Politische Eröffnung der gamescom 2026
Gamescom-Eröffnung: Politische Prominenz und Rekordzahlen
Die gamescom 2026 wurde mit einer politischen Eröffnungsveranstaltung eingeleitet, die Rekordzahlen präsentierte: 1700 Aussteller, 47 Länderpavillons und 420 Indie-Studios belegten 233.000 Quadratmeter. Unter den Gästen befanden sich Ministerpräsident Henrik Wüst, Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und EU-Vizekommissionspräsidentin Henna Wirkunen. Die Anwesenheit hochrangiger Regierungsvertreter verdeutlichte die strategische Bedeutung der Spieleindustrie für die europäische Wirtschaft und digitale Souveränität. Die Veranstaltung betonte das Leitthema 'Games machen Lust auf Zukunft' und hob die Rolle der Branche für Innovation und technologische Unabhängigkeit hervor.
Eröffnung und Rekordstatistiken
01:08:48Die politische Eröffnung der Gamescom 2026 wurde von Viola Tensil moderiert, die eine neue Bühne und erweiterte Ausstellungsflächen in der Kölner Messe hervorhob. Sie betonte Rekorde: 1700 Aussteller, 47 Länderpavillons, 420 Indie Studios und 233.000 Quadratmeter ausgebuchte Fläche. Das Leitthema 'Games machen Lust auf Zukunft' unterstrich die Bedeutung der Branche für Innovation und technologische Souveränität, während internationalen Gästen aus Politik und Wirtschaft willkommen hieß.
Politische Gäste und Regierungsvertretung
01:10:15Neben Ministerpräsident Henrik Wüst und Bundesforschungsministerin Dorothee Bär war auch EU-Vizekommissionspräsidentin Henna Wirkunen anwesend. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil, Vizekanzler der SPD, erhielt einen herzlichen Willkommensapplaus. Die Anwesenheit hochrangiger Politiker unterstrich die strategische Bedeutung der Games-Branche für Deutschland und Europa, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für den nächsten Tag angekündigt wurde.
Branchenperspektiven und Förderung
01:10:49Felix Feig, Geschäftsführer des Game-Verband, betonte die Wachstumspotenziale der deutschen Games-Branche. Er kritisierte die Lücken im internationalen Vergleich, insbesondere die fehlende steuerliche Förderung (Tax Credit), die in anderen Ländern etabliert ist. Die Bundesregierung habe die Förderung von 50 auf 120 Millionen Euro erhöht, doch fehlende Planbarkeit behindere langfristige Investitionen.
Ubisoft: 40 Jahre Innovation und europäische Zusammenarbeit
01:18:38Ubisoft feierte 40 Jahre Bestehen mit Games wie Rayman Legends Retold und Heroes of Might and Magic 3. Benedikt Grindel, Zone-Managing Director, hob die internationale Zusammenarbeit mit Studios in Europa hervor, darunter das französische Lead Studio Ubisoft Montpellier. Die Entwicklung von Rayman auf der Nintendo Switch 2 wurde als Beispiel für technische Innovation genannt, während die Herausforderungen mobiler Konsolen diskutiert wurden.
Lars Klingbeil: Games als Schlüsselindustrie
01:25:23Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte die gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung der Games-Branche. Er sprach von der Erhöhung der Förderung auf 120 Millionen Euro, der Anerkennung von E-Sport als Gemeinnützigkeit und der Notwendigkeit, steuerliche Förderung (Tax Credit) zu etablieren. Kritisch anmerkte er die fehlende Planbarkeit für Unternehmen und die Herausforderungen durch die Haushaltssituation.
EU-Strategie und digitale Souveränität
01:50:00Henna Wirkunen, EU-Vizekommissionarin, positionierte Europa als zentralen Akteur der globalen Games-Industrie. Sie kündigte an, die EU-Strategie für digitale Souveränität voranzutreiben, darunter den Agora EU-Fonds für kreative Inhalte und den Europäischen Competitiveness Fund. Zentrale Themen waren staatliche Beihilfen, Cloud-Infrastruktur und der Schutz junger Nutzer, wobei Self-Regulation der Branche gefordert wurde.
Indie-Game-ForTheFeathers: Emotionale Geschichte und Nachwuchsförderung
01:52:34Das Indie-Game ForTheFeathers von Honey Big erzählt die Geschichte eines Pinguins, der von seiner verstorbenen Großmutter auf ein letztes Abenteuer gebracht wird. Die Entwicklerinnen Melanie Obers und Christina Luntz betonten die persönliche Motivation und den Erfolg durch Programme wie den Games Lift Incubator und das Pre-Start-Stipendium. Das Spiel ist in Halle 10.2 spielbar und kostenlos online verfügbar.
Epic Games: Unreal Engine und Zukunft der Content Creation
02:08:09Clifford, Senior Vice President von Epic Games, erklärte, wie Game Engines wie Unreal Engine Branchen wie Luft- und Raumfahrt oder Automotive unterstützen. Die Technologie ermögliche fotorealistische Simulationen und demokratisierte Content Creation. Kritisch sah er die Distribution als größte Herausforderung für Entwickler, während soziale Interaktion und cross-game Ökosysteme Zukunftstrends seien.
Dorothee Bär: Förderung und Ambitionsniveau
02:13:36Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte die Ambition, Deutschland als führender Games-Standort zu etablieren. Sie kritisierte die geringe Wertschöpfung (5 % der Spiele werden lokal produziert) und forderte mehr steuerliche Planbarkeit. Die Förderung solle auf 20 Millionen Euro pro Projekt erhöht werden, wobei Verhandlungen mit der EU noch liefen.
Ausblick und strategische Schritte
02:23:04Die Gameskom-Strategie werde aktualisiert, um der rasanten Branchenentwicklung gerecht zu werden. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil kündigte an, die Förderung für innovative Unternehmen weiter zu erhöhen. Die Regierung betonte die Notwendigkeit, Skandinawen-Modelle wie die finnische Games-Entwicklung zu unterstützen. Zukünftige Schwerpunkte seien die Stärkung der europäischen Kompetenzen und die Förderung junger Talente.