#LASSREDEN BEI DER EU-KOMMISION lassreden
EU-Projekt ermöglicht jungen Menschen mit der Kommission zu diskutieren
Dem EU-Projekt #LASSREDEN wurde in Berlin eine Veranstaltung mit EU-Kommissionsvertreterin Barbara Gessler gewidmet. Die Initiative, die über die Webseite lass-reden.eu zugänglich ist, soll besonders junge Menschen zwischen 16 und 24 Jahren ermutigen, ihre Meinungen zur Politik einzubringen. In Deutschland wird die Initiative durch eine mobile Station, den 'Cube', unterstützt.
Ankunft und Vorstellung der EU-Initiative
00:09:11Wir sind komplett hier in der Main Area von Berlin, direkt am Brandenburger Tor. Die EU-Kommission hat den Streamer gebeten, bei einer Initiative mitzumachen: Hashtag #LASSREDEN. Über die Webseite lass-reden.eu können der EU-Kommission Sorgen, Nöte, Wünsche und Fragen gestellt werden. Besonders junge Menschen sollen die Chance bekommen, ihre Meinungen zu äußern. Heute gibt es ein Treffen mit der Europäischen Kommissionsvertreterin Barbara Gessler, um über die Funktion der EU-Kommission zu sprechen und das Projekt #LASSREDEN vorzustellen.
Funktion der EU-Kommission erklärt
00:16:14Barbara Gessler leitet die Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland. Die EU-Kommission macht Gesetzesvorschläge und prüft später deren Umsetzung. Das EU-Parlament besteht direkt gewählte Abgeordnete und stimmt über die Gesetze ab. Der Hauptunterschied: Die Kommission macht die Vorschläge, während das Parlament diese abstimmt. Barbara selbst ist nicht gewählt, sondern EU-Beamtin mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung. Sie hat Verwaltungswissenschaften studiert und arbeitet als Vertreterin der Kommission in Deutschland, den Kontakt zwischen Brüssel und Deutschland zu stärken.
#LASSREDEN - Zuhören und Antworten
00:25:47Die Initiative #LASSREDEN wurde gestartet, weil junge Menschen zwischen 16 und 24 oft das Gefühl haben, nicht gehört zu werden. Die Kampagne ist in zwei Phasen unterteilt: In der ersten Phase wird zugehört, was junge Menschen bewegt, was sie ängstigt oder was sie sich wünschen. In der zweiten Phase gesammelter Informationen wird versucht, Antworten zu finden. Die gesammelten Meinungen werden nach Brüssel weitergeleitet und können dort politische Prozesse beeinflussen. Es gibt auch eine mobile Station, den 'Cube', der durch Deutschland reist, wo junge Menschen ihre Gedanken in einem geschützten Raum äußern können.
Sicherheit und Energie in der EU
00:33:47Die EU steht international unter Druck und tut alles, um zusammenzustehen. Besonders wichtig ist die Sicherheit - nicht nur militärisch, sondern auch wirtschaftlich. Die EU ist ein riesiger Binnenmarkt und schafft durch Handelsabkommen Partnerschaften mit Ländern weltweit. Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie wichtig ein gemeinsames Agieren ist - durch Sanktionen, Unterstützung und gemeinsame Lieferungen von Hilfsgütern. Bei Energiepreisen setzt die EU auf Diversifizierung, um nicht von wenigen Lieferanten abhängig zu sein. Gleichzeitig soll verstärkt in erneuerbare Energien investiert werden, auch wenn dies Diskussionen über die Rolle der Kernenergie auslöst.
Aufgabenteilung zwischen EU und Deutschland
00:44:13Es gibt eine klare Aufgabenteilung zwischen der EU und Deutschland. Die EU macht oft den Rahmen, während die Bundesländer oder die Bundesregierung konkrete Gesetze erlassen und umsetzen. Bei Bildung hat die EU zum Beispiel nur wenig zu sagen, hat aber das Erasmus-Programm. Die EU-Kommission macht Vorschläge, die dann vom EU-Parlament und den nationalen Regierungen diskutiert werden müssen. Die nationalen Regierungen sorgen dafür, dass die EU-Vorgaben in nationales Recht umgesetzt werden. Gerichte können kontrollieren, ob Regierungen die Gesetze korrekt anwenden.
