Sind Creator die besseren Journalist*innen @aliciajoe @dracon @robbubble live bei MixTalk
Vergleich: Arbeit von Creators und Journalisten
Bei MixTalk wurde erörtert, inwiefern die Arbeit von Influencer:innen mit klassischem Journalismus vergleichbar ist. Es wurde über investigativen Recherchen, die Notwendigkeit der Aufmerksamkeitsökonomie und die enge Verbindung zur Community diskutiert. Zudem wurde die hohe persönliche Verantwortung der Creator im Vergleich zu Redaktionen angesprochen.
Einleitung und Themenvorstellung
00:00:0000:00:00 Und damit einen wunderschönen guten Abend hier in der ARD bei Mixed Talk. Schön, dass ihr wieder mit am Start seid. Und, Alter, Schwiele, sind da schon viele Leute im Chat. Erstmal schönen guten Abend. Schön, dass ihr mit dabei seid. Wir sprechen heute über das Thema, sind Creator die besseren Journalisten? Ich meine, ich muss euch nicht erklären, dass klassische Medien zu kämpfen haben mit sinkenden Absatzzahlen, mit weniger Vertrauenswürdigkeit und dass die Creator-Community boomt. Und man könnte fast schon sagen,
Perspektive der Creator auf journalistische Standards
00:10:2700:10:27 vielleicht so in Konkurrenz steht zu den klassischen Medien. Dementsprechend frage ich mich schon oder fragen wir uns schon, sind das vielleicht manchmal auch die besseren Journalisten? Können die das vielleicht manchmal sogar besser oder vielleicht auch nicht? Welche Befangenheiten könnten sie haben oder auch nicht? Das und darüber sprechen wir heute mit tollen, tollen Gästen. Einer, da wurde schon ganz oft drüber nachgefragt, jetzt hier im Chat tatsächlich, und zwar Drakon. Der ist ungefähr um 21.30 Uhr dann mit am Start. Da könnt ihr schon mal drauf gefasst sein.
00:10:56 Außerdem ein altbekanntes Gesicht, was ich mir gleich als allererstes dazu hole, nämlich Rob Bubble, kennt ihr sicherlich, der war auch schon mal hier Mixer-Chost, Alisa Joes mit dabei und wir haben auch noch Marc-Christian Eurock, Wissenschaftler, mit dem wir das alles analysieren. Ich kann euch sagen, ich habe ja selbst auch so eine kleine Befangenheit in dem Sinne, bei dem Thema, dass ich ja selbst ja auch privat über Politik berichte auf YouTube und ich mir selbst diese Frage ganz, ganz oft stelle. Nun gut, darüber sprechen wir heute.
00:11:24 Sagt mir aber lieber Chat, wie und worüber holt ihr euch eigentlich eure News? Ist das irgendwie Social Media hauptsächlich? Sind das vielleicht doch noch irgendwie die Zeitungen? Schreibt mir das mal bitte in den Chat, würde mich mal interessieren. Lasst uns schon mal ein bisschen drüber quatschen, bevor wir gleich Rob dazuholen. Die ist aber gerade auch, Dedex, auch wieder mit am Start. Schön, dass du mit dabei bist. Du schreibst, Moment, sie sind, nein, sie sind voreingenommen und berichten nicht unabhängig. Spannend, spannend.
00:11:51 Gerade eben hat auch noch jemand geschrieben. Quadratsekunde schreibt übrigens auch. Da ist der Kommentar noch von Dedex. Gerade eben schreibt auch noch jemand Quadratsekunde. Heute wird der Laden voll. Gut so. Gut so sage ich. Drückt direkt mal auf Folgen, wenn ihr das möchtet, damit ihr keinen weiteren Stream hier mehr von der ARD verpasst. Das würde ich ja mal als allererstes tun, damit ihr hier den klassischen Medien mal euren Follower dalasst, würde ich sagen. So, aber ich wollte ja wissen, worüber ich informiere. Quadratsekunde über Twitter. Echt?
00:12:20 Krass. Elpemicher, News, Google, Discord und Drakon. Ja, mit dem sprechen wir dann ja auch gleich auf jeden Fall noch. Und Adjena auch Nachrichten und über Drakon. Ja, okay. Ich merke schon, ihr seid am Start. Aber das ist ja cool. Ist nice. Außerdem schreibt noch 100. Husky, klassische Medien wie den Spiegel, Tagesschau, etc. Wenig von Social Media, aber bei Drakon kriegt man auch viel Informationen zur Energie zum Beispiel. Ja, der setzt sich ja sehr viel mit diesen Themen auseinander.
00:12:49 Außerdem schreibt noch Reep oder Reepfote. Das Video von Parabelritter dazu, beziehungsweise speziell zum Thema Funk, finde ich sehr interessant. Nörnti schreibt auch noch, lokale Zeitungen, klassische Medien und Online-Creator. Wen guckst du denn da bei den Online-Creator und welche klassischen Medien sind das denn? Heute ist es auf jeden Fall die ARD, beziehungsweise der SOR, da freue ich mich ja drüber. Und Baffer mit schreibt öffentlich-rechtlich...
00:13:15 Echt wichtig, aber nicht mehr über die traditionellen Plattformen. Trakund kann man immer empfehlen. Ich meine, das wird ja hier eine kleine Werbeveranstaltung so indirekt. Das will ich aber nicht, es gibt ja noch andere Medien. Ich empfehle mich beim Postillon. Ja, gut, okay. Da kann man auch ein bisschen schmunzeln. Ich habe gerade eben auch noch sowas gelesen hier wie CNN. Habe ich noch gelesen, auch ARD und ZDF, die Tagesschau-App. Also wirklich einiges. Wirklich einiges. Ich würde...
00:13:44 vorschlagen. Ich hole mal meinen ersten Gast dazu. Und jetzt, das ist ja wie, ich weiß nicht, so ein kleines Revival, was wir jetzt gleich erleben werden. Denn Rob Bubble, beziehungsweise Robin, ist jetzt zu Gast. Erstmal, schönen guten Abend, Robin. Hallihallo. Guten Abend, hallo.
00:14:01 Ist irgendwie, guck mal, das ist rollenvertauscht. Wann warst du denn zum letzten Mal beim Mixed Talk? Also ich war schon, ich war schon auch schon wieder Gast. Das ist gar nicht so lange her, glaube ich. Aber... Weißt du noch? Dein Job, das ist schon ein paar Jahre her, glaube ich. Wollte ich sagen. Bitte, lieber Chat, schreib mir nochmal rein, wer noch die Zeiten mitbekommen hat, als Robin hier beim Mixed Talk Host war. Bitte mal eine Eins für ein Ja in den Chat und eine Zwei für Nein. Ich hoffe, da kommen jetzt nur Einsen, weil sonst...
00:14:30 Da wäre ich jetzt schwer enttäuscht, um ehrlich zu sein. Ganz am Anfang. Da war das auch nicht mal auf Twitch, da war das auch auf der Website. Das waren noch Seiten.
00:14:40 Good old times. Oh, ich sehe ein paar Zweier, Robin. Aber doch ein paar Einser doch. Ja gut, aber die Einser kam jetzt hier von unserer ARD, Marie. Aber Baffer und Peter hat auch noch eins geschrieben. Ja, dann müssen wir dich doch jetzt mal noch ein bisschen introducen. Ich meine, ich glaube, jeder kennt dich. Du bist vor allem YouTuber, beschäftigst dich super viel, auch mit politischen Themen, aber auch eben sehr viel mit Creator-Themen und recherchierst da teilweise auch wirklich investigativ in der Creator-Szene rein. Ich glaube, dein letztes Video oder die letzte Berichterstattung, die die richtige Wellen geschlagen hat, war zu fern.
00:15:09 vor ungefähr drei, vier Monaten. Das war so das letzte ganz, ganz, ganz große Ding von dir. Ich habe heute Morgen nochmal gecheckt. Ich glaube, das Video hat inzwischen 1,67 Millionen oder 1,9 sogar. Weißt du es auswendig? Ich glaube, 1,9 ist mein Wissensstand. Das hat schon ziemliche Wellen geschlagen. Und wir wollen uns heute mit der Frage beschäftigen, Nislin Crater, die besseren Journalisten und Journalistinnen. Und da will ich erst mal von dir wissen.
00:15:38 Was können denn eigentlich Creatorinnen und Creator, was die klassischen Medien nicht können?
00:15:47 Also, ich glaube, vor ein paar Jahren hätte ich die Frage noch anders beantwortet. Dadurch, dass wir gerade auf einem ARD-Twitch-Kanal miteinander reden, finde ich die Frage so ein bisschen hinfällig, weil ich glaube, dass die klassischen Medien da sehr gut aufgeholt haben, insbesondere durch Funk, aber eben auch durch solche Sachen wie jetzt hier Mixed Talk zum Beispiel. Also, es gibt ja inzwischen ganz, ganz, ganz viele...
00:16:13 Formate der klassischen Medien, auch jetzt nicht nur öffentlich-rechtliche Rundfunk, keine Ahnung, die Zeit hat einen sehr guten TikTok-Account. Es gab jetzt, keine Ahnung, die krasse Spiegel-Recherche zu Christian Ulmen. Da gab es coole Reels von, die viral gegangen sind und so weiter. Also klassische Medien sind inzwischen auf Social Media genauso zu Hause und genauso gut unterwegs, wie das viele Creator auch sind. Ich glaube tatsächlich, bei YouTube gibt es.
00:16:37 irgendwie eine Lücke und auch Funk hat angefangen, so ein bisschen weniger auf YouTube zu machen, weil vielleicht auch die Zielgruppe da einfach nicht mehr so viel ist. Also da sehe ich tatsächlich noch am meisten Potenzial. Aber wenn man sich TikTok anguckt, wenn man sich Instagram anguckt, so Twitter würde ich sagen, das ist auch durch, durch Elon Musk, aber so auf so hoch, im Hochkantbereich habe ich das Gefühl, sind klassische Medien tatsächlich in den letzten Jahren sehr, sehr, sehr stark geworden. Da gibt es ganz tolle Angebote.
00:17:02 Wir reden gleich über FanBlast nochmal explizit. Im Case hat auch geschrieben, das war ein wichtiges Video von dir mit wichtigen Takes. Wichtigen Takes, wie nicht die Opfer zu schämen. Danke dafür. Also, Luke geht an dich. Übrigens schreibt auch noch, des Roya. Okay, wow. Beide Kanäle von euch beiden schaue ich sehr gerne. Da fühle ich mich immer super informiert und immer über Politik. Vielen Dank auf jeden Fall dafür. Frankie hat auch noch geschrieben.
00:17:28 Die klassischen Medien sind halt echt scheiße, wegen fehlenden Faktenchecks. Die schaut man lieber am nächsten Tag, glaube ich, bei Lanz mit Einordnung als live. Verstehe. Ja, das ist auch so eine Kunstsatzfrage. Da sprechen wir noch später drüber, warum man sich Lanz nicht selbst anschaut, aber dann in Reacts anschaut. Aber lass uns mal über Fanblast sprechen. Also für alle, die es nicht mitbekommen haben, vielleicht erklärst du es gleich auch nochmal, was da genau passiert ist, was du recherchiert hast. Was ich mich aber schon gefragt habe,
00:17:56 warum du diese Recherche nicht eigentlich verkauft hast, sage ich mal, oder weitergegeben hast, vielleicht sogar mit einer Zeitung oder einem großen Medium gemacht hast. Du hattest auf jeden Fall einen Journalisten dabei, das weiß ich, mit dem du das zusammen gemacht hast. Aber warum hast du die Geschichte nicht einfach verkauft?
00:18:14 Also wir haben versucht, sie zu verkaufen. Ich habe sie einer großen deutschen Zeitung umsonst angeboten, ob Sie da quasi auch dazu recherchieren wollen. Das wurde abgelehnt aus Zeitgründen. Und ich habe es mit einem öffentlich-rechtlichen Sender besprochen, die es tatsächlich auch haben wollten. Da ist aber dann tatsächlich die Bürokratie so ein bisschen dazwischen gekommen. Also dass einfach der Prozess...
00:18:43 so was im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu produzieren, ist einfach ein langer. Also das ist nicht von wegen so, wir stehen jetzt in den Startlöchern, wir müssen das jetzt drehen, wir brauchen jetzt eine Zusage und dann ist es in ein paar Wochen online, sondern das ist dann schon so, ja, wir müssen jetzt erstmal durch mehrere Gremien und so weiter. Das ist ja auch wichtig, also ich verstehe, warum das so ist, aber bei mir war das Problem, dass wir zu spät, also ich bin ehrlich gesagt zu spät auf die Idee gekommen, andere Leute mit einzubeziehen. Jetzt im Nachhinein muss ich auch ehrlich sagen,
00:19:11 außer dass es wahrscheinlich für mich finanziell besser ausgegangen wäre, war das auch nicht notwendig. Ich bin ja sehr stolz auf den Erfolg von dem Video und es hat große Wellen geschlagen. Also es hat ehrlich gesagt keinen Partner gebraucht. Es hätte mir finanziell mehr Sicherheit gegeben, aber ich habe das halt aus eigener Tasche, beziehungsweise aus der Tasche meiner Firma finanzieren können, weil es eben auch eine Investition für mich war in die Story, aber auch für mich als Marke, weil ich dachte so, okay, da kann ich natürlich auf jeden Fall den Kanal sicherlich,
00:19:40 viele neue Abonnenten auch zu sharen. Das lohnt sich ja auch irgendwie für zukünftige Videos, die ich mache und so weiter. Also ich habe mich schon bewusst dafür entschieden, dass es auch funktioniert. Und ich bin da jetzt nicht pleite gegangen von dem Video. Also so schwer war es dann am Ende auch nicht. Es hat nicht viel Arbeitszeit gekostet, aber das ist halt Zeit. So kann ich ja gerne investieren. Ich habe einen festen Job. Ich brauche jetzt nicht zwingend irgendwie ein monatliches Gehalt. Das habe ich so. Deswegen.
00:20:09 Ja, war es nicht notwendig. Ich hätte es gerne mit einem öffentlichen Partner oder auch einer großen deutschen Zeitung gemacht, einfach um dem Thema mehr Aufmerksamkeit zu geben, weil ich ja nicht wusste, dass es viral geht. Ich wollte ja, dass es viral geht, aber ich konnte es nicht garantieren. Ich dachte, okay, wenn wir das jetzt irgendwie noch im Fernsehen laufen lassen oder das irgendwie noch eine große Tageszeitung irgendwie mit aufgreift, dann ist die Chance höher, dass einfach mehr Opfer, gutmaßliche Opfer mitbekommen, was da passiert. Und das war tatsächlich vor allem mein Gedanke.
00:20:38 Und da ist es, wie gesagt, ich glaube, in Teilen vielleicht auch daran gescheitert, dass das Potenzial der Story noch nicht so klar war. Vielleicht habe ich sie auch einfach nicht gut verkauft gekriegt. Und aber eben, dass es halt auch sehr bürokratisch war.
00:20:55 Lass uns mal darüber sprechen, wie du da vorgegangen bist. Übrigens schreibt auch Tintenfisch, Tobi, Robbubble. Findest du, dass im öffentlich-rechtlichen Themen aus Social Media so selten abgebildet werden? Also so eine Recherche zu Fanblast hätte ich mir auch gut beim ZDF frontal vorstellen können. Wie seid ihr denn da vorgegangen eigentlich? Und welches Thema habt ihr da abgebildet? Hol mal bitte noch mal so kurz, es geht alle ab, die vielleicht...
Die "FanBlast"-Recherche von Rob Bubble
00:21:2400:21:24 das nicht mitbekommen haben. Also es ist ein Whistleblower auf mich zugekommen, der gesagt hat, der arbeitet als Chatter für Influencer und der Vorwurf war quasi, da gibt es eine Plattform, auf der mutmaßlich eben Influencer ihre Handynummer verkaufen, da muss man nicht mutmaßlich sagen, die haben ihre Handynummer auf dieser Plattform verkauft und der Vorwurf war dann, dass mutmaßlich da eben Chatter, also
00:21:54 dritte Personen und nicht jeden von selbst dann mit den Fans geschrieben haben, teilweise eben Dinge erzählt haben, die vielleicht nicht gestimmt haben, Leistungen verkauft haben, die so nicht zu 100 Prozent bestimmt haben, also zum Beispiel halt Nacktfotos vor allem verkauft haben für sehr, sehr hohe Preise, so der Vorwurf. Und ja, dann wurde mutmaßlich behauptet, dass das zum Beispiel nur für die Person aufgenommen wurde, aber es war halt ein Foto, was...
00:22:23 eventuell hunderte andere auch schon geschickt bekommen haben zum gleichen Preis und so weiter. Also da gab es so einige Vorwürfe, dass da mutmaßlich eben Leute so ein bisschen abgezockt werden und zumindest eben vielleicht Kaufentscheidungen tätigen, die sie nicht getätigt hätten, wenn sie gewusst hätten, dass die Person, mit der sie schreiben, eben vielleicht nicht die Person ist, deren Handynummer sie dachten, dass sie gekauft hätten.
00:22:46 Und das war ja schon ein ziemlich großes Unterfangen. Du hast gerade schon gesagt, er hatte sogar einen Whistleblower da. Also nochmal kurz zur Erklärung. Whistleblower ist jemand, jetzt wie bei euch in dem Fall, der beispielsweise in einer Institution arbeitet oder in einem Unternehmen arbeitet und dann an jemanden wie dich, an Journalisten, rantritt und sagt, hey, ich habe hier was, ich möchte darüber berichten, ich möchte über Mistände beispielsweise aufklären. Stellt natürlich damit sich selbst auch einer gewissen Gefahr entgegen, weil er arbeitet ja dann noch vielleicht für das Unternehmen.
00:23:15 und meldet sich dann bei euch. Wie seid ihr da vorgegangen? Das war ja schon wirklich ein krasser Prozess, der ja nicht mal innerhalb von einer Woche einfach mal so runtergeschrieben wurde. Da steckt ja richtig Recherche, investigative Recherche hintendran. Als Creator muss man sagen.
00:23:31 Ja, also ich bin da rangegangen, wie ich auch an jedes andere Video rangehen würde, nur dass ich dieses Mal halt nicht quasi, also auch, aber nicht nur quasi im Internet recherchiert habe, sondern eben auch mit Menschen gesprochen habe. Das tue ich bei meinen Videos manchmal auch, dass ich eben Leute interviewe oder mal irgendwo anrufe und mir eine Experten, eine Expertin Meinung einhole. Aber in dem Fall war es natürlich jemand, der irgendwas behauptet hat, wo ich nicht wusste, stimmt das, wo ich nicht wusste, ist dieser Mensch überhaupt echt behauptet.
00:24:00 Was er da sagt, stimmt das überhaupt?
00:24:04 Da ging es dann erstmal darum, ihm zuzuhören und dann zu gucken, kann das überhaupt sein? Und das war dann eine Mischung aus, wir haben online recherchiert, um zu gucken, stimmen zum Beispiel die Namen, die er uns nennt, überein mit irgendwelchen LinkedIn-Einträgen. Die Dokumente, die er uns schickt, sieht das genauso aus wie auf der Website, wenn ich mich selber irgendwie da einlogge. Dann habe ich ihn gebeten, Kontakt herzustellen mit jemand anderem, der mir dann unabhängig quasi in einem separaten Gespräch, habe ich ihm quasi die gleichen Fragen gestellt, um zu gucken.
00:24:33 matchen die Antworten mit dem, was der andere erzählt hat. Dann habe ich mir quasi zeigen lassen, dass er wirklich Zugang hat und habe quasi mir das live zeigen lassen und ihn dann auch gebeten, dass er spezifische Sachen anklickt und so weiter. Also bei mir war die ganze Zeit der Gedanke so, das ist so absurd, das kann eigentlich nicht stimmen und was ist, wenn ich hier gerade irgendwie krass verarscht werde und das ist irgendwie ein Marvin Wildhage oder sowas und die haben hier irgendwie einfach eine Website gebaut und faken das. Und da wollte ich natürlich sicher gehen.
00:25:02 Das ist echt und die Website existiert und das Backend, da haben die wirklich Zugriff drauf und das funktioniert alles so.
