Auf dem Recruiting Day wurde ein umfassender Einblick in die Ausbildung bei der DFS gegeben. Der Besuch erstreckte sich von einer Tour durch verschiedene Ausstellungsbereiche bis hin zu Live-Simulationen im Tower und im Flugsimulator. Dabei wurde klar, dass die extrem anspruchsvolle Ausbildung eine hohe Konzentration und psychische Eignung erfordert.

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Ankunft und Vorstellung des DFS-Recruiting Days

00:07:59

Der Stream findet beim DFS Recruiting Day der deutschen Flugsicherung statt. Der Streamer erkundet die verschiedenen Ausstellungsbereiche und berichtet, dass er nachmittags in Tower- und Center-Simulationen eintauchen wird. Zudem erwähnt er, dass er Essensmarken erhalten hat, was als zweiter Grund für seine Teilnahme dient. Im Hintergrund wird beobachtet, wie in Echtzeit Fluglotsen die Flugverkehrskontrolle übernehmen.

Gespräche mit Besuchern und Einblicke in den Beruf

00:09:54

Der Streamer führt multiple Gespräche mit Besuchern, die sich für eine Ausbildung als Fluglotse interessieren. Dabei erfährt er, dass der Auswahlprozess extrem anspruchsvoll ist, mit einer Durchfallquote von 95%. Es wird die Altersgrenze von 24 Jahren für die Bewerbung und die lange Ausbildungszeit bis zum vollwertigen Lotse thematisiert. Viele der Angesprochenen studieren Luft- und Raumfahrttechnik oder dual und berichten von positiven Erfahrungen.

Besichtigung der Ausstellungsbereiche

00:23:51

Der Streamer schaut sich auf dem Messegelände um und besucht verschiedene Stände. Dazu gehören die Bereiche Flugsicherungstechnik, Forschung und Entwicklung, sowie Bewerbercoaching. Er interagiert mit Ausstellern und Azubis, die über den dualen Studiengang mit Lotsenausbildung sprechen. Dabei stellt er fest, dass die Durchfallquote für das duale Studium geringer ist, der Auswahlprozess dennoch komplex und anspruchsvoll ist.

Tower-Simulation und Einblicke in die Ausbildung

00:44:49

Eine Führung führt die Gruppe in einen Tower-Simulator. Dort wird erklärt, dass die Ausbildung in Phasen unterteilt ist. Zuerst wird im Basic-Kurs das Handling der vielen Informationen geübt. Erst in einem späteren Ausbildungsteil werden die komplexen 360-Grad-Simulatoren genutzt, um den Umgang mit realen Szenarien zu erlernen. Die Ausbildung dauert insgesamt etwa ein Jahr in der Akademie, bevor die praktische Phase an einem Flughafen beginnt.

Ausbildung und Arbeitsalltag eines Fluglotsen

01:02:34

Die Ausbildung zum Fluglotsen dauert je nach Skill-Level zwischen 12 und 24 Monate. Jeder Lotse muss alle drei Jahre einen Notfallkurs absolvieren, um seine Erlaubnis, aktuell noch ein physisches Papier, zu verlängern. Die Arbeit umfasst nicht nur die Koordination des Flugverkehrs, sondern auch die Unterstützung in Notsituationen, die jedoch seltener eintreten. Simulationspiloten, die eine interne Ausbildung durchlaufen haben, unterstützen die Lotsen, indem sie Anweisungen der Lotsen an die Flugzeuge wiederholen und Aktionen wie das Aufnehmen von Fahrt übernehmen.

Champions League und Standortwahl in der Flugsicherung

01:05:27

Die Bezeichnung 'Champions League' in der Flugsicherung bezieht sich auf die individuelle Neigung und die Komplexität verschiedener Standorte. Flughäne wie Frankfurt haben hohes Flugaufkommen mit vielen Bewegungen, während andere wie Stuttgart weniger Movements, aber mehr gemischten Verkehr aus verschiedenen Flugzeuggrößen aufweisen. Die Wahl des Standorts beeinflusst die Dauer und den Fokus der Ausbildung, da an einem Hauptflughafen wie Frankfurt deutlich mehr Theorie und komplexere An- und Abflugverfahren zu lernen sind.

