Auf dem Allianz Autotag mit allem zur Zukunft des autonomen Fahrens !allianz !kfz

Fahrerloser Verkehr: So wird das autonome Fahren Realität

Transkription

Auf dem Allianz Autotag wurde die Zukunft des autonomen Fahrens aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Ein zentraler Fokus lag auf der Sicherheit: Bis zu 90% der Unfälle haben menschliche Fehler als Ursache. Experten betonen daher das Potenzial der Technologie, Leben zu retten. Die Markteinführung wird schrittweise erfolgen, beginnend im öffentlichen Nahverkehr. Parallel werden Akzeptanzstudien und regulatorische Hürden analysiert, um den Weg für eine neue Mobilitätsära zu ebnen.

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Begrüßung und Agenda des Allianz Autotags

00:15:15

Der Streamer begrüßt die Zuschauer und stellt den Allianz Autotag vor, der im Allianz Zentrum für Technik stattfindet. Das zentrale Thema ist die Zukunft des autonomen Fahrens. Er kündigt an, dass er während des Tages eine Podiumsdiskussion besuchen, an Ständen vorbeischauen und selbst die Möglichkeit haben wird, autonome Fahrzeuge zu erleben. Der Fokus liegt auf spannenden Gesprächen und dem Erleben der Technologie, die über das bekannte teilautomatisierte Fahren hinausgeht.

Einordnung des Themas durch einen Verkehrspsychologen

00:17:19

Der Streamer wird von Michael, einem Verkehrspsychologen vom Allianz Zentrum für Technik, begleitet und interviewt ihn. Michael erklärt seine Rolle: Er untersucht, wie Menschen im Verkehr agieren, Fehler machen und wie Technologie helfen kann, Unfälle zu vermeiden. Er hebt die potenziellen Vorteile autonomer Fahrzeuge hervor, wie die Eliminierung menschlicher Fehler, Erschöpfung und Ablenkung, und betont das langfristige Ziel, Verkehrstote durch die Vision Zero zu eliminieren.

Zeitplan und Realistische Einführung der Autonomie

00:25:10

Es wird eine realistische Einschätzung zur Einführung autonomer Fahrzeuge gegeben. Der Prozess wird als stufenweise beschrieben, beginnend mit dem öffentlichen Nahverkehr (Shuttles) und Flughafendiensten, bevor es den Privatverkehr betrifft. Marktdurchdringung wird für 2035 auf 20-30% und für 2050/60 auf einen signifikanten Anteil geschätzt. Trotz der langen Zeiträume wird durch KI-Fortschritte und den Druck von Industrie und Versicherung ein beschleunigter Fortschritt erwartet.

Podiumsdiskussion zu sicherheits- und gesellschaftsrelevanten Aspekten

00:30:36

Die Akteure besuchen die laufende Podiumsdiskussion. Diese befasst sich mit der Strategie für autonomes Fahren in Europa und behandelt Themen wie Sicherheit, Wirtschaft und Vertrauen. Experten aus Politik, Wissenschaft und Versicherung diskutieren. Die Sicherheit wird als das größte Versprechen der autonomen Fahrzeuge bezeichnet, da bis zu 90% der Unfälle auf menschliche Fehler zurückzuführen sind. Technologie hat das Potenzial, diese Fehler zu eliminieren.

Einblicke in die Crash-Test-Anlage und -Dummys

00:35:24

Der Stream führt die Zuschauer in die Crash-Bahn des Allianz Zentrums für Technik. Hier werden hauptsächlich Unfälle bei niedrigen Geschwindigkeiten, wie Park- und Auffahrunfälle, getestet. Die extrem teuren und realistischen Crash-Dummys, die an verschiedene Körpergrößen und -gewichte angepasst sind, werden vorgestellt. Diese dienen als wesentliche Werkzeuge, um die passive Sicherheit und die Auswirkungen von Unfällen auf menschliche Körper zu analysieren.