00:25:10 Und dann danach sind wir natürlich noch in die weitere Recherche gegangen und haben dann versucht, noch mit Leuten zu schreiben. Und ich habe ja zum Beispiel dann auch die Möglichkeit gehabt, durch die im Backend sehr leicht einlesbaren Dinge, die da drin standen, auch die E-Mail-Adressen zum Beispiel von Leuten zu sehen, die da mitgeschrieben haben und Telefonnummern und so weiter und die dann halt zu kontaktieren und sie zu fragen, hey,
00:25:40 hast du das wirklich bezahlt und was war so dein Ding? Und dann bin ich jetzt zum Beispiel auf den einen gestoßen, der auch im Video vorkommt, der dann ausgesagt hat, dass er da mehrere Zehntausende Euro angeblich ausgegeben hat in einem Chat. Also wirklich, wirklich krasse Arbeit, die du da reingesteckt hast. Kurze Frage, wie lange hat das gedauert, also wirklich der Zeitraum von Start der Recherche bis zur Veröffentlichung?
00:26:06 Also den ersten Kontakt hatte ich, glaube ich, Anfang Dezember, also 2024. Ja, ja, ich kann schon sagen. 25 wäre bis zum Knappes gewesen. Und dann, genau, das war so, ich glaube, so kurz nach Weihnachten haben wir gesprochen. Ich glaube, es waren wirklich so Weihnachtsfeiertage und haben uns dann abends noch da in irgendwelchen Discord-Calls stundenlang unterhalten. Und dann war halt erst mal Silvester und dann habe ich in Berno halt dann wirklich angefangen, da einzusteigen.
00:26:35 Dann hat das so Fahrt aufgenommen, aber dann passiert es in solchen Recherchen natürlich, dass man erstmal irgendwie wieder so an Grenzen stößt und dann hattest du auf Antworten zum Beispiel von eben diesen vermeintlichen Opfern oder du suchst Leute irgendwie. Also ich habe zum Beispiel auch ganz viele von den da mutmaßlich beteiligten Leuten dann irgendwie erstmal auf LinkedIn gesucht und dann bin ich später auf, dann habe ich aber manche nicht gefunden und so geguckt, wie sind die miteinander connected und das ist bei LinkedIn halt auch manchmal so ein bisschen schwierig, weil teilweise kann man sehen, wenn jemand auf seinen
00:27:04 Profil klickt, deswegen habe ich mir erstmal so ein Fake-Profil angeklickt, um die dann irgendwie hinzuzufügen, damit die nicht merken, dass da potenziell jemand, der irgendwie YouTuber ist, gerade irgendwie, warum klickt ihr alle unsere Profile an und so. Und dann bin ich aber zum Beispiel erst sehr viel später auf die Idee gekommen, ich könnte ja auch alle mal bei Instagram suchen. Also das war so ein Gedanke, manchmal hat man halt dann, fällt einem was nicht ein, dann denke ich so, und dann bei Instagram habe ich plötzlich ganz viel mehr Connections gefunden und so weiter. Und dann kamen halt, haben sich wieder neue Fäden aufgemacht, wo ich danach recherchieren musste. Dann haben wir im Handelsregister nachgeguckt, haben
00:27:33 diese Adresse in der Schweiz gefunden, wo ich dann auch hingefahren bin. Da muss ich natürlich dann erstmal gucken, wann ist der richtige Zeitpunkt, wo ich da hinfahre, wann habe ich da einen Kameramann und so weiter. Das heißt, es ist nicht so, dass ich da ein Jahr lang jeden Tag dran gesessen habe, sondern es ist immer so, es kam dann irgendwas Neues dazu, mir ist was Neues eingefallen, jemand hat mir irgendwas erzählt, dann kam wieder eine neue Idee auf und so weiter. Und so hat sich das dann hingezogen. Ich glaube, insgesamt waren es schon auf jeden Fall mehrere Wochen.
00:28:00 Alleine, also acht Stunden am Tag Arbeit sozusagen, Skript schreiben, dann auch der Dreh, der Schnitt und so weiter. Das kommt ja auch alles noch dazu bei der Videoproduktion. Und dann habe ich ja auch noch da mit Kollegen, Kolleginnen, das organisiert, dass die sich da mal einschleusen, einmal auf Influencerin-Seite, einmal auf Chatter-Seite.
00:28:24 Und das hat natürlich auch wieder Zeit gedauert, bis die dann zugesagt haben. Ich habe mehrere Leute angefragt, auch ob sie mich supporten wollen. Also mehrere Journalistinnen, Kollegen, von denen ich wusste, dass sie so im investigativen Bereich unterwegs sind. Ganz viele haben ja abgesagt, weil sie einfach busy waren mit anderen Recherchen und so weiter. Oder sie nicht so spannend klang, keine Ahnung.
00:28:43 Aber insgesamt dann wirklich schon eine super lange Zeit, muss man echt sagen. Wirklich außergewöhnlich, Kai Fadgarin beschrieben, dass er dich auch da eher eine Ausnahme findet. Und übrigens, falls ihr gerade neu hier seid bei der ARD und bei MixDark, wir quatschen heute über das Thema, sind Creator eigentlich die besseren Journalisten und Journalistinnen? Und wir haben gerade, wie ihr sehen könnt,
00:29:05 Rob Bubble zu Gast, mit dem wir darüber sprechen und holen uns gleich noch Alicia Joe mit dazu, mit der wir auch darüber sprechen werden. Und falls ihr komplett neu hier seid, dann folgt doch gerne mal der ARD, dann verpasst ihr auch keinen Stream mehr und definitiv auch keinen Mix-Talk mehr. Immer um 20.30 Uhr abends hier mittwochs in der ARD. So, guck mal, das ARD klang irgendwie richtig offiziell gerade. So, wir holen uns mal Alicia Joe mit dazu, die natürlich auch eine Online-Creatorin ist, die auch...
00:29:31 Manche sagen, Journalismus macht und da wollen wir sie gleich mal direkt zu fragen. Erstmal hi und schönen guten Abend, Alissa. Hallo, guten Abend. Schön, dass ich da sein darf. Schön, dass du mit dabei bist. Du, wer dich nicht kennt, du veröffentlicht auch sehr regelmäßig Think-Pieces oder journalistische Pieces auf YouTube zu den unterschiedlichsten Themen, gesellschaftskritische Themen, politische Themen, meine auch Themen zu...
00:29:56 Trash-TV und bist aber auch selbst hier auf Twitch auch Streamerin. Also schön, dass du mit dabei bist. Nimm du uns doch auch mal mit in deine Arbeit. Jetzt haben wir ja gerade so Rob's Seite so gesehen, zu einer sehr, sehr, sehr aufwendigen Produktion, muss man sagen. Wie sieht das bei dir aus? Wie arbeitest du? Wie recherchierst du?
00:30:15 Gute Frage. Es ist natürlich auch sehr unterschiedlich. Ich würde behaupten, bei mir auf dem Kanal ist das meiste vom Format her eher das, was man als journalistischen Kommentar kennt. Das gibt es ja auch manchmal nach der Tagesschau oder so, dass dann ein Journalist einen Kommentar zu einem gewissen Thema abgibt. Und ja, ich habe halt bei den meisten Themen sehr viel Online-Recherche. Ich versuche mir über ein Thema eine Meinung zu bilden, Pros und Kontras aufzuzeigen.
00:30:42 auch teilweise Studien oder Untersuchungen und so was mit einzubeziehen. Und dann am Ende gebe ich aber natürlich auch meine Meinung ab. Also ich habe auch schon so ein bisschen Investigativsachen gemacht. Einmal jetzt zum Beispiel mit so Opfern von ganz komischen plastischen Chirurgen, die da teilweise verstümmelt wurden. Aber ich würde sagen, der größte Teil meiner Arbeit ist schon eher die Recherche online und dann der anschließende Meinungskommentar.
00:31:11 Übrigens an euch beide, aber auch in den Chat, wenn ihr auch untereinander irgendwelche Takes habt und zu euch oder mal unterschiedliche Meinungen seid, dann dürft ihr das natürlich gerne tun. Ich muss nicht immer Fragen stellen hier. Also falls ihr was habt, einfach immer gerne reinschmeißen. Ich würde aber gerne vom Chat nochmal wissen, was macht denn eigentlich für euch, ich sag mal, guter Journalismus aus? Weil das ist ja auch so eine Baseline, die man sich erstmal...
00:31:34 fragen muss und die man irgendwie erst mal finden muss, um dann irgendwie auch Creator und Creator daran zu messen oder in eine Messlatte irgendwie aufzuhängen. Also was macht für euch guten Journalismus aus? Wir haben gerade eben schon ein paar Nachrichten noch bekommen generell zu dem Thema. Janitos schreibt, Moment, Journalist ist, wer journalistisch arbeitet, das kann man in Print und das kann man natürlich digital auf YouTube, das ist kein Stempel oder ein Markensiegel.
00:31:59 Und das wollte ich noch an Rob weiterleiten. Mightybone fragt dich, fühlst du dich eigentlich vom Pressekodex verpflichtet? Das kann ich euch beide aber auch fragen. Und journalistischen Standards? Rob, du kannst gerne mal anfangen.
00:32:12 Also ich würde sagen, ich versuche darauf auf jeden Fall zu achten und dass mir das persönlich auch wichtig ist. Also ich arbeite ja auch teilweise mit an tatsächlichen journalistischen Produktionen als Produzent und habe in der Vergangenheit auch redaktionell auch mitgearbeitet bei diversen, also dann auch zum Beispiel öffentlich-rechtlichen Produktionen und so weiter, die auf jeden Fall an diese Standards und auch an den Pressekodex gebunden sind.
00:32:37 Ich tue mich aber immer schwer, mich selber Journalist zu bezeichnen, weil ich finde, dass, also der Begriff ist nicht geschützt, theoretisch kann das jeder. Aber ich würde sagen, mein Anspruch hört darauf, wo ich sage, ich versuche, journalistisch zu arbeiten, ich versuche, mich an diese Standards zu halten. Ich mache aber auch Videos, genauso wie Alicia, wo ich meine Meinung sage, ganz klar. Und das hätte jetzt zum Beispiel in einem journalistischen Peace im Öffentlich-Recht-Hier-Rundfunk so, zumindest ohne klare Kennzeichnung, dass das Meinung ist.
00:33:05 auch nichts zu suchen. Und das ist aber auch okay, weil das nicht mein Anspruch ist in allen meinen Videos. Also ich sage auch gerne meine Meinung, weil das ist mein YouTube-Kanal. Also ich möchte da meine Meinung sagen. Also deswegen ist das so ein Teil davon. Aber deswegen finde ich es immer schwierig, wenn man das so in einen Topf wirft, weil da, glaube ich, unterschiedliche Messlatten angesetzt werden. Und deswegen muss ich ehrlich sagen, finde ich die Frage dieses Beitrags heute auch ein bisschen gefährlich, weil
00:33:33 dass natürlich schnell den so in den Raum steht, dass Leute, die ein Volontariat gemacht haben, die an einer Journalistenschule studiert haben, dass das irgendwie das Gleiche ist wie Leute, die einfach im Internet ihre Meinung sagen. Das ist es auf keinen Fall. Ich glaube, dass viele Leute ganz tolle journalistische Arbeiten machen können und journalistisch arbeiten und dass es da draußen ganz viele Content Creator gibt, die halt kein Volontariat gemacht haben, die das auch sehr gut können. Aber gleichzeitig...
00:33:58 vergisst es auch so ein bisschen, dass ganz viel Journalismus ja auch gar nicht vor der Kamera passiert, sondern in ganz großen journalistischen Medienhäusern und so weiter. Da arbeiten ja hunderte, tausende Leute an Recherchen auch mit. Es gibt Leute, die die Sachen abnehmen und so weiter. Das passiert ja in der Form auf YouTube in ganz seltenen Fällen. Also ich glaube, das sind einfach zwei Welten, die Leute erreichen, aber so 100 Prozent gleichsetzen kann man sie nicht, auch wenn ich mir wünschen würde, dass wir alle nach den gleichen Standards arbeiten.
00:34:27 Also Standort nur zur Erklärung, wie beispielsweise zweifache Quellen. Also du kannst nicht einfach von einer Person was hören und dann davon ausgehen, dass das natürlich wahr ist. Oder wie du auch gerade schon gesagt hast, eine Trennung von Meinung und Nachricht beispielsweise. Oder auch Kennzeichnung von Werbung. Also solche Dinge.
Spannung zwischen Aufmerksamkeit und journalistischer Integrität
00:34:4800:34:48 Alisa, wie schaut das bei dir aus? Übrigens meine ich, viele Leute haben übrigens geschrieben hier im Chat, faktenbasierte Recherche, darauf kommt es ihnen an, oder belegbare Fakten auf jeden Fall. Faktenbasiert, unabhängig, kritisch und gegenüber hohen Machtpositionen. Das macht guten Journalismus aus. Aber Alisa, wie schaut es da bei dir aus? Ja, also ich schließe mich auf jeden Fall allem, was Rob gesagt hat, absolut an.
00:35:11 Ich glaube, zum Thema Pressekodex als Beispiel. Also ich behaupte, wenn man langfristig auch so ein bisschen journalistisch arbeiten möchte, auf YouTube jetzt als Beispiel, muss man sich früher oder später sowieso dran halten. Und ich glaube, das ist auch teilweise instinktiv gegeben oder eine Frage von der Moral, dass natürlich, wenn jetzt so ein Whistleblower auf einen zukommt, man diese Quellen schützt, dass man da
00:35:34 Und dass man zum Beispiel auch, das müssen wir ja auch allein aus rechtlichen Gründen, wenn man eine Verdachtsberichterstattung macht, auch die Leute, die den Verdacht betrifft, um Stellungnahme bittet. Also sowas, da halte ich mich natürlich auch dran. Ich finde es aber auch manchmal ganz gut, dass man vielleicht nicht ganz so vorsichtig sein muss.
00:36:03 Hass in Kommentaren verbreiten oder teilweise derbe Beleidigungen. Und da finde ich es zum Beispiel auch manchmal ganz okay, wenn man jetzt nicht unbedingt den Usernamen zensiert. Muss ist natürlich immer Abwägungssache, weil man da halt als YouTuber so ein bisschen andere Möglichkeiten hat, als wenn es jetzt eine ganz große Recherche von ARD und ZDF zum Beispiel wäre. Hollenburger mit Ratschreibung.
00:36:31 Journalismus ist doch immer noch ein Ausbildungsberuf. Also, technically ja. Also es gibt sowas wie Volontariate, aber jeder kann sich Journalist nennen. Das ist ja kein geschützter Begriff. Also jeder kann sich hinstellen und sagen, ich mache Journalismus. Es gibt natürlich Ausbildungen, aber das ist kein Muss. Ich zum Beispiel, ich glaube, Rob, du auch nicht. Alisa weiß ich ehrlich gesagt gerade nicht. Ich habe zum Beispiel kein Volontariat gemacht. Ehrlich gesagt, weil ich nicht reinkam. Ich habe mich auf einige beworben.
00:36:59 Aber es hat dann im Endeffekt nicht geklappt, immer so in der vorletzten Runde gescheitert. Wie sieht es da bei euch aus? Habt ihr das mal versucht? War das mal ein Traum irgendwie von euch, Alicia?
00:37:09 Also bei mir war es so, ich habe im Rahmen meines Designstudiums eben auch in der Agentur gearbeitet, die Produktion für so Fernsehfilme gemacht hat. Und da bin ich so ein bisschen reingekommen in das Thema, aber jetzt nie so richtig die klassische journalistische Arbeit gelernt. Und ich wollte ergänzen, es ist vielleicht ein bisschen hinkender Vergleich, aber so ist es ja bei Kunst theoretisch auch. Also du kannst Kunst studieren und dich da richtig reinfuchsen, aber es gibt auch einfach Leute.
00:37:34 Die machen gute Kunst ohne Studium. Es gibt auch Leute, die machen schlechte Kunst mit Studium. Ja, der Vergleich hing vielleicht ein bisschen, aber ich glaube, so kann es bei Journalismus eben auch sein, dass natürlich eine fundierte Ausbildung richtig gut ist und eine gute Basis, aber dass vielleicht auch einige, die sich das zum Beispiel nicht leisten können oder eben nicht die Kontakte haben in die Szene, dann eben auch in diesem Beruf können, gerade über Social Media. Finde ich eigentlich ganz gut, dass das das so ein bisschen liberalisiert.
00:38:03 Ja, das war jetzt im Kurzen noch eine... Sorry, ja was? Ne, sagt euch.
00:38:09 Das war jetzt vor kurzem auch eine Debatte, ich weiß nicht, ob ihr das mitbekommen habt, aber da hat das ZDF in der Volo-Ausschreibung die Frage gestellt, ob man einen Social-Media-Account hat und wenn ja, wie viele Follower da hat. Und da haben sich dann viele Leute, die tatsächlich Journalistinnen sind, ein bisschen darüber echauffiert. Das Gefühl war, okay, muss man jetzt auf Social Media sein, um Journalist werden zu dürfen? Warum kann ich nicht einfach meinen Job machen und warum ist Social Media jetzt da irgendwie ein Teil davon?
00:38:36 dass er das ZDF dann so ein bisschen erklärt und meinte so, nee, wir fragen es halt einfach ab aus genau diesem Grund, weil eben nicht jeder vielleicht schon mal in einem anderen Medium irgendwie die Chance hat, ein Praktikum zu machen. Nicht jeder hat die finanziellen Möglichkeiten, nicht jeder hat die Kontakte. Deswegen ist Social Media heutzutage eben auch ein Einstieg und deswegen fragen wir das auch ab. Aber nicht, weil wir das brauchen, sondern einfach, um halt alle möglichen Wege zu checken, die die Leute vielleicht schon Erfahrung haben. Aber das heißt, das ist auch ein Thema, was sozusagen umgekehrt auch im Journalismus diskutiert wird von wegen so.
00:39:05 müssen wir jetzt alle Content Creator sein, weil da eben heute viel von der Aufmerksamkeit da ist. Ich selber habe kein Volontariat gemacht. Ich habe schon sehr früh in Redaktionen gearbeitet, aber nie mit Ausbildung, weil das alles schon YouTube-Redaktionen waren, wo es diese Anforderungen gar nicht gab, sondern da ging es darum, wie ein gutes Thumbnail aussieht und viel weniger darum, wie man journalistisch arbeitet. Und da haben wir dann zum Glück aber eben...
00:39:32 Leute gehabt in den Redaktionen, die das konnten und die uns das dann auch beigebracht haben, in Teilen aber eben nie offiziell.
00:39:39 Ja, übrigens noch mal kleine Erinnerung, falls ihr gerade neu dazuschaltet. Wir sind hier von der ARD. Schön, dass ihr mit dabei seid. Ich bin Marvin und wir sprechen heute über das Thema, ob Creatorinnen und Creator eigentlich die besseren Journalisten sind. Und dafür haben wir Alicia Jo und Rob Bubble gerade zu Gast, wie ihr sehen könnt, was uns sehr freut. Und ich habe eine Frage an euch, Chat. Welcher Content Creator fällt euch gerade ein, von dem oder der ihr denkt, ja, die macht einen richtig guten Job? Die finde ich richtig gut. Ich glaube, das mal in den Chat würde mich mal interessieren.
00:40:08 Unabhängig davon, Kai hat gerade eben, wollte von euch beiden wissen, halten sich Alicia und Rob eigentlich für journalistisch objektiv und neutral auf journalistische Standards bezogen? Und daran anschließend auch noch die Frage, ich meine, wir alle drei, ich schließe mich da jetzt mal mit ein, kennen ja auch die Zwänge von Algorithmen und dann irgendwo auch Polarisierung. Also stehen die Algorithmen und die Polarisierung eigentlich diesen journalistischen Standards so ein bisschen gegenüber, Alicia?