Altersgrenze und Erfolgschancen bei der Bewerbung

01:08:20

Die Altersgrenze für die Bewerbung als Fluglotse liegt bei 24 Jahren. Diese Grenze wird durch wirtschaftliche und rechtliche Bedingungen sowie die Erfolgsquoten der Bewerber bestimmt. Statistisch gesehen sind jüngere Bewerber erfolgreicher, da sie lernfähiger und flexibler sind. Ätere Bewerber, auch mit Vorwissen wie einem Studium in Luftfahrttechnik, haben geringere Chancen, da sie oft familiär und anderweitig stärker belastet sind, was das Lernen erschwert. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, wie Bewerber, die mit 30 erfolgreich den Wechsel in den Fluglotseberuf geschafft haben.

Vorstellung des Towersimulators und seiner Funktionsweise

01:11:23

Der Towersimulator dient der Ausbildung von Towerlotsen und für Notfalltrainings. Er simuliert realistisch Flughäfen wie Frankfurt und ist bis auf die Arbeitsplatzgestaltung dem echten Tower identisch. Pro Ausbildungssitzung sind bis zu sieben Lotsen gleichzeitig im Einsatz. Jeder Arbeitsplatz ist mit spezifischer Ausstattung ausgestattet, darunter eine Luftlagedarstellung, Bodenradar, ein Flugdatenverarbeitungssystem (TFDPS) zur Verfolgung der Flugzeuge und ein Beleuchtungspult für die Steuerung der Landebahnbeleuchtung. Das Wetter und Notfallszenarien können zur Simulation vorgegeben werden.

Simulatorabläufe und Einsatz der Software

01:20:03

Die im Simulator simulierten Abläufe sind vorprogrammierte Szenarien, die spezifische Lernziele verfolgen. Übungen werden vorab von Run-Erstellern geplant und sind für alle Auszubildenden standardisiert, um gleiche Prüfungsbedingungen zu gewährleisten. Die Software für die visuelle Darstellung wird von einem weltweit aktiven Anbieter bereitgestellt, der DFS nutzt diese jedoch zunehmend auch, um eigene Flughäfen digital nachzubilden. Für die Ausbildung selbst wird jedoch ein allgemeiner Schulungsflughafen verwendet, um für die Vielzahl an betreuten Flughäfen gerüstet zu sein.

Ablauf einer Schicht im Tower und Aufgaben der Lotsen

01:27:33

Eine Schicht im Tower dauert etwa 8,5 Stunden, wovon circa sechs Stunden eigentliche Arbeitszeit sind. Die Lotsen erhalten zu Beginn eine halbe Stunde Vorbereitungszeit und nehmen danach ihre Arbeitsplätze ein. In Frankfurt sind fünf Lotsen für den Start- und Landbetrieb und ein sechster für die Rollbewegungen auf dem Vorfeld zuständig. Die Arbeitsplätze wechseln im Laufe des Tages, um Vielfalt zu gewährleisten. Die Lotsen arbeiten in der Regel in einem Zwei-Stunden-Rhythmus, bestehend aus Arbeitsblöcken und Pausen, um die Konzentration aufrechtzuerhalten.

Funktionsweise des Area Control Simulators

01:39:42

Im unteren Luftraum-Simulator, der für die Ausbildung von Approach- und Center-Lotsen dient, wird der Funkverkehr zwischen Lotsen und Piloten simuliert. Die Trainees lernen hier, Flugzeuge aus allen Himmelsrichtungen sicher auf den Endanflug für einen Flughafen zu führen und anschließend an den Tower zu übergeben. Die Sektoren sind an reale Sektoren angelehnt. Professionelle Simulator-Piloten, oft mit eigener Flugerfahrung, simulieren die Flugzeuge. Die Kommunikation erfolgt hauptsächlich über Headsets und unter hohem Zeitdruck, der die Fähigkeit zur schnellen Koordination erfordert.