Forschung zu Unfallursachen und Wirksamkeit von Assistenzsystemen

00:39:23

Ein Kollege, Marcel, erklärt seine Tätigkeit im Bereich Verkehrssicherheitsforschung. Er analysiert reale Unfalldaten der Versicherung, um die Wirksamkeit von Fahrerassistenzsystemen zu bewerten. Es wurde festgestellt, dass Systeme wie automatische Notbremsassistenten Auffahrunfälle signifikant reduzieren. Rückwärtsbremsassistenten hingegen helfen, teure Parkunfälle zu vermeiden. Die Ergebnisse fließen in die Kalkulation der Versicherungsprämien ein.

Ergebnisse einer europaweiten Akzeptanzstudie zum autonomen Fahren

00:49:45

Das Allianz Zentrum für Technik hat eine Umfrage in sieben europäischen Ländern über 8000 Personen durchgeführt. Die wichtigsten Erkenntnisse sind: Die Akzeptanz für autonomes Fahren ist noch gering, da das Vertrauen in die Technik fehlt. Die Menschen haben Angst, die Kontrolle abzugeben, und verzeihen Maschinen Fehler leichter als Menschen. Erfahrung mit Assistenzsystemen steigert die Akzeptanz signifikant.

Herausforderungen des Übergangs und Bedeutung des Vertrauens

00:57:02

Der Übergang zum autonomen Fahren birgt Herausforderungen, wie z.B. die Angst vor Kontrollverlust. Der Streamer und der Psychologe diskutieren, wie das Vertrauen in die Technologie aufgebaut werden kann, z.B. durch positive Erlebnisse und transparente Aufklärung. Hersteller setzen bei aktuellen Systemen auf konservative, strenge Regelungen (z.B. Lenkradkontrolle), um den Fahrer im System zu halten, bis die volle Autonomie etabliert ist.

Nutzung und Akzeptanz von Fahrassistenzsystemen

01:02:05

Der Nutzen von modernen Fahrassistenzsystemen, wie adaptiven Tempomaten und Spurhalteassistenten, wird als großer Komfortgewinn, insbesondere auf langen Autobahnstrecken, empfunden. Er hilft, wach und konzentriert zu bleiben. Dennoch besteht bei vielen Menschen eine gewisse Skepsis oder Distanz zur Technik, teilweise aufgrund mangelnder Informationen. Hersteller und Autohäuser werden kritisiert, die komplexen Funktionen der Fahrzeuge nicht ausreichend zu erklären, was zu einer ungenutzten Technik führt. Die oft irreführenden Namen wie 'Autopilot' oder 'Drive Pilot' suggerieren einen größeren Funktionsumfang, als die Systeme tatsächlich haben, was zu falschen Erwartungen beiträgt.

Besuch bei Verena Schäfer und gesellschaftliche Perspektiven

01:05:18

Ein zukünftiger Gesprächspartner ist Verena Schäfer, eine zwölffache Paralympics-Siegerin und Präsidentin des VdK. Sie ist sehbehindert und repräsentiert eine Gruppe, die potenziell besonders von autonomen Fahrzeugen profitieren könnte, da ihr durch diese Technologie die Mobilität zurückgegeben werden könnte. Dies unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz der Entwicklungen im autonomen Fahren über den reinen Komfort für gesunde Fahrer hinaus.

Spielerische Einführung in die KI-Levels der Autonomie

01:09:29

Bei einer interaktiven Experience von Trackmania werden die verschiedenen Stufen des autonomen Fahrens spielerisch veranschaulicht. Mithilfe einer speziell entwickelten Karte werden den Teilnehmern die vier KI-Level vorgeführt. Dabei fährt ein rotes Auto Level 1, das nur anhalten und beschleunigen kann, ein blaues Auto repräsentiert Level 4, das völlig autonom fährt. Das Ziel ist, die Funktionsweisen zu verstehen und in einem Zeitrennen die eigene Fahrweise mit der der KI zu vergleichen, was ein faszinierendes Lernerlebnis darstellt.