00:40:36 Absolut. Also erstmal würde ich von mir nie behaupten, glaube ich, dass ich neutral bin. Das ist gar nicht so mein Konzept. Aber natürlich versuche ich schon immer in meinen Videos oder in den Erörterungen so ein bisschen, ja, beide Positionen zu beleuchten, auch mal andere Blickwinkel zu geben. Was du ansprichst, ist ja ganz wahr. Man braucht halt leider auf Social Media so ein bisschen die Bild-Zeitungsüberschriften, um die Menschen erstmal aufs Video zu locken.
00:41:05 Und dann kann man, wenn man es richtig macht, so ein bisschen, ja, am Anfang noch ein bisschen auch spannenden Content haben und dann so in die Tiefe gehen. Also ich habe so über die Jahre gemerkt, dass das die Art und Weise ist, wie man dann auch klassischen Journalismus an die Leute bringen kann. Aber man muss leider gerade in Überschriften und in der Aufmachung erst mal polarisieren, um überhaupt Menschen für gewisse Themen, gerade für die ganz trockenen Themen, begeistern zu können.
00:41:37 Diese Partie, glaube ich, steht das ein bisschen gegenüber oder diese Glaubwürdigkeit und Authentizität, wie immer so ein Student, gegenüber dem, was wir gerade gesagt haben? 100 Prozent und deswegen, glaube ich, ist so die Frage, sind Content Creator die besseren Journalisten auch so ein bisschen schwierig, weil sozusagen die Frage ist, glaube ich, eher, sind sie eine Gefahr für den Journalismus und gar nicht, weil sie Content Creator sind, sondern aufgrund der Plattform, auf der sie unterwegs sind. Also einfach ist, eigentlich ist die Frage eher so.
Vorteile und Herausforderungen von Creator-Journalismus
00:42:0600:42:06 Was macht Social Media mit dem Journalismus? Und natürlich auf der einen Seite ermöglicht es viel mehr Leuten, tollen Journalismus zu machen, die vielleicht sonst die Chance nicht hätten. Aber es verwischt auch so ein bisschen die Grenze in der Wahrnehmung, glaube ich, von vielen Leuten. Ist das jetzt Journalismus, was für Standards haben die? Ist das jetzt eine Meinung? Kann ich dem glauben? Ist das Berichterstattung?
00:42:27 Und gleichzeitig erhöht Social Media eben auch für klassische Medien den Druck, da präsent zu sein und dann eben sich auch an die Maßnahmen dieser Plattformen so anzupassen. Das heißt auch, ein seriöses Medium muss, wenn sie wollen, dass ihr YouTube-Video geklickt wird, ein eher klickbätigeres Sunnake wahrscheinlich wählen, weil es sonst dann halt eben verliert gegen Videos wie von mir und Alicia, wo wir halt natürlich ein bisschen
00:42:55 einfach mehr Erfahrung auch haben, was das angeht, weil wir wissen, was die Leute gerne klicken, was funktioniert. Inzwischen gibt es bei YouTube irgendwie drei Thumbnails, die man hochladen kann. Also es nimmt ja auch immer mehr zu, dass eben diese Aufmerksamkeitsökonomie einfach ganz viel von unserer Arbeit auch bestimmt und wir uns dem Ganzen so ein bisschen auch fügen müssen, wenn wir wollen, dass unsere Videos geklickt werden. Also gar nicht zwingend so aus einer Gier heraus, von wegen so wirklich viel Klick, sondern wir wollen ja am Ende, dass es auch Leute erreicht.
00:43:24 dann muss man sich so ein bisschen natürlich den Gegebenheiten der Plattform auch irgendwie beugen. Und das müssen aber eben dann auch alle. Und das beinhaltet dann eben die Leute, die irgendwie clickbaity Entertainment-Sachen machen, aber eben auch die Leute von Funk und der Zeit und keine Ahnung, was die halt journalistische Inhalte mit einem ganz anderen Anspruch auch machen. Oder sowas dazwischen wie wir. Und deswegen, ja, ich glaube, das ist das viel...
00:43:49 größere Problem und ich glaube, was tatsächlich, wo Content Creator halt den großen Vorteil haben und wo sie vielleicht dann doch die besseren Journalisten sind, ist, dass sie halt, weil sie auf dieser Plattform gewachsen sind, selber da angefangen haben, bewusst vielleicht Interesse dafür haben, es cool finden, irgendwie auf den Plattformen unterwegs zu sein, es halt einfach besser können manchmal und dann verschwimmt halt diese Grenze so ein bisschen, dass wir halt einfach da ganz gut unterwegs sind, was so die Klicks angeht. Ich sehe übrigens gerade, Herr Newstern ist im Chat. Ich muss sagen,
00:44:18 Ich bin jetzt ganz transparent. Das ist schon seit sechs, sieben Jahren, glaube ich, kein Video mehr gesehen. Nicht, weil ich nicht wollte, sondern irgendwie, weil es aus meinem Algorithmus verschwunden ist. Aber ich habe die Anfänge noch mitbekommen. Damals. Das waren noch Zeiten. Ich habe übrigens gerade eben ganz viele Creator gesehen, ob jetzt Rezo, Markant, Simplicissimus, also die ihr feiert oder wo ihr sagen würdet, das sind gute Journalisten.
00:44:45 und Journalistinnen, fand ich sehr spannend, dass da doch sehr viele unterschiedliche genannt wurden. Eure Namen sind übrigens auch gefallen. Aber das habe ich fast erwartet, wenn ihr schon hier zu Gast seid. Und, was ich auch spannend finde, über mich ist das ...
00:45:00 glücklicherweise noch nicht passiert aber ich glaube bei euch beide haben schon andere creator auch glaube ich mal berichtet oder sich mal drüber aufgeregt oder über keine ahnung über eure videos aufgeregt das ist ja irgendwie schon so eine so eine creator selbstkontrolle die da vorherrscht fast fast manchmal sogar mehr als die klassischen medien das irgendwie tun also das ist ja wenn du auf irgendein video von einem anderen creator reagierst und dann kritisiert was passiert dann dann ist das ja so eine art selbstkontrolle können das können können wir creator das irgendwie
00:45:29 Besser haben wir ein größeres Bewusstsein dafür, für so eine Art Selbstkontrolle, als das klassische Medien haben? Das ist eine gute Frage. Also ich behaupte halt, wir haben den Vorteil, aber auch den Nachteil, also Rob und ich wahrscheinlich, dass wir halt irgendwo ein bisschen mit unserem Gesicht haften. Sprich, auch wenn ich jetzt mittlerweile ein paar Leute in der Redaktion habe und wir zusammen was erarbeiten, am Ende des Tages, wenn da irgendein Fehler drin ist, fällt es auf mich zurück.
Verantwortung und persönliche Haftung der Creator
00:45:5800:45:58 Und da können sich natürlich so größere Redaktionen, größere Zeitschriften auch ein bisschen verschützen, weil natürlich gibt es dann manchmal jemand, der da oben im Artikel ganz klein steht, aber das ist ja jetzt keine Person, die man kennt. Und wenn dann der Angriff kommt, wenn jemand sagt, okay, was wurde denn hier für ein Müll geschrieben bei der Zeit, beim Spiegel, whatever, dann ist es halt die Zeit, der Spiegel.
00:46:21 Also ich hoffe, sie machen es nicht, aber da kann man sich natürlich so ein bisschen hinter verstecken und die Schuld auf mehrere Parteien aufteilen. Ja, und deswegen habe ich früher behauptet, sind wir vielleicht teilweise dann doppelt so gründlich, aber das kann man natürlich auch nicht immer leisten. Ja, auch wir machen Fehler, aber wir müssen sie dann manchmal tatsächlich auch teuer bezahlen.
00:46:44 KaiF, übrigens KaiF stellt heute wirklich top Fragen. By the way, ihr könnt euch am Ende des Streams auch dazuschalten, also um 22.15 Uhr machen wie wieder die gewohnte Community-Time. Also könnt ihr euch per Streamtogether dazuschalten, ist eigentlich ziemlich easy. Wir würden uns freuen, wenn sich da ein paar dazuschalten und eure Erfahrung mit uns teilen, was das Thema betrifft. KaiF hat auf jeden Fall gefragt, provokativ, oder heißt das provokant, ich glaube eher provokant gefragt, sind Clickbait-Thumbtails nicht auch etwas Boulevardesk?
00:47:13 Die BILD nutzt auch gerne reißerische Überschriften, um den Leser zu ködern. So ist es auf jeden Fall, ja. Aber das ist jetzt nicht so, als würden wir das machen, weil wir da groß Bock drauf haben. Also es ist schon eine Kunst für sich quasi.
00:47:31 Titel und Thumbnails zu finden. Es gibt Leute, die heutzutage vom Beruf her Thumbnail-Designer sind und so weiter, weil sie einfach sehr gut das können, Bilder zu erstellen, wo sie wissen, dass das Leute eben zu einem Klickimpuls führt. Und tatsächlich ist es so, ich meine, das geht jetzt sehr weit weg von dem Journalismusansatz, aber
00:47:50 Um MrBeast mal als Beispiel zu nehmen, als größter YouTuber der Welt, der hat da irgendwie ein Team aus zehn Leuten sitzen, der ein einziger Job das ist, sich zu überlegen, wie die Videos möglichst gut geklickt werden und so weiter. Und deswegen unter anderem ist er der erfolgreichste. Also so funktioniert einfach die Plattform. Und das ist nicht eine Sache, die sich irgendwie die Bild-Zeitung ausgedacht hat, sondern die Bild-Zeitung macht das ja auch nur, weil es bei menschlicher Psyche so funktioniert. Also es ist ja am Ende des Tages sind wir ehrlich gesagt ein bisschen schuld, dass wir alle auf sowas reinfallen und draufklicken. Und am Ende des Tages
00:48:19 sind das Empfehlungsalgorithmen, die Videos promoten und die gucken sich halt einfach nur an, wie viele Leute haben da draufgeklickt, weil YouTube am Ende des Tages ja auch einfach maximal viel Geld verdienen will und sie wollen, dass möglichst viele Leute möglichst viel Zeit mit der Plattform verbringen. Sie sind ein kapitalistisches Unternehmen und am Ende des Tages heißt das, wenn mein Video angezeigt wird, Leute klicken nicht drauf, dann wird es halt weniger angezeigt, weil es der Plattform weniger Geld macht. Also muss ich am Ende ein Video präsentieren, wo viele Leute draufklicken und dann habe ich gleichzeitig sogar in YouTube ja...
00:48:47 Tools, die mir ermöglichen, das dann auch noch gegeneinander zu testen, damit das, und da sehe ich ja, also ich sehe ja, das ändert sich auch immer wieder von Jahr zu Jahr, früher waren es so die roten Kreise und aufgerissenen Münder, die alle angeklickt haben, inzwischen hat sich das wieder so ein bisschen zurückgefahren, das sind andere Dinge, aber es ist schon auch immer noch, dass man um die Flicksal ist. Auf eine Münder rote Pfeile. Wobei Pfeile sind, ich habe das Gefühl, Pfeile sind langsam aber sicher, es ist schon okay, je nachdem, wie man sie so verwendet, aber...
00:49:15 Aber es war mal eine schlimmere Zeit. Das muss man schon in ehrlicher Weise zugeben. Das wollte ich gleich mit euch gerne über Meinungskanäle sprechen wollen würde und Meinungsvideos und Meinungsblogger vor allem. Noch eine Frage von Oldenburger mit Rat. Würden Content Creator eigentlich auch für ein Festgeld arbeiten oder ist alles nur über die Reichweite definiert? Wie viel Herzblut würde man dann noch reinstecken? Also ich kann für Mio sagen, zum Beispiel, wenn es um meinen Politik-Content geht, also...
00:49:44 Da kommt nicht viel bei rum, sage ich euch. Das mache ich größtenteils aus Spaß und als Visitenkarte für andere Dinge. Alicia, wie schaut das bei dir aus? Entscheidest du dich manchmal proaktiv dafür, auch ein Meinungsvideo zu machen, weil du weißt, das bekommt jetzt auf jeden Fall mehr Reichweite und, keine Ahnung, ich bekomme dadurch auch mehr Geld?
00:50:01 Also der Geldaspekt muss ich ganz ehrlich sagen, da bin ich zum Glück auch dadurch, dass ich natürlich auch Sponsoren habe, so ein bisschen, dass ich da jetzt nicht so extrem drauf gucken muss. Aber ich merke, was ich habe, ist, dass ich manche Themen gezielt versuche mit
00:50:18 viraleren Sachen zu kombinieren. Also ich habe so ein paar, also eine ganz lange Liste von Videothemen, wo ich mir aber auch denke, naja, wenn ich jetzt ein Video darüber mache, ja, dass in Deutschland zu wenig Schwimmbäder existieren, dann ist das vielleicht nicht so erfolgreich. Und wenn jetzt aber gerade irgendein Promi irgendwas macht, das ist jetzt ein blödes Beispiel, aber sich darüber aufregt oder so, dann könnte man das immer als Aufhänger nehmen, weil Personen und Kontroversen natürlich immer besser klicken.
00:50:46 um dann endlich mal auf so ein Thema aufmerksam zu machen. Also das merke ich so ein bisschen bei meiner Videoplanung, dass ich leider manchmal so ein bisschen Themen hinten runterfallen lasse, die unsexy sind, aber jetzt nicht wegen dem finanziellen Aspekt, sondern eher, weil ich mir denke, ich will dem Thema ja auch die Reichweite geben, die es benötigt. Und da habe ich gerade nur nicht den richtigen Twist gefunden.
00:51:10 Spannend. Ich glaube, Robin, wir haben so einen zwei Sekunden Versatz drin, deswegen. Ich bin hier unterwegs und hier in meinem YouTube-Setup, das Internet ist nicht ganz gut.
Finanzierung und thematische Unabhängigkeit von Creators
00:51:2700:51:27 Also ich finde das eine seltsame Frage, weil es gibt ja ganz viele, die das tun und Funk ist daher das beste Beispiel. Also bei Funk wird man ja nicht nach Reichweite bezahlt, sondern es gibt Projektverträge und wenn das eine Produktionsfirma macht, dann kriegen die Leute ein festes Gehalt oder werden pro Video bezahlt und so weiter. Aber da variiert das nicht, ob es sich mehr Geld über das Video viral geht. Also das heißt, es gibt ganz, ganz viele Leute, MrWissen2go, MyLab, die arbeiten alle für Festgehälter.
00:51:54 Die kriegen nicht mehr Geld, wenn sie Klicksachen. Das heißt, es gibt ganz viele, die sich bewusst dafür entscheiden. Und ich glaube, bei Mirko, also bei MrWissen2go, hat er das damals, als er zu Funk gegangen ist, auch relativ transparent gesagt, dass er aufgrund der Themen, die er behandelt hat, einfach nicht gut mit Sponsoren arbeiten kann, weil wer finanziert ein Video so, hier sind die News zum Irakkrieg gesponsert von Kuka oder Fritz Kohler oder sowas. Also das macht keiner. Zum Glück.
00:52:20 Und deswegen ist das sozusagen sein einziger Weg. Aber das funktioniert ja trotzdem gut. Also Leute machen das auch gerne. Und ehrlich gesagt.
Gefahr der Meinungsbildung durch Meinungsblöcke
00:52:3200:52:32 Ich hätte es viel lieber, wenn ich wüsste, ich habe diese finanzielle Sicherheit, dass ich komplett nur meinen Kanal machen kann, dann hätte ich mich vielleicht auch dazu entschieden, meinen Kanal nicht so mehr wie so ein Hobby zu betreiben, sondern würde jede Woche Content machen, wenn ich diese finanzielle Garantie hätte. Guckt ihr euch beide eigentlich auch privat so Meinungsvideos an? Ist das eigentlich was, was euch begeistert?
00:52:55 Nicht mehr so viel. Spannend. Also ich muss sagen, dass ich das leider in den letzten Jahren so ein bisschen mit Erschrecken beobachte und auch bei...
00:53:04 mir selbst, also da versuche ich meine Community auch immer dazu anzuhalten, dass zum Beispiel ein großes Thema aufkommt auf Social Media. Ich weiß jetzt noch zuletzt hier dieses TJ und Georgia Trennung und so. Und dann, was ich beobachtet habe und was mich so erschreckt hat, war, dass ganz viele Leute drunter geschrieben haben, dann unter irgendeinem Post, ja, mal gucken, was Rezo dazu sagt. Erstmal abwarten, was Rezo sagt. Und leider erlebe ich das auch bei mir, dass Leute meine Videos gucken und sagen,
00:53:33 ja, jetzt sehe ich das ganz anders. Und ich wünsche mir, dass die Leute sich trotzdem noch eine eigene Meinung bilden. Und ich habe manchmal ein bisschen Sorge, wenn man zu viel Meinungsblocks nur guckt und nicht die Fakten, dann wird man vielleicht auch so ein bisschen eingefärbt von der Meinung, die man da hat. Ja, das ist so ein bisschen der Grund dafür. Bevor wir eine Frage im Chat untergegeben, der Chat schaut, ihr euch eigentlich Meinungsblogger noch an oder Meinungsvideos an? Meine Eins für Ja und eine Zwei für Nein in den Chat. Ich muss ganz ehrlich sagen,
00:54:02 Ich glaube, ich... Nee. Ehrlich gesagt super selten. Außer es ist so ein Thema und eine Person, von der ich weiß, ich bekomme da wirklich... Also ein Thema ist wirklich ganz wichtig aktuell und von der Person bekomme ich irgendwie nur so eine fundierte Meinung. Wobei mir gerade auffällt, dass mir sowas ehrlich gesagt eher spontan auf Instagram über den Weg läuft. Also spontan in Anführungszeichen. So spontan wie der Algorithmus nur sein kann. Als dass ich mich proaktiv dafür entscheide. Rob, wie schaut das Video aus?
00:54:30 Also hier hat kein Hals, hat gerade hier reingepostet, wie definieren wir Meinungsblogger? Weil, also ich wurde in der Vergangenheit schon als Meinungsblogger bezeichnet, wenn ich Videos gemacht habe, indem ich meine Meinung gesagt habe, in einem Blog-Kontext. Und auch, keine Ahnung, sind Reactions schon ein Meinungsblog? Ist das, was wir hier gerade machen, wenn wir das als Video hochladen würden, ist, weil wir unsere Meinung sagen. Also das ist jetzt was anderes als irgendwie ein recherchiertes Video oder so, wenn man, ne?
00:54:59 Aber ich glaube, die Grenze vermischt sehr häufig und das sehe ich auch als die größte Gefahr von diesem Thema. Also diese Grenze zwischen, ist das jetzt ein Meinungsvideo oder ist das ein journalistisches Video, einfach heutzutage immer mehr verschwimmt über die letzten Jahre hinweg. Und so das, wie du gerade schon meintest, auch innerhalb der Szene, wenn Leute übereinander reden und so weiter,
00:55:28 Da geht es selten noch um irgendwie Fakten oder dass man zwei Positionen aufzeigt und den Leuten die Meinung überlässt, sondern jeder hat schon irgendwie seine eigene Meinung. Das ist ja auch das, was Social Media ausmacht. Ich folge ja mit ein paar Ausnahmen den Leuten eigentlich, weil ich wissen will, was der Idee dazu. Ja, ich muss ja sagen, ich meine, auf meinem privaten Kanal mache ich ja eigentlich nur relativ klassische...
00:55:52 Polit-Erklär-Videos. Aber weil ich so ein bisschen diesen Reichweiten-Druck selbst verstüttelt habe, habe ich irgendwann auch selbst mal angefangen, so ein, zwei Reacts zu machen, die leider Gottes dann sogar besser liefen, als dann so recherchierte Videos, wo du irgendeinen Tag dann sitzt. Und dann dachte ich mir auch, ja, warum mache ich mir eigentlich die Arbeit? Aber auf der anderen Seite denke ich mir, ich will schon den Leuten irgendwie auch journalistischen Mehrwert bieten. Aber grundsätzlich finde ich, ja, ich finde das für mich persönlich auch ein schwieriges Unterfangen.
00:56:18 Nobrunner schreibt übrigens da auch noch, was unterscheidet eigentlich Journalismus von Meinungen? Und ich würde die Frage ein bisschen drehen, fände ich spannend von dir, Lisa, zu wissen, ob Journalismus eigentlich Meinung haben darf und wie das dann aussehen kann.
