Auf der diesjährigen Gamescom ist ein Team der Polizei Hannover im Einsatz. In der Creator Lounge wird auf das Networking mit anderen und der direkten Ansprache der Messebesucher fokussiert. Die Präsenz dient dem Aufbau von Kontakten und der Aufklärungsarbeit im digitalen Raum.

Special Events
00:00:00

Special Events

Einleitung und Vorstellung im Gamescom-Studio

00:02:27

Der Stream aus der neuen Zentrale der Polizei Hannover beginnt in der Creator Lounge der Gamescom. Das Team sitzt in einem abgeschotteten Häuschen und gibt einen ersten Einblick in die Umgebung, die von anderen Streamern umgeben ist. Die Akustik ist besser als auf den lauten Gängen. Der Streamer betont, dass es sich um ein Open House-Format handelt, bei dem Zuschauer frei eintreten können, um mit dem Team zu interagieren.

Gedenken an verstorbenen Kollegen

00:03:33

Vor dem Beginn der eigentlichen Gamescom-Berichterstattung wird ein ernster Moment eingelegt. Im Hintergrund ist ein Bild sichtbar, das an den im Dienst getöteten saarländischen Kollegen erinnert. Das Team nutzt die Gelegenheit, um einen gemeinsamen Schweigemoment einzulegen und den Kolleginnen und Kollegen sowie deren Familien viel Kraft zu wünschen. Dies unterstreicht die Ernsthaftigkeit des Berufs, auch während einer solchen Veranstaltung.

Zusammenstellung und Ziele der Gamescom-Teilnahme

00:05:04

Das Polizeiteam besteht aus drei Personen: dem Streamer, Olli und Nils Harder vom Landeskriminalamt, der für das Thema Cybercrime zuständig ist. Die Reise zur Gamescom dient nicht nur dem Streaming, sondern vor allem dem Networking. Das Ziel ist es, neue Kontakte zu knüpfen, potenzielle Partner für zukünftige Streams zu finden und mit der Community im direkten Austausch zu stehen. Das große Interesse der Besucher an der Polizei wird positiv hervorgehoben.

Internationaler Kontakt und positives Feedback

00:07:19

Ein besonderes Highlight des Vortages war die zufällige Begegnung mit einem Streamer, der sich als Polizeikollege aus Luxemburg zu erkennen gab. Dies führte zu einem spontanen Austausch über die Polizeiarbeit im digitalen Raum und die Möglichkeiten zukünftiger Kooperationen. Außerdem gibt es positives Feedback zu den Instagram-Stories, die einen guten Einblick in die Gamescom bieten und von der Community gut angenommen werden. Der direkte Kontakt zur Zuschauercommunity wird als sehr wertvoll empfunden.

Eindrücke von der Gamescom und Cosplay-Kultur

00:09:12

Die Eindrücke von der Messe sind überwältigend. Besonders das ausgefallene und aufwendige Cosplay wird hervorgehoben. Die Streamer zeigen sich beeindruckt von der Mühe, die die Teilnehmer in ihre Kostüme investieren, und überlegen, später Fotos mit einigen Cosplayern zu machen. Die Creator-Lounge selbst wird als perfekt beschrieben: ein Mix aus verspielter, glowiger Atmosphäre und professionellem Business-Auftritt, der trotz der großen Menschenmenge Ruhe und Entspannung ermöglicht.

Gastbeitrag: Streaming aus dem LKW

00:14:08

Ein spezieller Gast, bekannt als Druckverlust, tritt in den Stream. Er ist dafür bekannt, live aus seinem LKW zu streamen und hat eine große Fangemeinde. Im Gespräch erklärt er, wie er das legal und sicher bewerkstelligt: alle Geräte sind festgeschraubt und die Interaktion mit dem Chat erfolgt über einen Moderator, der die Nachrichten vorliest. Er schildert seine alltäglichen Beobachtungen auf der Autobahn und die positiven wie auch nervigen Seiten seines Jobs.

Zweiter Gast: Abenteuer und Alltag als Streamer

00:24:13

Ein zweiter Gast, Junikatz, stößt hinzu und berichtet von seinem Leben als Streamer. Er beschreibt seine Erlebnisse auf Festivals wie dem Summer Breeze und auf Backstage-Events. Ein besonders humorvolles Anekdoten erzählt er vom Kajakfahren, bei dem er auf ein Partyboot traf und um Kuchen bat, der ihm später von einer Welle ins Boot gespült wurde. Er betont die Freude am persönlichen Austausch mit anderen Creators und Fans.