Trackmania
01:14:27

Trackmania

Momenta: Technik und Zulassung für autonomes Fahren

01:20:19

Der Gesprächspartner von Momenta erläutert, dass sein Unternehmen Technologien für Premium-OEMs wie Mercedes, BMW und Audi entwickelt. Sein Beispiel-IM-Fahrzeug ist mit elf Kameras und drei Radaren ausgestattet und kann in China als Level-2-Plus-Plus-System autonom von A nach B navigieren. Die Zulassung in Deutschland hängt noch von der regulatorischen Genehmigung ab, die zunächst für Autobahnen und später für den Stadtverkehr erwartet wird. Die Software ist bereit und wird zunächst in China trainiert, dann mit deutschen Verkehrsdaten nachjustiert, um lokale Besonderheiten wie Ampelverhalten und Fahrstil abzubilden.

IRL
01:19:06

IRL

Trends im Fahrzeugdesign und Sicherheit

01:32:18

Die Diskussion erweitert sich auf aktuelle Design-Trends bei modernen Fahrzeugen. Besonders auffällig sind riesige Touch-Displays, die jedoch vom Fahrer als ablenkend empfunden werden können und eine längere Reaktionszeit erfordern. Neuere Modelle wie der iX3 von BMW setzen daher auf ein Head-Up-Display, das wichtige Informationen direkt in die Windschutzscheibe projiziert und den Fahrer dazu anregt, nach vorne zu schauen. Auch der Trend zu kamera-basierten Außenspiegeln und minimalistischen Innenräumen wird thematisiert, wobei Letzteres die Frage nach intuitiver Bedienung in Notfallsituationen aufwirft.

Level-3-Fahrzeuge: Fähigkeiten und Einschränkungen

01:37:25

Die Unterschiede zwischen Level 2 und Level 3 werden präzisiert. Ein Level-3-System, wie es in der Mercedes S-Klasse verfügbar ist, kann das Fahrzeug auf der Autobahn bis 95 km/h vollständig übernehmen. Der Fahrer darf das Infotainment-System nutzen, muss jedoch weiterhin aufmerksam bleiben und darf nicht schlafen. Das System selbst beherrscht komplexe Manöver wie das Bilden von Rettungsgassen. Es hat jedoch noch klare Grenzen und schaltet sich bei Dunkelheit, Nässe, Gischt oder in Baustellen automatisch ab, worauf es den Fahrer zur Übernahme auffordert.

Teleoperierte Fahrzeuge als Brückentechnologie

01:47:17

Ein zukünftiges Highlight ist der Besuch bei einem teleoperierten i3-Fahrzeug. Diese Technik kann als Brücke zur Vollautonomie dienen. In Situationen, in denen der Gesetzgeber noch einen menschlichen Eingriff fordert, etwa an Bahnübergängen, kann ein remote arbeitender Operator mit Hilfe von Kameras das Fahrzeug steuern. Dies ermöglicht den Einsatz von autonomen Fahrzeugen auch in noch nicht vollständig abgedeckten Szenarien und bietet eine sichere Übergangslösung bis zur vollständigen Zulassung.

Praxis-Test: Mobilitätsdienst Moja in Hamburg

01:48:24

Der Abschluss des Streams führt zum Anbieter Moja, einem Mobilitätsdienst in Hamburg, der ähnlich wie ein Ride-Sharing funktioniert. Bisher fahren die goldenen Busse noch mit menschlichen Fahrern. Sascha von Moja erklärt jedoch, dass der Dienst demnächst auf vollautonome Fahrzeuge umstellen wird. Dies ist ein konkretes Beispiel dafür, wie autonome Technologie schon bald im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden könnte, um flexiblere und effizientere Mobilitätslösungen zu bieten.