Abgrenzung und Rolle von Journalismus und Meinung
00:56:3400:56:34 Na, es kommt ja darauf an, glaube ich, was man möchte. Also ich würde jetzt, gerade wenn es irgendwie darum geht, dass ich die News der Welt erfahre, zum Beispiel abends in 15 Minuten in der Tagesschau, dann hätte ich da sehr gerne so wenig Meinung wie möglich drin. Die Frage ist natürlich auch, ob nicht allein schon die Auswahl der Berichterstattung, über was berichtet man, wie tiefgreifend berichtet man über was, so ein bisschen schon.
00:57:01 eine Meinung vorgeben kann von wegen, was ist gerade wichtig und was nicht. Dann wiederum, wenn es irgendwo tiefer in Themen reingeht, habe ich schon gerne jetzt nicht nur eine konkrete Meinung, aber zum Beispiel verschiedene Inspirationen. Wie kann man das jetzt sehen? Von welcher Seite kann man es betrachten? Wer hat eventuell die Meinung auf das Thema? Wer hat eine andere Meinung auf das Thema? Also jetzt zum Beispiel Thema
00:57:26 Wolf in Deutschland, was sagen Tierschützer, was sagen Jäger, was sagen Schafsherdenbesitzer, so als Beispiel. Da finde ich es dann wiederum wichtig, auch Meinungen einzufangen, um sich dann als Zuschauer ein Gesamtbild bilden zu können. Also es kommt immer darauf an, was man gerade will. Und ich meine, man muss ja auch dazu sagen, im Journalismus müssen ja auch Meinungszeile klar gekennzeichnet sein. Ich mache das zum Beispiel auch, wenn ich im Video nur den Hauch einer Meinung habe.
00:57:53 dann sage ich das zum einen und schreibe aber oben auch noch mal fett dazu, Meinung. Dann wird das irgendwie klar getrennt. Wobei natürlich, und das ist mir ja auch bewusst, so eine Themenauswahl und Videoframes, der auch schon eine Art Meinung in Anführungszeichen ist, so Meinung light vielleicht. Das ist einem schon klar, aber wenn es dann so ganz explizit darum geht, Meinung zu sagen, dann kennzeichne ich das immer so ganz fett, als wäre es so ein Werbeteil, was er gar nicht ist. Also ein Werbeteil für meine Meinung mehr oder weniger. So löse ich es zumindest. Macht ihr das auch so?
00:58:24 Also ich kennzeichne meine Meinung tatsächlich nicht und habe mir da auch schon Gedanken drüber gemacht, sozusagen, wie ich das besser trenne. Das Ding ist, ich mache halt auch oft, gerade wenn ich so Politikvideos mache über Donald Trump und so weiter, die sind dann auch schon gar nicht mehr, das ist dann auch oft schon Satire und ich mache mich so ein bisschen drüber lustig und natürlich ist dann das ganze Video eigentlich auch Meinung. Also ich habe gar nicht den Anspruch daran, dass ich da jetzt einfach eine Berichterstattung darüber mache, was da gerade passiert. Das ist der Kern des Videos, aber ich möchte es halt auch auf eine Art und Weise rüberbringen.
00:58:52 dass es nicht einfach nur eine Ananeinereihung an Fakten ist, sondern auch irgendwie unterhaltsam zu gucken und dadurch wird es ein bisschen lustiger und durch die Art und Weise, wie ich mich drüber lustig mache, wird schon klar deutlich, dass ich Donald Trump nicht so geil finde. Also dadurch fließt meine Meinung sehr deutlich auch in den Inhalt mit ein.
00:59:09 Und dadurch vermittelte ich natürlich auch eine Meinung. Aber ich glaube, wo man ein bisschen vorsichtig sein muss, ist das, was Salissia gerade gesagt hat, auch die Auswahl von Sachen ist Meinung und so weiter. Also natürlich färbt man so ein bisschen die Sachen mit, aber ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass wir...
00:59:29 inzwischen Journalismus auch oft diskreditiert wird durch Dinge, die eigentlich guter Journalismus sind und die man auch machen darf. Also ich finde ein gutes Beispiel ist zum Beispiel diese Charlie Kirk Story mit Dunia Hayali, die einfach Sachen gesagt hat, die er gesagt hat und dann haben viele Leute sie dafür kritisiert, dass sie ihn dadurch schlecht reden würde und das eine Meinung wäre, wenn sie sagt, er hat rassistische Dinge gesagt oder sowas.
00:59:56 Da bin ich der Meinung, ich nehme das auch wahr und ich finde, dass der Journalismus auch solche Sachen dann auch bezeichnen darf, wenn das ein Fakt ist. Also das ist so. Aber natürlich verschwimmt dann da so ein bisschen die Grenze und dann wird es wieder schwierig. Also es ist so, es ist eine feine Linie, an der man sich irgendwie entlanghangeln muss.
Glaubwürdigkeit von Creators und Medienkompetenz
01:00:1601:00:16 Aber ich glaube, dass wir heutzutage oft auch leider in der Gesellschaft leben, wo Leute eine Meinung haben. Und wenn die Fakten dann dazu nicht stimmen,
01:00:33 denken, dass das kein Journalismus mehr ist, man denen nicht vertrauen darf, weil es nicht mit ihrer Meinung und ihrem Weltbild übereinstimmt. Und das ist halt auch ein Problem. Also ich glaube, dass wir da als Gesellschaft noch ganz viel Arbeit zu tun haben, auch zu definieren, was ist eigentlich ein Fakt und was ist eine Meinung und was mache ich, wenn diese Fakten nicht mit meiner Meinung übereinstimmen und wie bin ich auch bereit, das dann anzunehmen.
01:00:58 Übrigens, für alle, die sich fragen, wann kommt Drakon? 21.30 Uhr, Leute. Ich habe es gerade im Chat gelesen, wer ist also wegen Drakon hier von Eike? Keine Sorge, er kommt, er kommt. Habt ein wenig Geduld. Aber mal die Frage an euch, lieber Chat, haltet ihr eigentlich Creatorinnen und Creator so generell, wenn ihr mal so ganz spontan antworten müsstet, für glaubwürdig? So Leute wie Rob und Alisa oder auch wie ich vielleicht, ich meine, ich mache ja nicht nur Mix-Dork, haltet ihr uns so
01:01:26 verglaubwürdig, so Leute wie uns, schreibt mir das mal bitte in den Chat, so generell. Einfach mal, nicht mit 1 und 2, das wäre mir hier ein bisschen zu schwarz und weiß, sondern mal vielleicht, ja, ja, vielleicht. Der Zuhörer schreibt auf jeden Fall, ja. Das finde ich ja schon mal gut. Das freut mich. Ihr dürft auch Nein sagen übrigens. Das wäre auch völlig in Ordnung. Teils, teils. Erst nach einer Weile. Oh ja, das finde ich auch. Sukia schreibt, erst nach einer Weile. Und ich finde das...
01:01:55 Das trifft es oft zu. Ich meine, wie lange brauche ich, um meinen YouTube-Kanal oder irgendwem, der online ist, zu folgen? Das braucht echt ein paar Videos, bis ich so einer Person vertraue. Vor allem kommt es bei mich auch ehrlicherweise oft darauf an, was für Quellen hat die Person, wo kommen die Quellen her, was kann ich in den Quellen irgendwie auch lesen. Aber an den Chat schreibt auch, kommt auf den Creator an. Idoro schreibt schon. Overmatic schreibt, bin wegen Rob und Marvin da. Danke. Themenabhängig, generell nein. Nein, sagt Dame, Dame, Dame, Dame, Dame, Dame, Dame,
01:02:23 Christoph schreibt, nein, Vertrauen muss sich erarbeitet werden.
01:02:28 Ich glaube, das trifft es irgendwie auch ganz gut auf den Punkt. Mütter schreibt auch, nein, niemals. Ich weiß nicht, wie zynisch das gemeint ist oder wie ironisch. Ja, aber so ein bisschen, es kommt drauf an. Also viele schreiben schon, es kommt drauf an, beziehungsweise einfach, es kommt drauf an, auf die Frage an. Das finde ich spannend. Wir haben dazu mal übrigens eine Grafik vorbereitet. Wie glaubwürdig die Menschen eigentlich unterschiedliche Medien empfinden? Und da seht ihr das mal ganz gut eingeblendet hier.
01:02:55 Und zwar Glaubwürdigkeit von Medien. Und die Öffentlich-Rechtlichen schneiden da zumindest mal besser ab als das private Fernsehen. Also Grünen sehr glaubwürdig. Und dann, finde ich, muss man ein bisschen unterscheiden. Ich meine, YouTube und Instagram sind ja mehr oder weniger auch Plattformen. Klar, privates Fernsehen und öffentlich-rechtliches Fernsehen unterscheidet sich auch nochmal. Aber das Vertrauen generell in so die YouTube-Plattformen oder in das Medium YouTube oder auch Instagram ist dann doch echt deutlich schlechter einzuordnen als
01:03:23 oder wird deutlich schlechter eingeordnet als beispielsweise öffentlich-rechtliche Fernsehsender. Lieber Chad, überrascht euch das? Oder seht ihr das irgendwie genauso?
01:03:33 Aber schon mal beruhigend, Rob, oder? Dass Leute zumindest sagen, naja, es kommt darauf an. Man kann ein bisschen abwarten und man muss das ein bisschen beobachten, bevor man so eine Person vertrauenswürdig empfindet. Also ich kann das natürlich nachvollziehen, weil wenn man Leute viel guckt, wenn man ihre Inhalte gut findet, wenn man Arbeit von denen gesehen hat und das irgendwie kontrolliert hat oder weiß, dass das stimmt und so weiter mitbekommen hat, dass das stimmt, natürlich steigt dann auch irgendwie das Vertrauen mit der Zeit. Ich finde es aber auch.
01:04:01 Also ich will gar nicht, dass Leute mir so komplett ohne Zweifel immer braun. Also ich mache auch Fehler und das ist auch okay. Und ich glaube, das ist eher so der Punkt, wo wir, glaube ich, noch besser werden müssen, weil es ist auch komplett normal, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunkfehler macht, so groß wie der ist und viele Leute das sind. Und ich lese das sehr viel und dann gibt es dann auch manchmal ein oder andere Format, was man vielleicht...
01:04:30 nicht so gut gerne mag und die irgendwie ein bisschen Mist bauen und dann wird das direkt irgendwie auf den gesamten öffentlichen Herkunft produziert oder komplett auf Funk und so weiter. Und da arbeiten aber auch hunderte Leute. Also deswegen so ist es, ich glaube, Vertrauen ist schön, ist gut, ehrt mich natürlich auch sehr, aber ich glaube, wir müssen diese Medienkompetenz
01:04:55 überall predigen. Und damit meine ich jetzt nicht so ein weirdes so do your own research so, das ist natürlich auch wieder gefährlich, weil dann landet man schnell irgendwo bei Leuten, die halt einfach irgendeinen Quatsch erzählen. Aber ich glaube, eine gesunde Medienkompetenz und ein gesundes Verhältnis dazu, dass man eben auch, wenn einem was komisch vorkommt, man vielleicht nochmal woanders nachguckt und so weiter und ähnlich journalistisch vorgeht, wie wir das auch machen würden, nämlich dass man mit einem Zwei-Quellen-Prinzip arbeitet oder sogar mehr.
01:05:21 die Primärquellen nutzt und nicht irgendwie was anderes. Also das sind Dinge, die sollte, glaube ich, jeder können und auch dann bei mir anwenden, hoffentlich, um mich auch accountable zu halten, weil wie gesagt, ich habe da eben keine Redaktion dahinter sitzen, wo noch jemand meine Sachen checkt und das kann sehr gut passieren, dass auch bei mir mal irgendwas durchrutscht und irgendwas nicht stimmt. Und dann geht es vor allem darum, wie man dann damit umgeht und das korrigiert und darauf achtet, dass man in Zukunft den gleichen Fehler nicht nochmal macht. Aber
01:05:49 Ich glaube, so blindes Vertrauen, egal wohin, ist immer schwierig.
01:05:54 Plus 990 schreibt dazu übrigens auch, einzelne Creator haben aber sicher auch höhere Vertrauenswerte als das öffentlich-rechtliche TV. Eine unregulierte Plattform ist natürlich schlechter insgesamt. Aber klar, wenn ein Fehltritt kommt, dann kann man sich dieses Vertrauen noch super schnell verspielen. Rob, vielen lieben Dank, dass du heute Abend dein, weiß ich nicht, sechstes Mixtalk Revival hattest bei uns. Aber es freut mich immer, dich zu sehen hier. Du weißt ja seit Anfang an, oder fast seit Anfang an hier mit dabei. Dementsprechend...
01:06:22 Danke dir, dass du heute Abend mit dabei warst und deine Meinung und deine Haltung zu dem Thema mit uns hier geteilt hast. Bleibt uns gerne noch heute Abend im Chat erhalten. Ja, danke für die Einladung und euch noch ganz viel Spaß. Merci, merci.
01:06:39 Wir hören gleich unseren nächsten Gast dazu, nämlich Marc-Christian. Dann sind wir wieder zu dritt in der Runde, Alicia. Marc-Christian, du bist Journalist, oder warst Journalist, Kommunikationswissenschaftler und Historiker und arbeitest jetzt als Prof tatsächlich an einer Uni.
01:06:56 Und für Journalistik tatsächlich auch. Und beschäftigt sich eben viel mit diesen Fragen und diesen Systemfragen von Journalismus und auch Creatorinnen und Creator und wo uns das alles hinführt. Und das ist echt wert, sich darüber Gedanken zu machen, weil ich glaube, es verrät doch echt verdammt viel darüber, wo auch unsere Demokratie, unser Diskurs hingeht. Und Leute,
01:07:16 Es lohnt sich sowieso immer dran zu bleiben, nämlich Drakon ist aber 21.30 Uhr auch mit dabei. Ich sehe die Fragen immer wieder hier im Chat. Deswegen war es nicht immer wieder drauf. Aber erst mal hi und schönen guten Abend, Marc-Christian. Hi, danke, dass ich da sein darf, Marvin und Alicia.
01:07:31 Schön, dass du mit dabei bist. Auch an dich, wenn ihr Sachen untereinander zu besprechen habt, quatscht einfach rein. Feel free, um irgendwas zu sagen. Mich würde allerdings von dir erstmal interessieren, grundsätzlich, haben klassische Medien überhaupt noch eine Chance gegenüber Creatorinnen und Creator online oder nicht mehr in Zukunft?
Zukunft des klassischen Journalismus und Rolle von KI
01:07:5501:07:55 Das kommt auf die Zielgruppe an. Also wenn wir über die jetzt reden, die wir jetzt hier haben, da wird es, glaube ich, schwierig. Da merken wir tatsächlich, die klassischen Medien tun sich schwer. Da sind die Kreaturen besser, die Zielgruppen zu erreichen, haben die attraktiveren Inhalte, vielleicht auch, um anzusprechen.
01:08:20 Die klassischen Medien, haben wir jetzt aber gerade gesehen, haben noch mehr Glaubwürdigkeit in die Waagschale zu werfen und natürlich das ein oder andere an Infrastruktur. Also die Antwort ist, wenn die Regulierung so bleibt, wie sie ist, dann vermutlich nicht. Die Frage ist, wie sie sich jetzt, wie die dazukommt sozusagen an neuer Regulierung für die, auch für KI sowie LDSL, die jetzt schon für die Internetgiganten gelten, sollten sich da die Regeln verschärfen.
01:08:48 Aber ganz klar, klassische Medien erreichen große Teile der Gesellschaft nicht. Die klassischen Zeitungen, wo übrigens ja noch immer die meiste, größte Teil der festangestellten Journalistinnen arbeitet, die wachsen raus aus der Gesellschaft. Da tun sich die entsprechenden Publisher nach wie vor, insbesondere gerade die regionalen Zeitungshäuser,
01:09:13 Es scheint extrem schwer nachzukommen, neue Zielgruppen, neue Leserschaften zu entwickeln. Also, making a story short, kommt auf die Zielgruppe an. Die Älteren sind das Rück...
01:09:31 Oder haben wir den Ton leider zu dir? Christian, wir haben so leider bei dir so gerade einen Tonaussetzer gehabt. Ich weiß nicht, woran das gerade lag und auch so ein leichtes Knistern. Wir warten mal ganz kurz ab, bevor du irgendwas rumdrückst. Warten wir erst mal ab. Adisa, von dir will ich noch wissen, was können denn eigentlich klassische Journalisten und Journalistinnen eigentlich von Creatern lernen? Ich meine, du warst ja auch schon in unterschiedlichsten Formaten, ob es jetzt hier bei Mixtalk ist oder bei sonstigen Sachen, du kennst ja diese...
01:09:59 andere Seite durchaus ja auch und arbeitest ja auch mit klassischen Medien mehr oder minder mal zusammen. Wo denkst du dir auch heute noch, also krass, dass das bei euch immer noch so langsam läuft und dass ihr immer noch in solchen älteren Strukturen denkt?
01:10:14 Also ich habe noch eine Ergänzung zu eben, ist mir gerade noch eingefallen, das wollte ich an der Stelle sagen, weil ich fand den Punkt sehr gut, dass gerade beim Thema KI eventuell, wenn ich jetzt so mal in die Glaskugel gucke, vielleicht sogar klassische Medien nochmal ein Revival bekommen dadurch, dass eben gerade die ganzen Online-Plattformen so ein bisschen überschwemmt werden und die, die jetzt schon immer für Qualität standen, dann vielleicht langfristig sich wieder da.
01:10:39 Ja, was können Journalisten von Creatern lernen? Ich glaube, ein Thema ist auf jeden Fall Schnelligkeit. Also ich habe ja leider das Gefühl, manchmal ist es bei den öffentlichen Rechtlichen so ein bisschen wie eine Behörde, wenn da so ein Thema angegangen werden soll. Also natürlich, es gibt auch junge Formate, die jetzt ein bisschen schneller sind in der Produktion.
01:11:00 Aber gerade bei diesen großen klassischen Fernsehformaten bin ich irgendwie bei einem Dreh und dann kriege ich gesagt, ja, released wird das Ganze in sieben Monaten, so ungefähr. Aber da weiß ich leider auch nicht, wie man das schneller hinkriegt. Und zum anderen, das ist natürlich ein bisschen schwierig und gerade wenn man halt aus dem klassischen Journalismus kommt, immer so ein Thema, was nicht so gerne angepackt wird, aber das ist auch mal
01:11:27 einzelne Quellen hervorzuziehen, also wie soll ich das beschreiben, wenn es jetzt zum Beispiel erst eine Studie gibt zu irgendeinem Thema, die jetzt zum Beispiel sagt, okay, hier dieses Medikament ist vielleicht doch gefährlich, dass man dann halt nicht sagt, okay, dazu gibt es noch nicht so viel, mal abwarten, sondern dass man sagt, guck mal, das hier gibt es und wichtig, es ist natürlich erst eine Studie, aber wir können trotzdem mal darüber reden, was die aussagt, also so ein bisschen
01:11:54 den Luxus, den wir haben, ja, da so ein bisschen auch Sachen zu nehmen, die jetzt nicht drei, vier, fünf Mal double-checkt sind und mal mit ins Gespräch zu bringen. Ja, ich finde übrigens den Punkt mit der KI extrem spannend. Das würde ich gerne mal in den Chat gerade kurz weitergeben wollen und mal die These von dir, Alicia, in den Raum werfen wollen. Habt ihr das Gefühl, die klassischen Medien
01:12:18 könnten echt von KI profitieren und auch wieder an Vertrauen gewinnen und mehr geschaut werden, vielleicht sogar als aktuell. Das würde mich echt mal interessieren, ob ihr das so seht. Christian, wie stehst du dazu? Zum Thema Vertrauensgewinn hört man mich jetzt besser, ich hoffe es. Man hört dich. Vertrauensgewinn durch KI, ja, klar, klassische Medien stehen für
01:12:50 Wenn Sie es gut machen für transparente Produktionsweise, für eine klare Absenderqualität, für Sie haben, eben war schon das Thema Vertrauenswert sozusagen, Glaubwürdigkeit und Ihre Qualität dort als gut erarbeitet sich bei Ihren Nutzerinnen und Ihren Rezipientinnen.
