Wird Gaming Luxus? @froschmaedchen @Ditomido @Bens_Hardware live bei MixTalk
Werden Games zum Luxusgut?
Eine Diskussionsrunde beleuchtet die stark gestiegenen Kosten für Gaming-PCs, Konsolen und Spiele. Während Experten dies als soziale Spaltung und Verdrängung breiter Bevölkerungsschichten sehen, verteidigen andere den Status als Luxusgut. Auch die Zukunft von Abo-Modellen und Alternativen wie Cloud-Gaming werden thematisiert.
Willkommen und Thema
00:05:09Der Stream startet um 20:30 Uhr. Die Moderatoren begrüßen die Zuschauer und stellen das Format Mixtalk vor, wöchentlich auf dem ARD-Kanal, das über Gaming- und Netzthemen spricht. Das heutige Thema ist, ob Gaming zum Luxus wird. Der Fokus liegt auf steigenden Hardwarepreisen für Gaming-PCs und Konsolen sowie bei Indie- und Triple-A-Spielen. Die Community wird in den Chat gefragt, ob sie Gaming für teurer hält als früher, wobei die meisten mit 'Eins' antworten.
Gast Ben S. und Hardware-Preisentwicklung
00:11:18Der erste Gast, Ben S., ein Hardware-Experte und Streamer, wird begrüßt. Er bestätigt die massive Preissteigerung bei PC-Komponenten und nennt konkrete Beispiele. Der Preisanstieg bei RAM liege bei über 400 %, bei SSDs bei 200 % und bei Grafikkarten bei 20-25 %. Als Hauptgrund für diese Entwicklung nennt er den extremen Bedarf an KI-Rechenzentren, der den Markt für Verbraucher leer zieht, da fast die gesamte Produktion von großen Herstellern wie Samsung und SK Hynix für den Enterprise-Bereich umgestellt wurde. Rohstoffe wie Kupfer und Zinn sind ebenfalls um 50-80 % teurer geworden, was die Preise weiter in die Höhe treibt.
Gast Martin D. und historische Perspektive
00:22:45Der zweite Gast, Martin D., Journalist und Podcaster, betont, dass Gaming zwar immer ein teures Hobby war, aber in den 2000er Jahren für viele sehr erschwinglich wirkte. Das Gefühl der relativen Billigkeit rührte daher, dass die Leistung von PC-Hardware im Verhältnis zum Preis sehr gut war und Spiele stabil bei 50-60 Euro kosteten. Er sieht Gaming als einen Luxus, der nicht für das Überleben nötig ist, aber viele Menschen aus finanziellen Gründen ausschließt. Die aktuelle Entwicklung bei den Preisen verschärft diese soziale Spaltung, da Gaming auch eine wichtige kulturelle und soziale Funktion hat, zum Beispiel auf Schulhöfen oder in der Arbeitswelt.
Gast Froschmädchen und Consumer-Perspektive
00:42:07Die dritte Gästin, Froschmädchen, eine Streamerin, teilt dieConsumer-Perspektive. Sie bestätigt, dass Gaming für sie teurer wird, sieht es aber schon immer als eine Form von Luxus. Sie vergleicht die Kosten mit anderen Hobbys wie dem Sport, bei denen ebenfalls Ausgaben für Ausrüstung anfallen. Der Preis für Spiele von 70 Euro sei für sie oft gerechtfertigt, besonders bei Lieblingsserien wie Resident Evil, wo sie eine hohe Spielzeit erwartet. Als Streamerin hat sie den Vorteil, oft Rezensionsexemplare zu erhalten. Die maximale Preisspanne, die sie für ein Spiel ausgeben würde, liegt bei 100 Euro, wobei sie den Wert für ihren Stream mit einbezieht.
Diskussion um Setup-Kosten und Konsolen
00:27:03Die Runde diskutiert über die Ausgaben für ihre persönlichen Gaming-Setups. Ben S. gibt an, dass sein PC bei Neukauf etwa 8.500 Euro kostete und inzwischen über 11.000 Euro wert sei. Martin D. berichtet von einem neuen PC für 2.200 Euro, nachdem sein alter acht Jahre gehalten hatte. Die Chat-Zuschauer zeigen eine große Bandbreite, von unter 500 Euro bis hin zu über 8.000 Euro. Die Experten diskutieren, ob Konsolen bei Preisen um 1.000 Euro noch als günstigere Alternative zum PC gelten können. Sie sind der Meinung, solange die Grenze von 1.000 Euro nicht überschritten wird, bleibt der Vorteil der Einfachheit bestehen. Abo-Modelle wie Xbox Game Pass werden als mögliche Zukunftsoption genannt.