Autonomer Ride-Sharing-Dienst der VW-Tochter

01:49:00

Der Anbieter, eine Tochtergesellschaft von Volkswagen, hat seit 2019 trotz der Pandemie bereits 13 Millionen Menschen mit batterieelektrischen Fahrzeugen transportiert. Der Dienst funktioniert über eine App, bei der Nutzer ihre Start- und Zielorte eingeben. Algorithmen kombinieren die Fahrten von tausenden von Anfragen, um sparsame und effiziente Routen zu erstellen. Das Ziel ist es, die Auslastung der Fahrzeuge zu maximieren und gleichzeitig individuelle Fahrten wie mit einem Taxi zu ermöglichen. Derzeit ist der Dienst noch manuell gesteuert, serves aber als Lernplattform für die Zukunft des autonomen Fahrens. Die Fahrzeuge sind in Städten wie Hamburg, München, Oslo, Austin, Texas, Los Angeles und Berlin im Einsatz und sammeln wertvolle Erfahrungen.

Testphase mit Fahrgästen und technologischer Fortschritt

01:50:15

Die Fahrzeugflotte besteht derzeit aus VW-Bussen, die als Testplattform für autonome Technologien dienen. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Lösungen für den öffentlichen Nahverkehr, da ein Mangel an Fachkräften wie Bus- und Straßenbahnfahrern besteht. Einige Testfahrzeuge haben bereits den Status, Fahrgäste mitzunehmen. Nutzer können in der App auswählen werden, um eine Fahrt im autonomen Fahrzeug zu erleben. Die aktuellen Generationen des Fahrzeugs werden bereits mit Kameras, Lidar und Radar ausgestattet, die ein 360-Grad-Bild der Umgebung erzeugen. Künstliche Intelligenz verarbeitet diese Daten, um Objekte zu identifizieren und Entscheidungen zu treffen.

Design, Sicherheit und Nutzerakzeptanz der autonomen Fahrzeuge

01:52:05

Die Fahrzeuge werden kontinuierlich weiterentwickelt. Die nächste Generation wird 20 Zentimeter länger und erhält einen komplett neuen Innenraum. Geplant sind Systeme zur Sensorreinigung und Technologien zur Überwachung der Insassen, wie zum Beispiel das Prüfen, ob Sicherheitsg angelegt sind. Ein Operator ist über eine Notfallkommunikation im Fahrzeug erreichbar. Äußern ähnelt das Design heutiger Autos, um die Akzeptanz der Nutzer zu erhöhen und auf bewährte Sicherheitstechnik wie Airbags und NCAP-Crash-Tests zurückzugreifen. Die schnelle Akzeptanz bei den Testfahrten zeigt, dass sich Menschen schnell an autonomes Fahren gewöhnen. Ein Vergleich wird zum Mobilfunk gezogen, der ebenfalls zunächst auf Skepsis stieß, heute aber zum Alltag gehört.

Zeitplan für die Serienproduktion und zukünftige Anwendungen

01:54:58

Das Unternehmen plant für 2027 den Start der Serienproduktion der autonomen Fahrzeuge. Vor der Markteinführung müssen die Fahrzeuge noch alle notwendigen Zulassungen und Führerscheine erhalten. Nach der Einführung als Ride-Sharing-Dienst in Städten, die den öffentlichen Verkehr ergänzen sollen, ist der nächste Schritt der Transport von Gütern. Es ist geplant, Cargo-Versionen für Logistikanbieter wie Aldi zu entwickeln, um den Fahrer auf der "letzten Meile" zu entlasten. Ein weiteres Potenzial liegt im ländlichen Raum, um die Mobilität zu verbessern, sowie in der Funktion als fahrende Packstation oder Bäckerei. Die Technologie hat das Ziel, den Verkehr sicherer und effizienter zu gestalten.

Demonstration des Remote-Control-Systems

02:04:58

Eine zentrale Technologie im autonomen Fahren ist die Fernsteuerung. Sollte ein Fahrzeug liegen bleiben oder ein Notfall eintreten, kann ein ausgebildeter Operator per Remote Control die Kontrolle übernehmen und das Fahrzeug aus der Ferne steuern. Während der Live-Demonstration wird ein echtes Fahrzeug aus einer Entfernung von mehreren hundert Metern ferngesteuert. Über einen Monitor im Arbeitsplatz sieht der Bediener die Live-Bilder aus dem Fahrzeug und kann es per Lenkrad und Pedalen steuern. Die Übertragung erfolgt via 5G-Mobilfunk, um eine geringe Latenzzeit zu gewährleisten. Dies stellt sicher, dass die Steuerung in Echtzeit und ohne Verzögerung erfolgt.