01:13:14 Vorteil, mit dem sie wuchern können. Gerade in Zeiten, wenn natürlich das Misstrauen gegenüber Deepfakes, gegenüber Schmieren immer weniger durch Augenschein unterscheidbare manipulierte Bilder steigt. Glaube ich schon.
01:13:33 Und in einer Zeit, wo eben dann die großen Plattformen auch nicht hinterherkommen, selber mit eigener Erkennungssoftware und eigenen Maßstäben sozusagen nachzuliefern. Das ist eigentlich Zeit, wo klassische Medien punkten können mit diesem Vertrauen. Ja, das wäre dann sozusagen so eine ähnliche Situation, wie wir es unter Corona hatten.
01:13:58 als die klassischen Newsmedien in Deutschland das Verkaufen gelernt haben online. Vorher war sozusagen der Nullpreisstandard gesetzt, Nachricht war buchstäblich nichts wert. Und dann entstand eine Situation, die Leute hatten ganz erholten Informationshunger, wie auch üblicherweise in Wahlsituationen. Die Leute wollen sich informieren.
01:14:23 Das ist dann wichtig. In der Corona-Situation war dann ja auch Geld da, das eben nicht verausgabt werden konnte. Und ja, das war der Punkt, als die Leute dann ein Legal-Abo abgeschlossen haben und so weiter. Also ganz erkennbar, das kann man da so einen Peak nach oben sehen. Und das könnte sozusagen auch jetzt in anderer Dramatik, aber auf anderer Ebene den klassischen Medien, insbesondere dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, den hätte ich jetzt hier im
01:14:52 die Karten spielen. Wenn die es gut machen, wenn man dort eben tatsächlich nicht die sieben Monate, die Alice ja eben erwähnt hat, braucht und eben neue Formate entdeckt, das könnte tatsächlich hier nutzen.
01:15:07 Ja, übrigens, ich sehe im Chat, der Chat ist sich nicht so ganz einig. Also ich habe Nein von Verox auch gesehen, Rattenmob, Nein, die werden es einfach selber benutzen. Altenhagener schreibt Ja, Nein, also irgendwie so ein bisschen, ja, keine eindeutige Meinung.
01:15:26 Keine eindeutige Meinung. Sie werden es benutzen und jeder wird es benutzen. Die Frage ist ja die Art und Weise, die Art der Transparenz. Ich bin jetzt überhaupt kein Gegner davon. Das ist jetzt nicht hier, nur weil ich der Älteste bin, bin ich jetzt hier nicht der Dino, der sagt, KI hat hier nichts zu suchen und gehört. Nein, es hat einen Wert und ist beschleunigt und macht vieles besser. Die Frage ist, wie nur setzen wir es an und wie transparent gehen wir damit eben um?
01:15:52 Und insbesondere natürlich auf der Plattform, wie gelingt es, mit Deepfakes umzugehen. Denn Deepfakes sind tatsächlich ein Thema, das die Gesellschaft ja bewegen wird. Auch aktuell. Ja, absolut. Auch aktuell. Wir haben ja gerade eine große Debatte zu dem Thema. Aber das, was machen wir heute nicht auf, sonst kommen wir heute wahrscheinlich nicht mehr raus, erlaubt. Alisa.
01:16:13 Vielen Dank, dass du heute Abend mit dabei warst und mit uns über das Thema gesprochen hast und uns ein paar Insights gegeben hast. Hat mir sehr viel Spaß gemacht, mit dir mal darüber zu quatschen. Ja, danke. Danke dir. Merci, merci. Bleibt uns gerne noch erhalten im Chat. Außer du streamst ja selbst. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Nee, nee, ich bleibe noch ein bisschen im Chat. Sehr schön. Danke dir auf jeden Fall. Schönen Abend. Merci, merci. Gleichfalls. Und wir holen unsere nächsten Gäste zu. Leute, Leute, ich habe es euch gesagt. 21.30 Uhr. Manchmal dauert es zwei, drei Minütchen länger. Trakorn ist zu Gast. Hallo, hallo. Schönen guten Abend.
01:16:44 Hi, danke für die Einladung. Sehr gerne. So, jetzt haben wir es endlich geschafft, nachdem um 20.30 Uhr, oder besser gesagt um 20.20 Uhr danach gefragt wurde, wann kommt Racon eigentlich. Liebe Leute, falls ihr euch jetzt erst dazu schaltet, hi, ihr seid live in der ARD. Ich bin Marvin und wir sprechen heute über das Thema, sind Streamer eigentlich die besseren Journalisten oder Journalistinnen? Und folgt doch gerne der ARD hier, dann verpasst ihr keinen Mixtalk mehr. Jeden Abend, oder nicht jeden Abend, das wäre, das wäre was. Jeden Abend um 20.30 Uhr Mixtalk. Nee, jeden Mittwoch.
01:17:13 um 20.30 Uhr, dann verpasst ihr nichts mehr. Und um 22.15 Uhr, also gleich, könnt ihr auch euch noch hier dazuschalten per Stream Together. Also macht euch bereit. Ihr könnt mit mir da ein bisschen quatschen hier. So, Drakon. Also ich glaube, die meisten kennen dich jetzt, die gerade im Chat auf jeden Fall mit dabei sind. Du bist auch Streamer eben hier auf Twitch und setzt deine Schwerpunkte ja vor allem auf Energie und Wirtschaftspolitik.
Interaktion und Quellenarbeit auf Plattformen wie Twitch
01:17:3501:17:35 Beispielsweise machst du ja auch zu deinen Themen auch so Quellenlisten und aktualisierst die tatsächlich auch. Das ist was, was dir ganz wichtig ist. Deshalb aber auch so ein bisschen die Frage an dich, welches Gefühl hast du, bietet Twitch eine größere Chance für Journalismus hier auf der Plattform? Wie siehst du das?
01:17:56 Ich würde es nicht auf Twitch alleine münzen. Es geht eher um diese Interaktivität, die durchaus eine andere Form ermöglicht, wenn es um Kommunikationsaustausch geht. Weil die Möglichkeiten zum Beispiel Leuten, die sich in dem Themenbereich spezialisiert haben, das ist ja beim Journalismus genauso, dass dort spezielle Journalisten sich auf ein, zwei Themen spezialisieren und sich darauf konzentrieren. Das ist halt etwas, was die klassischen Medien so in der Form schwer wiedergeben können. Direkt, sofort in einer Art Gespräch, jemanden zu antworten. Wie sieht es jetzt gerade aus mit diesem aktuellen Gesetzentwurf? Da habe ich eine Frage dazu.
01:18:25 weil ich es in dem Artikel nicht verstanden habe. Das ist so ein Unterschied, den man im Live-Szenario aufbauen kann, den man das klassische Medienhaus nur sehr schwer reproduzieren kann. Ich meine...
01:18:35 Wir sind ja gerade hier eigentlich, wenn man es genau nicht möchte, in einem Versuch, das so darzustellen, dass man solche Experten mit einladen würde, die dann eben live auf Fragen eingehen können. Das ist aber klassisch in Medien deutlich komplizierter. Ich würde das, wie gesagt, auf Twitch gar nicht münzen, weil die Plattform dafür aus meiner Sicht einfach zu nischig ist. Ich hatte mir als Vorbereitung zu dem Gespräch hier den Reuters Digitalmarkt Research mal angeschaut, wie man in den ganzen Ländern, wie es da aussieht. Und Twitch kommt leider ärgerlicherweise nicht mal drin vor, im Gegensatz zu Twitter.
01:19:01 X und YouTube und Instagram, was sehr schade ist. Nur der Unterschied ist halt wirklich diese Interaktion, die hat man nun mal. Das ist ein Riesenvorteil und das ist auch, denke ich, der Grund, warum bei mir auch viele Leute einfach zuschauen, weil sie wissen, in den Themenkomplexen, auf die ich mich spezialisiert habe, kann man schon drauf hören, weil mein Grundsatz ist immer...
01:19:19 weil es gerade eben vorher aufkam im Gespräch mit der Glaubwürdigkeit von Creatern. Ich würde auch von mir selber nicht sagen, dass man mir automatisch glauben sollte. Man sollte entsprechend überprüfen meine Aussagen, geben die Primärquellen das her, was ich sage, weil...
01:19:32 ehrlich gesagt 90 Prozent meiner in Anführungszeichen Tätigkeit ist, die Primärquellen nachzulesen und herauszufinden, dass beim Handelsblatt zum Beispiel jemand sich um eine Null vertippt hat. Da wird aus 6 Milliarden plötzlich 60 Milliarden, weil sich der Editor wahrscheinlich vertippt hat gegenüber dem Autor, der was anderes geschrieben hatte und die Primärquelle das sogar im Abstrakt schon sagt. Und dann auch im Text. Das ist so bis zu 90 Prozent meiner Arbeit. Apropos Quellen, das würde mich mal interessieren, weil bei mir ist das ähnlich.
01:19:56 versuche auch Quellenangaben zu machen und die dann auch hinzuverpacken. Aber ich frage mich tatsächlich ganz oft, wie viel oder wie oft klicken Leute da eigentlich drauf. Deswegen frage an euch, lieber Chat. Und gut, jetzt habe ich, natürlich gucken viele von euch auch gerade zu, also von Drakons Community, dementsprechend davon mutig, dass das jeder Ja sagen wird. Aber checkt ihr eigentlich die Quellen von Creatorinnen und Creator wirklich Hand aufs Herz? Ganz ehrlich mal mit uns sein. Geht ihr da in, weiß ich nicht, Videobeschreibungen oder sonst irgendwo hin?
01:20:22 geht auf die Links und klickt sogar nochmal drauf und lest nach, was Drakon oder ich oder wer auch immer euch da erzählt. Mal wirklich ehrlich sein. Ein ehrliches, transparentes Bild. Okay, also ich bin mir relativ sicher, es ist deutlich seltener, als wir uns wünschen würden alle wahrscheinlich. Ja, natürlich. Ja, ja. Weil, selbst wenn man selbst ja mal Artikel liest, äh...
01:20:45 Nicht immer gehe ich da nochmal in jede einzelne Quelle rein. Das ist ja auch so eine Sache. Wir hatten es gerade eben vertraut, mein Creatorinnen und Creator. Es gibt ja durchaus auch einige Medien, wo ich selbst sage, den vertraue ich jetzt erstmal grundsätzlich. Und da klicke ich dann auch nicht immer drauf. Aber wir können mal schauen. Also, Shizobi schreibt 50-50, General Amberg nie. Andauernd, ehrlich, schreibt Resus. Nee, schreibt Kolonel. Bei Trakon schon sehr häufig, schreibt Altenhagener.
01:21:12 Das ist ja auch irgendwie Druck für dich dann ja auch, Drakon. Selbstverständlich, aber der Gedanke ist ja auch...
01:21:18 Wenn ich ja selber das kritisiere, dann sollte ich schon im besten Fall auch imstande sein, diese Kritik dann nicht vielleicht selber den Fehler zu wiederholen. Und das ist ja auch so ein bisschen das Problem, wenn ich jetzt Artikel zum Beispiel lese, dass sehr oft die Primärquelle nicht mal zwangsläufig verlinkt sein muss. Das kann sich auch der ÖR manchmal gefallen lassen. Das ist mittlerweile besser geworden. Das war vor drei Jahren meiner persönlichen Aufwachstum nach bei vielen Artikeln noch schwerer, dass man wirklich ein bisschen genauer nachschlagen musste, woher kam eigentlich der Artikel und worauf bezieht sich das, wenn es jetzt nicht was Exklusives ist, wo natürlich dann.
01:21:46 primärquellmäßig sind sie halt dann meistens immer die Quelle. Nur das hat wirklich ein Problem, weil so gefühlt 90 Prozent des politischen Diskurses basiert auf stiller Post und dem Missverständnis, also habe ich manchmal das Gefühl, stiller Post und der Nichtbereitschaft, mal etwas nachzuschauen und zwischen einer Meinungsaussage, einem Bauchgefühl und einer Tatsachenbehauptung zu differenzieren, worauf man ja...
01:22:10 journalistisch eingehen kann. Ich würde mich selber auch nicht als Journalisten bezeichnen, weil ich jemand bin, der diese Distanz, die man vielleicht haben sollte, professionelle Distanz bei vielen Themen, die habe ich auch einfach nicht, weil ich bin natürlich aufgrund der Recherche, aufgrund der ganzen Sachen schon überzeugt von den Positionen, die ich habe. Das ist fast in Richtung Aktivismusbereich, der falsche Begriff dafür, aber eher in diese Richtung tendiert, weil ich halt schon, wenn ich sage, ich lege Wert auf eine Zahlen-, Daten-, Fakten- basierte Analyse bei den meisten Themen, dann
Personenmarke und Autorität im Creator-Journalismus
01:22:3801:22:38 kann ich einfach nicht wirklich sagen, dass ich da neutral bin bei bestimmten Themen. Es gibt für mich einfach als Person, der auch regelmäßig gefragt wird von den Zuschauern, einfach keinen Sinn. Weil man kann sich ja streiten und die Köpfe einschlagen, solange man ein Fundament hat, über das man ja streitet. Nur weil da Zahlen sind, heißt es ja noch lange nicht, dass man eine Wahrheit hat, sondern dass man daraus streiten kann, was vielleicht die beste Route ist. Das wäre ja sinnvoller. Das würde ich mir manchmal wünschen. Apropos Quellen, das, mal Christian, was?
01:23:06 Hast du eigentlich das Gefühl oder gibt da vielleicht auch die Forschung was her, ob beispielsweise öffentlich-rechtliche oder generell klassischere Medien transparenter mit ihren Quellen arbeiten müssen, weil es eben viele Creator auch machen oder einige Creator auch machen?
01:23:25 Die Zahlen, also ob jetzt der Kreatorenjournalismus, die Kreatorenwelt zurückwirkt direkt auf den Journalismus, die kann ich so nicht liefern. Da ist mir keine Studie jetzt so bekannt. Aber es ist natürlich ein länger dauernder Trend, auch schon im klassischen Journalismus. Das ist natürlich auch klassische Kritik am Journalismus, weitgehend sich daraus speist.
01:23:51 zu einseitige Quellenauswahl, immer nur die, naja, die gleichen Honorationen sozusagen in die Regionalpresse zu schleppen, immer die gleichen Chefs von, jetzt um mal die Themen von Drakon zu streifen, also der Stadtwerken dann oder der Energieversorger.
01:24:12 Also sozusagen eine Einseitigkeit bei der Quellenauswahl zu liefern und damit natürlich auch eine Einseitigkeit der Perspektiven zu liefern. Da gab es natürlich jetzt auch schon vor dem ganz großen Anstieg der Kreatorenwelt Gegenbewegungen, also sei es jetzt durch konstruktiven Journalismus, durch Präzisionsjournalismus, so hieß es mal reichlich vor 15 Jahren. Also das ist jetzt nicht ganz neu.
01:24:40 Dass die Kreatorenwelt jetzt so direkt zurück wirkt, würde ich höchstens mittelbar sagen. Das können wir bei der Frage stellen.
01:24:50 Oder würde ich sagen, kann man erst vielleicht mit ein bisschen Abstand sagen, dann ist es ja vielmehr so, dass sich hier tatsächlich auch die sehr engagierten und die sehr hochwertig und gut arbeitenden, transparent arbeitenden Kreatorinnen eher Journalismus angenähert haben und dort den vielleicht, den nicht so gut arbeitenden Journalismus, nicht so transparent.
01:25:14 überholten arbeitenden Journalismus überholt haben in gewisser Weise und seinerseits jetzt zwingen, nachzuziehen und auch mehr Gas zu geben an der Stelle. Frage mal an alle, die wegen Drakon hier sind. Ich meine, ihr schaut ja seine Streams scheinbar immer. Warum schaut ihr Drakons Streams? Was bekommt ihr da, was ihr sozusagen bei ...
01:25:39 Ich nenne es jetzt mal klassische Medien und vielleicht habt ihr ja auch trotzdem noch andere Infoquellen. Also ich möchte dir Drakon nicht zu sehr auf die Füße klicken, aber es ist immer gut, wenn man sich nicht nur bei einer Person informiert. Nee, das ist auch generell die Sache, die ich auch mal wieder klarstelle.
01:25:53 Das Ding ist auch bei dem Thema, die Realität ist halt nun mal, ich habe ja nicht ohne Grund das Spezialisieren gerade angesprochen. Du hast mich auch richtig eingeleitet mit dem Fokus auf Energie und begrenzt Wirtschaftspolitik, weil ich auch immer ganz klar sage, sobald es jetzt in Richtung zum Beispiel Bildungspolitik gehen würde, da würde ich auch immer klar sagen, da bin ich die falsche Anlaufstelle. Nur weil ich zum Beispiel eben versuche, in meinen Spezialisierungen die stärksten Argumente von allen verschiedenen Entwicklungen oder Zukunftsprognosen rauszusuchen, was man machen könnte, also im Energiebereich zum Beispiel eine überwiegend regenerative Energie.
01:26:23 Strategienzukunft gegen Kernkraftzukunft, weil das ja immer so ein kontroverses Thema momentan ist, auch im aktiven Diskurs, weil man unbedingt anscheinend Geld gegen die Wand werfen möchte, was viel teurer wäre in einer Route als bei der anderen. Und das ist halt immer so der Versuch bei mir jedenfalls, dass man immer versucht, da mehrere Quellen rauszusuchen, herauszufinden, wer ist denn tatsächlich gerade wahrscheinlich von der wissenschaftlichen Grundlage her der fundierteste und warum? Das ist ja eine Diskussion, die man durchaus führen kann.
01:26:50 Und man sollte da auch generell, sag ich schon, ein sehr breit gestreutes Feld haben, wenn es um Informationsbeschaffung geht. Das ist ja das Problem mit Medienkompetenz und Quellenkritik. Bei mir ist es halt wirklich in vielen Fällen, dass ich einfach versuche, so viel wie möglich zu lesen von den Primärquellen und einfach mal überprüfe, stupide gesagt, sagt die Primärquelle überhaupt das, was die Person sagt? Sei es der Creator, sei es der Journalist, weil das sagen wir gerade in Bezug auf manche Medienhäuser wie Axel Springer Verlag.
01:27:17 Habe ich das ein oder andere schon mal den Spaß haben dürfen, dass das eben sehr oft nicht der Fall ist? Oder wenn es zum Beispiel unter anderen Medienhäusern geht, die sogar bei einem kritischen Artikel auf meiner eigenen Quellenliste mich dann abmahnen wollten dafür erfolglos, weil das, was ich gesagt habe, dazu wohl ihnen nicht so geschmeckt hatte, um es nett zu formulieren, bei dem, was da drin stand. Und naja, das gibt es ja auch. Die Versuche, dann Leute eher einzuschüchtern zu wollen, so ein bisschen fast schon im Slap-Suit-Style, was einfach noch heißen soll, eine Klage einzureichen bei jemandem, um ihn einzuschüchtern.
01:27:46 was zwar, soweit ich weiß, in Deutschland nicht so gut geht wie in den USA und ich auch bisher nur zweimal jetzt erlebt habe und beide Male war es sehr erfolglos, um es freundlich zu formulieren. Das ging ihr in die Hose, die Angriffe. Ich habe übrigens gerade ganz viel im Chat gelesen. Fakten, Fakten, Fakten. Der Hut hat mich überzeugt. Zahlen, Daten, Fakten. Also sehr dieses Faktencheck. Da muss ich dich aber auch, euch lieber Chat, aber auch dann kritisch fragen. Du hast ja selbst gerade eben gesagt, Racon, dass du dich selbst nicht als Journalisten bezeichnest, sondern
01:28:14 Auch nicht als Aktivisten, aber schon so ein bisschen mehr in diese Richtung. Da frage ich mich ja schon, okay, schaut ihr lieber Chat an Drakon, weil er Journalist ist oder weil er was Journalistisches macht? Oder mehr, weil euch die Themen überzeugen, weil da auch ein bisschen, ja, Themenposhing, ich nenne es jetzt mal so, okay, Themenlobbyismus drinsteckt, ist ja dann schon Energiepolitik. Das ist ja schon ein schwieriges Unterfangen. Also ob man das dann...