Aufteilung der Kontrollzentren in Deutschland

01:44:06

Die deutsche Luftraumkontrolle ist in drei Center unterteilt: Langen, München und Bremen, die für den gesamten unteren Luftraum bis etwa acht Kilometer Höhe zuständig sind. Der obere Luftraum darüber wird vom einzigen deutschen Center in Karlsruhe kontrolliert. Die Ausbildung zum Lotse im unteren Luftraum ist komplex und dauert am längsten, da der Verkehr dort besonders dynamisch ist. Ein großer Unterschied zur Tower-Ausbildung ist der Schichtdienst, an den sich die Trainees gewöhnen müssen, der im Simulator von Früh- bis Spätschichten simuliert wird.

Ausbildung zum Fluglotsen bei der DFS

01:52:17

Der Streamer besucht den DFS Recruting Day und unterhält sich mit einem Azubi über die Ausbildung zum Fluglotsen. Der Azubi ist seit 10 Monaten im Tower-Kurs und wird im September zum Fluglotsen fertig. Nach der Ausbildung müssen Azubis ihren Dienstort nicht selbst wählen, sondern werden von der DFS zugewiesen. Ein Versetzungsantrag ist erst nach der Praxisausbildung möglich und wird oft erst nach mehreren Jahren genehmigt.

Herausforderungen und psychologische Tests

01:55:07

Die Ausbildung zum Fluglotsen erfordert besondere psychologische Eignung. Kandidaten durchlaufen ein strenges Auswahlverfahren mit einem einstündigen Interview durch zwei Lotsen und zwei Psychologen. Es werden Fragen zur Kindheit und zum Verhältnis zu Eltern gestellt, um die soziale Kompetenz sicherzustellen. Teamfähigkeit ist eine der wichtigsten Anforderungen, da die Arbeit fast ausschließlich im Team stattfindet.

Live-Demonstration im Flugsimulationssimulator

01:59:16

Der Streamer darf in einem 360-Grad-Flugsimulator die Arbeit eines Fluglotsen live erleben. Er lernt die grundlegenden Begriffe und Abläufe der Flugsicherung kennen, wie z.B. das NATO-Alphabet zur Buchstabierung und die Sprechweise von Zahlen zur Verwechslungsvorbeugung. Während der Simulation steuert er den Verkehr auf der Landebahn und in der Luft, gibt Start- und Landefreigaben und koordiniert Rollwege.

Stressige Situationen und Sicherheitsprotokolle

02:09:54

Die Simulation zeigt, wie stressig die Arbeit sein kann, wenn viele Flugzeuge gleichzeitig zur Landung oder zum Start anstehen und der Lotse Abstände und Freigaben genau koordinieren muss. Jede Aktion wird aufgezeichnet, um die Sicherheit zu gewährleisten. Ein schwerwiegender Fehler wäre eine 'Runway Incursion', bei der zwei Flugzeuge die Start- oder Landebahn unerlaubt gleichzeitig benutzen. Dies ist der Worst-Case-Szenario, den die Lotsen unbedingt vermeiden müssen.

Fazit und Einladung zum Bewerben

02:27:14

Der Streamer ist beeindruckt von der DFS-Akademie und den freundlichen Mitarbeitern. Er betont, dass die Ausbildung zwar schwer sei, aber Spaß mache und bezahlt werde. Nicht alle würden die Prüfung bestehen. Der Streamer empfiehlt Zuschauern, die Interesse an einer solchen Karriere haben, die DFS zu überprüfen und sich zu bewerben, da es sich um eine sehr coole und anspruchsvolle Ausbildung handelt.

Abschluss des Streams und Rückblick

02:45:51

Nach der Simulationstour geht der Streamer zum Essen und reflektiert den Ablauf des Tages. Er findet den 360-Grad-Raum und die gesamte Experience 'krass' und 'geil'. Er vergleicht das Gefühl der Mehraufgabenbewältigung in der Flugsicherung mit Spielen wie StarCraft oder Age of Empires. Der Stream endet mit einer Dankesrede an die DFS für die Einladung und einem Appell an die Zuschauer, bei Interesse auf der Webseite der DFS nachzuschauen.