Indigene Völker in Brasilien kritisieren die Regierung, da sie trotz Betonung des Waldschutzes der Ölförderung zustimmt. Bei der Klimakonferenz in Belèm wird gefordert, indigene Rechte stärker zu schützen.

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Willkommen und Themenvorstellung

00:10:25

Hanin und Felix begrüßen die Zuschauer zurück beim interaktiven Community-Format Tagesschau Together. Sie präsentieren die beiden Hauptthemen des Streams: die Weltklimakonferenz COP 30 in Belém, Brasilien, und die Sicherheitslage an deutschen Weihnachtsmärkten. Der Stream wird auf mehreren Plattformen wie Twitch, TikTok, Instagram und YouTube ausgestrahlt, um eine breite Reichweite zu erreichen.

Interaktives Element: Das Gewinnspiel

00:11:44

Das Format bietet einen interaktiven Aspekt durch ein Gewinnspiel. Zuschauer können mit 300 Kanalpunkten, die man durch Folgen des Kanals erhält, an einem Wettbewerb teilnehmen. Es gilt, einen Gaming-Charakter zu erraten, wobei fünf Hinweise im Stream gezeigt werden. Die richtigen Antworten werden per 'Fax' eingereicht, und aus den richtigen Lösungen wird eine Gewinnerin oder ein Gewinner gezogen, die eine Susanne-Daubner-Tasse gewonnen.

Einführung ins Hauptthema: COP 30 in Belém

00:29:31

Nach der gemeinsamen Betrachtung der Tagesschau um 20 Uhr konzentrieren sich Hanin und Felix auf den ersten Themenschwerpunkt, die Klimakonferenz in Brasilien. Sie führen das Publikum in die Thematik ein und kündigen die Verbindung zur Live-Korrespondentin Xenia Böttcher in Belém an, um von Ort und Stelle Einblicke zu gewinnen und Zuschauerfragen zu beantworten.

Live-Berichterstattung aus Belém

00:51:45

Xenia Böttcher berichtet aus dem indigenen Dorf in Belém und beschreibt die Atmosphäre der Konferenz. Sie erklärt die Bedeutung der COP als globale WG, die gemeinsame Klimaziele definieren will. Ein zentraler Punkt ist die technische Diskussion über die Festlegung von 100 Faktoren, um die Klimaanpassung der Länder vergleichbar zu machen, und die Finanzierungsfrage des globalen Südens durch Industrieländer.

Proteste indigener Völker und die Bedeutung der Zivilgesellschaft

01:00:49

Xenia Böttcher und ihr Gast Pakak, ein Angehöriger des indigenen Volks der Chikrim, analysieren die Protestaktionen indigener Völker während der COP. Die Aktionen symbolisieren den Forderungen nach mehr Gehör und Schutz ihrer Territorien und Lebensräume vor dem illegalen und legalen Bergbau. Pakak betont, dass indigene Völker den Wald am besten schützen und ihre Teilnahme an der COP eine historische Chance für ihre Anliegen ist.

Konkrete Gefahren für indigene Gemeinschaften

01:05:41

Pakak schildert die spezifischen Gefahren in seiner Region im Südwesten von Pará. Durch den legalen Abbau von Mineralien durch multinationale Unternehmen wird das Wasser der Gemeinschaften verseucht. Dies führt zu Gesundheitsproblemen und zwingt die Menschen, aus Not weiter verseuchtes Wasser zu nutzen, was eine zentrale Klage bei der COP ist und den direkten Zusammenhang zwischen Menschenrechten und Umweltschutz aufzeigt.

Haltung der indigenen Völker zu den Protesten

01:11:01

Obwohl die indigenen Völker die Protestaktionen der eigenen Gemeinschaft grundsätzlich unterstützen, distanzieren sie sich explizit von der gewalttätigen Form der Invasion. Sie sehen sich als Teil einer historischen Bewegung für mehr Teilhabe in der COP. Ihr Hauptanliegen bleibt jedoch die Forderung nach Anerkennung ihrer Schutzgebiete, um ihre Territorien effektiv vor wirtschaftlicher Ausbeutung verteidigen zu können.

Historische COP 30 in Belém

01:11:38

Die COP 30 in Brasilien wird als historisch bezeichnet, da sie die bisher größte Beteiligung indigener Völker aufweist. Das Anliegen der Indigenen ist friedlich und steht im direkten Gegensatz zu dem Bild von Gewalt, das in Verbindung mit ihnen gezeichnet wird. Brasilien betont seine demokratische Natur und plant, an friedlichen Demonstrationen teilzunehmen. Wichtig ist der Hinweis, dass indigene Völker weltweit ihre Umwelt schützen, was eine wertvolle Lerneigenschaft im Hinblick auf nachhaltige Anbaumethoden ist.