01:28:40 Journalismus bezeichnet oder sieht, das finde ich irgendwie spannend. Das ist irgendwie interesting. Man kann es recht leicht versuchen einzuordnen bezüglich, dass Leute hier Inhalte schauen, weil sie entweder unterhaltend sind, aufklärig sind und ich würde behaupten,
01:28:55 Bei mir ist es der Versuch, so ein Mischmasch daraus zu schaffen, dass es die Leute mitnimmt, weil teilweise geht es halt um trockene Berichte. Wenn ich hier ein 300 Seiten, was ich jetzt gerade vorbereite für morgen, das Klimaschutzprogramm 2026, die 300 Seiten durchzusetzen im Livestream wäre halt, sagen wir mal, sehr trocken. Und da ist dann diese unterhaltsame Komponente noch mit dabei, mit manchmal auch Sound oder Malung und Co., dass es ein bisschen unterhaltsamer sein sollte. Das ist halt dieser Mischmasch. Und ich denke mal, fairerweise, wenn man auch bei mir mal...
01:29:19 reingeschaut haben wird. Das auf YouTube von wegen wird man relativ schnell feststellen. Das ist halt schon kein In-Anführungszeichen. Jetzt wie von der internationalen Netzwerk-Intervestigative Journalisten, die jetzt gerade mit Cyprus Confidential vor zwei, drei Jahren die gesamte russische Finanzierungsgrundlage in Zypern aufgedeckt haben. Das ist nun wirklich nicht der Anspruch, den ich erfüllen kann, sondern halt eher der Versuch durch die ganzen Gesetze und Würfe.
01:29:42 Ja gut, da brauche ich aber noch deutlich mehr Budget und Reichweite, um sowas aufzubauen, zu finanzieren. Das dauert noch ein bisschen. Aber Christian, ich glaube, du wolltest gerade eben was zu sagen zu diesem Spagat oder Zwiespaltverhältnis. Ja, oder zu dieser Einordnung, Kategorisierung hast du Marvin gerade versucht und fand ich auch eine spannende Frage.
01:30:03 Das entzieht sich ja so ein bisschen der klassischen Kategorie. Also Journalismus, ich finde, das sagt Drakon auch selber, möchte er gar nicht sein, oder? Sondern er ordnet sich selber so ein bisschen eher in Richtung Aktivismus ein. Das findet man ja viel. Also wenn man es klassisch sagen würde, wäre es vielleicht Publizist. Das entzog auch so in den klassischen Termini so ein bisschen den Kategorien. Aber in der Kreatoren...
01:30:27 Kreatorinnenwelt ist es doch auch gerade spannend, dass die Personenmarken sich sehr stark mit den Themen verbinden, so eine Einheit eingehen und dann die Community tatsächlich hier für sich gewinnen. Die wachsen dann Buchstäbe, wenn es so multimediale Marken sind.
01:30:46 sind, so wie ihr alle, die auf verschiedenen Plattformen unterwegs seid und die sich gar nicht mehr so simpel kategorisieren lassen, da werden diese Personenmarken größer als die Medien und verbinden sozusagen verschiedene Welten.
01:31:00 Und da ist doch Dracon jetzt ein sehr ganz klassisches Beispiel, der über diese Themenautorität, und das halte ich hier auch für besonders wichtig, dieses mühsam sich durchfressende Aktenfressen, das ist ja ganz unblich, und da ist er ja auch tiefer drin als die allermeisten Journalistinnen.
01:31:22 Da spielt er quasi in der Top-Liga mit, aber da spielt er natürlich jetzt auch nach einem anderen Code als etwa die ganz klassischen Wirtschaftsjournalistinnen, die dann eben vielleicht das gleiche Informationsniveau haben, aber ein anderes Ziel, auch dann ein anderes Rollenselbstkonzept verfolgen, also für ihre Zielgruppen. Ja, die spielen dann tatsächlich hier ein bisschen in einer anderen Welt.
01:31:50 Die Kreaturenwelt ist, glaube ich, sehr idealiter hier, sehr klassisch hier durch Drakon verkörpert. Und ein spannendes Beispiel dafür, wie man durch diese Themenautorität, da Community und Autorität gewinnt und Menschen für Themen interessiert. Siehst du mal, Drakon, da ist es ja auch spannend, wenn man selbst als Creator mal wissenschaftlich analysiert wird.
Parasoziale Beziehung und Nähe zum Publikum
01:32:1301:32:13 Das hat auch...
01:32:42 wenn ich auf Leute zugehe und sie meinen Hut erkennen können als Einstellungsmerkmal, dass ich den auftrage, das hat einen ganz anderen Grund gehabt, aber ist halt mittlerweile ein Erkennungsmerkmal, dass auch Leute mich dann mit dem Energiethema verbinden, dieses Autoritätsargument dazu tatsächlich, wenn es um politische Themen geht oder eben auch die Einordnung von diesen Themen geht, dass da schon gerne mal auf mich verwiesen wird.
01:33:02 auch wenn ich immer versuche, immer klar meine eigenen Limitationen auch klarzustellen. Weil ich denke, das ist auch so ein bisschen die vertrauensbildende Maßnahme, dass man dieses klare Limitieren der eigenen Kompetenzen im klassischen Medienhäuser natürlich einfach bedingt durch die zeitliche Begrenzung, durch die Formatbegrenzung, das kannst du ja auch kaum so sagen. Das würdest du ja auch in den meisten Frontalepisoden zum Beispiel nicht hören, dass man da sagt, man hat zu wenig Ahnung davon, sondern hat es ja recherchiert.
01:33:26 Und dieses Nähere, was man einfach hat als Creator gegenüber den Leuten, die einen verfolgen und konsumieren, das ist glaube ich schon, das kommt dann manchmal auch so ein bisschen vor, dieses Parasoziale nach dem Motto hier, dass man dann ein bisschen mehr schon fast als eine Art Freund wahrgenommen wird, den man mal fast fragt zu bestimmten Themen. Und das ist so eine Komponente, die einfach klassische Medien so nicht haben, aber dafür halt gleichzeitig.
Symbiose statt Konkurrenz
01:33:5001:33:50 haben wir als Creator auch genug andere Limitationen. Ich habe schon gerade das Beispiel gebracht mit Cybers Confidential, weil ich das sehr passend fand, was für eine aufwendige, horrende Arbeit das ist. Das Einzige, was mir da eingefallen wäre, wäre wirklich das AKW-Files-Thema mit Robert Habeck damals gewesen, wo ich den Spaß hatte, mich durch hier im Hintergrund gerade Dutzende Arbeiten und Dokumente durchgearbeitet habe, zum Beispiel auf einen, sagen wir mal, außersehen öffentlich geschalteten Server des Bundes...
01:34:15 des Bundestages, was mir erst im Nachhinein klar wurde, weil der Whistleblower, der mir das geschickt hat, den Link, ich dachte, das war einfach nur ein netter Hinweis dazu, dass das offen einseht, was man die Dokumente alle mal durcharbeiten kann. Nee, die Waren sollten nicht öffentlich sein, wie mir dann erklärt wurde im Nachhinein mit dem Artikel, aber auch journalistische Arbeit theoretisch, die drei Dokumente durcharbeiten irgendwo. Ja, also ich meine, apropos Limitation, wir haben ja am Anfang auch Rob zu Gast gehabt, also er hätte seine Reportage zu FanBlast ja auch
01:34:43 gar nicht alleine, komplett alleine machen können, weil er mehrere Leute einschleusen musste und das wäre ja gar nicht möglich gewesen, weil Leute kennen sein Gesicht, das ist natürlich was, was klassische Journalisten eher weniger haben. Mich würde übrigens mal interessieren, lieber Chat von euch, würde euch gerne nochmal ein bisschen einbinden, nochmal was fragen hier an der Stelle, schuldet ihr denn euch so Sachen, News oder so Talkshows, tatsächlich live an, beispielsweise jetzt mal, oder on demand, wie zum Beispiel Markus Lanz oder was weiß ich, oder Maipro Inna, keine Ahnung, gibt ja tausende Sendungen davon.
01:35:12 Oder schaut euch lieber die Reacts an. Das würde mich mal interessieren, weil ich bin so jemand, ich bin nicht auf der React-Seite, weiß allerdings, ich mache das ja auch ab und zu mal, in seltenen Fällen, dass Leute das irgendwie gerne machen. Aber ich mache das irgendwie nicht so oft. Warte mal, guck mal, landest du nur bei Drakon.
01:35:32 Da habe ich auch ein paar Gedanken zu dem Thema bezüglich klassischen Journalismus im Kontext von einer Talkshow. Ich kann mir vorstellen, das sollte man vielleicht nicht komplett als reinen Journalismus einstufen, aber trotzdem. Nee, nee, auf gar keinen Fall. Aber ich glaube, was da spannend ist und das wäre auch so eine Frage, über die ich mit euch beiden gerne noch diskutieren möchte und auch mit euch, Chat, weil ich lese gerade im Chat auch beides oder ja, schon viele Reacts. Ich frage mich schon bei vielen, vielen Dingen, gerade bei Livestreams auf Twitch, bei Reacts,
01:36:02 Wie viel Vorarbeit eigentlich der klassische Journalismus leistet für Creatorinnen und Creator? Vieles, worauf wir reagieren, ist Arbeit von anderen, die es nicht gäbe. Ich glaube, viele Interviews, viele Talkshows, da werden Gäste eingeladen, zu denen, ich sage jetzt mal, wir, du vielleicht auch, Drakon, gar kein Draht hätten und gar nicht mit denen sprechen können. Das heißt, ich glaube, vieles von dieser Arbeit und vieles von diesen Videos, die basieren tatsächlich auf Arbeit von klassischem Journalismus.
01:36:29 Und wenn der wegbricht, dann hätten wir, Creatorinnen und Creator, auch tatsächlich, glaube ich, ein Stück weit zumindest ein Problem. Oder sehe ich das falsch? Ich finde das so ein Gedanke, über den man sich mal bewusst werden sollte, dass da auch viel Arbeit indirekt für uns gemacht wird.
01:36:44 Ich hatte tatsächlich mit Blick auf die Vorbereitung für das Gespräch hier mir das Konzept der Media-Morphose angeschaut, was mehr oder weniger einfach nur bedeuten soll, dass neue Medien nicht alte zwangsläufig verdrängen müssen, sondern eher so eine Symbiose eingehen können, dass man dann darauf aufbaut, was du ja gerade beschrieben hast, dass es schon früher gab bei Radio, bei Zeitungen und Co., dass das schon früher ein Konzept ist, was man wohl auch wissenschaftlich schon gut beleuchtet hat.
01:37:08 Und das finde ich halt auch sehr passend, weil es ist halt richtig so, vieles von dem Content, was ich halt mache, wäre halt nicht möglich ohne die Arbeit von anderen Journalisten. Klar, auf den Bundestag reagieren würde schon gehen oder einige der wissenschaftlichen Arbeiten durchzuarbeiten, aber das passiert ja auch wieder auf jemand anderen. Es ist halt...
01:37:24 Am Ende, man setzt so ein bisschen eine Art, nicht Lupe, vielleicht der falsche Begriff dafür, aber einen Fokus darauf und richtet die eigene Reichweite, die man aufbauen konnte als Creator, dann auf ein Thema, um darauf mehr aufmerksam zu machen. Weil wir als Menschen können halt nicht alles auf einmal bearbeiten thematisch. Es ist immer eine Abwägungsfrage der Prioritäten. Was ist gerade wichtiger, jetzt aktuell zum Beispiel, wenn es ja um Colin Fernandes zum Beispiel geht, was ja aktuell ein Thema ist, was dann ja wiederum mit digitaler Gewalt ins Gespräch kommt.
01:37:51 Der Gesetzentwurf war schon vor sechs Monaten da, vor eineinhalb Jahren schon da im Bundesrat zum Beispiel. Habe ich sogar behandelt, ironischerweise, den Vorschlag dazu und kommt jetzt wieder ins Bild, wird wieder mehr behandelt durch die Recherche und Co. Und darauf haben ja auch viele Creator reagiert oder Videos dazu gemacht oder selber weitere Aufarbeitungen dazu gemacht. Das ist halt schon ein wichtiger Punkt. Aber ich kenne es als das Konzept der Mediamorphose. Ich bin da sehr neugierig auf eine wissenschaftliche Einordnung. Christian, du darfst sofort was dazu sagen.
Qualität und Struktur im Wandel
01:38:1801:38:18 Darf ich eine Sache reinwerben? Sorry. Aber ich lese gerade, Scheider schreibt, Marvin, würden die Gesprächsparte denn nicht bei den Creatoren dann gesucht werden? Lustig war seit gestern Markus Söder in so einer Kommunalwahl Diskussion gesagt, naja, in Zukunft werden wir mehr Fokus auf Social Media legen. Also ja, das könnte schon sein, dass vielleicht dann mehr die Creator aufgesucht werden. Mal Christian. Sorry.
01:38:42 Alles gut. Ich kann warten. Ich bin nicht gefohnt von meinen Kindern. Nein, alles gut.
01:38:51 Es ist tatsächlich von der anderen Seite ja auch so, also gar kein Widerspruch. Klar, das ginge nicht ohne klassische Medien noch. Die werden natürlich irgendwie auch schwenkt, weil so ein bisschen die Erlössäule ins Wanken gekommen ist, für größere Teile vom Journalismus. Das haben wir eben schon besprochen. Das andere, die Amorphose, wir haben das mal so in den Medienwissenschaften, Kommunikationswissenschaften als riebisches Gesetz gelernt.
01:39:19 Kein neues Medium verdrängt ein altes. Ich glaube, das war eben genannt. Ja, dann wollte ich aber auch noch den anderen Punkt, die Gegenbewegung, deutlich machen, dass die besonders erfolgreichen, die Top-of-the-Line-Kreatorinnen, natürlich irgendwie auch Journalismus-ähnlicher werden, ohne tatsächlich Journalistinnen zu werden. Aber sie werden ähnlicher natürlich durch die Arbeitsweisen, durch diese Transparenz.
01:39:47 Wie wir gerade gesehen, sie überholen diese Quellenlisten, sie liefern das, was viele Journalistinnen nicht immer tun. Sie stützen sich auch bei ihren Recherchen, die größer werden, auf Teams. Und es ist eben...
01:40:05 Auch Leistungen, die bei dir, Dracor, kenne ich jetzt die Situation nicht, nehme aber auch an, dass du natürlich, je erfolgreicher du wirst, nicht alles alleine stemmen kannst. Das ist ja auch ein Qualitätsthema, ein Frequenzthema. Und insofern nähert sich sozusagen da diese neue Welt doch erstaunlicherweise auch ein Stück weit der alten, scheinbar überkommenden auch ein bisschen an. Also in dem die Strukturen sich dann doch ein bisschen ähneln.
01:40:35 Die Strukturen, in denen diese Beiträge jedenfalls hergestellt werden.
01:40:41 Ja, das ist ganz spannend. Das ist vielleicht auch ein beruhigendes Zeichen, dass wir jetzt also auch nicht sofort fürchten müssen, dass die Welt untergeht und bin ich sowieso nicht dafür und früher war alles besser oder so. Nee, es war anders und mit allen Bewegungen gebe ich Vor- und Nachteile einher. Ich finde es ganz spannend. Tintenfisch Tobi schreibt übrigens, sollten Content Creator vielleicht öfter in klassischen Talkshows auftauchen. Naja, also wir machen ja schon mal einen guten Anfang, würde ich sagen.
01:41:10 Also generell, man muss halt sagen, das hat man vielleicht auch mir an meinem Gesicht angesehen, weil ich ein fürchterlicher Schauspieler bin, wenn es um bestimmte Themen geht. Klassische Talkshows sind für mich irgendwo theoretisch auch, sagen wir mal, eine Arbeitsgarantie fast schon, weil die ich nicht nachvollziehen kann bis heute, dass man die Notwendigkeit sieht, manchmal solche Formate aufzubauen, aber gleichzeitig die schiere Masse an...
01:41:34 fast schon Desinformation, würde ich sagen, aber einfach nicht klaren oder nicht gefactcheckten Aussagen stehen lässt. Das ist so eine, für mich persönlich auch ein bisschen eine Schande irgendwo, weil wenn das teilweise... Aber ist das wirklich ein Anspruch, den man immer haben muss, dass alles immer gefactcheckt werden muss in dem Moment? Ich würde gar nicht sagen, alle. Aber du hast ja gerade schon gesagt, das ist eine Schande.
Die Debatte um Faktenchecks
01:41:5801:41:58 Es ist eine Schande insofern, weil es manchmal Aussagen sind, die seit zwei Jahren wiederholt werden. Weil es ist nun mal so, bei fast all diesen politischen Themen haben die Politiker von ihren Arbeitsgruppen und Fachgruppen entsprechende Informationen, weil ja auch nicht jeder Politiker kennt sich mit allem aus. Dafür hat man ja die Mitarbeiter oder die entsprechenden Arbeitsgruppen. Und es ist nun mal so, ich habe das halt selber schon mal machen dürfen für einen anderen Creator, der hatte entsprechende Spitzenpolitiker bei sich im Interview gehabt von jeder Partei. Und ich hatte im Hintergrund für ihn quasi, weil ich gesagt habe, komm, ich mache das mal, ich probiere das mal aus.
01:42:27 einen Live-Fakten-Check. Wirklich wortwörtlich, im laufenden Gespräch, jede verdammte Aussage rausgesucht, durchgetippt, als meine Tastatur hat geklüht dabei nebenbei. Und das hat auch dann rausgefunden, dass manche Aussagen halt Quatsch waren, manche waren in Ordnung gewesen. Einzelne haben fast gar nichts gesagt, was man qualifizieren konnte als überhaupt Tatsachenbehauptung. Das gibt es ja auch in der Politik. Nur, das kann ja nicht sein.
01:42:46 dass bei manchen Themen das dann quasi eine Einzelperson hinbekommen würde. Oder dann würde ich auch sagen, so etwas wie die Wahlarena, die halt eben dann live manchmal auch produziert, dargestellt werden. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man die Notwendigkeit sieht, diese dann am sofortigen selben Tag zu produzieren und rauszuhauen. Anstatt wirklich zu sagen, man lässt sich vielleicht wirklich diese ein, zwei Tage Zeit, weil das ist ja viel Aufwand auch, das zu überprüfen bei solchen Formaten. Und dann wenigstens die üblichen Quatschaussagen, dass man die wenigstens mal...
01:43:13 weil ich weiß, für meinen spezifischen Themenbereich, da verfolge ich es ja sehr aktiv, das sind oft Aussagen, das würde tatsächlich, wenn man eben sich die Zeit dafür nehmen würde, kann man das hinkriegen. Für alles? Natürlich nicht. Für dieselbe Wiederholung der Falschaussagen, ein populäres Beispiel.
01:43:30 Wärmepumpenförderung beträgt 10 bis 15 Milliarden Euro. Es sind zwei bis drei. Das ist halt so ein bisschen, wo ich bedenke, wenn das seit 2023, seit drei Jahren, bei Bericht aus Berlin, Berlin Direkt zum Beispiel, immer wieder falsch gesagt wird, dann denke ich mir halt so, das ist dann, den Anspruch kann man doch schon haben, wenn man das vor allem auch auf den eigenen Faktencheckseiten am Tag danach überprüft hat, dass man vielleicht dann beim nächsten Mal versucht, sich da vorzubereiten.
01:43:57 Das ist vielleicht ein bisschen anmaßen formuliert gerade, nur ich muss halt sagen, bisher bin ich eine Einzelperson. Ich habe mir jetzt jemanden dazu geholt für die Videos zum Schneiden, weil das schaffe ich wirklich zeitlich nicht mehr, da ist einfach ein Limit erreicht. Aber halt, das ist schade. Es ist halt schon ein bisschen schade, weil ich bin mir sicher, das kann man hinkriegen für die meisten Themen. Ja, tatsächlich dazu, wenn wir sowieso schon bei sowas wie Faktenchecks sind oder Vertrauen da noch sind, ich glaube, das ist ja so ein bisschen das...