EU-Gesetzgebungsprozess
00:49:51Der Stream erklärt den komplexen Gesetzgebungsprozess der EU, bei dem Vorschläge zuerst mit Regierungen und Parlamenten verhandelt werden müssen. Dabei geht es darum, eine Balance zwischen den verschiedenen Interessen der 27 Mitgliedstaaten zu finden. Manche Länder haben andere Prioritäten, wie zum Beispiel der Schutz vor Waldbränden in Südeuropa. Dieser Prozess kann langsam sein, ist aber Ausdruck des Versuchs, möglichst vielen gerecht zu werden.
Perspektiven und Input junger Menschen
00:51:47Die EU betont die Bedeutung der Gemeinsamkeit für die Stärke. Junge Menschen können durch ihre Offenheit und internationale Perspektiven wertvolle Beiträge leisten, besonders wenn sie mit Freunden aus anderen Ländern sprechen. Der Stream appelliert an das Publikum, Themen und Fragen einzubringen, damit diese bei der EU ankommen. Es geht darum, verschiedene Sichtweisen zu verstehen und daraus eine Meinung zu bilden, die über den eigenen Horizont hinausgeht.
Reformbedarf in der Entscheidungsfindung
00:54:38Die EU needs reform in decision-making processes to become faster and more efficient. Currently, many decisions require unanimity, which can lead to blockages. Im Außenpolitikbereich beispielsweise ist es besonders wichtig, schneller zu werden, ohne die notwendige Qualität zu opfern. Es gibt Pläne, das Einstimmigkeitsprinzip zu überdenken und mehr auf Mehrheitsentscheidungen zu setzen, besonders in Bereichen wie der Verteidigung, ohne dabei jedoch die Bedürfnisse kleinerer Mitgliedsstaaten zu übergehen.
KI-Regulierung und Internetsicherheit
01:00:24Die EU arbeitet an der Regulierung von Künstlicher Intelligenz und Internetsicherheit. Der kürzlich verabschiedete AI Act soll einen europaweiten Rechtsrahmen schaffen, der Urheberrechte, Verbraucher und Plattformregeln umfasst. Gleichzeitig geht es darum, junge Menschen im Internet zu schützen, etwa durch neue Apps gegen digitale Gewalt. Auch der Kampf gegen Desinformation und Fakes ist ein wichtiger Pfeiler, um die Authentizität von Informationen zu gewährleisten und Unabhängigkeit von außereuropäischen Anbietern zu sichern.
Migrationspolitik und Grenzsicherung
01:07:02Ein umstrittenes Thema ist die EU-Einbindung in die Seenotrettung im Mittelmeer. Hier geht es um die schwierige Balance zwischen dem Schutz der Außengrenzen vor Menschenschmuggel und illegaler Migration sowie der Wahrung der Menschenrechte. Die EU versucht, ein verlässliches System zu schaffen, in dem Menschen mit legitimen Ankommen können, gleichzeitig aber die Lasten gerecht verteilt werden. Diese komplexen Herausforderungen erfordern ständige Abwägungen und werden stark von jungen Menschen diskutiert.
Street-Interviews mit jungen Menschen
01:18:44Nach dem Gespräch mit der EU-Beamtin führen die Streamer Street-Interviews in Berlin, um die Meinungen junger Menschen zu Politik und EU-Themen zu erfassen. Dabei zeigt sich, dass viele junge Menschen nur wenig über die konkreten Aufgaben der EU wissen oder allgemeine Themen wie die Dönerpreisbremse und Spritpreise als brennend empfinden. Einzelne Befragte äußern Sorgen zu Krieg und Wehrpflicht, während andere eher auf innenpolitische Themen wie die Rentenpolitik fokussiert sind.