Beteiligung und Forderungen der Indigenen

01:13:41

Indigene Völker sind an den Verhandlungen beteiligt, jedoch werden primär die Staaten als Verhandlungspartner behandelt. Brasilien hat eine Ministerin für indigene Angelegenheiten, der Kontakt zu den Völkern ist vorhanden, aber möglicherweise nicht so intensiv, wie es sich die Menschen wünschen. Präsident Lula fordert die Weltgemeinschaft finanziell zu unterstützen, damit die Völker im Wald weiterleben können. Dabei wird betont, dass ihr Schutz des Amazonas, der das Weltklima reguliert, einen Wert für alle darstellt und sie dafür entsprechende Unterstützung benötigen.

Widersprüche in der brasilianischen Politik

01:15:05

Ein entscheidender Widerspruch in der aktuellen Politik Brasiliens ist, dass die Entwaldung im Amazonas zwar massiv zurückgeht, der Präsident jedoch der staatlichen Ölgesellschaft Petrobras erlaubt, im Amazonas-Ölfeld nach Öl zu suchen. Diese Doppelstrategie ist für indigene Gemeinschaften und Umweltorganisationen eine Katastrophe und wurde als sehr negatives Zeichen gewertet. Versuche, die Einnahmen aus dem Ölabbau für klimafreundliche Technologien zu verwenden, kommen bei der Bevölkerung nicht an.

Die Arbeit einer ARD-Korrespondentin

01:16:28

Für die Korrespondentin Xenia Böttcher ist es ein Privileg, als Journalistin reisen zu können und menschliche Geschichten zu erzählen, um insbesondere junge Menschen für Themen zu sensibilisieren. Die große Freude an der Arbeit in Südamerika steht im Kontrast zu schwierigen Momenten, in denen sie menschliches Leid, Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle wie nach dem Polizeieinsatz in Rio deauga erleben muss. Diese Eindrücke zu vermitteln, ist ein wesentlicher, aber auch emotional belastender Teil ihrer Arbeit.

Komplexität der internationalen Klimaverhandlungen

01:18:19

Die Delegationsgespräche bei der Weltklimakonferenz können als ein Pokerspiel zwischen den Nationen beschrieben werden. In diesem "Spiel" werden Forderungen blockiert, um später andere Ziele durchsetzen zu können. Ein wesentlicher Treiber für die Bereitschaft der Industrieländer, Gelder bereitzustellen, ist das Bewusstsein, dass die Länder am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, die ihn jedoch nicht verursacht haben. Die Verhandlungen sind jedoch komplex, da Länder wie China oder Indien offiziell als Entwicklungsländer gelten, obwohl sie zu den größten Treibhausgasemittenten zählen.

Sicherheit von Weihnachtsmärkten nach dem Anschlag von Magdeburg

01:29:47

Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt, bei dem sechs Menschen starben, wird die Sicherheit auf den Weihnachtsmärkten kritisch hinterfragt. Das Sicherheitskonzept für Magdeburg wurde nach der Kritik an unzureichenden Zufahrtssperren und zu wenig Sicherheitspersonal nachgeschärft. Die Stadt und die Landesverwaltung arbeiten an einer Lösung, um die Marktöffnung zu ermöglichen. Parallel dazu hat der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter begonnen, bei dem das Leid der Opfer im Mittelpunkt steht.

Prozess gegen den mutmaßlichen Täter

01:33:08

Der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter des Magdeburger Anschlags ist geprägt von seiner narzisstischen Ader und dem Versuch, öffentliches Aufmerksamkeit zu erlangen. Im direkten Gegensatz dazu steht die tiefe Betroffenheit der Nebenkläger und der Angehörigen der Opfer, bei denen Erzählungen über die Folgen der Tat zu starken emotionalen Reaktionen führen. Der Täter selbst zeigte sich bei der Aufdeckung seiner Tat sehr emotionslos und sprach nur wenig Mitleid für die Opfer aus. Sein Motiv wird als komplexe, aber vor allem politisch motivierte Tat angesehen.

Risiken der Sicherheit und Lebensfreude

01:40:44

Der Sicherheitsexperte Holger Schmidt betont, dass das Leben voller Risiken ist, von denen terroristische Anschläge statistisch gesehen eine geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen. Er warnt davor, die Gesellschaft durch eine fixierte Angst vor solchen Ereignissen zu verändern, da dies das Ziel der Terroristen ist. Während Sicherheitskonzepte wie Betonpoller und Taschenkontrollen wichtig sind, ist die Abwägung zwischen perfektem Schutz und Erhalt von Lebensfreude eine zentrale Herausforderung. Finanziell sind vor allem kleinere Gemeinden oft überfordert, die Kosten für aufwendige Sicherheitskonzepte zu tragen.