiteren Betrieb zu sichern.

Netzanbindung und Energiemix

01:17:05

Die vom Wasserkraftwerk erzeugte Energie fließt über Gittermasten und Freileitungen in die Umspannanlagen. Der Streamer betont, dass das Kraftwerk heute nur noch einen kleinen Teil der Gesamtenergie liefert, der Rest stammt aus einem mixt aus verschiedenen Energiequellen, die über das Verbundnetz verteilt werden. Es wird erklärt, dass die Zuordnung der Energiequelle für den Endverbraucher nicht möglich ist. Die Umspannanlagen und Trafostationen transformieren die hohe Spannung auf niedrigere Niveaus für die Verteilung an die Gemeinden und letztendlich zu den Haushalten.

Ausbildung im metallischen Handwerk

01:23:32

Nach der Besichtigung des Kraftwerks wird die Ausbildung zum Elektriker im Bereich der Metallbearbeitung gezeigt. Die Azubis im ersten Lehrjahr bauen in der Werkstatt ein Modell-LKW und einen Elektromotor komplett von Hand. Dazu gehört das Feilen von U-Stahl, das Bohren von Platten und das Wickeln von Spulen. Diese Grundausbildung soll den Azubis nicht nur fachliche Fähigkeiten, sondern auch das Verständnis für Material und handwerkliches Geschick vermitteln, das auch im praktischen Alltag nützlich ist.

Praktische Anwendungen im Ausbildungsbetrieb

01:47:00

Die Ausbildung beinhaltet auch die praktische Anwendung von Elektrokomponenten im öffentlichen Raum. So wird die Anbringung eines Kabelverbindungskastens für die Straßenbeleuchtung demonstriert. Gezeigt wird, wie ein Kabel fehlerhaft wird und mittels einer Verbindungsmuffe repariert wird. Dabei wird erklärt, warum moderne Kabel einen eckigen Querschnitt (Sektorenleiter) aufweisen, um in einem kleineren Durchchnitt mehr Kupfer unterzubringen. Diese praktischen Übungen bereiten die Azubis auf reale Aufgaben im Berufsalltag vor.

Technische Demonstration und Kabelverarbeitung

01:50:25

Die erste Hälfte des Zeitraums widmet sich der praktischen Demonstration von Kabelbiegetechniken und der Erklärung verschiedener Kabeltypen. Es wird ein Vergleich zwischen Aluminium- und Kupferkabeln angestellt, wobei Aluminium als leichter und flexibler beschrieben wird. Anschließend wird die Funktion und der Aufbau einer Abzweigmuffe erklärt, die aus Gießharz besteht und es ermöglicht, Kabel ohne Durchtrennung sicher zu verbinden und zu verzweigen.

Hausanschluss und Verantwortungsgrenzen

01:53:01

Ein zentraler Punkt ist die Verdeutlichung der Verantwortungsgrenzen zwischen dem Energieversorger und dem Kunden. Das Hauptkabel, das vom Netz in den Hausanschlusskasten führt, wird vorgestellt. Bis zu diesem Punkt ist der Versorger für das Kabel verantwortlich, ab diesem Punkt übernimmt der Kunde. Hier befinden sich auch die NH-Sicherungen als letzte Sicherung im System. Es wird auch auf die Funktion der PEN-Leiter und die Trennung von Neutralleiter und Schutzleiter eingegangen, die für den Funktionieren von FI-Schaltern essenziell ist.

Ausbildung bei der Süwag und Berufsbild

01:56:52

Der Fokus verlagert sich auf die Ausbildungsstruktur bei der Süwag. Ein Azubi im vierten Lehrjahr berichtet von seinem Werdegang, den anstehenden Prüfungen und der Übernahmequote nach der Ausbildung. Es werden die verschiedenen Ausbildungsrichtungen wie Elektroniker für Betriebstechnik, Kaufmann für Büromanagement und duale Studiengänge erwähnt. Zudem wird auf die Attraktivität der Ausbildung durch Tariferhöhungen, Gewerkschaftsbindung und die Möglichkeit von Praktika hingewiesen.

Abteilungen des Unternehmens und Alltagsarbeit

02:02:10

Die Vielfalt der Arbeitsbereiche innerhalb des Unternehmens wird beleuchtet. Es werden verschiedene Abteilungen wie das Serviceteam für Instandhaltung, das Zählerwesen, die Kommunikationstechnik, Messtechnik, Netzleitstelle und Planung vorgestellt. Die gemeinsame Ausbildung bietet den Azubis die Flexibilität, sich nach der Ausbildung für verschiedene Fachrichtungen zu entscheiden, abhängig von Verfügbarkeit und persönlicher Neigung.

VR-Projekt für die Ausbildung

02:08:55

EinAzubi des zweiten Lehrjahrs stellt ein eigenes VR-Projekt vor. Ziel war es, einen interaktiven Rundgang durch ein Umspannwerk zu erstellen, um den Azubis des ersten Jahres die dortigen Bauteile und Funktionen nahezubringen. Mit Hilfe von 360-Grad-Fotos und programmierten Informationsbuttons wurde ein immersives Lernwerkzeug geschaffen, das auch auf Messen eingesetzt werden kann, um die Ausbildung anschaulich zu präsentieren.

Einblicke in die praktische Ausbildung

02:17:44

Die Kamera begleitet die Azubis durch verschiedene praktische Übungen. Dazu gehört eine pneumatische Biegeanlage, deren Funktionsweise und Steuerung erklärt wird. Des Weiteren wird der Zeichenraum gezeigt, in dem Azubis Pläne sowohl von Hand als auch am PC erstellen, und es wird ein Blick auf die Lernplattform Moodle geworfen, die zur Theorieprüfungsvorbereitung genutzt wird. Es wird auch die 38-Stunden-Woche und die flexible Gleitzeit erwähnt.

Abschluss und Verabschiedung

02:20:43

Der Stream nähert sich dem Ende. Ein Auszubildender stellt eine VR-Brille vor, die zum Betrachten des zuvor erstellten Rundgangs verwendet wird. Im Anschluss daran bedankt sich der Streamer bei allen Anwesenden, insbesondere bei den Azubis, die viel erklärt und Überstunden gemacht haben. Es wird auf die Karriereseite der Süwag hingewiesen und zum Schluss wird ein Frosch-Modell, das per 3D-Druck erstellt wurde, versprochen, im nächsten Stream zu verlosen. Der Stream endet mit dem Dank an die Zuschauer.