Kooperation mit Influencern und Einblicke in die Polizeiarbeit

00:31:07

Das Team berichtet über eine erfolgreiche Kooperation mit den bekannten YouTubern Schradin und Zabik. Für ein Praktikum 2.0 durften die beiden Influencer Einblicke in die Polizeiarbeit gewinnen. Sie absolvierten ein Training in Abwehr- und Zugriffstechnik, erlebten den Einsatz eines Diensthundes, wurden mit Pfefferspray besprüht und mussten in voller Montur ein Parkhaus vermessen. Dies wird als interaktives und lehrreiches Highlight der Zusammenarbeit beschrieben, das einen realistischen Eindruck vom stressigen und körperlich fordernden Polizeidienst vermittelt.

Polizeiliche Spezialeinheiten: BFE und ihre Aufgaben

00:42:43

Es wurde die Beweis- und Festnahmeeinheit (BFE) vorgestellt, eine Hundertschaft der zentralen Polizeidirektion, die aus taktischen und Festnahmezügen besteht. Diese robusten Einheiten sind für gezielte Zugriffe in größeren Versammlungslagen, wie Demonstrationen, und für Wohnungsdurchsuchungen trainiert. Sie arbeiten mit einem Sicherungskreis, um sicherzustellen, dass festgenommene Personen nicht von außen beeinflusst werden können. Die BFE wird als Pumperzug beschrieben, der definitiv keine Bremse hat, was ihre unmittelbare und kraftvolle Einsatzweise unterstreicht.

Anwendung von Zwang: Platzverweis und Festnahme

00:45:45

Es wurde das polizeiliche Vorgehen bei aggressiv oder gefährlich verhaltenden Personen erläutert. Zunächst wird in der Regel ein Platzverweis erteilt, der die Person dazu auffordert, einen bestimmten Ort für einen bestimmten Zeitraum zu verlassen. Kommt die Person dieser Anordnung nicht nach, kann der Platzverweis mit Zwang durchgesetzt werden. Dies bedeutet, dass die Person von Beamten getragen oder geschoben wird. Sollte die Person weiterhin Widerstand leisten, kann eine Festnahme erfolgen, was den Eingriff in die Grundrechte des Betroffenen darstellt.

Zusammenarbeit mit dem Marienkäfer e.V.

00:49:38

Der Stream fand im Rahmen eines Kooperationsstreams mit dem Marienkäfer e.V. statt, einer Organisation, die mit einem umgebauten Linienburg Obdachlose und Bedürftige versorgt. Markus vom Marienkäfer e.V. berichtete über die Entstehung des Twitch-Projekts, um Transparenz bei Spenden zu schaffen und die Arbeit der Organisation zu zeigen. Es wurde eine mögliche zukünftige Koaktion angekündigt, bei der der Bus nach Hannover fahren könnte, um mit der Polizei Hannover gemeinsam Projekte zu realisieren und so mehr Aufmerksamkeit auf die Themen Obdachlosigkeit und soziale Arbeit zu lenken.

Ziele des Twitch-Projekts der Polizei Hannover

01:00:57

Das Twitch-Projekt der Polizei Hannover wurde aus dem Wunsch geboren, im digitalen Raum präsent zu sein und eine greifbare Ansprechpartnerin zu sein. Man möchte Bürger:innen, die Fragen zur Polizei oder zu Präventionsthemen haben, auch außerhalb der Dienstzeit erreichen. Die Plattform dient der Aufklärungsarbeit, der Beantwortung von Fragen und der Stärkung des Vertrauens durch einen direkten Austausch auf Augenhöhe, auch durch gemeinsames Zocken. Es ist ein Mittel, um eine Bindung zur Community aufzubauen und komplexe Themen wie Cyberkriminalität verständlich zu vermitteln.

Respekt für den gefährlichen Polizeiberuf

01:12:43

Anlässlich des Todes eines Kollegen aus dem Saarland während eines Einsatzes wurde ein Schweigemoment eingelegt, um der verstorbenen Polizeikraft und deren Familie zu gedenken. Dabei wurde der gefährliche Charakter des Polizeiberufs thematisiert, der nicht nur Schusswaffen, sondern auch alltägliche Risiken wie die Sicherung von Unfallstellen umfasst. Es wurde Respekt für den Mut und die Verantwortung ausgedrückt, die Polizeibeamte für den Schutz der Bevölkerung auf sich nehmen und die sie jeden Tag wieder ins Einsatzgeschehen schicken.