Preiswahrnehmung von Spielen
00:45:33Die Teilnehmer debattieren über den fairen Preis von Videospielen. Während 70 Euro für viele Titel als Standard gelten, gibt es Spezialfälle wie die 100-Euro-Deluxe-Edition von EA, die auch früheren Zugang bietet und sich 2,2 Millionen Mal verkaufte. Die Runde fragt die Chat-Zuschuer, was sie maximal für ein Spiel ausgeben würden. Die Meinungen gehen weit auseinander, von 70 Euro bis hin zu 200 Euro. Froschmädchen ist bereit, maximal 100 Euro für ein Spiel zu bezahlen, während Ben S. privat unter dreistellig bleiben würde und Martin D. 80 Euro als sein Maximum ansieht. Die Diskussion beleuchtet, wie verschiedene Faktoren wie Streaming, Markenwert und subjektiver Mehrwert die Zahlungsbereitschaft beeinflussen.
Preisvorstellungen für Spiele
00:49:14Die Teilnehmer diskutieren über die gewünschten Preise für neue Spiele wie GTA 6. Während einige 50 Euro als angemessen betrachten, gibt es auch Stimmen, die 150 Euro für eine Collector's Edition zahlen würden, wenn diese physische Extras enthält. Der General Konsens ist, dass hohe Preise die soziale Teilhabe am Gaming erschweren können und viele Spieler, despite der Kritik, letztendlich doch zum Kauf greifen würden.
Einladung des Entwicklers Andi
00:53:30Als nächster Gast wird Andi begrüßt, der als Creative Director und Spieleentwickler seit über 25 Jahren in der Branche tätig war und für Ubisoft und Epic Games gearbeitet hat. Seine Anwesenheit soll eine neue, wertvolle Perspektive in die Diskussion bringen. Chat-Mitglieder werden aufgefordert, Fragen an den Entwickler zu stellen, um von seinem Fachwissen zu profitieren.
Preisentstehung aus Sicht der Entwickler
00:58:56Andi erläutert, warum moderne Spiele so teuer sind. Er nenrt Assassin's Creed Shadows als Beispiel, das mit 2.000 bis 3.000 Entwicklern über drei Jahre entstand. Hohe Personalkosten, lange Entwicklungszeiten und der immense technische Aufwand für hochwertige Grafik tragen zu den Preisen bei. Zudem erschweren F2P-Modelle und die Sale-Kultur den Verkauf zu Vollpreisen, was die Preisgestaltung beeinflusst.
Psychologie der Preisgestaltung
01:09:46Andi beleuchtet die psychologische Wahrnehmung von Preisen. Spieler assoziieren einen Preis von 8 Euro oft mit 10 Euro, während 13 Euro im Kopf bereits 15 Euro entsprechen. Diese psychologische Grenze ist für Entwickler entscheidend. Indie-Entwickler müssen zudem die hohen Plattformgebühren von ca. 30% und die Tatsache berücksichtigen, dass die meisten Spieler auf Rabatte warten.
Vorstellung von Dito Mido und einzigartiges Streaming-Format
01:21:48Ein weiterer Gast ist Dito Mido, der sein siebenjähriges Twitch-Jubiläum feiert. Sein einzigartiges Format ist es, ausschließlich Spiele zu streamen, die ohne Rabatt 5 Euro oder weniger kosten. Die Community kann über seine Website Spiele vorschlagen, die dann per Zufall ausgewählt werden. Dieses Format ist aus dem Wunsch entstanden, neue, unbekannte Indiespielen vorzustellen und seine Zuschauer einzubinden.
Qualität im niedrigen Preissegment
01:29:13Dito berichtet über die Qualitätsvarianz in dem von ihm gespielten Preissegment. Von etwa 1900 gespielten Spielen schätzt er nur elf als echte Fünf-von-fünf-Spiele ein. Trotzdem gibt es jährlich ein Spiel des Jahres in seiner Community, wie z.B. Outcore, das beweist, dass auch im unteren Preissegment Perlen zu finden sind, oft durch einzigartige Spielmechaniken oder Erzählweise.
Preisspaltung in der Gamer-Community
01:32:17Die Diskussionsrunde befasst sich mit der Frage, ob die immer weiter steigenden Preise für Videospiele die Community in zwei Lager spaltet, einerseits die Billigspieler und andererseits die High-End-Gamer. Dabei wird eine große Spanne zwischen Preisen von 5 Euro und über 100 Euro für Spiele wie GTA 6 festgestellt. Die Teilnehmer diskutieren, ob viele Menschen sich teure Spiele gar nicht mehr leisten können und stattdessen darauf angewiesen sind, das Spielen über Streamer zu verfolgen.
