Das o2 SURF MAGAZIN "FLUT & FLOW" gast
Surf-Magazin: Neue Techniken für Flut und Flow im Wellenreiten
Das Magazin analysiert physikalische Strömungsmuster bei Flut und präsentiert maßgeschneiderte Techniken für unterschiedliche Wellenbedingungen. Erfahrene Surfer demonstren Fluss-optimierte Bewegungsabläufe. Ein Kooperations-Spiel mit Wellen-Rating-System verbindet Leistungsmessung mit strategischem Wellenmanagement für präzisere Fahrten.
Begrüßung und Vorstellung des Gastes
00:00:00Der Stream beginnt mit der Begrüßung der Zuschauer zum Dienstagabend und der Vorstellung der neuen Folge 'Flut & Flow'. Es wird ein spannender Gast angekündigt: Lena Kemmner, die erste deutsche weibliche Big-Wave-Surferin. Sie kommt extra aus Portugal angereist, um im Studio zu sein. Nach einem kurzen Bezug auf ihre Ankunft wird ein kleines Spiel zum Auftakt angekündigt: 'Entweder-Oder' zwischen verschiedenen weltberühmten Surfspots.
Surfspot-Wettbewerb und persönliche Präferenzen
00:11:09Im Spiel 'Entweder-Oder' muss Lena sich zwischen bekannten Big-Wave-Spots entscheiden. Sie wählt konsequent Mavericks (USA) vor anderen Orten wie Jaws (Hawaii), Teahupo'o (Tahiti) oder Waimea Bay (Hawaii). Als Begründung nennt sie ihre Vorliebe für raue, düstere Wellen im Vergleich zu perfekten blauen Wellen. Sie erklärt, dass sie persönlich noch nicht in Hawaii gesurft hat, aber Portugal liebt. Bei der Auswahl zwischen Cortes Bank und anderen Spots bevorzugt sie abenteuerlichere Orte. Das Spiel endet mit der Entscheidung für Punta de Lobos (Chile) statt Banzai Pipeline und Nazaré, wobei sie betont, dass Nazaré ein späteres Ziel ist.
Lenas Weg zum Surfen und Umzug nach Portugal
00:15:19Lena beschreibt, wie sie durch einen Surfkurs im Familienurlaub zum Surfen kam und sich sofort inspiriert fühlte. Nach dem Abitur mit 17 studierte sie in den Niederlanden und absolvierte ein Semester in Australien, wo sie den Traum lebte, täglich zu surfen. Sechs Monate nach ihrer Rückkehr zog sie für ihren Master in Marketing nach Portugal und blieb dort. Neben dem Surfen studierte sie weiter und schloss ihren Bachelor und Master ab. Aktuell schreibt sie ihre Doktorarbeit in Marketing, die sie in zwei Monaten abschließen möchte. Sie betont, dass Surfen 80% ihrer Leidenschaft ausmacht und sie zusätzlich Speaker-Events und kleine Jobs hat.
Big-Wave-Surfen und Adrenalinsportarten
00:20:41Lena spricht über ihre Teilnahme an ihrem ersten Big-Wave-Contest, in den sie spontan als Ersatzspringer einsprang. Sie beschreibt die positive Erfahrung, betont aber, dass ihr das Ergebnis im Natursport wichtiger als der Sieg ist. Neben dem Surfen praktiziert sie Freidiven und Offroad-Motorradfahren. Sie erklärt, dass sie zwar Adrenalin mag, aber stets innerhalb ihrer Komfortzone agiert und viel Wert auf Organisation und Risikominimierung legt. Bei Freidiven arbeitet sie mit Sicherheitsteams, und in Nazaré nutzt sie zwei Jetskis für Sicherheit. Die größte gesurfte Welle schätzt sie auf 8–10 Meter.