Anwendungsfälle und rechtliche Rahmenbedingungen der Fernsteuerung

02:08:38

Ein wesentlicher Anwendungsfall für die Remote-Steuerung sind Flughäfen. Reisende, die zu spät am Flughafen ankommen, können das Fahrzeug stehen lassen und ein Operator fährt es per Remote Control zum Parkplatz. Sobald der Flugzeugreisende zurückkehrt, wird das Fahrzeug ihm wieder vorgefahren. Für den Betrieb dieser Funktion ist ein API entscheidend, das das Fahrzeug mit dem System des Remote Operators verbindet. Rechtlich ist das ferngesteuerte Fahren an die Voraussetzung geknüpft, dass der Operator einen Führerschein besitzt, da er die Kontrolle über das Fahrzeug übernimmt, auch wenn er sich nicht darin befindet. Dies unterscheidet es vom vollautonomen Fahren als Fahrgast.

Perspektiven von Sportlerin Verena Bentele auf autonomes Fahren

02:22:35

Die paralympische Sportlerin Verena Bentele sieht in autonomen Fahrzeugen eine enorme Steigerung der Lebensqualität und Unabhängigkeit für Menschen mit Sehbehinderung. Für sie würde es bedeuten, selbstständig abgelegene Regionen, wie den Wohnort ihrer Familie, zu besuchen oder ohne Hilfe Langlaufski ins Auto zu laden. Sie betont die Bedeutung der Sicherheit, die durch die Kommunikation der Autos und deren Fähigkeit, Hindernisse und Fußgänger zu erkennen, erhöht wird. Bentele ist eine Befürworterin inkludierter Strukturen und hofft, dass autonome Fahrzeuge die Barrieren im Alltag weiter abbauen und für mehr Gleichheit sorgen. Sie ist gespannt, wie schnell die Gesellschaft Innovationen wie das autonome Fahren annimmt.

Konzept eines automatisierten Leichtbaufahrzeugs

02:32:31

Ein weiteres Unternehmen stellt ein kleines, dreieinhalb Meter langes automatisiertes Leichtbaufahrzeug vor, das von innen durch seine große Glasfläche und viel Licht viel größer wirkt. Das Design ist absichtlich offen und transparent, um den Insassen ein Gefühl von Sicherheit und Weite zu geben und sie nicht beengen zu lassen. Das Fahrzeug ist für den Einsatz in kleineren, überschaubaren Testgebieten konzipiert und wird derzeit noch manuell gesteuert. Die Firma hat das Ziel, das Fahrzeug im nächsten Jahr in autonomen Modus zu bringen. Der Fokus liegt auf dem Transport in kontrollierten Umgebungen und der Schaffung eines sicheren und komfortablen Fahrerlebnisses für zukünftige Nutzer.

Zusammenfassung der Allianz Autotag-Veranstaltung

02:33:49

Die Veranstaltung auf dem Allianz Autotag gab einen umfassenden Einblick in die Zukunft des autonomen Fahrens, insbesondere im Rahmen der Kooperation mit Partnern wie Inyo. Im Fokus standen die Nutzung von Testfeldern in deutschen Städten wie Augsburg und Paderborn sowie die entscheidende Rolle des Sicherheitsfahrers, der nach wie vor in deutschen Fahrzeugen vorgeschrieben ist, um bei Fehlfunktionen eingreifen zu können.