01:44:23 Ich habe übrigens im Chat auch gesehen, viele, viele stimmen dir dazu. Also ich habe ganz viele Leute gesehen, die geschrieben haben. Ja, auf jeden Fall. Rede davor noch. Moment, ich muss mal ganz kurz schauen. Es sollte immer einen Faktencheck geben. Also da waren wirklich ganz, ganz, ganz viele deiner Meinung. Dazu Stichwort Vertrauen.
01:44:43 Und vor allem auf Vertrauen in deutsche Medien haben wir mal eine Grafik vorbereitet, wo wir euch zeigen, dass das tatsächlich seit 2020 gesunken ist. Man muss allerdings sagen, vor 2020 war sie auch etwas niedriger. Also ist dann 2020 wieder gestiegen.
01:44:59 Und pendelt sich jetzt wieder da ein, also ungefähr 47, 46 Prozent, wo sie auch schon längere Zeit vor 2020 war. Das ist an der Stelle ganz wichtig einzuordnen. Also ihr seht es nicht vor 2020 auf einmal 60 Prozent oder 70 Prozent oder sowas, sondern tatsächlich so ein ähnliches Level. Aber Marc-Christian, ist das was, vielleicht noch von dir, was sich klassische Journalisten, wo sich klassische Journalisten viel mehr ein Beispiel nehmen sollten an ...
01:45:26 Ich sage jetzt mal Publizisten, wie du es ja gerade eben gesagt hast, wie Drakon. Und das sind ja dann nicht nur Creatorinnen und Creator, sondern Menschen, die einfach sehr stark in einem Thema verankert sind. Das kann ja auch bei den klassischen Journalisten oder klassischen Medien sein. Aber müssen das klassische Medien viel mehr leisten, Faktenchecks durchzuführen, um beispielsweise Vertrauen wieder mehr zurückzugewinnen?
01:45:48 Also zum Vertrauen mit den Zahlen, das ist jetzt Edelmann Trust. Wenn man international vergleichend sieht, sieht man seit zehn Jahren mit den Daten vom Reuters Digital News Report, da sieht man schon international so ein Abfall in manchen Ländern sehr stark, in Deutschland aber auch deutlich. Und das ist schon auch ein Ergebnis natürlich auch der
01:46:16 Der starken Zustimmungsthesen, dieser Mechaniken, die jetzt natürlich auch stark durch die Plattformen reinkommen und die Plattformen wirken auf den Journalismus. Wir haben uns das angeschaut, auch gerade in der aktuellen...
01:46:31 Die Journalistinnen berichten uns das, woran sie sich ausrichten, sozusagen, letztlich auch den Plattformdruck, den sie spüren als einen Teil der Strategie ihres Medienhauses. Aber die Frage war nach den Faktenchecks immer und überall. Das weiß ich nicht, ob das das Allheilmittel ist.
01:46:56 Ich weiß auch nicht, ob wir jetzt zu allen Dingen, also ich finde Faktenchecks ganz wunderbar und Fake-Checks sowieso ist natürlich eine Grundfertigkeit im Journalismus und mehr Augenprinzip und man versucht Fehler zu vermeiden und eben Dinge auch zu korrigieren, wenn sie nicht richtig gemacht werden. Ob sie an jeder Stelle zu mehr Vertrauen führen, weiß ich nicht, denn
01:47:22 Das läuft natürlich auch, ist es notwendig, das sorgfältig zu machen und steht im Notfall auch im Konflikt zur Stelligkeit. Wenn wir jetzt also vom Live-Journalismus immer verlangen, dass wir gleichzeitig auch ...
01:47:36 Und wir wünschen uns den, weil unsere Welt so beschleunigt ist und diese Live-Formate, Begegnungsformate punkten ja besonders, dann von denen gleichzeitig zu verlangen, dass sie ultra korrekt sind, das können wir nicht. Das ist unermöglich. Das ist sozusagen die Quadratur des Kreises. Je schneller, desto Fehler ist natürlich auch eine Gleichung, die wir im Journalismus sehen, seit eben, wie sich in Newsrooms organisieren, um dann eben...
01:48:02 in Windeseile auf die großen Lagen des Weltgeschehens permanent, die wir jetzt auch quasi, also Colin Fernandes und so weiter war gerade im Gespräch, diese Lagentunnelse, um mich darauf zu konzentrieren, berichten zu können.
01:48:17 So, aber das ist nochmal was anderes. Diese Themenhoheit, und da sind wir wieder beim Publizisten, bei Drakon, ja, das ist tatsächlich was, was natürlich gut punktet und das würde natürlich dem Journalismus gut zu Gesicht stehen. Es ist ja nicht so, dass es das gibt. Es gibt ja herausragende Journalistinnen, also ...
01:48:38 Ich mache jetzt keinen Werbeblog, aber ich habe ein paar, da bin ich auch richtig Fan, höre die Podcasts jede Woche, weil die so gut sind. Und die stehen natürlich dann für eine andere Community, für was ganz ähnliches, für das, was Drakon in seiner steht.
01:48:54 Für diese Autorität mit ein bisschen einem anderen Stil, natürlich dem journalistischen Anstrich und Ethos dann, dem er sich hier nicht verpflichtet fühlt. Und übrigens, das ist nichts ganz Neues. Es gibt also, ich war früher in Frankfurt Wirtschafts-Finanzjournalist, so in der FAZ-Gruppe im Fachverlag.
01:49:14 Dort war man in so Fachcommunities unterwegs und quasi Selbstkonzept des Fachredakteurs war auch schon so etwas wie Community Manager. Man hat in so Live-Formaten damals schon dann gewisse Leute getroffen, Veranstaltungen ausgerichtet, die begegnet, diskutiert, moderiert.
01:49:36 Es ist durchaus natürlich in vergleichsweise analogen Settings aber auch etwas eher Interaktiveres gewesen. Also ganz neu ist das auch nicht. Neu ist sozusagen das Hineingestelltsein in diese vollkommen interaktive, platzfisierte Welt, was dann auf einem ganz neuen Level Interaktionen ermöglicht.
01:49:59 Ich finde es ganz lustig, dass du das sagst. Mal, dann kann ich nochmal rein kurz. Ja, geht drauf. Ich wollte nur sagen, ich hatte tatsächlich eine Frage aufgeschrieben, aber die muss ich jetzt nicht nochmal stellen. Gab es was Vergleichbares wie heute Crate dann schon vor 100 Jahren, vor 200 Jahren? Man hätte es nur anders genannt. Aber ja, tack uns. Ich hätte da nämlich einen Punkt, weil bezüglich der Aussage, ob man das erwarten kann, entsprechend vom Live-Journalismus, das aufzuarbeiten. Ich bin halt ganz ehrlich, ich hatte ja spezifische Beispiele gebracht, weil ich da nicht nachvollziehen konnte, warum diese Sendungen...
01:50:28 live geliefert werden müssen, weil gerade im Zeitalter, wo mit KI-Slop, also der ganzen Menge an Large Language Model Tools, Gemini, JetGBT, Claude und alles, ohnehin alles geflutet wird, ohne Ende, dann wäre es ja gerade erst recht wichtiger, dieses Vertrauen aufzubauen. Und ich kann nicht ganz nachvollziehen, dass wir uns da theoretisch in der Medienlandschaft da so ein bisschen auch, sagen wir mal, schlechter machen, weil ich würde argumentieren, das ist ja, weil das Problem an einem Faktencheck am Tag danach ist, das sehen wir schon,
Hohe Standards und Vertrauensverlust
01:50:5801:50:58 5% der Leute. Das kann ich jetzt nicht eins zu eins übertragen, aber ich sehe es ja bei mir selber, wenn ich Sachen nachschiebe und dann das mit den Klicks tracke quasi, wer darauf geklickt hat, den Link und so was zum Überprüfen von der Aussage, da sehen 5% der Leute. Das wird wahrscheinlich im ÖR, denke ich mal, nicht anders sein oder auch bei anderen Formaten nicht anders sein. Und dann ist erstmal dieser Gedanke drin, diese falsche Information drin möglicherweise und das durch Wiederholung irgendwann bleibt es dann einfach im Kopf hängen. Ich meine, für mich ist es ja irgendwann fast schon gut, weil ich dann...
01:51:23 eine Jobgarantie habe, weil ich dieselben Misinformationen andauernd aufklären muss im Energiebereich, was morgens ein Thema ist. Aber ich würde mir persönlich einfach einen höheren Standard wünschen, weil ich sehe das im US-amerikanischen, aber auch im französischen Fernsehen, was ich gerne ab und zu noch verfolge nebenbei, für andere Perspektiven auf zum Beispiel internationales Geschehen.
01:51:40 Da gibt es spezifische Formate, die auch bei Interviews mit einem Gast das hinbekommen. Die haben eine Redaktion dahinter und die schaffen es dann auch fairerweise nicht immer, wie immer natürlich, aber schon in einzelnen Fällen, die Leute mit ihren Aussagen, die sie immer wiederholt haben, dann gegen die Wand laufen zu lassen. Dass dort dann gezeigt wird, okay, die Aussage ist so nicht richtig und dann ist auch meistens die Reaktion vom Gast sehr ambisant für die Zuhörer.
01:52:03 Das schafft ja Vertrauen, dass man sieht, okay, da werden die Ressourcen für diesen Zweck genutzt. Das schaffen wir vielleicht nicht live. Okay, das ist dann auch gar kein Problem. Dann muss man es auch nicht live machen. Dann hätte ich das einfach mal ganz stumpf gesagt. Das ist ja bei einigen Formaten nicht der Fall, weil ich leider auch zum Beispiel Bericht aus Berlin oft meine Probleme habe und sie trotzdem da loben musste die Redaktion vor kurzem bei Katharina Reiche. Da hatten sie das gemacht, hatten eine Aussage, die zu erwarten war von Katharina Reiche. In der Sendung direkt, die aufgezeichnet wurde, widerlegt vom Moderator.
01:52:32 Wenn das nicht die drei Jahre vorher fast nie gemacht wurde, wäre ich ja super glücklich darüber. Aber das ist ja oft nicht die Norm. Und das ist halt schade, weil nicht jeder hat da die Chance, dann nachzufragen. Weil zum Beispiel ein Creator, der live interaktiv direkt sagen kann, warum ist das Falschgrund A, B, C, D. Das können ja die meisten Leute nicht. Die Leute haben ja die Zeit einfach nicht nach der Arbeit, sich da ja reinzubuddeln in die ganze Recherche. Wie auch. Das wäre ja auch absurd.
01:52:55 Christian schreibt übrigens auch dazu, wegen fehlender Faktenchecks schaue ich fast keine Talkshows mehr. Warum denn auch, wenn es nur darum geht, wer lauter redet, ein bisschen übertrieben natürlich, und Mighty Bone, auch übrigens sehr lange heute schon am Start, vielen Dank dafür. Vom Öffentlich-Rechtlichen erwarte ich eine klare Aufarbeitung, keine Live-Formate für Klicks, gerade Politik-Sendungen, sonst macht man nichts als populistische Aussagen.
01:53:21 Zu Plattformen. Ich respektiere die Arbeit der Öffentlich-Rechtlichen, aber da werde ich leider regelmäßig enttäuscht. Marc Christian, wir haben ein bisschen überzogen mit dir, aber danke dir, dass du unser Gast warst heute und uns das auch wissenschaftlich eingeordnet hast und klargestellt hast, dass Dracon ein Publizist ist. Es war mir eine Freude. Vielen Dank, es war eine Freude. Danke. Danke dir. Oh, Dracon bleibt noch da. Keine Sorge, der kommt gleich wieder zurück. Marc Christian, vielen Dank.
01:53:48 Da ist Drakon wieder. So, keine Sorge. Drakon, du bleibst noch ein bisschen. Das ist okay, oder? Du hast noch zwei, drei Minuten.
01:53:54 Das ist kein Problem. Ich habe eh danach noch ein Video aufzunehmen, also passt das. Sehr schön, sehr schön. Lieber Chat, ich finde das schon spannend. Also ihr sagt auf jeden Fall, ich fasse mal zusammen, also lieber Chat, also Faktenchecks sind gerade sehr wichtig, sind sehr wichtig und Talkshows ohne Faktencheck funktionieren für euch tatsächlich so nicht. Das finde ich tatsächlich sehr, sehr, sehr spannend. Finde ich spannend, weil ich meine, vielleicht...
01:54:20 Bist du, Draken, vielleicht sind die Gäste, die wir heute hatten, so krasse Positivbeispiele. Aber man muss ja auch dazu sagen, es gibt halt auch krasse Negativbeispiele.
Verantwortung und Fehler in der Creator-Landschaft
01:54:2901:54:29 bei denen vielleicht kein solch hoher Qualitätsstandard an Quellen beispielsweise herrscht. Auch mal da die Frage an euch, Chad. Fallen da euch Leute ein, wo ihr sagt, da gucke ich lieber zweimal drauf, bevor ich das glaube. 99 Prozent der Landschaft hätte ich behauptet. Ich würde sogar behaupten, das ist nicht mal eine Creator-Only-Problematik, sondern generell auch, ich meine, ich habe ja nicht ohne Grund gerade Axel Springer mit reingebracht, die leider ja auch regelmäßig, sagen wir mal, sehr kreativ zitieren aus der Primärquelle. Mit kreativ meine ich genau das Gegenteil sagen, was in der Primärquelle drin steht.
01:54:58 Und das ist halt leider echt ein Problem, weshalb ich auch so immer wieder sage, dass selbst wenn ich halt versuche, möglichst ...
01:55:07 akkurat zu arbeiten. Auch ich werde meine Fehler machen. Konkretes Beispiel, ich hatte mal vor kurzem darüber gesprochen, über den Tankrabatt von 2022, der aufgrund der Energiekrise des Ukraine-Kriegs reingerufen wurde, um eben die Spritpreise zu senken. Ich hatte da fälschlicherweise im Kopf gehabt von einem Bundeskartellamtbericht, dass der relativ sinnlos gewesen war und kaum Auswirkungen hatte, was falsch war. Was richtig war, im dritten Monat ist eben die Wirkung eher kaum noch spürbar gewesen. Da hat man schon gemerkt im Vergleich zu Frankreich, dass da möglicherweise so ein bisschen die
01:55:37 die Marktmacht ausgenutzt wurde. Aber im ersten und zweiten Monat konnte man an den Preisen einfach sehen, auch im Vergleich zu Nachbarländern. Doch, es hat was gebracht. Weil selbst wenn man, ich würde von mir sehr behaupten, dass ich mir die Mühe mache, das möglichst akkurat rüber zu machen. Man muss mich nicht mögen, aber die Datengrundlage ist oftmals einfach akkurat. Aber auch ich werde meine Fehler machen. Und das ist natürlich bei allen Creatoren irgendwo ein Ding. Und ich würde behaupten, ich glaube, den meisten ist schon klar, dass man bei vielen Influencern oder Creatoren trotzdem nochmal aufpassen sollte, was gesagt wurde.
01:56:05 Weil manchmal vielleicht, sagen wir mal, sehr nicht ausreichend nochmal drüber geschaut wurde, was wirklich in der Primärquelle drin steht. Ich will jetzt keinen Namen nennen, weil das ehrlich gesagt sinnlos ist. Aber genug. Der Chat hat auf jeden Fall doch einige Medien und auch Creator genannt. Übrigens, falls ihr...
01:56:26 gerade neu euch dazu schaltet. Ich werde nicht müde, es zu betonen. Hallo, ihr seid in der ARD. Schön, dass ihr mit dabei seid. Drakon ist in der ARD. Folgt uns doch gerne, dann verpasst ihr auch keinen Mix-Talk mehr. Jeden Mittwoch um 20.30 Uhr und auch sonstige tolle ARD-Streams nicht mehr. Also gerne reinfolgen und vor allem gleich euch per Stream Together dazuschalten in unsere Community-Time. Da könnt ihr noch mit mir ein bisschen quatschen über das Thema. Drakon, als letzten Punkt. Hast du noch Lust, so ein kleines Video mit mir anzuschauen? Wir haben da noch was vorbereitet, was die ganze Zeit nicht so gepasst hat, aber das ist so ein kleiner Blick in die Vergangenheit, wie das auch mal so angefangen hat.
Zeitreise und Ausblick
01:56:5501:56:55 hat, tatsächlich mit Creatern, die mit Medien zusammenarbeiten. Du erinnerst dich bestimmt auch an Felix van der Laden, oder? Also Dena. Natürlich, ja. Sehr gut. Sehr gut. Dann schauen wir mal rein in das Video. Wir stoppen ein, zwei Mal und dann können wir drüber quatschen noch kurz. Ein Bericht über die Stimmung in den USA vor der Wahl 2016. Aber vor der Kamera steht kein Journalist, sondern ein Influencer.
01:57:20 Hey Leute, mein Name ist Felix. Auf YouTube bin ich auch bekannt als Dena, gerade aber für das ZDF unterwegs. Wir fahren quer durch die USA, denn wir wollen herausfinden, wie kurz vor der anstehenden Präsidentschaftswahl die Jugend so tickt. Mir fällt das ehrlich gesagt immer öfter auf. Ganz kurz, ich finde das ist so eine krasse Zeitreise, diese Videos von 2016 zu sehen, auch mit Dena. Das war die Zeit, als ich mit YouTube angefangen habe und da war Dena so ein richtig krasses, in dem Sinne Vorbild, weil ich dachte, oh mein Gott, wie cool, ein Creator, der irgendwie mit dem ZDF in dem Fall zusammenarbeitet, der dann in die USA fliegt.
01:57:50 Oh mein Gott, Offenbarung. Und das ist übrigens auch was. Das gab es so 2016 auch viel seltener von Quater, würde ich sagen. Ich vergesse das mit dem Delay immer. Nee, alles gut, alles gut. Und vor allem, was ich in dem ganzen Kontext, lieber Chad, auch noch loswerden wollte. Wir reden übrigens über in Deutschland einen sehr speziellen Markt. Das, was wir in Deutschland so haben, das private Quater mit ...
01:58:11 Medien auch zusammenarbeiten. Das gibt es oftmals in vielen, vielen, vielen anderen Ländern nicht. Immer wenn ich auch manchmal mit Kollegen zum Beispiel aus Großbritannien quatsche, da oder aus sonst irgendwo. Frankreich gibt es auch, das ab und zu mal. Da gibt es sowas nicht. Oder in den USA. Unvorstellbar. Also da befinden wir uns in Deutschland echt in einem besonderen Markt, wo diese Zusammenarbeit doch schon relativ hoch ist. Finde ich irgendwie ganz spannend. Man muss halt klar sagen.
01:58:35 Man muss ja klar sagen, in den USA ist es halt eher so, dass dann gerne mal so separate finanzierte, sei es Lobbygruppen oder Konsortien zum Beispiel gebildet werden, die dann eher versuchen, eigenen Konten zu machen. Aber wirklich so Kooperation, höchstens mal im Sinne von, wie es jetzt hier gerade ablaufen wird, dass mal Creator quasi im Auftrag hier vom Öffentlich-Rechtlichen was machen, das mag es vielleicht mal geben, aber Deutschland ist da schon wirklich ein Sonderfall. Ich weiß, in Frankreich wird das jetzt mehr probiert, weil gerade zum Beispiel Arte versucht da sehr viel zu machen. Das ist ja ein Kooperationsprojekt zwischen Frankreich und Deutschland.
01:59:04 Und die versuchen das gerne mit einzubringen. Aber tatsächlich, das habe ich auch so gehört, ist das in Deutschland schon eine andere Herangehensweise an Medienkultur oder sagen wir mal Journalismus und Creator-Meshups. Das ist sehr interessant. Wir schauen mal weiter ins Video. Journalisten-Jobs von Influencern übernommen werden. Als Reporter für ZDF, als Host bei Funk oder als Podcast-Produzentin. In Berlin treffe ich jemanden, der genau das macht. Ein Influencer, der auch journalistisch arbeitet.
01:59:33 Hallo, schön dich kennenzulernen. Ich bin Lea. Ich versuche zumindest eine Brücke zu bauen zwischen klassischem Journalismus und ...