Freidiven: Techniken und Erfahrungen
00:28:53Lena beschreibt detailliert ihre Freidiven-Praxis: Sie taucht ohne Maske oder Schnorchel, mit geschlossenen Augen und Noseclip. Nach einer Ruhephase am Wasser beginnt der Tauchgang, bei dem sie ab 15 Metern den Druckausgleich durch Anspannen von Halsmuskeln und Luftwürgen durchführt. Bei 50 Metern Tiefe ist sie allein und taucht nach etwa 100 Sekunden wieder auf. Sie betont, dass ein tieferer Tauchgang max. einmal pro 24 Stunden erlaubt ist und Sicherheitsprotokolle eingehalten werden. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 130 Metern.
Zusammenhänge der Sportarten und Atemtechniken
00:36:30Lena erklärt, wie die Sportarten Freidiven, Surfen und Motorradfahren sich gegenseitig beeinflussen: Motorradfahren hilft beim Jetski-Fahren durch Geländemanöver, Surfen verbessert die Atemkontrolle für Wipeouts, und Freidiven trainiert die mentale Ruhe. Sie gibt einen Tipp für bessere Atmung: Vor einem tiefen Atemzug kurz ausatmen, um das Zwerchfell zu öffnen. Diese Technik sei lebensverändernd fürs Surfen und auch im Alltag zur Stressreduktion nützlich.
Kosten und Anforderungen des Big-Wave-Surfens
00:40:50Big-Wave-Surfen in Nazaré erfordert Jetskis für den Wellenzugang und Sicherheit. Ein Jetski kostet ca. 500€ pro Session, zwei Jetskis also 1000€; mit Filmer steigen die Kosten. Dazu kommen Teamkosten, Wartung und Risiko von Maschinenschäden. Lena betont, dass allein das nötige Standing und die finanzielle Basis entscheidend sind. Sie hat eine Assoziation gegründet, einen Kapitänsschein gemacht und professionelles Jetski-Training absolviert. Ihr Ansatz ist langfristig: Sicherheit und Teamstruktur sind priorisiert, Teilnahme an Contests ist noch nicht geplant.
Frauen im Surfsport und Herausforderungen
00:47:17Lena thematisiert die Benachteiligung von Frauen im männlich dominierten Surfsport. Sie berichtet von körperlichen Angriffen, Einschüchterung und Drohungen, besonders wenn sie als Frau die besten Wellen surfen wollte. Als Gegenmaßnahmen nennt sie langfristige Präsenz am Spot, besseres Surfen als Locals und den Aufbau einer Community. Social Media hilft durch Sichtbarkeit und Rückhalt, birgt aber auch Hass. Sie fordert, dass Frauen bei Übergriffen zur Polizei gehen sollen. Ein starkes weibliches Netzwerk würde Macho-Strukturen aufbrechen und Sicherheit bieten. Ihre Kernbotschaft: Frauen sollten sich nicht einschüchtern lassen, sondern sich durch Taten behaupten.
Debatte um Sexualisierung und Feminismus im Surfsport
00:55:36Es wird diskutiert, ob sexualisierende Darstellungen ein Problem für junge weibliche Surfer sind. Die Gesprächspartnerin betont, dass Feminismus Wahlfreiheit bedeutet: Frauen können entscheiden, ob sie im knappen Bikini surfen möchten oder nicht. Sie kritisiert mangelnde Aufklärung über dieses Thema und merkt an, dass Verständnis für solche Nuancen oft mit zunehmendem Alter kommt. Gleichzeitig wird der Einfluss von Social Media auf Jugendliche beleuchtet, wobei positiv angemerkt wird, dass Algorithmen, wenn sie bewusst genutzt werden, Wissen und Interessen fördern können.
Körperliche Unterschiede und Sicherheit im Big-Wave-Surfen
00:57:31Im Kontext physischer Vorteile wird erörtert, ob Wellengröße einen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit von Frauen hat. Die Expertin verneint dies beim eigentlichen Surfen, betont aber, dass Rettungssituationen (z. B. aus dem Wasser ziehen) körperliche Stärke erfordern. Ein männlicher Rettungsschwimmer könnte hier vorteilhafter sein. Dennoch stehe beim Wellenreiten selbst die Technik und das Verhältnis von Körpergewicht zur Brettgröße im Vordergrund, nicht die reine Muskelkraft.