Anwendungsbereiche des autonomen Shuttles

02:35:13

Das vorgestellte Fahrzeug ist speziell für die sogenannte letzte Meile konzipiert. Es soll Nutzer von der Haustür zur nächsten ÖPNV-Haltestelle und zurückbringen und somit ein integriertes Mobilitätsangebot darstellen, das den Individualverkehr nicht ersetzt, sondern ergänzt. Dieser Service richtet sich insbesondere an Personen mit eingeschränkter Mobilität, wie ältere Menschen oder Menschen mit körperlichen Einschränkungen, und ist als Dienstleistung für den öffentlichen Nahverkehr konzipiert.

Integrierung in den öffentlichen Nahverkehr

02:39:57

Es besteht enger Kontakt mit verschiedenen Verkehrsverbünden, die teilweise noch konservativ sind. Es gibt jedoch bereits Beispiele für On-Demand-Services wie Flexa in Leipzig, die als Vorbild dienen. Die autonomen Shuttles sind als Ergänzung zu bestehenden Angeboten wie Anrufsammeltaxi gedacht und sollen deren Funktionen weiterentwickeln. Die Größe der Fahrzeuge (bis zu vier Personen) macht sie ideal für diese Art des indirekten öffentlichen Verkehrs.

Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Aspekte

02:43:01

Die Größe der Fahrzeuge führt zu einem geringeren Ressourceneinsatz im Bau und zu einem effizienteren Betrieb, da weniger Masse bewegt werden muss. Dies macht die Technologie nachhaltiger. Neue Geschäftsmodelle, wie personalisierte Werbung oder individuelle Tarifgestaltung in der App, werden durch die digitale Steuerung ermöglicht. Die laufenden Verbesserungen durch lernende KI könnten auch zu sinkenden Versicherungsprämien führen, da das Risiko des Fahrzeugs ständig abnimmt.

Verkehrssicherheit und Regulierung

02:46:54

Die Verbesserung der Verkehrssicherheit durch Assistenzsysteme ist bereits heute messbar. Es wird jedoch kritisiert, dass diese Systeme nicht immer verpflichtend oder abschaltbar sind, was deren Wirksamkeit einschränkt. Die Allianz fordert einheitliche, europaweite Zulassungsregularien, ein Art 'Führerschein' für autonome Fahrzeuge, der auf standardisierten Daten und einer starken Simulation basiert, um die Sicherheit und das Vertrauen zu erhöhen.

Risikobewertung und globale Perspektive

03:05:29

Als global aufgestellter Versicherer kann die Allianz Erfahrungen aus verschiedenen Pilotprojekten, wie in Singapur, einbringen. Die Risikobewertung bleibt auch bei autonomen Fahrzeugen regional unterschiedlich. Obwohl die Fahrzeuge nicht zwangsläufig auf perfekte Netzabdeckung angewiesen sind, unterscheidet sich das Gefährdungspotenzial zwischen Stadt und Land. Die ständige Weiterentwicklung der Fahrzeuge erfordert eine dynamische Anpassung der Versicherungsmodelle.

Datenschutz und Cybersicherheit

03:05:41

Das Thema Cybersicherheit, obwohl relevant, wurde bei der Veranstaltung weniger behandelt als erwartet. Die Datensicherung ist zweigeteilt: Einerseits geht es um den Schutz vor unbefugtem Zugriff auf Kundendaten, für das regulierte Marktplätze vorgeschlagen werden. Andererseits geht es um den Schutz des Fahrzeugs vor Hackerangriffen. Hier wird durch mehrstufige Sicherheitsarchitekturen und regelmäßige White-Hacking-Tests vorgesorgt, um kritische Funktionen wie Lenkbewegungen zu schützen.

Zusammenfassung und Ausblick

03:10:50

Der Autotag verdeutlichte, wie umfassend die Allianz das Thema Verkehrssicherheit angeht, von Sicherheitskampagnen über die Analyse von Unfallzahlen bis zur Entwicklung zukünftiger Versicherungsprodukte. Durch die enge Zusammenarbeit mit Herstellern und der Bereitstellung von Informationen wird Vertrauen geschaffen und die Einführung autonomer Technologien gefördert. Die Veranstaltung bot einen breiten Überblick über die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen des autonomen Fahrens.