01:59:44 Influencertum, wenn man es mal so nennen mag. Weil wir haben da draußen viele Menschen, die haben eine unglaubliche Reichweite. Die wissen perfekt, wie Plattformen funktionieren, die wissen perfekt, wie ihre Community funktioniert. Und auf der anderen Seite haben wir perfekt ausgebildete JournalistInnen, die natürlich gern diese Reichweite hätten, aber sie in der Regel nicht haben. Und wenn ich Beiträge mache, berufe ich mich ja in der Regel auf schon bereits recherchiertes Material von guten JournalistInnen.
02:00:07 Und da mal kurz Stopp, und das ist genau das, was ich auch vorhin meinte mit der Frage. Ich glaube, viele Creatorinnen und Creator, die journalistisch arbeiten, vertrauen dann oder berufen sich dann auch auf das, was es eben schon gibt, anstatt genau wie viele Journalisten dann wirklich selbst zu arbeiten, also selbst zu recherchieren und dem hinterher zu gehen. Das ist auch fairerweise...
02:00:29 Nachvollziehbar, weil wir als Creator haben, oder wenn ich überlege, 2016, das war ja natürlich noch viel spärlicher, möglich auch Zugang zu bekommen. Jetzt ist es ja möglich, bei Events eingeladen zu werden. Beispiel Münchner Sicherheitskonferenz habe ich letzten zwei Jahre Einladung bekommen. Das ist in meinen Augen ein richtiger Prestigesschlag. 2016 wärst du wahrscheinlich ausgelacht worden, wenn du das probiert.
02:00:49 hättest, da anzufragen als Influencer. Das ist also wirklich die Veränderung. Ist interessant. Das von 2016 zu sehen ist für mich auch gerade eine sehr große Zeitreise. Genau, eine kleine Einordnung. Das da, was du gerade siehst, ist von 2023, okay? Das von davor, Dena war 2016. Sorry, nur als Einordnung. Das ergibt Sinn. Ich wollte es gerade sagen. Das ist ein bisschen neuer, aber das von Dena war von 2016. Auch an euch, lieber Jack. Wir schauen mal bis zum Ende.
02:01:17 Erkennen User und Userinnen überhaupt noch klar, wer Journalist ist und wer nicht? Was unterscheidet InfluencerInnen überhaupt von JournalistInnen? Beides sind keine geschützten Berufsbezeichnungen. Grundsätzlich darf sich jeder erst einmal so nennen. Beide teilen Informationen mit ihrem Publikum. Dabei müssen sie sich an rechtliche Grundlagen halten, wie Persönlichkeitsrecht, Bildrechte, Jugendschutz. JournalistInnen fühlen sich dem sogenannten Pressekodex verpflichtet. Diese Regeln sind besonders wichtig.
02:01:49 Die journalistische Sorgfaltspflicht, zum Beispiel das Zwei-Quellen-Prinzip. Die Trennung von Nachricht und Meinung. Richtigkeit vor Schnelligkeit. Und auch Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten. Für Content-Creator, Influencer und YouTuber gelten solche Standards nicht zwingend.
02:02:13 Da haben wir dann auch nochmal die Standards gerade nochmal gut durchgesprochen, die wir auch schon im Laufe des Streams besprochen haben. Du Drakon, es war schön, dass du da warst und dass du mit uns gesprochen hast heute.
02:02:25 ersten Mal bei Mixtalk oder hast du dich schon mal da zugeschaltet? Ich bin mir gerade gar nicht so sicher. Es kann sein, dass ich mich zugeschaltet habe, weil das etwas ist, was ich auch sehr gerne mache, wenn die Leuchtfeuer von Gondor gezündet werden, weil wieder bei Energiethemen was erzählt wurde. Aber ich glaube, es war eher bei dem anderen Format Politik und wir als bei Mixtalk. Ich bin nicht irre. Jedenfalls häufiger war das der Fall gewesen. Aber ich danke auch für die Einladung. War sehr angenehm gewesen und war sehr spannend, das mal zu hören von auch wissenschaftlicher Seite zu dem Thema, weil man ja doch eher die Creator-Seite logischerweise oft hört bei den Diskussionen und selten.
02:02:55 eine, sagen wir mal, fachlichere Perspektive. Also mir ist sehr gefallen. Ja, und wir haben übrigens, das habe ich gerade gesehen, auch Herr Newstime in der Schleife, den wir gleich in der Community-Time mit dazu holen. Also bitte rennt nicht weg, wenn Drakon jetzt gleich vom Pätschner verschwindet. Guck das zu Ende! Guck das zu Ende! Ne, also Herr Newstime, den holen wir gleich noch mit dazu, wenn er noch gerade in der Schleife ist. Wir können gleich hier direkt tauschen. Drakon, vielen lieben Dank!
02:03:20 dass du mit dabei warst und mit uns gequatscht hast. Bleib gerne noch im Chat erhalten und dann...
02:03:26 Quatschen wir da gleich im Chat einfach weiter. Schönen Abend noch. Merci, merci. Danke dir. So, dann machen wir einen fließenden Übergang in die Community-Teilen, so wie wir es nennen, und holen direkt Herrn Newstime mit an Bord. Ich weiß gerade nicht, ob er rechts oder links von mir auftaucht. Schauen wir mal, wo er ist. Und falls ihr euch neu dazu schaltet, wir quatschen gerade über Sinn Creator, die besseren Journalistinnen und Journalistinnen. Und folgt doch gerne der ARD, damit ihr keinen Stream mehr verpasst. So, hallo Herr Newstime.
02:03:53 Ja, hallo, ich bitte die Ausleuchtung zu entschuldigen. Ich bin gerade nicht im Studio. Ich bin hier gerade privat unterwegs. Alles okay. Ich war noch nie hier. Ich dachte aber trotzdem, ich sag mal, hallo, ich wollte mal sagen, der Drakon, also Chapeau, Chapeau wie ein Löwe. Ja, wie siehst du das denn? Du machst ja auch schon seit Ewigkeiten. Ich nenne es jetzt mal, okay, Journalismus. Also ich habe dich früher, jetzt höre ich...
02:04:17 nicht so anders wäre ich alt und du alt, aber wir sind ja eigentlich beide noch jung, vor langer, langer Zeit wirklich auch als den einen der ersten journalistischen Creator auf YouTube wahrgenommen, der vor allem ja auch über Creator-Themen berichtet hat. Nicht nur, aber auch. Wie siehst du das jetzt heute, so 2026, wie stehst du zu dem Thema? Alles hat sich zugespitzt ohne Ende. Also auch die politische Situation ist eine ganz andere als noch vor zehn Jahren.
02:04:44 Und ich finde aber doch, dass die Creators-Szene, Drakon ist das beste Beispiel, wunderbar daran gewachsen ist. Also das ist ja toller journalistischer Content, sage ich mal, den Drakon macht, auch wenn er es nicht hören möchte, dass es journalistisch ist, aber manchmal lässt man sich so einen Titel zuschreiben und schreibt sich den nicht selber zu, denke ich. Ganz kurz, ich muss dir ganz kurz unterbrechen, könntest du einmal refreshen, weil du bist gerade sehr pixellig. Das ist YouTube 2008. Ja, ich merke das schon, das ist großartig.
02:05:12 Das liegt wahrscheinlich an Twitch, aber wo kommt das hin? Und wenn nicht, dann ist es wichtig, deine Stimme zu hören und, ah, guck mal, jetzt bist du wieder schärfer. Sorry, jetzt haben wir es. Vielleicht kannst du auch noch mal da ansetzen, wo du warst. Naja, also ich finde, Drakon ist zum Beispiel ein Beispiel von einem politischen Publizisten, der sehr tief in die Materie reingeht. Also Beispiel Lanz. Wenn ich Lanz gucke, dann schaue ich gerne auch mal bei Drakon zu, weil Drakon geht halt in eine Tiefe.
02:05:41 wie das zum Beispiel in so einer Sendung, meine ich zumindest, weniger der Fall ist. Teilweise wird da eher eine Oberfläche gekratzt. Das als ein Beispiel. Und natürlich auch die aktivistischen Themen, auch im Klimaschutz oder so, da hat er natürlich auch Fachwissen ohne Ende. Da wirkt das dann wie eine unterhaltsame Vorlesung, das Ganze. Ja, ist schon spannend, weil ich glaube, das ist auch das, wo ich das Gefühl habe, das wissen, das erwarten Leute auch oftmals von
02:06:10 politikreatorinnen und kreatoren wirklich tiefe und absolut fundiert das wissen in spezifischen themen ich habe das gefühl dass es oft das was die was die meisten leute tatsächlich schätzen übrigens wird schon wenn ihr fragen an den jahren habt dann packt sie in den chat jetzt habt ihr die chance gerade eben curious 1988 hat geschrieben da war es aber noch verpixelt minecraft look stimmt ja ja ja ja ich weiß auch nicht ich habe ja auch gerade nur eine facecam also wirklich so richtig oldschool als noch nicht einmal
02:06:39 irgendeine Spiegelreflexkamera oder ähnliches gerade hier, das ist aber, ich hoffe, dass der Ton wenigstens einigermaßen in Ordnung ist. Das ist das Wichtigste, der Ton läuft. Ich gucke mal gerade, Rambi Tsunami schreibt zum Beispiel, Lanz und ÖR traut den Zuschauern nichts zu, zum Beispiel. Es wird ganz oft gewartet, One Comeback von dir auch.
02:07:05 Ich habe gemerkt, ich hatte ja das Studio abgebaut, ich bin aber wieder dran, das aufzubauen. Ich weiß nur nicht wann ich mal wieder da bin ich bin ja Jahre raus eigentlich aus dem Ganzen.
02:07:18 Ja, das stimmt. Alles fein, macht ja keinen Stress. Sag mal, du machst alles oder hast bis zuletzt dann auch alles alleine gemacht eigentlich oder hattest du ein Team als Unterstützung? Nein, ich habe das alleine gemacht. Also bei Artikel 13, das wäre das große Thema, wo ich noch am Schluss dabei gewesen bin, das war so 2019.
02:07:40 Da hat sich ein kleines Team um mich herum gebildet, weil das war alleine nicht mehr zu bewerkstelligen, aber dann, aber drumherum, davor und danach, das hatte ich dann immer alleine gemacht. Ähnlich wie Drakon auch. Das ist aber, glaube ich, auch Standard in der Creator-Szene, so dass da alle, also nicht, ja, also zumindest alle, die jetzt so in unserer Größenordnung da waren, das gemacht haben. Klar gibt es da exotisch große Influencer, die dann auch ihr ganzes Team haben oder ähnliches, aber ich glaube, die meisten, das ist dann im Wesentlichen eine Ein-Personen-Show.
02:08:09 Das Ganze. Ja, ähm, get on my, äh, Zwillingsbefreiung, es ist schwierig, den Namen zu lesen. Die Artikel 13-Rede hat mir schlaflose Nächte gebracht. Ähm, eine Frage noch und dann haben wir noch jemanden in der Leitung sozusagen. Würdest du eigentlich sagen, das, was du gemacht hast, ähm, oder machst, war Journalismus? War das Aktivismus? War das Publizist?
02:08:33 Wie hättest du das eingeordnet für dich? Es kommt darauf an, was für ein Thema du betrachtest. Es gab sicherlich Videos, die ich als journalistisch betrachten würde, unterschiedliche Interviews, die auch sehr inhaltlich gewesen sind, wo es auch Vorbereitung und Nachbereitung gab. Die waren sicherlich journalistisch. Da war aber auch Aktivismus dabei. Das ist dann natürlich nicht journalistisch.
02:09:00 Gut, Meinungscontent kann man darüber streiten. Ich meine, es gibt den Meinungsjournalismus, es gibt journalistische Kommentare. Das zählt ja auch irgendwo unter dem Schlagwort des Journalismus. Egal, wie man jetzt dazu nun wirklich steht, aber per Definition gehört es dazu. Also ich habe dann eher darauf gehört, wie andere Leute mich da, in was für eine Schublade sie mich stellen. Ich habe es aber ertragen, wenn man mich als Journalist bezeichnet hat. Sagen wir das mal so. Verstehe, verstehe. Du, Henny, Sam.
02:09:28 Vielen lieben Dank, dass du dich dazu geschaltet hast spontan. War schön, mit dir zu quatschen kurz. Danke dir. Ich auch gefreut. Tschüssi. Wir haben noch einen weiteren Community-Gast mit am Start. Und übrigens, Gini hat noch geschrieben hier, ich finde, die schweren Themen sind im Stream auch deutlich besser zu ertragen, als wenn man sie alleine schaut. Das fand ich noch spannend zu den ganzen Reden. Hallihallo. So, wer ist denn da? Hallihallo. So, wer ist denn da? Ich bin der Alexander. Hi.
02:09:58 Hi Alexander, wir haben glaube ich einen kleinen Delay drin, also tatsächlich von drei, vier, fünf Sekunden. Ich höre mich selbst im Hintergrund, weil falls du es ein bisschen runterdrehen könntest, wäre das super, weil dann höre ich mich nicht doppelt und dreifach. Alexander, warum hast du dich dazu geschaltet? Wie hast du die Diskussion wahrgenommen?
02:10:16 Zugeschaltet habe ich mich einfach, weil ich doch mal was sagen wollte. Und draufgekommen bin ich durch den Drakon. Den schaue ich noch nicht so lange, aber ich bin Energieberater und die Themen, die er anspricht, die sind halt auch beruflich für mich sehr interessant.
02:10:38 Das heißt, Drakon ist für dich so jemand, der für dich so ein Themenfeld abbildet, was du sonst nicht wieder findest irgendwo anders? Also im Internet schaue ich da tatsächlich nicht so viel nach den Themen, weil ich ein kritischer Mensch bin.
02:11:06 Ich finde nicht so leicht Vertrauen in andere Menschen. Liegt auch daran, ich bin Asperger-Autist und da fällt es mir nicht so leicht. Ich habe von ihm jetzt mal Stream gesehen und das, was er gesagt hat, das fand ich alles sehr gut recherchiert und vor allem mit dem, was ich beruflich an Erfahrung habe.
02:11:31 Also gibt es da sehr viele Übereinstimmungen von dem, was er sagt und von dem, was ich erfahren habe und was ich miterlebe. Das heißt, ich habe ja gerade eben so gefragt, okay, vertraut ihr Creatorinnen und Creatoren? Und ich glaube, viele haben gesagt, es braucht da einfach auch ein bisschen Zeit, um sich da niemanden zu gewinnen und Vertrauen aufzubauen. Und ich gehe so ein bisschen raus, dass es bei dir tatsächlich ähnlich war. Alexander, vielen Dank, dass auch du dich dazu gescheitert hast zu unserer kleinen Community-Time hier. Merci, merci.
02:12:03 Danke schön und danke für die Möglichkeit und macht weiter so, macht einen guten Job. Sehr gerne, vielen lieben Dank dir und schönen Abend. Danke. Tschüss.
02:12:19 Ja, Mensch, ich habe selbst viel dazu gelernt und ich habe ja am Anfang schon gesagt, dass es auch ein Stream ist, der mich persönlich natürlich irgendwo betrifft. Lieber Chat, verratet mir doch mal, was ihr heute mitgenommen habt oder welchen Take ihr spannend fand oder welcher Gast euch vielleicht auch am meisten begeistert hat. Wobei, falls ihr nur von Drakon hier seid, weiß ich, wie eure Antwort ausfallen wird. Aber wir hatten ja Rob Bubble zu Gast, Alicia, Joe, Marc Christian, unseren Forscher und Wissenschaftler, Drakon und auch unsere zwei Community-Gäste, gerade mit Herrn Nüßler.
02:12:48 und Alexander. Schreibt mir doch mal euer Feeling.
02:12:52 Schreibt mir doch mal euer Feeling so rein. Hat keinen Hals. Du hast gefragt, Marvin, hast du was mitgenommen? Ich nehme vor allem immer mit dem Creator Austausch und finde es immer wieder spannend, dass andere doch irgendwie sehr ähnlich arbeiten wie man selbst. Und dass man, man schwimmt so als Creator. Ich meine, ich arbeite ja zum Beispiel jetzt auch für den SWR. Aber wenn ich da was alleine mache, man schwimmt so alleine vor sich her.
02:13:19 Und es irgendwie schön zu hören, dass andere dann doch auch ähnliche Arbeitsweisen haben. Ich würde allerdings bei der ganzen, ohne es nochmal aufzumachen, das ganze Fast-Fakten-Check-Thematik sagen, da muss man ein bisschen differenzieren. Ich verstehe aus produktioneller Seite, dass es nicht so einfach ist, immer komplett live alles Fakt zu checken. Aber das zum Beispiel fand ich noch eine Sache, wo man diskutieren kann. Starke Gästeauswahl, hat Peffels geschrieben. Alle waren auf ihre Weise.
02:13:47 gut, wurde noch geschrieben. Und, das finde ich ja schon mal schön, falls ihr noch Feedback für uns habt, schreibt uns das gerne mal in den Chat. Also, fandet ihr das gut? Oder was hattet ihr euch noch gewünscht vielleicht auch? An der Stelle übrigens auch danke an alle Mods, die übrigens heute mit dem Start waren auch und die eure Fragen auch beantwortet haben und im Chat mit aktiv waren. Das fand ich sehr, sehr gut. Ich gucke aber jetzt gerade nochmal. Habe gelernt, ohne Journalismus keine Reaction.
02:14:16 Ohne Journalismus keine Reaction zu haben. Ja, ich glaube schon, dass da so ein bisschen was dran ist. Also ohne die ganzen Talkshows hätten die ganzen Streamer und auch YouTuber ein bisschen weniger zum Reagieren drauf. Drakoms Publizist, das haben wir dazugelernt. Ja, das stimmt allerdings.
02:14:34 Der Chat, ich gucke gerade noch mal rein, mitgenommen habe ich ein bisschen, schreibt Gerd, on my Zwilling, aber war nebenbei auf dem Fahrrad und habe ordentlich geschwitzt. Auf der Rolle warst du. Ja, das kann ich nachvollziehen. Das ist anstrengend, zeige ich euch. Auf jeden Fall, liebe Leute. Nächste Woche geht es übrigens weiter mit meinem lieben Kollegen Chris. Und der spricht unter anderem
02:15:03 krammetikalisch muss man sich auch am Ende von so einem Anwälsch aufbauen, mit David Hain und Nerdsica über das Thema Videospielverfilmungen. Da könnt ihr euch jetzt schon mal drüber freuen. David Hain ja auch so eine YouTube-Urgestein. Ist nächste Woche dann mit Chris zu Gast hier bei Mixedalk. 20.30 Uhr. Gerne folgen, falls ihr das noch nicht getan habt. Und ich hol's noch einmal kurz in den Chat, bevor wir dann gleich wirklich die Runde zumachen hier.
02:15:30 War auf jeden Fall sehr interessant. Schneewittchen hätte gerne noch mehr vom Prof gehört. Vielleicht laden wir ihn nochmal ein. Oh, Desroja schreibt, da könnte man Harald Lesch mal in diesem Talk bekommen. Oh, da wäre ich ja sofort dabei, mit Harald zu quatschen. Da wäre ich ja sofort dabei. Das fände ich ja eine ganz, ganz tolle Idee. Nur gut, Leute. Das fände ich gut. Harald Lesch bei Mixed Talk. Können wir das wahr machen?
02:15:56 Es wäre sehr schön. Ich sehe Zustimmung von Basti W. Oh mein Gott, ja. Also die Idee gefällt allen. Wir nehmen sie mit. Wir raiden auf jeden Fall jetzt gleich danach zu Kirikora, die auch ja vergangene Woche zu Gast war, als es um das Thema Animal Crossing ging. Und sie spielt Pocopia. Ein Spiel, was ich unbedingt noch spielen muss, weswegen ich mir vielleicht diese Konsole kaufen werde. Schauen wir mal. Da raiden wir hin. Danke euch fürs Zusehen.
02:16:23 Danke an alle, die im Hintergrund mitgearbeitet haben. Tschüss und bis nächste Woche, dann mit Chris. Ciao, ciao.