Preisfindung aus Entwicklersicht
01:33:30Aus der Perspektive eines Entwicklers wird die Preisfindung als ein komplexer Balanceakt beschrieben. Das Hauptziel sei es, ein Spiel so weit wie möglich zu verbreiten, weshalb der Preis so niedrig wie gehalten werden sollte. Man sucht nach dem Sweet Spot zwischen Preis und erreichbarer Zielgruppe. Gleichzeitig wird aber auch erkannt, dass die stetige Preiserhöhung die Spaltung zwischen verschiedenen Spielergruppen weiter vertiefen wird.
Cloud-Gaming als Alternative?
01:34:49Die Teilnehmer diskutieren den Stellenwert von Cloud-Gaming-Diensten wie Game Pass oder GeForce Now. Als Vorteil wird der fixe, oft niedrige Monatspreis für einen großen Katalog an Spielen gesehen. Allerdings wird auch kritisch hinterfragt, ob diese Dienste bereits breite Akzeptanz in der Gamer-Gesellschaft gefunden haben oder eher ein Nischenphänomen bleiben. Die streamed Ausgabe scheint unter den Teilnehmern wenig Verbreitung zu haben.
Qualität vs. Preis bei Indie-Titeln
01:36:48Ein zentrales Thema ist die Preispolitik bei Indie-Spielen. Streamer, die sich bislang auf Titel bis 5 Euro spezialisiert haben, stehen vor der Herausforderung, ihre Preisgrenze aufgrund der Inflation anzuheben. Dies führt zu einem Dilemma: Eine Anpassung der Preisgrenze könnte die Qualität der gezeigten Spiele mindern, da bei niedrigeren Preisen oft weniger Budget in die Entwicklung geflossen ist. Die Community ist dabei gespalten, wobei der Hauptfokus auf der Kostenbeteiligung für die Spiele durch die Subs liegt.
Methoden der Preisfestlegung
01:40:37Die Runde beleuchtet die vielschichtigen Methoden, wie Entwickler die Preise für ihre Spiele festlegen. Entscheidende Faktoren sind nicht nur der Arbeitsaufwand, sondern auch die Marktlage, die Verkaufsprognosen und die Konkurrenz. Ein psychologisches Element ist die Preiswahrnehmung der Kunden, die Spiele in verschiedene Bucket (z.B. unter 5 Euro, 5-10 Euro) sortiert. Auch die subjektive Wertigkeit im Vergleich zu anderen Unterhaltungsformaten wie Kinofilmen spielt eine Rolle.
Auswirkungen der Jugendschutz-Verordnung
01:43:01Ein trauriger Nebeneffekt der neuen Jugendschutz-Verordnung auf Steam wird thematisiert. Viele Indie-Entwickler, oft aus dem Ausland, sind mit der Regelung überfordert, verpassen Fristen oder kennen den Zugang zu ihren Steam-Konten nicht. Dies führt dazu, dass viele gute Spiele in Deutschland nicht mehr verfügbar sind. Für zukünftige Spiele ist dies weniger ein Problem, doch bereits bestehende Titel sind damit dauerhaft verloren gegangen.
Preisentwicklung bei Indie-Titeln
01:48:10Die Debatte dreht sich um die generelle Preisentwicklung im Indie-Bereich. Der Eindruck entsteht, dass die Preise für Indie-Spiele langsam aber stetig ansteigen, was hauptsächlich auf die Inflation und die gestiegenen Entwicklungskosten zurückzuführen ist. Teilnehmer, die regelmäßig 5-Euro-Titel spielen, berichten, dass viele Studios ihre Preise auf 6,60 Euro oder 7,30 Euro angehoben haben. Diese Entwicklung könnte dazu führen, dass sich das Preis-Leistungs-Verhältnis verschlechtert.
Community-Input und Gaming als Luxus
01:55:16Im Rahmen der Community Quality Time teilen Zuschauer ihre Perspektiven. Ein Teilnehmer berichtet von seinem Gaming-Setup, das er weitgehend auf dem Gebrauchtmarkt zusammengebaut hat, und betont, dass Gaming-Luxus stark von der persönlichen finanziellen Situation abhängt. Er nutzt den Gebrauchtmarkt, um Kosten zu sparen. Eine Umfrage im Chat zeigt, dass die monatlichen Ausgaben für Spiele stark schwanken, von 5 Euro bis hin zu 300 Euro pro Monat. Dies verdeutlicht die große finanzielle Bandbreite innerhalb der Community.