Aufgaben der Prävention Cybercrime

01:19:06

Ein Kollege aus dem Dezernat Forschung, Prävention und Jugend erläuterte seine Aufgaben im Bereich Prävention Cybercrime. Seine Hauptaufgaben sind die Erstellung von Inhalten und Ratschlägen für Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die Unterstützung bei Vorträgen und Messen sowie die allgemeine Aufklärungsarbeit. Das Ziel ist, möglichst viele Menschen über Online-Gefahren wie Betrug, Scams und psychische Angriffe zu informieren und ihnen im Einzelfall helfen zu können. Man bemüht sich, das Behörden-Ping-Ping zu vermeiden und Bürger:innen direkt an die zuständige Stelle weiterzuleiten.

Ermittlung bei Internetstraftaten

01:21:13

Bei Cyberkriminalität ist die Ermittlung komplex, da der Tatort oft unbekannt ist. Die Polizei ermittelt am Ort des Schadenseintritts beim Opfer. Bei Tätern im Ausland wird es sehr aufwendig, da andere Hoheiten und Gesetze gelten. Die Online-Wache bietet hierfür eine einfache, bundesweit erreichbare Möglichkeit, um eine Anzeige digital und schnell zu erstatten und sicherzustellen, dass diese an der richtigen Stelle landet. Die Polizei arbeitet dabei mit einem großen, schwer fassbaren Dunkelfeld.

Opferberatung und Kriminalitätsprävention

01:24:13

Bei Straftaten wie Betrug durch Sleep-Scam sind die Täter oft Experten, die gezielt Trigger setzen. Opfer sollten sich keines schlechten Gewissens oder Schamschubs ausgesetzt fühlen, da solche Straftaten professionell begangen werden. Jede Straftat, darunter auch Beleidigungen als Antragsdelikte, sollte zur Anzeige gebracht werden, da dies dem Opfer hilft und die Polizei gesetzlich verpflichtet ist, Ermittlungen aufzunehmen. Auch bei häuslicher Gewalt ist der Schutz des Opfers oberste Priorität, unabhängig vom Geschlecht.

Rolle der Polizei im Gaming

01:35:40

Die Präsenz der Polizei in Gaming-Communities hat das Ziel, nahbar zu sein und präventiv zu wirken. Ein zentrales Anliegen ist die Aufklärung über Gefahren wie Cyber-Grooming, bei dem Erwachsene Kinder gezielt ansprechen. Die Polizei rät Eltern, aktiv die Spiele ihrer Kinder zu begleiten, um sie zu schützen. Im Falle von Problemen sollten Kinder nicht bestraft, sondern angesprochen werden. Die Wertschätzung und gemeinsame Zeit mit den Kindern wird als Schlüssel zur Prävention angesehen.

Personalstruktur und Karrieremöglichkeiten

01:38:58

Der digitale Präventionskanal wird hauptsächlich von einer Person in Vollzeit und mehreren Beamten im Nebenamt betrieben. Diese sind hauptamtlich im Streifen- oder Ermittlungsdienst tätig. Das Projekt erziht durch den direkten Austausch im Stream eine hohe Reichweite und Dialogtiefe, die klass Präventionsveranstaltungen kaum erreichen können. Die Polizei Hannover, als einzige Polizei auf Twitch, steht für Kooperationen offen und sucht dringend Personal, auch in externen und IT-Bereichen, wobei Tattoos in der Regel kein Ausschlusskriterium mehr sind.

Kooperation und Netzwerkaufbau

01:46:59

Der Kanal 'polizeihannover' vertritt das Land Niedersachsen und steht als Plattform für Kooperationen mit allen Behörden, wie der Feuerwehr oder der Bundeswehr, offen. Besonders die Zusammenarbeit mit anderen Polizeibehörden wird gepflegt. Ein aktives Beispiel ist der geplante Besuch des Kollegen von der Polizei Berlin Mitte Oktober. Die Polizei agiert in anderen Bundesländern nur in Absprache mit den lokalen Behörden und übernimmt keine Hoheitsakte.

Gedenken und Stream-Ende

02:00:43

Der Stream wurde mit einem emotionalen Gedenken an einen im Dienst getöteten Kollegen aus dem Saarland beendet. Die Polizei appellierte an die Zuschauer, ihren Mitmenschen im Alltag mehr Wertschätzung und Zuneigung zu zeigen, solange es noch möglich ist. Die positive und engagierte Stimmung im Chat wurde hervorgehoben, und ein nächster Treffen an der Gamescom wurde angedeutet. Der Stream endete mit dem Aufruf, der Polizei auf Twitch zu folgen und sich bis zum nächsten Mal zu verabschieden.