Jugendliche Meinungen zur EU
01:36:42Der Streamer spricht mit jungen Leuten unter 24 Jahren über ihre Wünsche und Anliegen auf EU-Ebene. Ein zentrales Thema ist die Entbürokratisierung, die als großes Problem gesehen wird, da sie viele Prozesse unnötig behindert. Wirtschaftliche Aspekte werden als Basis für den Sozialstaat betont, und es wird diskutiert, dass die EU-Länder besser zusammenarbeiten sollten, besonders in der Asylpolitik.
Asylreform und EU-Zusammenarbeit
01:38:27Ein wichtiges und polarisierendes Thema ist die dringende Reform des Asylsystems in der EU. Es wird angemerkt, dass bestimmte Länder wie Deutschland deutlich attraktiver sind für Asylbewerber, was zu einer ungleichen Verteilung führt. Eine bessere Zusammenarbeit und eine gleichmäßige Linie der EU-Staaten in der Asylpolitik werden als essentiell für eine fairere Verteilung der Asylbewerber angesehen.
Krieg und Wehrpflicht
01:43:13Besonders bei den jüngeren Befragten spielt das Thema Krieg und Wehrpflicht eine große Rolle. Viele fühlen sich von der aktuellen Entwicklungen der Wehrpflicht und dem Konfliktdruck betroffen. Es wird betont, wie schwierig es ist, sich mit EU-weiten Themen zu identifizieren, wenn man sich zuerst mit lokalen Problemen beschäftigt. Die Generation wird mit Fragen zur zukünftigen Verteidigungspolitik konfrontiert.
Soziale Themen und Anerkennung
01:47:22Ein weiteres häufig genanntes Thema sind soziale Belange, insbesondere die Anerkennung und angemessene Bezahlung von Berufen wie Pflegekräften. Es wird kritisch angemerkt, dass solche Berufe im Vergleich zu anderen Tätigkeiten geringer vergütet werden, obwohl sie für die Gesellschaft entscheidend sind. Gleichzeitig werden auch Themen wie Nachhaltigkeit und Umwelt diskutiert.
EU-Mitgliedschaft Schweiz
01:48:52Ein Interview mit einem jungen Mann aus der Schweiz thematisiert die EU-Mitgliedschaft. Es wird diskutiert, wie positiv die EU aus der Sicht außenstehender wahrgenommen wird, und es wird betont, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen EU-Staaten ist. Die positive Perspektive auf die EU wird auch als Stärke kleiner Länder gesehen, die sich zusammentun, um international stärker dazustehen.
EU-Kritik und Populismus
02:12:37Einige interviewte junge Menschen äußern Kritik an der EU, insbesondere hinsichtlich der Vielzahl EU-skeptischer und EU-feindlicher Parteien. Es wird der Populismus in der EU-Politik als wachsendes Problem gesehen, dem nicht mit fundierten Argumenten, sondern oft durch Hassreden begegnet wird. Gleichzeitig wird jedoch auch anerkannt, dass die EU in ihrer jetzigen Form weniger unnötige Kriege verursacht als in vergangenen Jahrhunderten.
Umwelt vs. Kriegsthemen
02:18:53Der Streamer reflektiert über die Themen, die bei den Interviews am häufigsten angesprochen wurden. Überraschenderweise spielte Umweltthemen wie Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien eine geringere Rolle als erwartet. Stattdoms war das Thema Krieg und Wehrpflicht prägender, was mit der aktuellen geopolitischen Lage zusammenhängt. Es wird vermutet, dass Umweltthemen als weniger akut empfunden werden als Kriegsgefahren.
Bürokratieabbau und Petitionen
02:22:30Der Streamer regt die Zuschauer an, über das Portal lass-reden.de ihre Meinungen zu Themen wie Bürokratieabbau oder Windkraftnutzung zu äußern. Es wird betont, dass wenn viele Menschen dieselben Forderungen in Petitionen bündeln, die EU diese stärker berücksichtigt. Als konkreten Vorschlag wird das kostenlose Zelten an Windkraftanlagen eingebracht, was sowohl die Freizeitnutzung als auch den Tourismus fördern und gleichzeitig Flächen sinnvoller nutzen würde.