Männliche Unterstützung und mangelndes Engagement
00:59:24Es wird die Rolle von Männern in der Förderung weiblicher Surferinnen hinterfragt. Die Surferin gibt zu, dass aktive männliche Verbündete in der Surf-Community rar sind. Sie schildert eigene unangenehme Erfahrungen außerhalb des Wassers und verweist auf gesellschaftliche Muster: In Freundesgruppen werden sexistische Äußerungen oft nicht konfrontiert, sondern toleriert. Sie appelliert an Zuschauer, das eigene Verhalten zu reflektieren und aktiv gegen Diskriminierung einzustehen.
Persönliche Konsequenzen und Kulturvergleich
01:01:32Die Surferin beschreibt die Auswirkungen ihres Engagements: Sponsoren blieben zwar treu, dennoch führte der öffentliche Druck zeitweise zum Verlust der Freude am Surfen, sodass sie zum Freediven wechselte. Dieses vergeleiche sie kulturell mit der Skate-Szene – oft positiver als die Big-Wave-Welt. Trotzdem kehrte sie durch große Wellen zum Surfen zurück. Um mit Hater-Kommentaren umzugehen, reagiert sie höflich, aber distanziert, um Respekt zu wahren und Provokationen zu vermeiden.
Leidenschaft trotz Herausforderungen
01:04:06Auf die Frage, ob sie den Surf-Sport aufgeben möchte, betont sie ihre ungebrochene Liebe zum Wellenreiten. Schwierigkeiten nötigen sie lediglich zu Strategien wie erhöhter Zurückhaltung oder Flucht ins Freediven. Die Kernaussage: Trotz Widrigkeiten bleibt die Freude am Sport entscheidend. Sie rät Zuschauern, ihre Leidenschaft zu leben und sich von online-Hass oder Kritik nicht entmutigen zu lassen – entscheidend sei das persönliche Glück bei der Ausübung der Sportart.
Filmprojekt über Big-Wave-Surfen
01:08:35Der Livestream stellt den Dokumentarfilm der Surferin vor. Sie erklärt die Motivation: Finanziert durch Sponsoren entstand ein Film, der ihren Weg zum Big-Wave-Surfen begleitet – inklusive erste Jetski-Rettungsübungen und die Überwindung von Ängsten. Der Film betont die rohe Atmosphäre und zeigt ihre Entwicklung. Nach Kinostarts in zwölf deutschen Städten ist der Film international auf Festivals zu sehen. Ab 1. Januar soll er auf YouTube verfügbar sein, außerdem bereits auf Samsung TV.
Faszination Nazaré: Geologie und Kultur
01:14:58Nazaré wird als ihr Lieblings-Spot vorgestellt. Der Unterwassercanyon erzeugt die riesigen Wellen. Die Stadt selbst sei idyllisch, doch die Küste zeuge von der Ambivalenz zwischen Schönheit und Gefahr – viele Schiffswrack-Überreste und traditionell schwarz gekleidete Witwen erinnern an die gefährliche See. Die Surferin beschreibt ihre freediving-Erfahrung im Canyon mit Delfinen als unvergessliches Erlebnis. Sie hebt die Einzigartigkeit des Spots hervor: anders als abgelegene Big-Wave-Spots ist Nazaré direkt von der Küste aus sichtbar.
Bewertung von Nazaré und Giveaways
01:24:39Aus Zuschauersicht sei Nazaré eine 10/10, aus Surfersicht eine 7/10 – die Wellen wirken unmöglich, sind aber mit Training machbar. Paddelsurfen in großen Wellen sei extrem anstrengend, mit heftigen Strömungen. Anschließend werden Giveaways angekündigt: Eine Boardbag von Talk & Roam und eine Brille von Athletes Eyewear (jeweils mit Rabattcode). Zuschauer können per '!Ticket' teilnehmen. Nach einer Balance-Board-Challenge (6 Sekunden Record) werden die Gewinner: 'Bupedi' (Boardbag) und 'Hello Architect' (Brille) bekannt gegeben.